Vorke V1 Test

Vorke V1 Test

Mit dem Vorke V1 hatten wir während der letzten Wochen einen Mini PC der etwas anderen Art im Test. Statt möglichst kompakt und stromsparend zu sein, setzt der Vorke V1 auf eine etwas leistungsfähigere Hardware Basis und Erweiterbarkeit. Somit handelt es sich hier nicht nur um einen Mini PC fürs Wohnzimmer, sondern auch für das Büro. Auch der Einsatz in Schulen wäre denkbar.

Verpackung & Lieferumfang

Der Vorke V1 kommt in einem großen Karton in Form eines Würfels daher. Im Inneren befindet sich der Mini PC, ein Netzteil (mit C13 Stecker und Schuko), eine Schnellstartanleitung und ein Einbaurahmen für eine 2,5" Festplatte. Mit dem Zustand in dem der Mini PC bei uns ankam, sind wir leider gar nicht zufrieden. Die gesamte Box war voll von weißem, undefinierbaren Pulver. Weiterhin war der Festplattenrahmen extrem verbogen, sodass wir diesen vor der Verwendung erst mühsam wieder zurechtbiegen mussten. Wer nun aber dafür verantwortlich ist, lässt sich schwer beurteilen. Entweder der Shop bei der Endkontrolle oder aber der Hersteller selbst.

Design

Der Vorke V1 Mini PC besteht komplett aus schwarzem Kunststoff, sieht aber trotzdem ziemlich schick aus, da es sich nicht um ein 0815-Design handelt. Der Vorke V1 hat eine rechteckige Form mit stark abgerundeten Ecken. Die Oberseite ist leicht zur Mitte hin gewölbt und kommt in Hochglanz-Optik daher. Sie trägt ein Vorke-Logo und in der unteren rechten Ecke einen auffälligen, großen Taster zum Einschalten. Dieser ist grau gefärbt und leuchtet auf, wenn der Mini PC läuft.

Auch an den Seiten des Vorke V1 Mini PCs gibt es einiges zu entdecken. Vorne finden wir hier zwei USB 2.0 Ports und einen Micro SD Kartenleser sowie einen Infrarot Empfänger. Die linke und rechte Seite beherbergt Lüftungsöffnungen. Links wird angesaugt, rechts ausgeblasen – ja, hier ist ein kleiner Lüfter verbaut. Dieser erzeugt aber ein recht angenehmes und leises Laufgeräusch, welches nicht stört. Erst bei Volllast dreht er stärker auf und wird dann deutlicher hörbar.

Auf der Rückseite finden wir dann die restlichen (externen) Anschlüsse des Mini PCs. Der Vorke V1 hat hier einiges zu bieten. Man findet hier einen VGA und einen HDMI Anschluss. Beide Anschlüsse können gleichzeitig genutzt werden, womit der Mini PC den Betrieb von zwei Monitoren ermöglicht. Ein Gigabit Ethernet (LAN) Anschluss ist ebenfalls vorhanden. Außerdem findet man noch zwei USB 3.0 Anschlüsse, einen 3,5mm Kopfhörer Port und den Stromeingang.

Drehen wir den Vorke V1 Mini PC um, so finden wir ein Element, welches man sich eindeutig bei Apple abgeschaut hat. Hier befindet sich nämlich – wie bei den Mac Minis – ein drehbarer Deckel. Auf diesem befindet sich ein runder Gummifuß um ein Rutschen zu verhindern. Bevor man den Deckel aufdrehen kann, muss man noch eine Schraube lösen.

Erweiterbarkeit

Unter dem zuvor erwähnten Deckel verbirgt sich der SATA Port des Vorke V1. Hier kann mit Hilfe des Festplattenrahmens eine 2,5" Notebook Festplatte mit bis zu 2TB einbauen. Wir haben hier eine 250GB Festplatte verbaut und auf diese dann mit Ubuntu ein zweites Betriebssystem installiert.

