Einleitung
Im September hat Motorola seiner Edge 60 Serie noch ein letztes Modell spendiert - das Edge 60 Neo. Leider hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis das Modell etwas breiter verfügbar geworden ist und selbst jetzt gibt es nur wenige Händler neben Motorola, welche das Modell anbieten. Trotzdem wollen wir uns das Edge 60 Neo in diesem Testbericht mal genauer anschauen, da es in Sachen Ausstattung an einigen Stellen aus der Reihe tanzt und sich von anderen Mittelklasse Modellen abhebt.
In Deutschland wird das Motorola Edge 60 Neo in drei Pantone Farben mit 8GB RAM und 256GB Speicher angeboten. Die UVP liegt hier bei 399€, wobei es bisher abseits von allgemein gültigen Gutscheinen keine Angebote unter diesem Preis gab. Die Empfehlung geht deshalb eindeutig an den Kauf bei Händlern aus dem EU Ausland, denn dort gibt es das Motorola Edge 60 Neo in der besseren Ausstattung mit 12GB RAM für meist etwa 350€ beispielsweise bei Alza. Dort gab es auch schon Bestpreise von rund 335€.
Interessanterweise haben auch wir das Modell mit 12GB RAM von Motorola zum Testen erhalten. Wie sich das Edge 60 Neo im Alltag schlägt und wo die Stärken und Schwächen liegen, schauen wir uns in diesem Testbericht genauer an.
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Motorola Edge 60 Neo Lieferumfang
Geliefert wird das Motorola Edge 60 Neo in einer typischen Smartphone Box in Weiß mit leicht schillerndem Aufdruck ohne Produktabbildung. Der Deckel wird wie gewohnt nach oben abgezogen. Im Inneren findet man einen Umschlag mit der Dokumentation, einer SM Nadel und einem USB-C auf USB-C Kabel in Schwarz (USB 2.0). Zudem liegt ein Hardcase bei, welches die Rückseite und den Rahmen des Smartphones schützt. Das Motorola Edge 60 Neo wird von einer Papierhülle beim Transport geschützt und trägt ab Werk eine Schutzfolie. Ein Netzteil ist wie heute üblich nicht Teil des Lieferumfangs.
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Motorola Edge 60 Neo Design
| Materialien | Rahmen: Kunststoff (flach, matt) Rückseite: Silikon (gerundet, Kunstleder-Finish) Front: Corning Gorilla Glass 7i mit Kantenrundung |
| Gewicht | 175g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 154,1 x 71,2 x 8,1mm Mit Kamera: 154,1 x 71,2 x 11,6mm |
| Wasserdicht | IP68 / IP68 / MIL-STD-810H Untertauchen bis 1,2 Meter für 30 Minuten Bis 30 Sekunden starkes, heißes Strahlwasser |
Materialien & Aussehen
Das Motorola Edge 60 Neo setzt auf die typische Designsprache, die sich viele Modelle von Motorola derzeit teilen. Ein flacher Kunststoffrahmen mit mattem Finish trifft hier auf ein Frontglas mit ganz dezenter Kantenrundung und einer texturierten Rückseite, ebenfalls mit Kantenrundung, sowie dem ganz typischen weich und ohne Unterbrechung aus der Rückseite herauswachsenden Kamerabuckel, welcher mit demselben Material überzogen ist wie der Rest der Rückseite.
Die vorliegende Farbe "Pantone Grisaille" wirkt je nach umgebendem Licht mal eher dunkelblau, dunkellila oder dunkelgrau. Das Finish der Rückseite ist Leder nachempfunden, besteht allerdings aus Silikon. Das Material fühlt sich äußerst angenehm an, weich und dabei schön griffig und warm. Auch die recht ausgeprägte Rundung zum Rand trägt zu einem sehr guten Handgefühl bei. Die geringe Dicke von 8,1mm bei nur 175g Gewicht, machen das Handling im Alltag zusätzlich angenehm.
Der Kamerabuckel steht jedoch recht weit hervor. Die Gesamtdicke mit dem Buckel liegt bei 11,6mm. Dass der Buckel auf den Bildern so dezent wirkt, ist schlicht und einfach der Form geschuldet, welche den Überstand geschickt kaschiert. In der Hosentasche stört der Buckel zwar nicht, doch wenn man das Edge 60 Neo auf einem Tisch nutzt, sorgt er für deutliches Kippeln, insbesondere bei Druck auf die obere Hälfte.
Verarbeitung, Tasten & Anschlüsse
An der Verarbeitung lassen sich keine Kritikpunkte finden. Das Gehäuse macht trotz Kunststoff einen hochwertigen Eindruck und wirkt robust. Das unterstreicht auch ein Biegetest, wo man trotz der geringen Dicke für eine leichte Biegung sehr viel Kraft aufwenden muss. Motorola hat beim Edge 60 Neo also ganz offensichtlich einen gewissen Wert auf Robustheit gelegt, worauf ja auch die Ratings hindeuten (MIL-STD-810H findet man abseits von Outdoor Geräten ja eher selten). Die Tasten sitzen nur mit ganz wenig Spiel im Gehäuse und liefern einen knackigen Druckpunkt. Knarzen oder Klappern tut nichts. Den Tauchtest im Waschbecken für 60 Minuten hat das Gerät problemlos bestanden. Zertifiziert ist das Edge 60 Neo für bis zu 1,2 Meter Tauchtiefe für 30 Minuten.
Das Layout von Tasten und Anschlüssen unterscheidet sich nicht großartig von anderen Motorola Geräten. Auf eine Funktionstaste oder einen Mute Slider verzichtet das Motorola Edge 60 Neo. Vorhanden sind an der rechten Seite nur die üblichen Tasten für Power und Lautstärke. Unterhalb der Power Taste befindet sich eines der Umgebungsmikrofone, im oberen Rahmen versteckt sich das Zweite. Der untere Rahmen trägt den USB-C Port, das Sprachmikrofon, den SIM Tray und einen der Medienlautsprecher (der Telefonhörer dient als zweiter Lautsprecher).
