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Oukitel K10 Test

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Oukitel K10

​Mit dem Oukitel K10 hat der Akku-Monster Spezialist Oukitel ein neues Smartphone mit sehr großer Kapazität vorgestellt. Eine relativ gute Ausstattung trifft hier auf einen 11.000mAh Akku. Zusätzlich wird als Highlight noch NFC unterstützt. Wir haben das Oukitel K10 für euch zwei Wochen lang als Daily Driver getestet und zeigen euch in diesem Test alle Stärken und Schwächen des Smartphones.

Oukitel K10
Verpackung & Lieferumfang

​Das Oukitel K10 bekommt ihr in einer rechteckigen, flachen Box geliefert. Diese ist komplett in Schwarz gehalten und verfügt über eine simple Gestaltung mit einem großen, silbernen K10 Aufdruck auf der Oberseite. Direkt nach dem Öffnen der Box begrüßt einen das Oukitel K10 in einer Schale, verpackt in Folie. Darunter befindet sich das restliche Zubehör, welches wirklich üppig ausfällt:

  • ​1x Flash Charger (5V / 5A)
  • 1x USB Typ-C Kabel (Stecker mit Überlänge)
  • 1x USB Typ-C auf 3,5mm Adapter (Stecker mit Überlänge)
  • 1x USB Typ-C OTG Kabel (Stecker mit Überlänge)
  • 2x Schutzfolie
  • 1x Bumper (befindet sich ab Werk am Smartphone)
  • 1x SIM Nadel
  • 1x Garantiekarte
  • 1x Anleitung

Oukitel K10
Design & Verarbeitung

​Wer ein schlankes Smartphone sucht ist beim Oukitel K10 falsch. Das Handset ist mit 14,7mm (inklusive Kameramodul) und einem Gewicht von 287g alles andere als handlich. Ankreiden darf man das dem Oukitel K10 in Anbetracht des großen Akkus allerdings nicht. Dieser braucht nunmal Platz. Auf was man sich da einlässt sollte also vor dem Kauf klar sein. Passt das Oukitel K10 in die Hosentasche? Ja! Aber man spürt es sehr deutlich. Gewöhnen kann man sich daran trotzdem, was aber nichts daran ändert, dass das Gerät z.B. beim Treppensteigen stört.

Das Oukitel K10 macht sofort einen sehr soliden Eindruck. An den Seiten findet man Schrauben, welche das Gerät irgendwie stabil und hochwertig wirken lassen. Das Oukitel K10 besteht übrigens nicht aus Metall. Lediglich rechts und links befindet sich schick geformte und mit einem Muster versehene Metallapplikationen. Der Rest des Gehäuses besteht aus Kunststoff, welches über ein gummiartiges Finish verfügt. Dieses sorgt für ein angenehmes Handgefühl, welches überhaupt nicht wie Plastik wirkt. Die leicht angewinkelte Form zur Rückseite hin kaschiert die Gehäusedicke etwas. Im Inneren wird das Oukitel K10 von einem Metallchassis verstärkt. Dieses sorgt dafür, dass das Gerät trotz Kunststoffgehäuse sehr verwindungsfest bleibt.

Interessant ist auch ein Blick auf die Rückseite, welche über ein Leder Finish verfügt, welches für ausreichend Grip sorgt. Ob es sich hier um Echtleder oder Kunstleder handelt, ist schwer zu sagen. Wir tippen allerdings eher auf letzteres. Etwas das uns während des gesamten Testzeitraums gestört hat, ist der Geruch. Das Oukitel K10 verbreitet einen Geruch von klassischem Imprägnierspray. Dieser ist war nach zwei Wochen deutlich abgeklungen, ist jedoch nach wie vor leicht wahrzunehmen. Wenn man das Oukitel K10 länger in der Hand gehalten hat, merkt man den Geruch sehr deutlich. Was auch immer da so stinkt, gesund ist es sicherlich nicht. Wir empfehlen euch deshalb, das Oukitel K10 vor der Nutzung erstmal längere Zeit auf einer Heizung ausdampfen zu lassen.

