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Ulefone Power 3 Test

Ulefone Power 3

​Das Ulefone Power war und ist das bisher erfolgreichste Smartphone aus dem Hause Ulefone. Mit dem Power 2 kam im Sommer letzten Jahres ein Nachfolger auf den Markt, welcher jedoch nicht überzeugen konnte. Das hat offenbar auch Ulefone eingesehen und nach nur etwa einem halben Jahr einen weiteren Nachfolger auf den Markt gebracht. Das Ulefone Power 3 besticht auf dem Papier mit einer umfangreichen Ausstattung zu einem fairen Preis zwischen 180 und 200€ (je nach Angebotslage). Wir haben das Ulefone Power 3 fast zwei Wochen im Alltag getestet und erzählen euch nun, wo die Stärken und Schwächen des neuen Akku Monsters liegen.

Ulefone Power 3
Verpackung & Lieferumfang

​Ulefone zeigt sich in Sachen Lieferumfang gerne spendabel und macht beim Power 3 keine Ausnahme. Neben der Dokumentation, einem Schnelllader und einem USB Typ-C Kabel (rot), liegen dem Ulefone Power 3 ein Typ-C auf USB Typ-C Adapter, ein Typ-C auf Micro USB Adapter, ein Typ-C auf 3,5mm Adapter, eine Schutzfolie und ein Bumper für die Rückseite bei. An dieser Stelle sei auch gleich positiv zu erwähnen, dass sich das Ulefone Power 3 an den Typ-C Standard hält und somit keine Stecker in Überlänge benötigt werden. Standard Typ-C Zubehör ist somit nutzbar, was insbesondere dann wichtig ist, wenn man mal einen neuen 3,5mm Adapter benötigt.

Ulefone Power 3
Design & Verarbeitung

​Das Ulefone Power 3 besteht im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht mehr aus Metall. Stattdessen setzt man mal wieder auf ein Unibody Gehäuse aus Polycarbonat. Als Nachteil sehen wir das jedoch nicht, da man ein hochwertiges Material gewählt hat. Tatsächlich ist es so, dass man gar nicht sofort merkt, dass das Smartphone nicht aus Metall besteht. Und gerade jetzt im Winter muss man einfach sagen, dass sich ein Smartphone aus Kunststoff einfach angenehmer in der Hand anfühlt. Das Material wird nicht so kalt wie Metall. Zu unserer Überraschung, hat sich das Gewicht nicht verändert und liegt immer noch bei 210g.

Schick aussehen tut das Ulefone Power 3 definitiv. Auch wenn die Antennenlinien eigentlich gar nicht nötig gewesen wären, so bildet ihr Design doch eine nette Optik. Diese bestehen hier aus zwei silbernen Linien, die sich im oberen und unteren Bereich der Rückseite erstrecken und zum Rand hin geschwungen sind. Am Übergang zum Display zieht sich eine silberne Linie einmal um das Smartphone, in welche die besagten Antennenlinien übergehen. Mit einer Dicke von 9,9mm ist das Smartphone noch relativ schlank.

Vergleicht man das Ulefone Power 3 mit seinem Vorgänger, so findet man einige signifikante Unterschiede. Auf der Rückseite befindet sich nun nicht mehr eine einzelne Kamera, sondern eine Dual Kamera. Der LED Blitz ist von der Position unter der Kamera links neben die Kamera gewandert. Auf der Front wiederum nimmt das Display nun mehr Platz ein, die Ränder sind allesamt schlanker geworden, was aber vor allem für den Kopf und Stirn Bereich gilt. Der Fingerabdruck Sensor ist von der Front auf die Rückseite verschoben worden. Der Home Button ist also wieder weggefallen und auch Touch Buttons gibt es nicht. Zudem findet man nun auch auf der Front eine Dual Kamera inklusive eigenem Blitz. Erfreulicherweise musste dafür allerdings die Status LED nicht weichen. Diese ist nach wie vor vorhanden.

