Leagoo T5C Test

Leagoo T5C

​Die Intel x86 Architektur feiert im Leagoo T5C ein Comeback. Nachdem Intel aus der Produktion von Smartphone Chips ausgeschieden ist, lizenziert man die Architekturen nun an Spreadtrum. Von diesem Hersteller gibt es mit dem SC9853I nun einen neuen x86 Chip für Smartphones, welcher im Leagoo T5C sein Debut feiert. Wir haben das Leagoo T5C über eine Woche für euch im Alltag getestet und erzählen euch nun, wie sich das Gerät geschlagen hat.

Leagoo T5C
Verpackung & Lieferumfang

​Das Leagoo T5C kommt in einer relativ kompakten und ziemlich professionell gestalteten Verpackung daher, welche direkt das Interesse weckt. Zum Lieferumfang gehört:

  • ​1x Micro USB Daten- und Ladekabel
  • 5V / 2A Ladegerät mit deutschem Stecker
  • Kurzanleitung in mehreren Sprachen inkl. Deutsch
  • Garantiekarte
  • Eine Schutzfolie auf dem Display
  • Eine Ersatzschutzfolie
  • Ein transparentes Case
  • Eine SIM Nadel

Leagoo T5C
Design & Verarbeitung

​Das Leagoo T5C sieht (vor allem auf der Rückseite) ziemlich eigenständig und durchaus schick aus. Für das Gehäuse setzt man auf eine Mischung aus Kunststoff und Metall, ähnlich wie beim Xiaomi Redmi 5. Das ist aber beim Leagoo T5C deutlich besser gelungen. Das Smartphone ist deutlich stabiler gebaut und überraschend verwindungsfest. Bedenkt man, dass man das Leagoo T5C schon für um die 90€ bekommt, ist das Äußere überraschend hochwertig. Beim Leagoo T5C zeigt sich der Hersteller etwas verspielt und setzt auf Abwechslung im Design. Die Rückseite besteht zu einem großen Teil aus Metall. Aus Kunststoff besteht nur der obere Bereich, in welchem die Kamera und der LED Blitz eingebettet sind, sowie der untere Bereich. Letzterer ist mit einer geriffelten Kunststoffkappe versehen, während der Bereich mit der Kamera glänzend gehalten ist. Die Kameras stehen trotz des schlanken Gehäuses (8,5mm) nicht aus diesem hinaus. In der Hand liegt das Smartphone durch die zum Rand hin leicht gewölbte Rückseite und das gemäßigte Gewicht von nur 168g sehr gut. Die Verarbeitung ist beim Leagoo T5C rundum gut gelungen. Grobe Spaltmaße sucht man vergebens, die Hardware Tasten sitzen fest an ihrem Platz und scheinen aus Metall zu bestehen und es gibt an keinen Stellen ein Knarzen, Klappern oder Knacken. Insgesamt ist das, was Leagoo hier bietet, für den Preis perfekt.

Leagoo T5C
Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ ​1920 x 1080
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Beim Leagoo T5C scheint man sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und macht deshalb den Trend hin zu 18:9 Displays nicht mit. Stattdessen kommt hier ein ganz normales 5,5" Display im 16:9 Format zum Einsatz, welches weder besonders schlanke noch besonders dicke Bezels mit sich bringt. Das Frontglas vom Leagoo T5C ist mit einer 2,5D Wölbung versehen, was das schlanke Smartphone nicht nur optisch sondern auch haptisch abrundet. Unter dem Display hat man einen Fingerabdruck Sensor platziert. Touch Buttons hat man leider weg gelassen, was wir sehr schade finden. Die Bedienung erfolgt stattdessen per On-Screen Tasten.

Vom Displayglas an sich sind wir sehr positiv angetan. Das Leagoo T5C blieb trotz ungeschützter Nutzung komplett frei von Kratzern. Nicht einmal Micro Kratzer können wir entdecken. In dieser Preisklasse ist das durchaus überraschend. Doch es gibt noch einen weiteren Punkt der erwähnenswert ist: Das Displayglas ist leicht oleophobisch. Das bedeutet, dass sich Abdrücke nicht so fest setzen, wie das normal der Fall ist. Ein, zweimal über die Hose wischen reicht aus, um sämtliche Abdrücke zu entfernen. Zudem sind die Gleiteigenschaften sehr angenehm. Auch damit setzt sich das Leagoo T5C von vielen anderen Budget Chinahandys ab.