Update: Nach einigen weiteren Tagen ist der Gestank nun verschwunden. Die Rückseite riecht jetzt nach klassischem Leder. Vermutlich stammte der anfängliche Geruch vom verwendeten Klebstoff.

Die Hardware Tasten am Oukitel K10 nutzen die Gehäusedicke aus und sind entsprechend groß und damit leicht zu treffen. Das ist von Vorteil, wenn man z.B. die Lautstärke in der Hosentasche regeln will. Dies geht dann auch von außen und man muss nicht hineingreifen. Bei den Lautstärketasten setzt man auf separate Buttons und nicht auf die sonst übliche Wippe. Die Tasten bestehen aus Metall, wackeln nicht und haben einen deutlichen, knackigen Druckpunkt ohne dabei zu schwergängig zu sein.

Ein weiteres interessantes Merkmal ist das Frontglas, welches gefühlt etwas dicker ist als bei anderen Smartphones und so den soliden Eindruck unterstreicht. Das Glas hat zudem nicht die klassische Form, sondern passt sich den Umrissen des Smartphones mit leicht geschwungenen Kanten an. Auch der Telefonhörer hat eine eher extravagante Form spendiert bekommen.

Oukitel K10
Display

​Größe: ​6 Zoll
Auflösung:​ ​2160 x 1080 (18:9 / 2:1)
Technologie​:​In-Cell LCD (AU Optronics)
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Im Oukitel K10 wird ein 6 Zoll großes In-Cell LCD Display von AU Optronics mit "Full HD+" Auflösung verbaut. Das Panel kommt also im 2:1 Format inklusive abgerundeten Ecken daher. Oukitel Smartphones haben generell gute Displays verbaut und das Oukitel K10 bildet da keine Ausnahme. Das Display erfreut mit einem scharfen Bild, guten Schwarzwerten und lebendigen Farben. Die Farbdarstellung ist ab Werk relativ kühl, was man jedoch auf Wunsch in den Mediatek MiraVision Einstellungen anpassen kann. Der Kontrast des Displays kann sich auch ohne die dynamische Kontrastoptimierung sehen lassen. Die Blickwinkelstabilität ist perfekt, wie man es von einem In-Cell Display erwartet. Hinzu kommt dann noch, dass das Display sehr hell werden kann. Im Freien sind Inhalte auf dem Oukitel K10 somit auch unter Sonnenlicht problemlos erkennbar. Ein bei Oukitel Geräten häufig auftretender Fehler ist leider auch hier vorhanden: Die Helligkeitsautomatik regelt viel zu aggressiv. Selbst Indoor wird bei Tageslicht fast auf die maximale Helligkeit geregelt, was unnötig viel Energie verbraucht.

Eine Überraschung hat das Oukitel K10 in Sachen Touchscreen auf Lager. Laut Hersteller kommt hier nur ein 5-Punkt Touchscreen zum Einsatz. Tatsächlich handelt es sich aber um einen 10-Punkt Touchscreen. Oukitel hat sich für einen recht hochwertigen Digitizer entschieden, der eine hohe Auflösung und damit eine gute Präzision bietet. Die Empfindlichkeit ist gerade richtig und die Eingabeverzögerung ist recht klein, sodass man problemlos schnell tippen kann. Das relativ dicke Displayglas scheint gehärtet zu sein, wobei es allerdings keine Angaben dazu gibt, um welche Art von Glas es sich handelt. Bisher blieb das Oukitel K10 aber auch ohne Schutzfolie frei von Kratzern. Das Displayglas ist auch leicht oleophobisch, sodass man nicht ständig mit Polieren beschäftigt ist und Finger angenehm über die Oberfläche gleiten.

