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Meizu E3 Testbericht

meizu-e3-4 Meizu E3 Testbericht

​Mit dem E3 hat Meizu ein Mittelklasse Smartphone auf den Markt gebracht, welches sich als Konkurrent zum Redmi Note 5 von Xiaomi positioniert. Interessant wird das Meizu E3 dadurch, dass es eine Dual Kamera mit einem höher auflösenden Sekundärsensor und optischem Zoom bietet. Zusätzlich ist noch ein 3,5mm Anschluss an Bord, welcher bei Xiaomi längst gestrichen wurde. Doch reicht das aus um ein erfolgreicher Konkurrent zu werden? In diesem Testbericht erfahrt ihr alles, was ihr wissen solltet, bevor ihr euch ein Meizu E3 kauft.

Meizu E3
Verpackung & Lieferumfang

​Wenn ihr das Meizu E3 bestellt, bekommt ihr das Smartphone in einer typischen Meizu Verpackung in weiß geliefert, die relativ kompakt und schlicht ausfällt. Der Lieferumfang fällt wie bei Meizu gewohnt sehr knapp aus:

  •  mCharge Netzteil
  • USB Typ-C Kabel
  • SIM Nadel
  • Anleitung

Meizu E3
Design & Verarbeitung

​Von vorne sieht das Meizu E3 deutlich anders aus, als man es sonst von Meizu Handys gewohnt ist. Der Front Button ist nicht mehr vorhanden. Stattdessen begrüßt einen nun ein 5,99 Zoll Display im 18:9 Format, das fast die gesamte Front ausfüllt. Damit wirkt das Handset von vorne ziemlich generisch. Legt man das Meizu E3 neben ein Redmi 5 Plus, ist kaum ein Unterschied zu bemerken. Punkten kann das Meizu E3 aber dennoch, denn die Verarbeitung ist gelungen und das restliche Design wirkt stimmig. Meizu setzt auf ein Gehäuse aus einem Stück Metall, was das E3 wie ein Premium Smartphone wirken lässt und stabil macht. Noch dazu ist es mit rund 7,6mm sehr schlank gebaut, was dem Design eine gewisse Eleganz verleiht. Eine optische Auffälligkeit ist der seitlich platzierte Fingerabdruck Sensor, den man auch schon vom Meizu M6S kennt. Dieser wurde auf der rechten Seite leichtvertieft unter dem Power-Button angebracht und lässt sich sehr einfach erreichen. Die Rückseite vom Meizu E3 wirkt sehr clean und aufgeräumt. Das Kameramodul wurde vertikal positioniert, steht aber deutlich aus der Rückseite heraus. Da es jedoch an der Seite und nicht mittig platziert wurde, wackelt das Gerät auf einem Tisch nicht zu stark.

Meizu E3
Display

​Größe: ​5,99 Zoll
Auflösung:​ ​2160 x 1080
Technologie​:​LTPS In-Cell LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Im Meizu E3 steckt ein Display auf Basis der LTPS LCD Technik in In-Cell Ausführung. Das führt zu einer schlanken Bauweise und einem Brillanten Bild, da nur eine Glasschicht zwischen dem Auge und dem LCD Panel liegt. Die Darstellung des Displays überzeugt, denn sie ist schön scharf und bietet lebendige Farben. Zudem wirkt die Darstellung farblich sehr realitätsnah. Die Farbtemperatur ist ab Werk recht neutral und lässt sich in den Einstellungen an den persönlichen Geschmack anpassen. Eine Schwäche des Displays ist leider die Helligkeit. Bei hellem Sonnenschein kann es durchaus mal schwer werden das Display abzulesen. Dies gilt aber nur für direkte Lichteinstrahlung. Für das Displayglas setzt Meizu auf ein nicht näher spezifiziertes gehärtetes Glas, welches bei uns im Alltagsberauch frei von Kratzern blieb. Fingerabdrücke nimmt das Glas zögerlich an und lässt sich leicht reinigen. Der Touch Screen unterstützt 10 Berührungspunkte und arbeitet präzise. Eine spürbare Eingabeverzögerung gibt es nicht.

