UMi Z Test

Das UMi Z alias UmiDigi Z ist eines der ersten China Handys mit dem neuen Helio X27 Prozessor, welcher bis zur Verfügbarkeit des Helio X30 der schnellste Mediatek Chipsatz ist. Das Chinahandy ist nun schon über einen Monat verfügbar, doch unser Testgerät war leider auf dem Versandweg verloren gegangen, weshalb wir das UMi Z erst jetzt testen können. Dies hat allerdings den Vorteil, dass UMi derweil viel Zeit hatte die Kinderkrankheiten des Smartphones zu beseitigen. Wir haben das Smartphone etwas mehr als eine Woche als Daily Driver genutzt und wollen euch nun unsere Erfahrungen schildern.

UMi Z - Verpackung & Lieferumfang

Beim Auspacken macht das UMi Z von Beginn an einen deutlich besseren Eindruck als alle vorigen Geräte. Der Hersteller setzt für das UMi Z auf eine Verpackung aus Metall, komplett in Schwarz gehalten. Darin befindet sich dann ordentlich platziert das Zubehör: Eine Anleitung, ein SIM Werkzeug, ein PE+ Ladegerät und ein rotes USB Typ-C Kabel mit schwarzen Steckern, welches leider recht kurz ist.

Design & Verarbeitung

Wenn wir uns einmal an frühere Smartphones von UMi zurück erinnern, dann war eines der Hauptprobleme die Verarbeitungsqualität. Selbst die Geräte aus Metall waren oft minderwertig verarbeitet und wurden dem angefragten Preis nicht gerecht. Wenn man es heutzutage nicht schafft, Nano Injection Molding in der Produktion zu nutzen, obwohl ein Smartphone mehr als 200€ kostet, dann ist das einfach ein Armutszeugnis.

Nachdem wir diesen Umstand immer und immer wieder kritisiert haben und auch UMi mehrmals darauf angesprochen hatten, scheint sich nun endlich etwas zum Positiven verändert zu haben. UMi hat den Auftragsfertiger gewechselt und das UMi Z ist das erste Smartphone, welches von diesem neuen OEM Partner kommt. Und ja, die Verarbeitung wird dem angefragten Preis tatsächlich endlich gerecht.

Das UMi Z wird aus Metall gefertigt, und zwar komplett. Das Gerät besteht aus einem Stück Metall. Antennen Kappen oder Blenden aus Kunststoff gibt es nicht. Stattdessen setzt man auf Antennen Linien, wie man das von teureren Smartphones mittlerweile kennt. Und ja, diesmal wird auch Nano Injection Molding für die Antennenlinien genutzt. Hierbei wird der Kunststoff bei hoher Temperatur und hohem Druck in den Metallrohling gepresst, was dazu führt, dass die Übergänge quasi nicht spürbar sind. Das Gehäuse wirkt also wie aus einem Guss.

Auch an anderen klassischen UMi-Baustellen hat man beim UMi Z gefeilt. Der SIM Tray sitzt fest an seinem Platz und schließt bündig mit dem Rahmen ab. Die Hardware Tasten sitzen fest und klappern damit nicht. Zudem ist der Druckpunkt sehr angenehm. Den physischen Home Button hat man durch eine berührungsempfindliche Variante ersetzt, welche mit dem Home Button im OnePlus 3 sowohl optisch als auch haptisch nahezu identisch ist.

Das Knarzen bei Druck, welches noch bei fast jedem früheren UMi Smartphone vorhanden war, ist beim UMi Z verschwunden. Das Gerät ist auch sehr stabil gebaut. Ein Durchbiegen ist nur mit extremem Kraftaufwand möglich.

Was die Optik betrifft, kommt das UMi Z eher schlicht daher. Man verzichtet auf Spielereien im Design, womit das UMi Z seriös und bodenständig daherkommt. Unter einem unserer Videos wurde das Design von einem Zuschauer als "hübsch und zeitlos" bezeichnet. Dem stimmen wir absolut zu.

