Meizu MX6 Test

b2ap3_large_P1050377 Meizu MX6 Test: Viel Fortschritt und viel Rückschritt

Mit dem Meizu MX6 geht die MX-Serie in die nächste Runde. Vom Helio X10 wechselt man diesmal auf den Helio X20 und beim Design gibt es ebenfalls große Änderungen. Wir haben uns das Meizu MX6 eine Woche lang im Alltag angesehen und erzählen euch hier in diesem Testbericht alles zu unseren Erfahrungen.

Meizu MX6: Verpackung & Lieferumfang

Meizu zeigt sich bei seinen Verpackungen sehr kreativ. Zumindest gilt dies für die hochpreisigeren Geräte, wozu das Meizu MX6 gehört. Auch hier hat man sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Von Außen sieht die Verpackung erstmal enttäuschend schlicht aus. Doch öffnet man dann den mit einem Magneten befestigten Deckel, präsentiert sich einem der Lieferumfang auf elegante Art und Weiße. Die Box kann man einfach nach Rechts und Links aufklappen, und hat dann die einzelnen "Abteile" der Box vor sich liegen. In einer liegt eine kleiner Box mit dem Netzteil und dem USB Kabel, in der Anderen das Smartphone, der Papierkram und eine Karte mit der SIM Nadel in Form eines Flyme Logos.

Design & Verarbeitung

In der Pro-Serie hat man sich mit dem Pro 6 vom klassischen Meizu Design verabschiedet und mal ein komplett neues Design entwickelt. Genau dieses kommt nun auch im Meizu MX6 zum Einsatz. Im Grunde könnte man das MX6 also auch als eine Lite Version des Pro 6 bezeichnen.

Tatsächlich gibt es am Design zwischen den Geräten nur minimale Unterschiede. Das Gehäuse besteht wie beim high-end Pendant komplett aus Metall. Die Plastikkappen über den Antennen, welche man noch beim Meizu MX5 fand, gehören der Vergangenheit hat.

Das Meizu MX6 ist mit nur 7,25mm äußerst dünn, dabei aber trotzdem stabil. Will man das Smartphone unbedingt biegen, so muss man schon richtig Gewalt anwenden. Um die Stabilität muss sich hier also keiner Sorgen machen.

Ein Nachteil der geringen Gehäusedicke ist, dass die Kamera aus dem Gehäuse heraussteht. Das dürfte aber nur wenige stören, denn die Kamera steht nur einen knappen Millimeter über. Ein Unterschied zum Pro 6 Design auf der Rückseite ist der LED Blitz. Statt 10 LEDs, gibt es hier nur zwei.

Das Metall der Rückseite geht zu den Seiten hin geschwungen und nahtlos in den Rahmen über. Am Rahmen findet man beim Übergang zum 2,5D Displayglas eine glänzende Fase. Diese sorgt nicht nur für einen schicken optischen Effekt, sondern auch für einen flüssigen Übergang, streicht man mit dem Finger über die Kante.

Die Anschlüsse des Meizu MX6, dazu gehören ein USB Typ-C Port und ein 3,5mm Kopfhörer Port, wurden auf der unteren Seite platziert. Zwischen den Ports befindet sich das Sprachmikrofon und rechts des USB Ports der Medienlautsprecher. Die obere Seite beherbergt ein Noise Cancelling Mikrofon. links oben findet man den SIM Tray.

Die Verarbeitung des Meizu MX6 fällt wie gewohnt exzellent aus. Es gibt an keiner Stelle Unebenheiten und die Antennenlinien auf der Rückseite sind nicht spürbar. Sämtliche Öffnungen sind perfekt ausgearbeitet. Sogar der SIM Tray schließt bündig mit dem Gehäuse ab und ist kaum spürbar. Die Hardware Tasten auf der rechten Seite wackeln nicht.