Motorola Edge 60 Neo Display
| Größe | 6,36 Zoll |
| Auflösung | 2670 x 1200 @120Hz Adaptive Sync: 24/30/60/90/120Hz |
| Technologie | 10-Bit LTPO pOLED Über 1 Milliarden Farben, 100% DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) Manuelle Helligkeit: ca. 500 Nits HBM Helligkeit: ca. 1133 Nits Peak Helligkeit: 3000 Nits PWM Dimming (kein Hochfrequenz) DC-Dimming Optional (Flimmern verhindern) |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: Bis zu 300Hz Kein Handschuh-Modus Water Touch Technologie |
| Gehärtetes Glas | Ja Corning Gorilla Glass 7i |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Panel & Bild
Geht man nach Design und Klasseneinordnung, ähnelt das Motorola Edge 60 Neo ja durchaus dem bereits vor einer Weile getesteten Edge 60 Fusion und geht dabei als eine Art kleinere Variante des Modells durch. Mit 6,36 Zoll vs. 6,67 Zoll ist der Unterschied in der Größe deutlich und macht das Edge 60 Neo zur kompakteren Alternative. Es gibt allerdings auch technische Unterschiede zwischen den Displays der Smartphones.
So kommt das Edge 60 Neo mit einem flachen Panel daher, während das Fusion Modell ja auf ein Quad Curved Panel gesetzt hat. Wer das nicht mag, findet beim Edge 60 Neo also eine Alternative. Technisch basieren beide Modelle auf einem pOLED Panel mit ähnlicher Pixeldichte. Die Breite der Displayränder fällt ungefähr gleich aus und wirkt beim Fusion nur aufgrund der Rundung etwas schlanker.
Beide Panels erreichen 120Hz Bildfrequenz und liefern eine flüssige Darstellung beim Scrollen durch Inhalte, wobei Text beim Scrollen nur geringfügig verwischt und keine Schlieren hinterlässt. Die Blickwinkelstabilität ist hervorragend, ohne Farbschillern oder extrem starken Helligkeitsabfall.
Mit 10-Bit Farbtiefe bewegt sich das Motorola Edge 60 Neo auf einem guten Niveau und deckt auch 100% des DCI-P3 Farbraums ab. Die Darstellung wirkt natürlich mit lebendigen aber nicht übertrieben knalligen Farben und ab Werk ziemlich perfektem Weißwert, welcher sich bei Bedarf aber auch noch anpassen lässt. Bilder und Videos kommen so gut zur Geltung. Das gilt auch für HDR Inhalte, die eine punktuelle Spitzenhelligkeit von maximal 3000 Nits abrufen können. Das ist zwar etwas weniger als beim Edge 60 Fusion (4500 Nits), dürfte den meisten allerdings immer noch ausreichen. HDR Inhalte werden bis HDR10(+) unterstützt. Die Bewertung der Darstellung bezieht sich übrigens auf das Farbpreset "Natürlich". Standardmäßig ist "Lebhaft" aktiviert, was eine etwas intensivere und auch kühlere Farbdarstellung liefert.
Die Lesbarkeit im Freien ist gut, wenngleich im Vergleich mit vielen anderen Smartphones der Preisklasse um 300 Euro nicht auf Spitzenniveau. Mittelklasse Smartphones erreichen heute oftmals zwischen 1400 und 1800 Nits HBM Helligkeit, wohingegen das Edge 60 Neo gemessen nur etwa 1133 Nits erreicht. Das ist sicherlich nicht schlecht, reduziert die Lesbarkeit unter praller Sonne jedoch im Vergleich mit vielen anderen Smartphones etwas. Auch die manuell einstellbare Helligkeit liegt mit etwa 500 Nits nicht ganz auf dem Niveau einiger Konkurrenten, welche oftmals zwischen 600 und 800 Nits erreichen können. An dieser Stelle liegt das Edge 60 Neo allerdings gleichauf mit dem Edge 60 Fusion, welches im Test etwa dieselben Werte geliefert hat.
Einstellungen & Features
Die Displayeinstellungen umfassen beim Motorola Edge 60 Neo die Android Standard-Einstellungen mit optionalem Dark Mode, Helligkeit mit Automatik und Lese- / Nachtmodus mit warmer Darstellung. Die automatische Helligkeitsregelung arbeitet beim Edge 60 Neo etwas arg aggressiv und regelt etwa zu schnell ab, was störend sein kann. Das Farbmanagement bietet nur Presets und eine manuelle Einstellung der Farbtemperatur, jedoch keine manuellen Regler für die Kalibrierung (z.B. RGB Werte, Kontrast, Gamma, etc.).
Die Display-Aktualisierungsrate kann auf 120Hz oder 60Hz gesetzt werden. Standardmäßig ist eine Automatik aktiv, welche das Display automatisch auf die zum Inhalt passende Refresh Rate setzt. In diesem Fall sind auch 24Hz, 30Hz und 90Hz möglich. Zur verbesserten Sichtbarkeit der UI gibt es Einstellungen für den Farbkontrast und optional Darstellung von Text mit hohem Kontrast. Wer auf PWM Flackern empfindlich reagiert, kann die Option "Flimmern verhindern" nutzen, welche das Display auf DC-Dimming umschaltet, was allerdings bei geringer Helligkeit zu Darstellungsproblemen wie Fehlfarben oder Rauschen führen kann.
Ein Always-On Display bietet das Edge 60 Neo auch, welches sich allerdings nicht in den Bildschirmeinstellungen sondern in den Start- und Sperrbildschirm Einstellungen unter dem Menüpunkt "Standby-Display" versteckt. Das AOD zeigt Datum, Uhrzeit, Ladestand, Benachrichtigungs-Icons und Musikkontrollen an. Es bietet keine Anpassungsmöglichkeiten für das Design und auch kein planmäßiges Aktvieren / Deaktivieren. Das AOD ist also immer aktiv, wenn man die Option aktiviert. Auch in der Hosentasche wird es komischerweise nicht deaktiviert, was allerdings im Test keine nennenswerten Auswirkungen auf die Akkulaufzeit gehabt hat.
Touchscreen & Displayglas
Mit Corning Gorilla Glass 7i bietet das Motorola Edge 60 Neo einen gängigen und bewährten Schutz. Im Alltagstest blieb das Display bei ungeschützter Nutzung ohne Kratzer, auch nach herumrutschen auf Tischen oder dem Kontakt mit einem Schlüsselbund in der Hosentasche. Die Oberfläche ist angenehm gleitfähig, nimmt Abdrücke nur langsam an und lässt sich einfach mit kurzem Abwischen reinigen.
