Meizu Pro 6 Test

b2ap3_large_meizu-pro-6-pic_20160529-135524_1 Meizu Pro 6 Review

Das Meizu Pro 6 ist das Flaggschiff im aktuellen Meizu Line-Up und gleichzeitig auch eine Premiere. Meizu setzt nämlich zum ersten Mal in einem Gerät der Pro-Serie auf einen Mediatek Prozessor statt einen Samsung Exynos Chip. Hierzu hat man gemeinsam mit Mediatek eine schnellere Variante des Helio X20 entwickelt, den Helio X25. Wir haben uns die goldene Version des Meizu Pro 6 in der Variante mit 4GB RAM und 32GB Speicher für eine Woche im Alltag angesehen. Ob das Gerät seine rund 380€ wert ist, erfahrt ihr hier im Review.

Verpackung & Lieferumfang

Das Meizu Pro 6 kommt in einer schicken, schwarzen Box aus dickem Polycarbonat daher. Auf deren Oberseite prangt in silbernen Lettern der Schriftzug "Pro 6". Um schon beim Öffnen der Verpackung ein hochwertiges Gefühl zu erzeugen, hat der Deckel ein überraschend hohes Gewicht. Im Inneren findet man dann ansprechend angeordnet das Meizu Pro 6, das relativ große Ladegerät, ein intelligent verstautes USB Typ-C Kabel und den obligatorischen Umschlag mit einer Garantiekarte. Ein Werkzeug zum Öffnen des SIM Trays liegt natürlich auch bei. Auch hier finden wir wieder schade, dass Meizu keine hochwertigen Kopfhörer beilegt.

Design & Verarbeitung

Designtechnisch unterliegt das Meizu Pro 6 in unseren Augen absoluter Perfektion. Wir haben es hier mit dem Meizu Smartphone zu tun, welches von allen bisherigen Geräten am besten in der Hand liegt und sogar einem Xiaomi Mi5 ordentlich Konkurrenz macht. Dadurch, dass das Gehäuse wirklich vollständig aus Metall besteht und man keine Kunststoffabdeckungen wie z.B. noch beim Pro 5 oder MX5 findet, wirkt das Gerät extrem hochwertig und Stabil. Nein, es wirkt natürlich nicht nur so, es ist auch so.

Durch die Abrundung zur Seite hin, welche nahtlos in den leicht gewölbten Rahmen übergeht um dann ebenfalls gefühlt nahtlos ins 2,5D Glas der Front überzugehen, entsteht hier ein wahrer Handschmeichler. Zusammen mit den perfekt gewählten Dimensionen verstärkt sich dieser Eindruck noch. Das Gerät liegt einfach unglaublich gut in der Hand und lässt sich wunderbar einhändig bedienen.

Dank extrem schlanken Displayrändern von lediglich 1mm Breite ist das Meizu Pro 6 trotz identischer Displaygröße kleiner als das Xiaomi Mi5 - zumindest was die reine Fläche der Front betrifft. Durch den gewölbten Rahmen ist es insgesamt minimal breiter, wirkt aber dennoch kompakter. Konkret haben wir es hier mit Maßen von 145 x 70,5 x 8mm zu tun. Das Gewicht liegt bei 164g, also deutlich mehr als beim Konkurrenten von Xiaomi. Das war aber durch das Mehr an Metall zu erwarten.

Was verglichen mit früheren Meizu Geräten, insbesondere dem Pro 5 und MX5, besser gefällt, ist der Home Button. Diese gibt beim Drücken zwar immer noch ein relativ lautes Knacken von sich, welches aber nicht mehr so billig wirkt. Auch der Druckpunkt hinterlässt ein etwas hochwertigeres Gefühl. Hier hat man also auf die Kritik der Nutzer gehört.

Was jedoch Meizu-typisch immer noch zu einem Kritikpunkt führt ist die Status LED. Meizu verbaut hier nach wie vor keine RGB LED. Stattdessen setzt man wie schon zuvor auf eine weiße LED. Diese leuchtet auch nur bei Benachrichtigungen und nicht etwa beim Aufladen des Smartphones.