In Sachen Verarbeitung muss man beim Ulefone Power 3 keine Kompromisse eingehen. Das Gerät wirkt hochwertig, obwohl es nicht aus Metall besteht. Ungenauigkeiten bei der Verarbeitung oder billig wirkende, knarzende Stellen findet man nicht. Die Hardware Buttons auf der rechten Seite bestehen aus Metall und wackeln nicht. Die Lautstärke Tasten sind überraschend knackig. Nur der Power Button wirkt etwas schwammiger. Der SIM Tray fügt sich überraschend eben in das Gehäuse ein, obwohl er im Gegensatz zu diesem aus Metall besteht. Die Stabilität des Smartphone leidet unter dem Kunststoff Gehäuse nicht.

Ulefone Power 3
Display

​Größe: ​6"
Auflösung:​ ​2160 x 1080 (18:9 / 2:1)
Technologie​:​IPS OGS LCD (Full View, abgerundete Ecken)
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Gorilla Glass 4
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Durch das neue 6" Display im 18:9 Format und die verkleinerten Kinn- und Stirnbereiche, bietet das Ulefone Power 3 ein größeres Display, ohne dabei signifikant größer zu werden als sein Vorgänger. Das Smartphone ist nur wenige Millimeter höher, dafür aber auch etwas schmaler als das Power 2. Der Hersteller setzt hier auf ein LCD Panel mit ordentlicher Auflösung und abgerundeten Ecken, sodass das Panel optisch einwandfrei wirkt. Ein wenig besser sein könnte ab Werk die Farbwiedergabe. Diese liegt zwar nie falsch, doch es mangelt etwas an Intensität. Das "gewisse Etwas" fehlt dem Display. Dafür bietet es aber eine sehr gute Helligkeit und ist im Freien stets problemlos ablesbar. Etwas weniger aggressiv könnte jedoch die automatische Regelung sein. Diese regelt zu schnell nach oben, was unnötig viel Energie verbraucht. Mediatek Miravision steht in den Einstellungen bereit. So kann der Nutzer die Darstellung bis zu einem gewissen Grad an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen und auch die Farben etwas intensiver erscheinen lassen.

Das Displayglas vom Ulefone Power 3 soll laut Hersteller aus Gorilla Glass 4 bestehen. Ob das stimmt, lässt sich natürlich wie üblich nicht nachprüfen. Wir können lediglich Aussagen darüber machen, ob es in der Nutzungszeit Kratzer gab, oder eben nicht. In diesem Fall ist Letzteres zutreffend. Bisher finden wir auf der Oberfläche keinerlei Macken. Und auch leicht oleophobische Eigenschaften sind am Start. Abdrücke setzen sich zwar ab, sind aber immer leicht zu entfernen. Die Gleiteigenschaften des Glases sind auch recht gut.

Weniger gut gefällt uns diesmal der Touchscreen. Zwar kommt im Ulefone Power 3 erstmals ein 10-Punkt Touchscreen zum Einsatz, doch dieser hat noch ein paar Problemzonen. Scrollt man langsam, ist ein deutliches Zuckeln zu spüren, welches erst bei höherer Geschwindigkeit verschwindet. Dies macht sich auch beim Spielen von Shooter Games bemerkbar. Man könnte meinen, Spiele ruckeln. Doch tatsächlich liegt dies am Touchscreen. Ob Ulefone die Macke mit einem Update beheben kann, wird sich zeigen. Wir werden den Testbericht entsprechend aktualisieren, wenn sich etwas tut.

Leider gibt es aber noch mehr Dinge, die uns am Touchscreen vom Ulefone Power 3 nicht gefallen. Die Genauigkeit und Reaktionszeit ist nämlich nicht die Beste. Bezüglich der Reaktionszeit gilt dies nur fürs Tippen. Hier fühlt sich der Touchscreen irgendwie zäh an. Und auch die relativ schlechte Genauigkeit merkt man, wenn man versucht schnell zu tippen. Tippfehler kommen hier so oft vor, dass Texte stellenweise nicht zu entziffern sind. Tippt man etwas langsamer, verschwindet das Problem wie von Geisterhand. Auch hier könnte ein Software Update sicherlich Besserung bringen.

Unterm Strich ist der Touchscreen keineswegs unbenutzbar. Er macht halt einfach nicht so viel Spaß wie bei den meisten anderen Geräten. Und ja, man wird von ihm natürlich auch ausgebremst, was vor allem beim Schreiben gilt.