Oukitel K10
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio P23 (MT6763)
4x Cortex A53 @2,0GHz
4x Cortex A53 @1,51GHz
GPU:​ ​Mali G71 MP2 (530 - 700MHz)
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4X (8,55GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB (290 / 211MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja, Hybrid Slot (81 / 43MB/s)
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Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Rückseite)
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Gyroscope, Light, Proximity, Step Counter, Rotation Vector, Linear Acceleration, Orientation
Besonderheiten:​​USB Typ-C, Status LED (RGB)
Abmessungen / Gewicht:​167,2 ​x 78,5 x 14,7mm
287g

​Oukitel hat jüngst bei allen Smartphones mit einer sehr guten Optimierung glänzen können, was auch beim Oukitel K10 wieder der Fall ist. Aus dem Mediatek Helio P23 kitzelt man so eine richtig gute Performance heraus und spart noch dazu Energie. Da der Helio P23 ein 16nm Chip ist, hat das Oukitel K10 gegenüber den restlichen Akku Monstern von Oukitel einen ganz großen Vorteil. Im Alltag läuft das K10 richtig schön rund, und dazu muss man noch nichtmal in den Performance Modus umschalten, was in den Akku Einstellungen erledigt werden kann. Auch im ausgeglichenen Modus erhält man hier eine richtig gute Alltagsperformance die auch mit gewissen Einschränkungen für Spiele ausreicht. Das Oukitel K10 wird im Betrieb nur leicht warm. Zu Thermal Throttling kommt es auch bei längerer Volllast nicht.

Der Prozessor wird im Oukitel K10 von 6GB LPDDR4X RAM flankiert. Im Test hat dieser mit 8,55GB/s einen ordentlichen Durchsatz erreicht. Im Multitasking wurde das K10 den Erwartungen gerecht. Apps die am morgen geöffnet wurden, sind auch am Abend noch im Speicher. Das Wechseln zwischen Apps geht flott von statten, was auch dann noch der Fall ist, wenn mehr als 10 App geöffnet sind. Für eure Daten hat das Oukitel K10 64GB Speicher auf eMMC Basis mit am Start. Auch hier wird ein überraschend hoher Durchsatz erreicht. Beim Lesen sind es fast 300MB/s, beim Schreiben immerhin 211MB/s. Das Oukitel K10 bewegt sich damit über dem Durchschnitt. Wem die 64GB Speicher nicht ausreichen, der kann auch eine Micro SD Karte nutzen. Der Slot bildet dabei keinen Flaschenhals und hat beim Lesen mit einer Class 10 Karte 81MB/s und beim Schreiben 43MB/s erreicht. Wie gewohnt kann man die SD Karte mit dem internen Speicher verschmelzen und dann auch Apps und Spiele darauf installieren. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass man sich beim Oukitel K10 wegen des Hybrid Slots zwischen Dual SIM und einer Micro SD Karte entscheiden muss.

Etwas enttäuschend ist der Fingerprint Sensor im Oukitel K10, der sich auf der Rückseite unter der Kamera befindet. Dieser fühlt sich extrem langsam an, denn vom Auflegen des Fingers bis zum Erscheinen des Home Screens vergeht eine Sekunde, manchmal auch mehr. Beschäftigt man sich jedoch eingehender damit, wird klar, dass es sich hier um ein Software Problem handelt. Das Smartphone braucht schlicht und einfach so lange um aufzuwachen. Das wird deutlich, wenn man es mit der Power Taste aufweckt. Legt man dann den Finger auf den Sensor, entsperrt sich das Smartphone nahezu ohne Verzögerung. Was die Zuverlässigkeit betrifft hat der Sensor keine Schwierigkeiten. Somit müsste Oukitel hier lediglich die Aufweck-Zeit per Software Update kürzen, und schon hätte man einen pfeilschnellen Fingerabdrucksensor.

Bei den restlichen Sensoren scheint Oukitel die schlechten Angewohnheiten der Vergangenheit abgelegt zu haben, denn das K10 kommt mit allem daher was man braucht. Kompass, Gyroskop und sogar ein Schrittzähler sind an Bord und funktionieren ordnungsgemäß. Das Gyroskop haben wir mit YouTube 360 Videos getestet, den Kompass bei der Fußgängernavigation. Aussetzer gab es dabei zu keiner Zeit. Zudem bietet das Oukitel K10 eine Status LED. Diese kann in den Farben Rot, Grün und Blau aufleuchten, unterstützt jedoch keine Mischfarben. Leider lassen sich die Farben in den Einstellungen nicht konfigurieren. Bei Benachrichtigungen leuchtet die LED nur in Blau, der Akkustand wird mit Rot und Grün signalisiert. Der USB Typ-C Anschluss auf der Unterseite vom Oukitel K10 unterstützt USB 2.0 und OTG. Leider hält sich Oukitel nicht an den Standard und nutzt eine Buchse mit Überlänge. Glücklicherweise funktioniert Standard Typ-C Zubehör trotzdem. Die einzige Einschränkung ist, dass die Stecker nicht korrekt einrasten und relativ leicht aus dem Anschluss rutschen. Das mitgelieferte Zubehör sitzt perfekt.

