Onda V10 Pro Test

​Das Onda V10 Pro ist ein China Tablet mit guter Ausstattung zu einem auf den ersten Blick fairen Preis. Das Onda V10 Pro basiert auf Phoenix OS, einer Android Version, welche für die Nutzung als Desktop Betriebssystem bzw. für Laptops gedacht ist. Als Alternative für das mittlerweile eingestellte Remix OS, bietet Phoenix OS einen ähnlichen Funktionsumfang sowie eine ähnliche Oberfläche. Das Onda V10 Pro kann auch in ein Laptop verwandelt werden, wozu ein separates Tastatur Dock mit Touchpad sowie USB Anschlüssen erhältlich ist. Wir empfehlen dieses bei Aliexpress zu kaufen, da es dort mit Abstand am günstigsten ist.

An dieser Stelle findet ihr nun unsere ersten Eindrücke zum Onda V10 Pro, welche wir nach dem Auspacken und während der ersten Nutzungstage gesammelt haben. Der komplette Testbericht nach einem ausführlichen Alltagstest folgt zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle.

Das Onda V10 Pro wurde uns für den Test von Gearbest zur Verfügung gestellt. Zum Shop gelangt ihr mit dem grünen Button.

Onda V10 Pro Spezifikationen

​Display: ​10,1" IPS OGS LCD
2560 x 2048
10-Punkt Touchscreen
​Prozessor: ​Mediatek MT8173
2x Cortex A72 @2,0GHz
2x Cortex A53 @1,3GHz
PowerVR GX6250
​RAM:​4GB LPDDR3
​Speicher:​32 / 64GB
​Frontkamera:​2MP OmniVision OV2680 f/2.8
​Hauptkamera:​8MP Himax HM8131 f/2.8
​Micro SD:​Ja
​SIM Slot:​Nein
​Frequenzen:WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0
GPS​
​Akku:​6.600mAh
​Betriebssystem:​Phoenix OS / Stock Android (Dual OS)
Android 6.0 Marshmallow
Sicherheitspatch: 5. März 2017
​Abmessungen / Gewicht:25,2 x 16,6 x 0,58cm (dünnste Stelle) / 0,95cm (dickste Stelle)
​568g

Onda V10 Pro Unboxing

​Das Onda V10 Pro kommt in einer recht schlichten Verpackung daher. Zum Tablet bekommt ihr eine Kurzanleitung, ein Micro USB Datenkabel und ein Ladegerät mit Hohlklinke. Das Tablet kann sowohl über Micro USB als auch DC-In Port geladen werden.

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Erster Eindruck vom Onda V10 Pro

​Unsere ersten Eindrücke vom Onda V10 Pro sind gemischter Natur. Die reine Hardware Basis des Tablets ist für einen Preis von 150 bis 200€ (abhängig von der Angebotslage und der Speichervariante) beeindruckend gut. Das Onda V10 Pro besteht komplett aus Metall und ist sehr stabil gebaut. Darauf deutet schon das Gewicht von 568g hin, was für ein 10,1" Tablet doch recht viel ist. Das Tablet wirkt sehr hochwertig und sieht schick aus. Ein großer Pluspunkt ist das Display. Dieses ist volllaminiert, was die Nutzung des Onda V10 Pro im Freien einfacher macht. Durch den wegfallenden Spalt zwischen Frontglas und Display sehen Inhalte schärfer und brillanter aus. Nervige Reflexionen fallen weg. Ein Lichtsensor regelt automatisch die Helligkeit des Panels. Der Mediatek MT8173 erreicht im Antutu Benchmark trotz der hohen Displayauflösung über 70.000 Punkte, bietet also eine ordentliche Leistung. Bis zu 64GB Speicher der per Micro SD Karte erweiterbar ist sowie 4GB LPDDR3 RAM sind absolut ausreichend. Der Akku ist mit 6.600mAh auch relativ groß und sorgt für eine Laufzeit von etwa 5 bis 6 Stunden. Sogar die Kameras sind für ein China Tablet ziemlich gut. Die 8MP Hauptkamera bietet Autofokus und erzeugt für ein Tablet überraschend scharfe und detaillierte Aufnahmen. Nur die Farben wirken leicht ausgewaschen. Und auch die 2MP Frontkamera liegt deutlich über dem von China Tablets gewohnten Durchschnitt. Das Mikrofon liefert eine recht gute Tonqualität. Der interne Lautsprecher kommt nur in Mono Ausführung daher, ist aber brauchbar. Die Lautstärke ist ausreichend und der Klang geht für YouTube Videos oder zum Spielen absolut in Ordnung.

