Vernee Thor E Test

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Das Vernee Thor geht mit dem brandneuen Vernee Thor E in die nächste Runde. Auf dem Papier hat Vernee das Smartphone deutlich verbessert. Zwar kommt derselbe Prozessor zum Einsatz und auch das Display ist mit 5" und 720p Auflösung unverändert geblieben, doch man hat den Akku deutlich vergrößert, bietet nun eine Metallrückseite und eine eigene Android Firmware.

Wir haben das Vernee Thor E von Gearbest erhalten und es eine Woche lang im Alltag getestet. An dieser Stelle gibt es nun den kompletten Testbericht mit allen Details. Viel Spaß beim Lesen.

Vernee Thor E - Verpackung & Lieferumfang

Das Vernee Thor E kommt in einer unscheinbaren Verpackung daher. Und viel Zubehör bekommt man auch nicht. Neben einem Pump Express Schnellladegerät gibt es noch einen SIM Pin, eine Anleitung und natürlich ein Micro USB Ladekabel dazu. Auf dem Smartphone befindet sich ab Werk eine Schutzfolie. Diese haben wir wie üblich für den Test entfernt.

Design & Verarbeitung

Irgendwie konnten wir uns mit dem Vernee Thor E während des Testzeitraums was das Design betrifft nicht so recht anfreunden. Das Smartphone ist zwar nicht wirklich hässlich, aber wirkt auf uns etwas altbacken. Das liegt wohl vor allem an der seltsamen, hervorstehenden Leiste mit der Kamera, welcher design-technisch nicht wirklich Sinn ergibt.

Sehr schade ist, dass das Vernee Thor E nicht komplett aus Metall besteht. Mittlerweile sollte das in der Preisklasse kein Problem mehr sein. Dennoch hat man sich für ein Kunststoffgehäuse entschieden, welches lediglich hinten durch eine Zierplatte aus dünnem, gebürsteten Metall aufgewertet wird. Wirklich hochwertig wirkt das Vernee Thor E dadurch aber nicht. Das Handgefühl ist eher "typisch Billigheimer".

Das Smartphone lässt sich durch den Kunststoff Aufbau auch recht leicht biegen. Das wird zwar nicht zum Problem, unterstreicht aber den Billigen Eindruck und bestätigt, dass man sich auf das Vernee Thor E besser nicht setzen sollte. Der Kunststoff hat aber auch seine positiven Seiten. Das Smartphone ist für ein Akku Monster mit 162g recht leicht. Trotzdem ist es schwerer als von Vernee beworben (149g).

Auch was die Angabe der Dicke betrifft macht Vernee eine unverschämte Falschangabe. Das Vernee Thor E soll laut Hersteller nur 8,2mm dick sein, was für ein Gerät mit 5.000mAh Akku eine Ansage wäre. Tatsächlich ist das Gerät allerdings 8,9mm dick. Das ist zwar immer noch schlank, aber bei weitem nicht mehr so beeindruckend wie der zu unrecht von Vernee beworbene Selling-Point.

Die Touch Buttons unter dem Display sind leider nicht beleuchtet und eher subtil eingefärbt, sodass man sie oft nicht sehen kann und Probleme hat sie zu treffen, was vor allem für die seitlichen Buttons gilt. Erfreulich ist, dass eine Status LED über dem Display verbaut wurde. Diese kann aber nur in Grün aufleuchten.

Ansonsten haben wir am Design des Vernee Thor E aber nichts auszusetzen. Das Gerät liegt angenehm in der Hand und ist ansonsten gut verarbeitet. Alle Bauteile passen gut zusammen, nichts klappert. Und ja, das gilt auch für die Hardware Tasten, welche est an ihrem Platz sitzen.