Ulefone Power 3
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio P23 / MT6763
4x Cortex A53 @2GHz
4x Cortex A53 @1,5GHz
GPU:​ ​Mali G71 MP2 (770MHz)
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4X (8,53GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB (292 / 215MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja, Hybrid Slot (82 / 41MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Rückseite)
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Light, Proximity, Rotation Vector, Geomagnetic Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration, Orientation
Besonderheiten:​​RGB Benachrichtigungs LED, USB Typ-C (kein 3.0 / 3.1), OTG
Abmessungen / Gewicht:​15,90 x 7,59 x 0,99cm
210g

​Mit dem Mediatek Helio P23, auch bekannt als MT6763, steckt im Ulefone Power 3 einer der neuesten Mediatek Prozessoren für die Mittelklasse. Der Prozessor wird in einem 16nm Prozess gefertigt und verfügt wie der Helio P20 oder P25 über 8 ARM Cortex A53 Rechenkerne. Hier werden diese jedoch mit 2GHz und 1,5GHz getaktet, wobei je vier Kerne diese Frequenzen erreichen. Eine der größten Neuerungen ist die GPU. Hier setzt man nun auf eine neuere Mali G71 mit zwei Kernen. Diese sorgt dann auch dafür, dass trotz der im Vergleich mit dem Helio P25 etwas geringeren CPU Leistung, keine spürbaren Performance Nachteile entstehen und die Effizienz steigt. In der 3D Leistung gibt es keinen gravierenden Sprung nach Oben, doch im 2D Rendering liefert die neue GPU mehr Leistung, was sich in einem "smootheren" Nutzungserlebnis bemerkbar macht. Gerade beim Scrollen von viel Content - z.B. im Facebook Feed - läuft alles irgendwie runder ab. Das Stottern ist deutlich weniger geworden. Die Effizienz hat sich auch spürbar verbessert, was sich nicht nur im Energieverbrauch bemerkbar macht, sondern auch in der Abwärme. Das Ulefone Power 3 wird nie so richtig warm, selbst wenn man mal längere Zeit am Zocken war.

Eine Stärke vom Ulefone Power 3 ist ganz klar die Leistung im Multitasking. Satte 6GB LPDDR4X RAM sind hier am Start, und diese sind mit einem Durchsatz von 8,5GB/s auch recht flott unterwegs. Ulefone limitiert die Anzahl offener Apps nicht, sodass man den RAM auch voll ausnutzen kann. Wir haben testhalber 25 Apps geöffnet, und konnten dann zwischen diesen wechseln, ohne dass auch nur eine App neu geladen werden musste. Deutliche Verzögerungen gab es beim App Wechsel nicht. Nur beim Öffnen von Split Screen, gönnt sich das Ulefone Power 3 manchmal eine kleine Denkpause, doch damit kann man leben. Auch beim internen Speicher hat man ganz offensichtlich nicht gespart und setzt auf 64GB eMMC Speicher. Dieser erreicht nicht nur beim Lesen mit 292MB/s eine ordentliche Geschwindigkeit, sondern auch beim Schreiben (215MB/s). Kopiert man also mal eine größere Datei, dann führt das nicht wie bei vielen anderen "Billigheimern" zu einer längeren Wartezeit.

Bei den Sensoren verzichtet das Ulefone Power 3 auf einen Schrittzähler, ansonsten sind die wichtigsten Dinge aber am Start. Das Gyroskop hat im Test problemlos funktioniert. Der Kompass weitestgehend auch, doch hin und wieder rotierte er mal unkontrolliert, was sich dann jedoch nach einigen Sekunden wieder gegeben hat. Ganz zuverlässig ist er also nicht, aber auch kein Totalausfall. Der Fingerabdrucksensor leistet gute Dienste und hat im Test nie ernsthafte Aussetzer gehabt. Ulefone sollte aber noch die Entsperrzeit optimieren. Auch wenn man den Sensor nur kurz berühren muss, dauert es trotzdem etwa eine Sekunde, bis das Smartphone aufwacht.

