UmiDigi Z Pro Test

b2ap3_large_umidigi-z-pro-_20170407-152602_1 UmiDigi Z Pro Review

Dual Kamera Smartphones haben sich zu einem der wichtigsten Trends auf dem chinesischen Smartphone Markt entwickelt. Die meisten Geräte setzen allerdings auf ein einfaches Set-Up bestehend aus einem hoch- und einem niedrig-auflösenden Farbsensor.

Das UmiDigi Z Pro ist tatsächlich eines der ersten Dual Kamera Smartphones im mittleren Preissegment, welches auf ein besseres Dual Kamera Modul nach Vorbild anderer Geräte wie z.B. dem Huawei P9 oder P10 setzt. Hier kommen zwei hochauflösende 13MP Sensoren zum Einsatz, wovon einer Farbaufnahmen, der andere Schwarz-Weiß-Aufnahmen erzeugt.

Möglich macht dies der neue Kamera ISP im Helio X27, welcher derlei Dual Kameras nativ unterstützt. Das UmiDigi Z Pro verspricht also eine Kamera Performance auf high-end Niveau zum mehr oder weniger kleinen Preis. Ob dieses Versprechen gehalten wird und wie das Smartphone sonst so in unserem Test abgeschnitten hat, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

UmiDigi Z Pro - Verpackung & Lieferumfang

Das UmiDigi Z Pro basiert auf dem bereits getesteten UmiDigi Z, womit der Lieferumfang für uns keine Überraschung mehr war. Das Gerät kommt in einer hochwertig wirkenden Metallbox daher, welche den Transport zu uns leider nur verzogen überlebt hat. Im Inneren befindet sich ein Umschlag mit einer mehrsprachigen Anleitung, ein rotes USB Typ-C Kabel, ein Pump Express Plus Ladegerät und eine SIM Nadel.

Design & Verarbeitung

Das UmiDigi Z Pro ist wie sein Vorgänger für UmiDigi-Verhältnisse sehr gut verarbeitet. Das Unibody Gehäuse wird aus einem Stück Metall gefräst, womit es sehr stabil ist. Die ungenau eingepassten Kunststoffteile und knarzenden Gehäuse älterer UmiDigi Smartphones gehören also der Vergangenheit an. Hardware Tasten und SIM Slot sind sauber verarbeitet. Die Tasten sitzen recht fest an ihrem Platz und klappern somit nicht.

Um das Smartphone zieht sich am Übergang zur Rückseite eine feine Rille, welche für eine gewisse Griffigkeit sorgt und das Smartphone vom Handgefühl her kantiger wirken lässt. Dies fühlt sich aber keineswegs unangenehm an.

Generell liegt das UmiDigi Z Pro recht gut in der Hand. Das Gewicht ist mit 178g nicht gerade niedrig, aber auch nicht zu hoch. Die Gehäusedicke liegt bei 9,5mm mit Kamera Modul bzw. 8,8mm ohne das Kamera Modul.

Neu ist die Farbe, denn das UmiDigi Z Pro ist nur in Schwarz erhältlich. Hierbei handelt es sich um ein mattes Schwarz, welches je nach Intensität des Umgebungslichtes eher wie ein dunkles Grau aussieht.

Der USB Typ-C Port befindet sich im unteren Rahmen inmitten des Sprachmikrofons und des Medienlautsprechers. Wie von UmiDigi gewohnt, handelt es sich hier wieder um einen Anschluss in Überlänge, sodass nicht alle Typ-C Kabel oder Typ-C OTG Adapter genutzt werden können. Immerhin ersetzt UmiDigi den 3,5mm Anschluss nicht. Dieser ist nach wie vor im oberen Rahmen zu finden.

