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Oukitel K4000 Lite Test

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Oukitel K4000 Lite Test

​Oukitel bringt mit dem neuen K4000 Lite ein weiteres Smartphone der K-Serie auf den Markt. Das Oukitel K4000 Lite soll dabei vor allem eins sein: „Bigger and Better". In diversen Werbevideos und auf der eigenen Homepage wird das K4000 Lite in vielen Punkten als der „Größere und Bessere" dargestellt. Und tatsächlich gelingt es Oukitel in einigen Punkten die Nase vorn zu behalten. Doch leider auch in wichtigen Kategorien zu versagen. Um zu erfahren wie das neue Oukitel K4000 Lite in unserem Test abgeschnitten hat, wo dessen Stärken und Schwächen liegen, lest einfach weiter.

Verpackung & Lieferumfang

Wie bereits im Unboxing zu sehen war, verlässt sich Oukitel vollends auf den Wiedererkennungswert. Die knallig orangefarbene Verpackung mit dem silberfarbenen Oukitel Logo. Aber halt! Auf der Rückseite sind die Specs vom alten K4000 abgedruckt. Es handelt sich also quasi um Restbestände der Kartonage vom Vorgängermodell. Typisch chinesische Billigstpolitik.

Natürlich hielten wir uns mit solchen Kleinigkeiten nicht lange auf und in der Verpackung befand sich dann glücklicherweise das neue Oukitel K4000 Lite, nebst einer milchig weißen TPU-Hülle, einer Folie auf dem Smartphone, der Ladeadapter, ein USB Kabel, die bekannten Sicherheitshinweise und eine Garantiekarte. Auch hier muss der Käufer wieder auf Kopfhörer verzichten können.

Design & Verarbeitung

Das Oukitel K4000 Lite leistet sich in Hinblick auf Verarbeitung und verbaute Designelemente keine groben Schnitzer. Trotz des Polycarbonat Backcovers - ja, man öffnet es traditionell hinten - wirkt das Smartphone äußerst robust und wertig. Hinzu kommt das große Gewicht von stattlichen 208g. Einige Kunden mögen dieses Gewicht, anderen wiederum ist es zu schwer. Einzig der Powerbutton und der Volume Rocker sitzen locker im Chassis, so dass diese klappern.

Ein Grund für das hohe Gewicht ist zum Beispiel der verbaute 4000mAh Akku, ein anderer Grund ist das sehr dicke, gehärtete Asahi Glas (ähnlich H9). Sicherlich mag das Glas so einige alltägliche Angriffe mit dem Schlüsselbund, der Hosentasche und möglicherweise auch einen Sturz überleben. Getestet haben wir Letzteres nicht. Kratzer hat das Display nach der Woche Testzeit nicht. Aber warum verzichten wir auf einen „Hammer- bzw. Autocrashtest"? Ganz einfach darum, weil man Ressourcen nicht verschwendet, indem man unnatürliche Situation herbeiruft, nur um dann entweder ein kaputtes oder aber ein mit Blessuren gezeichnetes Smartphone zu haben. Was wir jedoch gerne testen ist die Verwindungsfestigkeit oder ob hinter dem Display Hohlräume oder dagegen drückende Komponenten erkennbar sind, die dann später zu Clouding führen könnten.

Und siehe da. Das Oukitel K4000 hat zwar kaum Probleme mit direktem Druck auf das Display und wir konnten auf Grund der Dicke des Glases auch keine Hohlräume feststellen, aber es ist trotz seiner Dicke, Kürze und Wuchtigkeit nicht biegefest. Schon bei relativ geringem Druck knarzt die Rückseite, öffnet sich und auch der Matallrahmen, sowie das Glas wölben sich. Nein, auch hier haben wir nicht weiter gemacht, denn letztlich führt dies früher oder später unweigerlich zum Glasbruch bzw. macht das Displayglas so dann anfälliger für Brüche.