Eine kleine Besonderheit gibt es aber doch. Diese fällt allerdings mehr dem Tastsinn als dem Auge auf. Am Übergang vom Rahmen zur Rückseite, wurde eine Rille ins Metall gefräst. In der Hand sorgt das für ein kantiges bis minimal kratziges Gefühl, wenn man darüber streicht. Gestört hat uns das nicht, da die Kerbe sehr dezent ist. Das Handgefühl würden wir eher als "interessant" anstatt unangenehm beschreiben.

Was UMi leider immer noch nicht geschafft hat ist, die Smartphones dünner zu bauen. Das UMi Z misst 8,8mm, was zwar in Ordnung ist, aber z.B. Xiaomi zeigt immer wieder, dass es auch mit großen Akkus noch dünner geht. Am meisten stört jedoch der Kamera-Knubbel. Mit diesem ist das UMi Z 9,5mm dick. Wenn man sich den Aufbau einmal genauer ansieht, dann wäre der Knubbel eigentlich gar nicht nötig, denn zwischen Glasabdeckung und Linse befindet sich ein Spalt von ca. 2mm. Was das Gewicht angeht, bewegen wir uns bei 178g.

Die Front des UMi Z hat man mit 2,5D Glas bedeckt, wobei die Wölbung aber recht dezent ausfällt. Das Displayglas wird von einem Rahmen aus Kunststoff eingeschlossen, statt direkt im Metall eingebettet zu sein. Dies schützt das Glas bei Stürzen ein wenig. Neben dem Home Button befinden sich noch zwei Touch Buttons, welche allerdings unsichtbar sind, da UMi weder ein Icon noch eine LED zur Symbolisierung nutzt. Das stört hin und wieder etwas, da man die Tasten manchmal nicht beim ersten Berühren erwischt. Wer sich damit nicht anfreunden kann, der kann auch On-Screen Tasten einblenden.

Über dem Display des UMi Z befinden sich neben den Sensoren und dem Telefonhörer die Frontkamera und eine LED Leuchte, welche bei Selfies im Dunkeln für ausreichend Licht sorgen soll. Zudem gibt es eine Status LED, welche in Rot, Grün und Blau aufleuchten kann.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ 1920 x 1080​
Technologie​:IPS OGS LCD (Sharp IGZO)​
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das 5,5" Full HD Display im UMi Z hat standardmäßig eine warme Farbdarstellung, sodass weiß etwas ins rötliche tendiert. Dies kann man jedoch in den Mediatek Miravision Einstellungen recht gut nachjustieren.

Die Darstellung des Displays ist scharf und Farben werden angenehm wiedergegeben. Die Schwarzwerte und damit auch der Kontrast könnten aber gerne etwas besser sein. Pixelfehler haben wir bei unserem UMi Z keine finden können.

Was auffällt ist, dass die Reaktionszeit schlechter als z.B. beim UMi Plus E ist. Vor allem beim Scrollen von Test fällt ein leichtes Nachziehen und Verwaschen auf.

Die Blickwinkel des Displays sind ordentlich. Bis auf eine leichte Abnahme der Helligkeit gibt es hier nichts zu beanstanden.

Die Helligkeit des Displays ist hoch genug um auch im Freien unter Sonnenlicht eine gute Ablesbarkeit zu erreichen. Leider ist die Verteilung der Beleuchtung nicht ideal. Im unteren Bereich sieht man einen deutlichen, hellen Streifen.

Das Displayglas war bisher bei allen UMi Smartphones die Schwachstelle. An dieser Stelle können wir jedoch Entwarnung geben, denn auf unserem UMi Z befinden sich bis heute keine Kratzer. Auch beim Schlüsseltest gab es keine Schäden im Glas.