Die Front des UmiDigi Z Pro wird wie gehabt von 2,5D Glas bedeckt, womit ein sanfter Übergang vom restlichen Gehäuse auf die Front gewährleistet ist. Der Home Button mit integriertem Fingerprint Scanner ist ein reiner Touch Button, wie z.B. beim OnePlus 3. Über dem Display befindet sich zusätzlich zum Telefonhörer und den Sensoren die Frontkamera mit Selfie Licht und eine RGB Status LED.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ 1920 x 1080​
Technologie​:IPS OGS LCD​
​Anzahl Berührungspunkte:5​
Gehärtetes Glas:​Ja (dennoch anfällig für Mikro Kratzer)​
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das UmiDigi Z Pro hat wieder exakt das gleiche Display am Start wie schon das UMi Z. Es handelt sich also um ein Full HD Panel von Sharp. Das Display liefert eine warme Farbdarstellung und die Inhalte wirken scharf. Etwas besser könnte der Kontrast und damit auch die Schwarzwerte sein. Im unteren Bereich fällt wieder der schmale Lichthof auf. Die Lesbarkeit unter Sonnenlicht ist OK und die Blickwinkelstabilität zufriedenstellend.

Beim Displayglas setzt man auf gehärtetes Dinorex Glas, welches zwar nicht anfällig für tiefe Kratzer ist, wohl aber mit der Zeit an Mikro-Kratzern leidet. Wer auf diese feinen gebrauchsspuren empfindlich reagiert, sollte also von Beginn an eine Schutzfolie oder ein Schutzglas nutzen. Die Oberfläche des Glases ist angenehm gleitfähig, nimmt jedoch Fingerabdrücke recht schnell an.

Der Touch Screen unterstützt 5 Berührungspunkte und funktioniert mittelprächtig. Die Reaktionszeit beim Tippen ist nicht die Beste und auch die Genauigkeit könnte etwas besser sein. Beim schnellen Tippen trifft man oft falsche Buchstaben. Ursache dafür ist die zu niedrige Touch Auflösung. Beim langsamen Scrollen macht sich dies in einem leichten Stottern bemerkbar.

Hardware & Performance

​Prozessor: Mediatek Helio X27 / MT6797X (2x Cortex A72 @2,6GHz, 4x Cortex A53 @2GHz, 4x Cortex A53 @1,6GHz)
GPU:​ ​Mali T880 MP4 @ 875MHz
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB LPDDR3 RAM (5,2GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB (117,39 / 68,60MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Home Button)
​Sensoren:​Accelerometer, Proximity, Light, Gyroscope, Orientation, Magnetometer, Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration
Besonderheiten:​RGB Status LED
Abmessungen / Gewicht:​​154 x 76,6 x 8,7mm / 176g

Ausgestattet mit einem Mediatek Helio X27 Prozessor, ist das UmiDigi Z Pro ein sehr leistungsfähiges Smartphone – zumindest potentiell. Denn wie beim Vorgänger gibt es auch hier wieder Probleme mit der Performance, was an der schlecht optimierten Firmware liegt.

Zwar ist diesmal der RAM deutlich schneller (über 5GB/s) und auch im Antutu Benchmark wird mit 95.290 Punkten ein deutlich höherer Wert erzielt, doch im Alltag fühlt sich das UmiDigi Z Pro dennoch zäh an und die Oberfläche stottert immer wieder. Von der Rechenleistung des Prozessors merkt man damit nicht viel. Ein auf dem Papier schwächeres UMi Plus E läuft flüssiger.

Nur beim Spielen merkt man etwas vom Helio X27, denn hier schlägt sich das UmiDigi Z Pro recht gut. Wir konnten anspruchsvolle Spiele wie Oz: Broken Kingdom, Unkilled und Asphalt Xtreme auf höchsten Grafikeinstellungen größtenteils flüssig spielen. Das einzige Problem ist dabei die enorme Wärmeentwicklung. Zu einem Performance Einbruch kommt es zwar nicht, aber eine SoC Temperatur von 80°C nach 15 Minuten Spielen ist schon grenzwertig. Am Gehäuse erreicht das Smartphone Temperaturen zwischen 40 und 50°C, was gerade bei warmen Außentemperaturen unangenehm sein kann.

Der interne 32GB Speicher erreicht für die Preisklasse eher unbefriedigende Werte. Besonders beim Schreiben ist er mit nur 68MB/s recht langsam. Micro SD Karten können auf Kosten der Dual SIM Funktionalität genutzt werden. Die Geschwindigkeit ist auch hier nicht die Beste. Mit knapp 48MB/s beim Lesen und rund 18MB/s beim Schreiben konnten wir das Maximum unserer 128GB Karte nicht ausreizen.