Meizu E3
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Qualcomm Snapdragon 636
4x Kryo 260 LP @1,6GHz
4x Kryo 260 HP @1,8GHz
GPU:​ ​Adreno 512
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4X (7,32GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​64GB / 128GB (282 / 209MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja, Hybrid Slot (82 / 39MB/s)
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Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Seite, rechts)
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Gyroscope, Proximity, Light, Gravity, Linear Acceleration, Rotation Vector, Step Counter, Significant Motion, Tilt Detector
Besonderheiten:​​Status LED (weiß), USB Typ-C (2.0), 3,5mm Anschluss
Abmessungen / Gewicht:​​156,8 x 75 x 7,6mm
160g

​Der Snapdragon 636 ist ein recht neuer Mittelklasse Chip von Qualcomm und will Vorteile des Snapdragon 660 zu einem geringeren Preis bieten. Im Snapdragon 636 stecken 8 Kryo 260 Kerne die in zwei Cluster mit 1,6 und 1,8GHz aufgeteilt sind sowie eine Adreno 512 GPU für die Grafik. Damit ist der Chip mit dem Snapdragon 660 identisch. Nur der Takt unterscheidet sich. Der Unterschied der sich dadurch ergibt, lässt sich vor allem in Benchmarks messen. Im Antutu Benchmark erreicht das Meizu E3 rund 112.000 Punkte. Zum Vergleich: Ein SD660 kann um die 130.000 Punkte erreichen. Der Unterschied ist also deutlich messbar, fällt aber auch nicht sonderlich groß aus. Viel interessanter ist jedoch die Frage, wie stark sich der Unterschied im Alltag bemerkbar macht. Und hier können wir nach mehr als einer Woche Alltagsgebrauch sagen, dass man da keinen großartigen Unterschied merkt. Wir haben ja schon einige Vergleichswerte mit dem SD660 sammeln können und auch noch ein Elephone U Pro mit dem Chip hier, mit dem wir auch Direktvergleiche gemacht haben. Wenn man nicht explizit auf Feinheiten achtet, ist beim Meizu E3 mit SD636 absolut kein Unterschied zu bemerken. Und das gilt auch für Spiele. Aktuelle Titel laufen ausnahmslos flüssig auf höchsten Grafikeinstellungen. Und die Feinheiten? Diese beschränken sich auf selten auftretende, minimalste Ruckler oder im Vergleich minimal längere Verzögerungen beim Wechsel zwischen größeren Apps oder dem Öffnen dieser. Eine Abwärme ist quasi nicht vorhanden, was auch beim Spielen gilt. Thermal Throttling wird also auch beim Meizu E3 nie auftreten.

Speichertechnisch ist das Meizu E3 recht gut ausgestattet. Ihr könnt zwischen 64GB und 128GB internem Speicher wählen, der einen ordentlichen Durchsatz liefert. Zusätzlich ist auch noch die Erweiterung per Micro SD Karte möglich, wobei diese unter Meizu's Flyme OS nicht als interner Speicher formatiert werden kann. Beide Speichervarianten des Meizu E3 werden mit 6GB LPDDR4X RAM ausgeliefert. Dieser siedelt sich allerdings in Sachen Geschwindigkeit eher am unteren Ende der Skala an. Zu massiven Einschränkungen führt das aber keinesfalls und die Multitasking-Performance kann sich sehen lassen.

