Meizu Pro 7 Plus Test

b2ap3_large_meizu-pro7-plus-1 Meizu Pro 7 Plus Test

​Mit dem Meizu Pro 7 Plus hat Meizu das erste Smartphone mit Helio X30 Prozessor auf den Markt gebracht. Als neues Flaggschiff muss das Meizu Pro 7 Plus natürlich auch abseits des Prozessors überzeugen. Und dafür hat man sich ein ganz besonderes Gimmick ausgedacht: Ein zweites Display auf der Rückseite, welches verschiedene Informationen darstellen kann. Ob das Meizu Pro 7 Plus alles bietet was man von einem Flaggschiff Smartphone erwartet, haben wir in einem ausführlichen Alltagstest unter die Lupe genommen.

Das Meizu Pro 7 Plus wurde uns von Tradingshenzhen für den Test geliehen. Hierfür möchten wir uns herzlich bedanken.

Meizu Pro 7 Plus Unboxing

​Das Auspacken des Meizu Pro 7 Plus ist ein ganz besonderes Erlebnis. Seit jeher lässt sich Meizu bei seinen Flaggschiffen immer wieder neue Verpackungen einfallen, und das ist auch beim Meizu Pro 7 Plus der Fall. Das Smartphone wird euch in einer stabilen Kunststoff Schatulle mit schrägem Schnitt geliefert, welche man nach oben hin aufzieht. Im Innenteil stecken zwei separate Boxen und dazwischen - gut geschützt - das Objekt der Begierde. Das Smartphone wird mit einer Kunststoffschlaufe herausgezogen. Anschließend kann man die anderen beiden Boxen entnehmen. Mit dem Meizu Pro 7 Plus bekommt ihr SIM Werkzeug, ein USB Typ-C Kabel, das mCharge Ladegerät (EU Adapter nötig), etwas Papierkram und ein Hardcase zum Schutz der Rückseite.

Design & Verarbeitung

​Das Meizu Pro 7 Plus ist - wie sich das für ein Premium Smartphone gehört - exzellent verarbeitet. Das Gehäuse besteht mit Ausnahme der Glasabdeckung des rückseitigen Info Displays vollständig aus Metall. Die Antennenlinien ziehen sich am oberen und unteren Rand entlang. Optisch fallen sie kaum auf. Neu ist die seitliche und vertikal ausgerichtete Position des Meizu Logos. Dieses kommt in silber glänzenden Lettern daher und ist damit recht auffällig.

Ist das Meizu Pro 7 Plus eine Schönheit? Darüber lässt sich sicherlich streiten. Die aus Glas gefertigte Aussparung für das Info Display, welche auch das Kameramodul beherbergt, sieht schon etwas gewöhnungsbedürftig aus. Fakt ist aber, dass das Meizu Pro 7 Plus in der Realität hübscher aussieht, als dies auf den anfänglichen geleakten Fotos und Pressebildern den Anschein hatte.

Was das Meizu Pro 7 Plus aber ganz sicher nicht ist, ist ein Handschmeichler. Das Smartphone liegt zwar ganz gut und stabil in der Hand, doch es fühlt sich dabei etwas kantig an. Das liegt daran, dass Meizu auf stark ausgeprägte Rundungen verzichtet. Ob man das nun mag oder nicht ist sicherlich Geschmackssache, doch an das schmeichelnde Handgefühl eines Xiaomi Mi 6 kommt das Meizu Pro 7 Plus einfach nicht heran. Einen Vorteil hat das Design aber doch. Es wird vom Gefühl her sehr deutlich, wie dünn das Smartphone gebaut ist. 7,38mm Gehäusedicke bzw. 7,7mm inklusive Kameramodul sind schon eine Ansage.

Für ein 5,7" Phablet ist das Meizu Pro 7 Plus übrigens überraschend kompakt. Es ist inklusive Kameramodul nicht nur deutlich dünner als ein iPhone 7 Plus mit Kameramodul, es ist auch noch etwas kleiner als das iPhone 7 Plus - trotz des größeren Displays. Während der Apfel auf eine Höhe von 157,5mm kommt, messen wir beim Meizu Pro 7 Plus nur 157,34mm. Euch die Breite fällt mit 77,3mm rund 0,6mm geringer aus. Nein, da merkt man natürlich keinen Unterschied - erwähnenswert ist es allerdings trotzdem. Immerhin ist das Meizu Pro 7 Plus laut diesen Messungen so groß wie die größeren 5,5" Smartphones da draußen. Auch beim Gewicht bewegt sich das neue Meizu Flaggschiff mit 170g noch in einem angenehmen Bereich.

