Vernee Apollo Test

b2ap3_large_vernee-apollo-_20170125-143139_1 Vernee Apollo Review: Kratzt an Premium, ist es aber nicht

Das Vernee Apollo wurde erstmals im Frühjahr 2016 kurz nach Gründung der Marke angekündigt. Auf den Markt kommen sollte es dann im Sommer. Doch nach mehrfacher Verschiebung hat es letztlich bis Anfang 2017 gedauert, bis das Vernee Apollo endlich an Kunden ausgeliefert wird. Wir haben das China Handy nun ausführlich für euch getestet.

Vernee Apollo - Verpackung & Lieferumfang

Wir haben nicht schlecht gestaunt, als das Vernee Apollo hier angekommen ist. Die Box ist für ein Smartphone sehr groß. Der Grund dafür ist aber, dass sich Vernee da etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen. Das Smartphone befindet sich in einem Kunststoff-Insert, welches sich beim Herausnehmen und Entfalten als kleines VR-Headset entpuppt. Somit können Nutzer sich sofort von den Vorteilen eines 2k Displays überzeugen, welche sich im VR-Einsatz ergeben. Dafür gibt es gleich mal einen Daumen nach Oben.

Das restliche Zubehör entspricht dann aber (leider) dem "Industriestandard": Netzteil (Pump Express Plus, EU Stecker) und USB Typ-C Kabel. Eine Anleitung und eine Garantiekarte sowie eine SIM Nadel liegen natürlich auch bei. Zu einem Preis von rund 240€ würden wir uns hier noch weitere Zugaben wünschen. Ein Panzerglas zum Beispiel oder hochwertige Kopfhörer.

Design & Verarbeitung

Was das Design und die Verarbeitung betrifft, liefert das Vernee Apollo genau das ab, was man zu dem Preis auch erwarten darf. Das Design ist ganz offensichtlich ein wenig an das OnePlus 3 angelehnt, es handelt sich aber nicht um eine Kopie. Das Gehäuse besteht komplett aus Metall. Auch die Bereiche nach den Antennenlinien. Platikkappen wie beim Vernee Apollo Lite fehlen also. Die Antennen Linien sind im Nano Injection Molding Verfahren eingearbeitet worden uns sind damit so gut wie nicht zu ertasten. Das Gehäuse ist, da es aus einem Block Metall gefräst wird, sehr stabil und Verwindungsfest.

Doch auch die weiteren Qualitätsmerkmale entsprechen beim Vernee Apollo einem Premium Anspruch. So sitzen die Hardware Tasten, welche bei der Lite Version noch stark gewackelt haben, in diesem Fall bombenfest. Die SIM Schubladen schließen perfekt mit dem Rahmen des Smartphones ab und sind wie schon die Antennenlinien kaum zu spüren. Auch bei den Anschlüssen gibt es absolut keine Ungenauigkeiten oder scharfe Kanten die billig wirken könnten.

Der gute Eindruck wird auch auf der Front fortgeführt. Vernee setzt auf dezentes 2,5D Glas, das zum Schutz nochmal von einem schlanken Kunststoffrahmen eingefasst wird. Die Ränder um das Display sind angenehm schlank gehalten. Der Telefonhörer ist nicht vertieft angebracht, sondern das Schutzgitter schließt planar mit der Glasfläche ab und ist damit auch nur minimal spürbar. Vernee umgeht so das Problem, dass der Telefonhörer als unansehnliche Fanggrube für Schmutz dient.

Als negativ bewerten würden wir aus persönlicher Sicht das Fehlen von Touch Buttons unter dem Display. Beim Vernee Apollo setzt man wieder auf die Software-Lösung, was auch beim Lite Modell schon der Fall war. Wir persönlich mögen diese Variante nicht so gerne, da mit den On-Screen Buttons einfach Platz verschwendet wird. Ja, man kann sie ausblenden, aber auch das stört im Alltag einfach. Letztlich ist das aber auch eine Sache des persönlichen Geschmacks, sodass wir das dem Vernee Apollo nicht wirklich ankreiden können.

Das Vernee Apollo ist mit einer RGB Status LED ausgestattet, welche sich über dem Display links neben dem Telefonhörer befindet. Die LED ist ausreichend hell und zeigt kein Light-Bleeding. Leider gibt es keine Möglichkeit die LED zu steuern. Bei Benachrichtigungen leuchtet die LED stur in Blau. Nur als Ladeindikator kann die LED die Farben Rot und Grün darstellen.