Größere Schwächen sehen wir bei den Sensoren. Zwar kommt das Meizu E3 mit einer recht umfangreichen Ausstattung daher, jedoch funktionieren nicht alle Sensoren einwandfrei. Der Fingerabdruck Sensor ist zum Beispiel für Meizu Verhältnisse ziemlich lahm. Für einen seitlich platzierten Sensor ist er zwar sehr zuverlässig, doch das Entsperren damit dauert eine knappe Sekunde. Von Meizu sind wir da deutlich schnellere Entsperrzeiten gewohnt. Ob dies noch per Update behoben werden kann, muss sich zeigen. Ein weiterer Kritikpunkt geht an den Kompass. Dieser funktioniert - zumindest in Google Maps - einfach nicht zuverlässig. Mal zeigt er in die richtige Richtung, mal nicht. Hin und wieder ist auch ein Drehen festzustellen. Eine Kalibrierung hat daran nur kurzfristig etwas geändert. Solche Fehler sind in unseren Augen in der Preisklasse von über 250€ nicht akzeptabel.

Für die kabelgebundene Datenübertragung und zum Aufladen setzt Meizu auf einen USB Typ-C Anschluss mit OTG Unterstützung, welcher allerdings noch auf den USB 2.0 Standard setzt. Den Trend hin zur Nutzung des Typ-C Ports für die Audioausgabe macht man beim E3 nicht mit. Das Smartphone verfügt über einen 3,5mm Anschluss links neben dem USB Port. Eine Status LED bietet Meizu auf der Front links über dem Display. Diese leuchtet allerdings wie bei allen Meizu Smartphones nur in weiß auf, ist aber auch bei Tageslicht gut zu erkennen. Die LED blinkt bei Benachrichtigungen und beim Laden des Akkus. Ist der Akku voll, leuchtet die konstant.

Meizu E3
Software

​Variante: ​Flyme OS (Im Test 6.3.2.1A)
​Android Version: ​Android 7.1.1
Sicherheitspatch im Test: Februar 2018
Google zertifiziert:​Nein (Play Store wird manuell installiert)
DRM Technologien:​ClearKey CDM, Widevine L3
Bloatware​:​Ja (zahlreiche chinesische Apps, lassen sich deinstallieren)
Root Zugriff:​​Ja (in den Einstellungen aktivierbar)
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

​Auch auf dem Meizu E3 läuft Flyme OS, welches auf allen Meizu Smartphones zum Einsatz kommt. In unserem Test war die Version 6.3.2.1A aktuell. Es gibt aber auch schon eine Beta Version vom neuen Flyme OS 7, welches mit dem Meizu 15 Line-Up vorgestellt wurde. Zum Zeitpunkt des Tests basierte das System auf Android 7.1.1 mit Sicherheitspatch vom Februar 2018. Das Meizu E3 ist nur in China verfügbar, was bedeutet, dass es keine Global Version mit deutscher Sprache geben wird. Wer seine Apps in Deutsch nutzen will, kann dies mit MoreLocale 2 bewerkstelligen. Wie das funktioniert, haben wir am Beispiel des LeEco Le Pro 3 beschrieben. Die Installation von MoreLocale 2 auf allen Geräten identisch. Zusätzlich muss man noch den Google Play Store installieren. Auch das geht schnell und einfach. Unser Tutorial hilft euch dabei.

Das Meizu E3 bietet euch die von Flyme gewohnte, minimalistische Nutzererfahrung. Das System bietet recht umfangreiche Einstellungen und Möglichkeiten zur Kontrolle von Hintergrundaktivitäten der installierten Apps, bleibt dabei allerdings optisch ansprechend und äußerst übersichtlich. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass Flyme OS eine der besten Android Nutzererfahrungen zu bieten hat und mit seinem Bedienungskonzept einfach überzeugt. Natürlich ist das Geschmacksache und darf von jedem anders gesehen werden. Zum Wechseln zwischen geöffneten Apps wischt man wie gewohnt vom unteren Bildschirmrand nach oben und kann dann die geöffneten Apps ansehen. Diese werden Horizontal in Form von Karten dargestellt. Zieht man eine Karte nach unten, erscheinen weitere Optionen zum Sperren der App im RAM sowie zum Wechsel in den Split Screen Modus.