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Oukitel K10
Software

​Variante: Nahe Stock Android
​Android Version: ​Android 7.1.1
Sicherheitspatch beim Test: 5. Dezember 2017
Google zertifiziert:​Ja
DRM Technologien:​Clearkey 1.0, Widevine L3
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

​Auf dem Oukitel K10 läuft ein weitestgehend naturbelassenes Android 7.1.1. Der Launcher wurde ein wenig angepasst, das war es dann aber auch schon. Aktuell läuft das Android noch mit einem Sicherheitspatch vom 5. Dezember 2017, was aber daran liegt, dass die aktuelle Software vom Oukitel K10 vom Januar 2018 stammt. Dass es seitdem kein Update gab, ist vorerst auch kein Grund zur Sorge. Bei Oukitel ist es häufig so, dass zwischen Updates einige Monate verstreichen. Ja, die Update Politik bei Oukitel ist nicht optimal, aber immerhin kommen die Smartphones meistens ohne grobe Fehler auf den Markt, sodass man darüber in vielen Fällen hinwegsehen kann.

Wie gewohnt unterstützt das Oukitel K10 zahlreiche Sprachen inklusive Deutsch und kommt mit vorinstalliertem Play Store daher. Sehr schön ist dabei zu sehen, dass das Oukitel K10 von Google zertifiziert ist. Somit sollte auch die Nutzung von Android Pay problemlos möglich sein. Ein Scan nach Schadsoftware blieb beim Oukitel K10 ohne Ergebnisse. Gravierende Fehler oder Abstürze sind uns im Testzeitraum nicht aufgefallen. Der einzige auffällige Bug ist die lange Aufwachzeit aus dem Standby, welche wir im Punkt Hardware schon erwähnt hatten.

Bloatware sucht man auf dem Oukitel K10 abseits der typischen Google Apps vergebens. Oukitel bleibt also seinem Konzept treu, saubere Smartphones zu liefern. Ein paar Extrafunktionen gibt es noch in den Einstellungen. Hier findet man verschiedene Optionen für Wakeup Gesten, einen Einhand-Modus und einen QR Scanner. Das ist aber alles nichts Neues und findet sich in gleicher Form auf so ziemlich allen anderen Oukitel Smartphones.

Oukitel K10
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​GSM: 850 ​/ 900 / 1800 / 1900MHz
WCDMA: 900 / 2000MHz
FDD-LTE: B1 / B3 / B7 / B8 / B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​Ja (Dual Nano SIM)​
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Das Oukitel K10 hat im Mobilfunk mit einer hervorragenden Empfangsleistung überrascht. Selbst in schlecht ausgebauten Gegenden, wo viele Smartphones Schwierigkeiten haben eine Datenverbindung aufzubauen, konnte das K10 genau das noch bewerkstelligen. Für die ländliche LTE Nutzung steht auch das Band 20 LTE zur Verfügung. Das für Telekom Kunden immer wichtiger werdende Band 8 (900MHz) wird ebenfalls unterstützt. In die Röhre wird man aber in Ländern wie den USA schauen, denn das Oukitel K10 deckt bei weitem nicht alle weltweit genutzten Frequenzen ab.

Die Empfangsleistung im WLAN ist ebenso exzellent wie im Mobilfunk. Wir konnten uns durchs gesamte Gebäude bewegen, ohne dass es nennenswerte Unterschiede im Durchsatz gab. Sogar ein Stockwerk unter dem Router bricht die 5GHz Verbindung nicht ab, was bei weitem nicht alle Smartphones schaffen. Ähnlich sieht es bei Bluetooth aus. Auch hier konnten wir uns mit einem Kopfhörer selbst ein Stockwerk unter dem Smartphone noch in ein paar Räumen bewegen ohne dass es Aussetzer im Ton gab. NFC funktioniert ebenfalls wunderbar und benötigt keine genaue Ausrichtung. Es genügt den Tag kurz an die obere Hälfte der Rückseite zu halten und schon wird er erkannt.

