Xiaomi Mi Band 2 Test

Xiaomi Mi Band 2 Test

Fitnesstracker sind für manche nützliche Gadgets, für andere nur die hässliche Schwester von Smartwatches. Neben dem Fitbit oder dem Jawbone Up ist vor allem das Mi Band von Xiaomi ein beliebtes Gerät dieser Kategorie. Nun hat Xiaomi die zweite Generation dieses Trackers aufgelegt, der einige Nachteile ausmerzt und die Vorteile beibehält. Ob das Mi Band 2 nur für Fitness-Enthusiasten einen Mehrwert bietet oder allgemein eine Alternative zu einer Smartwatch darstellt, wird dieses Review zeigen.

Verpackung & Lieferumfang

Das Mi Band 2 wird in einer sehr kleinen Box geliefert, denn wirklich viel Zubehör gibt es für das Wearable auch nicht. Neben dem Tracker selbst und dem zugehörigen Armband wird zum Laden noch der USB-Adapter benötigt, dann ist man aber auch schon durch. Xiaomi legt noch eine Schnellanleitung bei, die Bedienung des Gerätes geht aber intuitiv von der Hand.

Die Box selbst ist im bekannten Recycling-Braun gehalten und ihr kantiges Design macht einen edlen Eindruck. Auch die Präsentation des Trackers lässt ein höher preisiges Gadget erwarten.

Design & Verarbeitung

Die erste Generation des Mi Band hatte noch eine metallisch graue, matte Oberfläche, die etwas aus dem Armband hervorgestanden ist. Das sah immer etwas globig und billig aus. Beim Mi Band 2 ist das alles ganz anders. Das Display ist eben und plan in das Armband eingelassen und der leicht abgesetzte, kapazitive Button unterhalb des Displays macht einen sehr edlen Eindruck. Ob zum Sport, zu Sneakers oder zum Anzug - das Mi Band 2 macht wirklich immer eine gute Figur. Auch die Größe beziehungsweise Breite des Handgelenks macht keinen Unterschied. Das Armband schmeichelt jedem Typ Träger.

Der Verschluss des Armbands wurde ebenfalls etwas überarbeitet. Er ist nun weniger auffällig und schließt sicherer beziehungsweiser zuverlässiger. Die gummierte, matte Oberfläche des Armbands ist relativ unempfindlich gegen Kratzer und macht einen langlebigen Eindruck. Zudem ist das Gadget mit IP67 zertifiziert und somit vor Staub- und Wasser geschützt. Man kann mit dem Gerät also ohne Probleme duschen und sogar Schwimmen soll laut Hersteller möglich sein, wobei wir davon eher abraten würden. IP67 ist nämlich eigentlich nur für das kurzzeitige komplette Untertauchen gedacht, nicht für ausgiebige Tauchgänge.

Display

​Größe: ​0,42 Zoll
Auflösung:​ ​-
Technologie​:​OLED
​Anzahl Berührungspunkte:1​
Gehärtetes Glas:​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Ja

Für die übersichtliche Darstellung der wichtigsten Kennzahlen und der Uhrzeit setzt Xiaomi beim Mi Band 2 auf ein OLED-Panel. Dieses misst 0,42 Zoll in der Diagonalen und die Darstellung ist quer zum Handgelenk gewählt. Der Vorteil des Panels ist der hohe Kontrast, wodurch auch bei geringer Helligkeit eine akzeptable Ablesbarkeit gewährleistet werden kann. In Räumen oder bei bewölktem Wetter gibt es dabei auch kein Problem, lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung versagt das Display. Hierfür hätte es etwas heller sein können. Zudem benötigt diese Display-Technologie nur sehr wenig Energie, was vor allem bei einem Wearable von Vorteil ist.

Die Darstellung der Symbole und Grafiken ist ausreichend scharf und sieht hübsch aus. Zahlen werden grundsätzlich eckig dargestellt, sodass es zu keinen unschönen Treppenstufen oder ähnlichem kommt.

Der kapazitive Button, der für die Aktivierung des Displays und dem Blättern durch die verschiedenen Anzeigemodi benutzt wird, macht seine Arbeit ebenfalls zuverlässig. Er ist tendenziell sogar etwas überempfindlich und reagiert auch durch dünnen Stoff - beispielsweise, wenn man die Hand in der Hosentasche hat. 