Durch die rundum gute Verarbeitung, das dünne Gehäuse und das niedrige Gewicht (153g), liegt das Meizu MX6 äußerst angenehm in der Hand. Man kann hier wirklich von einem Handschmeichler sprechen.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ 1920 x 1080​
Technologie​:TDDI LCD (Sharp)​
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

Als das Meizu MX6 vorgestellt wurde, waren wir verwundert. Warum setzt Meizu jetzt wieder auf ein LCD Display? Das Super AMOLED Display im Meizu MX5 war ja eigentlich ziemlich gut. Könnte das nicht ein Rückschritt sein?

Doch nach dem ersten Einschalten wurde uns dann ziemlich schnell klar: Nix da mit Rückschritt! Das neue Display ist tatsächlich ein Fortschritt. Der Grund dafür ist, dass man hier auf ein verdammt hochwertiges Sharp Panel setzt.

Das Resultat: Eine wunderbare und für die Augen sehr angenehme Darstellung mit hoher Schärfe (Pixel sind beim besten Willen nicht zu erkennen) und sehr natürlichen Farben. Der Kontrast ist top, das Schwarz kommt nahe an ein AMOLED Panel heran. Wir sind auch heute noch so begeistert wie am ersten Tag und wagen zu behaupten, dass wir es hier mit dem bisher besten LCD Display in einem von uns getesteten Smartphone zu tun haben.

Mit der Qualität des Panels ist es aber noch nicht getan. Das Meizu MX6 hat noch ein weiteres Ass im Ärmel. Dieses hört auf den Namen TDDI. Dieses Kürzel steht für „Touch and Display Driver Integration". Was kompliziert klingen mag, ist ganz einfach. Touch und Display Controller werden in einem Chip untergebracht. Das Resultat: Weniger Input Lag bei der Touch Screen Nutzung. Es kommt einem so vor, als würde das Display prompt auf Berührungen reagieren.

Klingt zunächst nach einer geringfügigen Verbesserung, macht aber im Alltag einen riesigen Unterschied. Warum? Nun, es wirkt einfach so, als würde man mit dem Displayinhalt direkt interagieren, was zu einem ganz anderen Gefühl bei der Bedienung führt. Außerdem wird schnelles Schreiben so enorm erleichtert, da man nicht künstlich ausgebremst wird.

Auch beim Displayglas hat man sich keinen Patzer geleistet. Das Glas ist sehr glatt, womit Finger mühelos darüber gleiten. Fingerabdrücke werden zwar hinterlassen, jedoch nur als dünner Film und es dauert eine Weile, bis man diese überhaupt sieht. Mit einem Wisch lassen sich diese dann auch wieder entfernen.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio X20 (4x A53 1,4GHz, 4x A53 2GHz, 2x A72 2,3GHz)
GPU:​ ​Mali T880 MP3
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB (4471,87MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​32 / 64GB​​ (194,10 / 80,96MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​Ja​
​Sensoren:Accelerometer, Gyroscope, Step Counter, Tilt Sensor, Magnetometer, Rotation Vector, Orientation, Gravity, Linear Acceleration, Light Sensor, Proximity Sensor​
Besonderheiten:​​Weiße Status LED (einfarbig), Physischer Home Button m. Fingerprint Scanner
Abmessungen / Gewicht:​153,6 x 75,2 x 7,25mm ​/ 153g

Im Meizu MX6 steckt ein Mediatek Helio X20 in der nicht gedrosselten Variante mit 2,3GHz Maximaltakt. Dabei handelt es sich um einen der momentan schnellsten Mediatek Prozessoren, welcher leistungsmäßig recht nahe an einen Snapdragon 820 herankommt, dabei aber deutlich günstigere Geräte ermöglicht.