Die Oberfläche des Glases ist recht glatt und damit angenehm gleitfähig. Was aber auch hier wieder fehlt ist eine Beschichtung gegen Fingerabdrücke, sodass man recht oft putzen muss. Zum Glück lassen sich Abdrücke aber recht leicht entfernen.

Der 5-Punkt Touch Screen hat uns nicht vollständig überzeugt. Die Auflösung ist nicht so hoch, sodass es bei langsamem Scrollen zu einem leichten Stottern kommt. Viel schlimmer ist allerdings, dass darunter auch die Genauigkeit leidet, was immer wieder dazu führt, dass man beim Tippen falsche Buchstaben erwischt. Der Input Lag beim Tippen ist gering, beim Scrollen ist er aber recht deutlich zu spüren.

Update: Mit dem Android N Upgrade, welches im Juni 2017 veröffentlicht wurde, wurden die Touch Probleme behoben. Der Touch Screen arbeitet nun durchweg zufriedenstellend.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio X27 / MT6797X (2x Cortex A72 @2,6GHz, 4x Cortex A53 @2GHz, 4x Cortex A53 @1,6GHz)
GPU:​ ​Mali T880 MP4 @ 875MHz
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB LPDDR3 (4,7GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​32GB (147 / 59MB/s)​
Fingerabdruck Scanner:​Ja, Front​
​Sensoren:​Accelerometer, Proximity, Light, Gyroscope, Orientation, Magnetometer, Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration
Besonderheiten:​-​
Abmessungen / Gewicht:​9,5mm / 178g​

Der Mediatek MT6797X alias Helio X27 ist bis zur Verfügbarkeit des Helio X30 für Endkunden der aktuell leistungsfähigste Mediatek Prozessor und soll im UMi Z für high-end Performance sorgen.. Vom Aufbau her entspricht er dem Helio X20 bzw. X25, jedoch wurde der Takt angehoben, was nicht nur für die 10 CPU Kerne, sondern auch für die GPU gilt.

Das Resultat ist ein wirklich flotter Prozessor, welcher vor allem in Spielen zeigt, dass Mediatek Chips nicht langsam sein müssen. Aktuelle Titel meistert der Helio X27 im Gegensatz zum Helio X20 recht gut, sodass größtenteils ein flüssiges Spielerlebnis gegeben ist. Nur hin und wieder sind mal ein paar übersprungene Frames bzw. ein leichtes Stottern zu bemerken. So ganz reicht es also immer noch nicht, um an die Spiele Leistung eines Snapdragon 820 heranzureichen.

Leider erkauft man sich diesen Fortschritt bei der Leistung mit einem deutlich erhöhten Energieverbrauch und mehr Abwärme. Nach einer Spiele-Session von 15 Minuten haben wir am Prozessor direkt hin und wieder mehr als 80°C gemessen. Die Rückseite des UMi Z wird dann natürlich auch sehr warm, was teils kurz davor ist unangenehm zu werden. Beim Akkustand kann man bei anspruchsvollen Spielen regelrecht zusehen, wie die Ladung schwindet.

Im Alltagsbetrieb sinkt der Energieverbrauch dann natürlich deutlich ab, kann aber auch hier hin und wieder in die Höhe schnellen. Dies kommt vor allem dann vor, wenn man mehrere Apps gleichzeitig nutzt oder viele Tabs im Browser geöffnet hat. Nicht wirklich überzeugt hat uns übrigens - im Gegensatz zu Spielen - die Alltagsperformance. Aus irgendeinem Grund läuft das UMi Z alles andere als Rund. Beim Scrollen und in vielen Animationen ist ein konstantes Mikro-Stottern zu bemerken und das Smartphone bleibt vor allem bei frisch geöffneten Apps oder beim Multitasking gerne mal kurz hängen. Wir haben mal rein aus Neugier das UMi Plus E zum Vergleich direkt neben dem UMi Z genutzt. Ersteres konnte trotz schwächerem Prozessor einen deutlich flüssigeren Eindruck hinterlassen.

