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Oukitel K10000 Pro Test

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​Das Oukitel K10000 Pro ist der lang ersehnte Nachfolger von Oukitel's erstem Akku Monster mit 10.000mAh Akku. Das Oukitel K10000 Pro ist aber nicht nur ein Upgrade, sondern auch eine Kehrtwende in Sachen Design. Während das erste Oukitel K10000 noch zu einem großen Teil aus Metall bestand und entsprechend schwer war, setzt man beim Oukitel K10000 Pro nun auf weniger Metall, um Gewicht zu sparen. Ob sich das bezahlt macht, und wie sich das Akku Monster im Alltag schlägt, haben wir für euch in einem einwöchigen Alltagstest geprüft. In diesem Testbericht erfahrt ihr nun alles, was ihr zum Oukitel K10000 Pro wissen müsst.

Das Oukitel K10000 Pro wurde uns freundlicherweise von Oukitel zur Verfügung gestellt. Der Kauf-Button verlinkt zu unserem Partner BangGood.

Oukitel K10000 Pro - Verpackung & Lieferumfang

Das Auspacken ist ein wahres "Oukitel K1000 Pro"-Feuerwerk. Die extrem große Box beherbergt einige separate Boxen, auf denen jeweils ein "Oukitel K10000 Pro" Schriftzug prangt. Ganz ehrlich? Man kann es mit dem Branding auch übertreiben! Nette Beigabe: Der Nutzer bekommt eine Gürteltasche aus Kunstleder, welche sich bei den Dimensionen als durchaus nützlich erweist. Das Smartphone hat zwar problemlos in der Hosentasche platz, stört aber vor allem wegen des Gewichts deutlich.

Zum weiteren Zubehör, welches ihr mit dem Oukitel K10000 Pro bekommt, gehören ein Pump Express Plus Ladegerät, ein Micro USB Kabel mit Stecker in Überlänge (Standard-Kabel sind nicht kompatibel!), ein Silikon Bumper, eine Schnellstartanleitung, ein SIM Werkzeug, ein OTG Adapter und zu guter Letzt auch noch ein Tempered Glass, falls der Nutzer dem Gorilla-Glass-Frieden nicht traut. 

Design & Verarbeitung

Verglichen mit dem Vorgänger ist das Design eine der größten Veränderungen am Oukitel K10000 Pro. Oukitel hat sich davon verabschiedet das Smartphone aus einem soliden Metallblock zu fertigen und wechselt stattdessen zu einem Aufbau der größtenteils aus Kunststoff besteht und mit stabilisierenden Metall-Elementen versehen ist. Diese Maßnahme reduziert das Gewicht auf 296g, was zwar immer noch schwer ist, doch unter Berücksichtigung der Größe des Akkus überraschend wenig erscheint.

Diesen Vorteil erkauft man sich allerdings durch eine deutlich reduzierte Verwindungsfestigkeit. Das Oukitel K10000 Pro lässt sich unter Berücksichtigung der Dicke von 14,5mm bzw. 16,1mm (mit Kameramodul) überraschend leicht durchbiegen. Wir wollen damit nun kein Risiko einer Beschädigung im Alltag aufzeigen, denn man muss definitiv einiges an Kraft aufwenden um das Smartphone zu biegen, doch das Oukitel K10000 Pro ist definitiv nicht so stabil wie es aussieht. Verwechselt das Gerät also nicht mit einem Rugged Phone und behandelt es wie ein normales Smartphone.

Was das Design an sich betrifft, hätten wir uns gewünscht, dass Oukitel etwas weniger stark auftragen würde. Das Oukitel K10000 Pro sieht mit den Zierelementen aus Metall und der in Lederoptik gestalteten Rückseite sehr extravagant aus. Doch bedingt dadurch, dass das Gehäuse  aus Kunststoff besteht, passt diese Optik einfach nicht so recht. Ein einfacheres Design hätte und hier besser gefallen - auch wenn es an der allgemeinen Verarbeitung absolut nichts auszusetzen gibt. Es ist einfach so, dass sich das Gerät billiger anfühlt als es am Anfang wirkt. Und das führt gerade beim Auspacken und dem ersten Anfassen zu einer Enttäuschung. Hätte Oukitel die aufwändige Verzierung weggelassen und die Rückseite statt in Lederoptik einfach mit einem mattschwarzen, gummierten Überzug versehen, würde das Design ehrlicher wirken.