Am Display selbst gibt es nur wenig zu kritisieren. Das LCD Panel im Leagoo T5C bietet eine recht natürliche und neutrale Farbwiedergabe und ist dank der Full HD Auflösung ausreichend scharf. Das Panel ist mit dem Displayglas laminiert, wodurch ein brillanteres Bild mit weniger Reflexionen entsteht. Der Kontrast könnte etwas besser sein, ist für die Preisklasse aber völlig in Ordnung. Die Ausleuchtung des Displays ist sehr gleichmäßig. Lichthöfe oder helle Flecken sucht man beim Leagoo T5C vergebens. Dies dürfte auch so bleiben, denn übt man Druck auf die Front aus, gibt es keine Bauteile, welche von hinten gegen das Display drücken. Eine leichte Schwäche ist die Helligkeit, welche nur durchschnittlich ist. Unter direktem Sonnenlicht ist es manchmal schwer das Display abzulesen. Dreht man es jedoch von der Sonne weg oder geht in den Schatten, legt sich das. Die automatische Regelung der Helligkeit funktioniert gut. Die minimale Helligkeitsstufe ist niedrig genug um eine komfortable Nutzung bei Nacht zu gewährleisten.

Der Touchscreen im Leagoo T5C unterstützt 5 Berührungspunkte und hat im Test stets zuverlässig gearbeitet. Eine leichte Eingabeverzögerung ist beim schnellen Tippen oder Scrollen spürbar, fällt aber nicht stark genug aus um wirklich störend zu wirken. Der Touchscreen ist überraschend präzise, sodass es beim Tippen oder anklicken von kleinen Links selten zu Fehlern kommt. Schnelles Schreiben ist auch kein Problem, wenn man sich an die leichte Eingabeverzögerung gewöhnt hat. Insgesamt sind wir mit dem Touchscreen vom Leagoo T5C sehr zufrieden.

Leagoo T5C
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Spreadtrum SC9853i​ 14nm
8x Intel Airmont x86 64-Bit @1,8GHz
GPU:​ ​Mali T820 MP2
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB (1,09GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB (178 / 89MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja, Hybrid Slot (79 / 39MB/s)
>> Speicherkarten bei Amazon
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Front)
​Sensoren:​Light, Gravity, Proximity
Besonderheiten:​Status LED
Abmessungen / Gewicht:​153,9 x 75,9 x 8,5mm
​168g

​Mit einem Antutu Score von satten 68.878 Punkten, verspricht das Leagoo T5C für 90€ geradezu verboten schnell zu sein. Davon sollte man sich jedoch nicht blenden lassen, denn Benchmark Ergebnisse und die tatsächliche Performance im Alltag sind immer zwei paar Schuhe. Generell ist der Spreadtrum SC9853I tatsächlich ein ziemlich flotter Chip, was man auch im Alltag merkt. Das gilt aber nur bedingt, denn es gibt beim Leagoo T5C zwei Flaschenhälse. Einmal wäre da eine x86-bedingte Krankheit zu nennen: Die Abwärme. x86 Chips produzieren schon immer eine größere Abwärme als ARM Chips, und das macht sich auch beim Spreatdtrum SC9853I und dem Leagoo T5C bemerkbar. Erstmals aufgefallen ist uns das, als wir das Gerät nach einer längeren Spiele Session normal weiter genutzt haben. Auffällig war dann, dass das Smartphones irgendwie nicht mehr so rund lief, was sich erst nach ein paar Minuten wieder gelegt hat. Führt man einen Throttle Test aus, wird auch klar warum. Nach zwei bis drei Minuten unter Volllast, beginnt der Chip drei bis vier der insgesamt acht Kerne abzuschalten. Und das macht sich dann eben in der Performance bemerkbar. Erwähnt werden sollte dabei allerdings, dass das Leagoo T5C zwar warm, aber keinesfalls heiß wird. Dass hier gedrosselt wird, kann entweder daran liegen, dass das Kühlsystem im Leagoo T5C nicht optimal ist, oder aber die entsprechende Konfiguration für das Thermal Throttling einfach zu aggressiv gewählt wurde. Direkte Aussagen zur Chip Temperatur lassen sich leider nicht treffen, da sich der Sensor nicht auslesen lässt.