Der Touchscreen erkennt bis zu 9 Finger und liefert eine brauchbare Latenz bei Scrollbewegungen und Tipp-Eingaben. Der Inhalt hängt also nur geringfügig nach. Schreiben ist flüssig möglich, wobei die Eingaben präzise erkannt werden. Aussetzer zeigt der Touchscreen nicht. Durch Wassertropfen beispielsweise bei Regen lässt er sich auch nicht stören. Ein Handschuh-Modus fehlt dem Edge 60 Neo.
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Motorola Edge 60 Neo Ausstattung
| Prozessor | Mediatek Dimensity 7400 (4nm) 4x ARM Cortex A78 @2,6GHz 4x ARM Cortex A55 @2,0GHz |
| GPU | ARM Mali G615 MC2 Takt: Unbekannt |
| RAM | 8GB | 12GB LPDDR4X |
| Speicher | 256GB uMCP (UFS 2.2 oder UFS 3.1?) Lesen: 1,09GB/s | Schreiben: 1,01GB/s (seq.) |
| Micro SD | Kein Slot |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, optisch) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation |
| Besonderheiten | USB-C 2.0, USB OTG, Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, kein Infrarot Blaster |
Alltags Performance
Was die Leistung betrifft, ist das Motorola Edge 60 Neo nicht unbedingt ein Vorzeigemodell. Mit dem Mediatek Dimensity 7400 kommt hier ein Prozessor von Anfang 2025 zum Einsatz, welcher sich allerdings eher in der regulären Mittelklasse ansiedelt und damit angesichts der UVP in Deutschland leicht deplatziert wirkt. Das soll nun nicht bedeuten, dass das Edge 60 Neo eine "lahme Schnecke" ist, denn Motorola hat wie gewohnt hervorragende Arbeit bei der Performance Optimierung seiner Software geleistet, doch für Spieler eignet sich das Modell weniger.
Wer mal hin und wieder einfachere Spiele spielt oder bei anspruchsvolleren Titeln wie Genshin Impact mit reduzierten Grafikeinstellungen leben kann, kommt zwar durchaus noch auf seine Kosten, doch wer auf Grafikqualität Wert legt und dabei auch Frameraten in Richtung 60fps sehen möchte, der ist bei einem Smartphone mit einem leistungsfähigeren Chip aus der Dimensity 8xxx Serie bzw. einem der Qualcomm Pendants ohne Zweifel besser aufgehoben.
Was die normale Alltagsnutzung betrifft, also Social Media Apps, Surfen im Netz, Google Maps und was sonst so alles dazu gehört, muss sich jedoch keine Sorgen machen. Hier liefert das Motorola Edge 60 Neo ein weitgehend flüssiges Nutzungserlebnis mit wenig Rucklern oder Denkpausen ab, wobei sogar das 120Hz Display meistens zur Geltung kommt. Auch bei mehreren offenen Apps und dem Wechsel zwischen diesen gibt es keine störenden Slowdowns oder Hänger. Der einzige Bereich, wo das Smartphone etwas träge wird, ist die Kamera-App. Hier wäre es schön, wenn Motorola noch etwas an der Optimierung schrauben würde.
Die Abwärme im Alltag zeigt sich unauffällig. Das Edge 60 Neo wird bei normaler Nutzung selten wirklich warm und auch beim Spielen oder dem Durchlaufen von Benchmarks entsteht nie eine unangenehme Abwärme. Ein Blick auf die Stress Tests zeigt auch kein stark ausgeprägtes Thermal Throttling. Im CPU Throttle Test gibt es einen geringfügigen Leistungseinbruch auf etwa 80% nach ca. der Hälfte der Laufzeit. Im 3DMark Wild Life Extreme Stress Test zeigt sich hingegen überhaupt kein Thermal Throttling.
Benchmark Ergebnisse
Motorola Edge 60 Neo vs. Edge 60 Fusion
Interessant ist natürlich auch ein Vergleich mit dem etwas größeren und mit einem Quad Curved Display ausgestatteten Motorola Edge 60 Fusion, das vor dem Edge 60 Neo auf den Markt kam. In diesem steckt mit dem Dimensity 7300 noch der Vorgängerchip des Dimensity 7400. Hier sieht man, dass sich bei der CPU Leistung recht wenig getan hat. Streng genommen sogar gar nichts, da sich die Differenzen hier im Bereich der typischen Abweichungen zwischen Benchmark-Durchläufen bewegen. Den um 0,1GHz angehobenen Takt der Performance Kerne merkt man also nicht wirklich.
Echte Zuwächse gibt es nur bei der Grafikleistung, wo der Dimensity 7400 im Edge 60 Neo zwischen 10 bis 20% mehr Leistung liefert. Das kommt durchaus überraschend, da die GPU in beiden Chips dieselbe ist. Anscheinend hat Mediatek hier an Takt und Optimierung geschraubt, was aber nur eine Vermutung ist, da Mediatek die GPU Taktraten bei den Chips nicht angibt.
Mediatek Dimensity 7400 vs. Dimensity 8400
Abseits davon ist auch ein Vergleich zwischen dem Mediatek Dimensity 7400 und dem aktuellen Pendant (Dimensity 8400) aus der gehobenen Mittelklasse Serie von Mediatek interessant. Immerhin kommt dieser auch in Smartphones zum Einsatz, die sich preislich im Bereich zwischen 250 bis 400 Euro bewegen. Hier wird dann auch schnell klar, warum der Chip eingangs als "etwas deplatziert" bezeichnet wurde.
In der CPU Single Core Leistung liegt der Dimensity 8400 fast 50% über dem Dimensity 7400 und bei der Multi Core Leistung sogar über 100%. Die neueren ARM Kerne machen sich hier deutlich bemerkbar. Noch schlimmer sieht es bei der GPU Leistung aus, wo der Dimensity 8400 teils über 250% schneller ist. Daran zeigt sich: Wer auf maximale Leistung pro Euro aus ist, bekommt nach aktueller Marktlage weder beim Edge 60 Fusion noch beim Edge 60 Neo ein gutes Gesamtpaket. Als Beispiel: Das Poco X7 Pro mit dem Dimensity 8400 bekommt man in Deutschland mittlerweile für deutlich unter 300€.