Eventuell hätte man durch Einsparung einiger Schnörkel auch kleinere Abmaße hinbekommen. Ein Beispiel dafür ist wieder die Rückseite. Das große Kameramodul aus Metall steht ordentlich weit aus dem Gehäuse hinaus. Augenscheinlich braucht man diesen Platz aber gar nicht. Ein einfacheres "Standard" Kameramodul, welches nicht ganz so weit aus der Rückseite herausragt, hätte es vermutlich auch getan. Selbiges gilt auch für die Seiten. Oben und unten laufen diese zu ihrer Mitte hin leicht spitz zu, seitlich ragen sie trapezförmig heraus. Hätte man dieses "Eyecandy" gestrichen, wäre das Smartphone gleich ein paar Millimeter schlanker.

Was wir am Design vermissen, sind beleuchtete Touch Buttons auf der Front. Hier setzt man stattdessen auf unbeleuchtete Buttons mit Icons in silberner Farbe. Diese reflektieren einfallendes Licht zwar etwas, doch mit einer Beleuchtung wären sie zuverlässiger zu erkennen. Was ebenfalls fehlt, ist eine Status LED. Und das ist in der Preisklasse in der wir uns hier bewegen fast schon eine Frechheit - bei Oukitel aber leider auch ein ganz klassischer "Fehler". Was Oukitel ebenfalls nicht gut auf die Reihe bekommen hat sind die (großen) Hardware Buttons auf der rechten Seite. Diese wackeln etwas. Eigentlich überhaupt nicht stark, doch durch die Größe reicht es aus, dass man es beim Schütteln hört. Grundsätzlich kein großer Fehler, aber es soll ja Leute geben, denen so etwas nicht passt.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ ​1920 x 1080
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja (Gorilla Glass)
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Oukitel Smartphones sind in ihrer Qualität nicht immer konsistent. Doch für eines ist die Marke Oukitel ein Garant: Gute Displays. Das Oukitel K10000 Pro ist hier keine Ausnahme und liefert wieder ein Display mit, das für die Preisklasse durchaus überzeugt. Sofort fällt auf, dass das Display recht knackige Farben liefert. Die Grundabstimmung ist recht kühl. Auch der Kontrast kann überzeugen. Die Schwarzwerte gehen in Ordnung. Was fehlt ist Mediatek Miravision. So hat man keine Möglichkeit z.B. die etwas kühle Farbwiedergabe zu verändern.

Die Hintergrundbeleuchtung ist überraschend hell und gleichmäßig verteilt. Unter heller Sommersonne bleibt das Display größtenteils gut ablesbar. Nur bei starken Reflektionen kann es hin und wieder Beeinträchtigungen geben. Die Darstellung des Panels ist durch die hohe Auflösung sehr scharf. Die Blickwinkelstabilität würden wir als sehr gut bewerten. Es gibt beim kippen des Displays keinerlei Farbveränderung und auch nur eine sehr geringe Abnahme der Helligkeit.

Das Touch Panel ist - und auch das sind wir von Oukitel mittlerweile gewohnt - sehr gut. Das Oukitel K10000 Pro reagiert prompt auf Eingaben und sogar beim Scrollen oder Verschieben von Icons gibt es kaum eine Eingabeverzögerung. Die Touch Auflösung ist recht hoch, sodass es keine Treppchenbildung oder ein Stottern beim Scrollen gibt. Daraus resultiert eine exzellente Genauigkeit, welche einem gemeinsam mit der kurzen Reaktionszeit ein gutes Erlebnis beim Tippen beschert.