Ist das Onda V10 Pro also ein durch und durch überzeugendes Tablet? Leider nein, denn wenn wir etwas tiefer in die Materie eintauchen, tauchen ziemlich schnell Schwächen auf. Der Touchscreen zum Beispiel ist auffällig langsam. Die Eingabeverzögerung ist extrem stark ausgeprägt. Beim Tippen und Scrollen ist diese Verzögerung störend. Weiterhin zeigt das Tablet Schwächen bei der Software. Die Optimierung lässt stark zu wünschen übrig. Beim Scrollen durch den Facebook Feed oder Webseiten in Chrome sind uns immer wieder Darstellungsfehler aufgefallen. Zudem lässt die Performance stark zu wünschen übrig, was aber vor allem mit der Dektop Oberfläche von Phoenix OS der Fall ist. Die meisten Apps fühlen sich hier sehr zäh und langsam an. Wechselt man zur Stock Android Oberfläche, verbessert sich die Performance deutlich. Hier muss Onda dringend noch mit Updates nachbessern. Installieren muss man Updates übrigens manuell über das SP Flash Tool. OTA Updates gibt es nicht. Phoenix OS kommt auf dem Onda V10 Pro leider noch in der Version 1.2.0 daher, welche veraltet ist und noch auf Android 6.0 basiert. Eine weitere Schwäche des Onda V10 Pro ist ein konstantes Summen, welches vom Mainboard kommt und sich in der Frequenz ändert, wenn man die Displayhelligkeit verändert. In leiser Umgebung ist das Summen zu hören, ohne dass man das Ohr ans Tablet hält. Auch bei Nutzung des internen Mikrofons ist das Summen recht stark zu vernehmen. Das es sich hier um einen Hardware Fehler handelt, dürfte das Problem nicht mit einem Software Update zu lösen sein. Wir können aber auch nicht sagen, ob das Problem bei allen Geräten besteht oder nur bei Unserem. Ein weiteres Problem ist die Displayhelligkeit. Nein, das Display ist nicht zu dunkel, aber man kann die Helligkeit nicht weit genug herunter regeln. Gerade am Abend oder bei Nacht empfinden wir das Display als zu hell. Eine zu hoch angesetzte niedrigste Helligkeitsstufe sorgt zudem für unnötigen Energieverbrauch, worunter die Akkulaufzeit leidet. Fast-Charging unterstützt das Onda V10 Pro leider auch nicht. Egal ob über USB oder DC-In Port, das Aufladen dauert immer 4 bis 5 Stunden.

Das Onda V10 Pro wirkt mit diesen Fehlern leider wie ein Beta Produkt und ist in unseren Augen alles andere als geeignet für den täglichen Produktiveinsatz. Wir hoffen deshalb inständig, dass Onda hier möglichst schnell mit einem Update nachbessert. Hier wird viel Potential verschwendet, denn die reine Hardware Basis des Onda V10 Pro ist für den Preis klasse. Im kompletten Testbericht werden wir euch dann mitteilen, ob sich Onda um die Probleme gekümmert hat oder nicht. Wir werden dem Hersteller noch ca. zwei Wochen für Nachbesserungen geben. Den Testbericht findet ihr dann an dieser Stelle. Bis dahin!