Speicher, Sensoren & Sonstiges
Beim Speicher gibt sich Motorola in Deutschland etwas knausrig. Hierzulande wird das Edge 60 Neo nur mit 8GB RAM angeboten, wobei es in anderen EU Mitgliedsstaaten auch 12GB RAM zur Wahl gibt und das meist sogar für kleinere Preise. Auch beim Testgerät sind 12GB RAM vorhanden, sodass das Gerät eine entsprechend gute Multitasking Performance liefert und viele Apps offenhalten kann, ohne dass diese beim Wechsel neu geladen werden. Beim 8GB Modell dürfte das etwas eingeschränkter sein. Wer allerdings kaum Multitasking betreibt bzw. nur mit einer Handvoll Apps, dürfte wohl auch mit den 8GB klar kommen.
Eine wesentlich größere Einschränkung ist der Festspeicher, welcher ausschließlich mit 256GB daher kommt. Wer viele Apps auf sein Gerät installiert oder / und größere Datenmengen wie Foto und Musikbibliotheken auf seinem Smartphone vorhalten will, dürfte da recht schnell an die Grenze kommen. Dass Motorola nicht auch größere Speicheroptionen anbietet, ist vor allem deshalb ärgerlich, weil das Motorola Edge 60 Neo keine Micro SD Erweiterung unterstützt. Bei dem ansonsten recht umfangreichen Datenblatt kann man diese Entscheidung nicht so recht nachvollziehen. Beim verbauten Speicher stand mal UFS 3.1 im Raum, im finalen Datenblatt ist aber nur noch von "uMCP" die Rede. Dies kann UFS 3.1 aber auch einen älteren Standard nutzen. Die Benchmark Werte siedeln sich mit rund 1GB/s eher zwischen UFS 2.2 und UFS 3.1 an.
Was die Sensorausstattung betrifft, zeigt das Edge 60 Neo abseits von einem fehlenden Barometer keine Lücken. Kompass und Gyroskop sind vorhanden und funktionieren reibungslos. Der Fingerprint Scanner im Display nutzt einen optischen Sensor und entsperrt stets zuverlässig mit recht geringer Verzögerung. Auch Face Unlock mit der Frontkamera funktioniert schnell und zuverlässig, solange genügend Umgebungslicht vorhanden ist. Bei völliger Dunkelheit steigt das Face Unlock aus. Kunstlicht reicht aber in der Regel noch aus.
Das Vibrationsfeedback scheint vom Geräusch her auf einen Linearvibrator zu setzen. Dieser arbeitet angenehm leise, ist jedoch nicht sehr kraftvoll. Man spürt eine leichte Vibration, die aber bei indirektem Kontakt durchaus mal unbemerkt ablaufen kann. Schnelle Vibrationsmuster wirken auch etwas schwammig. Einen Infrarotblaster bietet das Edge 60 Neo nicht. Der USB-C Port bietet USB 2.0 Geschwindigkeit mit OTG Support.
Motorola Edge 60 Neo Software
| Variante | Angepasstes Stock Android Version im Test: V2UI35.43-12-4 |
| Android Version | Android 15 Sicherheitspatch im Test: September 2025 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (Browser, Social Media, Shopping, Office, KI Dienste) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (ein Update im Testzeitraum) Update Garantie: 4 / 6 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste vorhanden |
Android Version & Variante
Das Motorola Edge 60 Neo wird mit Android 15 ausgeliefert und bietet das von Motorola gewohnte Nutzungserlebnis, das sich stark an Stock Android orientiert, dabei aber mit zahlreichen zusätzlichen Funktionen aufwartet, welche man in regulärem Stock Android nicht findet. Motorola's eigene KI Lösung Moto AI ist mittlerweile auch mit deutscher Sprachunterstützung verfügbar, erfordert allerdings ein Konto zur Nutzung. Parallel dazu ist auch Googles Gemini Integration an Bord, inklusive der praktischen Circle to Search Funktion.
Wer zum ersten Mal ein Motorola Smartphone nutzt, wird zu Beginn immer wieder auf besondere Funktionen hingewiesen und durch Einführungen geleitet, was den Einstieg deutlich erleichtert. Die Google Dienste mit dem Play Store sind ab Werk vorhanden und das System ist vollständig auf Deutsch übersetzt. Auch Android Auto wird unterstützt. Was etwas stört ist, dass die Motorola Software weiterhin keine Apps im Fenstermodus unterstützt, was bei vielen Mitbewerbern mittlerweile der Fall ist.
Im Testzeitraum wurde ein Software Update ausgeliefert, wobei der Sicherheitspatch mit September 2025 etwas veraltet ist. Das ist bei Motorola allerdings nicht unüblich, da sich die Marke zwischen Updates meistens etwas Zeit lässt. Die Update Politik fällt prinzipiell gut aus. Motorola verspricht 4 Jahre Android Updates und bis 2031 insgesamt 6 Jahre Sicherheitsupdates.
Zertifizierung, DRM & HDR
Die Google Zertifizierung ist vorhanden und alle Google Dienste funktionieren einwandfrei. Banking Apps und andere Drittanbieter Apps, die eine Zertifizierung voraussetzen, laufen ohne Probleme. Widevine Level 1 DRM wird unterstützt, sodass hochauflösendes Streaming in Diensten wie Netflix oder Amazon Prime Video möglich ist. HDR Support ist mit maximal HDR10+ verfügbar. Dolby Vision Unterstützung fehlt dem Edge 60 Neo.
Bloatware, Schadsoftware & Bugs
Bloatware ist reichlich vorhanden, was heutzutage ja die Regel ist. Die vorinstallierten Apps umfassen verschiedene KI Dienste, Shopping Apps, Social Media Apps und den Opera Browser. Die meisten dieser Apps lassen sich deinstallieren, mit Ausnahme einiger Motorola eigener Anwendungen. Scans nach Schadsoftware verliefen ohne Funde. Meta Systemdienste für Facebook sind vorinstalliert und lassen sich nur deaktivieren, nicht aber deinstallieren. Im Testzeitraum zeigte sich das System stabil und flüssig, abgesehen von der etwas trägen Kamera App. Abstürze oder sonstige grobe Bugs sind nicht aufgefallen.
