Huawei P20 Pro Test

huawei-p20-pro-6 Huawei P20 Pro

​Mit dem P20 Pro hat Huawei bezüglich der Kamera ein wahres Technik Feuerwerk am Start. Die Hauptkamera besteht hier aus gleich drei Sensoren, einer davon mit 40MP. Gemeinsam mit der Unterstützung von künstlicher Intelligenz, will man hier die bisher beste Smartphone Kamera geschaffen haben. Ob das Huawei P20 Pro diesem Anspruch gerecht wird, und ob das Smartphone auch sonst überzeugen kann, haben wir für euch in unseren üblichen Alltagstest unter die Lupe genommen.

Huawei P20 Pro
Verpackung & Lieferumfang

​Das Huawei P20 Pro wird euch in einem typischen Smartphone Karton mit Deckel zum Abziehen geliefert. Die Verpackung fällt relativ kompakt aus und ist vom Footprint her nur geringfügig größer als das Smartphone selbst. Die Verpackung ist in weißer Farbe gehalten. Die Basis auf welcher der Deckel steckt ist rot gestaltet und spitzelt im geschlossenen Zustand durch einen dünnen Spalt hindurch. Im Inneren liegt das Smartphone oben auf, danach folgt das Zubehör.

Lieferumfang

  • 1x Huawei P20 Pro
  • 1x Schutzfolie (auf dem Smartphone)
  • 1x SIM Nadel
  • 1x Bedienungsanleitung
  • 1x Garantiekarte
  • 1x Schutzhülle für die Rückseite
  • 1x Huawei Super Charge Ladegerät
  • 1x USB Typ-C Kabel
  • 1x USB Typ-C auf 3,5mm Adapter
  • 1x USB Typ-C Kopfhörer (Apple EarPods Kopie)

Huawei P20 Pro
Design & Verarbeitung

​Das Huawei P20 Pro könnt ihr in drei Farbvarianten bestellen. Es gibt eine schlichte schwarze Version, eine einfache blaue Version und eine Twilight Version, deren Rückseite einen Farbverlauf von Blau zu Lila aufweist. Wir haben uns beim Kauf für die blaue Variante entschieden. Diese verfügt über eine schwarze Front, einen silbernen Hochglanz-Metallrahmen und eine zu allen Seiten hin in einem engen Radius abgerundete Glasrückseite die ebenfalls stark glänzt. Der Blauton der Rückseite ist relativ dunkel, wird aber durch den metallisch wirkenden Glanz aufgehellt. Je nachdem wie und in welcher Intensität Licht auf die Rückseite scheint, wirkt der Blauton dann heller oder dunkler. Bisher blieb die Rückseite bei unserem Testgerät frei von Kratzern, scheint also recht stabil zu sein.

Die beiden Tasten zur Lautstärkeregelung und zum Einschalten des Smartphones bestehen wie der Rahmen aus Metall und sitzen ohne zu wackeln fest an ihrem Platz. Den Druckpunkt hat Huawei gut gewählt. Die Tasten lassen sich weder zu leicht noch zu schwer drücken und geben ein deutliches, knackiges Feedback. Der Power-Button wurde mit einer roten Linie versehen, welche man auch spürt. Durch den Umstand, dass Huawei auf einen 3,5mm Anschluss verzichtet, wirkt der Rahmen vom P20 Pro ansonsten sehr clean und wird nur an wenigen Stellen unterbrochen. Auf der Oberseite findet man nur zwei kleine Öffnungen, einmal für das Umgebungsmikrofon und einmal für den Infrarot Blaster. Unten befinden sich zwei Grills für den Lautsprecher und das Sprachmikrofon. Dazwischen sitzt der USB Typ-C Anschluss. Der SIM Tray befindet sich beim Huawei P20 Pro links oben und fügt sich sehr genau in den Rahmen ein, wodurch er kaum auffällt.

