Leagoo V1 Test

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Leagoo V1 Test

Das Leagoo V1 ist ein Smartphone, welches so gänzlich gegen den Trend schwimmt und mit Extravaganz punkten will. Gleichzeitig will man Business Kunden durch einige spezielle Funktionen anlocken. Ob dieser Plan aufgeht, haben wir in einem einwöchigen Alltagstest für euch überprüft.

Leagoo V1
Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Leagoo V1 ist genauso extravagant und fast schon angeberisch gestaltet, wie das Smartphone selbst. Die quadratische Box ist recht flach und ganz in Schwarz gehalten. Auf die Oberfläche eingeprägt ist ein leicht glänzendes Muster. Ein großes silbernes V ziert sowohl die Vorder- als auch die Rückseite. Ein abziehbarer Wrapper mit V-Ausschnitt hindert die Box daran ungewollt aufzugehen.

Im Inneren? Reichlich Zubehör. Das Leagoo V1 präsentiert sich von Folie geschützt als erstes. Die Schale in der das China-Handy liegt, wird aus der Packung genommen, woraufhin das restliche Zubehör sichtbar wird. Dieses ist nochmal extra in kleinen Papp-Boxen untergebracht.

Wir finden hier ein Netzteil mit 1,5A Ausgangsstrom, ein Micro USB Ladekabel, die Dokumentation, eine Garantiekarte und – mittlerweile ungewöhnlich – einen In-Ear Kopfhörer. Hierbei handelt es sich sogar um ein hochwertigeres Modell, welches inklusive Ohrstöpseln in verschiedenen Größen daherkommt.

Leagoo V1
Design & Verarbeitung

Das Design des Leagoo V1 ist mit Worten ziemlich schwer zu beschreiben. Deshalb verweisen wir an dieser Stelle einfach mal auf die Fotos, welche das Handset sehr detailliert zeigen, und beschränken die Worte auf die wichtigen Punkte.

Das Smartphone ist rückseitig zu einem ganz großen Teil mit Leder überzogen. Leagoo wirbt mit echtem Kalbsleder, und wir haben keinen Grund daran zu zweifeln. Der Geruch lässt auf Echtleder schließen, genauso wie das Gefühl. Das Leder schmiegt sich auch um die untere und obere Kante des Leagoo V1, womit es auch von Vorne ein Stück weit zu sehen ist.

Das Kamera Umrahmung auf der Rückseite besteht aus Metall und ist ziemlich groß und ebenfalls protzig gestaltet. Neben der Kamera, beherbergt die Umrahmung noch einen recht großen Dual LED Blitz und einen kleinen Fingerprint Scanner. Dieser ist wie wir finden aber etwas unglücklich angebracht, da man ihn nur schwer erreicht, ohne umgreifen zu müssen. Außerdem passiert es leicht, dass man die Kamera versehentlich berührt und dann Fingerabdrücke auf der „Linse" hat. Im unteren Teil der Rückseite findet man noch eine Metallapplikation. Hierauf befindet sich das Leagoo Logo, damit auch jeder den Hersteller des Smartphones erkennen kann.

Rechts und links wird das Leagoo V1 je von einer dicken Metallplatte eingerahmt, welche optisch wirkungsvoll mit deutlich sichtbaren Schrauben befestigt ist. Entgegen dem Standard, befinden sich die Hardware Tasten nicht auf der rechten, sondern der linken Seite. Die Tasten sind zudem recht groß und damit leicht zu treffen. Der Hub ist ebenfalls größer als gewöhnlich, was vermutlich den Robusten Aufbau unterstreichen soll. Über den Tasten befindet sich der Kopfhörer Anschluss. Die seitliche Anbringung gefällt uns aber nicht wirklich, da die Nutzung in der Hosentasche so erstens unbequem ist und zweitens auch dem Kopfhörer Stecker nicht gerade guttut.