Der Trumpf des Helio X20 ist seine Effizienz. Diese wird durch den Einsatz von 10 Rechenkernen erreicht, welche in drei Cluster unterteilt sind. Es handelt sich also um eine intelligente Weiterentwicklung der big.LITTLE Technologie. Konkret stecken im Helio X20 vier Cortex A53 Kerne mit 1,4GHz, vier Cortex A53 Kerne mit 2GHz und zwei Cortex A72 Kerne mit 2,3GHz. Zusätzlich gibt es noch einen 11. Management Kern, welcher sich um low-power Aufgaben wie Musikwiedergabe im Standby kümmern und die Verwaltung der Sensoren übernimmt.

Das Resultat dieser Architektur ist ein sehr geringer Energieverbrauch bei der Nutzung von Alltags Apps und eine deutlich geringere Hitzeentwicklung als bei dem HMP-Chips von Mediatek. Im Test bleibt das Meizu MX6 stets kühl. Erst wenn man ihn mit rechenintensiven Prozessen belastet, macht sich eine gewisse Abwärme bemerkbar. Deutlich spürbar wird diese aber erst in Spielen. Die durchschnittliche Temperatur des Prozessors liegt bei 39°C.

Trotzdem sind wir vom Meizu MX6 aber enttäuscht, denn Meizu scheint den Helio X20 künstlich zu drosseln. Dies wird ziemlich schnell klar, wenn man die Benchmark Ergebnisse mit jenen anderer Helio X20 Smartphones vergleicht. Im Antutu Benchmark erreicht das Meizu MX6 lediglich 76.988 Punkte. Ein LeEco Le 2 mit identischem Prozessor erreicht dagegen 94.660 Punkte.

Update vom 03.11.2016: Es gab nun ein Firmware Update welches die Leistung erheblich verbessert hat. Im Antutu Benchmark werden knapp 90.000 Punkte erreicht und Spiele laufen nun flüssig.

In anderen Benchmarks sieht es nicht anders aus. In Geekbench 4 liegt man ebenfalls deutlich unter dem Schnitt anderer Helio X20 Geräte. In Vellamo sieht es auch nicht anders aus. Lediglich im Browser Test liegt das Meizu MX6 mit 5.507 Punkten deutlich über dem was wir damals beim Le 2 gemessen haben (3189).

Zu Recht mag nun so mancher unter euch entgegensetzen, dass Benchmarks ja nur bedingt Aussagekraft haben. Und da geben wir natürlich Recht. Die Benchmarks sind aber auch nicht der Grund warum wir enttäuscht sind, sondern die Gaming Performance. Hier macht sich die Differenz bei den Benchmarks nämlich massiv bemerkbar.

Wir haben kein(!) 3D Spiel gefunden, welches auf dem Meizu MX6 flüssig läuft. Und nein, das liegt nicht an der chronischen GPU Schwäche der Mediatek Chips. Die Mali T880 MP3 im Helio X20 ist deutlich schneller als die GPU im Mediatek Helio X10. Zumindest sollte das so sein. Fakt ist aber, dass der Helio X10 (vergleich mit dem Meizu MX5), so ziemlich alle Games in einer akzeptablen Framerate bewältigt, was beim Meizu MX6 mit Helio X20 nicht der Fall ist. Beispiel: Dead Trigger 2 läuft hier nicht einmal auf niedrigsten Grafikeinstellungen flüssig, und das packt sogar ein MT6580 SoC!

Wir haben es hier also eindeutig mit einem Software Problem zu tun. Da das Meizu MX6 nicht das erste Helio X20 Smartphone mit derlei GPU Problemen ist (in diesem Fall äußern sie sich aber mit Abstand am stärksten), fragen wir uns langsam wirklich, wo hier das Problem liegt. Es kann doch nicht so schwer sein diesen gottverdammten Chipsatz softwareseitig so zu optimieren, dass man nicht nur die CPU sondern auch mal die GPU Leistung voll ausnutzen kann.

Um das mal kurz und knapp zusammenzufassen: Das Meizu MX6 hat eine klasse Performance und steht einem beliebigen Snapdragon 820 Gerät in nichts nach, was die Smoothness von Android und Alltags Apps betrifft. Doch sobald es ans Gaming geht, verliert das Meizu MX6. Somit ist das Gerät für alle die gerne Spielen – zumindest im Moment - absolut nicht zu empfehlen.