Was uns am Huawei P20 Pro etwas stört, sind die stark aus der Rückseite hinausstehenden Kameramodule. Diese sorgen dafür, dass das Smartphone sich auf einem Tisch nicht ohne Wackeln bedienen lässt. Uns ist klar, dass die Kameras in diesem Fall mehr Platz benötigen, doch dies hätte man durch ein etwas dickeres Gehäuse ausgleichen können. Den zusätzlichen Platz hätte man dann auch zur weiteren Vergrößerung des Akkus nutzen können. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Verarbeitungsgenauigkeit. Versteht das nicht falsch, das Huawei P20 Pro ist sehr gut verarbeitet, doch für einen Preis von fast 900€ ist es legitim die Ansprüche etwas höher zu schrauben. Konkret betrifft die Kritik den Übergang vom rückseitigen Glas zum Metallrahmen, welcher zumindest bei unserem Testgerät nicht ganz gleichmäßig ausfällt. Man spürt eine deutliche Kante, die oben deutlicher zu spüren ist, als an den restlichen Seiten. In dem Spalt sammelt sich auch gerne Schmutz, was nicht gerade schön aussieht. Noch einmal: Die Verarbeitung ist schon gut, doch für den Preis wäre etwas mehr Liebe zum Detail angebracht gewesen.

Huawei P20 Pro
Display

​Größe: ​6,1 Zoll
Auflösung:​ ​2240 x 1080
Technologie​:OLED
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja (Gorilla Glass 5 beidseitig)
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Wenn es ums Display geht, sind wir beim Huawei P20 Pro etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite bekommt man hier ein qualitativ erstklassiges OLED Display geboten, welches an keinen der oftmals auftretenden OLED Macken leidet. Man sieht weder eine übermäßig starke Rasterung, noch zu intensive Farben, noch ein buntes Schillern bei steilen Blickwinkeln. Die Darstellung ist einfach gut, wunderbar natürlich und macht einfach Spaß. Wo nun das Problem liegt? An der Helligkeit! Das Display ist im Freien unter Sonnenlicht oft sehr schlecht ablesbar. Dabei ist gerade dieser Punkt bei einem Kamera Smartphone sehr wichtig. Man möchte ja schließlich erkennen, was genau man gerade fotografiert. Im Alltag geht das oft soweit, dass man irgendwie verzweifelt versucht, einen Schatten aufs Display zu bringen, um erkennen zu können, was dort vor sich geht. Die maximale Displayhelligkeit beträgt um die 440 Nits. Moderne LCD Panels und auch manche OLED Displays der Konkurrenz erreichen da deutlich höhere Werte. Die geringe Helligkeit ist auch in Bezug auf die HDR Video Unterstützung des Smartphones enttäuschend. Bei HDR Inhalten ist eine entsprechende Helligkeit des Bildschirms ein wichtiger Faktor, doch genau das ist hier eben nicht gegeben.

Ein weiterer wichtiger Punkt der angesprochen werden muss, ist der Notch. An dieser Stelle können wir nur jedem empfehlen sich dem gegenüber aufgeschlossen zu verhalten und den Notch nicht vorab zu verteufeln. Wir waren vor dem Test selbst skeptisch, müssen nun aber sagen, dass der Notch im Alltag absolut nicht stört und nach ein, zwei Tagen auch gar nicht mehr auffällt. Der Notch nimmt euch auch keinen Platz auf dem Bildschirm weg, da das Display verlängert wurde und der Notch sich in die Statusleiste einfügt. Unterm Strich bekommt ihr dadurch mehr Platz auf dem Bildschirm. Größer wird das Smartphone dadurch auch nicht, weil der obere Bildschirmrand größtenteils verschwindet. Und wer sich an der Optik vom Notch stört, der kann den Bereich um den Ausschnitt schwarz schalten (die Status Symbole werden dann immer noch angezeigt). Dadurch ist er optisch kaum noch war zu nehmen und das Design wirkt wieder wie gewohnt symmetrisch.