​Der zweite Flaschenhals im Leagoo T5C ist die genutzte GPU. Spreadtrum setzt im SC9853 auf eine Mali T820 MP2 GPU, welche sich eher im Low-End Segment ansiedelt. Etwas mehr Grafikpower hätte dem Leagoo T5C gut gestanden, da reine CPU Leistung eben nicht alles ist. Zugegeben, im Alltag macht sich die Schwache GPU eher weniger bemerkbar, beim Spielen dafür umso mehr. Gänzlich ungeeignet für Spiele ist das Leagoo T5C zwar nicht, denn Asphalt Xtreme lässt sich mit um eine Stufe reduzierten Details oder der Auflösung, Dead Trigger 2 und Unkilled auf den höchsten Grafikeinstellungen einigermaßen flüssig spielen, man merkt aber hin und wieder schon deutlich, dass hier das Maximum ausgereizt wird - das gilt vor allem bei Unkilled, wo es bei Partikel Effekten gerne mal zu Rucklern kommt. Oz: Broken Kingdom ist ein Titel, welchen das Leagoo T5C nicht mehr packt. Auf den Einstellungen Ultra und Max ist das Spiel nicht mehr spielbar. Auf High kann man es spielen, merkt aber auch dann noch ein deutliches ruckeln. Erst ab Medium Grafikeinstellungen ergeben sich spielbare Frameraten, doch die Grafik ist dann eben nicht mehr so ansehnlich.

Der dritte Flaschenhals ist dann der Arbeitsspeicher. Und nein, das liegt gar nicht mal an der Größe von "nur" 3GB. Grundlegendes Multitasking ist auch damit noch möglich. Man kann problemlos zwischen 5 Apps hin und her wechseln, ohne dass diese neu geladen werden und man unter Umständen Inhalte verliert. Vielmehr ist die Geschwindigkeit ein Problem. Der Durchsatz erreicht nur wenig mehr als 1GB/s, was einfach extrem langsam ist. Bemerkbar macht sich das, wenn man größere Apps aus dem Hintergrund holt - z.B. Facebook, Google Maps oder einen gut gefüllten Chrome Browser. Der lahme RAM erzeugt dann eine deutliche Verzögerung, was manchmal so wirkt, als würde die App neu starten, was aber tatsächlich gar nicht der Fall ist. Leagoo hätte hier auf schnelleren RAM setzen sollen, was das Smartphone eine ganze Ecke flüssiger hätte wirken lassen.

Der interne Datenspeicher ist mit 32GB für heutige Verhältnisse relativ klein. Auch hier wurde ein relativ langsamer Speicher verbaut, der aber trotzdem noch akzeptable Datenraten erreicht. Beim Lesen sind es 178MB/s, was in der Preisklasse nicht Wirklich ein Grund zum Meckern ist. Beim Schreiben werden aber nur 89MB/s erreicht. Tatsächlich stören dürfte aber auch das kaum jemanden. Größere Datenmengen wird man auf dem Leagoo T5C ohnehin nie hin und her kopieren. Die Größe des Speichers stellt keinen Grund zur Sorge dar, solange man auf Dual SIM verzichten kann. In diesem Fall lässt sich das Leagoo T5C mit einer Micro SD Karte bestücken. Getestet haben wir das mit einer 128GB Karte, die auch problemlos erkannt wurde. Auf Wunsch lassen sich Micro SD Karten als interner Speicher formatieren. Dadurch wird die Karte mit dem internen Speicher "verschmolzen" und lässt sich dann auch für Apps nutzen. Der Durchsatz des Micro SD Slots ist mit 79MB/s beim Lesen und 38MB/s beim Schreiben überraschend gut.