Für manche ungewohnt dürfte die Platzierung des Kopfhöreranschluss sein. Beim Großteil der Smartphones befindet sich dieser auf der oberen Seite des Geräts. Das Meizu Pro 6 gehört aber zu den wenigen Handsets, an welchen der 3,5mm Port unten gelandet ist. Optisch macht das Sinn, denn so erreicht man eine aufgeräumt wirkende Oberseite. Ob es jedoch auch in der Praxis Sinn macht ist mal wieder eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Display

​Größe: ​5,2"
Auflösung:​ 1920 x 1080​
Technologie​:​Super AMOLED
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja (Corning Gorilla Glass 4)
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

Was Super AMOLED Displays betrifft, leiden hier viele an einer Hassliebe. Einerseits bieten diese Displays einen von LCD Panels unerreichten Kontrast und exzellente Schwarzwerte. Andererseits leidet die Schärfe durch eine oft leicht gröbere Rasterung und die Farben wirken gerne mal übertrieben intensiv. Hinzu kommt oft vergleichsweise schlechte Blickwinkel.

Zumindest was die Farb-Problematik betrifft, hat Meizu hier aber gute Arbeit geleistet. Farblich wirkt das Full HD Super Amoled Display im Meizu Pro 6 etwas zurückhaltend, was zu einer sehr natürlichen Darstellung führt. Auch der Kontrast ist selbstverständlich astrein. Man merkt allerdings wie schon beim Meizu MX5, dass Meizu nicht unbedingt die hochwertigsten AMOLED Displays verbaut. Auch beim Pro 6 ist die Rasterung wieder gröber als bei einem LCD Display mit gleicher Größe und Auflösung, was zu einem Verlust an Schärfe führt, der aber nur im Direktvergleich auffällt. Außerdem sind die Blickwinkel deutlich schlechter als bei einem guten IPS LCD Panel. Bei seitlicher Betrachtung leidet das Display aus allen Richtungen an einem seltsamen "Schillern". Man sieht quasi Regenbogenfarben.

Was uns ebenfalls nicht so ganz zusagt ist die Ablesbarkeit unter Sonnenlicht. Hier hatten wir stellenweise echt Schwierigkeiten etwas zu erkennen und mussten ein schattiges Plätzchen aufsuchen. Das hat uns zugegeben etwas verwundert, denn oft sind AMOLED Displays in Sachen Ablesbarkeit den LCD-Kollegen überlegen. Hier hätte Meizu ein helleres Panel verbauen sollen, oder zumindest irgend eine Technik implementieren müssen, welche die Ablesbarkeit durch Modifikationen am Bild verbessert, ähnlich wie Sunlight Display bei Xiaomi.

Keinerlei Beanstandungen gibt es beim Touch Panel des Meizu Pro 6 zu machen. Das Glas wirkt absolut stabil und hat sich bisher nicht verkratzen lassen. Fingerabdrücke werden wiederwillig angenommen und lassen sich leicht entfernen. Oft reicht hier schon das Tragen in der Hosentasche um das Display sauber zu halten. Der Touch Screen reagiert einwandfrei und präzise auf Eingaben. Schnelles Schreiben ist also kein Problem.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass das Meizu Pro 6 auch 3D Touch unterstützt. Der Digitizer kann also nicht nur Berührungen erkennen, sondern auch den Druck mit dem diese ausgeführt werden. Somit lassen sich je nach Druck unterschiedliche Funktionen aufrufen. Das funktioniert in der Praxis auch erstaunlich gut und intuitiv. Es passiert wirklich nie, dass man versehentlich eine 3D Touch Funktion triggert. Man muss hier wirklich bewusst mit ordentlich Druck arbeiten, um die gewünschte Funktion aufzurufen. So kann man beispielsweise in der Galerie App eine Schnellvorschau von Bildern einblenden und zahlreiche Schnellmenüs mit Shortcuts einblenden lassen, z.B. auf dem Home Screen.

Wichtig ist aber zu erwähnen, dass 3D Touch nur innerhalb von Flyme OS und den zugehörigen Apps nutzbar ist. Meizu bietet zwar eine API mit der man das Feature nutzen kann, dies wird aber wohl nur in chinesischen Apps der Fall sein. Reguläre Android Apps aus dem PlayStore werden die Meizu API nie unterstützen - warum auch?! Somit ist 3D Touch - so gut es auch funktioniert - vorerst doch nur eine Spielerei. Es wird Zeit, dass Google hier eine offizielle API in Android bietet, auf welche jeder Hersteller zugreifen kann.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio X25 (2x Cortex A72 @2,5GHz, 4x Cortex A53 @2GHz, 4x ARM Cortex A53 @1,4GHz)
GPU:​ Mali T880MP4​
RAM (Geschwindigkeit):​4GB (6GB/s)​
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB / 64GB (202 / 81MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Home Button)
​Sensoren:Pressure, Magnetometer, Accelerometer, Gyroscope, Significant Motion, Step Counter, Tilt, Rotation Vector, Orientation​
Besonderheiten:​​-
Abmessungen / Gewicht:​​145 x 70,5 x 8mm / 164g

Das Meizu Pro 6 zeigt, wie leistungsfähig die neuen Helio Chips mit 10 Rechenkernen wirklich sind. Ja, schon im LeEco Le 2 konnte der Chip überzeugen, doch die schlecht optimierte ROM bremste den Chip unnötig aus. Im Falle des Meizu Pro 6 dagegen finden wir die gewohnt gute Optimierung von Flyme vor, und so kann sich der Helio X25 in diesem Smartphone frei entfalten.