Laut Hersteller soll der Vorke V1 aber noch weiter aufgerüstet werden können. Er verfügt über einen SODIMM RAM Steckplatz, welcher 1600MHz DDR3 Notebook Riegel schluckt. Somit kann man den RAM auf bis zu 8GB aufstocken. Ab Werk sind 4GB installiert. Außerdem kann man die integrierte 64GB SSD tauschen und durch eine SSD (mSATA) mit bis zu 256GB tauschen.

Das Problem an der Geschichte ist, dass wir bisher keinen Weg ins Innere des Mini PCs finden konnten. Die Oberseite des Gehäuses lässt sich auch nach dem Entfernen aller Schrauben nicht ohne Gewalt (was wir natürlich auch nicht anwenden wollen) entfernen, und das Mainboard lässt sich durch das untere Loch nicht entnehmen, da es größer ist.

Was hier fehlt ist eine entsprechende Anleitung. Diese gibt es aber leider nirgends. Weder die Kurzanleitung verliert ein Wort über den Vorgang des Aufrüstens, noch findet man auf der Herstellerseite entsprechende Angaben. An dieser Stelle gibt es also einen dicken Daumen nach Unten.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Intel Celeron J3160 (Braswell)
GPU:​ ​Intel HD Graphics 400
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB DDR3 1600 (SODIMM, max. 8GB)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB Foresee SSD (474,68 / 156,4MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​-
​Sensoren:​-
Besonderheiten:​​mSATA und SATA, SODIMM RAM Steckplatz, Infrarot Empfänger, WLAN Karte kann getauscht werden, temperaturgeregelter Lüfter
Abmessungen / Gewicht:​​153 x 153 x 37mm / 451g (inkl. 2,5" HDD)

Als Prozessor steckt im Vorke V1 ein Intel (Braswell) Celeron J3160. Dieser verfügt über 4 Kerne mit je bis zu 2,4GHz im Turbo Boost und einem Basistakt von 1,6GHz. Weiterhin ist eine Intel HD Graphics 400 GPU mit an Bord. Damit verfügt der Vorke V1 über etwas mehr Dampf unter der Haube als die meisten anderen Mini PCs welche oft nur auf Tablet Chips der Intel Atom Serie setzen.

Dieser Umstand wird ziemlich schnell deutlich, wenn man synthetische Benchmarks auf dem Vorke V1 ausführt. Im Antutu werden hier knapp 100.000 Punkte erreicht und auch in 3D Benchmarks werden deutlich bessere Ergebnisse erzielt als auf der Cherry oder Bay Trail Plattform – besonders bei hohen Auflösungen. Mit 4k Output kommt der Vorke V1 problemlos klar, wenngleich die Oberfläche von Windows sich dann stellenweise etwas zäh anfühlt. Für flüssige Video Wiedergabe reicht es aber.

Was wir ebenfalls gut finden ist, dass der Vorke V1 mit einer echten SSD statt ordinärem eMMC Speicher daherkommt. Die verbaute 64GB SSD stammt von Foresee, welche im China Bereich eine vielverwendete Marke ist und auch in vielen Core M Tablets zu finden ist. Die SSD erreicht gute Geschwindigkeiten, welche im für Budget SSDs typischen Bereich liegen. Beim Lesen liegen wir jenseits der 400MB/s und beim Schreiben deutlich über 100MB/s. Die exakten Werte könnt ihr dem entsprechenden Screenshot weiter unten entnehmen.

Die Kühlung des Vorke V1 funktioniert dank eines dicken Heatsinks und dem Lüfter gut. Zwar bleibt der Prozessor nicht unbedingt kühl, eine Überhitzung und damit einhergehend das Throttling wird aber zuverlässig verhindert, auch an heißen Sommertagen. Die Temperatur schwankt je nachdem was man macht zwischen 52 und 75°C. Nähert sich die Temperatur doch mal den 80°C, dann dreht der Lüfter für eine Weile weiter hoch und bringt die Temperatur wieder in einen niedrigeren Bereich.

