OnePlus 3 Test

Mit dem OnePlus 3 hat das Startup OnePlus sein drittes Flaggschiff vorgestellt. Wir hatten uns direkt beim Launch ein Gerät bestellt, welches auch wenige Tage später schon ankam. Auf den ersten Blick bietet das OnePlus 3 für 399€ in Deutschland (Endpreis aus Deutschland, volle Gewährleistung, keine Zollkosten) eine konkurrenzlose Ausstattung. Doch ob das Handset letztlich auch im Alltag überzeugen konnte, erfahrt ihr in diesem Test.

OnePlus 3 
Verpackung & Lieferumfang

Das OnePlus 3 wird in einer äußerst ansprechend gestalteten Verpackung im Corporate Identity Look von OnePlus geliefert - die Farben Rot und Weiß dominieren also. Die Verpackung selbst fühlt sich samtig und damit schon recht hochwertig an. Im Inneren finden wir einige Dokumente, den SIM Tray Opener, ein ziemlich dickes USB Typ-C Kabel und den Dash Charger. Außerdem liegt noch ein freundlicher Brief von OnePlus Co-Chef Carl Pei bei.

OnePlus 3
Design & Verarbeitung

Was ist das Teil doch dünn! Ohne zu übertreiben, genau das ist es, was einem als erstes auffällt, wenn man das OnePlus 3 in die Hand nimmt. 7,3mm ist das Handset dick, was deutlich unter der Norm für aktuelle high-end Smartphones liegt. Das fühlt sich zunächst einmal richtig toll an, vor allem auch in Verbindung mit dem soliden Unibody Metallgehäuse, welches ohne Plastikkappen auf der Rückseite auskommt und stattdessen von elegant wirkenden Antennenlinien geziert wird, die dem OnePlus 3 einen Touch HTC-Optik verleihen.

Trotzdem hat das dünne Gehäuse auch ein paar Nachteile. Die Kamera steht ordentlich aus dem Gehäuse heraus. Bezieht man die Kamera in die Messung mit ein, dann landet man plötzlich bei 9,5mm Dicke. Ein weiterer Nachteil ist auch, dass das Gerät nicht unbedingt perfekt in der Hand liegt. Ja, es fühlt sich trotzdem toll an, aber ein sicherer Griff ist nicht gewährleistet, da dem Handset oft der Kontakt zur Handfläche fehlt und es lediglich mit dem Kanten in der Hand aufliegt. So ist es uns schon einige male passiert, dass uns das OnePlus 3 beinahe entglitten wäre.

Von der Größe her macht das OnePlus 3 einen guten Eindruck. Es zählt zwar nicht zu den kleinsten 5,5" Smartphones, es wurde aber definitiv kein Platz verschwendet. Die genauen Abmessungen liegen bei 152,5mm in der Höhe und 75mm in der Breite. Die Display Bezels sind 2mm breit, zzgl. Metallrahmen. Das Gewicht des OnePlus 3 liegt trotz der soliden Bauweise bei nur 159g.

Die Verarbeitung ist rundherum tadellos. Die Öffnungen und Anschlüsse sind sehr genau in das Metall gefräst worden und verfügen an keiner Stelle über scharfe Kanten und sonstige Ungenauigkeiten. Große Spaltmaße sucht man vergebens. Alle Tasten sitzen fest an ihrem Platz, haben jedoch einen etwas weichen Druckpunkt. Die Status LED zeigt kein Light-Bleeding, genauso wenig wie die beiden Touch Buttons neben dem Fingerprint Scanner auf der Front. Das 2,5D Glas auf der Front sorgt für einen schönen, sanften Übergang zum Metall.

Was uns ebenfalls sehr gut gefällt, ist die Anbringung der Hardware Tasten. Der Power Button befindet sich beim OnePlus 3 auf der rechten Seite, die Lautstärkewippe allerdings auf der linken Seite. Sie ist allerdings etwas versetzt positioniert, was verhindert, dass ein Finger darauf ruht und beim Drücken des Power Buttons auch die Wippe betätigt wird. Über der Wippe befindet sich noch ein 3-Stufen Schiebeschalter, den wir schon vom OnePlus 2 kennen. Hiermit kann man die Benachrichtigungen steuern. Entweder man bekommt alle Benachrichtigungen, nur wichtige Benachrichtigungen oder gar keine Benachrichtigungen (DND-Modus).