Mit einem Gewicht von 186g gehört das Vernee Apollo zu den schwereren Vertretern der 5,5" Kategorie. Da der Akku jedoch nicht gerade winzig ist und das Gehäuse vollständig aus Metall besteht, geht das Gewicht dennoch in Ordnung. Die Abmessungen sind mit 151,7 x 75,4 x 9,5mm (10,3mm mit Kamera) nicht rekordverdächtig schlank, aber vor allem in Sachen Höhe des Smartphones doch recht angenehm. Die Dicke ist durch die gewölbte Rückseite richtig gewählt. Man hat etwas in der Hand inklusive sicherem Griff, das Gerät wirkt aber nicht Klobig. An den linken und rechten Kanten ist das Gerät mit rund 6,8mm deutlich schlanker als in der Mitte.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ 2560 x 1440​
Technologie​:OGS IPS LCD​
​Anzahl Berührungspunkte:5​
Gehärtetes Glas:​Ja​
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Nein​

​Das Vernee Apollo ist mit einem hochauflösenden 2k Display ausgestattet, was in dieser Preisklasse eine Seltenheit ist und das Vernee Apollo für VR Anwendungen gut geeignet macht. Schade nur, dass das Smartphone die Google Daydream Voraussetzungen nicht erfüllt.

Gibt es außer den VR Vorteilen sonst noch Vorteile? Naja, außer, dass mann auch bei sehr genauem Hinsehen mit bloßem Auge beim besten Willen keine Pixel erkennen kann, nicht wirklich. Bei normalem Betrachtungsabstand merkt man zwischen einem 2k und Full HD Display keinen Unterschied.

Nachteile gibt es aber signifikante. So benötigt man für die höhere Pixeldichte eine kräftigere Beleuchtung, was wiederum für einen Anstieg des Energieverbrauchs führt. Weiterhin belastet die hohe Auflösung auch die GPU stärker, sodass hier nicht nur die Performamce etwas nach unten gezogen wird, sondern auch dadurch der Energieverbrauch des Smartphones erhöht wird.

Unterm Strich kann man also sagen: Wer gerne VR Headsets nutzt, dem kann man ein Gerät mit hochauflösendem Display empfehlen. Alle anderen sollten aber beim Full HD Display bleiben.

Doch wie sieht es mit der Qualität des im Vernee Apollo verbauten Displays aus? Die Darstellung ist von der Schärfe her vom Allerfeinsten. Blickwinkel und Kontrast können ebenfalls überzeugen. Etwas enttäuscht hat uns aber die Farbwiedergabe. Out of the box ist diese für unsêen Geschmack etwas zu blass. Dreht man allerdings an den Miravision Reglern, dann lässt sich dieses Defizit schnell ausgleichen.

Hervorragende Leistung bietet das im Vernee Apollo verbaute Touch Panel. Hier bewegt man sich auf einem Niveau, wie man es sonst von Meizu, Xiaomi und LeEco Geräten kennt. Die Eingabeverzögerung ist minimal, die Genauigkeit sehr gut und die Empfindlichkeit perfekt. Schnelles Tippen oder Spielen - alles kein Problem.

Nicht so gut gefällt uns allerdings das Displayglas. Dieses ist zwar kratzfest, jedoch lässt die Gleitfähigkeit zu wünschen übrig. Weiterhin setzten sich Fingerabdrücke recht schnell ab und lassen sich nur mit Mühe wieder rückstandslos entfernen.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio X25 (2x Cortex A72 @2,5GHz, 4x Cortex A53 @2GHz, 4x Cortex A53 @2GHz)
GPU:​ ​Mali T880 MP4 @850MHz
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB LPDDR3 (5072,24MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​64GB (176,64 / 135,47MB/s)​
Fingerabdruck Scanner:​Ja, Rückseite​
​Sensoren:Accelerometer, Proximity, Light, Gyroscope, Orientation, Magnetometer, Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration​
Besonderheiten:​USB Typ-C Anschluss​
Abmessungen / Gewicht:​​151,7 x 75,4 x 9,5mm (10,3mm mit Kamera) / 186g

Der Mediatek Helio X25 (MT6797T) ist ein recht leistungsfähiger SoC, welcher deutlich schneller ist als der Helio X20. Schon im Meizu Pro 6 konnte der Chip überzeugen. Im Vernee Apollo überrascht der Prozessor trotz der hohen Displayauflösung mit einer sehr guten Performance. Im Alltag läuft das Smartphone sehr flüssig und man hat hier auch aus Sicht der Performance das Gefühl mit einem Premium Smartphone zu arbeiten. Mit künftigen Updates kann Vernee aber sicher noch mehr aus dem Chip herausholen, denn mit rund 90.000 Punkten im Antutu ist das Ende der Fahnenstange hier noch nicht erreicht.