Ulefone Power 3
Software

​Variante: Stock Android
​Android Version: ​Android 7.1.1
Sicherheitspatch beim Test: Dezember 2017
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja (1 Update im Testzeitraum)
Schadsoftware:​​Nein

​Wie von Ulefone gewohnt, kommt auf dem Power 3 nahezu pures Android zum Einsatz. Die Android Version ist aktuell noch 7.1.1, doch ein Upgrade auf Oreo soll in den nächsten Monaten folgen. Ulefone installiert ab Werk den Google Play Store und bietet auch die wichtigsten Sprachen, sodass das Ulefone Power 3 weltweit nutzbar ist. OTA Updates werden unterstützt und genutzt. Gleich nach dem Auspacken kam ein Update mit über 100MB.

Größere Probleme wie Inkompatibilitäten, Abstürze und ähnliche Dinge, haben uns im Testzeitraum nicht geplagt. Verbessern sollte Ulefone jedoch die Zuverlässigkeit der Status LED. Diese blinkt bei Benachrichtigungen nicht immer zuverlässig. Im Test kam es immer wieder mal vor, dass die Status LED aus war, jedoch trotzdem Benachrichtigungen vorhanden waren.

Ebenfalls überdenken sollte man das Face Unlock Feature des Ulefone Power 3. Dieses funktioniert zwar bei Tageslicht ganz ordentlich, setzt jedoch bei Lichtmangel sehr schnell aus. Das Problem ist dann, dass man nicht den Fingerabdruck Sensor als Backup nutzen kann. Somit ist man dann gezwungen, den PIN Code einzugeben. Doch es gibt noch ein viel gravierenderes Problem. Die genutzte Face Unlock Technik ist absolut nicht sicher. Es reicht ein Foto des Besitzers - egal ob auf dem Bildschirm oder ausgedruckt - und schon kann man das Ulefone Power 3 entsperren.

Ulefone Power 3
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​KEINE Dual SIM LTE Unterstützung
2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
3G: WCDMA 900/2100MHz
4G: FDD-LTE 800/900/1800/2100/2600MHz
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (Dual Nano SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Das Ulefone Power 3 bietet Unterstützung für Band 20 LTE, jedoch keine Dual SIM LTE Unterstützung. Dieses Feature wird vom neuen Modem im Helio P23 eigentlich unterstützt, wurde hier jedoch nicht implementiert. Wir haben zwei LTE SIM Karten eingelegt, konnten jedoch nur mit einer Karte LTE empfangen, die andere war auf GSM Nutzung beschränkt. Somit kann man mit dem Ulefone Power 3 keine LTE Datenverbindung nutzen, während mit der anderen SIM über VoLTE telefoniert wird. Sehr gut gefallen hat uns die Empfangsleistung. Das Ulefone Power 3 liegt hier gleichauf mit High-End Geräten wie z.B. dem OnePlus 5T.

AC-WLAN wird leider immer noch nicht unterstützt. Stattdessen gibt es nach wie vor nur a/b/g/n Dual-Band WLAN. So muss man sich mit einem Durchsatz von maximal 100Mbit/s begnügen. Die real von uns gemessenen Werte lagen bei 91Mbit/s neben dem Router sowie 49Mbit/s ein Stockwerk darunter. Auch im WLAN liefert das Ulefone Power 3 also eine exzellente Empfangsleistung. Mit Bluetooth verhält es sich nicht anders. Hier deckt das Signal mühelos ein Stockwerk ab, und sogar im Stockwerk darunter bricht die Verbindung nicht sofort ab. Für Bluetooth 4.1 ist das ein exzellentes Resultat.

Letztlich gab es auch im GPS Test keiner gravierenden Probleme. Die Empfangsleistung ist auch hier gut und ein Fix kommt schnell zustande. Die Genauigkeit liegt bei 2 Metern. Beim GPS Tracking in der Hosentasche sowie auf dem Fahrrad wurde die Route akkurat eingezeichnet. Nur auf Strecken mit beidseitigen Gebäuden kam es hier und da mal zu geringfügigen Abweichungen. Gleiches gilt auch für die Fußgängernavigation, wobei sich hier der bereits erwähnte Kompass gelegentlich negativ bemerkbar gemacht hat.