Ebenfalls interessant ist der Home Button, welcher wieder einen Fingerprint Scanner beherbergt, jedoch keine physische Taste ist. Es reicht also das Berühren, um den Befehl "Home" auszulösen. Ob man das nun mag oder nicht, ist sicherlich wie so oft Geschmackssache. Uns gefiel das Konzept schon beim OnePlus 2 gut, denn eine Berührung ist irgendwie bequemer als das Drücken eines echten Buttons.

OnePlus 3
Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ 1920 x 1080​
Technologie​:"Optic AMOLED"​
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja, Gorilla Glass 4
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das OnePlus 3 geriet in den vergangenen Tagen in starke Kritik was das verwendete "Optic AMOLED" Panel betrifft. Wir gehen hier aber mal so weit und drücken den Bullshit-Button. In unseren Augen wird hier zwanghaft versucht, irgendeinen Grund für starke Kritik zu finden, weil das OnePlus 3 zu seinem Preis sonst nicht allzu viel Raum für Kritik bietet. Es handelt sich hier also um genau dasselbe Theater wie mit den angeblichen Problemen die das RAM Management des OnePlus 3 haben soll (dazu später mehr). 

Warum die Kritik? Nun, angeblich soll das OnePlus 3 Farben grundlegend falsch darstellen. Genau diese Behauptung ist aber absoluter Mumpitz. Zunächst einmal halten wir fest, dass das Display in der Tat die Farben anders darstellt als die meisten anderen Geräte. Diese Abweichung liegt jedoch weit entfernt davon in die Kategorie "Fehlfarben" zu fallen. Es mag sein, dass die Darstellung nicht jedem zusagt, aber deswegen kann man noch lange nicht von einem schlechten oder billigen Display sprechen, wie manche da draußen es tun. Immerhin ist dies eine Sache des persönlichen Geschmacks. Doch warum werden Farben anders dargestellt?

Der Grund dafür ist das Optic AMOLED Panel, wie OnePlus es nennt. Im Grunde ist das nur ein Marketing Begriff, so wie zum Beispiel Apple's Retina Display. Technisch betrachtet, handelt es sich hier um ein stinknormales Super AMOLED Display von Samsung. OnePlus hat hier allerdings softwaremäßig etwas geschraubt, um die für AMOLED Panels typischen Probleme los zu werden. Zu diesen Problemen zählt hauptsächlich eine zu intensive Farbdarstellung.

Halten wir also fest: Das Display des OnePlus 3 sieht im Vergleich mit anderen AMOLED und LCD Geräten anders aus, allerdings nicht schlechter. Gerade im Vergleich mit anderen AMOLED Panels würden wir sogar sagen, dass das OnePlus 3 die Nase vorn hat. Die Darstellung sieht realistischer aus und trifft unseren Geschmack mehr als beispielsweise das Panel im Meizu MX5. Zusätzlich kann man in den Einstellungen auch noch an der Farbtemperatur schrauben, sollte der persönliche Geschmack out of the box noch nicht getroffen werden.

Auch sonst finden wir am Display im OnePlus 3 nicht viel Raum für Kritik. Das Panel ist sehr hell und lässt sich im Freien mühelos ablesen. Die Blickwinkel sind stabil und das für AMOLED Panels typische bunte "Schillern" bei steilen Blickwinkeln fällt hier ziemlich gering aus. Und ja, es handelt sich um ein AMOLED Display mit Pen-Tile Matrix. Dennoch ist das Display schärfer als jenes im Meizu MX5 oder Pro 6 - beides ebenfalls Pen-Tile Panels. An die Schärfe eines 5,5" Full HD LCD Panels kommt man nicht ganz heran, aber fast. Unterm Strich fällt das aber nur im Direktvergleich auf. Die Pen-Tile Matrix hat übrigens auch einen Vorteil: Solche Displays benötigen weniger Strom, da sich auf ihnen weniger Pixel befinden.

