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Xiaomi Mi A2 Testbericht

xiaomi-mi-a2 Xiaomi Mi A2

​Das Mi A1 war für Xiaomi ein großer Erfolg. Ein Grund dafür ist, dass das Handset mit Android One ausgeliefert wird - Stock Android also. Die Updates kommen dabei direkt von Google, was flotte Sicherheits-Updates ermöglicht. Zudem kommen neue Android Versionen schneller auf Android One Geräte. Mit dem Mi A2 hat Xiaomi nun den Nachfolger am Start, welcher auf dem seit längerer Zeit in China erhältlichen Mi 6X basiert. Das Mi A2 ist also die Global Version vom Mi 6X mitsamt Band 20 LTE. Wir haben uns das Xiaomi Mi A2 für euch angesehen und geprüft, ob es ein sinnvoller Nachfolger ist. Hier im Testbericht erfahrt ihr nun alles, was ihr vor dem Kauf des Mi A2 wissen solltet.

Xiaomi Mi A2
Verpackung & Lieferumfang

​Das Mi A2 wird euch in einer kompakten und typisch aussehenden Smartphone Box geliefert, deren Deckel nach oben hin abgezogen wird. Das Design der Verpackung setzt auf Weiß mit einer großen Abbildung des Produkts, dem Mi-Logo in der oberen rechten Ecke und dem Mi A2 sowie Android One Schriftzug unter der Abbildung des Smartphones. Auf der Rückseite findet man ein paar Eckdaten, die IMEI Nummern und die für den EU Verkauf nötigen Zeichen inklusive CE. Die Konformitätserklärung liegt dem Smartphone in Form der Anleitung bei. Das Zubehör umfasst:

  • ​eine flexible Schutzhülle für die Rückseite
  • einen USB Typ-C auf 3,5mm Adapter
  • eine SIM Nadel
  • die Anleitung
  • ein 5V / 2A Netzteil mit EU Stecker
  • ein weißes USB Typ-C Kabel

Xiaomi Mi A2
Design & Verarbeitung

​Das Design vom Mi A2 hat sich gegenüber dem Vorgänger stark verändert. Die Größe hat sich trotz des vergrößerten Displays kaum verändert. Das Smartphone ist etwas schmaler und etwas höher als der Vorgänger. Möglich machen das die deutlich reduzierten Kinn- und Stirnbereiche auf der Front, was allein hier für eine deutlich andere und modernere Optik sorgt. Hinzu kommt, dass das Mi A2 deutlich schlanker wirkt als das Mi A1, obwohl es tatsächlich über eine identische Gehäusestärke verfügt. Der Grund für diesen Eindruck ist das veränderte Rahmen-Design. Das Gehäuse läuft beim Mi A2 deutlich spitzer zu, was dann den Eindruck eines dünneren Smartphones erzeugt.

Das Gehäuse besteht wieder vollständig aus Metall und verfügt über geschwungene Antennenlinien die sich fast nahtlos in das Metall einfügen. Beim Biegetest zeigt das Mi A2 ein leichtes Nachgeben, biegt sich aber nicht übermäßig durch. Ohne rohe Gewalt wird man hier keine Schäden anrichten können. Die allgemeine Verarbeitung ist perfekt und erzeugt das Gefühl ein Premium Produkt in der Hand zu halten. Sogar die Tasten bestehen aus Metall und haben kein Spiel. Kritik gibt es allerdings für das Kameramodul, welches satte 1,6mm aus dem Gehäuse heraussteht. Das führt dazu, dass das Smartphone schief auf dem Tisch liegt und bei der Bedienung auf selbigem stark wackelt. Beim Vorgänger hat Xiaomi das deutlich besser gelöst.

Um das Xiaomi Mi A2 herum findet man unten zwei Öffnungen für Mikrofon und Lautsprecher, dazwischen einen USB Typ-C Anschluss. Rechts befinden sich die Power und Lautstärke Tasten, links der SIM Tray. Die Oberseite trägt ein aktives Noise Cancelling Mikrofon und den Infrarot Blaster.