Display

​Größe: ​5"
Auflösung:​ ​1280 x 720
Technologie​:​In-Cell IPS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Mit 5" ist das Vernee Thor E relativ kompakt und leicht zu bedienen. Durch die gemäßigte Diagonale geht auch die vergleichsweise geringe Auflösung in Ordnung.​ Einzelne Pixel werden est bei genauer Betrachtung aus kurzer Distanz sichtbar. Somit bemerkt man vom Fehlen einer Full HD Auflösung im Alltag kaum bis gar nichts. Das Display an sich ist eher Durchschnittskost. Die Darstellung wirkt recht plastisch und die Blickwinkel sind klasse, was wohl an der In-Cell Technik liegt, bei der eine Glasschicht weg fällt. Auch was den Kontrast und die Helligkeit betrifft schneidet das Display ganz gut ab. Im Freien ist das Display auch bei starker Sonneneinstrahlung mit etwas Anstrengung noch halbwegs gut ablesbar. Etwas unschön ist die Farbwiedergabe. Farben wirken durchweg etwas düster, was dazu führt, dass es dem Bild an Lebendigkeit mangelt. Es ist auch schwer dem mit Miravision entgegen zu steuern.

Das Touch Panel unterstützt bis zu 5 Berührungspunkte und lässt insgesamt nur wenig Raum für Kritik übrig. Das Einzige was man hier bemängeln kann ist eine ganz leicht versetzte Erkennung von Eingaben. Daran kann man sich aber schnell gewöhnen, sodass dies nicht weiter stört. Ansonsten überzeugt das Touch Panel mit einer guten Reaktionszeit, Auflösung und Zuverlässigkeit. Auch das Displayglas überzeugt. Finger gleiten recht gut darüber und das Glas scheint kratzfest zu sein. Lediglich eine Fett abweisende Beschichtung fehlt.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6753 (8x Cortex A53 @1,3GHz)
GPU:​ ​Mali T720 MP3
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB (3,2GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​16GB (82 / 44MB/s)​
Fingerabdruck Scanner:​Ja (Rückseite)​
​Sensoren:Accelerometer, Magnetometer, Orientation, Light, Proximity, Geomagnetic Rotation Vector​
Besonderheiten:​​Hardware Trigger für Energiesparmodus
Abmessungen / Gewicht:​​143,9 x 71 x 8,9mm / 162g

Wer denkt, der MT6753 wurde mittlerweile in Rente geschickt, der irrt. Der Prozessor wird immer noch munter verbaut und steckt auch im Vernee Thor E. Zu unserer Überraschung macht sich das aber gar nicht negativ bemerkbar. Es scheint so, als ob der Chip mit Android 7 nochmal etwas mehr Dampf unter die Haube bekommen hat - oder Vernee hat sich mit der Optimierung einfach verdammt viel Mühe gegeben. Fakt ist: Das Vernee Thor E läuft im Alltag überraschend flüssig und snappy. Nur bei vergleichsweise anspruchsvollen Apps wie Google Maps kann es z.B. beim Bewegen der Karte zum Stottern kommen. Spiele bewältig der Prozessor bis zu einem gewissen Punkt noch recht gut. Asphalt Xtreme konnten wir z.B. auf XHDPI und optimalen Details in einer akzeptablen Framerate spielen. GT Racing 2 läuft auf höchster Grafikeinstellung recht flüssig. Die Wärmeentwicklung ist dabei spürbar aber nicht unangenehm.

Mit 3GB RAM liefert das Vernee Thor E zwar keine atemberaubende Ausstattung ab, schlägt sich im Multitasking aber dennoch gut. Es ist problemlos möglich 10 offene Apps im Hintergrund zu halten und zwischen diesen zu Wechseln, ohne dass neu geladen wird. Man hat sich hier also große Mühe beim RAM Management gegeben. Der Durchsatz des Arbeitsspeichers ist mit rund 3,2GB/s etwas mager. Knapp bemessen ist der Datenspeicher, welcher nur 16GB umfasst. Man kann hier zwar mit einer Micro SD Karte nachrüsten, doch dann verliert das Vernee Thor E durch den Hybrid Slot die Dual-SIM Funktionalität. Die Geschwindigkeit des Speichers ist mit 82MB/s beim Lesen und 44MB/s beim Schreiben recht gering. Auch der Zugriff auf SD Karten erreicht mit um die 20MB/s in beide Richtungen keine guten Werte.