Auf der rechten Seite finden wir die SIM Schublade. Auch diese ist wieder größer und dicker geraten als bei anderen Smartphones. Das hat in diesem Fall aber auch den Nachteil, dass nicht alle SIM Nadeln passen. Man benötigt eine gewisse Länge. Für Leute mit dauerhaft kurzen Fingernägeln ist die Konstruktion auch nichts, denn sonst muss man mit einem Schraubenzieher ansetzen, um die Schublade vollständig entnehmen zu können. Die ersten paar Millimeter ist diese nämlich recht schwergängig. Über dem SIM Tray befindet sich der Micro USB Port des Smartphones. Ganz unten befindet sich dann noch die Öffnung für den Medienlautsprecher.

Die Front unterscheidet sich bis auf die Form des Displayglases und die etxravagante Einfassung des Telefonhörers nicht wirklich von anderen Geräten. Mit der Frontkamera und den Sensoren, sowie einer RGB Status LED, finden wir hier die typischen Elemente. Auch Touch Buttons unter dem Display sind vorhanden, wobei diese aber sehr unauffällig gestaltet sind. Beleuchtet sind diese nicht. Das Sprachmikrofon befindet sich direkt unter dem Home Button in einer Ausbuchtung des Displayglases.

Insgesamt sind wir mit der Optik und Verarbeitung des Leagoo V1 durchaus zufrieden. Für den angefragten Preis kann man hier absolut nicht meckern. Weiterhin finden wir es toll, dass es noch Hersteller gibt, die sich trauen aus der Reihe zu tanzen. Es muss ja nicht immer das typische 0815-Smartphone Design sein. Natürlich lässt sich über Geschmack streiten und das Leagoo V1 ist nicht für jedermann geeignet. Wer aber auf Extravaganz und eine Priese Protz steht, der wird das Handset lieben.

Was uns jedoch enorm stört, das sind die Abmessungen und das Gewicht des Leagoo V1. Wer ein 5" Smartphone in typischer Größe erwartet, der wird enttäuscht. Das Leagoo V1 kommt 5,5" Smartphones sehr nahe und ist extrem dick und schwer. Das hat aber auch seinen Grund. Das Gerät ist nämlich Spritzwasser- und Stoßfest. Damit lässt es sich in die Kategorie der Rugged Phones einordnen. Einen Test mit Spitzwasser hat das Gerät problemlos überstanden. Dennoch sollte man es damit nicht übertreiben, denn Wassereinwirkung über einen längeren Zeitraum, kann durchaus für Schäden am Lederüberzug sorgen.

Leagoo V1
Display

​Größe: ​5"
Auflösung:​ ​1280 x 720
Technologie​:IPS, OGS LCD​
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​Gorilla Glass 4​
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Ja​

Das Leagoo V1 kommt mit einem 5" IPS LCD Display daher, welches mit dem Displayglas laminiert ist. Es gibt also keinen Spalt zwischen dem Displayglas und dem Panel. Die Auflösung des Displays beträgt 1280 x 720 Pixel. Für ein 5" Display geht das absolut in Ordnung. Pixel sind nur zu erkennen, wenn man unnatürlich nahe an das Display herangeht.

Die Helligkeit des Bildschirms ist recht hoch, womit man es im Freien überraschend gut ablesen kann. Die Verteilung der Hintergrundbeleuchtung ist gleichmäßig. Es gibt also keine Lichthöfe. Die Farbwiedergabe bewegt sich durch einen leichten Blaustich im kühleren Bereich. Mediatek Miravision ist aber am Start, sodass man hier gegensteuern kann. Die Blickwinkel sind gut und Farben bleiben weitestgehend stabil. Nur bei steiler Betrachtung von unten her, verliert das Panel etwas an Kontrast.

Was wir bemängeln müssen, ist die automatische Helligkeitsregelung. Diese funktioniert zwar gut, allerdings kann man die Empfindlichkeit nicht einstellen. Somit muss man mit der Standard-Empfindlichkeit leben, welche recht aggressiv regelt. Manch einem dürfte das Display in einigen Situationen (z.B. bei Zimmerbeleuchtung) zu dunkel erscheinen. Hier ist dann die einzige Alternative die manuelle Regelung. Diese ist zum Glück bequem zugänglich: Entweder in den Quick Settings, oder sogar unter dem Lautstärkeregler welcher beim Drücken der Lautstärkewippe eingeblendet wird.