Xiaomi Mi A2
Display

​Größe: ​5,99"
Auflösung:​ ​2160 x 1080
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja (Typ unbekannt)
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Das LCD Display im Mi A2 liefert einen guten Kontrast und eine warme Farbwiedergabe. An dieser Stelle wäre eine etwas neutralere Einstellungen nicht verkehrt gewesen, da es keine Möglichkeit gibt Bildeinstellungen vorzunehmen. Was die Farben betrifft sieht das Display recht gut aus, wird aber Nutzer die eine knalligere Darstellung bevorzugen nicht zufriedenstellen. Das Panel wirkt bezüglich Sättigung zurückhaltend und natürlich. Etwas besser sein könnte stellenweise die Helligkeit. Das Panel erreicht nur 450 Nits, was zwar kein schlechter Wert ist, je nach Inhalt aber bei direkter Sonneneinstrahlung zu schwer erkennbaren Inhalten führen kann. Die Blickwinkel-Stabilität ist hervorragend und es gibt kaum ein Abfallen der Helligkeit.

Für den Touch Screen setzt man wie mittlerweile üblich auf eine 10-Punkt Einheit. Der Digitizer zeigt nur eine sehr minimale Eingabeverzögerung und reagiert präzise. Die Touch Auflösung ist perfekt, sodass auch bei langsamen Bewegungen kein Stottern entsteht. Schnelles Tippen macht keine Probleme. Welches Displayglas Xiaomi verbaut ist unbekannt. Gehärtet ist es aber definitiv, denn der Alltag und entsprechende Tests wurden ohne Schaden überstanden. Die Oberfläche ist angenehm gleitfähig und fettabweisend. Abdrücke lassen sich einfach entfernen.

Xiaomi Mi A2
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Qualcomm Snapdragon 660 (14nm)
4x Kryo 260 LP @1,843GHz
4x Kryo 260 HP @2,208GHz
GPU:​ ​Adreno 512
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB / 6GB LPDDR4X (8,88GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB / 64GB / 128GB eMMC 5.1 (Lesen: 261MB/s, Schreiben: 137MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Keine Micro SD Erweiterung möglich
Fingerabdruck Scanner:​​Ja, Rückseite
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Gyroscope, Proximity, Light, Gravity, Linear Acceleration, Rotation Vector, Step Detector, Step Counter, Orientation, Tilt Detector
Besonderheiten:​​Benachrichtigungs LED (weiß), Infrarot, USB Typ-C 2.0 (OTG)
Abmessungen / Gewicht:​​158,7 x 75,4 x 7,4mm (9,0mm mit Kamera)
168g

​Der Snapdragon 660 ist nicht mehr der neueste Chip aus Qualcomm's gehobenem Mittelklasse Line-Up, doch das dürfte kaum jemanden stören. Mit 130.000 Punkten im Antutu Benchmark ist der Prozessor unbestreitbar ein Kraftpaket. Kein Wunder, der Chip setzt auf insgesamt acht Kryo 260 Kerne, jeweils vier LP Kerne mit 1,84GHz und HP Kerne mit 2,2GHz. Zusammen mit einer Adreno 512 entsteht so eine Leistung, welche der durchschnittliche Nutzer nicht von einem High-End Smartphone unterscheiden können wird. Erst bei anspruchsvollen Spielen oder massivem Multitasking werden für den erfahrenen Nutzer Unterschiede deutlich. Für den Großteil der Nutzer dürfte der Snapdragon 660 jedenfalls mehr als ausreichend Leistung bieten.

Atypisch für den Snapdragon 660 ist allerdings die starke Wärmeentwicklung im Xiaomi Mi A2. Aus irgend einem Grund erwärmt sich das Smartphone deutlich stärker als andere bisher von uns getestete Snapdragon 660 Gerät. Vor allem in Situationen wie Streaming über Mobilfunk oder beim Navigieren wird das Mi A2 auf der Rückseite extrem warm. An einem heißen Sommertag kann man da durchaus von unangenehm sprechen. Auf die Akkulaufzeit hat dies ebenfalls Auswirkungen, was aber hoffen lässt, dass es sich hier um ein reines Software Problem handelt.

