Ulefone Armor 2 Test

Mit dem Ulefone Armor 2 hat der Hersteller Ulefone ein weiteres Outdoor Chinahandy auf den Markt geworfen. Gegenüber dem Armor 1 wurden der Prozessor, der Arbeitsspeicher, die Kameras und weitere Spezifikationen verbessert. Wir haben das Outdoor Smartphone eine Woche lang auf Herz und Nieren geprüft und zeigen euch hier die Stärken und Schwächen des Gerätes.

Das Ulefone Armor 2 wurde uns für den Test von Gearbest zur Verfügung gestellt. Mit dem grünen Button gelangt ihr zum Shop.

Ulefone Armor 2 Unboxing

Beim Packungsinhalt bietet das Ulefone Armor 2 eine Menge Zubehör. Eine Schutzfolie war bereits auf dem Display vorhanden. Der Käufer erhält zudem einen Micro-USB auf USB-Typ C Adapter, einen USB-Typ C auf Klinkenadapter, ein rotes USB-Typ C Ladekabel, ein Schnellladenetzteil, einen Schlitzschraubendreher für den SIM Tray, sowie eine Schnellstartanleitung und eine Garantiekarte. Unserem Ulefone Armor 2 lag noch eine Outdoor Gürteltasche anbei. Ob diese standardmäßig zum Lieferumfang gehört, können wir nicht mit Gewissheit sagen.

Design & Verarbeitung

Obwohl das Ulefone Armor 2 mit seinen 266g sehr schwer ist und mit 14,5mm Dicke auch eher in die Kategorie „Briefbeschwerer" verordnet werden kann, ist das Design dennoch ansprechend. Uns wurde für den Test die goldfarbene Version zur Verfügung gestellt. Grundsätzlich ist die Verarbeitung tadellos. Kleine Kritikpunkte sehen wir bei den physischen Buttons, denn diese klappern leicht.

Bezüglich des SIM-Trays befinden sich zwei Schlitzschrauben am Backcover, die herausgeschraubt werden müssen, um SIM Karten oder eine externe Speicherkarte in das Ulefone Armor 2 einzulegen. Die Schrauben selbst bestehen leider aus sehr weichem Metall, so dass schon beim erstmaligen Auf- und Zuschrauben Spuren zu sehen sind. Des weiteren muss man die Schrauben ordentlich festziehen, damit nicht versehentlich Wasser in den Slot eindringen kann. Nun ist es aber leider so, dass die linke Schraube bei unserem Gerät weiter einzudrehen ist, als die Rechte. Die Folge daraus sind leichte Unregelmäßigkeiten am Backcover, was bedeutet, dass der Abschluss vom SIM-Tray zum restlichen Backcover nicht gleichmäßig ausfällt. Die Dichtigkeit wird davon allerdings nicht beeinträchtigt.

Die physischen Buttons sind am Ulefone Armor 2 zahlreich vorhanden und umfassen zwei separate Lautstärketasten, sowie einen SOS Button auf der linken Seite, als auch einen Powerbutton, PTT Button und Kamerabutton auf der rechten Seite. Auf der Front befindet sich der physische Homebutton mit integriertem Fingerabdruckscanner.

Das Ulefone Armor 2 musste während unserer Testzeit auch tatsächlich leiden. So haben wir es mehrfach fallen lassen, unzählige Male ins Wasserbad gelegt und sogar Feuer ausgesetzt. Interessant dabei war die Tatsache, dass das Ulefone Armor 2 ca. 3 Minuten den Aufenthalt über einem Lagerfeuer ohne nennenswerte Blessuren überstanden hat. Einzig an einer Stelle wurde die Gummierung leicht angeschmolzen, da diese Stelle mit einem glühenden Nagel in Berührung kam. Das restliche Gehäuse blieb unversehrt und die Funktionalität blieb erhalten.