Sehr positiv überrascht hat uns der Fingerabdruck Sensor, welcher sich auf der Rückseite des Vernee Thor E befindet. Dieser ist extrem schnell und zählt ohne Frage zu den schnellsten Sensoren die man in der Smartphone Welt derzeit findet. Hier darf Vernee wirklich stolz sein, denn in diesem Bereich in einem Budget Smartphone und dann auch noch als eher kleiner Hersteller mit den Großen mithalten zu können, ist schon eine Ansage. Das Vernee Thor E entsperrt sich quasi sofort nach Berühren des Sensors. Im oben eingebundenen Video seht ihr dazu eine Demo. Der Sensor ist nicht nur schnell, sondern auch wirklich zuverlässig. Es kommt recht selten vor, dass mal ein Entsperrversuch ohne Eigenverschulden fehlschlägt.

Die Sensorausstattung des Vernee Thor E bewegt sich auf einem ausreichenden Niveau. Ein Gyroskop fehlt dem Smartphone leider. Dafür ist aber ein gut funktionierender Kompass und ein geomagnetischer Rotationsvektor Sensor eingebaut. Das führt dazu, dass der Kompass korrekt arbeitet, egal in welcher Position man das Smartphone gerade in der Hand hält. Beim Navigieren zu Fuß ist das recht nützlich, denn die Karte richtet sich dann recht genau in die Richtung aus, in die man gerade blickt.

Software

​Variante: ​Vernee OS (VOS)
​Android Version: ​Android 7.0
Bloatware​:Nein​
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem Vernee Thor E kommt die Vernee-eigene Custom ROM VOS zum Einsatz. VOS steht natürlich für Vernee OS. Hierbei handelt es sich um einen Custom ROM Ansatz, welcher der Idee von CyanogenMod / Lineage OS oder der Oxygen OS Firmware von OnePlus Smartphones ähnelt. Das Hauptaugenmerk liegt also eher weniger auf der Veränderung der Benutzeroberfläche, sondern der Erweiterung mit nützlichen Funktionen.

Vernee OS auf dem Vernee Thor E sieht zunächst einmal aus wie ein normales Stock Android. Erste Unterschiede werden sichtbar, wenn man versucht den Wallpaper zu wechseln. Hier bietet Vernee OS eine sehr praktische Ansicht, welche es einem ermöglicht bequem das Hintergrundbild von Lock- und Home Screen zu wechseln, ohne unterschiedliche Menüs nutzen zu müssen. Sogar eine Vorschau bekommt man ohne Extra-Klick. 

Eine weitere Veränderung betrifft das Menü zum Abschalten des Smartphones. Anstatt des typischen Android Menüs, nutzt man hier eine optisch ansprechendere und animierte Version mit bunten Icons 

​Was die Extrafunktionen betrifft, steckt Vernee OS noch in den Kinderschuhen. Das System bietet keine bahnbrechenden Neuheiten und manche Funktion scheint noch nicht ganz durchdacht, unterm Strich gibt es aber ein paar gute Ansätze. Der Nutzer hat z.B. die Möglichkeit die Optik ein wenig anzupassen. So kann man das Aussehen des Akku Indikators ändern - z.B. vom klassischen Symbol zu einem Kreis mit Prozentsatz daneben. Außerdem gibt es die Möglichkeit statt Touch Buttons On-Screen Buttons zu nutzen. Die Belegung der Touch Buttons kann getauscht werden. Weiterhin kann man durch doppeltes Drücken der Power Taste die Kamera starten ohne das Smartphone entsperren zu müssen. Weiterhin liefert Vernee OS mit Touch Pal eine andere Tastatur mit, als man gewohnt ist. Und ja, die typischen Android N Funktionen wie das Ändern der Oberflächen Skalierung und Split-Screen sind natürlich auch mit am Start.

Insgesamt macht Vernee OS auf dem Vernee Thor E einen ganz guten Eindruck. Man hat sich auch sichtlich Mühe bei der Optimierung gegeben. Das RAM Management funktioniert außerordentlich gut und die Optimierung bzgl. Performance und Energieverbrauch lässt kaum Wünsche offen. Hier und da gibt es zwar noch "Schluckauf", doch das dürfte mit künftigen Updates behoben werden. Zu den Problemzonen gehören gelegentliche Abstürze von im Hintergrund laufenden Apps (kommt recht selten vor) und ein paar Kompatibilitätsprobleme. Das Spiel Dead Trigger 2 lässt sich z.B. nicht im Play Store auffinden, da es mangels Kompatibilität ausgeblendet wird.