Noch recht jung ist der mTouch Button, welcher bei den neueren Meizu Smartphones und auch beim Meizu E3 nicht mehr in Form einer echten Taste unter dem Bildschirm realisiert wurde, sondern über einen einzelnen, runden On-Screen Button. Wer hier skeptisch ist, dem sei gesagt, dass sich die Bedienung dadurch nicht großartig verändert. Der On-Screen Button funktioniert genauso, wie man das vom klassischen mTouch Hardware Button gewohnt ist. Eine leichte Berührung löst den Befehl "zurück" aus, ein fester Druck dient als Home Button. Dabei wird mit dem Vibrator auch das Gefühl einer echten Taste simuliert. Drückt man den Button zweimal hintereinander, wird eine in den Einstellungen wählbare App gestartet. Standardmäßig ist das die Kamera.

Kritikpunkte gibt es aber auch. Was nach wie vor nervt ist, dass Meizu den Play Store und weitere Sprachen abseits von Englisch und Chinesisch nur in den Global ROMs bietet, welche für das Meizu E3 nicht zur Verfügung steht. Somit fehlt hier auch die Google Zertifizierung. Eine weitere Schwäche ist das Fehlen von Widevine L1, was bedeutet, dass man in Netflix und Amazon Prime Video keine HD Inhalte abspielen kann. Die Auflösung wird auf 480p limitiert. Zudem nervt die zahlreich vorhandene Bloatware. Die vielen chinesischen Apps lassen sich zwar ohne Root ganz einfach deinstallieren, wir würden uns aber trotzdem ein ab Werk saubereres System wünschen.

Meizu E3
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: 850/900/1800/1900MHz
3G WCDMA: 850/900/1900/2100MHz
3G TD-SCDMA: 1900/2100MHz
4G FDD: B1/B3/B5/B7/B8
4G TDD: B34/B38/B39/B40/B41
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac Dual Band
Bluetooth:​​Bluetooth 5.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Dual Nano SIM
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Im Mobilfunkempfang siedelt sich das Meizu E3 im oberen Mittelfeld an. Die Empfangsleistung macht also nie Probleme ist aber auch nicht grandios gut. An Orten mit schlechter Netzabdeckung darf man also keine Wunder erwarten. Eine große Schwäche ist das Fehlen von Band 20 LTE Unterstützung. Wer keinen LTE Vertrag hat, kann das ignorieren, für Nutzer eines LTE Vertrages ist dies jedoch sehr ärgerlich. Vor allem in ländlichen Gebieten ist der LTE Ausbau mit Band 20 bei allen Anbietern weit fortgeschritten. Viele große Funklöcher wurden damit gestopft - doch es gibt dort eben nur LTE und kein 3G. Und das macht sich dann auch sehr deutlich bemerkbar. Wir haben beim Radeln auf zwei verschiedenen Stammstrecken im Landkreis Donau-Ries testweise das Meizu E3 und ein Smartphone mit Band 20 LTE mitgenommen und mit der OpenSignal App Statistik geführt. Erfasst wurde dabei die Verfügbarkeit einer schnellen Verbindung, sprich 3G oder LTE. Alles darunter wurde als Offline gewertet.

​Online-Anteil Strecke 1 (74km) ​Online-Anteil Strecke 2 (52km)
​Mit Band 20 ​86,4% ​91,2%
​Ohne Band 20​53,2%​21,4%

​Hier ist sehr schön zu erkennen, dass man mit Band 20 LTE heutzutage in vielen Gebieten konstant eine brauchbare Internetverbindung aufrecht erhalten kann. Ohne Band 20 LTE ist man dagegen sehr oft "offline", wenn nicht gerade ein 3G Netz verfügbar ist. Sobald nur noch Edge zur Verfügung steht ist maximal die Nutzung eines Messengers möglich, doch selbst das geht nicht immer, da Edge durch die geringe Bandbreite notorisch überlastet ist. 