Was die Sensoren betrifft zeigt sich das UmiDigi Z Pro vorbildlich und liefert einen Kompass sowie ein Gyroskop mit. Beide funktionieren tadellos. Ein Schrittzähler ist nicht mit an Bord.

Bezüglich des Fingerabdruck Scanners sah es zu Beginn so aus, als hätte UmiDigi die Ausfälle abstellen können, was aber leider doch nicht der Fall ist. Wie beim Vorgänger, fällt der Fingerprint Scanner des UmiDigi Z Pro immer wieder mal für einige Sekunden aus, in denen man das Gerät dann nur per Code entsperren kann. Dies wirkt sich auch wieder auf die Home Button Funktionalität aus. Es kommt immer wieder über den Tag verteilt vor, dass man Apps für einige Sekunden nicht verlassen kann, da der Button nicht mehr reagiert.

Software

​Variante: ​Vanilla Android
​Android Version: ​Android 6.0 Marshmallow
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Während UMi Z Besitzer bisher vergeblich auf das versprochene Android N Update warten, werden auch Käufer des UmiDigi Z Pro enttäuscht. Auch hier läuft wieder Android 6.0 Marshmallow – immerhin aber mit einem halbwegs aktuellen Security Patch vom 5. Februar 2017.

Wie von UmiDigi gewohnt, kommt das System als Vanilla Android daher und verfügt nur über wenige Extra Funktionen, welche aus dem Einstellungs-Menü heraus zugänglich sind. Das System unterstützt alle wichtigen Sprachen und der Google Play Store ist ab Werk vorhanden.

Das Problem mit dem sich selbständig aktivierenden Bluetooth nach einem Neustart oder dem Deaktivieren des Flugmodus wurde beim UmiDigi Z Pro behoben. Ersetzt wurde der Bug allerdings mit einem Neuen. Hin und wieder passiert es, dass die Auto Rotation hängen bleibt. Am häufigsten war dies beim Fotografieren der Fall, was dann zur Folge hat, dass Aufnahmen falsch ausgerichtet sind. Um die Auto Rotation wieder in Gang zu bringen, ist ein Neustart des Smartphones nötig.

Ein weiterer Fehler betrifft Google Fit. Aus irgend einem Grund kann die App keine Sessions speichern. Hat man z.B. eine Radtour aufgezeichnet, so wird die gefahrene Strecke absolut problemlos aufgezeichnet. Beendet man jedoch die Session, werden keine Daten gespeichert. Es wird im Account dann lediglich die Dauer der Session mit den verbrannten Kalorien angezeigt. Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit und die zugehörige Karte mit der eingezeichneten Strecke fehlen völlig.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: 850/900/1800/1900MHz
3G: 900/2100MHz
4G: B1/B3/B7/B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n (Dual Band)
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​​Nein
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​​Dual Nano SIM Hybrid Slot
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Was die Empfangsleistung betrifft, konnte das UmiDigi Z Pro wieder überzeugen. Der Mobilfunkempfang liegt auf einem sehr guten Niveau und LTE Band 20 wird unterstützt. Diesmal gab es auch keine Probleme mit der Datenverbindung.

Das UmiDigi Z Pro unterstützt WLAN 802.11a/b/g/n mit 5 und 2,4GHz. Im Test konnten wir unsere Internetverbindung mit 200Mbit/s voll ausnutzen. Ein Stockwerk unter dem Router brach die Datenrate auf 10Mbit/s ein. Damit liegt das UmiDigi Z Pro interessanterweise trotz identischem Design deutlich hinter dem UMi Z. Zu Signalabbrüchen kam es aber trotz des starken Einbruchs der Bandbreite nicht.

Bluetooth 4.1 wird ebenfalls unterstützt und funktionierte im Test einwandfrei. Sowohl mit einem Gaming Controller als auch einem Bluetooth Kopfhörer konnten wir keine Störungen oder Verbindungsabbrüche feststellen. Mit dem Kopfhörer konnten wir uns über zwei Räume hinwegbewegen, ohne dass es zu Störungen in der Verbindung kam.