An Stabilität gewinnt das Ulefone Armor 2 dadurch, dass es Materialien wie Glasfaser, Polycarbonat und Metall vereint. Der innere Aufbau besteht aus solidem Metall, die restlichen Materialien schützen das Äußere des Gehäuses.

Display

​Größe: ​5"
Auflösung:​ ​1920 x 1080
Technologie​:Sharp ​​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​Corning Gorilla Glas 3
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja - leicht oleophobisch

Der Hersteller spendiert dem Ulefone Armor 2 ein voll laminiertes 5" Full HD IPS Display, welches durch Gorilla Glas 3 geschützt wird. Abgesehen von den dicken Bezels gibt es beim Display keine Kritikpunkte. Wobei selbst diese eigentlich keine Kritikpunkte darstellen, da sie Bauart-bedingt so dick ausfallen und das Display schützen.

Die Helligkeit ist gut und das Display ist auch im Freien problemlos ablesbar. Dank der geringen Größe im Vergleich zur Pixeldichte ist die Schärfe hervorragend und einzelne Pixel sind auch bei genauem Hinsehen nicht zu erkennen. Die Farbsättigung ist auf einem hohen Niveau und kann via MiraVision den Vorlieben des Nutzers angepasst werden. Die Blickwinkel-Stabilität ist tadellos.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten befinden sich in den Einstellungen. Der sogenannte Augenschutzmodus filtert je nach Einstellung blaues Licht. Ein Nacht-, Outdoor- und Schlafmodus ist ebenfalls vorhanden. Der Nachtmodus macht das Bild gefühlt wärmer und der Outdoormodus erhöht den Blau- und Gelbanteil, so dass der Bildschirminhalt grün dargestellt wird. Der Schlafmodus erhöht den Rotanteil signifikant und entlastet so die Augen beim Lesen. Ein weiteres Feature ist die direkte Bildschirmaufzeichnung ohne zusätzliche App.

Der Touchscreen könnte ein wenig genauer sein, ist aber trotzdem gut nutzbar. Die Reaktionszeit ist adäquat und selbst längeres Tippen auf der Bildschirmtastatur verursacht keine nennenswerten Fehleingaben.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio P25 (MT6757CD)
4x Cortex A53 @1,664GHz
4x Cortex A53 @2,392GHz
GPU:​ ​Mali T880 MP2 GPU​ @1GHz
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4X (7,6GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB (Lesen: 162MB/s; Schreiben: 210MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​bis 256GB (Lesen: 23MB/s; Schreiben: 13MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Front)
​Sensoren:​Barometer, Gyroskop, Kompass, Annäherung, Licht, Beschleunigung
Besonderheiten:​​Physischer SOS-, PTT- und Kamerabutton / Massives Gehäuse aus Fiberglas, Polycarbonat und Metall / IP68 Zertifizierung 
Abmessungen / Gewicht (gemessen):​​15,90 x 7,83 x 1,45 cm​ / 266g 

Ausgestattet mit einem Helio P25 (MT6757CD), sowie 6GB LPDDR4X RAM und 64GB internem Speicher, verspricht das Ulefone Armor 2 viel Leistung gepaart mit Energieeffizienz. Zunächst hatten wir erhebliche Leistungsdefizite zu verzeichnen, die sich in Form von „Freezern" äußerten. Auch das Scrollen zwischen den Menüs oder im Explorer war alles andere als flüssig. Seit dem jüngsten Update (S21_[...]_20171020-1810) konnten wir jedoch keines der Probleme mehr feststellen. Das System läuft stabil und ohne große Aussetzer. Befehle wie das Öffnen von Apps werden relativ zügig umgesetzt. Eigentlich sollte der Helio P25 noch flüssiger bzw. schneller laufen, aber da wird Ulefone hoffentlich noch weiter nachbessern. Dass es hier noch ein Defizit gibt, zeigt auch der vergleichsweise niedrige Antutu Score von nur knapp 59.000 Punkten. In Sachen Multitasking steht das Ulefone Armor 2 teurerer Konkurrenz in nichts nach. 6GB LPDDR4X RAM reichen für eine große Anzahl gleichzeitiger Hintergrundprozesse aus.