Im WLAN nutzt das Meizu E3 die a/b/g/n/ac-Standards. Direkt neben dem Router haben wir unsere Internetleitung mit 200Mbit voll auslasten können. Ein Stockwerk unter dem Router brach die Bandbreite recht stark auf 32Mbit ein. Hier schwächelt das Meizu E3 also, denn wir haben immer wieder Geräte, welche an derselben Stelle noch 100Mbit erzielen. Brauchbar ist die Verbindung natürlich trotzdem noch. Plötzliche Abbrüche gibt es keine. Bluetooth wird vom E3 bereits in Version 5 unterstützt, was ein Pluspunkt ist. Im Test hat die Reichweite überzeugt. Ein Stockwerk wurde problemlos abgedeckt und auch im unteren Stock war an einigen Stellen noch eine störungsfreie Verbindung möglich.

Das GPS leidet beim Meizu E3 leider unter einem Software Problem. Im Trockentest mit einem GPS Tool wird dem Smartphone ein sehr guter Empfang mit schnellen Fix-Zeiten bescheinigt. Im Schnitt werden 17 Satelliten gefunden und auch Indoor ist ein Fix möglich. Beim GPS Tracking erfreut das E3 mit einer genauen Aufzeichnung der zurückgelegten Route. Aussetzer gab es dabei nie, auch nicht in der Hosentasche. Ganz anders sieht es jedoch beim Navigieren mit Google Maps aus. Dies funktioniert beim Meizu E3 äußerst unzuverlässig. Hin und wieder läuft alles einwandfrei, doch ganz oft kommt es vor, dass die Position ständig hin und her springt oder sich nicht vom Fleck bewegt. Oft liegt die Position auch deutlich daneben, was in Städten zu falschen Navigationsanweisungen führt. Wir haben sämtliche Navigationstests übrigens unter freiem Himmel und damit unter optimalen Empfangsbedingungen durchgeführt. Hier muss Meizu dringend einen Fix liefern, denn zum zuverlässigen Navigieren ist das Meizu E3 aktuell keinesfalls zu gebrauchen.

Meizu E3
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono (unterer Rahmen)
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​Nein​

​Bei der Wiedergabe von Musik über den integrierten Lautsprecher hat uns das Meizu E3 enttäuscht. So richtig schlecht klingt er zwar nicht, aber es mangelt schon deutlich an Bass / Fülle. Bei hoher Lautstärke kann er auch mal etwas unangenehm klingen, was vor allem dann gilt, wenn sich vor dem Auslass ein Objekt befindet (z.B. in der Fahrradhalterung). Insgesamt wird die Audioqualität der Preisklasse keinesfalls gerecht. Einige Redmi Geräte von Xiaomi für unter 200€ klingen da deutlich besser. Positiv überrascht hat uns die Ausgabe am 3,5mm Anschluss. Dieser liefert eine enorme Lautstärke und einen richtig klaren und kräftigen Klang. Das Lautstärke-Niveau der meisten anderen Smartphones wird beim Meizu E3 schon auf 70% erreicht. Auf 100% ist die Ausgabe dermaßen kräftig, dass billigere Kopfhörer anfangen zu kratzen. Gelegentliche Schwächen zeigen sich wieder beim Telefonieren. Die Grundlegende Qualität ist beidseitig gut, doch das Noise Cancelling überzeugt nicht. Sobald man sich in lauter Umgebung befindet (Verkehr, Menschen, Wind), beklagt sich die Gegenseite regelmäßig über eine schlechte Verständlichkeit. Bei einem Telefonie-Test während eines Sturms war eine Kommunikation kaum noch möglich. Die Freisprechfunktion auf dem Fahrrad ist so auch nicht nutzbar.