Und auch im GPS Test hat das Oukitel K10 nicht enttäuscht. Das Gerät war auf einigen Spaziergängen, Wanderungen und einer Autofahrt dabei. Egal ob Navigation oder Tracking, alles funktionierte perfekt. Tracking mit Runtastic konnte sogar besonders überzeugen. Das Oukitel K10 erreicht eine sehr hohe Genauigkeit von bis zu 1,5 Metern. Dadurch werden zurückgelegte Strecken sehr genau eingezeichnet, was auch für die Nutzung in der Hosen- oder Jackentasche gilt.

Oukitel K10
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​USB Typ-C auf 3,5mm Adapter
Dedizierter Verstärker:​​​​USB Typ-C auf 3,5mm Adapter

​Der interne Lautsprecher vom Oukitel K10 enttäuscht leider. Das Smartphone bietet zwar ein riesiges Gehäusevolumen, welches man wunderbar als Resonanzkörper für einen ordentlichen Klang hätte nutzen können, doch davon macht der Hersteller keinen Gebrauch. Ab Werk klingt der Lautsprecher wirklich schlimm und verzerrt ab ca. 70% Lautstärke enorm. Abstellen kann man das indem man in den Einstellungen den Lautstärke Boost deaktiviert. Dann klingt der Lautsprecher erträglich, bleibt aber weiterhin sehr flach. Der Ton geht in Ordnung wenn man mal kurz ein Video auf YouTube ansehen will, doch für Filme oder Musik sollte man dann doch auf Kopfhörer umsteigen.

Da das Oukitel K10 keinen 3,5mm Anschluss an Bord hat, muss man den mitgelieferten Typ-C Adapter für entsprechende Kopfhörer nutzen. Alternativ lohnt sich natürlich die Anschaffung von nativen Typ-C Kopfhörern. Der mitgelieferte Typ-C Adapter ist leider nicht von bester Qualität. Er liefert zwar einen guten Klang mit enormer Lautstärke, hat aber mit Störgeräuschen zu kämpfen, welche immer wieder mal bei leisen Passagen in Form eines leichten Pfeifens auffallen. Bei Musik stört das zwar eher selten, bei Videos jedoch schon, da hier leise Passagen gehäuft auftreten.

Was die Sprachqualität betrifft siedelt sich das Oukitel K10 im Mittelfeld an. Beim Telefonieren im GSM Netz hat man den typischen Telefon-Sound, leicht dumpf also. Verständigungsprobleme gibt es aber zu keiner Zeit. Laute Geräusche im Hintergrund kommen aber zuweilen beim Gegenüber an. Steht gerade HD Telefonie oder VoLTE zur Verfügung steigt die Audioqualität deutlich. Die Ohrmuschel selbst ist ganz gut und erreicht eine ausreichend hohe Lautstärke um auch in lauter Umgebung noch etwas zu verstehen. Der Ton ist aber auch hier relativ flach.

Oukitel K10
Kamera

​Hauptkamera: Hauptsensor: 16MP Samsung S5K3P3SX​ f/2.8
Sekundärsensor: VGA GalaxyCore GC0310
​Frontkamera: Hauptsensor: 8MP Hynix HI846 ​f/2.8
Sekundärsensor: VGA GalaxyCore GC0310
​Blitz:​Dual LED, zweifarbig
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

Das Oukitel K10 ist wie so ziemlich alle aktuellen Oukitel Smartphones mit einer Dual Kamera ausgestattet. In diesem Fall auch auf der Front. Wie gewohnt darf man an diese jedoch keine Erwartungen stellen, da es sich um einen "Fake" handelt. Der Sekundärsensor ist zwar echt, doch es handelt sich wie so oft nur um den GalaxyCore GC0310 VGA Sensor, der quasi keinen Nutzen hat. Der Bokeh Effekt ist rein Software generiert und bietet nicht einmal Kantenerkennung. Damit beschränkt er sich auf einen kreisrunden scharfen Ausschnitt, den der Nutzer im Durchmesser verändern kann. Mit Bokeh hat das nichts zu tun.