Am so genannten E-Ink Modus sollte Vernee auch noch feilen. Dieser wird mit einer dedizierten Taste gestartet. Ist der E-Ink Modus aktiviert, wechselt das Gerät in einen speziellen Launcher mit Schwarz-Weiß-Darstellung und taktet CPU und GPU herunter. Weiterhin werden WLAN, Bluetooth und die Datenverbindung deaktiviert, können aber bei Bedarf wieder aktiviert werden. Diese Maßnahmen reduzieren den Stromverbrauch erheblich und sorgen im Notfall auch mit niedrigem Akkustand noch für eine lange Laufzeit.

Was wir jedoch als problematisch erachten ist, dass man den Launcher im E-Ink Mode nur mit maximal 6 Apps belegen kann. Es können dann auch nur diese festgelegten Apps genutzt werden. Diese Limitierung sollte man entweder erweitern oder komplett abschaffen. Weiterhin stört uns, dass der dritte Hardware Button ausschließlich für den E-Ink Modus genutzt werden kann. Wer den Modus nicht braucht, hat so keine Möglichkeit, den Button z.B. als Kameraauslöser oder zum starten anderer Apps zu nutzen. Außerdem ist der E-Ink Modus noch recht fehlerbehaftet. Seit dem letzten OTA Update startet der Modus nicht mehr, zeigt nur noch "Loading..." an, und wir haben keine Möglichkeit gefunden ihn wieder zum Leben zu erwecken. Hier wäre nun also ein Factory Reset angesagt, worauf wir aber vorerst verzichtet haben. Ein weiterer Fehler der uns aufgefallen ist, betrifft Einkäufe im Play Store. Sobald man einen Kauf tätigen will, stürzt der Play Store ab. Somit bleibt nur der Umweg des Kaufs auf einem anderen Smartphone.

Schön zu sehen ist aber, dass sich Vernee aktiv um das Smartphone kümmert. In der einwöchigen Testphase haben wir gleich zwei OTA Updates erhalten. So sind wir zuversichtlich, dass die Problemzonen zeitnah ausgebügelt werden.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​- 2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
- 3G: WCDMA 900/2100MHz
- 4G: WCDMA 800/1800/2100/2600MHz
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n Dual Band
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Ja, Dual Nano SIM​
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Im Mobilfunk erreicht das Vernee Thor E eine überraschend gute Signalstärke auf Top Niveau. Am Standort haben die meisten Smartphones Probleme im Haus eine stabile 3G Verbindung aufzubauen, was beim Vernee Thor E überhaupt kein Problem war. Probleme gibt es allerdings beim Telefonieren in Zügen oder im Auto. Hier kommt es hin und wieder vor, dass die Sprachqualität massiv abnimmt oder keine Sprache mehr übertragen wird. Die Probleme zeigen sich aber seltsamerweise nur in Senderichtung. Woran das nun liegt können wir schwer beurteilen, hoffen aber, dass das Problem mit einem Update behoben werden kann. Band 20 LTE wird übrigens unterstützt und wir konnten im O2 Netz auch auf dem Land eine LTE Verbindung herstellen.

Der WLAN Empfang bewegt sich im guten Mittelfeld. Dual Band wird Unterstützt und so werden neben dem Router um die 70Mbit/s Durchsatz erreicht. Ein Stockwerk unter dem Router bricht die Downstream Bandbreite auf stabile 22Mbit/s ein, am Upstream konnten wir keine Veränderungen feststellen. Bluetooth funktioniert einwandfrei, was wir mit einem Bluetooth Kopfhörer getestet haben. Die Audioübertragung war störungsfrei und wir konnten und ohne Störungen 2 Räume vom Smartphone weg bewegen.