Die GPS Empfangsleistung des UmiDigi Z Pro ist abermals exzellent. Die Signalstärke einzelner Satelliten liegt auf einem sehr guten Niveau und die Positionierung wird blitzschnell binnen 8 – 9 Sekunden durchgeführt. Beim Navigieren macht das Smartphone einen sehr guten Job, egal ob im Auto oder zu Fuß. Beim Google Fit Tracking wurde die zurückgelegte Strecke akkurat auf der Karte eingezeichnet. Sogar Seitenwechsel auf einer Straße sind bei klarem Himmel zu erkennen. Leider ist Google Fit aber wegen dem im oberen Kapitel genannten Software-Bug nicht nutzbar.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​Ja​
Dedizierter Verstärker:​Ja​

Im Vorgänger klang der Medienlautsprecher nicht schlecht, jedoch mangelte es ihm etwas an Bass. Beim UmiDigi Z Pro hat man hier offenbar an ein paar Stellschrauben gedreht, denn der Klang ist deutlich voller. Leider erkauft man sich dies durch eine stärkere Tendenz auf hoher Lautstärke zu übersteuern. Bleibt man jedoch unter 80% ist alles in Ordnung und man erhält einen recht guten Klang.

Per Kopfhörer liefert das UmiDigi Z Pro einen bomben Sound ab. Auch hier ist wieder ein NXP Smart Amplifier an Bord, welcher nicht nur für ordentlich Druck sorgt, sondern auch eine sehr angenehme Abmischung des Klangbildes erzeugt. Mit den Xiaomi Hybrid Earphones hatten wir da recht viel Spaß beim Musik hören und Ansehen von Filmen.

Unverändert zeigt sich die Telefoniequalität. Man selbst wird gut verstanden und das Noise Cancelling mit dediziertem Mikrofon leistet gute Dienste. Der Telefonhörer klingt aber etwas dumpf und blechern. Das ist zwar nicht direkt ein Problem, trübt das Gesamtbild allerdings ein wenig.

Kamera

​Hauptkamera: ​2x 13MP Sony IMX258, f/2.2
​Frontkamera: ​13MP Samsung S5K3L8, f/2.2
​Blitz:​Quad Dual LED Blitz
​Fokus:​Hybrid
​Slow Motion:​Nein

Kommen wir nun also zum Star der Show: Der Kamera. Während im Vorgänger noch eine einzelne Hauptkamera zum Einsatz kam, sind es nun gleich zwei Sensoren. Im UmiDigi Z Pro stecken zwei 13MP Sony IMX258 Einheiten mit Hybrid Fokus und f/2.2 Blende, wovon einer monochrome Aufnahmen liefert. Damit nutzt UmiDigi also die Möglichkeiten aus, welche der neue Kamera ISP im Helio X27 bietet.

Genutzt wird die Dual Kamera im mehreren Szenarien. Einmal gibt es da den Klassiker unter den Dual Kamera Funktionen: Das Erzeugen eines künstlichen Bokeh Effektes. Dies gelingt hier auch deutlich besser, als wir das von den bisher getesteten Billig-Dualkamera-Smartphones kennen. Der Bokeh Effekt wirkt realistischer und man hat sogar die Möglichkeit nachträglich den Fokus der Bilder zu verändern. Wirklich perfekt ist das Feature aber nicht und UmiDigi hat somit noch einiges an Arbeit vor sich. Die Nutzung des Bokeh Modus erfordert einiges an Erfahrung und auch ein Nachjustieren um ansehnliche Bilder zu erzeugen. Einfaches „Point and Shoot" ist hier nicht möglich. Es kommt auch immer wieder mal vor, dass der Algorithmus Teile des Hintergrundes beim erzeugen des Bokeh Effektes auslässt oder gar Teile unscharf zeichnet, welche eigentlich scharf sein sollten. Hier klappt wohl die Erfassung der Tiefeninformationen noch nicht so ganz. Nichts desto trotz: Nützlich ist die Funktion durchaus, vorausgesetzt man hat die nötige Geduld sie richtig zu nutzen.