Für den Arbeitsspeicher setzt das Mi A2 auf schnellen LPDDR4X RAM der hier 8,8GB/s Durchsatz erreicht. Uns liegt zum Testen das Modell mit 4GB RAM und 32GB Speicher vor. Beim 6GB Modell besteht die Möglichkeit, dass der RAM noch etwas flotter ist. Für den internen Speicher könnt ihr zwischen 32GB, 64GB und 128GB wählen. Das 6GB RAM Modell ist ausschließlich mit 128GB Speicher verfügbar. Der Speicher hat im Test eine gute Lesegeschwindigkeit an den Tag gelegt, ist beim Schreiben mit nur 137MB/s allerdings etwas langsam. Auch hier besteht die Möglichkeit, dass Modelle mit mehr Speicher schneller sind. An dieser Stelle raten wir euch unbedingt dazu, zu 64GB oder 128GB zu greifen. 32GB sind einfach zu wenig. Wer mit 32GB auskommt, braucht auch keinen Snapdragon 660. Die Möglichkeit eine Micro SD Karte zu nutzen ist leider Weggefallen. In dieser Hinsicht ist das Mi A2 also ein Rückschritt, denn beim Mi A1 konnte man noch Micro SD Karten nutzen.

Einen weiteren Rückschritt gibt es bei den Sensoren, denn das Mi A2 hat hier mit dem Kompass Probleme. Zu Beginn war der Kompass komplett falsch kalibriert. Nach einer Kalibrierung hat er dann eine Weile funktioniert, wich dann aber nach einer Weile wieder von der tatsächlichen Richtung ab. Bei der Fußgängernavigation ist das extrem nervig und hat sich bisher nicht abstellen lassen. Ansonsten sind alle wichtigen Sensoren an Bord und funktionieren einwandfrei. Der Fingerabdruck Sensor auf der Rückseite arbeitet sehr zuverlässig und schnell. Die Entsperrzeit kommt allerdings nicht an Xiaomi Geräte mit MIUI heran, da Android One eine Spur länger braucht um den Bildschirm zu aktivieren. Das Entsperren per Gesichtserkennung ist nicht möglich (Smart Lock wird hier bewusst ignoriert da völlig unsicher).

Wenn ihr auf eine Status LED angewiesen seid, dann erfüllt das Xiaomi Mi A2 diesen Bedarf. Die LED hat Xiaomi über dem Display platziert. Wie gewohnt leuchtet diese aber nur in Weiß auf, sodass keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Benachrichtigungen möglich ist. Für die Fernsteuerung von Fernsehern oder Klimaanlagen bietet das Mi A2 einen Infrarot Blaster auf der Geräteoberseite. Der USB Typ-C Anschluss auf der Unterseite arbeitet nach dem USB 2.0 Standard und unterstützt OTG.

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Xiaomi Mi A2
Software

​Variante: ​Android One (Stock Android)
​Android Version: ​Android 8.1 Oreo
Sicherheitspatch im Test: August 2018
Google zertifiziert:​Ja
DRM Technologien:​ClearKey CDM, Widevine L3
Bloatware​:​Nur Google Apps
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja (direkt von Google)
Schadsoftware:​​Nein

​Auf dem Xiaomi Mi A2 läuft nicht etwa MIUI sondern Android One. Bei Android One handelt es sich um eine Stock Android Variante, welche in Kooperation mit den Smartphone Herstellern ihre Updates direkt von Google erhält. Der Vorteil davon ist, dass neue Sicherheitspatches und Android Versionen schneller den Weg auf Android One Geräte finden. Das Xiaomi Mi A2 reiht sich also irgendwo zwischen einem Google Pixel und anderen Android Smartphones ein, was den Update Support betrifft.

Derzeit läuft auf dem Xiaomi Mi A2 Android 8.1 Oreo. Direkt nach dem Auspacken gab es das erste Update, welches den Sicherheitspatch auf den Stand vom August gebracht hat. Android 9 Pie wird für das Mi A2 natürlich ebenfalls erscheinen. Ein genaues Datum gibt es zwar noch nicht, man kann aber davon ausgehen, dass das Update in den nächsten zwei Monaten erscheinen wird.

Wie man es von Smartphones mit Stock Android gewohnt ist, kommt auch das Mi A2 ohne Drittanbieter Bloatware aus. Lediglich die typischen Google Apps sind vorinstalliert und lassen sich ohne weiteres auch nicht deinstallieren. Schadsoftware-Scans blieben natürlich auch ohne Ergebnis. Die einzige Xiaomi App die man auf dem Mi A2 findet, ist die Kamera Apps. Hier handelt es sich 1:1 um dieselbe App wie sie auch in MIUI zum Einsatz kommt.