Gerne lassen wir uns eines Besseren belehren, wenn ein echter Kunde diese Extremtests bis zum Finale ausführen möchte. Ansonsten kommen wir zu dem Schluss, dass die diversen Videos auf Youtube, die von Oukitel selbst produziert wurden, eher dem Marketing dienten, als einer echten Erprobung der „Härte und Stabilität". Fehlt nur noch die Überschrift „bitte nicht nachmachen".

Bezüglich des Aussehens gibt es dann nur bekannte Angaben zu machen. Der Powerbutton und die Lautstärke Taste befinden sich rechts, der USB Port unten und der Kopfhörerausgang auf der Oberseite. Die Front zeichnet sich durch die drei nicht beleuchteten Touchbuttons aus, sowie der Frontkamera links und mittig den Sensoren, sowie dem Telefonhörer.

Die Rückseite ist median sehr weit oben von der Kamera unterbrochen, direkt darunter der Single LED Blitz und ganz unten einem Oukitel Schriftzug, sowie dem Speaker. Die Rückseite fühlt sich recht griffig an und besteht aus besagtem Polycarbonat.

Entfernt man das Backcover so stößt man auf den wechselbaren 4000mAh Akku, auf die beiden Simslots, sowie in deren Mitte den MicroSD Karten Einschub.

Display

​Größe: ​5"
Auflösung:​ ​qHD (960x540)
Technologie​:​IPS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Asahi Glass (H9 ähnlich)
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das Oukitel K4000 Lite kommt mit einem qHD 5" Display daher und folglich mit einer unterdurchschnittlichen Auflösung von gerade einmal 960x540 Bildpunkten. Oukitel kann sich dabei eigentlich nur zwei Dinge gedacht haben. Entweder sie mussten ihre Restbestände an alten Displays irgendwie loswerden oder wohlwollend gedacht mit Blick auf den Akku dessen mögliches Durchhaltevermögen durch geringeren Akkuverbrauch erhöhen.

Wie dem auch sei. Das Display liefert ein befriedigendes Ergebnis ab. Die Schärfe geht trotz der leicht sichtbaren Pixel in Ordnung und auch der Kontrast in anständig. Die Farbwiedergabe ist sogar sehr positiv zu bewerten, genauso wie die Helligkeit und die Blickwinkelstabilität.

Wie bereits beim Punkt Design erwähnt, wird das Display durch sogenanntes Asahi Glas geschützt. Dieses ist recht dick und dennoch ist es uns möglich per Druck entsprechende Druckstellen im LCD Panel zu erzeugen.

Hardware & Performance

​Prozessor: Mediatek MT6735P, 4x 1.0GHz, 64Bit
GPU:​ ​Mali-T720
RAM (Geschwindigkeit):​​2GB (1208MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​16GB (Lesen: 109MB/s, Schreiben: 19MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Nein
​Sensoren:​Licht, Annäherung, Beschleunigung
Besonderheiten:​​Keine
Abmessungen / Gewicht:​​145,6 x 72 x 12,5mm / 208g

Auch in Sachen Hardware brauchen wir beim Oukitel K4000 Lite nicht viel zu erwarten. Der verbaute 64-Bit SoC MT6735 kommt in seiner schwächsten Variante daher und verfügt über 4x 1.0Ghz. Neben 2GB RAM stehen dem Nutzer 16GB interner Speicher zur Verfügung. Letzterer kann via MicroSD Karte um 32GB erweitert werden. Das K4000 Lite verfügt zudem über zwei SIM Schächte (Dual SIM).

Die Sensorenausstattung ist wie zu erwarten war sehr spartanisch, als da wären der Annäherungssensor, der Lichtsensor und der Beschleunigungssensor. Auf einen Kompass oder gar ein Gyroskop muss der Nutzer verzichten. Wer sich also auf ein „Pokémonsmartphone" mit langem Atem gefreut hat, den müssen wir an dieser Stelle enttäuschen.

Die Arbeitsspeicherleistung liegt im unteren Leistungsfeld mit ca. 1208MB/s Transferrate und selbiges gilt auch für die Leistung des internen Speichers (Lesen: 109MB/s, Schreiben: 19MB/s).