Sehr viel Freude bereitet auch der 10 Punkt Digitizer. Dieser reagiert äußerst flott. Eine Verzögerung zwischen Berührung und Reaktion des Displays ist so gut wie nicht zu spüren. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde man direkt mit dem Displayinhalt interagieren. Auch das Schreiben längerer Texte - auf einem Smartphone normal eine Qual - macht so richtig Spaß. Die Oberfläche besteht diesmal aus Gorilla Glass 4 und macht damit die Nutzung einer Schutzfolie in den meisten Fällen obsolet. Die Oberfläche ist außerdem sehr gleitfähig. Nicht so gut gefällt und aber, dass anscheinend keine Anti-Fingerabdruck Beschichtung vorhanden ist. Das Display sieht immer recht schnell verschmiert aus und lässt sich nicht durch einmaliges Wischen säubern. Zugegeben, das hat uns dann doch etwas enttäuscht.

OnePlus 3
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Qualcomm Snapdragon 820 (4x Kryo, 2x 2,15GHz + 2x 1,59GHz)
GPU:​ ​Adreno 530
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4 (15.578,45MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB UFS 2.0 (455,54 / 178,68MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Front)
​Sensoren:Accelerometer, Magnetometer, Gyroscope, Proximity, Light, Gravity, Linear Acceleration, Rotation Vector, Step Counter, Orientation, Tilt Detector
Besonderheiten:​​-
Abmessungen / Gewicht:​152,5 x 75 x 7,3mm / ​159g

An dieser Stelle wollen wir zunächst einmal über den RAM im OnePlus 3 sprechen. Auch hier gab es ja in letzter Zeit eine ganze Menge Negativschlagzeilen, welche jedoch allesamt auf Halbwahrheiten basieren. Fakt Nummer 1: Ja, das OnePlus 3 hat ein aggressives RAM Management, welches im Grunde verhindert, dass man den gesamten, riesengroßen Arbeitsspeicher von 6GB füllt. Der Grund dafür ist, dass es den Akku schont. 12 Apps könnt ihr gleichzeitig im Hintergrund laufen lassen. Aber der 13. wird die älteste App geschlossen.

Und jetzt kommt der Fakt Nummer 2: Gerät man im Alltag auch nur einmal an diese Grenze? Nein! Das geschieht nur, wenn man das Handset auf Herz und Nieren testet. Natürlich gibt es Leute, welche ihre Apps grundsätzlich nie schließen und alles im Hintergrund laufen lassen. Aber wisst ihr was? Das RAM Management im OnePlus 3 ändert an eurer Situation nichts! Hattet ihr zuvor ein Smartphone mit 2 oder 3GB RAM? Dort erging es euch nicht anders. Eigentlich sollte man OnePlus dankbar sein, dass man das Problem erkannt hat. Mit 6GB RAM könnte man wirklich viele Apps auf einmal im Hintergrund laufen lassen. Passt man da nicht auf, könnte das den Akku wirklich schnell leer saugen. Das Einzige, was man OnePlus hier vorwerfen kann ist, dass sie nicht ganz mitgedacht haben und dem Nutzer nicht die Möglichkeit geben, das Limit anzupassen oder zu deaktivieren.

Aber trotzdem habt ihr Meckertanten und "Shitstormler" da draußen es geschafft: OnePlus arbeitet offenbar gerade an einem OTA Update, welches das RAM Management weniger aggressiv macht. Na dann hoffen wir mal, dass man es wenigstens manuell konfigurieren kann. Wir haben hier nämlich keine Lust darauf den Akku selbst durch manuelles Management zu schonen. Die Laufzeit ist so wie sie jetzt ist ziemlich perfekt. Achja, auch ein sRGB Modus soll in genanntem Update vorhanden sein, für alle, die mit dem Display nicht zufrieden sind.