Ein Punkt der uns überrascht hat, ist das Displayglas. Dieses hat sich im Test als sehr gleitfähig erwiesen, was die Nutzung noch mehr zu einer Freude macht. Laut Oukitel wird auch Gorilla Glas genutzt, was wir bisher nicht dementieren können. Kratzer sind trotz dem Verzicht auf eine Schutzfolie bisher keine zu finden. Auch Fingerabdrücke nimmt das Glas nur wiederwillig an. Meistens reicht auch schon das Herausziehen aus der Hosentasche, dass größere Fettschmierer wieder verschwinden.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6750T (8x ARM Cortex A53 @1,5GHz)
GPU:​ ​Mali T860
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB (4GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB (100 / 80MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Rückseite)
​Sensoren:Accelerometer, Light, Proximity​
Besonderheiten:​​-
Abmessungen / Gewicht:​​Ohne Kamera: 161x 77,4 x 14,5mm
Mit Kamera: 161 x 77,4 x 16,1mm
288,6g

Das Oukitel K10000 Pro ist ähnlich ausgestattet wie das Oukitel K6000 Plus. Der Prozessor ist mit einem MT6750T identisch. Lediglich der Arbeitsspeicher (3GB) und der Datenspeicher (32GB) ist etwas kleiner. Wir hätten uns 64GB gewünscht, da Nutzer mit hohem Speicherbedarf so schnell das Limit ausreizen. Ja, man kann eine Micro SD Karte nutzen, doch dabei geht dann - Hybrid Slot sei dank - die Dual SIM Funktionalität verloren. Der Micro SD Kartenleser erreicht beim Lesen gute Geschwindigkeiten, ist jedoch beim Schreiben etwas langsam. Der RAM erreicht einen Durchsatz von rund 4GB/s.

Überraschend ist, dass das Oukitel K10000 Pro im Alltag gefühlt schneller ist als das K6000 Plus, obwohl Letzteres mehr Arbeitsspeicher hat. Das System reagiert etwas flotter und es gibt weniger Stottern. Das führt zu einem angenehm flüssigen Nutzungserlebnis. Im Alltag merkt man oft gar nicht, dass man es hier mit einem schwächeren Prozessor zu tun hat. Gerade in der Facebook App zeigt sich immer sehr schnell, wie gut ein Smartphone optimiert wurde. Im Vergleich entsteht hier beim Scrollen durch den Feed deutlich weniger Stottern. Insgesamt macht das Oukitel K10000 Pro damit im Alltag viel Spaß.

Beim Spielen schlägt sich das Smartphone ebenfalls ganz gut. Asphalt Xtreme konnten wir mit den Einstellungen XHDPI und maximalen Details größtenteils flüssig spielen. Lediglich bei hoher Außentemperatur ruckelte das Spiel, da der Prozessor offenbar Thermal Throttling aktiviert. Ältere und weniger anspruchsvolle Spiele liefen dagegen immer flüssig. Ein Beispiel dafür ist Dead Trigger 2 auf höchsten Grafikeinstellungen.

Mist gebaut hat Oukitel wie so oft bei den Sensoren. Es ist schon irgendwie armselig, dass es Oukitel nie schafft, wichtige Sensoren in ihre Smartphones einzubauen. Beim K6000 Plus hatte man ja mit einem Gyroskop geworben, welches dann leider doch nicht verbaut wurde. Beim Oukitel K10000 Pro wurden wieder gar keine Angaben zu den Sensoren gemacht. Leider sieht die Ausstattung auch hier sehr mager aus. Nur drei Sensoren werden verbaut: Ein Acclerometer, ein Lichtsensor und ein Abstandssensor. Einen Kompass oder gar ein Gyroskop sucht man also vergebens. Das ist hier besonders ärgerlich, da sich das Oukitel K10000 Pro aufgrund des guten Akkus hervorragend als Fußgänger Navigationsgerät eignen würde. Doch ohne Gyroskop und Kompass macht das einfach keinen Spaß, da sich die Karte nicht ausrichtet und man somit erst nach einer gewissen Strecke weiß in welche Richtung man gerade läuft.