Meizu E3
Kamera

​Hauptkamera: 12MP Sony IMX362 f/1.9
20MP Sony IMX350 f/2.6 ​1,8-fach optischer Zoom
Video: Bis zu 4k @30fps
​Frontkamera: ​8MP f/2.0
Video: Bis zu Full HD @30fps
​Blitz:​Dual LED, zweifarbig
​Fokus:​Dual Pixel Fokus
​Slow Motion:​120fps @720p

​Auf dem Papier liefert das Meizu E3 eine Killer-Kamera für die Mittelklasse. Zwei leistungsstarke Sensoren im rückseitigen Kameramodul, eine relativ große Blende und optischer 1,8-fach Zoom sowie bis zu 2,5-fach verlustfreier Digitalzoom klingen für rund 280€ schon gut. Leider sieht die Realität etwas anders aus. Ob das nun am Kameramodul selbst oder an der Software liegt, sei mal dahingestellt. Im Test der Kamera ist uns immer wieder aufgefallen, wie inkonsistent die Ergebnisse ausfallen. Farblich liegt die Kamera immer richtig, doch Bilder wirken gerne mal matschig. Und das ist völlig unabhängig von der Lichtsituation der Fall. Was ebenfalls auffällt ist, dass Bilder MIT optischem Zoom generell mehr Details abbilden. Dies erweckt den Anschein, dass man aus dem 20MP Sensor irgendwie mehr herausgeholt hat, als beim 12MP Hauptsensor. Schwächen zeigen sich zudem im HDR Modus. HDR Aufnahmen erscheinen sehr oft verwackelt, was vor allem für schwierigere Lichtverhältnisse gilt. Im HDR Modus verlängert sich auch die Auslösezeit enorm, was vermutlich der Grund für die Wackel-Anfälligkeit ist.

Im Bokeh Modus liefert das Meizu E3 zuverlässig ab und schafft es auch in komplexen Szenen nahezu ohne Ausnahme einen ordentlichen Bokeh Effekt zu zaubern, ohne dabei irgendwelche Kanten abzuschneiden. Doch auch hier gibt es ein Manko. Der Bokeh Effekt wirkt einfach nicht echt. Es wirkt so, als würde der Hintergrund mit einem Weichzeichner bearbeitet. Die schicken Lichtkreise (Circles of Confusion) die einen Bokeh Effekt ausmachen sollten, bleiben aus. Unten seht ihr einen Vergleich zwischen dem Meizu E3 und dem AGM X2 um das zu verdeutlichen.

​Stärken zeigt das Meizu E3 bei wenig Licht und Nacht. Für ein Mittelklasse Smartphone ist die Kamera überraschend lichtstark und liefert bei Nacht innerstädtisch überraschend helle Bilder. Ein gewisses Rauschen und reduzierte Details bleiben dabei zwar nicht aus, unterm Strich sind die Resultate aber sehr brauchbar und lassen z.B. ein Xiaomi Mi A1 meilenweit hinter sich. Sehr schön ist auch, dass man Langzeitbelichtung mit bis zu 20 Sekunden nutzen kann und auch sonst im Pro Modus alle Einstellungen inklusive Fokus manuell setzen kann. Keine großen Erwartungen solltet ihr an den Blitz stellen. Dieser eignet sich nur für Aufnahmen mit kurzer Distanz zum fokussierten Objekt.

Die Frontkamera liefert eher durchschnittliche Resultate, welche selbst bei hellem Sonnenlicht etwas matschig wirken. Bei zu wenig Licht verschlimmert sich die Unschärfe und ein starkes Bildrauschen gesellt sich dazu. Einen Front Blitz gibt es nicht. Selfie Fans werden mit dem Meizu E3 nicht glücklich werden.

​Beim Aufzeichnen von Videos sind mit der Hauptkamera Aufnahmen mit bis zu UHD Auflösung bei 30fps möglich. Diese überzeugen qualitativ und der Autofokus arbeitet schnell und präzise. Bei schnellen Schwenks ist eine leichte Artefaktbildung zu beobachten, welche das Bild unschärfer wirken lässt. Einen Bildstabilisator gibt es nicht. Zoomt man beim Filmen, wird nur Digitalzoom genutzt. Ein Wechsel auf den Sensor mit optischem Zoom ist nicht zu beobachten. Die Frontkamera zeichnet Videos mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixel auf. Auch hier beträgt die maximale Framerate 30fps. Die Qualität der Aufnahmen geht in Ordnung, einen Bildstabilisator gibt es allerdings auch hier nicht. Ein großes Problem ist leider die Audioqualität von Videoaufnahmen. Im Grunde ist diese nicht brauchbar, denn das Noise Cancelling versucht konstant irgendwelche Geräusche zu unterdrücken und macht dabei auch vor der eigenen Stimme nicht halt. Dies führt dazu, dass der Ton wirkt wie eine Aufnahme unter Wasser.