Nun mag manch einer sagen, dass man das Meizu Pro 7 Plus sicherlich noch kleiner hätte machen können. Und ja, rein theoretisch stimmt das. Eventuell hätte man am unteren Rand über und unter dem Home Button noch ein paar Millimeter streichen können. Auch die seitlichen Bezels und der obere Displayrand hätte noch verringert werden können. Die Frage ist dann jedoch, ob dies auch Sinn macht. Erstens wäre dann mit ziemlicher Sicherheit der Akku etwas kleiner ausgefallen und zweitens bergen schlanke Bezels gerade bei Phablets ein größeres Risiko für Fehlbedienungen.

Wofür wir Meizu ganz besonders loben möchten ist, dass man trotz der geringen Gehäusedicke den 3,5mm Anschluss nicht gestrichen hat. Ihr könnt also nach wie vor eure normalen, analogen Kopfhörer nutzen. Was man ebenfalls nicht vergessen hat ist eine Status LED. Doch diese leuchtet wie bei allen Meizu Smartphones nur in weißer Farbe.

Meizu Pro 7 Plus Display

​Größe: ​5,7"
Auflösung:​ ​2560 x 1440
Technologie​:​Super AMOLED
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Gorilla Glass 5
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Das Meizu Pro 7 Plus bietet ein grandioses Display auf Super AMOLED Basis, welches insbesondere im Vergleich mit dem Vorgänger einen großen Schritt nach Vorne darstellt. Was sofort bei der Nutzung im Freien auffällt, ist die deutlich erhöhte Helligkeit. Beim Vorgänger war das Display viel zu dunkel, sodass man unter Sonnenlicht nichts mehr erkennen konnte. Dieses Problem hat sich beim Meizu Pro 7 Plus vollständig in Luft aufgelöst.

Doch nicht nur die Helligkeit ist besser. Auch die Bildqualität hat sich dramatisch verbessert. Erstens ist die Darstellung um einiges schärfer, da die für AMOLED Displays sonst typische Rasterung nicht mehr sichtbar ist. Verantwortlich dafür ist die Erhöhung der Auflösung auf 2.560 x 1440 Pixel. Das Resultat ist ein deutlich schärferes und ruhigeres Bild. Darüber hinaus wurde aber auch die allgemeine Qualität der Darstellung perfektioniert. Dieser typische AMOLED Look ist verschwunden. Das Bild wirkt wie von einem sehr hochwertigen LCD Panel, nur eben mit deutlich besseren Kontrast- und Schwarzwerten. Das Display an sich ist also erstklassig und wir finden hier schlicht und einfach keinen Raum für Kritik.

Beim Displayglas müssen wir dann allerdings doch etwas kritisieren. Das Meizu Pro 7 Plus solle ja mit dem neuesten Gorilla Glass 5 daher kommen. Wir sind uns aber nicht so ganz sicher ob das auch stimmt. Nachdem wir die Produktfotos erstellt haben, während denen das Smartphone ein paar mal direkt auf dem Displayglas lag, sind uns am oberen Rand ein paar deutliche Kratzer aufgefallen. Das Glas scheint also empfindlicher zu sein als es sein sollte. Im weiteren Alltagseinsatz kamen dann allerdings keine weiteren Kratzer dazu. Eventuell hatten wir also einfach nur Pech und das Gerät kam mit irgend einem extrem harten und scharfkantigen Partikel in Kontakt. Wie dem auch sei: Wer auf Nummer Sicher gehen will, der nutzt bitte ein Schutzglas.

Beim Touch Screen ist das Meizu Pro 7 Plus ein (kleiner) Schritt zurück. Meizu hat nämlich die Force Touch Unterstützung gestrichen. Ein wirklicher Nachteil dürfte das jedoch für die Wenigsten sein. Das Feature wird immerhin von so gut wie keinen Apps unterstützt und war damit kein wirklicher Mehrwert. Ansonsten bietet der Touch Screen aber alles was man von einem Flaggschiff erwartet: 10 Berührungspunkte, exzellente Genauigkeit und eine kurze Reaktionszeit.