Update: Seit dem Android 7 Update, welches im Juni 2017 veröffentlicht wurde, läuft das Smartphone deutlich flüssiger.

Woran diese Probleme mit dem konstanten Stottern nun genau liegen, lässt sich schwer beurteilen. Wir tendieren aber dazu, dem Speicher die Schuld zu geben. Beispiel RAM: Dieser ist mit 4GB zwar ausreichend groß, die Geschwindigkeit ist allerdings ein schlechter Scherz. 2,1GB/s Durchsatz kennt man normal von low-cost Smartphones, aber nicht von Geräten die mehr als 200€ kosten.

Update: Die RAM Geschwindigkeit hat sich mit dem Upgrade auf Android 7 Nougat auf rund 5GB/s erhöht.

Beim 32GB großen Datenspeicher sieht es leider auch nicht sehr viel besser aus. Beim Lesen haben wir hier 147MB/s erreicht, was zwar kein extrem schlechtes Ergebnis ist, unterm Strich aber dennoch deutlich weniger ist, als man für den Preis erwarten würde. Richtig lahm ist der Speicher beim Schreiben. Hier werden nur knapp 60MB/s erreicht.

Micro SD Karten werden unterstützt. Dabei geht allerdings ein SIM Steckplatz verloren, da das UMi Z einen Hybrid Slot nutzt. Wir haben das Smartphone mit einer 128GB Micro SD Karte getestet und konnten diese auch als internen Speicher formatieren. Aufgefallen ist dabei jedoch, dass beim freien Speicherplatz dann nur noch Kauderwelsch angezeigt wird.

Immerhin lässt sich das UMi Z bei der Sensorausstattung nichts zu Schulden kommen. Gyroskop und Kompass sind vorhanden und funktionieren beide problemlos. Auch die restlichen Sensoren funktionieren tadellos. Nur ein Schrittzähler fehlt im UMi Z leider.

Der Fingerprint Scanner ist nicht ganz perfekt, aber durchaus brauchbar. Das Entsperren dauert im Schnitt ca. 0,7 Sekunden und die Ausfallrate liegt bei 3 von 10 Versuchen. Hin und wieder gibt es leider auch mal einen Totalausfall, was sich dann auch auf die Home Button Funktionalität auswirkt. Woran das liegt, konnten wir leider nicht herausfinden und somit auch nicht gezielt triggern. Gefühlt dürfte das aber ein Software Bug sein.

Update: Mit dem Android 7 Update hat sich der Fingerabdruck Sensor / Home Button massiv verbessert. Die Ausfälle sind verschwunden und die Zuverlässigkeit hat sich deutlich erhöht. Lediglich die etwas langsame Entsperrzeit ist geblieben, doch damit kann man leben.

Software

​Variante: ​Stock Android
​Android Version: Android 7.1.1
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem UMi Z läuft leider noch Android 6.0 Marshmallow, ein Upgrade auf Android 7 wurde aber bereits angekündigt. Das System kommt ohne Bloatware und Schadsoftware daher. Die Oberfläche wurde nicht angepasst. Der Security Patch stammt im aktuellen Update vom Februrar vom 5. Januar 2017.

Update: Das Android 7 Nougat Update wurde Anfang Juni 2017 veröffentlicht. Das Update wurde per OTA ausgerollt und verfügt über einen aktuellen Security Patch vom 5. Mai 2017.

Das System kommt out of the box mit vorinstalliertem Google Play Store daher und unterstützt alle von Android mitgelieferten Sprachen inklusive Deutsch.

Neben der schlechten Optimierung gibt es zwei mehr oder weniger grobe Fehler im System. Einmal aktiviert sich Bluetooth selbständig nach fast jedem Neustart oder beim Deaktivieren des Flugmodus und zweitens geht das Smartphone oft nicht in den Deep Sleep, was zu einem erhöhten Akkuverbrauch im Standby führt. Ebenfalls aufgefallen ist, dass der Home Button manchmal für einige Sekunden nicht reagiert.