Um es kurz zu machen: Die Performance dürfte aktuell keine Wünsche offen lassen und sogar die Gaming Performance ist mittlerweile gut. Zu Beginn litt das Meizu Pro 6 ja am selben GPU Bug wie das LeEco Le 2, welcher alle 3D Spiele zum ruckeln brachte. Diese Probleme sind hier nun fast behoben. Bis auf wenige Ausnahmen liefen im Test alle Spiele flüssig. In Benchmarks erreicht der Helio X25 übrigens auch nochmal deutlich bessere Ergebnisse als der X20.

Selbstverständlich schneidet auch der Helio X25 im Meizu Pro 6 in Sachen Effizienz und Abwärme genauso gut ab wie der Helio X20 im LeEco Le 2. Auch hier ist im Alltag kaum eine Wärmeentwicklung zu erkennen und auch bei anspruchsvolleren Prozessen wird es nie unangenehm. Die stärkere Wärmeentwicklung beim Spielen wird zudem gut auf das gesamte Gehäuse verteilt, was wesentlich angenehmer ist als wenn es am Smartphone nur einen "Hotspot" im oberen Bereich gibt.

Die Sensorausstattung im Meizu Pro 6 ist lobenswert und wird einem Flaggschiff gerecht. Neben der Grundausstattung finden wir hier einen Kompass, ein Gyroskop, einen Schrittzähler und sogar einen Luftdrucksensor. Der Fingerprint Scanner im Home Button funktionierte im Test zuverlässig, ist jedoch nicht so schnell wie der im Mi5. Zudem muss man den Button zum Entsperren drücken. Das bloße Auflegen des Fingers ist nicht ausreichend.

Software

​Variante: ​Flyme 5
​Android Version: Android 6.0
Bloatware​:Ja​
Root Zugriff:​Ja​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem Meizu Pro 6 läuft das von Meizu Smartphones gewohnte Flyme OS in der Version 5. Leider basiert Flyme 5 derzeit noch auf Android 5.1, allerdings sind Meizu Fans es ja mittlerweile gewohnt, dass Meizu immer etwas länger benötigt um die neueste Android Version in seine Smartphones zu bringen. Dies wird dann vermutlich mit dem Wechsel zu Flyme 6 geschehen.

Ein weiterer Nachteil von Flyme auf dem Meizu Pro 6 ist - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - dass es noch keine internationale Version gibt. Das bedeutet, dass man derzeit noch mit der englischen Sprache leben muss. Dadurch, dass es sich bei der Firmware um die chinesische Version handelt, ist auch reichlich Bloatware vorhanden. Das ist aber im Endeffekt kein Problem, da es sich hierbei nicht um System Apps handelt. Man kann sie also ganz normal deinstallieren.

Abseits dieser Kritikpunkte macht uns Flyme 5 aber wie gewohnt im Alltag viel Spaß. Das System bietet viele nützliche Funktionen, wirkt aber trotzdem nicht überladen. Die UI ist stets schön aufgeräumt und man findet sich gut zurecht. Genau das ist es auch, was Flyme für Smartphone Einsteiger zu einer der besten Android Custom ROMs macht. Auch die Performance des Systems ist dank perfekter Optimierung zufriedenstellend. Es kommt nie zu Rucklern oder Hängern. Alle Animationen laufen stets flüssig.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 4G: 1, 3, 7 (VoLTE)
3G: 850/900/1900/2100MHz
2G: 850/900/1800/1900MHz
WLAN:​ ​802.11b/g/n/ac (Dual Band)
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (2x Nano)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, Beidou, GLONASS

Die Empfangsqualität bewegt sich beim Meizu Pro 6 auf Top-Niveau, so wie man das bei einem Flaggschiff Smartphone erwarten darf. Was uns allerdings aufgefallen ist, ist dass der Empfang ab und zu eingeschränkt sein kann, je nachdem wie man das Gerät hält. Umschließt man die Antenne komplett mit einer Hand, so bricht die Signalstärke merklich ein. Das gilt sowohl für Mobilfunk als auch WLAN. Im Alltag stört das aber nicht, sobald man das einmal herausgefunden hat und seinen Griff entsprechend anpasst. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Fehlen von Band 20 Unterstützung.