Der Touch Screen unterstützt 5 Berührungspunkte und hat bei mehreren Berührungen keine Probleme zwischen diesen zu unterscheiden, auch wenn sie nahe aneinander liegen. Ein Input Lag ist vorhanden. Überraschenderweise ist dieser beim Tippen höher als beim Scrollen. Das Schreiben auf der On-Screen Tastatur fühlt sich dadurch etwas zäh an. Zwar kann man trotzdem schnell schreiben, aber das Schreibgefühl ist durch die Verzögerte Reaktion eben etwas seltsam.

Beim Displayglas im Leagoo V1 soll laut Hersteller Gorilla Glass 4 sein. Verifizieren können wir das natürlich wie immer nicht, allerdings gibt es bisher keinen Grund der Angabe nicht zu glauben. Nach einigen Tagen Nutzung hatten wir keinerlei Kratzer auf dem Glas und haben dann versucht etwas nachzuhelfen. Konkret haben wir mit dem Schlüssel auf dem Glas gekratzt und mit einem Suppenlöffel (aus Metall) darauf geschlagen. Auch das hat keine Spuren hinterlassen.

Zudem scheint sich auf dem Glas eine fettabweisende Beschichtung zu befinden. Man muss das Glas sehr selten polieren, denn meistens reicht das Einstecken in die Hosentasche damit das Glas wieder nahezu sauber ist.

Leagoo V1
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6753 (8x ARM Cortex A53 @1,3GHz)
GPU:​ ​Mali T720 MP3
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB (3801,76MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​16GB (148,99 / 32,68MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja, Rückseite
​Sensoren:​Accelerometer, Proximity, Light, Magnetic Field (funktioniert nicht)
Besonderheiten:​​Sicherheits-Chip (nicht verifizierbar)
Abmessungen / Gewicht:​​148,5 x 71,8 x 11,1mm / 204g

Hardwaretechnisch hat das Leagoo V1 leider keine Überraschungen zu bieten und setzt auf Komponenten der unteren Mittelklasse. Als Prozessor finden wir mal wieder den guten alten MT6753 SoC mit 1,3GHz vor, welcher sich über 3GB RAM freuen darf. Mittlerweile (nach einem Update) ist das Leagoo V1 auch ordentlich optimiert, sodass man hier durchaus eine gute Performance genießen kann. Nur zum Spielen eignet sich das Handset nicht mehr wirklich gut. Wer keine hohen Ansprüche hat und die Grafikeinstellungen runterschraubt, kommt aber auch damit klar. Was die Abwärme betrifft, spürt man am Leagoo V1 erst etwas, wenn das Gerät etwa eine halbe Stunde lang mit rechenintensiven Prozessen drangsaliert wurde. Und selbst dann wird es zu keinem Zeitpunkt unangenehm.

Der interne Speicher des Leagoo V1 ist 16GB groß. Oder klein? Eigentlich sollten 32GB langsam mal zum Standard werden. Ja, es gibt optional eine 32GB Variante, allerdings hätte man diese dann ja in dem Fall auch mit 64GB ausrüsten können. Für Business Kunden – an dide man sich hier richten will – wäre das ideal. Naja, immerhin kann man eine Micro SD Karte einlegen. Zumindest potentiell. An unserem Smartphone funktioniert das leider nicht, da der entsprechende Slot kaputt ist. Jaja, die chinesische Qualitätskontrolle - grandios schlecht! So können wir euch leider nicht sagen, ob man Apps auf die SD Karte schieben kann. Wir vermuten aber mal, dass das nicht geht.

Update: Wie sich herausgestellt hat, ist der SD Slot gar nicht kaputt. Er bekommt lediglich keinen Kontakt zur Karte, da die Schublade offenbar etwas zu tief ist. Legt man ein Stück Papier unter die SD Karte, funktioniert sie. Ob es sich hier um einen Verarbeitungsfehler handelt oder um einen generellen Designfehler können wir nicht beurteilen. Falls ihr dasselbe Problem habt, wisst ihr aber nun wie ihr den Fehler schnell und einfach beheben könnt. Achja: Apps können auf SD Karte verschoben werden!