Der Bokeh Modus kann auch zum Aufnehmen von Videos (max. 1080p) genutzt werden. Hierbei wird versucht den Hintergrund in Echtzeit mit dem Bokeh Effekt zu versehen. Dies gelingt aber nur wirklich gut, wenn sich das scharf zu stellende Objekt nicht bewegt. Sobald es sich bewegt, kommt der ISP / die Software nicht mehr hinterher und stellt das Objekt kurzzeitig teilweise oder komplett unscharf. Auch hier ist die Nutzung also mit etwas Geduld und Erfahrung verbunden.

Ein weiteres Feature, das sich die Dual Kamera zu Nutze macht, ist ein Super Night Mode. Dieser eignet sich für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und hat keinen Einfluss auf die Belichtungszeit. Durch die Kombination der Bildinformationen beider Sensoren wird der Detailgrad von low-light Aufnahmen erhöht, was die Bildqualität merklich verbessert. Tatsächlich gelingen so oft deutlich schönere Aufnahmen, als im HDR Modus mit nur einem Sensor.

Letztlich besteht auch die Möglichkeit den Farbsensor zu deaktivieren und nur mit dem monochromen Sensor zu fotografieren. Das klingt zunächst banal, erzeugt interessanterweise aber tatsächlich schönere Schwarz-Weiß Aufnahmen, als man sie von einem normalen Farbsensor im Schwarz-Weiß Modus erhalten würde. Wer auf S/W-Fotografie steht, der wird damit seinen Spaß haben.

Doch wie steht es eigentlich um die generelle Bildqualität? Ganz klar muss man hier sagen, dass das UmiDigi Z Pro gar keine so schlechte Figur macht. Für UmiDigi Verhältnisse kann man die Kamera fast schon als exzellent bezeichnen. Schwächen hat sie aber dennoch und liefert nicht unbedingt das Optimum ab, was in der Preisklasse möglich ist.

Konkret zeigt das UmiDigi Z Pro die typischen Schwächen, an welchen alle Smartphones des Herstellers mal mehr oder weniger leiden. Der Detailgrad weiter entfernter Objekte ist beispielsweise nicht so hoch wie er sein könnte. Hin und wieder wirken Teile der Aufnahmen etwas matschig. Der Effekt ist hier zwar nicht so gravierend wie beim UMi Z oder UMi Plus E, aber dennoch fällt er bei genauer Betrachtung auf. Der Rauschanteil könnte generell geringer sein.

Auch mit schlechten Lichtverhältnissen hat die Kamera zu kämpfen. Das ist besonders dann der Fall, wenn man auf die Nutzung des Super Night Mode verzichtet. Es entsteht recht schnell ein Bildrauschen und Aufnahmen werden schnell unscharf. Besonders anfällig für Wackler ist die Kamera bei Nutzung des Quad LED Blitzes.

Grund für diese Schwächen ist ganz klar die Software. UmiDigi hat einfach weiterhin kein gutes Händchen für die Entwicklung und Optimierung entsprechender Algorithmen. Die Hardware Basis ist diesmal bombe, aber das Maximum kann man eben nicht herauskitzeln. Genau deshalb ist es wichtig, dass der Hersteller diesmal am Ball bleibt und möglichst lange an der Verbesserung der Software feilt. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird sich zeigen. Man täte damit auf jeden Fall nicht nur seinen Kunden einen Gefallen, sondern auch sich selbst.

Wo das UmiDigi Z Pro absolut enttäuscht hat, ist die Aufnahme von Videos in 4k Auflösung. Die Qualität der Aufnahmen ist einfach nur schlecht. Die Videos sehen aus wie Full HD Aufnahmen einer durchschnittlichen Handy Kamera – nur eben größer. Die Qualität ist sogar schlechter als beim UMi Plus E oder UMi Z. Hier hat man also noch einiges an Arbeit vor sich. Sehr gut ist dafür die Tonqualität der Aufnahmen. Das Smartphone findet immer den perfekten Fokus zwischen Hintergrundgeräuschen und einem eventuellen Sprecher im Vordergrund.