Schwerwiegende Software Fehler sind uns im Testzeitraum nicht aufgefallen. Der einzige Kritikpunkt den man mal wieder nennen kann ist das Fehlern von Widevine Level 1 Unterstützung. Es ist schade, das nicht einmal die Android One Geräte von Xiaomi dafür Unterstützung bieten.

Xiaomi Mi A2
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G GSM: B2/B3/B5/B8
3G WCDMA: B1/B2/B4/B5/B8
4G FDD-LTE: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B20
4G TDD-LTE: B38/B40
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth:​​Bluetooth 5.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Dual Nano SIM
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Da das Mi A2 auch für den Verkauf in Europa gedacht ist, wird natürlich auch Band 20 LTE unterstützt. Abseits davon fehlen aber auch einige Frequenzen, sodass es im EU Ausland durchaus vorkommen kann, dass ein Netz nicht funktioniert. Ein Beispiel dafür sind die USA. Das ist aber ein Punkt den man bei fast allen günstigeren Smartphones in Kauf nehmen muss. Globale Netzunterstützung ist nach wie vor selten. Die Empfangsleistung im Test war stets ausgezeichnet.

Darüber hinaus gibt es Unterstützung für Dual Band AC-WLAN ohne 2x2 MIMO. Der Link Speed erreicht somit rund 400Mbit/s. Im Praxistest wurde eine 200Mbit Internetleitung problemlos ausgelastet. Ein Stockwerk darunter bricht die Verbindung zum 5GHz Netz ab und es erfolgt ein Fallback auf 2,4GHz. Die Datenrate hier ist mit 39Mbit/s nicht perfekt aber immer noch in Ordnung. Bluetooth 5.0 Unterstützung ist ebenfalls mit am Bord. Im Test wurde ein Stockwerk ohne Unterbrechungen abgedeckt.

Im GPS Test wurde eine gute Signalstärke erreicht. Navigation und GPS Tracking funktioniert in allen Situationen einwandfrei - auch in der Hosentasche. Problematisch ist nur die starke Wärmeentwicklung und der erhöhte Stromverbrauch bei GPS Nutzung. Nach einer zweistündigen Autofahrt war der Akku beim Navigieren leer. Auch beim GPS Tracking mit deaktiviertem Display ist der Verbrauch ungewöhnlich hoch. In zwei Stunden gehen dabei 50% der Akkuladung verloren. Zum Vergleich: Beim Xiaomi Mi 8 sind es nur 20% bis 25%.

Xiaomi Mi A2 GPS
Xiaomi Mi A2 GPS
Xiaomi Mi A2 GPS
Xiaomi Mi A2 WLAN
Xiaomi Mi A2 GPS
Xiaomi Mi A2 WLAN

Xiaomi Mi A2
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono (Rahmen)
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​USB Typ-C auf 3,5mm Adapter
Dedizierter Verstärker:​​USB Typ-C auf 3,5mm Adapter

​Im Xiaomi Mi A2 steckt ein einzelner Medienlautsprecher im Rahmen. Dieser wird sehr laut, verzerrt aber zwischen 80 und 100% etwas und liefert einen undifferenzierten Klang. Darunter klingt er aber recht gut. Der beste Lautsprecher der Preisklasse ist es aber nicht. Für Kopfhörer muss man Bluetooth oder den mitgelieferten Typ-C Adapter nutzen. Der Klang des Adapters ist sehr gut. Nicht vorhanden sind allerdings der von MIUI gewohnte System Equalizer, Mi Sound Enhancer und die dazugehörigen Kopfhörer Presets.

Beim Telefonieren war die Sprachqualität beidseitig sehr gut. Die Ohrmuschel erreicht eine ordentliche Lautstärke die auch für laute Umgebung ausreicht. Geräusche im Hintergrund werden gut ausgefiltert. Auf dem Fahrrad konnten wir im Test so trotz Fahrtwind einigermaßen reibungslos kommunizieren.