Zu Beginn hat uns der GPS Empfang des Vernee Thor Sorgen bereitet. Im Trockentest gab es zwar von Beginn an gute Ergebnisse, doch in der Praxis mit Google Maps und Google Fit gab es immer wieder mal Aussetzer. Seltsamerweise haben sich diese Probleme nach ein paar Tagen gelegt. Zwar leidet Google Fit weiterhin an den aktuell für MTK-Geräte typischen Kompatibilitätsproblemen (keine Aufzeichnung von Entfernung und Geschwindigkeit), doch das Tracking an sich verläuft stabil. Mit Runtastic haben wir auch über lange Strecken keinerlei Probleme feststellen können. Navigation mit Here Maps und Google Maps funktionierte ebenfalls einwandfrei - sowohl auf dem Land als auch in der Stadt.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Der auf der Rückseite des Vernee Thor E angebrachte Medienlautsprecher sieht recht groß aus. Das führt dazu, dass man die Erwartungen sofort höher ansetzt. Leider wird man dabei aber herb enttäuscht. Der Lautsprecher klingt absolut flach und bietet keinerlei Basswiedergabe. Ohne Lautstärke Boost ist er zu leise, mit Lautstärke Boost klingt er noch unangenehmer und übersteuert ab 70 - 80% Lautstärke im höheren Frequenzbereich.

Die Audioqualität über den Kopfhöreranschluss überzeugt dagegen. Hier liefert das Vernee Thor E ein klares und störungsfreies Audiosignal. Der Klang wirkt gut abgemischt. Bässe, Mitten und Höhen sind gut austariert. Die maximale Lautstärke bewegt sich auf einem brauchbaren Niveau.

Beim Telefonieren ist der Gesprächspartner im Telefonhörer klar und deutlich zu verstehen. Die maximale Lautstärke ist auch in lauter Umgebung ausreichend. Nicht überzeugen kann allerdings die Sprachqualität am anderen Ende. Man kommt beim Gesprächspartner sehr dumpf an, und wie schon weiter oben erwähnt, kommt es in Zügen oder im Auto oft zu weiteren Problemen bei der Übertragung. Insgesamt überzeugt das Vernee Thor E beim Telefonieren nicht.

Kamera

​Hauptkamera: 8MP f/2.4 (interpoliert auf 13MP)
​Frontkamera: ​5MP f/2.1 (interpoliert auf 8MP)
​Blitz:​Single LED
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

Beide Kameras im Vernee Thor E werden interpoliert. Die Hauptkamera wird von ihren nativen 8MP auf 13MP und die Frontkamera von 5MP auf 8MP aufgeblasen. Bei der Hauptkamera merkt man davon zu unserer Überraschung nur wenig. Die Bilder sehen selbst mit 13MP für die Preisklasse noch ziemlich gut aus. Bei Tageslicht erzeugt die Kamera tolle Bilder, vor allem im Makro Modus. Bei Landschaftsaufnahmen muss man die Eigenarten der Kamera kennen um gute Aufnahmen zu erzeugen. Seitlich oder direkt einstrahlendes Sonnenlicht führt oft zu einem milchigen Schleier im Bild. Überraschend gut schlägt sich die Kamera bei Dämmerlicht, was ihr an den Aufnahmen mit Blitz und den Fotos aus dem St.-Paulus Dom in Münster erkennen könnt. Vom HDR Modus sollte man aber die Finger lassen, denn dieser verursacht ein massives Bildrauschen. Der LED Blitz ist sehr gut für Nah- und Makroaufnahmen geeignet. Es kommt hier nie zur Überbelichtung. Für größere Räume ist die Leuchtkraft leider nicht hoch genug.

Die Frontkamera liefert eine für die Preisklasse typische Leistung ab. Mit ihren 5MP ist sie kein Totalausfall. Man sollte die Auflösung aber auf den nativen Wert setzen, denn bei 8MP merkt man eine deutliche Verschlechterung. Für anspruchsvolle Selfie Enthusiasten ist die Frontkamera sicherlich nicht geeignet. Alle anderen Bedürfnisse sollten aber gestillt werden.

