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Uhans S1 Test

Uhans S1 Test

Das Uhans S1 wurde bereits im Dezember 2015 angekündigt, kam aber erst im Sommer 2016 auf den Markt. Uhans, damals noch eine sehr junge Marke, wollte damit sein erstes Mainstream Smartphone auf den Markt bringen. Zuvor setzte man auf eher ungewöhnliche, extravagante Designs. Mit dem Uhans S1 dagegen hat man erstmals ein Smartphone am Start, welches „gewöhnlich" aussieht. Optisch erinnert das Gerät an ein OnePlus X oder Xiaomi Mi4s. Was das Uhans S1 taugt und ob es das lange Warten wert ist, haben wir für euch unter die Lupe genommen.

Verpackung & Lieferumfang

Der Karton in dem das Uhans S1 geliefert wird erstrahlt in kräftigem Rot, der Deckel ist weiß. Auf dem Deckel befindet sich ein Uhans Logo und der S1 Schriftzug, jeweils in silber-glänzenden Lettern. Zudem findet man noch den mutigen Slogan "the beautiful beast". Im Inneren befinden sich neben dem Smartphone ein 1A Netzteil mit deutschem Stecker, ein USB Kabel, ein Silikon Bumper, ein Tempered Glass mit Alkoholtuch zum Säubern des Displays sowie eine Schnellstartanleitung.

Design & Verarbeitung

Das Uhans S1 bringt ein Designmerkmal in die untere Mittelklasse, welches lange Zeit der oberen Mittelklasse sowie dem high-end Markt vorbehalten war: Doppelseitiges Glas. Es ist hier also nicht nur die Front mit 2,5D Glas bedeckt, sondern auch die Rückseite. Zusammengehalten wird das Ganze von einem Metallrahmen, welcher beim uns vorliegenden weißen Modell in einem kräftigen Ton gehalten ist, welcher irgendwo zwischen Bronze und Gold liegt.

Was nun auf den ersten Blick sehr hochwertig klingt und aussieht, wurde aber am Ende recht schlecht umgesetzt. Ja, man kann hier durchaus von schlechter Verarbeitung sprechen. Das beginnt schon beim Rahmen. Ab Werk finden wir hier zahlreiche Kratzer und seltsame schwarze Stellen, welche aussehen wie Kleber. Dies lässt die Vermutung aufkommen, dass der Metallahmen gar nicht zum Chassis gehört, sondern einfach nur aufgeklebt wurde. Ein Biegetest erhärtet diesen Verdacht, denn das Smartphone lässt sich ohne viel Kraftaufwand dazu bringen eine Banane anzudeuten. Glücklicherweise verbleibt die Biegung nicht und führt auch nicht sofort zum Brechen des Glases, was wieder für die Qualität des Letzteren spricht.

Das war es dann aber leider noch nicht. Wer erstmals den Fingerprint Scanner auf der Rückseite des Uhans S1 berührt, der wird sich wundern. Das Teil ist nämlich locker. Und das ist schon mal ein ganz starkes Stück, den das hat wirklich noch kein Smartphone das wir hier getestet haben zuvor geschafft. Es nervt einfach, wenn man jedes Mal beim Entsperren fühlt, wie der Sensor sich bewegt und dabei etwas klappert.

Auch die Tasten hat man nicht geschafft festzusetzen. Diese bewegen sich mit minimalem Spiel hin und her, was zwar nicht reicht um beim Schütteln ein Klappern zu erzeugen, wohl aber rein haptisch das Gefühl der Wertigkeit noch weiter nach unten zieht.

Das einzig lobenswerte das wir neben der reinen Optik am Design finden können, ist die Dicke des Smartphones. Mit nur 7mm ist das Handset im Vergleich mit anderen Geräten der 130€ Klasse eine Flunder. In der Hosentasche spürt man es kaum, wozu auch das angenehme Gewicht von nur etwas über 150g beiträgt.

Display

​Größe: ​5"
Auflösung:​ 1280 x 720
Technologie​:In-Cell IPS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​3
Gehärtetes Glas:​​Gorilla Glass 3
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das Display im Uhans S1 kann man zumindest bezüglich der Panel Qualität loben. Hier kommt ein In-Cell Display mit einer Größe von 5" und einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln zum Einsatz. Farblich macht das Panel eine richtig gute Figur und Schärfe, Blickwinkelstabilität sowie Helligkeit können sich sehen lassen. Die Lesbarkeit unter Sonnenlicht könnte aber noch eine Spur besser sein.