Was die Sensorausstattung betrifft, bekleckert sich das Leagoo V1 leider nicht mit Ruhm. Zu einem Verkaufspreis von 150€ bzw. 180€ (32GB Version). Neben der Grundausstattung (Licht, Proximity, Accelerometer) gibt es lediglich einen Kompass, und dieser funktioniert nicht richtig. Im Test zitterte er nur unruhig hin und her und lässt sich auch nicht kalibrieren. Das nervt übrigens beim Navigieren enorm, wenn man die automatische Kartenausrichtung aktiviert hat. Ein Gyroskop fehlt völlig.

Der Fingerprint Scanner ist wie schon erwähnt etwas umständlich zu erreichen. Zudem ist er ziemlich lahm, wobei das aber nicht am Sensor selbst liegt, sondern an der Software. Zum entsperren reicht eine ganz kurze Berührung, doch die Software braucht dann noch 1,5 bis 2 Sekunden um aufzuwachen und den Home Screen anzuzeigen. Hier sollte Leagoo noch optimieren, denn im Alltag nervt das tierisch. Grundsätzlich funktioniert der Scanner aber zuverlässig. Die Hardware Basis passt also.

Ein weiteres Highlight das von Leagoo beworben wird, ist ein Sicherheitschip. Leider wird nicht näher erwähnt, was dieser genau tut. Somit können wir auch nicht nachprüfen, ob dieser vorhanden ist. Zumindest nicht ohne das Handset komplett auseinander zu nehmen.

Leagoo V1
Software

​Variante: ​LeagooOS
​Android Version: ​Android 5.1 Lollipop
Bloatware​:Ja​
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Ja​

Wie auf allen Leagoo Smartphones läuft auch auf dem Leagoo V1 wieder Android 5.1 Lollipop. Warum Leagoo den Switch zu Android 6.0 Marshmallow nicht schafft, verstehen wir nicht. Wir können uns aber denken, dass es mit den Anpassungen zu tun hat, die man am System gemacht hat. Da Leagoo doch ein eher kleiner Fisch ist, fehlt es hier vermutlich am Know-How und den nötigen Leuten, um die Anpassungen schnell auch in neuen Android Versionen umzusetzen.

Von welchen Anpassungen wir hier reden? Zunächst einmal von umfassenden optischen Änderungen. Bei Leagoo legt man immer ganz viel Wert auf Design, weshalb man auch darauf achtet, dass die Oberfläche und das Gehäuse des Smartphones zusammenpassen. So ist im Falle des schwarzen Leagoo V1 die gesamte Oberfläche recht dunkel gehalten. In zahlreichen System Apps finden wir Lederoptik, welche sich ja auch am Gehäuse wieder findet. Icons wurden gegen dunkle Versionen in Metall-Optik getauscht. Der Launcher kommt ohne App Drawer daher und kann umfassend angepasst werden, inklusive verschiedener Effekte beim Wechsel zwischen Home Screens. Der Lock Screen ist auch recht hübsch gestaltet und wird von einer analogen Uhr geziert.

Es gibt aber auch funktional viel zu entdecken. So gibt es eine Funktion, mit welcher sich in einigen Apps mehrere Accounts nutzen lassen. So zum Beispiel für Whats App oder Facebook. Aktiviert man dieses Feature für eine App, so wird diese dupliziert und ihr könnt im Duplikat einen neuen Account einrichten. Das ist sehr praktisch, wenn man z.B. einen getrennten Account fürs Business pflegt. Ihr könnt übrigens auch Apps sperren. Dies funktioniert aber nur mit einem Passwort und (noch?) nicht per Fingerabdruck.

In einer kleinen Systemsteuerung (dort findet ihr auch die App Sperre), gibt es noch weitere Funktionalitäten. So gibt es einen Diebstahlschutz, einen Nicht-Stören-Modus, eine App-Berechtigungs-Verwaltung, eine „Data Protection" die nach einem Passwort verlangt, wenn mobile Daten genutzt werden, eine Autostart Verwaltung und eine Benachrichtigungs-Verwaltung.