Der Hauptsensor kommt im Falle der Hauptkamera von Samsung. Hier wird ein S5K3P3SX mit 16MP verbaut der auf 21MP interpoliert wird. Die Blende ist mit f/2.8 viel zu klein. Der Hauptsensor in der Frontkamera stammt von Hynix (HI846) und löst mit 8MP auf. Auch hier wird interpoliert und zwar auf 13MP. Der Blendenwert ist mit f/2.8 ebenfalls sehr niedrig.

Die Hauptkamera ist im normalen Modus enttäuschend. Farblich wirken alle Bilder etwas rotstichig und es mangelt durchweg an Schärfe und Details. Bilder wirken einfach matschig, was nicht nur für Landschaftsaufnahmen sondern auch für Nachaufnahmen gilt. Für schnelle Schnappschüsse ist die Kamera in Ordnung, doch für richtige brauchbare Fotos kann man sie vergessen. Hinzu kommt dann noch, dass der Dynamikumfang der Bilder extrem schlecht ausfällt.

​Aufnahmen bei zu wenig Licht oder Nacht sehen verwaschen und rauschig aus. Bei zu wenig Licht versagt der Fokus seinen Dienst. Der LED Blitz ist relativ hell, sorgt aber durch die schlechte Kamera nur bedingt für halbwegs brauchbare Ergebnisse.

Die Frontkamera überzeugt ebenfalls nicht. Auch hier fehlt es an Schärfe und die Aufnahmen wirken farblich ausgewaschen. Schlechte Lichtverhältnisse sind auch hier ein Problem.

​Videos werden mit der Hauptkamera in maximal 1080p aufgezeichnet. Auch hier mangelt es an Schärfe und die Videos wirken zu dunkel. Die Tonqualität fällt mittelmäßig aus. EIS wird nicht unterstützt, kontinuierlicher Autofokus schon. Letzterer neigt jedoch zum pumpen und ist nicht sonderlich schnell. Die Frontkamera kann Videos mit bis zu 720p aufzeichnen. Auch hier überzeugt die Qualität nicht wirklich und die Tonspur ist nicht synchron.

Oukitel K10
Akku

​Kapazität (Angabe): ​11.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ca. ​9.978mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (5V / 5A)

​Das Oukitel K10 soll laut Hersteller mit einem 11.000mAh Akku ausgestattet sein. Ob das stimmt, bezweifeln wir. Gemessen haben wir extern 9.978mAh. Die App AccuBattery kommt bei ihren Messungen die über den Power Management IC laufen, somit also keine Schätzungen sind, ebenfalls nicht weit über die 10.000mAh Marke hinaus. Das lässt vermuten, dass es sich hier in Wahrheit um einen 10.000mAh Akku handelt. Beweisen könnte man das durch das Entfernen des Akkus und Inspektion der Aufdrucke auf den Zellen. Dies haben wir jedoch vorerst nicht getan, da der Akku fest verklebt ist. Wir werden das nach Fertigstellung des Tests noch nachholen und dann ein entsprechendes Update nachreichen.

Update: Wir haben nun den Akku ausgebaut. Wie beworben handelt es sich um Zellen von BAK. Bezüglich der Kapazität hat uns das aber nicht weitergebracht, da auf die einzelnen Zellen keine Kapazität aufgedruckt wurde. Basierend auf der externen Messung, den Messungen über den internen Power Management IC sowie dem Gewicht und der Größe der Zellen, sind zwei 5.000mAh Zellen jedoch sehr wahrscheinlich. Insgesamt hat das Oukitel K10 also sehr wahrscheinlich "nur" 10.000mAh statt 11.000mAh. Dies ist jedoch zu vernachlässigen, solange es einem nur um die Laufzeit an sich geht (siehe unten).