Was uns dagegen enttäuscht hat ist der Digitizer. Dieser kann nur maximal 3 Finger auf einmal erkennen und bleibt noch dazu gerne hängen, wenn er drei Berührungen erkannt hat. Zudem ist der Digitizer relativ lahm, was Schnellschreibern in die Quere kommt. Auch die Oberfläche könnte etwas gleitfähiger ausfallen und Fingerabdrücke weniger anziehen. Das Panel sieht oft schon nach kurzer Zeit sehr unappetitlich aus.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6753 (8x Cortex A53 @1,3GHz)
GPU:​ ​Mali T720 MP3
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB (3837,57MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​32GB (202,12 / 78,59MB/s)​
Fingerabdruck Scanner:​Ja​
​Sensoren:Light, Proximity, Acceleration​
Besonderheiten:​-​
Abmessungen / Gewicht:​​139 x 69,5 x 7,5mm / 153g

Im Inneren des Uhans S1 steckt mit dem MT6753 ein recht alter Chipsatz. Damit erschien das Uhans S1 recht teuer, denn vorgestellt wurde es zu einem Preis von ca. 160€. In der heutigen Zeit ist das für so ein Smartphone natürlich deutlich zu viel. Mittlerweile ist der Preis bei vielen Shops aber auf nur noch 125€ gesunken, womit das Uhans S1 deutlich attraktiver erscheint.

Neben dem Prozessor finden wir im Smartphone noch 3GB RAM und 32GB Speicher. Der RAM ist mit 3,8GB/s Durchsatz durchschnittlich schnell, der Speicher erreicht aber mit über 200MB/s Lese- und 78MB/s Schreibgeschwindigkeit ganz gute Werte.

Eine große Enttäuschung ist die Sensorausstattung. Wir finden hier weder ein Gyroskop noch einen Magnetkompass. Mit einem Licht-, Annäherungs- und Beschleunigungssensor ist hier wirklich nur das Nötigste an Bord. Uhans hat hier also die Chance verpasst, sich von der Konkurrenz etwas abzuheben.

Was uns ebenfalls nicht gefällt ist die relativ starke Abwärme im oberen Bereich des Smartphones. Unter Last wird das Smartphone hier so warm, dass es stellenweise unangenehm wird. Kommt noch zusätzlich Sonneneinstrahlung hinzu, dann wird das Handset knallheiß.

Der Fingerprint Scanner hat sich im Alltag als nutzbar herausgestellt und arbeitet recht zuverlässig. Leider ist er aber sehr langsam. Von der Berührung bis zum Entsperren vergeht eine knappe Sekunde. Der Finger Scanner bietet auch ein paar Zusatzfunktionen. Man kann mit einer Berührung durch Home Screens scrollen oder die Kamera auslösen. Auch das Öffnen des Menüs in Google Chrome ist möglich. Im Alltag haben wir diese Funktion aber deaktiviert, da sie uns eher gestört hat. Berührt man den Sensor versehentlich ganz leicht, wird schon eine entsprechende Aktion ausgeführt.

Software

​Variante: ​Freeme OS
​Android Version: Android 6.0​
Bloatware​:Nein​
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Als Betriebssystem läuft auf dem Uhans S1 eine Android 6.0 basierte Custom ROM mit dem Namen Freeme OS, welche aus China stammt. Auf dem Uhans S1 kommt allerdings die Lite Variante von Freeme OS zum Einsatz, sodass sich die Veränderungen an Android in Grenzen halten.

Man setzt hier auf einen eigenständigen Launcher ohne App Drawer, welchen man mit Effekten und Themes konfigurieren kann. Nützlich ist eine erweiterte Screenshot Funktion, mit der man freie Bereiche festlegen oder gar ganze Webseiten „ablichten" kann. Hinzu kommen ein paar schicke, eigene Apps die sich von den Stock Android Apps unterscheiden – z.B. die Wetter App. Bloatware ist mit Ausnahme einer Uhans Support App keine vorhanden.