Xiaomi Mi A2
Kamera

​Hauptkamera: ​Hauptsensor: 12MP Sony IMX486 f/1.75
Sekundärsensor: 20MP Sony IMX376 f/1.75
​Frontkamera: ​20MP Sony IMX376 f/2.2
​Blitz:​Dual LED (einfarbig)
​Fokus:​PDAF
​Slow Motion:​720p @120fps

In Sachen Kamera macht das Mi A2 leider einen Schritt zurück. Beim Mi A1 war ja das ganz große Highlight, dass es einen optischen Zoom zu bieten hatte. In der Preisklasse war dies einmalig. Leider hat man dieses Feature beim Mi A2 komplett gestrichen, was uns sehr enttäuscht hat, da wir vor dem Test aufgrund einer Fehlinformation davon ausgegangen sind, dass es auch hier wieder einen zweifachen optischen Zoom gibt. Stattdessen hat Xiaomi den zweiten Sensor ordentlich aufgebohrt, wobei sich uns der Sinn nicht wirklich erschließt. Nur für den Bokeh Modus hätte es auch ein kleinerer Sensor getan. Bei Nachtfotos ist der 20MP Sekundärsensor auch nicht von Vorteil - mehr dazu später noch.

Wie sehen die Bilder aus? Fangen wir mal bei Tag an. Generell sehen die Bilder nicht schlecht aus, erreichen aber auch nicht das Niveau, welches man von einem Smartphone erwarten würde, welches in der besten Konfiguration satte 349€ kostet (EU Preis). Farblich sehen die Aufnahmen gut aus. Auffällig ist jedoch eine gewisse Matschigkeit der Aufnahmen auf größere Distanz. Landschaftsaufnahmen wirken gerade auf einem großen Bildschirm immer verschwommen. Es mangelt an Details. Feine Strukturen gehen verloren. Aufnahmen mit kürzerer Distanz sehen dagegen tadellos aus und Makro Aufnahmen mag das Mi A2 ganz besonders gerne. Weitere schwächen sehen wir bei der Dynamik. Motive mit großen Helligkeitsunterschieden neigen dazu im hellen Bereich überbelichtet zu erscheinen. Manchmal kommt auch ein milchiger Schleier dazu.

Der HDR Modus verschlimmbessert das ganze eher als zu helfen. Im großen und ganzen würden wir den HDR Modus als unbrauchbar bezeichnen. Er erzeugt einfach keine schönen Bilder bzw. die Verbesserungen, welche man in bestimmten Situationen erwarten würde.

​Der Bokeh Modus vom Mi A2 enttäuscht, wenn man bedenkt, dass hier ein 20MP Sekundärsensor verbaut wurde. Bei komplexen Szenen hat das Smartphone große Schwierigkeiten mit der Kantenerkennung. Der Bokeh Effekt selbst wirkt meistens wie ein Weichzeichner. Lichtkreise kommen nur selten und wenn überhaupt sehr sparsam zum Vorschein. Am besten kommt der Bokeh Modus mit Personen klar. Alle anderen Objekte sorgen regelmäßig für ungenaue oder unnatürlich wirkende Ergebnisse. Bei Nacht ist der Bokeh Modus nicht zu gebrauchen. Er funktioniert zwar, die Bilder sehen aber sehr unscharf und verrauscht aus.

Die große Blende ist ein Blender (lach). Nachtaufnahmen gelingen mit dem Xiaomi Mi A2, sehen aber nicht so gut aus wie zum Beispiel beim Mi Mix 2S oder Mi 8. Der Rauschanteil ist relativ hoch und die Kamera ist anfällig für Wackler. Sogar bei fortgeschrittener Abenddämmerung merkt man bereits einige Defizite in der Bildqualität. Dafür, wie Xiaomi beim Launch mit der Low-Light Performance geprotzt hat, sind wir maßlos enttäuscht. Immerhin: Die Bilder sehen trotz allem um Welten besser aus als noch beim Mi A1.

Ein ganz großer Vorteil vom Mi A2 ist allerdings, dass es einen ordentlichen manuellen Modus mitbringt. Beim Vorgänger war dieser sehr kastriert und man konnte nur sehr kurze Belichtungszeiten einstellen. Beim Mi A2 geht es nun rauf bis 32 Sekunden. Und hier macht sich dann endlich auch die große Blende bemerkbar. Schon mit 2 Sekunden Belichtungszeit kommt man innerstädtisch sehr weit.

