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UmiDigi A1 Pro Kurztest

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umidigi-a1-pro-2 UmiDigi A1 Pro Testbericht

​Das UmiDigi A1 Pro ist ein typisches Low-Budget China Handy: Im Angebot kostet das Smartphone teils nur 90€, regulär um die 100€. Ein spottbilliges Smartphone also. Umso beeindruckender ist es jedoch, was das UmiDigi A1 Pro alles zu bieten hat. Und dabei geht es nicht nur um die Ausstattung an sich, sondern auch um das Design. Auf der ersten Blick sieht man dem A1 Pro seinen Preis keinesfalls an. Und auch wenn man es in der Hand hält, hat man nicht das Gefühl, einen billigen China-Kracher in der Hand zu halten.

Rückseite des UmiDigi A1 Pro mit Lumia Wave Effekt

Das kratzfeste 2,5D-Glas auf der Front, der solide Metallrahmen und die Rückseite mit Lumia-Wave-Effekt setzen einige Haken auf der Checkliste. Das UmiDigi A1 Pro wirkt deutlich teurer als es ist, und es fühlt sich zunächst auch so an. Sogar an nicht wackelnde Tasten aus Metall hat man gedacht. Erst wenn man sich genauer mit dem Handset beschäftigt und es eine Weile genutzt hat, werden Details sichtbar, die dann doch auf ein günstigeres Gerät schließen lassen. Die Rückseite besteht aus Plastik statt Glas und lässt sich entsprechend leicht zerkratzen. Zudem ist der Lack auf dem Metallrahmen nicht sehr widerstandsfähig. Drei Radtouren in der Halterung haben Gereicht, um den Lack an den Ecken abzukratzen. Ein wirklich großer Kritikpunkt ist das in dieser Preisklasse aber nicht. Immerhin liegt eine Schutzhülle bei, womit man diese Dinge umgehen kann.

​Ein Punkt der das UmiDigi A1 Pro sehr interessant macht ist - neben dem Preis - die Größe. UmiDigi kombiniert relativ schlanke Bezels mit einem 5,5 Zoll Panel und dem mittlerweile zum Standard gewordenen 18:9 Seitenverhältnis. Dadurch ist das UmiDigi A1 Pro verglichen mit dem jetzigen Standard bei Smartphones enorm handlich und tendiert fast schon in Richtung 5 Zoll. Am Display gespart hat man übrigens nicht. Die 720p Auflösung fällt nicht negativ auf, da die Qualität des Displays richtig gut ist. Das genutzte Panel ist sogar hell genug um gegen Sonnenlicht anzukommen. Daumen hoch!

UmiDigi A1 Pro Display

​Deutliche Schwächen zeigen sich dann bei der Hardware Ausstattung und zumindest bei der Leistung verliert das UmiDigi A1 Pro gnadenlos gegen die Konkurrenz von Xiaomi. Der Prozessor (MT6739) ist extrem lahm. Es gibt quasi nichts, das nicht längere Wartezeiten und ein Stottern der Oberfläche auslöst. An Spielen ist abseits von einfachsten Casual Games nicht zu denken. Unbenutzbar ist das Gerät damit nicht, Spaß macht es aber keinen. Überraschend ist dabei, wir warm das Smartphone angesichts der schlechten Performance ist. Im Alltag seid ihr zwingend auf die Nutzung einer Micro SD Karte angewiesen. 16GB Speicher dürften heutzutage keinem mehr ausreichen. Somit ist auch die Unterstützung von Dual VoLTE im A1 Pro relativ sinnlos, da bei der Nutzung einer Micro SD Karte sowieso nur ein SIM Slot übrig bleibt. Apropos VoLTE: Der Empfang ist beim UmiDigi A1 Pro eher schlecht. Wir hatten an vielen Stellen an denen andere Geräte 3G oder LTE mit geringer Feldstärke(!) haben nur 2G (Edge) Empfang. Bluetooth (4.2), WLAN (b/g/n) und GPS funktionieren dagegen einwandfrei. Letzteres hat uns besonders überrascht. Kompass und Gyroskop sind vorhanden, funktionieren jedoch nicht korrekt. Das Gyroskop weist eine starke Eingabeverzögerung auf und der Kompass rotiert trotz Kalibrierung unkontrolliert. Eine Status LED gibt es nicht.