Alltagstauglich aber durchaus verbesserungswürdig ist der Fingerabdruck Sensor auf der Rückseite. Der Sensor erkennt die eingescannten Finger sehr zuverlässig. Das gilt auch dann, wenn man schwitzige oder fettige Hände hat. Leider dauert das Entsperren recht lange. Ca. eine Sekunde benötigt das Smartphone um aufzuwachen. Das liegt aber mal wieder nicht am Sensor selbst, sondern an der Software. Weckt man das Gerät erst auf und entsperrt es dann mit dem Fingerprint Scanner, verläuft der Entsperrvorgang in weit unter einer Sekunde. Was uns ebenfalls stört ist die Position des Fingerprint Scanners. Man muss immer umgreifen, da man in normaler Position den Sensor mit dem Zeigefinger nicht oder nur schwer erreicht.

Software

​Variante: ​Leicht angepasstes Vanilla Android
​Android Version: Android 7.0 Nougat (Sicherheitspatch vom 5. Mai 2017)​
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

​Auf dem Oukitel K10000 Pro läuft Android 7.0 Nougat inklusive halbwegs aktuellem Sicherheitspatch vom 5. Mai 2017. Es handelt sich größtenteils um Stock Android, welches hier und da in der Optik leicht verändert wurde. Den Launcher hat man optisch leicht überarbeitet. icons werden als Quadrate mit schwarzem Hintergrund dargestellt. Ein App Drawer ist vorhanden und wird vertikal gescrollt. Das Benachrichtigungszentrum wurde nicht neu gestaltet. Gleiches gilt für die Einstellungen.

Das Oukitel K10000 Pro kommt wie alle Oukitel Smartphones mit vorinstalliertem Google Play Store und voller Sprachunterstützung daher. Bloatware ist bis auf einige Google Apps keine vorinstalliert. Auch Schadsoftware konnten wir keine finden. Das System wurde mit ein paar Extrafunktionen erweitert. Dazu gehören verschiedene Gesten als auch ein One-Hand-Mode, mit dem man das große Smartphone auch mit einer Hand bedienen kann.

Das Oukitel K10000 Pro lief im Test stabil. Lediglich einmal startete das Smartphone unerwartet neu. Bugs die wir gefunden haben sind ein Fehler in den Akkuverbrauchs-Statistiken. Nach einem Neustart werden diese geleert. Weiterhin ist es nicht möglich die Werte vom Power Management IC auszulesen. Apps wie AccuBattery sind damit nicht richtig nutzbar. Gerade für uns als Tester sind diese Fehler ärgerlich, da wir so keine genauen Aufzeichnungen über die Akkulaufzeit anfertigen können.