Die Sensorausstattung ist ebenfalls üppig und nahezu alle Sensoren (Druck, Annäherung, Licht, Gyro) funktionieren einwandfrei. Leider können wir das vom Kompass nicht sagen. Abgesehen davon, dass die Himmelsausrichtung generell leicht abweicht, ist der Kompass auch recht anfällig für magnetische Störfelder. Fehlerhafte Ausrichtung oder wildes Rotieren ist die Folge. Der Fingerabdrucksensor, der ja ein Highlight in einem Outdoor Smartphone darstellt, funktionierte zunächst ebenfalls nur unzuverlässig. Speichert man seinen Finger jedoch mehrfach ein, verbessert sich die Erkennungsrate. In etwa 7 von 10 Versuchen klappt die Entsperrung dann. Nicht perfekt, aber durchaus brauchbar.

Aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass wir oben beim Design kein Wort zu den gewöhnlichen Anschlüssen verloren haben. Dies liegt schlicht und einfach daran, dass das Ulefone Armor 2 lediglich über einen USB-Typ C (USB 2.0) Port verfügt. Richtig gelesen. Es fehlt der Klinkenport. Dafür spendiert Ulefone dem Käufer ein Paar Adapter (siehe Packungsinhalt). Demzufolge muss sich der Nutzer zwischen Aufladen oder Kopfhöreranschluss entscheiden. Beides zeitgleich ist mit dem Ulefone Armor 2 ohne extra Zubehör leider nicht möglich.

Abgesehen von der allgemeinen Performance kann man mit dem Ulefone Armor 2 auch spielen. Sämtliche getestete Spiele (Asphalt Xtreme, Modern Combat 5, Asphalt 8 Airborne, Dead Trigger 2) liefen mit guter Framerate auf höchsten Auflösungen bzw. Grafikeinstellungen.

Positiv erwähnen sollte man noch den echten DualSIM Slot und somit separaten MicroSD Kartenslot. Letzterer verkraftet MicroSD Karten mit bis zu 256GB. Die Lese- und Schreibraten des internen Speichers sind gut. Die Datenraten des MicroSD Slots lassen zu wünschen übrig.

Software

​Variante: ​Stock Android
​Android Version: ​7.0 (Sicherheitspatch: 05.09.2017)
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

Ausgeliefert wird das Ulefone Armor 2 mit Android 7.0 und Sicherheitspatch vom 5. September 2017 (Stand: 08.11.17). Bloatware oder Schadsoftware konnten wir nicht finden. Alles in allem läuft die Software recht flüssig, aber es bedarf der Optimierung, so dass der Helio P25 sein volles Potential ausschöpfen kann. Ulefone hat in der Vergangenheit häufiger regelmäßige Updates angeboten und so sind wir voller Zuversicht, dass die eine oder andere Schwäche noch ausgebügelt wird. Allen voran die Kameras bedürfen einer massives Verbesserung, ebenso wie die allgemeine Performance beim Öffnen von Apps oder Scrollen im Browser. All das liegt nicht an schwacher Hardware, sondern an mangelhaft optimierter Software.

Positives gibt es bei den Features zu berichten. Das Ulefone Armor 2 is vollgepackt mit potentiell nützlichen Anwendungen wie zum Beispiel Gestensteuerung, Offscreen Gesten, Bildschirmaufzeichnung, Augenschutzmodus, Einhand Modus, DuraSpeed (App Optimierung) und MiraVision. Via Zello (App) und der dedizierten PTT-Taste kann man das Ulefone Armor 2 auch als Walkie Talkie verwenden. Leider war uns ein Test dieser Funktion nicht möglich.