Das Infodisplay

​Das Infodisplay auf der Rückseite setzt auf ein 1,9" AMOLED Display das mit einer Auflösung von 536 x 240 Pixeln arbeitet und über einen Touch Screen verfügt. Das Display aktiviert sich automatisch wenn man das Meizu Pro 7 Plus umdreht. Alternativ kann man es auch durch Doppeltippen aufwecken. Das Display lässt sich im Freien noch recht gut ablesen, ist aber deutlich dunkler als der Hauptbildschirm.

Standardmäßig zeigt das Display den aktuellen Wochentag und die Uhrzeit an. Gibt es Benachrichtigungen, wird dies in Form eines Icons symbolisiert. Läuft man gerade und aktiviert das Display, wird automatisch der Schrittzähler angezeigt. Durch Wischen nach Links und Rechts wechselt man zwischen den Seiten. Neben dem Hauptbildschirm und dem Schrittzähler gibt es noch ein Wetter Widget.

Außerdem kann das Infodisplay zum Anfertigen von Selfies mit der Hauptkamera genutzt werden. Dazu wischt man schnell nach Oben und die Kamera Ansicht startet. Hier hat man die Wahl zwischen einem Blur, Bokeh und normalen Modus. Tippt man das Display an zählt ein Countdown 3 Sekunden ab. Anschließend wird ein Foto aufgenommen. Seltsam gelöst wurde aber, dass die Kamera Ansicht nicht beendet wird wenn man das Meizu Pro 7 Plus wieder umdreht. Man muss die Ansicht vorher durch erneutes Wischen nach Oben oder Unten beenden. Tut man das nicht, bleibt das Display weiter aktiv und man erzeugt beim Berühren des hinteren Displays weitere Fotos.

Leider war es das auch schon mit den Funktionen. Es gibt aktuell keine Möglichkeit Apps von Drittanbietern einzubinden. Auch das Kontrollieren der Musikwiedergabe ist im hochgefahrenen Zustand nicht möglich, obwohl das eigentlich Sinn machen würde. Erst wenn man in den "Music Only" Modus wechselt (ein spezieller low-power Modus den der Mediatek Helio X30 unterstützt) steuert man die Musikwiedergabe über das Infodisplay. Es sieht ganz so aus als wäre das Feature noch nicht ganz fertig. Hoffen wir, dass Meizu weiter daran arbeitet mehr Funktionen zu bieten und auch Drittanbieter Apps zu integrieren.

Hardware & Performance

​Prozessor: Mediatek Helio X30
- 2x
ARM Cortex-A73 @ 2.6GHz
- 4x ARM Cortex-A53 @ 2.2GHz
- 4x ARM Cortex-A35 @ 1.9GHz
GPU:​ ​PowerVR 7XTP-MT4​ @ 850MHz
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4X RAM (15,52GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB / 128GB UFS2.1​ (500 / 200MB/s)
Micro SD:​Nein
Fingerabdruck Scanner:​​Front (mTouch Home Button)
​Sensoren:​Light, Proximity, Magnetic Field, Orientation, Gyroscope, Accelerometer, Rotation Vector, Linear Acceleration, Gravity, Step Counter, Flip, Raise to Wake, Geomagnetic Rotation Vector
Besonderheiten:​​-
Abmessungen / Gewicht:​​157,34​ x 77,3​ x 7,38mm / 170g

​Das Meizu Pro 7 Plus ist das erste Smartphone welches auf den neuen Mediatek Helio X30 setzt. Für Mediatek ist der neue Prozessor ein monströser Schritt nach vorne, denn es gibt hier in vielerlei Hinsicht massive Verbesserungen. Mediatek setzt abermals auf 10 Kerne die sich in drei Cluster aufteilen. Das stärkste Cluster besteht aus zwei Cortex A73 Kernen mit einem Takt von 2,6GHz. Das mittlere Cluster setzt auf vier Cortex A53 Kerne mit 2,2GHz. Das kleinste low-power Cluster setzt dagegen auf die Cortex A35 Architektur. Auch hier kommen vier Kerne zum Einsatz die mit einem Takt von 1,9GHz arbeiten. Für die Grafik kommt eine Quad Core PowerVR 7XTP GPU mit 850Mhz zum Einsatz, welche in Kooperation mit Imagination Tech optimiert wurde. Zusätzlich ist der Helio X30 der erste Mediatek Chipsatz der in 10nm gefertigt wird. Außerdem wird erstmals UFS2.1 Speicher unterstützt.