Meizu E3
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.300mAh
​Kapazität (Gemessen): ​3.290mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Cold mCharge 20W

​Der 3.300mAh Akku im Meizu E3 sorgt für eine gute Akkulaufzeit. Bei durchschnittlicher Nutzung reicht eine Ladung für zwei Tage. Auffällig ist jedoch, dass die Kamera recht viel Strom zieht. Nutzt man diese intensiv, ist der Akku nach einem Tag leer. Eine weitere Schwäche ist ist der recht hohe Standby Verbrauch von durchschnittlich 1,6% pro Stunde. Dieser führt dazu, dass die Standby Zeit nur etwa 62 Stunden erreicht. Mit einer Akkuladung sind theoretisch etwa 9 Stunden Screen-On Zeit im Dauergebrauch möglich.

Beim Aufladen setzt das E3 auf die Meizu-eigene mCharge Technik, welche in der hier genutzten Version besonders wenig Abwärme erzeugen soll. Wirklich bestätigen können wir das aber nicht. Zwar wird das Handset nicht heiß, erwärmt sich beim Laden aber spürbar. OnePlus Dash Charge erzeugt da im Vergleich deutlich weniger Abwärme. Zum Aufladen von 20% auf 100% benötigt das Meizu E3 rund anderthalb Stunden. Das Aufladen von 20% auf 70% dauert knappe 30 Minuten.

Meizu E3
Fazit

​Das Meizu E3 ist ein edles Smartphone mit imposantem Datenblatt. Leider hält es in der Praxis nicht ganz, was es auf dem Papier verspricht. Im Alltagsgebrauch haben sich einfach zu viele Schwächen aufgetan, welche dazu führen, dass sich der Preis nicht mehr rechtfertigen lässt. Für mehr als 250€ darf es einfach nicht sein, dass eine Kamera (die in diesem Fall das große Highlight sein soll) derartig durchwachsene Resultate abliefert, es Probleme mit den Mikrofonen gibt und nicht einmal die Navigation über Google Maps zuverlässig funktioniert. Sicherlich hat das Meizu E3 auch seine Stärken und durchaus viel Potential dazu, ein Mittelklasse Killer zu sein. Doch um dieses Potential zu nutzen, muss Meizu dringend an der Software feilen, um die Problemzonen abzustellen. Doch selbst dann bleibt noch das Manko mit dem fehlenden Band 20 LTE und der nicht verfügbaren Global ROM. Abschließend können wir für das Meizu E3 deshalb keine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Pro Contra
​+ Hochwertiges Design ​- Kein Band 20 LTE
+​​ Ordentliches Display & Touch Screen-​​ Durchwachsene Kameraleistung
+​​ Gute Performance-​​ Unzuverlässiger Kompass
+​​ Zuverlässiger Fingerabdruck Sensor (aber langsam)-​​ Navigation in Google Maps funktioniert nicht korrekt
+​​ 3,5mm Anschluss mit sehr gutem Klang-​​ Schwächen beim Telefonieren in lauter Umgebung (Menschen, Verkehr, Wind)
+​​ Interessantes Bedienkonzept-​​ Keine Global ROM
+​​ Guter Empfang (Mobilfunk, WLAN, Bluetooth)-​ Schwacher Medienlautsprecher
​+ Gute Akkulaufzeit- Hoher Energieverbrauch im Standby
​+ Kurze Ladezeit

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Kommentare 4

Gäste - markus2015 am Montag, 23. Juli 2018 18:23
Matschige Bilder ?

Kein Wunder, dass die Bilder manchmal matschig aussehen, wenn der iso auf über 350 am Tage hochschnellt, damit steigt auch die Noise Reduction an.