Und zum Schluss gibt es noch einen kleinen Hinweis bezüglich der fehlenden Galerie App. Wenn ihr nicht wollt, dass alle Bilder automatisch auf Google Fotos hochgeladen werden, deaktiviert entweder den automatischen Upload, oder ladet euch eine kostenfreie Galerie App direkt aus dem Playstore, welche ihr dann als Standard setzt. 

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 2G: GSM B2 / B3 / B5 / B8
       CDMA 2000 BC0
3G: WCDMA B1 / B2 / B4 / B5 / B8
       TD-SCDMA B34 / B39
4G: FDD-LTE B1 / B2 / B3 / B4 / B5 / B7 / B8 / B12 / B17 / B19 / B20 TD-LTE B38 / B39 / B40 / B41
WLAN:​ ​802.11a/b/g/n
Bluetooth:​​4.1
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (2x Nano SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

In Sachen Empfang haben wir am Ulefone Armor 2 nichts zu kritisieren. Der Mobilfunkempfang ist stabil und das Ulefone Armor 2 unterstützt auch das Band 20 LTE sowie zahlreiche weitere international genutzte Frequenzen. Wer viel auf Reisen ist, findet mit dem Ulefone Armor 2 einen zuverlässigen Begleiter. In Gebäuden ist der Empfang übrigens auch recht gut.

Das GPS Modul wirkt zeitweise etwas schwachbrüstig und dennoch hatten wir während unserer Testphase keine nennenswerten Navigationsprobleme. Innerstädtisch und außerhalb auf der Landstraße gab es keine Fehlleitung. Im Schnitt werden 17-18 Satelliten zur Navigation eingebunden. Nur die Signalstärke ist teils etwas schwach.

Die Maximalgeschwindigkeiten die wir in unseren Tests im WLAN erreichten lagen um die 32Mbps im Download und 6Mbps Im Upload. Bei einer 100Mbit Internetanbindung ist das leider etwas wenig. In größerer Entfernung zum Router (+-5m & Stahlbetonwand dazwischen) sinkt die Geschwindigkeit noch um jeweils circa 30% ab. Abbrüche der WLAN Verbindung hatten wir zu keiner Zeit. Bluetooth, NFC und HotKnot funktionieren problemlos.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Gleich vorweg: Das Ulefone Armor 2 besitzt leider - auch wenn das auf der Rückseite anders aussieht - nur einen Monolautsprecher. Ein Kopfhörer Anschluss fehlt leider auch. Für einige Nutzer dürfte letzteres schon aus Trotz ein K.O.-Kriterium sein. Und ganz ehrlich gesagt sehen wir im Fehlen auch keinen Nutzen. Für gewöhnlich betrifft dies eher Marken im gehobenen Preissegment, da die Hersteller dort auf möglichst kompakte Maße setzen und so noch den einen oder anderen Millimeter an Dicke einsparen können. Warum dann also bei einem Schwergewicht wie dem Armor 2 darauf verzichten? Um die IP68 Zertifizierung geht es dabei sicherlich nicht. Andere Outdoor Smartphones bieten 3,5mm Anschlüsse. Außerdem hätte man dann - wenn Anschlüsse die Dichtigkeit stören - konsequenterweise auch den USB Port streichen müssen.

Via Speaker ist der Sound tatsächlich mehr als gut. Wenn man voll aufdreht klingen die Töne zwar nicht mehr so sauber, aber dafür fliegt einem sprichwörtlich das Trommelfell aus den Ohren. Interessanterweise klingt das Ulefone Armor 2 noch besser, wenn es mit der Rückseite auf einer flachen Unterlage liegt. Für gewöhnlich versagen hier andere Smartphones, da die rückseitigen Lautsprecher so dann verdeckt werden. Hier macht sich wohl das große Gehäusevolumen als Resonanzkörper bemerkbar.