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Motorola Edge 60 Neo Konnektivität
| Mobilfunk | 2G: B2/3/5/8 3G: B1/2/4/5/8 4G: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/25/26/28/32/38/39/40/41/42/43/66 5G: N1/2/3/5/7/8/20/26/28/38/40/41/66/75/77/78 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6/6E) |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Single Nano SIM eSIM Unterstützung |
| Positionsbestimmung | GPS, A-GPS, Galileo, GLONASS, BDS |
Mobilfunk
Der Mobilfunkempfang des Motorola Edge 60 Neo ist einwandfrei. Die Signalstärke in Gebäuden fällt gut aus und auch in schwach abgedeckten Gegenden zeigen sich keine Abbrüche. Im 5G Speed Test liefert das Smartphone ein sehr gutes Ergebnis mit 351Mbit/s im Download und 55Mbit/s im Upload, getestet nachts im o2 5G+ Netz. Leider verzichtet Motorola auf physische Dual SIM Unterstützung. Es ist nur ein Nano SIM Steckplatz vorhanden. Eine zweite SIM Karte lässt sich ausschließlich als eSIM nutzen.
WLAN, Bluetooth & NFC
Das Edge 60 Neo unterstützt schnelles Wi-Fi 6E und liefert einen guten Empfang. Im Speed Test über eine Fritz!Box 6660 Cable mit Gigabit Cable Tarif erreicht das Smartphone 848Mbit/s direkt neben dem Router und solide 111Mbit/s ein Stockwerk unter dem Router bei guter Stabilität. Bluetooth 5.4 arbeitet ohne Koexistenzprobleme mit WLAN und bietet eine gute Reichweite ohne Aussetzer über drei Räume hinweg. NFC Unterstützung ist vorhanden und Google Pay funktioniert problemlos.
GPS Test
Der GPS Test verläuft unauffällig mit sehr gutem Empfang und 25 bis 30 Satelliten im Fix. Im Praxistest mit GPS Tracking zeigen sich keine starken Abweichungen oder Aussetzer. Der Wechsel der Straßenseite ist im Track sichtbar. Auch bei Nutzung in der Hosentasche lassen sich keine starken Abweichungen provozieren.
Motorola Edge 60 Neo Audio
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + Telefonhörer |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Stereo Mikrofon |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, Dolby Atmos mit Systemequalizer & Presets |
Lautsprecher & Kopfhörer
Das Motorola Edge 60 Neo verfügt über Stereo Lautsprecher. Ein Lautsprecher sitzt im unteren Rahmen, der zweite Lautsprecher nutzt den Telefonhörer. Eine dedizierte Öffnung im oberen Rahmen fehlt. Der Stereo Sound ist trotzdem deutlich wahrnehmbar. Die Qualität der Lautsprecher geht in Ordnung, gehört aber nicht zu den Besten der Preisklasse. Grundsätzlich liefern die Lautsprecher einen guten Klang mit hoher Lautstärke und einem differenzierten Klangbild ohne störendes Übersteuern / Verzerren. Die Bässe fallen jedoch etwas schwach aus und es fehlt an Fülle. Dadurch wirkt der Klang etwas flach, vor allem bei höherer Lautstärke.
Um die Klangoptimierung kümmert sich Dolby Atmos mit recht vielen Einstellungen. Es gibt einen Automatikmodus und verschiedene Presets, die sich mit einem Equalizer genauer anpassen lassen. Virtueller Raumklang wird für Inhalte mit Surround Sound unterstützt, wofür ein separates Preset aktiviert werden kann.
Sprachqualität (Telefonie)
Die Sprachqualität fällt sehr gut aus. An beiden Enden klingt die Übertragung klar und natürlich. Umgebungsgeräusche stören nicht. Das Edge 60 Neo verfügt über zwei Mikrofone, eines davon rechts im Rahmen, das andere unten im Rahmen. Der Telefonhörer wird laut genug für laute Umgebungen. KI Noise Cancelling ist vorhanden und standardmäßig aktiv. VoWiFi für WLAN Calling wird unterstützt, muss aber manuell in den SIM Einstellungen aktiviert werden. Mit dem o2 Netz hat VoWiFi reibungslos funktioniert.
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Motorola Edge 60 Neo Kamera
| Hauptkamera | Haupt: 50MP Sony LYT-700 f/1.8 OIS AF 3x Tele: 10MP Samsung S5K3K1 f/2.0 OIS AF Ultrawide / Makro: 13MP GalaxyCore GC13A2 f/2.4 120° AF Video: 4k30 (alle) / FHD60 (nicht für Ultrawide) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Nein |
| Frontkamera | 32MP OmniVision OV32B f/2.4 FF Video: 4k30 / FHD60 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Nein |
| Blitz | Dual LED |
| Fokus | PDAF + CDAF |
| Slow Motion | FHD120 / HD240 (kein HSR, kein Ton) |
Für ein Mittelklasse Smartphone bietet das Motorola Edge 60 Neo eine recht außergewöhnliche Kameraausstattung. Von der Konkurrenz ist man neben einem großen Hauptsensor meist nur kleine Zusatzkameras für Ultraweitwinkel und Makro gewohnt, optischen Zoom gibt es in der Geräteklasse fast gar nicht mehr. Das Motorola Edge 60 Neo tanzt aus der Reihe und bietet neben einem 50MP Hauptsensor noch einen optischen 3-fach Zoom, wenngleich nur mit einem 10MP Sensor, dafür aber wie der Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung ausgestattet. Die 13MP Ultraweitwinkel Linse ist ebenfalls außergewöhnlich und bietet einen Autofokus, sodass sie sich auch für Makro Aufnahmen nutzen lässt. Frontal gibt es zudem eine 32MP Kamera.
Wie sich das Motorola Edge 60 Neo beim Fotografieren und Filmen in der Praxis schlägt, schauen wir uns im Folgenden genauer an. Alle Aufnahmen wurden mit Auto HDR und soweit möglich ohne KI Funktionen aufgenommen. Besondere Farbmodi bietet die Kamera Software nicht.
Hauptcam (Tag, 12MP Standard)
Die Hauptlinse liefert im Standardmodus 12MP Fotos. Die Kamera fokussiert schnell und zuverlässig und löst ohne Verzögerung aus. Motive mit Bewegung werden scharf abgelichtet. Die Farbwiedergabe überzeugt mit einer sehr natürlichen Abbildung der Farbtöne bei Tageslicht, einem guten Weißabgleich und nicht übertriebener Sättigung. Der Dynamikumfang fällt mit Auto HDR sehr gut aus und dunkle sowie helle Bildbereiche sind gut sichtbar. Gelegentlich zeigt sich deutliches Bildrauschen in dunkleren Bildbereichen. Die Schärfe geht beim normalen Betrachten der Bilder in Ordnung, bei genauerer Betrachtung durch Einzoomen oder auf sehr großen Bildschirmen zeigen sich jedoch Schwächen auf entfernten feinen Details und Oberflächentexturen, die etwas weich oder matschig wirken. Die Qualität der Optik ist gut, Bilder verzerren oder verwaschen am Bildrand nicht.