Das Resultat ist ein im Vergleich mit der Helio X20 Serie massiver Performance Sprung. Im Antutu Benchmark erreicht das Meizu Pro 7 Plus mit seinen 6GB LPDDR4X RAM mehr als 143.000 Punkte. Das ist natürlich kein Rekordwert, wenn man das Ergebnis mit z.B. einem Snapdragon 835 vergleicht. Nichts desto trotz bewegt sich das Meizu Pro 7 hier im high-end Bereich. Wichtiger ist aber ohnehin die tatsächliche Performance im Alltag. Und genau hier macht das Meizu Pro 7 Plus mit dem Helio X30 einfach nur Freude. Verglichen mit einem OnePlus 5 oder Xiaomi Mi 6 mit Snapdragon 835 merkt man nämlich absolut keinen Unterschied. Egal was man macht - Spiele, Surfen, Social Media oder Multitasking - das Meizu Pro 7 Plus bewerkstelligt alles absolut flüssig, ohne Wartezeiten und ohne gelegentliches Stottern. Smartphones mit Mediatek Chips wird oft eine schlechte Performance nach gesagt. Davon merkt man hier absolut nichts. Würde man das Meizu Pro 7 Plus mit einem Snapdragon 835 bewerben, würde den Schwindel ohne Benchmarks zum jetzigen Stand niemand bemerken. Auch was die Wärmeentwicklung betrifft hat sich einiges getan. Bei normaler Nutzung erwärmt sich das Meizu Pro 7 Plus so gut wie gar nicht. Selbst bei weniger anspruchsvollen Spielen hält sich die Wärmeentwicklung in Grenzen. Erst bei sehr anspruchsvollen Titeln wie z.B. Dead Effect auf höchsten Details ist eine deutliche Abwärme festzustellen. Doch auch diese bewegt sich noch im grünen Bereich. Konkret haben wir am Prozessor maximale Temperaturen von 40°C gemessen. Was die Abwärme betrifft liegt der Helio X30 damit gleichauf mit einem Snapdragon 835.

Auch bei der Speicher Geschwindigkeit muss ich das Meizu Pro 7 Plus nicht hinter Konkurrenten verstecken. Der Arbeitsspeicher erreicht sogar Werte auf Top-Niveau. Die erreichte Spitzengeschwindigkeit liegt bei 16,24GB/s und der im Schnitt erreichte Durchsatz liegt bei 15,52GB/s. Dadurch öffnen sich alle Arten von Apps die im Hintergrund laufen prompt. Sogar das Wechseln zwischen Spielen verläuft pfeilschnell. Doch auch der Datenspeicher bewegt sich auf high-end Niveau. Von der UFS2.1 Unterstützung des Helio X30 macht das Meizu Pro 7 Plus prompt Gebrauch. Unser 64GB Modell erreicht beim Lesen 500,33MB/s und beim Schreiben 200MB/s. Somit steht also fest, dass der Speicher an keiner Stelle zum Flaschenhals wird, so wie das noch bei der Helio X20 Serie der Fall war.

Bei den Sensoren hat das Meizu Pro 7 Plus eine umfangreiche Ausstattung zu bieten. Ein Schrittzähler erfasst eure getanen Schritte und gibt diese in der mitgelieferten Pedometer App aus. Auch ein Gyroskop und ein Kompass ist vorhanden - doch das dürfte in der Preisklasse selbstverständlich sein. Im Alltag gab es damit keine Probleme. Der Fingerabdruck Sensor im Home Button ist recht flott, doch das tatsächliche Entsperren dauert länger als z.B. von einem OnePlus 5 oder einem Xiaomi Mi 6 gewohnt Das liegt daran, dass man den Button drücken muss um das Smartphone zu entsperren.