Hardware & Performance

Sensoren: ​Schrittzähler, Bewegungssensor, Herzfrequenzsensor
​Abmessungen / Gewicht: ​40.3 x 15.7 x 10.5 Millimeter (der Tracker selbst) / 18,5 Gramm

In dem Wearable findet sich neben einem Akku und dem Microcontroller auch eine ganze Reihe von Sensoren. Dazu gehören neben einem Bewegungssensor, der auch die Schritte zählt, auch ein Sensor zur Messung der Herzfrequenz. Dieser besteht aus einer hellen, grünen LED und einer Fotodiode, die den Pulsschlag in der Ader erkennt. Natürlich gehört auch das OLED-Display zur Ausstattung und auch ein Vibrationsalarm ist am Start. Damit ist das Mi Band 2 ein top ausgestattetes Wearable, das der Konkurrenz in nichts nach steht.

Software

Generell gibt es drei verschiedene Modi in dem System. Diese können durch Berührung des kapazitiven Buttons unterhalb des Displays durchblättert werden. Dabei wird immer zuerst die Uhrzeit angezeigt. Bei der ersten Berührung folgt dann die Anzeige der bisher an dem Tag zurückgelegten Schritte und bei einer weiteren Berührung startet die Messung der Herzfrequenz. Diese wird nämlich nicht kontinuierlich durchgeführt, um Energie zu sparen.

Die Bedienung auf dem Smartphone erfolgt mittels der Mi Fit App von Xiaomi. Diese ist mittlerweile recht gut übersetzt und im Play Store zu finden. Leider sieht man an einigen Stellen noch immer, dass die App nicht nativ in allen Sprachen unterstützt wird, da vor allem die Anzeige langer Wörter und Bezeichnungen Schwierigkeiten bereitet. Das sieht leider nicht so hochwertig aus und nervt auf Dauer. Man kann das Mi Band aber auch mit der Google Fit App nutzen, die eindeutig besser aussieht. Leider muss man dann auf einige Funktionen verzichten.

Allen voran die Schlafüberwachung wird nämlich lediglich von der Mi Fit App unterstützt. Wenn man das Mi Band über Nacht trägt, erkennt das Gerät mithilfe der Bewegungssensoren, wann man sich wie lange in welcher Schlafphase befunden hat und kann einen am Morgen sogar in einer Phase, in der man nicht so tief schläft, wecken. Dazu muss man aber den gesonderten Wecker der App benutzen und es wird in dem Zeitraum einer halben Stunde vor der gewünschten Weckzeit untersucht, ob man leicht geweckt werden kann. Das ganze funktioniert mehr oder weniger zuverlässig. Man kann nicht wirklich überprüfen, ob die Schlafphasen korrekt erkannt werden, aber generell scheint die Eingruppierung eher sehr grob zu sein. Wenn man mal nicht schlafen kann und in der Nacht aufsteht, erkennt man, dass die Toleranzen der Erkennung groß sind. Dennoch ist ein persönlicher Wecker, der dezent am Handgelenk rüttelt, unter Umständen von Vorteil. Vor allem gilt dies, wenn der Partner noch länger schlafen kann.

Der Schrittzähler ist im Durchschnitt gesehen relativ genau, auch wenn er dazu neigt, tendenziell zu viele Schritte anzuzeigen. Wenn man tatsächlich seine Fitnessziele damit überwachen möchte, sollte man diese also eher höher ansetzen, bevor man sich auf den Lorbeeren ausruht. Gleiches gilt für den Herzfrequenzmesser. Dieser Arbeitet unter optimalen Bedingungen zwar relativ zuverlässig, sobald man jedoch einen niedrigen Ruhepuls hat, dunkle Haare die "Sicht" der LED versperren oder diese nicht fest auf der Haut aufliegt, kommt es zu Problemen. Man darf sich also nicht an dem konkreten Wert fest halten, sondern sollte das Ergebnis eher als eine Art Richtwert betrachten.