Hauptcam (50MP Modus)
Der Mehrwert des 50MP Modus hält sich in Grenzen. Man kann weiter einzoomen, ehe die Bilder verpixelt wirken, erhält aber kaum mehr Details. Weit entfernte Texturen und Strukturen wie Dächer oder Bäume wirken auch mit 50MP noch etwas weich und verwaschen. Der Dynamikumfang bleibt im 50MP Modus sehr gut und Auto HDR steht weiterhin zur Verfügung. Bildrauschen in dunklen Bildbereichen nimmt wenig überraschend zu. Die Software versucht dies zu unterdrücken, was zum Verwaschen der dunklen Bildbereiche führt.
Hauptcam (2x Digitalzoom)
Der zweifache Digitalzoom der Hauptcam ist durchwachsen optimiert. In Räumen oder bei Dämmerlicht zeigen sich sehr deutliche Qualitätseinbußen. Bei Tageslicht im Freien sind die Ergebnisse brauchbar, aber auch hier gibt es deutliche Qualitätseinbußen. Bilder mit Digitalzoom wirken weicher und weniger detailliert. Eventuell vorhandenes Bildrauschen wird hervorgehoben.
Hauptcam (Blitz)
Fotos mit Blitz sind eine positive Überraschung. Die Reichweite und Lichtstreuung fallen sehr gut aus. Der Weißabgleich ist etwas zu kühl, ansonsten überzeugt die Farbdarstellung. Bildschärfe und Detailwiedergabe gehen in Ordnung. Der Fokus arbeitet auch in völliger Dunkelheit zuverlässig. Bei größerer Distanz zeigt sich leichtes Bildrauschen hauptsächlich auf homogenen Flächen, was jedoch meist nicht übermäßig störend wirkt.
Hauptcam (Nachtfotos)
Für Nachtfotos ist der Night Mode zu empfehlen, der sich allerdings nicht automatisch aktiviert. Der Night Mode liefert freihändig sehr gute Nachtfotos mit hoher Lichtausbeute, solider Schärfe und brauchbarem Rauschverhalten. Die Farben gehen bis auf einen dezenten Grünstich in Ordnung. Details auf Distanz fallen wie bei Tageslichtaufnahmen schwach aus. Der Fokus arbeitet auch bei Nacht zuverlässig.
Hauptcam (Langzeitbelichtung)
Langzeitbelichtung ist im Pro Modus bis 30 Sekunden mit Halbautomatik möglich. Leider gibt es hier einen Software Bug. Die Kamera App ignoriert die eingestellte Belichtungszeit, was zu unbrauchbaren Aufnahmen führt. Den Bug gab es schon bei früheren Motorola Geräten. Dass dieser noch immer nicht behoben wurde, ist langsam peinlich für Motorola.
Tele-Cam (Tag, 10MP Standard)
An die Tele-Kamera sollte man nicht zu große Erwartungen stellen. Der kleine 10MP Sensor macht sich bemerkbar. Bei sehr guter Ausleuchtung sehen die Bilder gut aus. Die Farben überzeugen und zeigen keine größeren Abweichungen zur Hauptlinse. Bei weniger guter Ausleuchtung kommt es schnell zu Qualitätsverlust mit leicht matschiger Optik durch verwaschene feine Details. Die Aufnahmen wirken dann etwas wie der Digitalzoom, aber halt mit größerer Zoomstufe (3-fach statt 2-fach) ohne zusätzliche Verluste.
Tele-Cam (Nachtfotos)
Nachtfotos mit der Tele-Cam sind trotz der Schwächen bei weniger guter Ausleuchtung am Tag durchaus möglich. Der Night Mode wirkt Wunder und holt doch einiges aus dem kleinen Sensor heraus. Die Detaildarstellung bleibt aber schwach und wirkt recht weich. Hier und da merkt man auch, dass mit Software bei der Schärfe getrickst wird. Trotzdem sind die Ergebnisse für hübsche Nacht-Schnappschüsse mit Zoom durchaus brauchbar.
Ultrawide-Cam (Tag, 13MP Standard)
Die Ultrawide-Kamera liefert wie so viele günstigere Vertreter dieser Kameraklasse relativ weiche Aufnahmen. Speziell auf Distanz zeigen sich verwaschene Details auf Texturen und Vegetation. Trotzdem schlägt sie sich besser als die durchschnittlichen Ultrawide-Kameras aus der Mittelklasse mit noch kleineren Sensoren und festem Fokus. Speziell im näheren Bereich sorgt der Autofokus für deutlich mehr Schärfe. Der Qualitätsverlust in weniger gut ausgeleuchteten Räumen fällt erstaunlich gering aus. Insgesamt handelt es sich um eine brauchbare Kamera, solange man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzt.
Ultrawide-Cam (Nachtfotos)
Nachtfotos zeigen deutliche Einbußen in Detaildarstellung und allgemeiner Bildschärfe. Durch den recht guten Night Mode sind die Ergebnisse trotzdem brauchbar. Auch bei dunkleren Motiven liefert die Kamera bessere Nachtfotos als man es von den sonst in günstigeren Handys üblichen 8MP Ultrawide-Cams mit festem Fokus kennt. Für Schnappschüsse ohne größere Ansprüche lassen sich die Aufnahmen durchaus gebrauchen.Makro Modus
Für Makro Aufnahmen nutzt das Edge 60 Neo seine Ultrawide-Linse. Der minimale Abstand liegt bei etwa 3 bis 4cm. Farblich liefert der Makro Modus gute Aufnahmen mit ansprechendem Bokeh-Effekt. Mit Blitz ist eine gute Ausleuchtung des Motivs möglich, allerdings fällt die Farbdarstellung dann etwas kühl aus wie bei normalen Blitzfotos. Die Bildschärfe wirkt etwas weich wie bei allen Fotos der Ultrawide-Kamera. Dennoch schlagen sich die Makro Aufnahmen besser als bei den sonst in der Mittelklasse üblichen 2MP Makro Cams mit festem Fokus.