Für den Datenaustausch mit einem PC oder Mac steht ein USB Typ-C Anschluss bereit. Der Anschluss unterstützt auch USB OTG. Mit einem Typ-C Hub oder einem Adapter können so USB Geräte genutzt werden. Wir haben das mit einem USB Stick, einer Maus und einer Tastatur erfolgreich getestet.

Software

​Variante: ​Flyme OS 6
​Android Version: ​Android 7.0 (Sicherheitspatch vom 5. April)
Bloatware​:​Ja
Root Zugriff:​​Optional
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein
Google Installer im Meizu App Store

​Auf dem Meizu Pro 7 Plus läuft die aktuellste Version von Flyme OS. Diese basiert in diesem Fall auf Android 7.0. Enttäuschend ist, dass es Meizu nicht schafft einen aktuellen Sicherheitspatch auszuliefern. Dieser befindet sich zum Zeitpunkt des Tests auf dem Stand vom 5. April. Selbst kleine Smartphone Hersteller schaffen es mittlerweile ihre Smartphones mit aktuellen Sicherheitspatches auszuliefern. Insofern besteht hier für Meizu dingender Nachholbedarf.

Flyme OS an sich macht uns im Alltag nach wie vor Spaß. Man muss sich aber an das eigene Bedienkonzept gewöhnen. Die Steuerung erfolgt komplett mit dem Home Button und Gesten. Durch Drücken des Home Buttons kehrt man zum Startbildschirm zurück. In Menüs und Apps geht man eine Ebene zurück indem man den Button berührt. Um den App Switcher zu öffnen wischt man vom unteren Displayrand auf das Display.

Auch das Split Screen Feature von Android Nougat wird in Flyme 6 unterstützt. Leider ist die Aktivierung der Funktion etwas unglücklich gelöst. Um in den Split Screen Modus zu wechseln, muss man eine Karte im App Switcher nach unten ziehen. Danach erscheint ein Menü, in welchem man den Split Screen Modus aktiviert. Anschließend muss man noch die zweite App wählen, welche man im Split Screen Modus nutzen möchte. Wir empfinden die Standard Methode von Android als intuitiver und schneller, bei welcher man die entsprechenden Apps einfach aus dem App Switcher an ihren gewünschten Platz zieht.

Ein Nachteil des Meizu Pro 7 Plus ist, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine mehrsprachige Firmware gibt. Somit muss man mit der englischen Systemsprache leben und auch den Play Store manuell nachinstallieren. Letzteres ist aber sehr einfach, da es im Meizu App Store einen entsprechenden Installer gibt. Ob es für das Meizu Pro 7 Plus künftig eine Global ROM geben wird, bleibt abzuwarten. Ob sich diese dann auf allen Geräten installieren lässt ist jedoch fraglich. In der Vergangenheit war es bei Meizu immer so, dass man internationale Firmware nur auf internationalen Geräten installieren konnte. Bei einigen Geräten war die Installation zwar über Umwege möglich, jedoch nicht bei allen.

Flyme 6 läuft auf dem Meizu Pro 7 Plus sehr rund. Es gab in der gesamten Testphase keinerlei Ruckler oder Hänger. Das liegt auch am ausgefeilten RAM Management. Eine KI kümmert sich darum die am häufigsten genutzten Apps zu ermitteln. Diese werden dann entsprechend optimiert und im RAM gehalten. Das spart Energie und sorgt für einen Geschwindigkeits-Zuwachs. Dennoch muss man hier und da an den Einstellungen feilen. Für Messenger Apps, Spotify und ähnliche Software sollte man die Ausführung im Hintergrund genehmigen. Ansonsten erhält man neue Nachrichten nicht immer sofort.

Was die Kompatibilität zu Apps betrifft, muss Meizu noch nachbessern. Wir haben hier an einigen Stellen Probleme gehabt. Einige Spiele wie Asphalt Xtreme sind nicht spielbar, da sie nach dem Start abstürzen. Außerdem konnten wir die App unserer Bank nicht nutzen, da die Verifizierung per SMS nicht funktioniert. Auch Darstellungsfehler gibt es immer wieder mal. Im Facebook Messenger verschwindet zum Beispiel die Info Leiste am oberen Displayrand, sobald man eine Konversation öffnet.