Die GPS Performance des Meizu Pro 6 kann man als hervorragend Einstufen. Binnen wenigen Sekunden erreicht das Gerät mühelos einen Fix für 19 Satelliten bei einer Genauigkeit von 1m. In der Praxis durfte uns das Pro 6 über 800km von Donauwörth (Bayern) nach Sankt Peter-Ording (Schleswig Holstein) navigieren, wobei es kein einziges Mal zu Abweichungen von der Strecke oder sonstigen Problemen kam. Abweichungen von der Vorgegebenen Strecke wurden binnen 2 Sekunden erkannt.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​Ja​​ (NXP Smart PA)
Dedizierter Verstärker:​Ja​ (Cirrus Logic CS43L36)

Wie alle Meizu Flaggschiffe kommt auch das Meizu Pro 6 mit Hi-Fi Ausrüstung daher. Diese besteht hier aus einem NXP Smart PA Chip und einem Cirrus Logic CS43L36. Gemeinsam sorgen diese Hi-Fi Lösungen für einen extrem guten und kraftvollen Output sowohl über Kopfhörer als auch den internen Lautsprecher, welcher noch dazu dank mSound hervorragend abgemischt ist. Für anspruchsvollen Audio Genuss eignet sich das Meizu Pro 6 damit hervorragend.

Der interne Lautsprecher kann allerdings nicht ganz mit jenem im Xiaomi Mi5 mithalten. Es scheint fast so, als wäre er dem kräftigen Output des Smartphones nicht gewachsen. Ab ca. 60% der maximalen Lautstärke kommt es vermehrt zum Übersteuern. Darunter ist die Audioqualität aber hervorragend und von der Lautstärke her eigentlich schon ausreichend. Hier hätte Meizu das Limit vielleicht einfach niedriger ansetzen sollen.

Beim Telefonieren konnte das Meizu Pro 6 durch eine beidseitig gute Sprachqualität überzeugen. Das Noise Cancelling funktioniert hervorragend. Es gibt aber auch hier das Problem das wir von ein paar Xiaomi Geräten kennen: Das Noise Cancelling Mikrofon ist direkt hinter dem Telefonhörer angebracht. Je nach Ohrform und wie man das Gerät beim Telefonieren hält, kann es also passieren, dass man das Mikrofon verdeckt und somit außer Betrieb setzt.

Kamera

​Hauptkamera: ​Sony IMX230, 21MP, f/2.2 Blende
​Frontkamera: ​5MP, f/2.0 Blende
​Blitz:​10-LED Halo Blitz, Zweifarbig
​Fokus:​PDAF
​Slow Motion:​Ja (120fps @720p)

Meizu setzt seit mehreren Smartphone Generationen immer wieder auf den Sony IMX230 Sensor. Was sich bisher als ein Vorteil für den Hersteller erwiesen hat, da man durch beständige Optimierung immer aufs neue noch mehr aus dem Sensor herausholen konnte, erweist sich nun allerdings als Nachteil. Fakt ist: Das Ende der Fahnenstange scheint beim Meizu Pro 6 erreicht zu sein, was die Optimierung des Sensors betrifft. Im Direktvergleich verliert das Meizu Pro 6 nämlich Gnadenlos gegen Konkurrenten wie beispielsweise dem Xiaomi Mi5.

Die mit dem Meizu Pro 6 geschossenen Bilder sehen keinesfalls schlecht aus. Ganz im Gegenteil, Meizu lässt den Großteil der restlichen Smartphone-Welt hinter sich zurück. Gerade was die Farben betrifft, leistet die Kamera exzellente Arbeit. Aber bei den Feinheiten ist sie der Verlierer. Die low-light Performance ist deutlich schlechter als beim Mi5 von Xiaomi und auch die Detailtreue der Bilder liegt eine ganze Hausnummer zurück. Die Auslöse- und Fokusgeschwindigkeit hinkt ebenfalls hinterher, wenngleich man sie keinesfalls als langsam bezeichnen darf.