Und bevor hier jemand "ungerecht" ruft, weil wir das Doogee BL12000 mit seinem Fake Akku so vernichtet haben, das Oukitel K10 jedoch nicht, wollen wir zu einer differenzierten Betrachtung anregen. Zunächst einmal ist eine um 1.000mAh geschönte Angabe weniger dramatisch als ein Betrug um satte 2.000mAh. Und dann kommt noch ein zweiter Punkt hinzu, der uns immer ganz besonders am Herzen liegt: die Akkulaufzeit an sich. Die Kapazitätsangabe ist einfach nur ein Wert und sagt nur grob etwas über die tatsächliche Laufzeit aus. Und genau hier punktet das Oukitel K10. Wenn wir uns an das Doogee BL12000 zurück erinnern, dann hatte dieses mit 12 - 14 Stunden Screen-On Zeit (je nach Nutzung) eine für einen 10.000mAh Akku extrem schlechte Laufzeit. Die Geräte der K10000 Serie von Oukitel sind da deutlich ausdauernder und noch dazu billiger. Und genau das war ein weiterer wichtiger Punkt weshalb wir dringend vom Kauf des BL12000 abgeraten haben. Das soll natürlich nicht heißen, dass wir eventuelle Mogeleien seitens Oukitel gut heißen. Dennoch vertreten wir die Meinung, dass in Fällen bei denen am Ende trotzdem noch ein ordentliches Gerät bei rauskommt, der Kunde darüber entscheiden sollte, ob hier abgestraft wird (= nicht kaufen) oder nicht.

Konkret sieht es beim Oukitel K10 so aus, dass das Smartphone alle bisher von Oukitel produzierten Akku Monster in den Schatten stellt. Die Laufzeit ist schlichtweg atemberaubend. Oukitel wirbt mit 6 Tagen Laufzeit bei normaler Nutzung. Und diese Angabe kommt durchaus hin, wenn man mal unterstellt, dass normale Nutzung einer Nutzung mit den Basics entspricht: Facebook, Messaging, Telefonieren, gelegentliches Knipsen und kurze Navi-Sessions sowie gelegentliches Surfen im Netz, aber auch das ein oder andere YouTube Video oder Casual Game am Abend. Selbst wenn das Oukitel K10 einen Power-User bedienen muss, hält es minimum drei Tage durch. Die mit einer Akkuladung erreichbare Laufzeit liegt bei satten 26 Stunden. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei aktivem Bildschirm bei 3,8%, im Standby bei 0,3% und im Mischbetrieb bei 1,7% pro Stunde. Das Oukitel K10 dürfte damit für jeden der viel unterwegs ist und die Größe nicht scheut ein Traum-Smartphone sein. Auch für die Outdoor Nutzung mit GPS im Dauerbetrieb eignet sich das Gerät hervorragend. Den ganzen Tag auf dem Fahrrad mit aktivem GPS und Bildschirm auf voller Helligkeit steckt das Handset problemlos weg.

Noch genialer erscheint die lange Laufzeit allerdings wenn man berücksichtigt wie schnell der Akku wieder voll aufgeladen ist. Das Oukitel K10 nutzt zum Aufladen 5 Volt und eine sehr hohe Stromstärke von 5 Ampere. Damit wird der Akku in nur einer Stunde von 20% auf 70% geladen, was genügend Energie für zwei bis drei Tage Nutzung entspricht. Der volle Ladevorgang von den typischen 20% auf 100% nimmt zwei Stunden in Anspruch. Von 0% auf 100% sind es 2,5 Stunden. Bemerkenswert ist dabei, dass sich das Oukitel K10 im Gegensatz zu früheren Akku Monstern von Oukitel beim schnellen Aufladen kaum erwärmt. Das ganze erinnert an Dash Charge von OnePlus und dürfte damit recht schonend für den Akku sein. Die sich am stärksten erwärmenden Komponenten beim Laden sind das Netzteil sowie das USB Kabel, welches deutlich warm wird (nicht heiß).