Überrascht hat uns auch die Spiele Performance des Vernee Apollo. Obwohl wir es hier mit einem 2k Display zu tun haben, laufen Spiele noch immer deutlich runder als auf einem Helio X20 Smartphone. So läuft zum Beispiel Oz: Broken Kingdom mit annehmbarer Framerate. Auf einem Helio X20 Gerät mit Full HD Display ist das Spiel dagegen eine einzige Ruckelpartie und nicht spielbar. Dennoch ist die Geschwindigkeit aber keinesfalls mit der von aktuellen Qualcomm Chips zu vergleichen. Bei einigen Spielen muss man für eine akzeptable Framerate die Grafik herunterschrauben. So zum Beispiel bei Dead Trigger 2 und Unkilled.

Überhaupt nicht zufrieden sind wir mit der Wärmeentwicklung. Dies ist aber weniger ein Problem unzureichender Kühlung als vielmehr mangelnde Optimierung der Software. Schon beim Ansehen von Videos wird die Rückseite des Smartphones deutlich warm. Bei rechenintensiven Aufgaben wie massivem Multitasking, Navigation oder in Spielen wird die Rückseite fast schon unangenehm heiß. Am SoC werden dann Temperaturen von bis zu 80°C gemessen, was deutlich zu hoch ist. Hier muss Vernee also noch dringend am Prozessor Management schrauben, denn nicht nur die Abwärme selbst ist ein Problem, auch die Akkulaufzeit des Vernee Apollo leidet deutlich darunter.

Was die Sensorausstattung betrifft ist beim Vernee Apollo alles Wichtige mit an Bord. Das Gyroskop und der Kompass funktionieren beide einwandfrei. Nützliche Zugaben wie ein Schrittzähler fehlen allerdings.

Der Fingerprint Scanner auf der Rückseite hat sich seit dem letzten Software Update enorm verbessert und muss sich hinter den Scannern die Meizu oder Xiaomi liefert nicht verstecken. Besonders die Geschwindigkeit ist beeindruckend. Das Smartphone entsperrt sich bei Berührung des Scanners fast ohne Verzögerung. Die Ausfallrate ist mit etwa 3 von 10 Versuchen noch etwas hoch, aber das kann eventuell auch noch mit künftigen Updates verbessert werden.

Das Vernee Apollo ist mit 64GB internem Speicher ausgestattet. Ursprünglich sollten es eigentlich mal 128GB sein. Warum Vernee das nicht geschafft hat ist uns ein Rätsel - teuer genug ist das Handset ja. Die Geschwindigkeit des Speichers ist akzeptabel aber nicht die Beste. Beim Lesen erreichen wir etwas mehr als 170MB/s und beim Schreiben sind es 135MB/s. Erweitern kann man den Speicher per Micro SD Karte, wobei aber - obwohl zwei SIM Schubladen vorhanden sind - die Dual-SIM Fähigkeit verloren geht. Die Micro SD Karte kann entweder als portabler Datenträger oder als interner Speicher formatiert werden. Letzteres ermöglicht die Nutzung für die Installation von Apps. Der SD Zugriff ist leider recht langsam. Besonders beim Schreiben können wir mit 19,10MB/s das Maximum unserer Karte (Samsung 128GB Class 10) nicht ausreizen.

Der Arbeitsspeicher im Vernee Apollo ist ebenfalls kleiner als ursprünglich geplant. Statt 6GB gibt es nur 4GB LPDDR3 RAM. Auch dieser ist nicht so schnell, wie er sein könnte. Etwa 5GB/s Durchsatz werden hier erreicht. Im Optimalfall sind mit LPDDR3 RAM aber bis zu 7GB/s möglich.