Kein getestetes Spiel lief ruckelfrei. Selbst Asphalt 8 auf geringsten Detailstufen war unspielbar. Pokémon GO ruckelt und wenn man ins Pokémenü geht, um Pokémon abzugeben, dann dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis man die Bestätigung (Bonbon vom Professor) erhält.

Für gewöhnlich widmen wir diesem Teil mehr Zeilen als diese, doch wenn nichts da ist, dann braucht man es auch nicht schön zu reden.

Software

​Variante: ​Android
​Android Version: ​5.1
Bloatware​:​Ja (Cappu Desktop / Bangan Keyboard)
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

Das Oukitel K4000 Lite kommt mit dem älteren Android 5.1 Betriebssystem daher, was an sich erstmal nicht weiter schlimm ist. Aber gemäß dem Slogan von „Bigger and Better" hat Oukitel hier eine eigene Oberfläche eingesetzt (Cappu Desktop). Diese wirkt nicht nur kindisch, sondern sie scheint eher für ältere Menschen mit Seh- und Tastschwächen gedacht worden zu sein. Wenn man dann auf den „Homebutton" im Desktop drückt (großer blauer Knopf), dann wird man direkt zur Oukitel.com Homepage geleitet. Alles was so dann über den Cappustil geöffnet wird ist riesig groß. Einen wirklichen Gewinn sehen wir darin nicht. Auch keine gefundene Marktlücke. Ähnlich verhält es sich mit dem dazugehörigen „Bagan Keyboard Pro".

Bis auf diesen bloatartigen Desktopersatz und der nicht brauchbaren Bagan Keyboardversion kommt das K4000 Lite sauber daher. Bugs oder Fehler haben wir nicht finden können. Bedrohungen wurden durch ESET ebenfalls nicht gefunden.

Alles in allem läuft das System recht träge und man merkt die schlechte Performance deutlich. Auch wenn der SoC schwach und alt ist, so haben wir gleichwertige Geräte mit besserer Performance erlebt. Das Cubot S600 oder sogar das S550/S500 ruckeln nicht bei Asphalt 8 bzw. Pokémon.

Ein Lichtblick sind die eventuelle OTA Updates die das System etwas optimieren könnten. Das letzte Update ist vom 26.07.2016.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​​2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
3G: WCDMA 900/2100MHz
4G: FDD-LTE 800/1800/2100/2600MHz
WLAN:​ 802.11b/g/n
Bluetooth:​​4.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Ja
Dual-SIM:​​Ja
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS

Der Mobilfunkempfang vom Oukitel K4000 Lite ist durchaus positiv zu bewerten. Ausfälle im o2 Netz gab es keine. Es werden alle in Deutschland notwendigen Frequenzen unterstützt, inklusive dem FDD-LTE Band 20. Auch beim WLAN leistet sich das K4000 Lite keine Auffälligkeiten. Der Datendurchsatz bleibt auch bei einiger Entfernung zum Router stabil und fällt bei zunehmender Entfernung relativ linear ab. WLAN Abbrüche hatte wir zu keiner Zeit.

Große Schwächen leistete sich jedoch der GPS Empfang. Unnötig hier kreuz und quer durch die Gegend zu fahren. Aktuell bietet sich das Spiel Pokémon GO als gute Alternativtestapp an, denn während wir mit anderen Smartphones durchweg guten GPS Empfang hatten, erlebten wir beim K4000 Lite einen Aussetzer nach dem Anderen. „Kein GPS Signal" war eine stete Fehlermeldung im Spiel. Aber auch der GPS Test zeigt ein relativ schlechtes Ergebnis. Von 12 gesichteten Satelliten wurden unter besten Wetterbedingungen lediglich 8-9 verwendet. Das Signal derer war jedoch ebenfalls schwach. Sobald man einen Raum betritt bricht der Empfang sofort komplett zusammen, was bei einer guten Antenne nicht der Fall sein sollte.