Besonders enttäuscht hat uns die Performance der Kamera wenn es um Aufnahmen mit Blitz geht. Der neuartige Halo LED Blitz ist mit seinen 10 verschiedenfarbigen LEDs grundsätzlich eine geniale Idee. Er sorgt für viel Licht und gleichzeitig für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Gerade bei Nachaufnahmen mit Blitz merkt man das, denn hier fällt der "Bright Spot" weg den man von anderen Geräten mit konventionellem Blitz kennt. Das Problem an der Sache ist nur, dass die Kamera bei Aufnahmen mit Blitz sehr lange benötigt um auszulösen. Das Resultat: Ohne Stativ bekommt man keine scharfen Bilder hin. Hier hätte ein optischer Bildstabilisator helfen können, doch auch dieser fehlt dem Meizu Pro 6.

Was Videoaufnahmen betrifft schneidet das Meizu Pro 6 ebenfalls schlechter ab als das Xiaomi Mi5. Ultra HD Aufnahmen sehen zwar gut aus, weißen aber mehr Fraktale auf, worunter natürlich die feinen Details im Bild leiden. Gerade bei Landschaftsaufnahmen fällt das arg auf. Die Audioqualität ist ebenfalls merklich schlechter. Slow Motion Aufnahmen werden mit 120fps bei 720p unterstützt, sind aber qualitativ auch sehr schlecht.

Die Frontkamera erzeugt Bilder mit 5 Megapixeln und verfügt mit f/2.0 über einen besseren Blendenwert als die Hauptkamera. Die Frontkamera ist als Selfie Cam gut geeignet und überzeugt durch gute Bildqualität auch bei schlechteren Lichtverhältnissen.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​2.560mAh
​Kapazität (Gemessen): ​2.571mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (mCharge 3.0)

Als das Meizu Pro 6 vorgestellt wurde, waren die meisten schockiert. Ein 2.560mAh Akku in einem Flaggschiff Smartphone? In der Tat, Meizu hat hier eine etwas seltsame Entscheidung getroffen. Man hätte hier mit Sicherheit auch einen etwas größeren Akku unterbringen können, ohne die Abmaße zu erhöhen. Im Endeffekt verstehen wir die Entscheidung also auch nicht ganz.

Fakt ist aber auch, dass der Helio X25 genau wie der Helio X20 ein extrem effizienter Chipsatz ist, was den Energieverbrauch betrifft. Insofern merkt man den kleinen Akku hier nicht wirklich. Das Geekbench 3 Akku Test Ergebnis ist mit knapp 7 Stunden wirklich gut und auch die Laufzeit in der Praxis kann sich sehen lassen. Im Schnitt erreichten wir hier etwas über 5 Stunden Screen-On Zeit, was trotz des kleinen Akkus ein überdurchschnittlich guter Wert ist. Konkret reicht eine Akkuladung locker für einen Tag aus, oft sogar für 1,5.

Ziemlich begeistert hat uns auch die Schnellladefunktion mCharge 3.0. Es dauert lediglich 20 Minuten den Akku von 20 auf 80% zu laden. Bis auf 100% vergehen ca. 50 Minuten. Natürlich funktioniert das aber nur mit dem originalen Netzteil.

Fazit

Das Meizu Pro 6 würden wir insgesamt als gelungenes Gesamtpaket bezeichnen, welches durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Sein Geld ist es unterm Strich - zumindest in der 32GB Version - wert, allerdings ist das auch stark vom jeweiligen Use-Case abhängig. Im Vergleich mit der Konkurrenz gewinnt das Meizu Pro 6 vor allem im Bereich Design / Verarbeitung sowie Audio. Enttäuschend ist dafür die Leistung im Bereich Kamera, aber auch beim Display. Absetzen kann man sich dafür wieder mit der Force Touch / 3D Touch Unterstützung, wenngleich diese Funktion nur innerhalb von Flyme OS zu gebrauchen ist.

Pro Contra
​+ Sehr gute Performance ​- Display unter Sonnenlicht schlecht ablesbar
+​​ Gute Akkulaufzeit, hohe Effizienz-​​ Blickwinkelstabilität vergleichsweise schlecht
+​​ Brauchbare Kamera-​​ Schlechte low-light Performance der Kamera
+​​ Wunderschönes und sehr stabiles Design-​​ Kein FDD LTE Band 20
+​​ Innovativer Halo LED Blitz-​​ Kein Micro SD Slot
+​​ Schnelles Aufladen-​​ Signaleinbruch beim Umgreifen der Antenne
+​​ Gut optimierte Software-​ Fehlplatzierung des Noise Cancelling Mikrofons
​+ Top Audio Qualität​- Keine OOTB Multi Language + Google Play Services
​+ Gute Force Touch / 3D Touch Implementierung
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