Die Chancen stehen jedoch gut, dass diese Problemzonen bald ausgebügelt werden. Meizu bietet ähnlich wie Xiaomi eine hervorragende Update Politik. Jedes Meizu Smartphone wird über Jahre hinweg regelmäßig aktualisiert.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 4G FDD LTE: 1/3/7
3G WCDMA: 850/900/1900/2100MHz
2G GSM: 850/900/1800/1900MHz
WLAN:​ WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth:​Bluetooth 4.2
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (Dual Nano SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Im Mobilfunk schlägt sich das Meizu Pro 7 Plus ganz hervorragend. Wir konnten am Standort fast im gesamten Gebäude eine 3G Verbindung herstellen. Das schaffen hier die wenigsten Smartphones und zeugt von einer exzellenten Empfangsqualität. Ein signifikanter Nachteil für die Nutzung in ländlichen Gebieten ist jedoch das Fehlen von Band 20 LTE. Somit kann meist nur in Großstädten eine LTE Verbindung aufgebaut werden. Wer unbedingt Band 20 LTE braucht, der muss sich mit der kleineren Helio P25 Version des Meizu Pro 7 zufrieden geben. Diese bietet Band 20 Unterstützung.

Das Meizu Pro 7 Plus bietet Unterstützung für Dual Band WLAN nach den a/b/g/n/ac Standards. Im Test konnten wir unsere 200Mbit/s Internet Anbindung voll ausnutzen. Auch im WLAN überzeugt das Meizu Pro 7 Plus mit einer genialen Empfangsleistung. Ein Stockwerk unter dem Router konnten wir keinen nennenswerten Einbruch der Bandbreite feststellen. Auch das ist etwas, das nur ganz wenige Smartphones schaffen.

Weiterhin gibt es noch Bluetooth 4.2 Unterstützung. Auch hier haben wir keine negativen Auffälligkeiten festgestellt. Wir konnten uns nach dem Verbinden mit einem Bluetooth Lautsprecher frei über ein Stockwerk bewegen, ohne dass es Aussetzer gab. Was dem Meizu Pro 7 Plus leider fehlt ist NFC. Einige Seiten behaupten zwar, dass NFC unterstützt wird, doch das stimmt nicht. Meizu listet auf seiner Webseite keine NFC Unterstützung und auch im System ist hierfür nirgends ein Eintrag zu finden.

Zu guter letzt bleibt dann noch die GPS Performance. Auch hier hat sich das Meizu Pro 7 Plus keine Schnitzer geleistet. Wir konnten zu jeder Zeit Runtastic fürs Tracking und Google Maps zur Navigation nutzen. Egal ob bei schlechtem oder gutem Wetter, auf dem Land oder in der Stadt, die Position wurde immer zuverlässig und sehr genau ermittelt. Auf Kursänderungen wird ebenfalls schnell reagiert.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​CS43130

​Auf den ersten Blick ist es etwas enttäuschend, dass das Meizu Pro 7 Plus keine Stereo Lautsprecher bietet. Immerhin wird dieses Feature im hochpreisigen Segment immer populärer und bietet einen deutlich hörbaren Mehrwert. Dennoch entpuppt sich das Meizu Pro 7 Plus als ein äußerst wohlklingendes Smartphone. Der Lautsprecher erreicht eine enorme Lautstärke und bietet eine deutliche Basswiedergabe. Wer sich gerne im Bett Filme oder Serien ansieht, kann hier auch mal auf einen Kopfhörer oder Bluetooth Lautsprecher verzichten.

Lobenswert ist, dass das Meizu Pro 7 Plus weiterhin mit einem 3,5mm Anschluss ausgestattet ist. Kopfhörer lassen sich also ohne Adapter nutzen. Ein dedizierter Verstärker (CS43130) sorgt für eine atemberaubende Ausgabe. Das Meizu Pro 7 Plus ist nach unserer subjektiven Einschätzung das bisher am besten klingende Smartphone. Selbst mit guten Kopfhörern aus dem unteren Preissegment wie den Xiaomi Hybrids bekommt man hier ein völlig neues Klangerlebnis mit enormer Lautstärke geboten. Billige Kopfhörer werden mit dem Output aber überfordert sein. Was leider fehlt ist ein System Equalizer. So kann man den Klang leider nicht ohne Zusatzsoftware an den eigenen Geschmack anpassen.