Software

​Variante: ​Vanilla Android
​Android Version: Android 6.0 Marshmallow​
Bloatware​:Nein​
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem Vernee Apollo läuft wie von Vernee gewohnt ein sauberes Vanilla Android ohne Anpassungen. In diesem Fall handelt es sich um Android 6.0 Marshmallow. Wann Android 7 erscheinen wird, ist aktuell noch nicht absehbar, da Mediatek die entsprechenden Quellen noch nicht für den Helio X20 und X25 zur Verfügung gestellt hat.

Zusatzfunktionen liefert Vernee nicht mit. Es gibt lediglich Einstellungen für die Touch Buttons, in welchen man die Reihenfolge der Tasten ändern kann sowie das manuelle Ausblenden der Buttons erlauben kann. Was gänzlich fehlt sind Einstellungen für die Status LED. Diese sollte Vernee unbedingt noch nachliefern, da es sich hier um ein echtes Defizit handelt.

Einen Punktabzug gibt es auch was die Sicherheit betrifft. Die aktuelle Firmware kommt noch mit dem Android Security Patch vom Juli 2016 daher und ist somit veraltet. Spätestens mit dem nächsten Update erwarten wir hier einen Rollout des neuesten Sicherheits-Patches.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: 850/900/1800/1900
3G: 900/2000
4G: B1/B3/B7/B20/B40
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​Nein​
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Ja (1x Nano + 1x Micro)​
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Das Vernee Apollo hat uns zu Begin etwas Sorgen bereitet. Da das Gehäuse vollständig aus Metall besteht, haben wir hier mit einem eher schlechten Empfang gerechnet. Diese Sorge war allerdings größtenteils unbegründet. Der Mobilfunkempfang bewegt sich tatsächlich auf Top-Niveau. LTE Band 20 wird unterstützt. VoLTE ist ebenfalls an Bord und standardmäßig aktiviert.

Auch beim WLAN Empfang haben wir zumindest aus Sicht der Empfangsleistung keinerlei Kritikpunkte. Die Signalstärke ist perfekt und reicht auch in Räumen mit chronischen Empfangsproblemen noch zum Surfen aus. Probleme gibt es allerdings bei der Bandbreite. Aus irgendeinem Grund werden hier nicht mehr als 50Mbit/s erreicht. Auch die Verbindung zu 5GHz Netzen ist bei unserem Gerät nicht möglich. Auch hier dürfte es sich um ein Software Problem handeln.

Unterstützung für NFC fehlt dem Vernee Apollo leider. Bluetooth 4.1 wird aber selbstverständlich unterstützt. Dieses funktioniert problemlos und auch über zwei bis drei Räume hinweg (je nach Wandstärke und Material). Getestet haben wir eine Smartwatch, einen Spielecontroller und einen Bluetooth Lautsprecher sowie Kopfhörer.

Empfangsprobleme haben wir beim GPS feststellen können. Es war und nicht möglich einen Fix für mehr als 13 Satelliten zu erlangen. Die Signalstärke bewegte sich dabei im Mittelfeld. Die Genauigkeit schwankte bei Bewegung zwischen 5 und 9 Metern. Beim Versuch eine Wegstrecke mit Google Fit zu tracken, zeigten sich deutliche Ungenauigkeiten und damit Abweichungen von der Straße. Navigation war jedoch problemlos möglich, wenngleich das Vernee Apollo ab und an länger braucht um auf Kursänderungen zu reagieren, da eben die Genauigkeit nicht sehr hoch ist. Ob diese Defizite nun Software-bedingt sind oder an einer schlechten Antenne liegen, wird sich mit den kommenden Updates zeigen. Wir aktualisieren den Testbericht dann natürlich entsprechend.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Nein​
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Der interne Lautsprecher des Vernee Apollo hat uns stark enttäuscht. Dieser klingt genauso flach und übersteuert ebenso schnell wie jener im Vernee Apollo Lite. Gemessen daran, was von einigen Billigheimern (Oukitel, UMi) in den letzten Monaten abgeliefert wurde, ist das Vernee Apollo hier eine riesengroße Enttäuschung. Wir bewegen uns hier im gehobenen Preisbereich, weshalb ein ordentlicher Lautsprecher hier einfach nicht fehlen darf.