Ein weiteres Goodie ist ein Energiemanager. Hier könnt ihr Profile anlegen und damit den Energieverbrauch regulieren. Standardmäßig gibt es drei Profile, welche auch wirklich etwas bringen. Im Extreme Mode wird der Funktionsumfang auf das absolute Minimum reduziert. Ihr könnt dann nur noch telefonieren und SMS schreiben.

Auch die Gestenliebhaber werden bedient. Im Punkt „Gestures & Motion" könnt ihr die üblichen Off-Screen Gesten aktivieren – z.B. Double Tap to Wake, um einen Klassiker zu nennen. Darüber hinaus gibt es aber noch Funktionen die auf das Accelerometer und den Proximity Sensor setzen. So kann man z.B. automatisch einen Kontakt anrufen, wenn man eine SMS von diesem erhalten hat und das Telefon ans Ohr hält, während die Nachricht geöffnet ist. Ziemlich praktisch und zeitsparend.

Das für viele größte Highlight dürfte aber die Verfügbarkeit von zwei getrennten Accounts sein. Auf dem Leagoo V1 gibt es einen Gast-Account und einen Admin-Account. Zur Nutzung des Features muss für beide ein Passwort vergeben werden (oder ein Fingerabdruck). Gibt man beim Entsperren das Passwort des Gastaccounts ein, landet man in diesem, oder eben umgekehrt. Die Accounts sind tatsächlich halbwegs voneinander getrennt. Man kann unterschiedliche Einstellungen festlegen und den Launcher unabhängig voneinander anpassen. Persönliche Dateien sind im Gastaccount nur auf Wunsch verfügbar. Ebenso kann man vom Admin Account festlegen, welche Apps im Gastaccount nutzbar sein sollen und ob der Gastaccount auf Kontakte zugreifen darf oder nicht. Unterm Strich macht das Feature besonders dann Sinn, wenn man Berufliches und Privates trennen möchte. Was uns allerdings stört ist ein Bug: Bei jedem Wechsel zwischen den Accounts, geht der Google Account verloren und man muss sich neu anmelden. Auch hier hoffen wir noch auf einen Fix.

Ein OTA Updater für das System ist vorhanden und wird auch genutzt. Während des einwöchigen Tests kam ein Update mit 27MB an, welches die Performance verbessert hat. Hoffen wir, dass es so weitergeht und vielleicht irgendwann auch mal Android 6 oder gar Android 7 auf dem Gerät ankommt.

So Leute, wenn ihr euch an dieser Stelle freut, dass Leagoo sich hier so viel Mühe gegeben hat, dann müssen wir die Feierlaune an dieser Stelle mal stören. Erinnert ihr euch noch an das Leagoo Shark 1? Hier hatten wir bemängelt, dass es in einigen System Apps Schadsoftware befindet. Leider ist das auch beim Leagoo V1 so – und zwar in genau denselben Apps. Wir finden hier eine (bisher inaktive) AdWare im Stromspar-Launcher, als auch zwei weitere Funde, von denen einer als Trojaner betitelt wird. Wir können nun nicht beurteilen, inwiefern die Angabe von ESET und AVG hier korrekt ist, und Leagoo beteuert immer wieder, dass es sich hier nicht um Schadsoftware handelt, aber wir bleiben dennoch Skeptisch. Außerdem finden wir solche Funde gerade dann befremdlich, wenn es sich um ein Smartphone handelt, welches eigentlich eine erhöhte Sicherheit bieten soll. Sollte euch dieser Fund nicht vom Kauf abschrecken, dann raten wir dazu, die entsprechenden System Apps (Simply 2.0, Leagoo Share und Dual Tag) zu deaktivieren. Dadurch verliert aber die Möglichkeit zwei Accounts in z.B. Facebook zu nutzen und der vereinfachte Launcher im Ultimate Energiesparmodus funktioniert nicht mehr.