Videos kann die Hauptkamera mit maximal Full HD Auflösung aufzeichnen. Die Frontkamera mit maximal 480p. Mit der Hauptkamera aufgezeichnete Videos bieten eine akzeptable aber keineswegs perfekte Qualität. Auffällig ist ein Flackern beim Ändern der Lichtempfindlichkeit, wenn man von helle in dunklere Bereiche schwenkt. Außerdem gibt es keinen Autofokus, man muss also manuell fokussieren. Überrascht hat uns, dass EIS unterstützt wird. Die Stabilisierung arbeitet zwar nicht perfekt, sorgt aber definitiv für ruhigere Aufnahmen als ohne EIS. Die Audioqualität ist akzeptabel, reicht aber nicht für Konzertaufnahmen aus.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​5.020mAh
​Kapazität (Gemessen): ​4.277mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja​

Kommen wir nun zu einem der Highlights des Vernee Thor E: Dem großen Akku. Doch halt, ein Highlight ist der Akku in Wahrheit gar nicht. Vernee lügt euch hier nämlich an. Der Akku ist deutlich kleiner als angegeben. Gemessen haben wir hier beim Aufladen ohne Fast-Charging 4.277mAh. Rechnet man die typische Abweichung mit ein, so dürfte der Akku nicht größer als 4.500mAh sein. Normalerweise strafen wir solche Akku lügen umgehend ab und raten entsprechend vom Kauf ab, machen jedoch in diesem Fall eine Ausnahme. 

Grund dafür ist die sehr gute Akkulaufzeit, welche das Vernee Thor E trotz der falsch angegebenen Kapazität erreicht. Selbst wenn man GPS beim Tracking für mehrere Stunden durchgehend laufen lässt und dabei der Bildschirm ebenfalls durchgehend auf voller Helligkeit reicht, lassen sich an einem Tag noch 6 Stunden Screen-On Zeit erreichen, was locker ausreicht um durch den Tag zu kommen. Bei weniger aggressiver Nutzung reicht eine Akkuladung für 2 Tage aus. Wer bewusst darauf achtet Energie zu sparen, wird auch 3 Tage erreichen können. Unterm Strich ist die Akkulaufzeit also als sehr gut zu bewerten.

Auch die kurze Ladezeit gibt dem Vernee Thor E einen Pluspunkt. Dank Pump Express ist der Akku binnen einer Stunde und 35 Minuten ausgehend von 20% wieder voll aufgeladen. Im Schnitt wird der Akku mit 50,4% pro Stunde befüllt. Das ermöglicht im Notfall auch ein kurzes Nachladen, um binnen weniger Minuten wieder genug Energie für den Rest des Tages zu haben. Die Abwärme beim Aufladen ist deutlich spürbar, allerdings nicht unangenehm.

Vernee Thor E - Fazit

​Das Vernee Thor E bietet mal wieder - und das ist absolut typisch für Vernee - ein grundsätzlich gutes Konzept mit interessanten Ansätzen. Einige Fehler (vor allem die Telefonie Qualität) sorgen dann aber dafür, dass man hier keine uneingeschränkte Kaufempfehlung geben kann. Wir werden das Smartphone wie üblich um Auge behalten und berichten, ob künftige Updates die Fehler beheben und das Vernee Thor E dann eine Empfehlung wert machen. Bis dahin sollte nur zugreifen, wer dem Gerät trotz der Fehler eine Chance geben möchte. Aktuell bekommt man das Vernee Thor E für um die 130 US Dollar. Im Angebot ist es hin und wieder auch für nur 100 US Dollar zu haben.

Pro Contra
​+ Überraschend gute Performance ​- Software Bugs
+​​ Gutes RAM Management-​​ Anfälligkeit der Kamera für weißen Schleier bei seitlichem oder direkten Lichteinfall (nur helles Sonnenlicht)
+​​ Lange Akkulaufzeit und kurze Ladezeit-​​ Gehäusedicke und Gewicht deutlich höher als beworben
+​​ Gute Empfangsleistung-​​ Falschangabe bei der Akku Kapazität
+​​ Brauchbares Display und Touchpanel

+​​ Wird mit Android 7 ausgeliefert

+​​ Brauchbare Kamera vor allem für Nah- und Makroaufnahmen
​+ Unterstützt EIS bei Videoaufnahmen
​+ Volle LTE Unterstützung
​+ Funktionierender Kompass
​+ Status LED (wenn auch nur einfarbig)
 

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