Beim Speicher finden wir 32GB Datenspeicher sowie 4GB Arbeitsspeicher. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, der bekommt auch eine Version mit 64GB Datenspeicher. Vom 16GB Modell hat man sich verabschiedet, was lobenswert ist. Die Geschwindigkeit des RAMs geht in Ordnung, bewegt sich aber nicht auf einem Niveau das wir von der gehobenen Mittelklasse heutzutage erwarten. Über 5GB/s sollten es da schon sein. Auch der Datenspeicher wird mit seiner Geschwindigkeit keine Preis abräumen, ist aber immerhin schneller als der lahme Speicher im Meizu M3 Note / M3 Mini.

Bei den Sensoren zeigt man sich bei Meizu wie gewohnt vorbildlich. Das Meizu MX6 verfügt hier über alle wichtigen Komponenten einschließlich eines Magnetkompass, Gyroskop und Schrittzählers. Der Fingerprint Scanner befindet sich integriert in den Home Button und entsperrt das Smartphone innerhalb einer halben Sekunde, und das nahezu ohne Ausfälle. Auch feuchte oder fettige Finger stellen kein Problem dar.

Software

​Variante: ​Flyme OS
​Android Version: Android 6.0 Marshmallow​
Bloatware​:Ja (einige China Apps, können deinstalliert werden)​
Root Zugriff:​​Ja, auf Wunsch (Flyme Account nötig)
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Das Meizu MX6 läuft mit Flyme OS. Die aktuelle Version zum Zeitpunkt des Tests war 5.2.2.3A. Flyme OS basiert in diesem Fall auf Android 6.0 Marshmallow. Flyme OS macht wie gewohnt eine gute Figur und läuft auf dem Smartphone absolut flüssig. Das System setzt auf Einfachheit. Die Oberfläche ist einfach und übersichtlich aufgebaut. Trotzdem bietet Flyme OS einen großen Funktionsumfang.

Was uns sehr gut gefällt, ist der Split Screen Modus. Was Google erst ab Android 7 nativ unterstützt, ist bei Flyme OS also schon mit an Bord. In der Multitasking Übersicht befindet sich an jeder App ein Button mit der Aufschrift „Multi". Tippt man diesen an, so teilt sich der Bildschirm und man kann eine zweite App anzeigen lassen – z.B. den Browser und die YouTube App. Die Videowiedergabe wird dabei nicht unterbrochen. Die Größe der Apps kann im Hochformat ebenfalls verändert werden. Nur im Landscape Modus ist man im 50/50 Modus gefangen.

Eine weitere sehr nützliche Funktion ist ein verbessertes Screenshot Tool. Man kann hier nicht nur den aktuell angezeigten Bildschirminhalt ablichten, sondern auch einen bestimmten Ausschnitt festlegen. Darüber hinaus ist es auch möglich einen langen Screenshot anzufertigen und so z.B. eine komplette Webseite in einem Screenshot unter zu bringen.

Ebenfalls neu ist ein Striktes Standby Management. Offene Apps werden beendet, sobald man das Smartphone in den Standby schickt, bleiben aber in der Multitasking Ansicht erhalten. Wechselt man zu diesen, laden sie neu. Das mag zunächst verstörend sein, macht aber absolut Sinn. Der Akku wird dadurch nämlich geschont. Selbstverständlich kann man auch eine Whitelist anlegen. Apps, die in dieser Liste enthalten sind, bleiben dann auch im Standby aktiv. So kann man gewährleisten, dass z.B. Spotify, Messenger Apps oder eine Navigations-App auch im Standby weiterläuft. Klar, das Feature sorgt für mehr Konfigurationsaufwand, aber für eine bessere Akkulaufzeit nimmt man das gerne in Kauf.