Gespart wurde beim Leagoo T5C leider an den Sensoren. Das Smartphone bietet hier nur das absolute Minimum: Einen Annäherungssensor, einen Lichtsensor und ein Accelerometer. Ob das nun ein gravierender Nachteil ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Vermissen werden die meisten wohl nur einen Kompass, denn bei der Fußgängernavigation ist dieser einfach sehr praktisch, da er dafür sorgt, dass die Karte automatisch ausgerichtet wird. Das ist beim Leagoo T5C eben nicht der Fall. Das Fehlen eines Gyroskops ist halb so wild, da das Smartphone für VR Anwendungen ohnehin zu schwach ist. Was den Fingerabdruck Sensor auf der Front betrifft, sollte Leagoo noch versuchen zu optimieren. Prinzipiell ist der Sensor recht schnell, wird allerdings durch die Software ausgebremst. Weckt man das Leagoo T5C per Power Button auf und legt dann den Finger auf den Sensor, vergehen ca. 0,4 Sekunden bis das Smartphone entsperrt ist. Legt man den Finger jedoch im Standby auf den Sensor, vergeht eine Sekunde, manchmal auch Zwei. Auffällig ist zudem, dass der Sensor mit trockener Haut nicht gut klarkommt. Gerade in der kalten Jahreszeit ist das bei der Nutzung im Freien ein Problem. Hier zickt der Sensor oftmals und erkennt den Finger nicht richtig.

Fans einer Status LED werden sich freuen, dass diese beim Leagoo T5C vorhanden ist. Platziert wurde sie über dem Display, kann jedoch nur in blau aufleuchten. Etwas eigenartig ist, dass sie beim Laden konstant leuchtet, was eigentlich keinen Sinn macht, da sie ja den Ladestand nicht symbolisieren kann. Zur Verbindung mit dem PC und dem Aufladen kommt ein Micro USB Anschluss zum Einsatz. Heutzutage kann man das durchaus als Kritikpunkt sehen, da Typ-C immer mehr zum Standard wird. Tatsächlich gibt es eigentlich keinen Grund, warum man hier nicht Typ-C setzen könnte. Teurer gemacht hätte es das Smartphone sicherlich nicht. Wer auf OTG angewiesen ist, bekommt aber immerhin das geboten.

Leagoo T5C
Software

​Variante: ​Leagoo OS
​Android Version: ​Android 7.0 (32-Bit)
Sicherheitspatch beim Test: Januar 2018
Bloatware​:​Ja
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Ja (Trojaner in Leagoo Home)

​Beim Leagoo T5C wurde das Android wieder angepasst, was wir von Leagoo schon gewohnt sind. Hier sind die Anpassungen aber nicht so umfassend, wie wir das schon bei anderen Leagoo Smartphones gesehen haben. Das System sieht zwar an einigen Stellen etwas anders aus, es schimmert aber immer noch Stock Android durch. Leider ist das Leagoo T5C nicht frei von Bloatware. Es gibt einige Exra-Apps, welche von Leagoo vorinstalliert werden. Am meisten gestört hat uns dabei der Leagoo Launcher, welcher (laut Eset Mobile Security) mal wieder einen Trojaner enthält. Auch das ist bei Leagoo nichts neues, denn wir haben bisher auf jedem Gerät des Herstellers Schadsoftware gefunden. Mit Bordmitteln kann man den Leagoo Launcher leider nicht entfernen und auch nicht deaktivieren. Wir haben ihm deshalb einfach alle Rechte entzogen und den Google Now Launcher installiert. Trotzdem kann man nicht sagen, ob die enthaltene Schadsoftware nicht doch irgendwelche Hintertürchen hat, durch welche sie trotzdem aktiv werden kann. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, muss das Leagoo T5C rooten und kann den Leagoo Launcher dann löschen. Am besten wäre es natürlich, wenn Leagoo den Trojaner per Update entfernen würde. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dies passiert. Wir (und andere) haben der Hersteller in der Vergangenheit schon öfter auf die Schadsoftware aufmerksam gemacht. Zurück kamen jedoch immer nur Ausreden. Es wurde behauptet, dass es sich um "False Positives" handeln würde, anstatt die Missstände zu beseitigen.

Abseits davon gibt es glücklicherweise keine weiteren großen Stolpersteine. Der Google Play Store ist ab Werk installiert und funktioniert einwandfrei. Alle wichtigen Sprachen inklusive Deutsch sind auch an Bord. Was wir uns noch gewünscht hätten, wäre eine Möglichkeit das System mit dem Home Button statt den On-Screen Tasten zu steuern. Beim Leagoo Kiicaa Mix hatte man da eine sehr schöne Lösung gefunden. Durch Antippen gelangte man zurück, langes Berühren brachte einen zurück zum Home Screen und ein Wischen nach rechts oder links öffnete den App Switcher. Hätte man diese Art der Bedienung auch beim Leagoo T5C implementiert, hätte man dem Nutzer noch etwas mehr Platz auf dem Bildschirm zur Verfügung stellen können. Beim Leagoo Kiicaa Mix kann man durch Berühren des Fingerabdruck Sensors leider nur zum Home Screen zurückkehren oder durch eine längere Berührung den Google Assistant öffnen.