Beim Anschluss normaler In-Ear Kopfhörer gab es mit dem Adapter zwar keine Probleme, aber der Sound ist nicht angenehm. Sprachen klingen dumpf und blechern. Natursounds (Wellenrauschen) klingt einfach nur hohl und Musik klingt leider alles andere als sauber. Das liegt wohl an einem minderwertigen Digital-Analog-Wandler im mitgelieferten Adapter. Wer gerne mit Kopfhörern Musik hört, sollte sich einen anderen Adapter zulegen.

Auch wenn das Ulefone Armor 2 über ein separates Noise Cancelling Mikrofon verfügt, empfanden wir die Filterung der Störgeräusche (z.B. Wind) beim Videodreh als eher unbefriedigend. Beim Telefonieren wird der Gesprächspartner klar und deutlich verstanden und gleiches gilt auch in umgekehrter Richtung. Hintergrundgeräusche werden recht gut ausgefiltert.

Ulefone Armor 2 Kamera

​Hauptkamera: ​16MP (S5K3P3SX​), f/2.0, Dual LED Blitz, AF, HDR
​Frontkamera: ​8MP (OV8856​), f/2.0
​Blitz:​Ja
​Fokus:​AF
​Slow Motion:​Nein

Bei der Kameraausstattung wollte sich Ulefone besondere Mühe geben und spendiert dem Ulefone Armor 2 laut Datenblatt eine 16MP Hauptkamera und eine auf 13MP interpolierte Frontkamera. Die Sensoranalyse ergab einen OV8856 8MP Sensor für die Frontkamera und die Hauptkamera indes beherbergt den 16MP S5K3P3SX Sensor, welcher auch im günstigen Samsung Galaxy A8 zum Einsatz kommt.

Die Hauptkamera gefällt uns leider gar nicht. Der Sensor fabriziert relativ unscharfe und vor allem farblose Bilder. Ob nun Makro- oder Landschaftsaufnahmen ist dabei egal. Der Fokus arbeitet zwar korrekt, aber die Bildqualität ist als solches eher schlecht als recht.

Selbiges gilt dann für Lowlightaufnahmen. Auch hier schafft es der Sensor nicht ein vernünftiges Bild herzustellen. Zwar wird versucht das Bild aufzuhellen, aber die Schärfe leidet darunter beträchtlich. Der HDR Modus und der 2-fach bzw. 3-fach digitale Zoom sind leider nicht mehr als ein nettes Gimmick.

Nichts desto trotz kann sich die Bildqualität der Frontkamera sehen lassen. Die Farben sind zwar etwas blass und die Schärfe ist relativ gering ausgeprägt, aber für gelegentliche Selfies oder Videotelefonie ist diese allemal geeignet.

Videos können mit der Frontkamera in FullHD (1080p) aufgenommen werden und die Qualität ist dabei mit Blick auf den geringen Preis des Ulefone Armor 2 akzeptabel. Auch die Hauptkamera zeichnet in Full HD auf. Dabei wirkt das gedrehte Video eher unbefriedigend und lässt in Sachen Qualität ganz viel Luft nach oben. Ob es Ulefone hier schafft per Software nachzubessern bleibt abzuwarten. Die Qualität der Hauptkamera lässt sich mit der Kamera eines älteren Samsung Galaxy A3 vergleichen.

Und zum Abschluss noch ein Hinweis bezüglich der beworbenen Wasserresistenz in Kombination mit der Kameranutzung. Es ist NICHT möglich die Kameras unter Wasser zu bedienen, da der Touchscreen bei jeder Unterwasserbewegung automatisch Apps öffnet, aus dem Menü herausspringt und die Bedienung des Displays so unmöglich gemacht wird. Wer also Unterwasseraufnahmen machen möchte, sollte sich eine separate Hülle besorgen. Aber Achtung, auch hier lauert ein Fallstrick. Der Druck unter Wasser nimmt zu, so dass auch hier die Hülle an das Displayglas rangedrückt wird und das Display unter Umständen wieder nicht korrekt reagiert.