Es gibt aber auch ein paar Kritikpunkte. Ein Problem ist, dass die Kontakte App von Flyme keine Kontakte vom Google Account synchronisieren kann. Außerdem hatten wir in Verbindung mit dem Google Login in manchen Spielen Probleme. In Asphalt 8 z.B. funktioniert der Login und damit das Laden des Spielstands nicht. Auch mit dem Facebook Login gab es auf dem Meizu MX6 Probleme. In Farm Heroes Super Saga konnten wir den Spielstand ebenfalls nicht laden. Diese Probleme gibt es aber nicht in allen Apps. In Spotify konnten wir uns problemlos mit Facebook einloggen. Hoffen wir, dass das nächste Update hier Besserung bringt.

Ein weiteres Problem, welches man aber von allen Meizu Smartphones kennt, ist das Fehlen von internationalen Sprachen. Mit Ausnahme von Englisch gibt es abseits von Mandarin keine Sprachen zur Auswahl. Deutsch ist nur in der internationalen Version des Meizu MX6 verfügbar. Diese gibt es leider im Moment noch nicht zu kaufen. Der Google Play Store ist ebenfalls nicht vorinstalliert, kann aber ganz einfach nachinstalliert werden. Hierzu gibt es im Meizu-eigenen App Store einen Google Installer.

Daraus ergibt sich dann leider ein weiteres Problem. Shops installieren – wie auch bei Xiaomi oder LeEco Smartphones – dubiose Firmware Versionen, welche den Google Play Store und eine Übersetzung beinhalten. So verhält es sich auch bei CECT-Shop, von denen wir unser MX6 erhalten haben. Was zunächst attraktiv klingt, ist jedoch ein Problem. Solche angepassten ROMs sind zum einen nicht komplett übersetzt. In unserem Fall waren ca. 50% des Systems übersetzt, der Rest war in Englisch gehalten. Zum anderen werdet ihr für solche Firmwares auch keine Updates erhalten. Sicherheitspatches, neue Funktionen und Bugfixes landen somit nie auf eurem Smartphone. Ein weiteres Problem ist, dass in solchen Firmwares gerne Schadsoftware steckt.

Deshalb unsere Empfehlung: Entfernt inoffiziellen Firmwares die von China Shops installiert worden sind umgehend. Im Falle des Meizu MX6 ist das ganz einfach. Ladet euch die offizielle Firmware herunter (http://www.flyme.cn/firmwarelist-66.html#3), schiebt diese als Update.zip in das Root Verzeichnis, startet mit Vol+ und Power ins Recovery und aktualisiert das Gerät von dort. Anschließend führt ihr noch einen Full Wipe aus und ihr habt ein sauberes Smartphone.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: - GSM 850/900/1800/1900MHz (B5/B8/B3/B2)
- 3G/WCDMA 850/900/1900/2100MHz (B1/B2/B5/B8)
- FDD-LTE 1800/2100/2600MHz (3, 1, 7)
- TD-LTE 1900/2300/2500/2600MHz
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac (Dual Band)
Bluetooth:​Bluetooth 4.1​
NFC:​Nein​
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Ja (2x Nano)​
Positionsbestimmung:​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS​

Das Meizu MX6 kommt mit LTE Unterstützung inklusive VoLTE daher. Auf das LTE Band 20 muss der Nutzer leider verzichten. Die Empfangsleistung war im Test stets hervorragend. Wir hatten keine Probleme im Zug zu telefonieren oder Webseiten zu öffnen.

Eine typische Krankheit der MX-Serie gibt es aber auch beim Meizu MX6, und das ist eine eher mäßige WLAN Antenne. In den Stockwerken über und unter dem Router hatten wir schon einen recht starken Bandbreiten Einbruch von den vollen 200Mbit/s die unsere Internetleitung hergibt, runter auf nur noch 20 – 40Mbit/s. Das hat zwar nie zu massiven Einschränkungen oder gar Signalabbrüchen geführt, 4k Streaming ist damit aber nicht mehr ohne Pufferpausen möglich. Letzteres ist aber ohnehin meckern auf hohem Niveau, da das Meizu MX6 ohnehin nur ein Full HD Display hat. Im Alltag wird die Einschränkung höchstens beim Download größerer Datenmengen stören.