Ein weiteres Problem das beim Leagoo T5C besteht, ist die eingeschränkte Kompatibilität mit Apps. Das liegt aber nicht so sehr an der Software, sondern vielmehr am Prozessor. X86 Prozessoren sind in der Android Welt Exoten. Somit sind viele Apps nicht dafür optimiert. Das führt zwar nur selten dazu, dass eine App überhaupt nicht startet, kann jedoch zu Performance Engpässen führen. Im Test haben wir das vor allem bei Google Maps und Skype bemerkt. Diese Apps laufen extrem langsam und bremsen auch das gesamte Smartphone aus, solange sie im Hintergrund offen sind. Erst wenn man die App beendet, läuft das Leagoo T5C wieder rund. Eine App die sich bei uns überhaupt nicht starten ließ, war die Banking App der Fidor Bank. Hier müssen wir aber betonen, dass diese Probleme nur eine kleine Anzahl von Apps betreffen. Abseits der genannten Apps gab es bei unserem Test mit keinen anderen Apps Probleme.

Wer auf seinem Leagoo T5C nach dem ersten Start noch eine Firmware aus dem Jahr 2017 vorfindet und kein OTA Update angeboten bekommt, der muss manuell auf die neueste Firmware aktualisieren. Gearbest und einige andere Shops liefern offenbar noch Geräte aus, auf denen eine veraltete Firmware vorinstalliert ist, welche keine OTA Updates bekommt. Die neueste Firmware Version findet ihr hier. Dort findet ihr auch das nötige Flash Tool.

Leagoo T5C
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
3G: WCDMA 900/2100MHz
4G: FDD-LTE 800/850/900/1800/2100/2600MHz
       TDD-LTE B40
WLAN:​ ​WLAN 802.11b/g/n Single Band
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (Dual Nano SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Das Leagoo T5C bietet einen recht guten Mobilfunkempfang. Ganz auf Top-Niveau bewegt er sich zwar nicht, ist aber absolut ausreichend um ohne Einschränkungen telefonieren und surfen zu können. Band 20 LTE wird unterstützt, womit LTE auch auf dem Land funktioniert. Für die Telefonie bietet das Leagoo T5C VoLTE und VoWiFi Unterstützung auf beiden SIM Slots an. Dies ermöglicht das Telefonieren in hoher Qualität während auf dem anderen Slot eine Datenverbindung per LTE genutzt wird. Man kann sogar festlegen, ob VoWiFi priorisiert werden soll. WLAN wird leider nur mit den b/g/n-Standards unterstützt und damit im 2,4GHz Band. Das Leagoo T5C erreicht hier um die 36Mbit/s. Die Empfangsleistung ist sehr gut. Ein Stockwerk unter dem Router ändert sich der Durchsatz nicht. Bluetooth 4.0 funktioniert ebenfalls sehr gut und deckt ein komplettes Stockwerk ohne Aussetzer ab. Die GPS Leistung sieht im Trockentest mit der GPS Test App etwas schwach aus, was sich allerdings im Alltag nicht bemerkbar macht. GPS Tracking funktionierte auch in der Hosentasche ohne Abweichungen und beim Navigieren gab es keinerlei Auffälligkeiten.

Leagoo T5C
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

​Der Mono Lautsprecher im unteren Rahmen lässt uns mit gemischten Gefühlen zurück. Je nachdem was gerade abgespielt wird, klingt er entweder richtig gut oder richtig schlecht. Recht gut kommt er meistens mit Sprache und Bass-lastiger Musik klar und klingt dann ziemlich gut. Bei Inhalten mit hohem Anteil von höheren Frequenzen tendiert er dann jedoch zum Kratzen. Ein 3,5mm Anschluss ist beim Leagoo T5C vorhanden und wird angeblich von einem dedizierten Audio Chip befeuert. Nachprüfen lässt sich das nicht ohne weiteres, doch rein vom Klangbild her könnte das durchaus stimmen, denn der Anschluss liefert eine vergleichsweise hohe Lautstärke. Hinzu kommt, dass die Ausgabe auch richtig gut klingt und gut abgemischt wirkt. Musikhören macht damit quer durch alle Genres Spaß.