Portrait Modus
Der Portrait Modus funktioniert gut. Umrisse werden meist gut erkannt, auch bei komplexen Motiven. Nur selten verschwinden Umrisse vom Motiv im Bokeh Effekt. Der Bokeh Effekt wirkt ansprechend ohne übertrieben wirkende Lichtkreise. Der Verlauf der Tiefenschärfe erscheint meist glaubhaft. Die Intensität lässt sich mit einem Blendenregler anpassen. Das Aussehen von Lichtkreisen ist nicht anpassbar, es gibt keine Stile zur Auswahl.
Frontkamera (8MP)
Wie bei allen Motorola Smartphones werden Selfies standardmäßig nur mit geringer Auflösung von 8MP aufgenommen, obwohl in diesem Fall ein 32MP Sensor verbaut ist. Die hohe Auflösung lässt sich umständlich in den Einstellungen aktivieren, bleibt allerdings beim erneuten Öffnen der Kamera nicht aktiv. Deshalb wurden alle Fotos im 8MP Modus aufgenommen.
Die Detaildarstellung z.B von Hauttexturen wirkt durch die geringe Auflösung etwas weich. Der Sinn hinter der 8MP Standardauflösung erschließt sich nicht. Ansonsten liefert die Frontkamera schöne Selfies mit gutem Dynamikumfang und sauberen, natürlichen Farben. Der Qualitätsverlust in Räumen hält sich in Grenzen. Bei Nacht mit Straßenbeleuchtung bricht die Schärfe stärker ein, die Ergebnisse sind aber immer noch brauchbar. Der Bildschirmblitz bringt eine leichte Qualitätssteigerung.
Videos
Videos nimmt das Motorola Edge 60 Neo in 4K mit maximal 30fps auf. Dies ist mit allen Kameras inklusive Ultrawide und Frontkamera möglich. Für 60fps muss auf Full HD gewechselt werden, was allerdings nicht für die Ultrawide-Kamera unterstützt wird.
Die Hauptkamera liefert gute Videoqualität mit sauberen Farben. Die Stabilisierung arbeitet dank OIS ruhig. Der Autofokus reagiert schnell und zuverlässig ohne Pumpen. Die Tonspur fällt etwas leise aus und die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen arbeitet manchmal etwas zu aggressiv.
Die Tele-Kamera liefert etwas düsterer wirkende Farben als die Hauptlinse, aber ansonsten brauchbare Bildqualität beim Filmen. Auch hier arbeitet die OIS Stabilisierung gut, wird aber beispielsweise beim Laufen an ihre Grenzen gebracht. Der Autofokus bei der Telekamera zeigt sich etwas unruhig und neigt zum Pumpen - vor allem bei wenig Licht. Je dunkler die Umgebung, desto schlimmer wird das Pumpen.
Die Ultrawide-Kamera liefert ebenfalls solide Videoqualität, abgesehen von einem etwas weichen Look wie bei den Fotos. Farblich liegt sie recht nah an der Hauptkamera. Die Stabilisierung erfolgt hier per EIS, funktioniert aber auch sehr gut und sorgt für ruhige Videos. Der Autofokus zeigt wie bei der Tele-Kamera eine Neigung zum Pumpen, die bei abnehmendem Licht zunimmt.
Die Frontkamera liefert bei guter Ausleuchtung qualitativ sehr gute Videos. Bei abnehmendem Licht zeigt sich schnell Bildrauschen. Die EIS Stabilisierung arbeitet auch hier gut. Da kein Autofokus vorhanden ist, gibt es keine Probleme mit Fokuspumpen. Farblich liefert die Frontkamera natürliche aussehende Videos, genau wie bei den Selfies.
Der Slow Motion Modus ist etwas eingeschränkt. Es gibt kein HSR Video und keine Tonspur. Gespeichert werden also nur bereits abgebremste Videos, immerhin ohne Längenbegrenzung. Zur Auswahl stehen FHD 120fps und HD 240fps.
Motorola Edge 60 Neo Akku
| Kapazität (Angabe) | 5.200mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 5.068mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 68W Turbo Power 15W Qi Wireless Charging Kein Netzteil im Lieferumfang |
Akkulaufzeit
Für heutige Verhältnisse verfügt das Edge 60 Neo über einen sehr kleinen Akku mit nur 5200mAh Kapazität. Mittlerweile bewegt sich die Mittelklasse ja stetig auf die 7000mAh zu. Die Laufzeit überzeugt trotzdem. Motorola hatte schon immer ein gutes Händchen bei der Verbrauchsoptimierung und das Edge 60 Neo bildet keine Ausnahme. Trotzdem wäre ein größerer Akku schön gewesen. Man stelle sich nur mal vor, welche Laufzeit Motorola aus einem Akku mit beispielsweise 6.500mAh herausholen könnte.
Zwei Tage Laufzeit ohne Einschränkungen im Nutzungsverhalten sind beim Edge 60 Neo kein Problem, auch mit aktivem AOD. Bei Intensivnutzung mit beispielsweise viel Kameranutzung hält der Akku immer noch einen vollen Tag bis in die Nacht durch. Der PCMark Akku Benchmark kommt auf 12:34 Stunden bei 50% Helligkeit (Entladung von 100% auf 20%). Das ist interessanterweise weniger als die Accu Battery Statistik aus der Alltagsnutzung angibt. Hier sind es 14:51 Stunden theoretische Dauerbetriebszeit basierend auf den Verbrauchsstatistiken aus dem Alltag.
Ladezeit
Wie heutzutage üblich ist auch beim Motorola Edge 60 Neo kein Netzteil im Lieferumfang enthalten. Somit ist keine Angabe zur Ladezeit möglich. Maximal wird eine Ladeleistung von 68 Watt mit einem Motorola Turbo Power Netzteil unterstützt. Die Leistung mit Drittanbieter Netzteilen variiert je nach Protokoll und Netzteil.
Spannend ist, dass das Edge 60 Neo eines der wenigen Mittelklasse Smartphones ist, die mit Wireless Charging ausgestattet sind. Es nutzt den Qi Standard mit maximal 15 Watt. Der Test mit einem 10W Qi Pad verlief reibungslos und bietet beim Laden über Nacht eine ausreichende Geschwindigkeit.
Für den Akkuschutz gibt es intelligentes Aufladen auf 80% und anschließendes Laden auf 100% wenn das Gerät üblicherweise genutzt wird. Alternativ kann man auch ein festes Ladelimit auf 80% setzen. In diesem Fall wird der Akku nur einmal pro Woche auf 100% geladen, um die Kalibrierung der Akkustandsanzeige beizubehalten.