Update: Mit dem Android 7 Update wurden die Fehler behoben.

Zusatzfunktionen die das UMi Z bietet sind eine Steuerung für die RGB LED, Energiesparprofile, anpassbare On-Screen Buttons und ein automatischer Task Killer. Zudem ist Unterstützung für Mediatek Miravision vorhanden und die Kamera App wurde mit der UMi-eigenen ersetzt, welche man mittlerweile auf allen Smartphones des Herstellers findet. Diese bietet auch einen eingeschränkten manuellen Modus.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 2G: 850/900/1800/1900MHz
3G: 900/2100MHz
4G: B1/B3/B7/B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​​Nein
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Ja, Nano und Micro, Hybrid Slot
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Die Empfangsleistung vom UMi Z hat uns positiv überrascht. Im Mobilfunk wurde durchweg eine gute Signalstärke erreicht. Eine 3G Verbindung konnte an signalschwachen Orten aufrecht erhalten werden. LTE Band 20 wird unterstützt. Hin und wieder (in knapp 2 Wochen bisher zweimal) gab es allerdings Probleme mit der Datenverbindung. Trotz guter Signalstärke fließen manchmal keine Daten und Apps behaupten, dass keine Internetverbindung vorhanden wäre. Hier scheint es sich um einen Bug in der Modem Firmware zu handeln, welcher hoffentlich mit einem der nächsten Updates behoben wird.

Im WLAN und Bluetooth Bereich gab es keine Auffälligkeiten. Trotz dem Vollmetallgehäuse, überzeugt das UMi Z hier mit einer sehr guten Performance. In Routernähe konnten wir unsere Internetleitung mit 200MB/s voll auslasten. Ein Stockwerk unter dem Router brach die Bandbreite auf akzeptable 56Mbit/s ein. Wir konnten uns im gesamten unteren Stockwerk bewegen, ohne dass es zum Signalabbruch kam.

Bei den meisten UMi Smartphones ist das GPS unbrauchbar. Nicht so beim UMi Z! Offenbar hat man die Kritik der Kunden endlich erhört und hierauf besonderes Augenmerk gelegt, denn die GPS Performance ist perfekt. Die Fix Zeit ist recht kurz, GLONASS Satelliten werden problemlos gefixt und generell erreicht man auch bei bewölktem Himmel eine sehr gute Signalstärke. Dies spiegelt sich dann auch im Praxistest wieder. Sowohl beim Google Fit Tracking als auch beim Navigieren gab es keinerlei Auffälligkeiten. Auch zur Fußgängernavigation eignet sich das UMi Z dank Gyroskop und Kompass.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​​NXP Smart PA
Dedizierter Verstärker:​Ja

Der interne Mono Lautsprecher des UMi Z klingt nicht schlecht, beeindruckt aber auch nicht. Er erreicht eine akzeptable Lautstärke und kratzt auf der höchsten Stufe nicht. Es fehlt im aber etwas an Bass. Das UMi Plus E klang da eine ganze Ecke besser.

Über Kopfhörer liefert das UMi Z dank NXP Smart PA Chipsatz eine exzellente Qualität. Die Bässe sind intensiv, übertönen aber nie die Mitten und Höhen. Das Klangbild ist mit guten Kopfhörern sehr angenehm. Die maximale Lautstärke geht in Ordnung, ist aber nicht übermäßig hoch.

Beim Telefonieren wird man selbst sehr gut verstanden. Das Noise Cancelling verrichtet gute Dienste. Der Telefonhörer klingt aber etwas dumpf und blechern.