Bei der Geschwindigkeit der USB und des SATA Ports haben wir folgende Geschwindigkeiten gemessen:

  • USB 2.0: 36MB/s
  • USB 3.0: 216MB/s
  • SATA (5400RPM HDD): 89MB/s

Software

​Variante: Home 64-Bit
​Windows Version: ​​Windows 10
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Ja
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

Standardmäßig wird der Vorke V1 mit Windows 10 Home ausgeliefert. Es handelt sich dabei um die 64-Bit Variante. Das Betriebssystem ist voll lizenziert und aktiviert. Außerdem kommt es ohne Bloatware

und Schadsoftware daher, ist also komplett sauber. Die Sprache ab Werk ist Englisch, man kann jedoch – wie auf jedem Windows 10 Gerät – jede beliebige Sprache nachladen.

Auf das UEFI (AMI Aptio) hat man als Nutzer ebenfalls Zugriff und zwar ohne Einschränkungen. Wer hier also gerne bastelt, der kann sich austoben. Secure Boot ist ab Werk nicht aktiviert. Man kann von jedem angeschlossenen Speichergerät (außer Micro SD) booten.

Der Vorke V1 wird abseits von Windows noch von weiteren Systemen unterstützt. Neben Windows könnt ihr euch die jeweils aktuelle Version von Ubuntu (andere Linux Distributionen sollten auch laufen) installieren. Hier funktioniert die gesamte Hardware direkt nach der Installation. Außerdem soll laut Vorke auch Chrome OS / Chromium OS unterstützt werden, was wir aber nicht getestet haben.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​-
WLAN:​ WLAN 802.11ac (Dual Band)​
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​-
HotKnot:​​-
Dual-SIM:​​-
Positionsbestimmung:​​-

Der Vorke V1 hat auch wenn es ums Netzwerk geht viel zu bieten. Das WLAN Modul unterstützt Dual Band AC WLAN und damit höhe Übertragungsraten. Zu Hause konnten wir per WLAN direkt neben dem Router die volle Bandbreite unseres Anschlusses von 200mbit nutzen. Die Antenne ist aber nicht die Beste, denn im Wohnzimmer, ein Stockwerk unter dem Router, kommt schon nur noch eine deutlich geringere, schwankende Bandbreite von 15 – 40mbit zu Stande. 4k Streaming ist hier nicht mehr ohne ständiges Puffern möglich, wohingegen ein MacBook Pro direkt daneben keine Probleme hat.

Neben WLAN wird auch Bluetooth 4.0 unterstützt. Damit ist die Verbindung zu allerlei Geräten und natürlich auch Bluetooth Lautsprechern kein Problem. Auch eine verkabelte Netzwerkverbindung ist über den LAN Port möglich. Dieser Unterstützt eine Bandbreite von bis zu 1gbit, was wir im Test bestätigen konnten. Somit ist auch eine Nutzung als heimischer Media Server denkbar.

Fazit

Der Vorke V1 Mini PC eignet sich hervorragend als Office PC, kleiner Server oder als Media Center fürs Wohnzimmer, denn er kommt auch mit Ultra HD Inhalten klar und man kann ihn mit Speicher ordentlich vollpacken. Auch als kleiner Zweitrechner für ein Linux oder Windows System (je nachdem was man eben hauptsächlich nutzt) macht er eine gute Figur.

Was uns nicht so gut gefällt ist die fehlende Anleitung zum Aufrüsten, sowie der mäßige WLAN Empfang. Weiterhin vermissen wir einen optischen Audio Ausgang, welcher für Media Center Nutzer wichtig ist. So muss man einen Umweg über eine USB Soundkarte gehen.

Der Preis des Vorke V1 liegt aktuell bei 199,99 US Dollar zzgl. Versandkosten und Einfuhrsteuer.

Pro Contra
​+ Angenehmes Lüftergeräusch ​- Kein SPDIF Ausgang
+​​ Kein Throttling-​​ Keine Anleitung zum Aufrüsten
+​​ Gute Performance-​​ SATA Schnittstelle könnte schneller sein
+​​ 4k Videos werden problemlos abgespielt-​​ Schwache WLAN Antenne
+​​ Unterstützt Ubuntu ohne jegliche Treiberinstallation-​​ Oberseite anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke
+​​ Umfangreich erweiterbar
+​​ Kompakt und dennoch viele Anschlüsse
​+ Gute SSD Performance
​+ Günstig

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