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Motorola Edge 60 Neo Test Fazit
Das Motorola Edge 60 Neo ist ein solides Mittelklasse Smartphone mit einigen Besonderheiten. Die kompakte Bauweise mit relativ kleinem Display, nur 175g Gewicht und 8,1mm Dicke ohne Kamera kombiniert mit der texturierten Rückseite sorgt für ein angenehmes Handgefühl. Die Schutzklassen mit IP68, IP69 und MIL-STD-810H fallen für die Preisklasse ungewöhnlich gut aus. Das Gehäuse macht einen robusten Eindruck und ist gut verarbeitet. Das Display liefert ein schönes Bild mit natürlichen Farben, könnte aber bei der Helligkeit etwas mehr bieten.
Die größte Stärke liegt in der vielseitigen Kameraausstattung. Eine High-End Kamera bekommt man zwar nicht und muss einige Abstriche machen, dennoch ist das Set-up als Gesamtpaket interessant und wenn man die Grenzen kennengelernt hat gut nutzbar. Optischen 3-fach Zoom mit OIS und eine Ultrawide-Kamera mit Autofokus findet man in dieser Preisklasse am Ende des Tages selten. Die Bildqualität geht bei guten Lichtverhältnissen mit allen Kameras in Ordnung, wenngleich feine Details auf Distanz oftmals schwach ausfallen. Nachtfotos sind hauptsächlich eine Stärke der Hauptlinse.
Die größte Schwäche vom Motorola Edge 60 Neo ist eindeutig der Prozessor. Der Mediatek Dimensity 7400 ordnet sich in der regulären Mittelklasse ein und wirkt angesichts der UVP von 399 Euro deplatziert. Auch im Vergleich zum Vorgängermodell halten sich die Leistungszuwächse in Grenzen, sodass ein Umstieg kaum lohnt. Für Alltagsaufgaben reicht die Leistung aus, Spieler sollten jedoch zu Modellen mit schnelleren Chips greifen.
Positiv fällt die gute Akkulaufzeit trotz kleinem Akku und das in der Mittelklasse seltene Wireless Charging auf. Ärgerlich sind hingegen das Fehlen von Micro SD Erweiterung bei nur 256GB Speicher und die Beschränkung auf 8GB RAM in Deutschland, während es anderswo 12GB für weniger Geld gibt. Die Software macht einen guten Eindruck mit 4 Jahren Android Updates und 6 Jahren Sicherheitsupdates.
Insgesamt liefert das Motorola Edge 60 Neo ein durchwachsenes Gesamtpaket. Das liegt allerdings mehr am Preis als der Hardware. Die UVP von 399 Euro ist eindeutig zu hoch angesetzt, wenn man bedenkt, dass man bei manchen Konkurrenten für teils unter 300€ Smartphones mit mehr als doppelt so schnellen Prozessoren bekommen kann. Sicherlich rechtfertigt das Gesamtpaket vom Edge 60 Neo einen Aufpreis, allerdings nicht in dieser Größenordnung.
Deshalb die Empfehlung: Wer zum Motorola Edge 60 Neo greift, sollte sich das Gerät nicht in Deutschland kaufen. Bei Alza (Tschechien) bekommt man das 12GB RAM Modell nämlich häufig für unter 350€, was dann eindeutig der bessere Deal ist. Und wer zwingend aus Deutschland kaufen möchte, der sollte sich auch mal den Vorgänger Edge 50 Neo anschauen, welches recht ähnlich ausgestattet ist und nur noch 250€ kostet*. Nachteile zum Edge 60 Neo sind der ältere Dimensity 7300, Limitierung auf ein IP68 Rating und ein kleinerer 4310mAh Akku.
Vorteile
- Kompakte Bauweise mit 6,36 Zoll Display
- Sehr geringes Gewicht von nur 175g bei 8,1mm Dicke
- Texturierte Rückseite mit sehr gutem Handgefühl und hoher Griffigkeit
- Allgemein sehr ansprechendes und aus der Masse an Mittelklasse Handys herausstechendes Design
- Ausgezeichnete Schutzklassen mit IP68, IP69 und MIL-STD-810H
- Robust wirkendes und gut verarbeitetes Gehäuse, überraschend verwindungsfest
- Schönes Display mit natürlichen Farben, 120Hz Bildfrequenz und robustem Gorilla Glass 7i
- Vielseitige Kameraausstattung mit optischem 3-fach Zoom (mit OIS), Ultrawide-Kamera mit Autofokus für Makro Aufnahmen
- Hauptkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen ordentliche Ergebnisse
- Weitgehend gute Nachtfotos mit der Hauptkamera
- Keine Hitzeprobleme
- Optischer Fingerprint Scanner im Display schnell & zuverlässig
- Gute Sprachqualität bei Telefonaten
- Wireless Charging mit Qi Standard (15W) - Seltenheit in Mittelklasse
- Gute Akkulaufzeit trotz relativ kleinem 5200mAh Akku
- Stabile, performante Software mit Google Zertifizierung, Widevine L1 DRM
- 4 Jahre Android Updates und 6 Jahre Sicherheitsupdates
- Schnelles WLAN mit Wi-Fi 6E, gute Bluetooth Reichweite, Zuverlässiges GPS, guter Mobilfunkempfang mit schnellem 5G (300Mbit+), NFC mit Google Pay
Nachteile
- Prozessor (Dimensity 7400) für die Preisklasse zu schwach
- Display Helligkeit etwas unterhalb des Niveaus vieler Konkurrenten
- Kamera App wirkt etwas träge
- Detail-Darstellung auf Distanz bei allen Kameras etwas schwach
- Tendenz zu Fokuspumpen bei Tele- und Ultrawide-Kamera beim Filmen
- Software Bug bei Langzeitbelichtung im Pro Modus
- Nur 256GB Speicher ohne Micro SD Erweiterung
- In Deutschland nur 8GB RAM statt bis 12GB wie in anderen EU Ländern, dabei höherer Preis
- Keine physische Dual SIM Unterstützung, dafür eSIM Support
- Kein Infrarotblaster
- Lautsprecher mit etwas schwachen Bässen (ansonsten laut & gut)
- Vibration wirkt etwas schwach
- UVP von 399 Euro in Deutschland zu hoch angesetzt, besser EU Import nutzen
- Kein Netzteil im Lieferumfang