Selfie Fans sind beim Mi A2 goldrichtig. In der Frontkamera steckt derselbe 20MP Sensor wie in der Hauptkamera. Die Kamera macht gestochen scharfe Fotos und auch der Portrait Modus funktioniert sehr gut. Beeindruckend ist zudem, dass auch bei wenig Licht oder Nacht noch gute Selfies möglich sind, obwohl hier nur eine f/2.2 Blende zum Einsatz kommt. Bei Dämmerung sehen die Aufnahmen immer noch scharf und detailliert aus. Bei Nacht hilft ein sehr heller Front Blitz aus und leuchtet das Gesicht ausreichend aus.

​Das Xiaomi Mi A2 ist das zweite Smartphone des Herstellers, welches Full HD Videos in 60fps aufzeichnen kann. Alternativ geht natürlich auch 4k mit 30fps. 4k Aufnahmen sehen leicht matschig aus und zeigen bei schnellen Bewegungen eine leichte Artefaktbildung. Xiaomi-typich ist die Farbwiedergabe rotstichig. Elektronische Bildstabilisierung wird unterstützt und erzeugt akzeptable Ergebnisse. Die Frontkamera nimmt in Full HD mit maximal 30fps auf. Hier ist die Qualität perfekt, die Aufnahmen wirken knackscharf. Eine gewisse Rotstichigkeit ist aber auch hier vorhanden. Die Audioqualität der Aufnahmen ist gut, jedoch etwas zu leise. Fertige Aufnahmen müssen meistens mit einem entsprechenden Programm im Pegel angehoben werden.

Xiaomi Mi A2
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.010mAh
​Kapazität (Gemessen): ​2.840mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Nein (​5V / 2A)

​Die Akkulaufzeit war in unserem Test aufgrund der genannten Probleme mit dem Stromverbrauch leider völlig unzureichend. Als wir einen ganzen Tag mit dem Smartphone unterwegs waren (Städtereise), waren wir sehr überrascht, als das Gerät bereits Mittags mit einem Stand von 25% an die Power Bank musste (Start war 6 Uhr morgens mit 100%). Gelegentliche GPS Navigation, mobile Daten und Kameranutzung saugen das Mi A2 in kurzer Zeit leer. Wirklich durch einen ganzen Tag kamen wir nur dann, wenn das Gerät größtenteils im heimischen WLAN Netz genutzt wurde. Selbst dann musste es aber am Ende des Tages ans Ladegerät. Xiaomi bzw. Google muss hier dringend etwas gegen den Energieverbrauch unternehmen, was dann auch die übermäßige Wärmeentwicklung abstellen sollte. Wir gehen an dieser Stelle von einem Software Fehler aus und werden das ganze beobachten. Sollte sich mit einem Update etwas verbessern, wird dieser abschnitt aktualisiert.

Das Aufladen des Akkus geschieht über den USB Typ-C Anschluss. Das mitgelieferte Netzteil liefert 5V und 2A. Damit lässt sich der Akku im Mi A2 binnen einer Stunde und 46 Minuten von 20% auf 100% laden. Quick Charge 3.0 wird leider nicht unterstützt. Ein entsprechender Test endete mit demselben Ergebnis.

Xiaomi Mi A2 Ladezeit
Xiaomi Mi A2 Akkulaufzeit

Xiaomi Mi A2
Fazit

​Das Xiaomi Mi A2 ist ein Gerät, von dem wir nicht so recht wissen, was wir davon halten sollen. Gegenüber dem Vorgänger bietet das Handset mehr Leistung. Abseits davon vermissen wir jedoch entscheidende Verbesserungen. In vielerlei Hinsicht ist das Mi A2 eher ein Rückschritt. Wir haben keinen Micro SD Slot mehr, der wirklich nützliche optische zweifach Zoom wurde gestrichen, und die Akkulaufzeit ist - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt - deutlich schlechter. Auch die Kamera im Allgemeinen wurde bis auf eine deutlich bessere Low-Light Performance nicht wirklich verbessert. Im Gegenteil: Bei Tag ist in einigen Bereichen ein Rückschritt spürbar. In unseren Augen lohnt sich ein Wechsel vom Mi A1 auf das Mi A2 deshalb nicht.