Die Sprachqualität beim Telefonieren bewegt sich im oberen Mittelfeld. Die Qualität ohne VoLTE könnte etwas klarer sein. Ansonsten gibt es aber nichts auszusetzen. Die Ohrmuschel ist laut und kratzt nicht. Hintergrundgeräusche werden zuverlässig ausgefiltert. Auf der Gegenseite kommt die eigene Stimme in einer ordentlichen Qualität an.

Meizu Pro 7 Plus Kamera

​Hauptkamera: ​Dual Kamera, 2x Sony IMX386 f/2.0
​Frontkamera: ​16MP f/2.0
​Blitz:​Dual LED (zweifarbig)
​Fokus:​PDAF
​Slow Motion:​Ja (120fps@720p)

​Das Meizu Pro 7 Plus war zum Launch das erste Meizu Smartphone mit Dual Kamera. Meizu setzt auf eine Kombination aus zwei identischen Sensoren, von denen einer im Schwarz-Weiß Modus arbeitet. Bei den Sensoren handelt es sich um den Sony IMX386 mit f/2.0 Blende. Die Auflösung beträgt 12MP. Auf der Front findet man eine 16MP Kamera. Auch diese ist mit einer f/2.0 Blende ausgestattet.

Im Single Kamera Modus schneidet das Meizu Pro 7 Plus exzellent ab. Landschafts-, Nah- und Makroaufnahmen bei Tageslicht zeichnen sich durch tolle, lebendige aber realistische Farben aus. Zudem erreicht das Smartphone einen enormen Detailreichtum und eine tolle Schärfe. Die Fotos sehen einfach richtig knackig und detailliert aus. Fotografiert man beispielsweise einen Baum oder eine Wiese, sieht man auch beim Einzoomen sehr viele Details wie einzelne Äste und Blätter. Auch auf einem großen 4k TV sehen die Aufnahmen einfach klasse aus. Das Meizu Pro 7 Plus schlägt ein OnePlus 5 oder ein Xiaomi Mi 6 in dieser Disziplin mit Leichtigkeit.

​Auch die low-light Performance ist exzellent. Besonders Aufnahmen mit Langzeitbelichtung und Stativ sehen atemberaubend aus. Es ist einfach beeindruckend, wie viel Licht das Smartphone aus den verschiedensten Szenen holt und welcher Detailreichtum dabei erreicht wird. Toll ist auch, dass es dabei nicht das geringste Anzeichen von Bildrauschen gibt. Wer einen tragbaren Tripod sein Eigen nennt, wird mit dem Meizu Pro 7 Plus bei Nacht sehr viel Spaß haben. Etwas enttäuscht hat uns jedoch der Blitz. Er ist irgendwie nicht so hell wie man das erwarten würde und sorgt hin und wieder für unscharfe Aufnahmen. Hin und wieder kam es auch vor, dass Bilder mit Blitz schwarz waren, da die Kamera zu spät ausgelöst hat. Hier muss Meizu noch optimieren.

​Im Bokeh Modus enttäuscht das Meizu Pro 7 Plus leider. Man merkt einfach, dass es Meizu hier an Erfahrung mangelt, denn ein großer Teil der im Bokeh Modus geschossenen Bilder sieht nicht gut aus. Das Smartphone hat enorme Probleme die Kanten der scharfzustellenden Objekte zu erkennen und schneidet dann Teile ab die dann unscharf erscheinen. Besonders mit Blüten hat das Smartphone erhebliche Schwierigkeiten. Wenn eine Bokeh Aufnahme jedoch gelingt, dann sieht das Ergebnis sehr gut aus. Sogar die kreisrunden Lichtspiele, welche man oft in Fotos von echten SLR Kameras findet, sind hier sichtbar. Potential ist also Vorhanden. Meizu muss nur die Algorithmen zuverlässiger machen.

Die Frontkamera enttäuscht. Sowohl bei Tageslicht als auch bei Dämmerlicht schneidet die Kamera deutlich schlechter ab als die im Xiaomi Mi 6 oder OnePlus 5. Es mangelt an Details, die Schärfe ist unzureichend und Farben wirken recht dunkel bzw. düster. Ob hier noch per Software optimiert werden kann bleibt abzuwarten. Da man jedoch problemlos Selfies auch mit der Hauptkamera schießen kann, ist dieses Defizit nicht weiter schlimm.