Zeit, wieder zum eigentlichen Thema zurückzukehren. Und hier machen wir mal mit der Performance weiter. Und wisst ihr was? Wir sind begeistert. Das OnePlus 3 ist ja jetzt das zweite Snapdragon 820 Smartphone das wir im Test haben. Das Erste war das Xiaomi Mi5. Wir waren aber ziemlich überrascht, wie schnell das OnePlus 3 doch alle Aufgaben im Alltag bewältigt, und sich selbst vom Versuch den Chip auszureizen nicht wirklich beeindrucken lässt. Verglichen mit dem Xiaomi Mi5 hat man beim OnePlus 3 doch noch ein etwas flüssigeres Gefühl beim Bedienen. Ob es nun am flotten Touch Panel liegt oder einfach am deutlich schlankeren Betriebssystem, können wir nicht wirklich beurteilen. Fakt ist aber, dass das OnePlus 3 enorm viel Spaß macht, wobei es unerheblich ist ob man die Leistung nun benötigt oder nicht. Es ist einfach toll, welche Rechenleistung man heutzutage auf so kleinem Raum unterbringen kann. Das muss doch auch mal gesagt werden, oder?

Ebenfalls viel Spaß macht die Geschwindigkeit des Speichers. Beim RAM setzt man auf schnellen LPDDR4 Speicher mit mehr als 15GB/s Durchsatz und beim internen Speicher handelt es sich um 64GB UFS 2.0 Speicher, welcher die Geschwindigkeit einer günstigen SSD Erreicht. Knapp 500MB/s Leserate sorgen hier für blitzschnelles Öffnen von Apps. Da ist es richtig schade, dass OnePlus beim USB Typ-C Port leider noch auf den USB 2.0 Standard setzt. So kann man diese Datenraten leider nicht beim Umherschaufeln von Dateien ausnutzen.

Ziemlich beeindruckend ist die Sensorausstattung beim OnePlus 3. Hier findet man so ziemlich alles was das Herz begehrt. Das beinhaltet natürlich auch einen Schrittzähler, Kompass, sowie ein Gyroskop. Alle Sensoren funktionieren einwandfrei und ohne jegliche Aussetzer. Richtig genial funktioniert auch der Fingerprint Scanner. Dieser entsperrt das Smartphone in einer beeindruckenden Geschwindigkeit und ist noch dazu extrem genau. Obwohl wir beide Zeigefinger nur je einmal eingescannt haben, geht die Ausfallrate fast gegen Null. Auch mit etwas fettigen oder nassen Fingern hat der Sensor im Gegensatz zur Konkurrenz so gut wie keine Probleme. Wir haben es hier also mit einem der wenigen Sensoren zu tun, welche wirklich uneingeschränkt alltagstauglich sind.

OnePlus 3
Software

​Variante: ​Oxygen OS
​Android Version: ​Android 6.0.1
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

Das Geschrei war groß, als sich OnePlus einst von Cyanogen trennte und eine eigene Firmware ins Leben ruf. Oxygen OS schimpft sich die Variante für die internationale Kundschaft. Nun, zu Beginn konnte Oxygen OS wohl auch niemanden vom Hocker hauen - uns auch nicht. Aber mittlerweile ist aus Oxygen OS eine Android ROM geworden, welche man durchaus lieben darf und kann.

Im Grunde handelt es sich hier ja um ein Vanilla Android, allerdings mit ein paar Anpassungen, welche das System nicht tiefgreifend verändern, wohl aber funktional enorm aufwerten. So kann man zum Beispiel die Schnelleinstellungen im Notification Center beliebig anpassen. Die Kamera kann schnell gestartet werden indem man dem Power Button zweimal drückt. Auf dem Startbildschirm gibt es eine extra Seite für Widgets, aktuelle Informationen und die am häufigsten genutzten Apps. Ein Dark Mode sorgt für gute Lesbarkeit und sparsamen Betrieb mit dem AMOLED Panel des OnePlus 3. Die klassischen Off Screen Gesten sind ebenfalls vorhanden. Die Touch Buttons des Smartphones können individuell belegt werden und sogar die Beleuchtung kann gesteuert werden. Auf Wunsch kann man auch On-Screen Tasten einblenden. Selbst Multi-User Unterstützung ist vorhanden.