Kamera

​Hauptkamera: ​13MP Samsung S5K3L8, f/2.2
​Frontkamera: ​13MP Samsung S5K3L8, f/2.2
​Blitz:​Quad LED, zweifarbig
​Fokus:​Laser Fokus
​Slow Motion:​Nein

Das UMi Z ist insofern eine Besonderheit, da es sowohl auf der Front als auch auf der Rückseite auf denselben Kamerasensor setzt. In beiden Modulen steckt ein Samsung S5K3L8 Sensor mit 13MP und f/2.2 Blende. Die Frontkamera wird von einem Soft-Light LED Blitz unterstützt, die Hauptkamera von einem Laser Fokus und einem zweifarbigen Quad LED Blitz wie beim iPhone 7.

Wenngleich die Ausstattung auf dem Papier beeindruckt, so kann sie in der Praxis nicht überzeugen. Wie wir das von UMi gewohnt sind, wurden die Kameras auch beim UMi Z nicht sonderlich gut optimiert. Die Software ist bei Smartphone Kameras einfach das wichtigste Element. Wird hier unsauber gearbeitet, dann kann man auch keine guten Ergebnisse erwarten.

Und so leidet auch das UMi Z wieder an Problemen, welche man schon von den Vorgängern kennt. Den Bildern mangelt es an Details, womit sie recht verwaschen wirken. Außerdem wirken die Farben ausgewaschen. Würde man sich hier etwas mehr Mühe im Post Processing geben, so könnte man mit dem UMi Z tolle Fotos schießen. Doch im Moment werden die Ergebnisse der Preisklasse einfach nicht gerecht. Selbst ein Meizu M5 Note schießt da schönere Bilder bei einem weitaus geringeren Preis.

Da hilft es dann auch nichts, dass die Kamera sehr schnell auslöst und der Fokus relativ schnell gefunden wird. Der Laser Fokus bringt übrigens keine erkennbaren Vorteile gegenüber PDAF. Weder ist die Geschwindigkeit höher, noch arbeitet der Fokus zuverlässiger. Besonders bei kleinen Objekten wie z.B. Blätter und Blüten fokussiert die Kamera gerne mal den Hintergrund statt das eigentlich scharf zu stellende Element im Bild. Lediglich im Dunkeln macht sich der Laser Fokus bemerkbar, da die Kamera hier deutlich schneller fokussiert als Geräte die nur PDAF unterstützen.

Nützten tut einem in der Praxis aber auch das nichts, da die low-light Performance des Kamera schlecht ist. Schon bei leichtem Lichtmangel sinkt der Detailreichtum noch weiter ab und ein Bildrauschen macht sich breit, welches dann immer intensiver wird, je dunkler es wird. Der Quad LED Blitz ist nicht mehr als eine Spielerei. Die vier LEDs sorgen nicht für mehr Helligkeit als ein Dual LED Blitz. Allenfalls die Lichtverteilung ist eine Spur besser.

Mit der UMi Z Kamera angefertigte 4k Aufnahmen sind brauchbar, liegen jedoch weit hinter dem, was z.B. ein LeEco Le Max 2 oder L2 / Le S3 abliefert. Auch hier ist die Bitrate mal wieder recht gering, was dazu führt, dass es den 4k Aufnahmen an Detailreichtum mangelt. Dadurch wirken sie einfach nicht so scharf, wie man das eigentlich erwarten würde. Auch Fraktale sind bei schnellen Bewegungen bzw. vielen Änderungen im Bild zu sehen. Die Tonqualität der 4k Aufnahmen ist auch nicht sonderlich berauschend.

Das einzige wofür man das UMi Z im Kamera Bereich loben kann, ist ist Frontkamera. Diese schneidet zwar - da es sich um dasselbe Modul handelt - nicht besser ab als die Hauptkamera, doch für eine Frontkamera sind die Ergebnisse dann doch sehr gut. Wer gerne Selfies schießt, der wird zumindest bei Tageslicht mit dem UMi Z sehr glücklich sein. Bei Lichtmangel versagt die Kamera aber auch hier. Der Soft-Light LED Blitz auf der Front bringt nur bedingt Licht ins Dunkle. Für eine minimale Aufhellung bei künstlicher Beleuchtung reicht es, für Aufnahmen bei völliger Dunkelheit aber keinesfalls. Da hätte man besser die Hintergrundbeleuchtung des Displays als Blitz genutzt - so wie beim iPhone. Das hätte deutlich besser funktioniert.