Pro Contra
​+ Tolle Verarbeitung, schlankes Design ​- Stark herausstehendes Kameramodul
+​​ Gutes Display inkl. Touchscreen und kratzfestes Glas-​​ Starke Wärmeentwicklung & hoher Energieverbrauch
+​​ Gute Performance-​​ Probleme mit dem Kompass
+​​ Viel RAM und Speicher im Top-Modell-​​ Kein Micro SD Slot mehr
+​​ Alle wichtigen Sensoren an Bord-​​ Kein optischer zweifach Zoom, stellenweise schlechtere Kamera als beim Vorgänger
+​​ Guter Fingerabdruck Sensor-​​ Tonspur bei Videoaufnahmen zu leise
+​​ Gute Sprachqualität-​​ Schlechte Akkulaufzeit, kein Fast-Charging
​+ Brauchbarer Medienlautsprecher
​+ Sehr gute Empfangsleistung und LTE B20
​+ (Bedingt) gute Kamera

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Kommentare 22

Benedikt Althaus am Samstag, 01. September 2018 07:59
QC möglich

Heya,

Seit gestern bin ich stolzer Besitzer des Xiaomi Mi A2. Nachdem mir mein Pixel XL gestohlen wurde habe ich nach nem würdigen Ersatz gesucht, und ihn im Mi A2 gefunden. Kleinere Komfortfunktionen fehlen zwar (streichen über den Fingerprint Sensor um die Benachrichtigungsleiste aufzurufen (unterstützt einhand Bedienung), in der Kamera das Handy zweimal schnell kippen um die Kamera zu wechseln, eingebaute 360° Panorama Aufnahme, erweiterte Gestensteuerung, Kleinigkeiten halt) aberich bin trotzdem vollends zufrieden. Nach dem Lesen dieses Berichts habe ich mal Testweise mein Pixel Ladegerät angeschlossen... Und nach anfänglichem Zögern ist es in den Schnelllade Modus gesprungen und den Akku von 50 auf 100% in knapp 30 (hab nicht genau hingeschaut) aufgeladen. Also QC ist mit dem richtigen Netzteil scheinbar möglich.

Heya, Seit gestern bin ich stolzer Besitzer des Xiaomi Mi A2. Nachdem mir mein Pixel XL gestohlen wurde habe ich nach nem würdigen Ersatz gesucht, und ihn im Mi A2 gefunden. Kleinere Komfortfunktionen fehlen zwar (streichen über den Fingerprint Sensor um die Benachrichtigungsleiste aufzurufen (unterstützt einhand Bedienung), in der Kamera das Handy zweimal schnell kippen um die Kamera zu wechseln, eingebaute 360° Panorama Aufnahme, erweiterte Gestensteuerung, Kleinigkeiten halt) aberich bin trotzdem vollends zufrieden. Nach dem Lesen dieses Berichts habe ich mal Testweise mein Pixel Ladegerät angeschlossen... Und nach anfänglichem Zögern ist es in den Schnelllade Modus gesprungen und den Akku von 50 auf 100% in knapp 30 (hab nicht genau hingeschaut) aufgeladen. Also QC ist mit dem richtigen Netzteil scheinbar möglich.
Gäste - DS am Montag, 20. August 2018 11:23

Grundsätzlich muss du ein defektes Gerät erwischt haben, denn ich habe das Teil ausgiebig 2 Tage getestet und hatte eine SEHR gute Akku Laufzeit(Auch keine Hitze Problem, beim Zocken von PUBG).
Quick Charge läuft auch absolut problemlos und auch beim Kompass konnte ich nichts feststellen(Habe 2 stunden Lang Sterne und Steinzeichen mit einer App beobachtet)

Grundsätzlich muss du ein defektes Gerät erwischt haben, denn ich habe das Teil ausgiebig 2 Tage getestet und hatte eine SEHR gute Akku Laufzeit(Auch keine Hitze Problem, beim Zocken von PUBG). Quick Charge läuft auch absolut problemlos und auch beim Kompass konnte ich nichts feststellen(Habe 2 stunden Lang Sterne und Steinzeichen mit einer App beobachtet)
Christopher am Montag, 20. August 2018 11:47

Beim Spielen hat unser Testgerät keine Hitzeprobleme. Lese den Abschnitt nochmal, da steht genau wann es zu einer übermäßigen Wärmeentwicklung kommt. Dass der Kompass einen Defekt hat kann sein, kommt bei Xiaomi in letzter Zeit leider häufiger vor. Ein Kollege hat bei seinem Mi 8 Probleme. Am Ende kann aber nur das bewertet werden, was vorliegt. Wenn Xiaomi eine ordentliche Qualitätskontrolle durchführen würde, träten solche Fehler nicht auf.