Die Konfiguration des Mi Band erfolgt ebenfalls in der Mi Fit App von Xiaomi. Dort kann parametriert werden, was alles auf dem Display angezeigt wird, an welchem Handgelenk man das Wearable trägt und zu welcher Zeit man geweckt werden möchte. Zudem kann festgelegt werden, ob und bei welchen Apps Benachrichtigungen mittels Vibration angezeigt werden sollen. Das ganze funktioniert sehr zuverlässig und ist meist auch intuitiv zu bedienen.

Empfang & Konnektivität

​Bluetooth: ​4.0 Low Energy

Das Mi Band 2 kommuniziert über das Low Energy Profil von Bluetooth 4.0, was tatsächlich sehr sparsam ist. Das gilt natürlich nicht nur für das Band selbst, zu dessen Energieverbrauch wir gleich kommen, sondern auch für das verbundene Smartphone. Selbst bei einer ganztägigen Benutzung verbraucht die Verbindung zum Wearable nur wenige Prozent Akku. Wenn man auf die Übertragung von Benachrichtigungen verzichtet sollte der Energieverbrauch sogar nochmals eingeschränkt werden, da die Sensordaten des Mi Band 2 nur bei aktivierter Mi Fit App übertragen werden, was sich deutlich bemerkbar macht.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​70mAh
​Kapazität (Gemessen): 79mAh​
​Wechselbar:Nein​
Fast Charging:​Nein​

Mit 70mAh ist der Akku des Mi Band 2 alles andere als riesig - zumindest klingt das so. Dafür hat Xiaomi viele Anstrengungen unternommen, um die Hardware möglichst effizient zu machen. Das hat auch in der Tat gut geklappt. Mit einer Akkuladung des Armabands kommt mit über 2 bis 3 Wochen - und das mit aktivierter Benachrichtungungs-Synchronisation. Vor allem die Herzfrequenzmessung benötigt viel Energie, sodass man es in der Tat merkt, wenn man dieses Feature regemäßig nutzt. Ehrlich gesagt sind aus unserer Sicht 2 Wochen aber auch genug für den Alltag. Das Band dann am Wochenende über Nacht ans Ladegerät zu hängen, wenn man so wie so ausschalfen kann, ist nicht schlimm. Zudem ist der Akku auch innerhalb von rund 2 Stunden wieder voll, sodass man fast tagsüber am Schreibtisch laden könnte.

Für das Laden benötigt man den speziellen, mitgelieferten Ladeadapter. In diesen wird der eigentliche Tracker eingeschoben. Man sollte diesen Adapter also auf keinen Fall verlieren. Der Adapter des ersten Mi Band funktioniert übrigens leider nicht. Die zu hoch gemessene Kapazität führen wir auf Ungenauigkeiten bei der Messung aufgrund der geringen Ladeströme zurück.

Fazit

Das Xiaomi Mi Band 2 macht vieles besser als sein Vorgänger. Es sieht edel aus, ist nicht auffällig, hat einen alltäglichen Nutzen durch die Anzeige der Uhrzeit und man kann die eigenen, sportlichen Aktivitäten mehr oder weniger genau tracken. Natürlich muss man im Vergleich mit einem Jawbone Up oder vergleichbarem Abstriche in der Genauigkeit machen, aber bedenkt man, dass das Mi Band 2 weniger als 30 Euro kostet, fällt die Entscheidung nicht schwer.

Sowohl beim Joggen als auch zum Anzug macht das Mi Band 2 eine gute Figur und vor allem das gefällt uns besonders daran. Zudem muss man es nur alle paar Wochen laden und das Display war die nötige Erweiterung zur ersten Generation. Mehr Augenmerk sollte Xiaomi aber auf die App legen, die etwas stiefmütterlich behandelt wird und deren Übersetzung an einigen Stellen noch hakt. Zudem könnte die Darstellung etwas schöner sein. Dennoch ist das ganze Jammern auf hohem Niveau und es gibt kaum etwas zu kritisieren an dem Wearable.

Pro Contra
​+ Edles Design ​-​ Schlecht übersetzte App
+ OLED Display​- Schlechte Darstellung in der Mi Fit App​
+ Lange Laufzeit​- Ungenaue Zählung der Schritte​
+ Vibrationsalarm bei Benachrichtigungen-​​ Ungenaue Herzfrequenz Messung
+ Widerstandsfähiges ​​Armband
+ Intuitive Bedienung​

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