All das fällt nun im Alltag nicht stark auf, sodass man es auf den ersten Blick fast mit Vanilla Android zu tun hat, schlägt jedoch bei der Usability stark ins Gewicht und macht Oxygen OS unterm Strich zu einem wirklich guten OS, das umfassend konfiguriert werden kann, aber dennoch schlank und schnell daherkommt.

OnePlus 3
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: WCDMA: 1/2/5/8
FDD-LTE: 1/3/5/7/8/20
TDD-LTE: 38/40
GSM: 850, 900, 1800, 1900MHz
WLAN:​ ​WLAN 802.11b/g/n/ac (Dual Band)
Bluetooth:​​4.1
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (Nano)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, Beidou

Auch beim Thema Empfang verhält sich das OnePlus 3 so, wie man es von einem Flaggschiff erwartet. Der Mobilfunkempfang könnte besser nicht sein. Das Handset wurde einige Male beim Radfahren über längere Distanz zum Streamen von Spotify benutzt. Auf einer Stammstrecke gab es dort keinen einzigen Aussetzer im Streaming, obwohl genau das bei vielen anderen Handsets der Fall ist. Selbst das Xiaomi M5 zeigte hier stellenweise Aussetzer, und dieses hatte nicht einmal ein Unibody Metallgehäuse am Start.

Was WLAN und Bluetooth betrifft sieht es auch nicht anders aus. Auch hier können wir uns frei im Gebäude bewegen, ohne das WLAN Signal zu verlieren. Bluetooth funktioniert auch durch 2 Wände hindurch noch, was wirklich selten ist.

Beim Test von GPS hatten wir ebenfalls nichts auszusetzen. Die Signalstärke in der "Trockenübung" mit GPS Toolbox sieht gut aus. Selbiges gilt für die Fix-Zeiten. Beim Praxistest überzeugte das OnePlus 3 dann durch eine super Genauigkeit beim Tracking von Radtouren und durch schnelle Reaktion auf unerwartete Kursänderungen beim Navigieren.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Auf Hi-Fi Hardware verzichtet das OnePlus 3. Das mag manche zwar bei einem aktuellen Flaggschiff Smartphone enttäuschen, ist aber unterm Strich keine Schande. Wie auch Mediatek, legt Qualcomm aktuell viel Wert auf ordentliche, im Chipsatz integrierte Audiolösungen. Damit erhält mit Geräten die auf dem Snapdragon 820 basieren auch ohne extra Verstärker oder DACs einen Klang, der überdurchschnittlich gut ist. Das gilt natürlich auch für das OnePlus 3. Die maximale Lautstärke an Kopfhörern ist sehr hoch.

Der interne Lautsprecher klingt ebenfalls richtig gut. Er ist sehr laut und hat auch eine ordentliche Tiefe zu bieten. Das Resultat ist ein recht facettenreicher Klang, der durchaus für die Beschallung nebenher taugt. Uns gefällt er sogar noch eine Spur besser als jener im Xiaomi Mi5 und das Meizu MX6 lässt er weit zurück liegen. Das Gesamtbild wird lediglich durch ein leichtes Übersteuern bei maximaler Lautstärke getrübt.

Tja, wer denkt, dass es jetzt so positiv weiter geht, der irrt. Denn jetzt kommt ein Part den OnePlus so richtig vergeigt hat: die Sprachqualität! Genauer gesagt geht es hier um das Noise Cancelling. Ein Software Bug verhindert nämlich, dass dieses korrekt funktioniert bzw. viel zu aggressiv filtert. So werden auch gewollte Geräusche herausgefiltert, wobei es auch manchmal die eigene Stimme trifft. Das Resultat ist ein ganz seltsamer, schwankender Ton, welcher stellenweise klingt wie unter Wasser. Das tragische: Nicht nur Telefonate sind davon betroffen, sondern auch Videoaufnahmen und jegliche andere Art von Tonaufnahmen. Hier muss OnePlus unbedingt mit dem nächsten Update nachbessern, denn solch ein grober Fehler trübt das sonst so positive Gesamtbild vom OnePlus 3 ganz ordentlich.