Kein Wunder, dass die Bilder manchmal matschig aussehen, wenn der iso auf über 350 am Tage hochschnellt, damit steigt auch die Noise Reduction an.
Dirk am Montag, 14. Mai 2018 09:33

etwas OffTopic: Ich finde es gut, dass Ihr in letzter Zeit auch mehr auf das Fehlen des LTE-Band 20 bei Smartphones hinweist. Volle Netzabdeckung ist m.E. eines der wichtigsten Kaufkriterien für ein Smartphone.
Bestes Beispiel erlebte ich gerade bei meiner Frau, die mir ja auch nie glaubt wie wichtig LTE inzwischen ist. Sie hat ein LTE-fähiges Smartphone aber keinen LTE-Vertrag. Was in Hamburg fast kein Problem ist, hast Sie beim langen Wochenende in Brandenburg schier in den Wahnsinn getrieben. Ständig kein Internet bzw. nur Edge/GPRS. Da geht dann gar nix mehr. Mehrfach 'musste' ich ich mein Smartphone herausgeben, damit Sie mal googlen oder auch navigieren konnte.
Fazit: Meine Frau holt such nun einen LTE Tarif
Was will man schon mit einem Smartphone, wenn es kein Netzt hat!

etwas OffTopic: Ich finde es gut, dass Ihr in letzter Zeit auch mehr auf das Fehlen des LTE-Band 20 bei Smartphones hinweist. Volle Netzabdeckung ist m.E. eines der wichtigsten Kaufkriterien für ein Smartphone. Bestes Beispiel erlebte ich gerade bei meiner Frau, die mir ja auch nie glaubt wie wichtig LTE inzwischen ist. ;) Sie hat ein LTE-fähiges Smartphone aber keinen LTE-Vertrag. Was in Hamburg fast kein Problem ist, hast Sie beim langen Wochenende in Brandenburg schier in den Wahnsinn getrieben. :D Ständig kein Internet bzw. nur Edge/GPRS. Da geht dann gar nix mehr. Mehrfach 'musste' ich ich mein Smartphone herausgeben, damit Sie mal googlen oder auch navigieren konnte. Fazit: Meine Frau holt such nun einen LTE Tarif :D Was will man schon mit einem Smartphone, wenn es kein Netzt hat!
Christopher am Montag, 14. Mai 2018 09:35

Hier wird schon immer auf das Fehlen von Band 20 hingewiesen wenn es nicht vorhanden ist.

Hier wird schon immer auf das Fehlen von Band 20 hingewiesen wenn es nicht vorhanden ist.
Gäste - Enzio am Mittwoch, 09. Mai 2018 07:33
Schade

Hatte das Gerät als Alternative zum Note 5 auf dem Schirm, aber das fehlende Band 20 und der zu hohe Preis haben mich letztendlich doch zu Xiaomi greifen lassen. Meizu traut sich international offenbar noch keine direkte Konfrontation mit dem Mittelklasse-Preisleistungsplatzhirsch zu. Die billigeren Meizu-Modelle, mit denen der Hersteller den internationalen Handel beglückt, sind für mich zu uninteressant. Aber vielleicht ziehen die Verkäufe in China gut an, und nächstes Jahr bekommen wir dann hoffentlich einen würdigen Note 6-Konkurrent von Meizu.

Hatte das Gerät als Alternative zum Note 5 auf dem Schirm, aber das fehlende Band 20 und der zu hohe Preis haben mich letztendlich doch zu Xiaomi greifen lassen. Meizu traut sich international offenbar noch keine direkte Konfrontation mit dem Mittelklasse-Preisleistungsplatzhirsch zu. Die billigeren Meizu-Modelle, mit denen der Hersteller den internationalen Handel beglückt, sind für mich zu uninteressant. Aber vielleicht ziehen die Verkäufe in China gut an, und nächstes Jahr bekommen wir dann hoffentlich einen würdigen Note 6-Konkurrent von Meizu.
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