Double Tap to Wake und weitere Off-Screen Gesten werden unterstützt. Auch die On-Screen Buttons können minimal angepasst werden, was sich aber auf die Änderung der Reihenfolge beschränkt. Das Einblenden des Akkustatus in % ist möglich.

Die Performance des Systems ist nach einiger Zeit ziemlich gut. Nach einige Zeit deshalb, weil das Handset sich zu Beginn ziemlich langsam und ruckelig anfühlt. Nach einigen Stunden Betrieb hat sich das aber gelegt. Anscheinend lief da im Hintergrund noch irgendetwas, das den Prozessor belegt hat.

Zwei signifikante Fehler haben wir im System gefunden. Einmal wäre da ein Bug der YouTube und andere Apps betrifft, welche die Wiedergabe beenden, wenn man sie in den Hintergrund schiebt. Bekommt man eine Benachrichtigung beim Abspielen eines Videos, so wird das Video pausiert. Das nervt vor allem dann, wenn man laufend Benachrichtigungen bekommt.

Ein weiterer Bug betrifft die Status LED, welche vorhanden ist. Diese zeigt leider aktuell nur den Ladestatus an. Bei Benachrichtigungen leuchtet sie nie auf und man findet im System auch nirgendwo Einstellungen für die LED.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
3G: WCDMA 900/1900/2100MHz
4G: FDD-LTE 800/1800/2100/2600MHz
WLAN:​ ​802.11b/g/n Dual Band WLAN
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​​Ja (Nano / Micro SIM oder Nano SIM / Micro SD - Kombo Slot)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Hier hat das Uhans S1 leider richtig enttäuscht. Die Signalstärke in Mobilfunknetzen ist lediglich im Mittelfeld angesiedelt. Bei Zugfahrten war es fast nie möglich per Mobilfunk im Internet zu surfen. Zum Telefonieren hat es aber gereicht. Der WLAN Empfang ist ebenfalls nur mittelmäßig. Ein Stockwerk unter dem Router haben wir in den abgelegenen Räumen bereits mit Aussetzern zu kämpfen.

Eine absolute Katastrophe ist das GPS. Die Antenne scheint ein absolutes Fehldesign zu sein, denn dadurch, dass das Smartphone größtenteils aus Glas besteht, sollte es eigentlich einfach sein hier eine sehr gute Signalstärke zu erreichen. Leider ist das nicht der Fall. Stattdessen fühlen wir uns ins Jahr 2013 zurückversetzt, als Chinaphones noch notorisch schlecht in GPS Tests abschnitten.

Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis das Handset endlich einen Fix bekommt, und selbst dann besteht dieser nur aus ca. 7 Satelliten. Die Genauigkeit liegt bei 6 – 12m, was quasi unbrauchbar ist. Das liegt schlicht an der extrem schlechten Signalstärke. Es reichen wirklich schon Bäume aus, um den Fix wieder zu killen.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Die Sprachqualität des Uhans S1 beim Telefonieren war in unseren Tests in Ordnung. Hintergrundgeräusche werden mangels Noise Canceling Mikrofons nicht herausgefiltert, man wird aber trotzdem gut verstanden.

Der Medienlautsprecher im Uhans S1 ist leider nicht der Bringer. Er klingt recht flach und übersteuert bei hohen Frequenzen bei hoher Lautstärke schnell. Das Deaktivieren der Lautstärkeanhebung hilft hier wie so oft etwas, führt aber auch dazu, dass die maximale Lautstärke etwas zu gering ist.

Beim Musikgenuss mittels Kopfhörer haben wir nichts auszusetzen. Der Klang wirkt gut abgemischt. Bässe treten kräftig hervor, ohne aber die höhen zu übertünchen. Die maximale Lautstärke ist absolut ausreichend. Störgeräusche produzierte das Uhans S1 zu keiner Zeit.

Kamera

​Hauptkamera: ​13MP, f/2.0 angeblich Sony IMX214
​Frontkamera: ​5MP
​Blitz:​Single LED
​Fokus:​PDAF (angeblich)
​Slow Motion:​Nein

Das Uhans S1 bietet mit 13MP auf der Rückseite und 5MP auf der Front zumindest auf dem Datenblatt eine ganz gute Ausstattung. Auch die Kamera App macht einen guten Eindruck und erinnert etwas an jene aus Color OS. Man kann diese sogar mit Plugins erweitern.