Bezüglich Quick Charge würde mich auch bei dir interessieren, wie du zu dem Schluss kommst, dass Quick Charge funktioniert. Welche Ladezeiten hast du ermittelt? Hier unterscheidet sich die Ladezeit zwischen Quick Charge und 5V / 2A Netzteil nicht großartig, wie nun schon mehrfach dargestellt. Auch Xiaomi erwähnt Quick Charge auf den offiziellen Webseiten mit keinem Wort. Die Informationen über eine angebliche Unterstützung findet man nur auf Drittseiten die keine Quellenangabe für die Behauptung bereitstellen.

Beim Spielen hat unser Testgerät keine Hitzeprobleme. Lese den Abschnitt nochmal, da steht genau wann es zu einer übermäßigen Wärmeentwicklung kommt. Dass der Kompass einen Defekt hat kann sein, kommt bei Xiaomi in letzter Zeit leider häufiger vor. Ein Kollege hat bei seinem Mi 8 Probleme. Am Ende kann aber nur das bewertet werden, was vorliegt. Wenn Xiaomi eine ordentliche Qualitätskontrolle durchführen würde, träten solche Fehler nicht auf. Bezüglich Quick Charge würde mich auch bei dir interessieren, wie du zu dem Schluss kommst, dass Quick Charge funktioniert. Welche Ladezeiten hast du ermittelt? Hier unterscheidet sich die Ladezeit zwischen Quick Charge und 5V / 2A Netzteil nicht großartig, wie nun schon mehrfach dargestellt. Auch Xiaomi erwähnt Quick Charge auf den offiziellen Webseiten mit keinem Wort. Die Informationen über eine angebliche Unterstützung findet man nur auf Drittseiten die keine Quellenangabe für die Behauptung bereitstellen.
Gäste - Blumi am Sonntag, 19. August 2018 13:26
audio

die Audioqualität mit Kopfhörern find ich echt unterirdisch, habs mit kabel und bt getestet, hört sich alles wie ne schlechte mp3 an so zum vergleich?
mein altes le max 2 ist da weltn besser.
ja die kamera, lowlight hätte auch mehr erwartet aber mal schaun wanns da die googlecam app gibts, da geht bestimmt noch was?

die Audioqualität mit Kopfhörern find ich echt unterirdisch, habs mit kabel und bt getestet, hört sich alles wie ne schlechte mp3 an so zum vergleich? mein altes le max 2 ist da weltn besser. ja die kamera, lowlight hätte auch mehr erwartet aber mal schaun wanns da die googlecam app gibts, da geht bestimmt noch was?
Christopher am Sonntag, 19. August 2018 14:16

Eventuell hat dein Adapter einen Defekt, kommt leider manchmal vor, hatten wir mal beim Mi Note 3. Hier klingt jedenfalls mit den Xiaomi Dual Driver Hybrids alles super.

Eventuell hat dein Adapter einen Defekt, kommt leider manchmal vor, hatten wir mal beim Mi Note 3. Hier klingt jedenfalls mit den Xiaomi Dual Driver Hybrids alles super.
Gäste - BlumiCB am Montag, 20. August 2018 00:32

ne über bt hört sichts ja genauso an, vielcht bin in der beziehung auch nur sehr verwöhnt, bin schon eher so audioqhil unterwegs und das le max 2 hat da ein richtig guten jop gemacht..

ne über bt hört sichts ja genauso an, vielcht bin in der beziehung auch nur sehr verwöhnt, bin schon eher so audioqhil unterwegs und das le max 2 hat da ein richtig guten jop gemacht..
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Gäste
Montag, 19. November 2018

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