Alle Fotos die wir mit dem UMi Z aufgenommen haben, könnt ihr euch hier bei Google Photos im Original ansehen.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.750mAh
​Kapazität (Gemessen): ​3.690mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja, funktioniert aber nicht

Durch die schlechte System Optimierung ist auch der Akkuverbrauch des UMi Z recht hoch. Im Betrieb kamen wir auf einen Verbrauch von 17,2% pro Stunde und selbst im Standby wurden 2,4% pro Stunde verbraucht, da das Gerät oftmals nicht in den Deep Sleep geht.

Update: Mit der Android 7 Firmware hat sich der Standby Verbrauch durch das Beheben des Deep-Sleep Fehlers auf 0,9% pro Stunde reduziert. Leider ist der Verbrauch bei aktivem Smartphone weiterhin recht hoch, was anscheinend am Prozessor liegt.

Unterm Strich kamen wir oft nur mit Mühe über den Tag. Im Schnitt kamen wir auf eine Screen-On Zeit von 5 Stunden und 48 Minuten. Der Standby Betrieb ist 41 Stunden und 22 Minuten möglich.

Das UMi Z soll Pump Express Plus unterstützen, was jedoch nicht korrekt funktioniert. Das Aufladen des Akkus von 20% auf 100% dauert 2 Stunden und 15 Minuten. Würde PE+ funktionieren, dann sollte der Ladevorgang nicht länger als anderthalb Stunden dauern.

UMi Z - Fazit

Mit dem UMi Z hat der Hersteller in vielen Bereichen große Schritte nach vorne gemacht. Um abzuliefern, reicht es dennoch nicht, da man es wieder in essentiellen Bereichen vergeigt hat. Die Kamera wird der Preisklasse nicht gerecht, die Kühlung des Prozessors ist unzureichend, der Stromverbrauch ist zu hoch, Fast Charging funktioniert nicht, die Systemoptimierung ist unbefriedigend.

Warum sollte man für ein Smartphone, das so viel falsch macht, 220€ auf den Tisch legen, wenn man für weniger im Hause Meizu, Xiaomi und LeEco deutlich mehr geboten bekommt? Die Unterstützung von Band 20 LTE rechtfertigt das sicherlich nicht.

Immerhin: UMi bzw. UmiDigi befindet sich auf dem richtigen Kurs und die reine Hardware Basis des UMi Z ist im Gegensatz zu den meisten Vorgängern solide. Investiert man nun noch Ressourcen in die weitere Optimierung und Behebung von Fehlern, dann könnte das tatsächlich noch was werden.

Update vom 8. Juni 2017: Mit dem Upgrade auf Android 7 Nougat wurden viele Probleme behoben. Einige Problemzonen wie die mäßige Akkulaufzeit, das nicht korrekt funktionierende Fast-Charging und die starke Wärmeentwicklung sind allerdings geblieben.

Pro Contra
​+ Schönes Design ​- Prozessor wird zu heiß
+​​ Hochwertige Verarbeitung-​​ System ruckelt
+​​ Ausreichende Gaming Performance-​​ Kamera für den Preis unzureichend
+​​ Sehr guter Empfang-​​ Langsamer Speicher
+​​ Recht guter Klang-​​ Bugs
+​​ Kratzfestes Displayglas-​​ Fast Charging funktioniert nicht
+​​ Helles Display mit schönen Farben-​ Akkulaufzeit nicht so gut wie sie sein sollte
+ Gute Performance​- Modem Bug, ab und zu keine Internet Verbindung (tritt selten auf)
​- Reaktionszeit des Displays nicht optimal, Lichthof am unteren Displayrand
- Touchscreen nicht sehr präzise