Ebenfalls überzeugt hat wieder die Frontkamera. Hier hat man nichts verändert und setzt wieder auf ein 13MP Modul auf Samsung S5K3L8 Basis mit f/2.2 Blende. Bei Tageslicht sind damit gestochen Scharfe Selfies möglich. Bei Dämmerlicht sinkt die Qualität dann aber ab. Das Selfie Licht hilft bei Dunkelheit nur bedingt. Ein Screen-Flash Feature hätte da für mehr Licht gesorgt.

Etwas vorsichtig sollte man übrigens mit der Abdeckung der Dual Kamera umgehen. Diese ist recht empfindlich für Kratzer. Schon nach einmaligem Rutschen über einen Tisch können wir auf der Abdeckung feine Kratzspuren entdecken. Diese beeinträchtigen die Kamera zwar nicht, doch bei tieferen Kratzern kann das sehr wohl der Fall sein.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.750mAh
​Kapazität (Gemessen): ​3.701mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Pump Express Plus​

Das UmiDigi Z Pro verfügt über denselben 3.750mAh Akku der auch im Vorgänger zum Einsatz kam. Der Akkuverbrauch im Betrieb hat sich nicht verändert und lag im Schnitt bei 17,5% pro Stunde. Verbessert wurde jedoch der Standby Verbrauch, welcher nun im Schnitt bei 0,8% pro Stunde liegt. Unterm Strich ist die Laufzeit des UmiDigi Z Pro damit ein wenig besser als beim Vorgänger, die reine Screen-On Zeit ist mit einem Schnitt von 5 Stunden und 42 Minuten allerdings weiterhin nicht perfekt. Eine Akkuladung reicht maximal für einen Tag aus, allerdings nicht mehr für den Abend. Spätestens um 18 Uhr mussten wir mit dem UmiDigi Z Pro wieder an die Steckdose.

Am nicht korrekt funktionierenden Pump Express Plus wurde nicht gearbeitet. Auch beim UmiDigi Z Pro verläuft die Ladekurve fast linear, sodass ein schnelles Nachladen auf 60 oder 70% nicht möglich ist. Eine Ladung von 20 auf 100% nimmt etwas mehr als zwei Stunden in Anspruch. Das Smartphone erwärmt sich dabei stark.

UmiDigi Z Pro - Fazit

Rein technisch ist das UmiDigi Z Pro wieder ein größtenteils solides Stück Hardware. Vor allem die Kamera konnte uns positiv überraschen, wenngleich hier natürlich noch viel Spielraum für Optimierung ist. Was uns aber massiv enttäuscht hat ist, dass UmiDigi fast alle Fehler des Vorgängers übernommen hat und sich bei der Software abermals nicht viel Mühe gegeben hat. Wenigstens ein flüssig laufendes System sollte doch zu einem Preis von deutlich mehr als 200€ möglich sein. Insofern können wir für das UmiDigi Z Pro abermals nur eine sehr eingeschränkte Kaufempfehlung abgeben. Sollte der Hersteller künftig mit Updates für Besserung sorgen, werden wir den Test entsprechend aktualisieren.

Pro Contra
​+ Hochwertige Verarbeitung ​- Wärmeentwicklung
+​​ Größtenteils gutes Display-​​ Mäßige System Performance / Software Bugs
+​​ Brauchbare Kamera (dennoch mit viel Luft nach Oben, vor allem bei den Dual Kamera Funktionen)-​​ Kamera bietet kein EIS oder OIS, 4k Aufnahmequalität unzureichend
+​​ Gute Empfangsleistung (besonders GPS)-​​ Fast-Charging funktioniert nicht korrekt
+​​ Potentiell viel Leistung, gute Spiele Performance-​​ Akkulaufzeit nicht optimal
+​​ Ordentliche Audioqualität-​​ Langsamer Datenspeicher und Micro SD Zugriff
+​​ Kompass und Gyroskop vorhanden und funktionieren-​ Lichthof am unteren Displayrand stört, Touch Screen nicht optimal (langsam und unpräzise)

​- Fingerprint Scanner fällt hin und wieder aus
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