Perfekt schnitt das GPS im Test ab. Den GPS Test Screenshot den ihr unten sehen könnt, haben wir bei stark bewölktem Himmel und Regen angefertigt. Trotzdem waren Signalstärke und Genauigkeit exzellent. Im Alltag merkt man das vor allem beim Navigieren, wobei der Wegpunkt stets punktgenau auf der Strecke liegt. Auf plötzliche Kurswechsel wird dann natürlich auch prompt reagiert. Durch den funktionierenden Kompass macht das MX6 dann auch beim Navigieren als Fußgänger viel Spaß. In großen Städten gab es hier auch beim Durchlaufen von Straßen mit hohen Gebäuden keine Probleme.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​?​
Dedizierter Verstärker:​?​

Für gewöhnlich wirbt Meizu in der MX- und Pro-Serie mit Hi-Fi Ausstattung. Beim MX6 dagegen ist dies nicht der Fall. Wir hatten deshalb die Befürchtung, dass hier mit einem Rückschritt zu rechnen ist. Zu unserer positiven Überraschung ist das aber nicht der Fall. Tatsächlich wurde der Klang im Vergleich mit dem Meizu MX5 massiv verbessert.

Das beginnt schon mit dem integrierten Medienlautsprecher. Hierbei handelt es sich ohne Frage um den bisher besten in einem Meizu Smartphone verbauten Lautsprecher. Die Lautstärke und die kräftigen Bässe, welche aus dem Rahmen des Meizu MX6 kommen, sind atemberaubend. Bei basslastiger Musik spürt man direkt die Vibrationen die vom MX6 ausgehen. Der einzige Kritikpunkt den wir hier finden können ist ein leichtes Verzerren auf den drei oberen Lautstärke-Stufen. Das ist aber halb so wild, denn selbst darunter ist das MX6 noch deutlich lauter als die meisten anderen Smartphones. Wer einen konkreten Vergleich will: Das Meizu MX6 klingt (unserer Meinung nach) besser als das Oppo Find 7, Xiaomi Mi5 oder OnePlus 3.

Auch über Kopfhörer – getestet mit den Xiaomi Hybrids – erwartet euch ein wirklich guter Klang. Die Lautstärke ist schon auf ca. 60% unangenehm hoch, das Klangbild wirkt gut abgemischt und kristallklar. Hier kann man mit dem Meizu MX6 wirklich viel Spaß haben. Hinter dem Pro 6, welches offiziell über dedizierte Hi-Fi Hardware verfügt, muss sich das MX6 nicht verstecken. Ob nun im Meizu MX6 auch Hi-Fi Hardware steckt, oder die im Helio X20 integrierte Audio Lösung bei entsprechender Implementierung tatsächlich so dermaßen gut klingt, können wir euch leider nicht sagen.

Beim Telefonieren hat sich das Meizu MX6 ebenfalls keine Schnitzer geleistet. Die Qualität war beidseitig exzellent. Hintergrundgeräusche werden zuverlässig herausgefiltert, auch in lauter Umgebung – z.B. in Bahnhöfen. Der Telefonhörer kommt auch problemlos gegen laute Umgebungsgeräusche an.

Kamera

​Hauptkamera: ​12MP Sony IMX386, f2.0
​Frontkamera: 5MP, f2.0​
​Blitz:Dual LED, zweifarbig​
​Fokus:PDAF​
​Slow Motion:Ja​

Zum Launch des Meizu MX6 wurde vom Hersteller massiv die Werbetrommel für die Kamera geschwungen. Ein 12MP Sony IMX386 Sensor mit 6-teiliger Linse und f2.0 Blende soll hier für atemberaubende Fotos sorgen. Die 5 Megapixel Frontkamera soll ebenfalls für sehr gute Selfies geeignet sein.