Beim Telefonieren fällt auf, dass die Ohrmuschel relativ leise ist. Dreht man sie aufs Maximum auf, hat man gerade einmal die Lautstärke erreicht, welche man im Alltag als angenehm empfindet. Telefoniert man mit dem Leagoo T5C in lauter Umgebung, hat man oft das Bedürfnis nach einer höheren Lautstärke, kann diese jedoch nicht erhöhen. Die Sprachqualität entspricht beidseitig der typischen Telefonqualität, wenn man sich im 2G Netz befindet. Telefoniert man mit VoLTE, VoWiFi oder im 3G Netz mit HD Codec, klingt die Gegenseite kristallklar. Man selbst kommt jedoch am anderen Ende manchmal etwas "übersteuert" an. Dies kommt interessanterweise nur in den genannten "HD Modi" vor, nicht jedoch bei normaler 2G / GSM Telefonie. Es dürfte sich hier also um einen Software Bug handeln.

Leagoo T5C
Kamera

​Hauptkamera: 13MP f/2.2 + 2MP
​Frontkamera: 5MP f/2.8
​Blitz:​Dual LED (zweifarbig)
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

​Das Leagoo T5C verfügt über eine Dual Hauptkamera mit einem 13MP Hauptsensor mit f/2.2 Blende, sowie einem 2MP Sekundärsensor. Die Frontkamera setzt auf einen 5MP Sensor mit f/2.8 Blende. Welche Sensoren genau verbaut sind und ob die Angaben so stimmen, konnten wir diesmal nicht nachprüfen, da uns nicht bekannt ist, in welchen Dateien man das bei Smartphones mit Spreadtrum Chips auslesen kann. Somit müssen wir den Angaben von Leagoo einfach mal vertrauen.

Zu Beginn waren wir von der Kamera nicht angetan, was sich im Laufe des Tests jedoch als Software Problem herausgestellt hat. Die Leagoo Kamera App taugt einfach nichts und sollte von euch nicht weiter beachtet werden. Sie erzeugt keine ordentlichen Fotos und ist noch dazu voll mit Fehlern. So geht zum Beispiel im Dunkeln beim Fokussieren der Blitz nicht an, wodurch man keine scharfen Bilder bekommt. Zudem gibt es beim Filmen keinen Autofokus und auch keine Möglichkeit manuell zu fokussieren.

Die Lösung für die Probleme ist das Nutzen der App Open Camera aus dem Play Store. Mit dieser Kamera App erzeugen beide Kameras bei Tag überraschend gute Bilder. Die Aufnahmen können sich für solch ein Billig-Smartphone wirklich sehen lassen und sehen größtenteils selbst auf einem großen Fernseher noch richtig gut aus. Die Farbwiedergabe entspricht der Realität, Schärfe und Details sind zufriedenstellend. Bei Tag bekommt man hier also durchaus eine brauchbare Kamera geboten. Schwierigkeiten mit dem Fokus gibt es nur bei Landschaftsaufnahmen in Verbindung mit schlechten Lichtverhältnissen

​Sogar Aufnahmen mit dem Blitz gelingen mit Open Camera noch recht gut und das sogar auf größere Distanz.

​Der in der Leagoo Kamera App vorhandene Bokeh Modus hat mit einem echten Bokeh Effekt leider nichts zu tun. Die Dual Kamera wird also nicht wirklich genutzt. Interessant ist, dass auch die Frontkamera einen synthetischen Bokeh Modus bietet, welcher sogar Kantenerkennung bietet. Doch auch das funktioniert mehr schlecht als recht.

​Mit Open Camera gelingen mit der Frontkamera bei ausreichend Licht ordentliche Selfies, die für die Preisklasse überdurchschnittlich gut aussehen. Bei Lichtmangel stellt sich dann aber schnell ein Bildrauschen ein, gegen das auch der Front Blitz nichts ausrichten kann.