Zum Entsperren des UmiDigi A1 Pro könnt ihr den rückseitig angebrachten Fingerabdruck Sensor nutzen, welcher mal mehr mal weniger schnell entsperrt, grundsätzlich aber sehr zuverlässig arbeitet. Zusätzlich steht Face Unlock bereit. Das Ironische daran: Bei jedem UmiDigi Smartphone konnte man Face Unlock bisher mit Fotos überlisten - selbst beim großspurig angekündigten 3D Face Unlock im UmiDigi S2 Lite. Beim knallbilligen UmiDigi A1 Pro dagegen funktioniert dies nicht. Und es kommt noch besser: Das Feature ist beim UmiDigi A1 Pro äußerst zuverlässig und funktioniert auch bei relativ wenig Licht. Hut ab!

​Auf dem UmiDigi A1 Pro läuft ein sauberes Android 8.1 Oreo welches im Test vier OTA Updates bekommen hat und mittlerweile stabil läuft. Eine Google Zertifizierung ist vorhanden. Wer Wert auf Audio legt, bekommt beim A1 Pro auch eine positive Überraschung. Der interne Lautsprecher klingt für einen Billigheimer ziemlich gut und wird sehr laut. Einen Kopfhörer Anschluss mit ordentlichem Klang gibt es trotz Typ-C Anschluss. Zudem gibt es zwei Mikrofone, welche gemeinsam einen verdammt guten Klang erzeugen. In dieser Preisklasse bietet das UmiDigi A1 Pro unter allen von uns getesteten Geräten die bisher beste Sprachqualität und kommt beeindruckend gut mit lauten Umgebungsgeräuschen wie Fahrtwind klar. Auf dem Fahrrad war es selbst bei 30km/h noch möglich zu telefonieren.

Wie sieht es mit der Kamera aus? Es kommt darauf an was man damit macht. Vorab: Das UmiDigi A1 Pro hat eine Fake Dual Kamera. Zwar sind die versprochenen Sensoren verbaut (13MP Samsung S5K3L8 f/2.0 + 5MP GalaxyCore GC5025), genutzt werden diese allerdings nicht. Der Bokeh Effekt ist der übliche kreisförmige Blur-Effekt und damit unbrauchbar.

Was die Kamera gut kann sind Fotos bei Tageslicht mit kürzerer Distanz zum Objekt im Fokus. Diese Bilder sehen wirklich gut aus und lassen zu keinem Zeitpunkt auf ein Low-Cost Smartphone schließen - schon gar nicht auf eines von UmiDigi. Schwächen werden erst dann sichtbar, wenn zu wenig Licht vorhanden ist oder Landschaftsaufnahmen angefertigt werden. Der Detailreichtum nimmt dann sehr schnell ab und Bilder wirken matschig. Überraschend gut ist die Frontkamera (5MP GC5025 f/2.0), welche bei Tageslicht für die Preisklasse sehr gute Selfies erzeugt.

​Wo das UmiDigi A1 Pro leider enttäuscht, ist das Thema Akkulaufzeit. Mit einer Screen-On Zeit von nur 4 bis 5 Stunden bricht das Smartphone keine Rekorde. Bei intensiver Nutzung war meistens am späten Nachmittag ein Gang zur Steckdose fällig. Die Angegebene Kapazität von 3150mAh zweifeln wir an. Sowohl AccuBattery als auch ein externes Messgerät haben eine Kapazität von rund 2700mAh ermittelt. Das passt auch zur Laufzeit. Immerhin: Aufgeladen ist das A1 Pro in nur 1:24 Stunden.

Warum eigentlich ein Kurztest?

​Ganz einfach: UmiDigi ist und bleibt eben UmiDigi. Auch wenn das A1 Pro grundsätzlich für den Preis (und für UmiDigi) ein ganz gutes Gerät ist, hat es uns am Ende enttäuscht. Unser Testgerät hat nämlich am vergangenen Wochenende den Geist aufgegeben. Während einer Radtour begann es konstant Soft-Reboots zu machen und die Mobilfunkverbindung brach im Minutentakt ab, um sich danach neu aufzubauen. Ein Reset und auch ein erneutes Flashen der Firmware hat daran nichts geändert, weshalb wir an einen Hardware Defekt glauben. Was ihr aus dieser Information macht, bleibt euch überlassen.

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Kommentare 1

Gäste - Moritz am Mittwoch, 06. Juni 2018 00:47
Mhm also was davon halten?

In großem und ganzen könnte man das a1 also empfehlen wenn der Ausfall nicht gekommen wäre, wenn ich den Test richtig lese oder? Schade dass es wieder so viele kleine Macken hat.. man umidigi..

In großem und ganzen könnte man das a1 also empfehlen wenn der Ausfall nicht gekommen wäre, wenn ich den Test richtig lese oder? Schade dass es wieder so viele kleine Macken hat.. man umidigi..
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