Ulefone Power 3
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​​Typ-C Adapter
Dedizierter Verstärker:​​Typ-C Adapter

​Wer in seinem Smartphone gerne einen brauchbaren Lautsprecher hat, der ist mit dem Ulefone Power 3 gut bedient. Zwar dürft ihr keinen Klang auf dem Niveau einiger High-End-Smartphones erwarten, aber seinen Job tut dieser ganz ordentlich. Die Maximallautstärke ist ziemlich hoch, ohne dass es dabei zu unangenehmem Kratzen kommt. Zudem gibt es noch eine Portion Bass, sodass der Lautsprecher nicht zu flach klingt. Für die ein oder andere Folge der Lieblingsserie vor dem Schlafengehen tut es der Lautsprecher allemal.

Ein 3,5mm Anschluss fehlt dem Ulefone Power 3 leider. Somit ist man auf den mitgelieferten USB Typ-C Adapter angewiesen. Dieser bietet allerdings einen wirklich guten Klang, wobei vor allem die Lautstärke beachtlich ist. Sollte der Adapter mal kaputt gehen, gibt es keine Probleme Ersatz zu beschaffen. Das Ulefone Power 3 verfügt über einen Typ-C Anschluss mit Standard-Tiefe, sodass hier jeder X-beliebige Adapter genutzt werden kann.

Beim Telefonieren waren wir positiv überrascht. Bei Nutzung von VoLTE war die Sprachqualität beidseitig wirklich gut. Die Ohrmuschel klingt zwar minimal flach, doch das ist meckern auf hohem Niveau. Dass das Ulefone Power 3 kein dediziertes Noise Cancelling hat, merkt man so gut wie nie. Wir haben am Frankfurter Hauptbahnhof zur Rush Hour ein Telefonat geführt, und trotz der Umgebungsgeräusche war eine problemlose Verständigung möglich.

Ulefone Power 3
Kamera

​Hauptkamera: Beworben: 16 + 5MP
Tatsächlich: ​S5K3P3SX (16MP) + GC0310 (VGA) f/2.0
Video: 1080p
​Frontkamera: Beworben: 8MP + 5MP​​
Tatsächlich: OV8856 (8MP) + GC0310 (VGA) f/2.2
Video: 1080p
​Blitz:​Dual LED (einfarbig)
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

In Sachen Kamera sehen die Dinge beim Ulefone Power 3 weniger rosig aus. Auf dem Papier überrascht das Chinahandy mit einer beidseitigen Dual Kamera - insgesamt also vier Sensoren. Leider handelt es sich dabei jedoch um eine "Dual Fake Dual Kamera". Sowohl auf der Front, als auch der Rückseite, wird der Sekundärsensor nicht wirklich genutzt. Mehr noch: Er entspricht nicht einmal der Spezifikation. Laut Ulefone soll der Sekundärsensor auf beiden Seiten mit 5MP auflösen. Tatsächlich haben wir hier jedoch mit dem Galaxy Core GC0310 VGA Sensor einen alten Bekannten angetroffen.

In der Praxis können die Kameras allesamt nicht überzeugen. Wir gehen sogar soweit zu sagen, dass sie völlig unbrauchbar sind. Die Hauptkamera erzeugt selbst bei guten Lichtverhältnissen nur Matsch.

​Bei schlechten Lichtverhältnissen ist teilweise kaum noch etwas zu erkennen. Das Bildrauschen nimmt Überhand. Der helle LED Blitz kann dagegen nichts ausrichten.

Und auch die Frontkamera erzeugt nur matschige Fotos mit blassen Farben, gänzlich ohne Details und Schärfe. Der Front LED Blitz nützt kaum etwas.

Der Bokeh Modus ist wie schon erwähnt ein Fake und erzeugt einen unbrauchbaren, künstlichen Effekt - sowohl vorne, als auch hinten.

Bei Videos sieht es nicht anders aus. Auch hier mangelt es an Details und Schärfe.