Mit der Verwendung von Bluetooth hatten wir jedoch keine Probleme und ebenso erfreulich war das Vorhandensein von Hotknot. Auf NFC muss der Nutzer verzichten können.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Die Audioqualität ist recht ordentlich. Der verbaute Speaker profitiert vom dicken Körper des Gerätes. Die Lautstärke kann auf ein ordentliches Niveau angehoben werden ohne das der Speaker übersteuert. Zwar klingen die Vocals etwas platt, weil die Tiefen fehlen, aber wir haben schon deutlich schlechteren Sound aus Smartphones hören müssen. Auch via Kopfhörer gibt es wenig zu bemängeln. Zumindest nicht in der Preisklasse unter 100€.

Kamera

​Hauptkamera: ​​8MP (interpoliert auf 13MP) / Sony Sensor
​Frontkamera: ​​​2MP (interpoliert auf 5MP)
​Blitz:​Single
​Fokus:​AF
​Slow Motion:​Nein

Die Qualität beider Kameras würden wir als ausreichend bewerten wollen. Die Rückkamera macht gerade noch befriedigende Nahaufnahmen bei voller Ausleuchtung. Schon bei leicht schwächerer Beleuchtung (im Freien) verkommen die Bilder zu einem einzigen Pixelbrei. Von 13MP (interpoliert) weit und breit keine Spur! Dunkelaufnahmen sind nahezu unmöglich erkennbar. Der Single LED Blitz ist bei derartigen Aufnahmen leider nicht hilfreich.

Videoaufnahmen gelingen auch nicht besser, so dass man sich fragen muss was sich Oukitel hierbei gedacht hat. Geworben wird mit einer schnellen und wackelstabilen Sony Kamera. Dabei heraus kommt eine inadäquate Bild- und Videoqualität wie sie anno 2013 durch die billigeren Smartphones gang und gebe war. Zudem werden Videos nicht in HD aufgenommen.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​4.000mAh
Wechselbar: ​Ja
Fast Charging:​Nein

Glanzparade. Endlich die eine Kategorie in der das K4000 Lite vollends überzeugen kann. 15 Stunden und 35 Minuten hielt das Smartphone bei aktiviertem Display und laufendem Geekbench Akkutest durch. Ein sehr gutes Ergebnis. Die Ladezeit ist mit 4 Stunden leider sehr lange. Der Akku kann problemlos gewechselt werden.

Fazit

Oukitel hat wahrlich bessere Geräte in der K-Serie zu bieten. Allen voran das K6000 Pro. Ein perfekte Mischung aus Leistung und Ausdauer.

Was Oukitel sich jedoch beim K4000 Lite gedacht hat, können wir nur erahnen. Wenn ein Smartphone nichts mehr kann und dann einen großen Akku verbaut bekommt, dann hält es ewig durch?

Nun ja. So in der Art kann man das K4000 Lite eigentlich zusammenfassen. Es enttäuscht auf ganzer Linie. Man kann es nicht zum Spielen verwenden, da es ruckelt. Als Navigator wenig hilfreich. Als Kompaktkamera-Ersatz absolut untauglich. Was bleibt ist ein langer Atem ohne Power.

Das Oukitel K4000 Lite ist jedenfalls keine Empfehlung wert. Schade eigentlich, denn Oukitel hat oft bewiesen wie es anders gehen kann! 

Pro Contra
​+ Displayschutzglas (Asahi Glass) ​- altes Android 5.1 mit Bloatware
+​​ Akkukapazität und Ausdauer-​​ langsame Hardware / schlecht optimierte Hardware
+​​ Mobilfunk und WiFi Empfang-​​ lediglich qHD Display
+ stabiles Android-​​ 3D Spiele unspielbar
+ Akku wechselbar-​​ GPS unbrauchbar

-​​ Rückkamera / Frontkamera nur ausreichend
-​ Verarbeitung nicht wie beworben (klappernde Buttons / nicht biegefest)
- Kein Fast Charging
​- keine Status LED
​- keine beleuchteten Touchbuttons

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