Und nur fall ihr darüber nachdenkt: Unser Noise Cancelling Mikrofon hat keinen Defekt. Sieht man sich mal die Testvideos anderer Reviewer auf YouTube an, so bemerkt man dieselben Audiofehler wie bei unserem Gerät auch in deren Testvideos. Wer test-hören möchte, der kann dies im nächsten Abschnitt tun.

OnePlus 3
Kamera

​Hauptkamera: ​Sony IMX298, 16MP, f/2.0 Blende, OIS, EIS
​Frontkamera: ​8MP, f/2.0 Blende
​Blitz:​Single LED
​Fokus:​PDAF
​Slow Motion:​Ja

Die Kamera im OnePlus 3 ist eines der Features, welches am meisten beworben wird. Nach intensivem Testen sind wir zum Schluss gekommen, dass dies auch zurecht der Fall ist. Was OnePlus hier abliefert ist noch beeindruckender als beim Vorgänger, wo man mit einem unscheinbaren OmniVision Sensor extrem gute Ergebnisse erzielen konnte.

Gerade das die low-light Performance betrifft, konnte OnePlus mit dem Sony IMX298 Sensor und neuen Technologien zur Rauschunterdrückung nochmal ordentlich zulegen. Zwar wird bei der Werbung etwas übertrieben, was die Reduzierung von Bildrauschen bei Aufnahmen in Dämmerung oder Dunkelheit angeht, dennoch ist das, was die Kamera hier abliefert aber beeindruckend.

Was uns ja am meisten begeistert ist, dass egal ob low-light oder HDR Aufnahme, man zu 99% ein perfektes Bild erhält. Einfach draufhalten und abdrücken ist alles, was ihr in den allermeisten Fällen tun müsst. Und genau das ist auch eines der Ziele von OnePlus gewesen und wurde damit erfüllt. Das gilt natürlich auch für "normale" Aufnahmen bei Tageslicht.

Ebenfalls sehr gut gefällt uns die Auslösezeit, welche genauso beeindruckend schnell ist wie beim Xiaomi Mi5. Sobald man den Auslöser betätigt, hat man ein Bild. Ohne spürbare Verzögerung. Und das gilt auch für HDR Aufnahmen. Sogar mit Blitz hält sich die Auslösezeit in Grenzen. Apropos Blitz, hierbei handelt es sich um einen Single LED Blitz, was ja mittlerweile im höherpreisigen Segment eine echte Ausnahme darstellt. Ein Nachteil ergibt sich daraus aber nicht. Der Blitz ist auch im OnePlus 3 wunderbar hell und verfälscht keine Farben.

Bei Videoaufnahmen schlägt sich die Kamera ebenfalls exzellent. Besonders 4k Aufnahmen sehen wirklich toll aus und bieten einen sehr hohen Detailreichtum. Fraktale sind kaum zu erkennen. Hier überholt das OnePlus 3 das Xiaomi Mi5 mühelos. Die Bildstabilisierung arbeitet ebenfalls einwandfrei und sorgt für fast gänzlich ruhige Aufnahmen beim Laufen. Aufgenommene Videos können beim OnePlus 3 übrigens auch am Mac abgespielt und geschnitten werden, ohne zuvor konvertiert werden zu müssen, wie das bei den meisten anderen Geräten der Fall ist. So bleibt der einzige grobe Fehler hier das zuvor schonmal angesprochene Problem mit dem Noise Cancelling.

Die Frontkamera kann uns ebenfalls überzeugen. Hier erwartet euch eine wirklich gute Selfie Performance mit scharfen und detailreichen Ergebnissen. Bei schlechter Ausleuchtung sehen die Bilder ebenfalls gut aus. Man sollte dann aber die Hand möglichst still halten, denn sonst verwackeln die Aufnahmen.