Eine weitere Enttäuschung: Das Vernee Apollo verfügt nicht über ein Umgebungsmikrofon, womit das Noise Cancelling nur eingeschränkt funktioniert. Bei sehr lauter Umgebung kann es da schonmal zu Verständigungsproblemen kommen, sofern man nicht in das Smartphone hineinbrüllt. Die Sprachqualität an sich ist ganz gut, aber auch nicht perfekt. Die Ohrmuschel klingt etwas blechern und leicht dumpf.

Keine Abzüge gibt es beim Klang über den Kopfhöreranschluss. Hier liefert das Vernee Apollo einen kristallklaren Klang ohne Störgeräusche. Die Lautstärke kann recht hoch werden.

Kamera

​Hauptkamera: ​21MP Sony IMX230, f/2.2
​Frontkamera: 8MP, f/2.4​
​Blitz:Dual LED, zweifarbig​
​Fokus:PDAF​
​Slow Motion:Nein​

In der Hauptkamera des Vernee Apollo steckt ein 21MP Sony IMX230 Sensor mit f/2.2 Blende. Das Kameramodul verfügt über ordentliche Linsen und leidet damit nicht an Problemen wie z.B. Unschärfe am Bildrand. 

Um eines mal vorweg zu nehmen: Die Kamera ist sicherlich weit davon entfernt schlecht zu sein. Dennoch ist sie mindestens genauso weit davon entfernt das Maximum aus dem Sony IMX230 Sensor herauszuholen. Es mangelt einfach an der Optimierung, und das ganz gewaltig.

Beginnen wir mal mit der Disziplin Aufnahmen bei Tageslicht. Hier erhält man durchaus ansehnliche Ergebnisse und auch der HDR Modus kann zuweilen sehr nützlich sein. Die Auslösezeit ist jedoch nicht die Beste. Der Fokus arbeitet dafür recht flott, hat aber manchmal Probleme kleine Objekte scharf zu stellen.

Sieht man sich die Aufnahmen jedoch genauer an, sprich auf einem großen, hochauflösenden Bildschirm, dann wird schnell klar, wo die Schwächen liegen. Details werden zum Beispiel nicht ausreichend wiedergegeben. Bilder wirken so schnell matschig. Besonders deutlich wird das an feinen Strukturen wie z.B. den Ästen von Bäumen. Weiterhin ist auch der Rauschanteil der Bilder recht hoch. In schattigen Bereichen wirken die Fotos oftmals recht grobkörnig.

Loben muss man Vernee aber für den HDR Modus. Dieser liefert sehr gute Resultate und ermöglicht bei schwierigen Lichtverhältnissen (z.B. Gegenlicht) sehr ansehnliche Resultate. Problematisch ist nur die Auslösezeit. Wen man hier keine ruhige Hand hat, werden die Aufnahmen sehr schnell verwackelt.

Was die Kamera im Vernee Apollo leider gar nicht mag, sind Aufnahmen bei Dunkelheit. Diese sehen generell recht unscharf aus oder zeigen ein sehr deutliches Bildrauschen. Der Blitz schafft es größere Räume auszuleuchten, doch das Bildrauschen und die Unschärfe ist natürlich auch hier vertreten. Nahaufnahmen mit Blitz werden nur mit Stativ oder Unterlage scharf, da die Kamera hier selbst kleinste Bewegungen nicht verzeiht.

Das Vernee Apollo kann Videos in 4k aufnehmen. Die Qualität der Videos kommt nicht an high-end Geräte wie z.B. ein OnePlus 3 heran, ist aber trotzdem ausreichend. Besonders erfreulich ist, dass das Apollo EIS auch im 4k Modus bietet. Das funktioniert ganz ordentlich und kleinere Wackler werden zuverlässig ausgefiltert. Die Qualität leidet darunter nur minimal. Negativ aufgefallen ist uns jedoch, dass es bei Videoaufnahmen keinen Autofokus gibt. Dieser muss also manuell gesetzt werden. Ein weiterer Negativpunkt ist, das die Fokusansteuerung sehr aggressiv arbeitet. Dies führt bei jedem Fokussieren zu einem Knallen im Ton. Unnötig zu erwähnen, dass dies auch die Lebensdauer des Kameramoduls reduzieren dürfte. Die Audioqualität der 4k Aufnahmen ist trotz fehlendem Umgebungsmikrofon gut. Es fehlt aber etwas an Tiefe und die Lautstärke könnte noch eine Ecke höher sein.