Einige Nachteile gibt es leider auch beim Aufnehmen von Videos. Während die Qualität der 4k Aufnahmen und auch die Audioqualität sehr gut ist, enttäuscht das Meizu Pro 7 Plus durch das Fehlen von 4k EIS. Erst wenn man auf Full HD umstellt, ist die elektronische Bildstabilisierung verfügbar. Des weiteren ist der Autofokus extrem langsam. Oftmals dauert es zwei bis drei Sekunden, ehe die Kamera den Fokus setzt. Doch auch das sind beides Problemzonen, welche sich durch ein Software Update beheben lassen.

Zum Abschluss müssen wir dann noch kurz auf die Kamera App eingehen. Auch diese leidet noch an einigen Bugs. Ein paar davon haben wir ja zuvor schon angesprochen, doch mit Abstand am nervigsten ist, dass man die Kamera immer wieder neu starten muss. Das liegt daran, dass hin und wieder der Fokus nicht mehr funktioniert, wenn die Kamera App im Hintergrund lief. Ist dass der Fall, muss man die App über den App Switcher komplett beenden und wieder starten. Erst dann lässt sich der Fokus wieder manuell setzen. Ein weiterer Bug lässt sich im manuellen Modus finden. Hin und wieder kommt es vor, dass der Regler für die Belichtungszeit keine Auswirkungen auf die Bilder mehr hat. Auch hier behebt meistens ein Neustart der App das Problem. Es kam aber auch schon vor, dass wir das ganze Smartphone neu starten mussten, um die Funktion wieder zum Leben zu erwecken.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.500mAh
​Kapazität (Gemessen): ​3.367mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja (mCharge)​

​Der 3.500mAh Akku im Meizu Pro 7 Plus bringt das Smartphone mühelos durch den Tag und sogar darüber hinaus. Das Handset benötigt eine Weile um sich einzupendeln. Ab etwa einer Woche Nutzungsdauer wird dann die volle Akkuperformance erreicht. Aktuell erreichen wir im Alltag als Power User eine Screen-On Zeit von im Schnitt 8 Stunden. Das ist mehr als genug für einen Tag. Oftmals kommen wir noch bis zum Mittag des Folgetages. Das Aufladen geht dank mCharge pfeilschnell von statten. Binnen einer Stunde ist das Meizu Pro 7 Plus voll geladen. Von 0% auf 50% kommt ihr in 30 Minuten.

Meizu Pro 7 Plus - Fazit

​Das Meizu Pro 7 Plus ist ein gelungenes Flaggschiff, jedoch kein Schnäppchen. Meizu lässt sich das zweite Display teuer bezahlen. Da der Nutzen des Displays derzeit (noch) nicht sein volles Potential entfaltet, lässt sich der Preis leider auch nur schwer damit rechtfertigen. Fakt ist aber, dass jeder China Handy Fan der viel Wert auf exzellente Fotos, Nachtfotografie, Audioqualität und Extravaganz legt, so gut wie nicht am Meizu Pro 7 Plus vorbei kommt. Wer nicht aufs Preisschild schaut, der bekommt unsere Kaufempfehlung.

Pro Contra
​+ Sehr gute Verarbeitung, dünne aber stabile Bauweise ​- Displayglas nicht so kratzfest wie erwartet
+​​ Sehr gutes Display-​​ Hier und da Kompatibilitätsprobleme mit Apps
+​​ Praktisches Info Display welches leider noch nicht sein volles Potential nutzt-​​ (Noch?) kein Multi-Language
+​​ Sehr gute Performance, geringe Abwärme-​​ Kein Band 20 LTE
+​​ Schneller Speicher-​​ Kein 4k EIS, langsamer Autofokus beim Filmen
+​​ Viele Sensoren-​​ Frontkamera könnte besser sein
+​​ Zuverlässiger Fingerprint Scanner (könnte aber schneller sein)
​+ Schnelles, gut optimiertes System mit regelmäßigen Updates
​+ Sehr guter Medienlautsprecher
​+ Extrem gute Audioqualität mit Kopfhörern
​+ Gute Sprachqualität
​+ Exzellente Kamera, tolle low-light Performance
​+ Gute Akkulaufzeit mit kurzer Ladezeit