Die Erwartungen waren dementsprechend groß, was leider zu einer richtig bitteren Enttäuschung geführt hat. Die Kamera im Meizu MX6 ist gut, das steht außer Frage, aber bei weitem nicht so gut wie Meizu das in der Werbung behauptet. Und was noch schlimmer ist: Gegen den Vorgänger, dem Meizu MX5, scheißt die Kamera so richtig ab – man verzeihe uns an dieser Stelle die Wortwahl.

Glaubt ihr nicht? Dann macht doch mal folgendes: Vergleicht folgende Meizu MX6 Fotos mit dem, was wir letztes Jahr mit dem MX5 geschossen haben.

Aktuelle MX6 Bilder:
https://goo.gl/photos/AmrPmSjCCVFdwY5g9
https://goo.gl/photos/dYSMNHH4cr6qzhLg7

Meizu MX5 Bilder:
https://goo.gl/photos/61LtkbhWcCD3nPGL6
https://goo.gl/photos/9A7VJiZr1EBuqQSw9
https://goo.gl/photos/UpqFtHiieSCV5pRo6

Was fällt euch dabei auf? Ja, das Meizu MX6 erzeugt die schöneren Farben. Nur leider ist das eben nicht alles. Speziell was die low-light Performance und die Wiedergabe von Details auf Entfernung betrifft, ist das Meizu MX6 hier der große Verlierer. Die farblich schönsten Fotos nutzen einem einfach nichts, wenn die Schärfe und Detailgenauigkeit der Bilder unbefriedigend ist.

Genau dasselbe Defizit macht sich auch bei Ultra HD Aufnahmen bemerkbar. Auch bei diesen mangelt es an Details auf die Entfernung, was einfach dazu führt, dass diese typische göttliche Schärfe und Detailtreue die man von Ultra HD Videos kennt, hier nicht zu finden ist. Beim Ton gibt es übrigens bei Videoaufnahmen auch ein Software-Problem. Schaut euch dazu einfach mal den Demo Clip an.

Und nein, der Selfie Shooter ist ebenfalls nicht der Knaller. Auch hier schneidet das MX5 besser ab und an ein OnePlus 3 oder – um fair zu bleiben – LeEco Le 2 kommt das Handset bei weitem nicht ran.

Wir stellen uns hier auf jeden Fall die (berechtigte) Frage, ob man sich um Meizu langsam Sorgen machen muss. Wer sich zurück erinnert, der weiß, dass Meizu einst für einige der besten Smartphone Kameras gesorgt hat. Mit jedem neuen Smartphone konnte man das toppen. Doch in letzter Zeit gelingt das nicht mehr. Das M3 Note? Hat enttäuscht! Das Pro 6? Hat enttäuscht. Und das MX6 hat nun ebenfalls enttäuscht. Unserer Meinung nach sollte Meizu ernsthaft darüber nachdenken, wieder weniger Smartphones auf den Markt zu werfen. Maximal drei Geräte pro Jahr, dafür aber wieder in der Qualität, welche man einst gewohnt war. Eure Meinung dazu interessiert uns übrigens brennend. Also, ab in die Kommentare damit!

Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.060mAh
​Kapazität (Gemessen): ​2.979mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja​

Obwohl das Meizu MX6 nur 7,25mm dünn ist, hat in dem Handset ein 3.060mAh Akku Platz. Das ist nun in Anbetracht der 4000er Zellen, die Xiaomi mittlerweile verbaut, keine atemberaubende Kapazität mehr. Doch die Kapazität ist ohnehin mehr oder weniger nebensächlich. Viel wichtiger ist, was man per Optimierung aus einem Akku herausholt. Und hier leistet Meizu wieder mal hervorragende Arbeit.