Leagoo V1
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: GSM 850/900/1800/1900MHz
WCDMA 900/2100MHz
FDD-LTE B1/B3/B7/B8/B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11b/g/n
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​Ja​
Dual-SIM:​​Ja (Kombo Slot)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Positiv überrascht waren wir von der guten Empfangsleistung des Leagoo V1. Trotz des dicken Gehäuses ist der Empfang zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt. In Mobilfunknetzen kann das Handset problemlos mit high-end Smartphones mithalten. LTE Band 20 wird ebenso unterstützt.

Der WLAN Empfang bewegt sich auf Top-Niveau. Ein Stockwerk unter dem Router sinkt die Bandbreite nur wenig ab und wir hatten im gesamten Haus keinerlei Signalabbrüche. Bemängeln müssen wir aber, dass keine 5GHz Netze unterstützt werden und die Bandbreite mit maximal 50Mbit/s vergleichsweise gering ist. Bluetooth funktioniert einwandfrei über 2 – 3 Räume hinweg.

Auch das GPS haben wir getestet. Einmal per Google Fit, wobei die zurückgelegte Strecke recht genau erfasst wurde. Das Handset befand sich dabei in der Jackentasche. Die Strecke war anschließend genau auf der Karte eingezeichnet. Nur selten lag die Linie etwas neben der Straße. Beim Navigieren mit Here Maps gab es keine Probleme. Es dauert zwar um die 40 Sekunden, bis der Standort genau erfasst wird, danach wurden wir aber problemlos ans Ziel geführt. Nur die automatische Ausrichtung der Karte funktioniert nicht – wir erinnern an das Problem mit dem Kompass.

Leagoo V1
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Der interne Medienlautsprecher des Leagoo V1 ist leider nicht der Bringer. Er klingt recht flach und blechern, womit er sich höchstens noch zum Ansehen kurzer Videos eignet. Für einen guten Klang ist man auf Kopfhörer angewiesen. Hier bekommt man einen recht guten Klang mit ausreichend hoher Lautstärke. Die Abmischung ist gut gelungen und es gibt keine störenden Nebengeräusche wie Rauschen o.Ä.

Beim Telefonieren waren wir von der Qualität positiv überrascht. Der Gegenüber ist klar und deutlich zu verstehen und man selbst wird ebenfalls gut verstanden. Dank eines dedizierten Noise Cancelling Mikrofons ist das auch in lauter Umgebung der Fall. Vorbeifahrende Autos, Menschen im Hintergrund und Bahnhofslärm wird sehr gut ausgefiltert solange man spricht.

Überrascht haben uns übrigens die mitgelieferten Kopfhörer. Für gewöhnlich klingen derlei Modelle extrem schlecht und sind so ein Fall für den Müll. In diesem Fall sind sie aber durchaus brauchbar. Zwar darf man keinen high-end Sound erwarten, aber zum gelegentlichen Musikhören tun sie es.

Leagoo V1
Kamera

​Hauptkamera: ​8MP, f/2.8
​Frontkamera: ​5MP
​Blitz:Dual LED​
​Fokus:CDAF​
​Slow Motion:​Nein

Das Leagoo V1 verfügt über eine 8MP Kamera mit f/2.8 Blende auf der Rückseite, sowie eine 5MP Kamera auf der Front. Die Hauptkamera kann auf Wunsch auf bis zu 13MP interpoliert werden. Unsere Tests wurden mit der nativen Auflösung durchgeführt.

Das Erfreuliche: Die Kameras sind kein Totalausfall. Man kann mit etwas Übung und ausreichend Licht durchaus schöne Bilder schießen. Auch die Frontkamera ist bei gutem Licht durchaus brauchbar.

Sobald es aber um low-light Aufnahmen geht oder die Lichtverhältnisse suboptimal sind, versagen beide Knipsen im Leagoo V1. Bei der Hauptkamera stellt sich ein extremes Bildrauschen ein und die Bilder werden unscharf. Der Blitz hilft da nur bei Nahaufnahmen weiter. Die Frontkamera erzeugt ebenfalls ein starkes Bildrauschen, selbst bei Zimmerbeleuchtung.