Weitere Fehler beziehen sich auf die App Kompatibilität. Das Spiel Dead Trigger 2 wird beispielsweise im Play Store mangels Kompatibilität nicht angezeigt. Hier könnten auch weitere Apps betroffen sein. Die Netflix App ist ebenfalls nicht kompatibel. Nach der Installation erscheint eine entsprechende Fehlermeldung mit der Aufforderung, eine andere APK Datei von der Netflix Webseite zu laden. Hat man das erledigt und die andere Version installiert, stürzt diese leider sofort nach dem Start ab. Ein weiterer Bug ist, dass sich beim Deaktivieren des Flugmodus Bluetooth automatisch aktiviert.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​​2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
3G: WCDMA 900/2100MHz
4G: FDD-TLE 1/3/7/8/20
WLAN:​ WLAN 802.11a/b/g/n
Bluetooth:​Bluetooth 4.1
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Ja
Dual-SIM:​​Ja (2x Nano)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Das Oukitel K10000 Pro hat uns im Test mit einer durchweg guten Empfangsleistung überzeugt. Im Mobilfunk war es uns auch an signalschwachen Orten noch möglich eine Datenverbindung aufzubauen. Damit bewegt sich das Smartphone auf dem Niveau vieler high-end Smartphones. Auch der WLAN Empfang konnte voll überzeugen. Sowohl neben als auch ein Stockwerk unter dem Router konnten wir die für a/b/g/n-WLAN typische maximale Datenrate von rund 75Mbit/s erreichen. Erst beim Verlassen des Hauses brach die Bandbreite ein. GPS funktioniert ebenfalls einwandfrei. Sowohl beim Navigieren als auch beim Tracking gab es keine Auffälligkeiten.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Der Medienlautsprecher im Oukitel K10000 Pro liefert einen durchschnittlichen Klang. Die maximale Lautstärke ohne Volume Boost könnte etwas höher sein, da man mit Volume Boost leider mit Verzerrungen leben muss. Eine leichte Basswiedergabe ist vorhanden, tritt jedoch sehr subtil zu Tage. Das ist schade, denn durch das große Gehäuse hätte man hier klangtechnisch weitaus mehr erreichen können. Beim Musikhören über Kopfhörer gab es keine Auffälligkeiten. Das Audiosignal ist klar und wirkt ordentlich abgemischt. Die maximale Lautstärke bewegt sich auf einem ausreichenden Niveau. Der Sprachqualität beim Telefonieren ist ganz gut. Beidseitig klingt das Gesprochene recht klar und gut verständlich. Hintergrundgeräusche werden halbwegs gut ausgefiltert, obwohl ein Umgebungsmikrofon fehlt.

Kamera

​Hauptkamera: ​13MP, f/1.8
​Frontkamera: ​5MP, f/2.8
​Blitz:​Single LEDs
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

Das Oukitel K10000 Pro hat in der Hauptkamera eine Überraschung am Start: Eine f/1.8 Blende. Für die Preisklasse ist das ein ungewöhnlich hoher Wert. Natürlich darf man nicht den Fehler machen und nur darauf basierend eine exzellente Kamera erwarten. Aber grundsätzlich ist das schonmal eine solide Basis. Von welchem Hersteller der verwendete 13MP Sensor stammt, wird von Oukitel leider nicht verraten.

Wie sieht es nun also mit der Qualität aus? Grundsätzlich scheint man hier tatsächlich auf eine hochwertige Kamera zu setzen. Das Modul liefert bei Tageslicht einen guten Detailreichtum und damit ordentliche Fotos. In den Ecken gibt es eine leichte Unschärfe, welche aber nicht weiter stört. Problematisch ist wie so oft die Software Optimierung. Hier zeigen sich schnell Schwächen, wenn es um komplexere Bildsituationen geht. Gegenlicht mag die Kamera zum Beispiel nicht besonders.

Auch bei Aufnahmen mit wenig Licht zeigt sich das software-seitige Defizit. Zwar fängt die Kamera durch die große Blende reichlich Licht ein, doch die entsprechenden Algorithmen zur Signalverarbeitung nutzen das Potential nicht. Low-Light-Fotos sind deshalb trotz der f/1.8 Blende von einem deutlichen Bildrauschen durchzogen und sehen oftmals verwaschen aus. Bessere Fotos gelingen im HDR Modus, doch dazu muss man bei Dunkelheit ein Stativ oder eine stabile Unterlage nutzen.

Loben darf man die Auslösezeit. Man erhält bei guten Lichtverhältnissen fast sofort nach Drücken des Auslösers ein Foto. Auch sich bewegende Objekte im Bild werden dabei größtenteils scharf abgelichtet. Der Fokus ist etwas langsamer, arbeitet aber recht zuverlässig und schafft es auch kleinere Objekte scharf zu stellen.