Wir hatten nie Probleme mit dem MX6 über den Tag zu kommen. Auch dann nicht, wenn wir uns tagsüber im Freien bei Sonnenschein bewegt, viele Fotos geschossen und das GPS ausgiebig genutzt haben. Von morgens bis mindestens 19:00 Uhr kamen wir immer ohne Steckdose aus. Im gemäßigten Office Betrieb hielt das Handset sogar oft 2 Tage am Stück durch. Wer einen konkreten Vergleichwert sehen will: Im PC Mark Akku Test kamen wir auf 7:59 Stunden Screen-On Zeit. Das Handset lag dabei mit automatischer Helligkeitsregelung auf dem Schreibtisch, der Performance Mode war aktiv und der Akku wurde von 100% auf 20% entladen. Im Energiesparmodus hätte das Gerät vermutlich über 10 Stunden Dauerbetrieb durchgehalten.

Ziemlich beeindruckend ist auch die neue Fast Charging Technik. In nur 30 Minuten kann man das Meizu MX6 von 20% auf 80% aufladen. Danach geht der Vorgang dann etwas langsamer von statten. Für eine komplette Ladung benötigt das MX6 etwas mehr als eine Stunde. Durch eine neue Batterie Technik soll der Akku übrigens eine hohe Lebensdauer haben. Meizu verspricht hier nach 900 Ladezyklen eine Restkapazität von 80%. Damit dürfte der Akku – sofern die Angabe stimmt – länger halten als ein typischer Nutzungszyklus heutiger Smartphones. Mehr als zwei Jahre wird ein Smartphone von den wenigsten genutzt. Die Tendenz geht eher hin zu einem Jahr.

Fazit

Wir sind etwas hin und her gerissen, ob wir das Meizu MX6 nun lieben oder hassen sollen. Fakt ist, das Handset hat eine wirklich tolle Verarbeitungsqualität zu bieten, sieht toll aus und fühlt sich göttlich an. Und der Bildschirm? Ein Traum und der absolute Killer im China Bereich. Die Alltags Performance? Top. Wechselt man von einem OnePlus 3 zum MX6, wird man keinen Unterschied bemerken. Der Fingerprint Scanner, die Audioqualität? Ebenfalls so ziemlich perfekt. Und über die Akkulaufzeit haben wir ja gerade eben schon gesprochen.

Doch dann kommen da plötzlich diese miesen Probleme um die Ecke: Die Kamera ist deutlich schlechter als beim Vorgänger. Probleme mit der GPU führen zu einer miserablen Gaming Performance. Audio Probleme bei Videoaufnahmen. Sicherlich kann da noch mit Updates nachgebessert werden – aber warum zum Teufel hat man sich darum nicht vor dem Release gekümmert? Hinzu kommt, dass das MX6 ja nun auch schon ein paar Monate auf dem Markt ist.

So viel sei gesagt: Die Preis-Leistung des MX6 erscheint uns in der Theorie deutlich besser als die des Pro 6. Damit dies aber auch praktisch der Fall ist, muss Meizu erstmal Fehler bereinigen.

Nun denn, die Kaufentscheidung ist ja glücklicherweise eine, welche ihr selbst treffen müsst. Insofern sind wir aus dem Schneider. Wir hoffen der Test kann euch dabei helfen, danke fürs Lesen, tschö mit ö.

Pro Contra
​+ Tolle Verarbeitung ​- Rückschritt bei der Kamera
+​​ Tolles Display-​​ Schlechte Gaming Performance
+​​ Sehr gute System & App Performance-​​ Keine deutsche Sprache (nur China Versionen)
+​​ Sehr guter Klang-​​ Verzerrte Audiospur bei Videoaufnahmen
+​​ Sehr gutes GPS-​​ WLAN Empfang könnte besser sein
+​​ VoLTE Unterstützung
+​​ Sehr gute Akkulaufzeit
​+ Funktionsumfang von Flyme OS
​+ Kurze Ladezeit
​+ Kompass und Gyroskop funktionieren
​+ Geringe Abwärme
​+ Top Fingerabdruck Scanner
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