Ulefone Armor 2 Akkulaufzeit

​Kapazität (Angabe): ​4700mAh
​Kapazität (Gemessen): ​~ 4024mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Nein

Im Ulefone Armor 2 steckt ein großer 4.700mAh Akku. Die Abweichung betrug in unserem Test ca. 15%, denn wir kamen bei unseren externen Messungen via Amperemeter auf ca. 4000mAh. Hierzu darf sich jeder seinen Teil denken. Interessanter ist aber ohnehin die tatsächliche Akkulaufzeit. Die reine Screen-On Zeit lag im Schnitt bei 5 Stunden und 11 Minuten, wobei die Displayhelligkeit nicht reduziert wurde. Im Alltag bedeutet dies, dass man auf jeden Fall gut durch den Tag kommt und selbst bei Nutzung von Spielen aller Wahrscheinlichkeit nach erst Abends ans Ladegerät ran muss.

Und da kommen wir zu einem weiteren Kritikpunkt. Die Ladezeit beträgt mit dem mitgelieferten Schnellladenetzteil (2A bei 5/7/9V oder 1,5A bei 12V) satte 3 Stunden und 22 Minuten. Das ist deutlich zu viel! Pump Express Plus sollte in der Lage sein den Akku binnen 1,5 bis maximal 2 Stunden voll aufzuladen. Das beworbene Fast-Charging wollen wir deshalb dementieren und hoffen, dass Ulefone auch hier noch mit einem Update nachbessern kann.

Ulefone Armor 2 - Fazit

Das Ulefone Armor 2 ist ein waschechtes Outdoor Smartphone, welches uns zwar nicht vom Hocker haut, aber auch nicht grandios enttäuscht. Es ist absolut stabil, kälte -und hitzeresistent, wasserdicht (IP68), staubgeschützt, es bietet ausreichend Leistung gepaart mit Ausdauer und sieht trotz seiner Maße richtig hübsch aus. Das Display ist bei 5" mit Full HD Auflösung gestochen scharf und gut ablesbar. Der Sound via Speaker ist recht gut. Neutral betrachten wir vereinzelte Punkte in der Verarbeitung, den Empfang ganz im Allgemeinen und den etwas zu lahmen SD Kartenleser. Missfallen haben uns die Kameraausstattung, der nicht korrekt funktionierende Kompass und die Audioqualität des mitgelieferten Typ-C auf 3,5mm Adapters. Sauer aufgestoßen ist uns zudem die Ladezeit, welche mit dem beworbenen Fast-Charging so gar nichts zu tun hat. Dies könnte jedoch ein per Update behebbares Problem sein.

Da das Ulefone Armor 2 also im Großen und Ganzen befriedigend abgeschnitten hat, geben wir an dieser Stelle eine bedingte Kaufempfehlung ab. Jeder muss die einzelnen Punkte für sich selbst gewichten und dann entscheiden. Für immer mal wieder unter 200€ erhält man hier ein robustes Outdoor Smartphone.

Pro Contra
​+ Display (5" FullHD) ​- Kameras
+​​ Stabilität (Hitzeresistent, Staubgeschützt, Kälteresistent, Stoßabsorbierend)-​​ Mitgelieferter Typ-C auf 3,5mm Adapter taugt nichts
+​​ IP68 Zertifizierung (Wasserdicht)-​​ Kein 3,5mm Anschluss
+​​ Design- Derzeit kein Fast-Charging
+​​ Helio P25 SoC-​ Kompass fehlerhaft
+​​ 6GB LPDDR4X RAM- Mäßige Software Optimierung
+​​ Echter Dual SIM Slot
​+ Dedizierter Micro SD Slot
​+ Sensorausstattung bis auf Kompass
​+ Interner Lautsprecher