Bei Videoaufnahmen überrascht die Kamera mit einer exzellenten Bildqualität. Die maximale Auflösung liegt hier bei 1080p mit 30fps. Für Full HD Aufnahmen liefert die Kamera einen sehr hohen Detailreichtum und eine tolle Schärfe. So sehen die Videos selbst dann noch gut aus, wenn man sie auf 4k hochskaliert. Auch die Audioqualität ist recht gut. Negativ aufgefallen ist aber, dass in der Stock Kamera App kein Auto Fokus unterstützt wird.

Die Frontkamera bietet nur eine Auflösung von 5MP und eine recht kleine f/2.8 Blende. Unnötig zu erwähnen, dass man mit dieser Kamera keine ordentlichen Selfies schießen kann. Auch Videoaufnahmen sind nur mit maximal qHD (480p) möglich.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​10.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ​9.400mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja (12V / 2A)​

Der 10.000mAh Akku im Oukitel K10000 Pro ist ein Alleinstellungsmerkmal. Doch ist er überhaupt so groß? Im Vorgänger wich die tatsächliche Größe ja merklich ab. Doch hier können wir Entwarnung geben. Unsere Messung hat einen Wert von 9.400mAh ergeben. Oukitel flunkert also nicht. Und der große Akku macht sich im Alltag auch tatsächlich bemerkbar. Selbst wenn wir GPS und die Kamera massiv genutzt haben und dabei die Display Helligkeit stets auf das Maximum setzten, hielt der Akku volle zwei Tage durch. Bei normaler Nutzung sind als realistische Werte 3 bis 4,5 Tage Laufzeit zu nennen.

Ein weiteres Highlight ist, wie schnell der Akku wieder aufgeladen ist. Es dauert lediglich eine Stunde und 45 Minuten um den Akku von 20% auf 100% zu laden. Dabei sollte man das Gerät aber keinesfalls auf eine isolierende Oberfläche legen, denn es wird dabei sehr heiß. Wir haben beim Laden am Gehäuse Temperaturen von bis zu 52°C gemessen. Das ist ein Bereich, in dem eine Berührung durchaus unangenehm ist. Was passiert, wenn das Smartphone beim Laden auf dem Bett liegt oder gar in einer Tasche steckt, wollten wir lieber nicht testen.

Zu bemängeln ist übrigens der Micro USB Anschluss des Smartphone. Hier nutzt Oukitel aus uns sich nicht erschließenden Gründen einen Port mit Überlänge. Standard Micro USB Kabel passen hier nicht, da sie weder einrasten, noch einen Kontakt herstellen.

Oukitel K10000 Pro - Fazit

​Das Oukitel K10000 Pro ist ein interessantes Gesamtpaket, welches zum Preis von rund 160€ vieles zu bieten hat und einiges richtig macht. Wie bei fast allen Chinahandys gibt es aber auch hier Schwächen. Die wohl signifikanteste ist das Fehlern wichtiger Sensoren. Eigentlich ist das Fehlen eines Kompass und Gyroskops heutzutage ein No-Go. Das K10000 Pro hat hier allerdings den Bonus einzigartig zu sein. Wer ein Smartphone mit einem derart großen Akku braucht / will, der hat also keine andere Wahl als sich damit abzufinden. In diesem Fall gibt es für uns auch keinen Grund vom Oukitel K10000 Pro abzuraten. Oukitel sollte mit den nächsten Updates aber definitiv noch die Kamera verbessern, und das Lademanagement für niedrigere Temperaturen optimieren. Die hohe Wärmeentwicklung dürfte dem Akku auf Dauer nicht gut tun.

Pro Contra
​+ Extrem gute Akkulaufzeit ​- Übertriebenes Design
+​​ Extrem schneller Ladevorgang-​​ Fehlende Sensoren (Kompass, Gyroskop)
+​​ Gute Performance-​​ Hohe Abwärme beim Aufladen
+​​ Sehr guter Empfang-​​ Micro USB Anschluss in Überlänge
+​​ Gutes Display-​​ Software Bugs
+​​ Guter Touch Screen- Keine Status LED
+​​ Kamera mit Potential
​+ Preis-Leistungs-Verhältnis
​+ Aktuelles Android

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