Die Frontkamera mit 8MP und f/2.2 Blende leistet gute Dienste. Selbst bei eher schlechten Lichtverhältnissen sind noch akzeptable Aufnahmen möglich. Bei Tageslicht erzeugt die Kamera scharfe Selfies mit reichlich Details. Durch das Weitwinkel-Objektiv bekommt man auch reichlich in das Bild gepackt.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.180mAh
​Kapazität (Gemessen): 3.000mAh​
​Wechselbar:Nein​
Fast Charging:​Ja (Pump Express Plus)​

Das Vernee Apollo ist mit einem 3.180mAh Akku ausgestattet. Beim Nachmessen kamen wir auf glatte 3.000mAh, womit die Angabe stimmt. Eigentlich sollten damit in Verbindung mit dem Helio X25 mindestens ein Tag, im Optimalfall sogar noch mehr Betriebszeit drin sein. Leider ist das aufgrund der zuvor schon erwähnten mangelnden Optimierung nicht der Fall.

Durch den Tag kommen wir mit einer Akkuladung nicht. Spätestens um 17 Uhr müssen wir immer kurz nachladen. Das geht dank Pump Express Plus recht schnell. In etwa 30 Minuten erreicht der Akku von 20% aus eine Ladung von 60%. Das volle Aufladen dauert eine Stunde und 10 Minuten.

Beim Spielen ist der Akku in 1 - 2 Stunden komplett leer. YouTube Videos kann man etwa 4 Stunden lang ansehen. Im Alltag kamen wir auf einen durchschnittlichen stündlichen Verbrauch von 18% bei aktiviertem Bildschirm, 1,6% bei deaktiviertem Bildschirm und 8,2% im Mischbetrieb. Die typischerweise erreichte Screen-On Zeit liegt bei 5 Stunden und 31 Minuten. Eine Akkuladung hält bei zurückhaltender Nutzung ohne GPS und Spiele im Schnitt 12 Stunden durch, bevor man wieder an die Steckdose muss.

Vernee Apollo - Fazit

Leider kommen wir auch beim Vernee Apollo wieder zu einem Fazit, das wir in letzter Zeit häufiger zu Papier Bildschirm gebracht haben. Die Preis-Leistung ist beim Vernee Apollo (noch) unzureichend. Für den Preis gibt es hier zu viele Fehler. Das ist vor allem deshalb enttäuschend und unverzeihlich, da Vernee eine enorm lange Zeit zur Verfügung hatte (ca. 8 Monate), das Gerät fertig zu stellen. Dass man hier trotzdem solch eine Baustelle ausliefert, empfinden wir als eine ganz große Frechheit.

Ob sich daran etwas ändert? Wir werden sehen. Ein ganz großer Teil der Problemzonen ist Software-bedingt und damit leicht zu beheben. Wenn es Vernee ernst meint, dann sollte es bis spätestens Ende Februar ein ganz ganz großes Update geben, welches das Handset auf Hochglanz poliert. Sollte das nicht der Fall sein, dann kann man das Vernee Apollo wohl abschreiben.

Pro Contra
​+ Hochauflösendes Display (für VR) ​- Zwei SIM Schubladen aber trotzdem Kombo Slot
+​​ Viel Leistung, überraschend gute Performance (auch Gaming)-​​ Status LED kann nicht gesteuert werden
+​​ Exzellente Verarbeitung-​​ GPS Leistung unzureichend
+​​ Kurze Ladezeit-​​ WLAN Datenrate zu gering, 5GHz Verbindung nicht möglich
+​​ Brauchbare Kameras mit sehr viel Potential-​​ Kein Noise Cancelling Mikrofon
+​​ Sehr guter Touch Screen-​​ Mangelnde Optimierung der Kamera
+​​ Sehr guter WLAN und Mobilfunk Empfang-​ Mangelnde Optimierung der Prozessorverwaltung (exzessive Wärmeentwicklung und hoher Energieverbrauch)
​+ Pfeilschneller Fingerprint Scanner​- Mangelhafte Akkulaufzeit
​+ Funktionierende Sensoren für Gyroskop und Kompass​- Keine oleophobische Beschichtung auf dem Display
​+ Sauberes Vanilla Android ohne Bloatware mit OTA Funktion​- Sprachqualität könnte besser sein
​+ Einfallsreiche Verpackung inklusive VR Brille​- Medienlautsprecher enttäuschend
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