Bei der Kamera App hat sich OnePlus ebenfalls viel Mühe gegeben. Man setzt hier auf eine einfache und aufgeräumte Bedienung, so wie auch beim Rest des Betriebssystems. Standardmäßig stehen euch nur Grundfunktionen bereit: HDR, Auto HDR, Blitz, und natürlich die Einstellungen für Format und Auflösung. Außerdem gibt es einen HD Modus, bei dem die Schärfe der Bilder hochgerechnet wird. Das funktioniert besonders gut bei Makro-Aufnahmen und sorgt hier für einen echten Wow-Effekt. Doch auch Nutzer, welche selbst Hand anlegen möchten, werden zufriedengestellt. Auf Wunsch könnt ihr nämlich einen manuellen Modus aktivieren und dann selbst die Kontrolle übernehmen.

OnePlus 3
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.000mAh
​Kapazität (Gemessen): 2.975mAh​
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja, Dash Charging

Spätestens seit dem Xiaomi Mi5 wissen wir, dass der Snapdragon 820 ein für seine Leistung sehr sparsamer Prozessor ist. 3.000mAh sind damit eine für den SoC ausreichende Kapazität. So hatten wir zu keinem Zeitpunkt Probleme, auch bei intensiver Nutzung über den Tag zu kommen. Die durchschnittliche Screen-On Zeit die im Alltag erreicht wurde, lag bei etwa 6 Stunden. Bei durchschnittlicher Nutzungsintensität reichte der Akku auch immer wieder mal für zwei Tage, gerade dann, wenn weniger GPS und die Kamera genutzt wurde. Das sind nun keine Ergebnisse eines "Akku Monsters", aber auch nichts, womit sich das OnePlus 3 verstecken müsste.

Ein richtiges Highlight gibt es übrigens auch hier wieder zu benennen: Dash Charging. OnePlus hat hier eine eigene Schnellladetechnik am Start. Diese basiert vermutlich auf Oppos Super VOOC und hat es wirklich in sich. Im Test konnten wir den Akku binnen 30 Minuten von 20 auf 70% laden. Bis zum vollständigen Aufladen vergehen ca. 50 Minuten. Im Klartext: 30 Minuten Ladezeit genügen für einen Tag Laufzeit. Das wirklich beeindruckende ist aber nicht die Ladezeit, sondern die Temperatur die das Gerät beim Laden entwickelt. Diese liegt irgendwo zwischen Kühl und Handwarm. Ja, hier gibt es tatsächlich keine spürbare Wärmeentwicklung, wenn man das Handset beim Laden nicht nutzt. Damit dürfte Dash Charging wohl auch für den Akku schonend sein.

Einen Nachteil hat Dash Charging aber auch. Man benötigt dafür nicht nur ein spezielles Netzteil, sondern auch ein spezielles Kabel. Und genau diess bietet derzeit nur OnePlus an. Ganz billig ist das Vergnügen nicht, sollte man das Mitgelieferte zerstören.

OnePlus 3
Fazit

Das Fazit kann man im Falle des OnePlus 3 wohl kurz gestalten. Das Gerät bietet das wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das man in Deutschland derzeit finden kann. Man darf hierbei nicht vergessen, dass das Gerät hierzulande offiziell erhältlich ist. Ein Import und die damit verbundenen Kosten und Probleme fallen damit flach. Außerdem wird das volle Frequenzspektrum unterstützt, welches hierzulande genutzt wird. LTE Nutzer werden also auch bedient. Damit ist das OnePlus 3 als Gesamtpaket betrachtet wohl das Beste, was man derzeit für 399€ in Deutschland kaufen kann.

Pro Contra
​+ Hervorragende Verarbeitung -​​ Kein Micro SD Slot
+​​ Tolle Kamera-​​ Gehäuse könnte griffiger sein
+​​ Guter Empfang- ​Noise Cancelling funktioniert im Moment nicht richtig​
+​​ Gute Akkulaufzeit-​​ RAM Management kann (noch?) nicht angepasst werden
+​​ Sehr kurze Ladezeit- Keine Anti-Fingerabdruck Beschichtung
+​​ Guter Klang- Kamera steht stark heraus
+​​ Sehr guter Fingerprint Scanner
​+ Sehr schönes AMOLED Display
​+ Beeindruckende Performance
​+ Gutes Thermal Management
​+ Angenehmes Gewicht
​+ Volle LTE Frequenzunterstützung
 
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