Was uns ebenfalls aufgefallen ist: Die Hauptkamera hat manchmal Probleme beim Fokussieren. Oft sind Bilder unerwartet unscharf, und man muss es noch einmal versuchen.

Videos werden mit maximal 720p aufgezeichnet. Die Qualität ist aber nicht wirklich gut. Die Aufnahmen zeigen bei schnellen Bewegungen Fraktale und es fehlt an Details. Schade eigentlich, denn die Tonqualität der Aufnahmen ist für solch einen Billigheimer enorm gut.

Leagoo V1
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ​3.021mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Nein​

Der Akku im Leagoo V1 ist 3.000mAh groß. Unter Berücksichtigung der hohen Gehäusedicke ist das klein. Leagoo hätte hier mühelos einen 4.000mAh Akku oder gar noch mehr unterbringen können.

Immerhin schwindelt man bei der Kapazitätsangabe nicht. Unser Messgerät kam auf exakt die angegebenen 3.000mAh. Die Laufzeit des Smartphones kann sich sehen lassen. In der Trockenübung mit PC Mark kamen wir bei niedrigster Displayhelligkeit auf ein Screen-On Zeit von 8 Stunden und 41 Minuten. Im Alltag wurden im Schnitt 5 Stunden erreicht. Wir kamen stets problemlos durch den Tag. Hin und wieder hielt eine Ladung auch mal 1,5 Tage durch.

Das Aufladen geht binnen einer Stunde und 40 Minuten über die Bühne. Auch das ist ein annehmbarer Wert. Von Fast-Charging (wie es Leagoo bewirbt) würden wir hier aber nicht sprechen.

Leagoo V1 Test
Fazit

Das Leagoo V1 ist eigentlich kein schlechtes Smartphone. Das extravagante Design findet sicherlich seine Liebhaber, die Verarbeitung ist recht gut und auch die Performance, der Empfang und die Akkulaufzeit haben uns zufrieden gestellt. Zudem hat das Gerät einige Funktionen zu bieten, welche nicht unbedingt zum Standard gehören.

Man muss allerdings auch berücksichtigen, dass das Leagoo V1 mit 140€ für das 16GB Modell und 180€ für das 32GB Modell nicht gerade günstig ist. Das gilt vor allem dann, wenn man berücksichtigt, was das Leagoo V1 alles falsch macht. Die Schadsoftware in der Firmware ist fast schon ein unverzeihbarer Fehler, zumal Leagoo hier Wiederholungstäter ist. Hinzu kommt das fehlende (aber beworbene) Fast-Charging, die Kamera welche maximal für Schnappschüsse ausreicht, sowie die Sensorausstattung, welche den heutigen Standards nicht mehr gerecht wird. Ja, ein Kompass ist an Bord, aber er funktioniert eben nicht.

Unterm Strich geben wir für das Leagoo V1 damit keine direkte Kaufempfehlung. Wem die Fehler des Handsets allerdings nichts ausmachen, dem raten wir auch nicht dringend vom Kauf ab.

Pro Contra
​+ Gutes, helles LCD Panel (bis auf Blaustich) ​- Virenscanner schlagen an
+​​ Stabiles Displayglas (angeblich Gorilla Glass 4)-​​ Schlechter Lautsprecher
+​​ Gute Performance-​​ Kein Fast-Charging obwohl beworben
+​​ Hoher Funktionsumfang-​​ Kamera für den Preis zu schlecht
+​​ Extravagantes Design-​​ Magere Sensor-Ausstattung, Kompass funktioniert nicht richtig
+​​ Gute Empfangsleistung-​​ SIM Tray schwergängig und falsch dimensioniert (Einzelfall?)
+​​ Gute Akkulaufzeit-​ Hohes Gewicht und Dicke
​+ Gutes Mikrofon & Noise Cancelling​- Basiert noch auf Android 5.1
​+ RGB Status LED​- Entsperren per Fingerprint Scanner langsam (aber zuverlässig!)
​+ Spritzwassergeschützt
​+ OTA Updates
 

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Dienstag, 23. April 2019

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