Oukitel K10
Fazit

​Das Oukitel K10 gehört derzeit unter den Akku Monstern definitiv zu den interessantesten Angeboten. Zwar enttäuscht es mit seiner Kamera, bietet dafür aber ein wirklich brauchbares Gesamtpaket. Die Performance stimmt, der Empfang ist exzellent, NFC wird unterstützt und die Akkulaufzeit sowie die Ladezeit kann voll überzeugen. Bedenkt man den Preis von oft nur rund 220€ (je nach Shop und Angebotslage), kann man das durchaus als einen guten Deal bezeichnen. Das Oukitel K10 eignet sich kurz gesagt für alle, die gehobene Ansprüche an die Laufzeit haben und viel Outdoor unterwegs sind und dabei viel auf GPS setzen. Genau hier kann das Oukitel K10 glänzen.

Pro Contra
​+ Schickes, stabiles Design und hochwertige Verarbeitung ​- Stinkbombe (riecht anfangs sehr unangenehm)
+​​ Gutes, helles Display, ordentlicher Touch Screen, kratzfestes Glas-​​ Fake Dual Kameras und allgemein schlechte Kameraleistung
+​​ Gute Alltagsperformance und Kühlung-​​ Lange Aufwachzeit aus dem Standby
+​​ Schneller Speicher, großer RAM-​​ Audio (Medienlautsprecher und minderwertiger Typ-C auf 3,5mm Adapter)
+​​ Saubere Software mit Google Zertifizierung-​​ Typ-C Port in Überlänge (normale Stecker sitzen nicht sehr fest, funktionieren aber)
+​​ Sehr guter Empfang (Mobilfunk, WLAN, Bluetooth, NFC, GPS)-​​ Eventuell wurde beim Akku gemogelt (10.000mAh statt 11.000mAh)
+​​ Sensorausstattung (Schrittzähler, Kompass, Gyroskop)
​+ Grandiose Akkulaufzeit und Ladezeit

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Kommentare 5

Gäste - Mishima am Dienstag, 03. April 2018 17:44
Gibt es...

eigentlich ein Akkumonster mit guter Kamera? Irgendwie scheitern die meisten daran. Echt schade, fände ein Akkumonster mit guter Kamera das perfekte Gerät für den Urlaub.

eigentlich ein Akkumonster mit guter Kamera? Irgendwie scheitern die meisten daran. Echt schade, fände ein Akkumonster mit guter Kamera das perfekte Gerät für den Urlaub.
Gäste - Mishima am Dienstag, 03. April 2018 18:42
Danke

muss ich mir mal anschauen.

muss ich mir mal anschauen.
Christopher am Dienstag, 03. April 2018 17:49

Das Oukitel K6000 Plus hat eine recht brauchbare Kamera.

Das Oukitel K6000 Plus hat eine recht brauchbare Kamera.
Gäste - Enzio am Dienstag, 03. April 2018 14:14
Warum nur?

Warum bekommt Oukitel keine brauchbare Kamera hin? Alles andere an deren Smartphones ist oft hervorragend verarbeitet, so dass die Smartphones immer wieder aus dem 08/15 der anderen kleinen Hersteller hervorstechen. Nur auf die Kamera scheint man einfach traditionell einfach keinen Wert zu lagen. Das war beim stylishen Oukitel Mix schon so und ist nun wieder der Fall. Sehr sehr schade, denn für mich ist eine Kamera immer Teil des Komplettpakets.

Warum bekommt Oukitel keine brauchbare Kamera hin? Alles andere an deren Smartphones ist oft hervorragend verarbeitet, so dass die Smartphones immer wieder aus dem 08/15 der anderen kleinen Hersteller hervorstechen. Nur auf die Kamera scheint man einfach traditionell einfach keinen Wert zu lagen. Das war beim stylishen Oukitel Mix schon so und ist nun wieder der Fall. Sehr sehr schade, denn für mich ist eine Kamera immer Teil des Komplettpakets.
Christopher am Dienstag, 03. April 2018 14:16
Früher war alles besser

Das ist nicht immer so gewesen. Erst seit dem Dual Kamera Mist geht es so rapide bergab. Genau das gleiche bei vielen anderen Herstellern.

Das ist nicht immer so gewesen. Erst seit dem Dual Kamera Mist geht es so rapide bergab. Genau das gleiche bei vielen anderen Herstellern.
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