Mit Open Camera lassen sich sowohl mit der Haupt- als auch der Frontkamera Full HD Videos aufzeichnen. Bei ausreichend Licht sehen die Aufnahmen in Ordnung aus. Der Ton klingt etwas flach, geht ansonsten aber in Ordnung. Die Hauptkamera unterstützt mit Open Camera kontinuierlichen Autofokus. Dieser arbeitet meistens recht flott und ohne nerviges Pumpen. Bei zu wenig Licht beginnen die Aufnahmen leider zu ruckeln und das gilt für beide Kameras.

Leagoo T5C
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ​ca. 3.050mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Nein

​Das Leagoo T5C soll mit einem 3.000mAh Akku ausgestattet sein. Bei einer externen Messung haben wir mit 3.050mAh sogar etwas mehr gemessen. Dennoch sollte man von dem Akku nicht zu viel erwarten, auch wenn hier ein 14nm Prozessor zum Einsatz kommt. X86 Chips waren schon immer weniger effizient und da bildet der Spreadtrum SC9853I keine Ausnahme. Bei gemäßigter Nutzung könnt ihr von einer Screen-On Zeit von etwa 5 Stunden ausgehen. Das reicht dann auch um durch den Tag zu kommen. Power-User werden allerdings Schwierigkeiten haben durch den Tag zu kommen. Das gilt vor allem dann, wenn die Kamera und das GPS viel genutzt werden, oder wenn viel gespielt wird. Aufgeladen wird das Leagoo T5C mit einem normalen 5V / 2A Netzteil. Leagoo spricht hier von Fast-Charging, was wir jedoch nicht bestätigen wollen. Es dauert etwa 2 Stunden um den Akku von 20 auf 100% zu laden. Bei einem 3.000mAh Akku ist das zwar ein akzeptabler Wert, doch Fast-Charging kann man das einfach nicht nennen.

Leagoo T5C
Fazit

​Das Leagoo T5C ist in den Grundlagen ein solides Low-Cost Smartphone. Für 90€ bekommt man hier ein überraschend gut verarbeitetes Gerät mit solider Ausstattung. Die Alltagstauglichkeit ist in unseren Augen absolut gegeben. Als problematisch sehen wir jedoch die Schadsoftware im Standard-Launcher an. Man kann zwar einen anderen Launcher nutzen, den Standard Launcher aber nicht ohne weiteres deaktivieren oder löschen. Hinzu kommt dann noch der relativ hohe Stromverbrauch des x86 Prozessors, welcher dazu führt, dass anspruchsvolle Nutzer nicht immer durch den Tag kommen werden. Hier hätte Leagoo auf einen größeren Akku setzen sollen. Unter Berücksichtigung dieser Punkte ist damit keine uneingeschränkte Kaufempfehlung mehr möglich.

Pro Contra
​+ Schlank, stabil und gut verarbeitet ​- Thermal Throttling
+​​ Eigenständiges Design-​​ Langsamer RAM
+​​ Ordentliches Display-​​ Kein Kompass
+​​ Guter Touchscreen-​​ Trojaner im Leagoo Launcher
+​​ Kratzfestes und oleophobisches Displayglas-​​ Telefonhörer zu leise
+​​ Potentiell viel Leistung (ausgebremst durch Thermal Throttling und langsamen RAM)-​​ Fake Dual Kamera (trotz "Chip-level optimized Dual Camera"-Werbung)
+​​ 3,5mm Anschluss mit gutem Klang-​ Mäßige Akkulaufzeit
​+ VoLTE und VoWiFi Unterstützung​- Kein Fast-Charging trotz Angabe
​+ Dual Standby LTE
​+ Ordentliche Kamera (mit Open Camera)
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Kommentare 1

Gäste - Wagemann am Dienstag, 24. April 2018 14:51
Hinweis Software

Hallo Danke für den Test habe mir eines gekauft leider bekommt man die Software nur mehr im Jahresabo die Seite kommt mir nicht sehr seriös vor habe den eindruck das dort gefälschte Firmware angeboten wird und seit eurem Test gibt es das Abo. (komischer zufall).
Danke Wagemann

Hallo Danke für den Test habe mir eines gekauft leider bekommt man die Software nur mehr im Jahresabo die Seite kommt mir nicht sehr seriös vor habe den eindruck das dort gefälschte Firmware angeboten wird und seit eurem Test gibt es das Abo. (komischer zufall). Danke Wagemann
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Donnerstag, 24. Mai 2018

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