Ulefone Power 3
Akku

​Kapazität (Angabe): ​6.080mAh
​Kapazität (Gemessen): ​ca. 5.800mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (5V / 3A)

​Besser sehen die Dinge dann wieder aus, wenn es um die Akkulaufzeit geht. Bei normaler Alltagsnutzung mit Auto-Helligkeit, hält das Ulefone Power 3 mühelos zwei Tage durch, wobei wir auch Spiele genutzt haben. Verzichtet man auf Gaming und schraubt die mobile Daten- oder GPS-Nutzung zurück, sind auch drei Tage möglich. Im Härtetest, rund 1000km Zugfahrt und ein ausführlicher Städte-Trip durch Marburg (Lahn) mit reichlich Kamera und GPS Nutzung sowie maximaler Helligkeit, brachte und das Ulefone Power 3 mühelos durch den Tag (Tagesbeginn um 6:00 Uhr, Ankunft zu Hause 19:46 Uhr - siehe zweiter Screenshot). Nach Ankunft zu Hause waren noch 33% Akku über, was dann noch problemlos für den gesamten Abend gereicht hat. Unterm Strich kann man hier also von einer exzellenten Akkulaufzeit reden, welche das, was man vom Ulefone Power 2 kennt, bei weitem übertrifft.

Zum Aufladen des Akkus kommt im Ulefone Power 3 eine neue Fast-Charging Technik zum Einsatz, welche mit 5V und 3A arbeitet. Damit kann man den Akku in rund zweieinviertel Stunden von 20% auf 80% laden. Für einen 6.000mAh Akku ist das kein schlechter Wert. Sicherlich ginge es auch schneller, doch dies dürfte den Akku stärker beanspruchen, sodass wir hier keinen Grund für Kritik sehen. Die Temperatur beim Laden hält sich in Grenzen.

Ulefone Power 3
Fazit

​Das Ulefone Power 3 wäre fast ein rundum Glücklich Paket unter den Akku Monster geworden. "Fast" deshalb, weil die Kameras allesamt unbrauchbar sind. Warum Ulefone hier Ressourcen für eine Fake Dual Kamera auf beiden Seiten verschwendet hat, ist uns ein Rätsel. Hätte man sich stattdessen auf eine anständige Einzelkamera konzentriert, hätte sowohl Ulefone als auch der Kunde mehr davon gehabt. Da Smartphone-Kameras heutzutage zu den wichtigsten Kriterien zählen, führt das logischerweise auch zu einer massiven Abwertung des Ulefone Power 3. Wer auf die Kamera in seinem Smartphone keinen Wert legt, der kann das natürlich ignorieren. Dann ist da aber immer noch der suboptimale Touchscreen, welcher den Spaß an dem sonst tollen Smartphone noch einmal bremst. Hier sind die Würfel allerdings noch nicht gefallen, denn für uns wirkt das wie ein Software Problem, welches sich potentiell beheben lässt. Ansonsten ist das Ulefone Power 3 aber sehr gut gelungen und macht nichts wirklich falsch. Wären die Kameras nicht so schlecht, könnte das Smartphone das aktuell attraktivste Akkumonster sein.

Pro Contra
​+ Gute Verarbeitung trotz Kunststoff Gehäuse ​- Benachrichtigungs LED leuchtet nicht zuverlässig
+​​ Relativ kompakte Abmessungen für 6", angenehmes Gewicht-​​ Touchscreen ist nicht ganz optimal
+​​ Benachrichtigungs LED (RGB)-​​ Face Unlock unbrauchbar / unsicher (lässt sich mit Fotos überlisten)
+​​ Gutes und vor allem helles Display-​​ Kompass nicht immer zuverlässig
+​​ Glas blieb im Testzeitraum kratzfrei- Unbrauchbare Kameras (Fake Dual Kameras)
+​​ Gute Performance und Effizienz, wenig Abwärme
+​​ Schneller Speicher
​+ Sensorausstattung, zuverlässiger Fingerabdruck Sensor
​+ Relativ aktuelles Android mit Updates und Aussicht auf Oreo
​+ Top Empfangsleistung in allen Bereichen
​+ Vergleichsweise guter Lautsprecher
​+ Gute Sprachqualität
​+ Guter Typ-C auf 3,5mm Adapter
​+ Erstklassige Akkulaufzeit und kurze Ladezeit

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Sonntag, 18. November 2018

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