Leider haben sich die Kameras dann im Praxistest als eine dicke Enttäuschung erwiesen. Die Hauptkamera zeigt zwar ganz gute Farben, jedoch lässt die allgemeine Bildqualität stark zu wünschen übrig. Angeblich soll es sich ja um einen Sony IMX214 Sensor handeln. In Anbetracht der Ergebnisse, wagen wir das aber stark zu bezweifeln.

Die Aufnahmen wirken nie wirklich scharf. Details sind auf die Entfernung quasi nicht vorhanden. Sobald die Lichtverhältnisse auch nur ansatzweise schlecht werden, wird die Kamera zum Totalausfall und erzeugt nur noch Brei.

Das Einzige was die Kamera halbwegs gut kann sind Nahaufnahmen, aber auch diese sehen bei Weitem nicht so gut aus, wie man es bei einem Sony IMX214 erwarten würde. Hinzu kommt dann noch, dass die Kamera sehr langsam auslöst und auch ewig zum Fokussieren benötigt. Das beworbene PDAF scheint also auch wieder Nonsens zu sein.

Mit dem Uhans S1 aufgenommene Full HD Videos sehen zumindest bei Nah und Makroaufnahmen recht gut aus. Wie so oft ist aber auch hier die Audioqualität unzureichend. Das Mikrofon ist einfach nicht empfindlich genug.

Die Frontkamera erzeugt leider nur recht unscharfe Aufnahmen die noch dazu grisselig wirken, wenn man nicht gerade in hellem Licht steht.

Akku

​Kapazität (Angabe): 2.200mAh​
​Kapazität (Gemessen): ​2.136mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Nein​

Der Akku im Uhans S1 ist mit 2.200mAh sehr knapp bemessen. Ganz ehrlich, dafür, dass der Akku so klein ist, schneidet das Handset gar nicht mal so übel ab. Anscheinend hat man sich hier etwas Mühe gegeben den Energieverbrauch zu optimieren.

Das ändert aber nichts daran, dass die Kapazität unzureichend ist. Es ist einfach nicht möglich mit dem Uhans S1 über den Tag zu kommen, wenn man unterwegs it. Selbst wenn man das Gerät sparsam nutzt. Im Schnitt hielt der Akku bei uns 7 Stunden durch. Danach musste das Handset wieder an die Steckdose. Entsprechend schlecht fällt natürlich auch die erreichte Screen-On Zeit aus.

Das wäre nun halb so wild, wenn das Uhans S1 wenigstens Fast Charging bieten würde. Tut es aber nicht. Stattdessen dauert es schlappe 4 Stunden, bis der Mini-Akku wieder voll ist. Das darf man wohl guten Gewissens als Frechheit bezeichnen.

Fazit

8 Monate Entwicklungszeit, und was kommt dabei raus? Müll! Ganz ehrlich, wir verstehen nicht so richtig was Uhans all die Monate gemacht hat, an dem sie am Uhans S1 gearbeitet haben. In dieser Zeit sollte es eigentlich möglich sein, ein Smartphone zu entwickeln, welches zu begeistern weiß. Stattdessen liefert man hier aber einen Totalausfall ab, der nicht arg viel mehr kann außer schick auszusehen. Wir sind schockiert und raten dringendst vom Kauf ab. Für das gleiche Geld bekommt ihr bei der Konkurrenz deutlich bessere Handsets.

Pro Contra
​+ Schönes Design ​- Schlechte Verarbeitung (wackelnde Tasten und Fingerprint Scanner)
+​​ Schönes Display-​​ Kratzer im Rahmen ab Werk
+​​ Ganz gute Performance-​​ Metallrahmen nur aufgeklebt
+​​ Schöne Custom ROM mit OTA Updates und Multi Language-​​ Schlechter Touchscreen
+​​ Gute Audioqualität mit Kopfhörern-​​ Status LED funktioniert nicht
+​​ Fingerprint funktioniert halbwegs zuverlässig-​​ Zu wenige Sensoren
+ Dünn und leicht-​ Abwärme zu hoch
​- Akkulaufzeit zu kurz
​- Schlechte Kamera
​- Schlechter Empfang
​- Lange Ladezeit
​- Lässt sich leicht biegen
​- GPS unbrauchbar

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