Der Touch Screen im Huawei P20 Pro unterstützt 10 Berührungspunkte und arbeitet soweit präzise und reagiert auch sehr empfindlich. Etwas Raum für Optimierung besteht dennoch, denn das Gefühl in der alltäglichen Nutzung entspricht nicht dem, was wir sonst in der gehobenen Preisklasse gewohnt sind. Zwar reagiert der Touch Screen ohne eine nennenswerte Eingabeverzögerung beim Wischen, doch beim Schreiben auf der On-Screen Tastatur sieht das anders aus. Hier entsteht zuweilen ein etwas zähes Schreibgefühl, welches einen künstlich ausbremst. Wir könnten uns vorstellen, dass dies an einem nicht perfekt austarierten Algorithmus zur Erkennung von Fehleingaben liegt. Das ist zwar am Ende kein wirklich gravierendes Problem, sondern eher ein Schönheitsfehler, sollte aber trotzdem möglichst bald behoben bzw. optimiert werden. Bezüglich der Kratzfestigkeit verhält es sich mit der Front genauso wie mit der Rückseite. Dank Gorilla Glass 5 blieb diese bisher kratzfrei. Das leicht fettabweisende Finish hält Abdrücke in Schach und sorgt für ein gutes Gleitverhalten.

Huawei P20 Pro
Hardware & Performance

​Prozessor: ​HiSilicon Kirin 970
4x ARM Cortex A53 @1,844GHz
4x ARM Cortex A73 @2,362GHz
GPU:​ ​Mali G72 MP12 (850MHz)
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR4X (12,03GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​128GB UFS 2.1 (834 / 209MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Nein
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Front)
​Sensoren:​Accelerometer, Kompass, Ausrichtung, Annäherung, Licht, Lineare Beschleunigung, Gyroskop, Hall, Magnetfeld, Schrittzähler, Rotationsvektor, RPC, Lichtfarbe
Besonderheiten:​Neural Processing Unit (NPU), RGB Status LED, USB Typ-C 3.1
Abmessungen / Gewicht:​​155 x 73,9 x 7,8mm
180g

​Mit dem HiSilicon Kirin 970 kommt im Huawei P20 Pro kein neuer Prozessor zum Einsatz. Der Kirin 970 kam bereits im 2017 vorgestellten Huawei Mate 10 zum Einsatz. Der Prozessor ist laut Benchmarks theoretisch in etwa so leistungsfähig wie ein Snapdragon 835, bietet jedoch den Vorteil einer integrierten NPU, welche für KI Berechnungen zuständig ist und derlei Prozesse deutlich und effizient beschleunigt. Im Alltag wird allerdings schnell klar, dass der Kirin 970 dem Snapdragon 835 nicht gewachsen ist und tatsächlich etwas langsamer unterwegs ist. Gleich vorweg: Wir meckern hier auf hohem Niveau! Da das Preisniveau aber ebenfalls hoch ist, ist das legitim. Kurzum, das Huawei P20 Pro fühlt sich im direkten Vergleich langsamer an als z.B. ein Xiaomi Mi Mix 2 (mit Snapdragon 835), welches nebenbei bemerkt deutlich günstiger ist. Der Unterschied ist nicht signifikant, aber spürbar. Hier und da gibt es mal eine Denkpause mehr, ein paar Stotterer dort und beim Spielen ist ebenfalls eine etwas geringere Framerate festzustellen. Ohne Frage ist das Huawei P20 Pro ein sehr schnelles Smartphone, wer aber in Sachen Performance nach dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, der ist hier absolut falsch. Das Huawei P20 Pro ist ganz klar für Fotografen gedacht, nicht für Geschwindigkeitsfanatiker und Hardcore Gamer.

Wenn es um die Kaufentscheidung bezüglich der Speicher Variante geht, macht Huawei es euch einfach. Es gibt schlicht nur eine Version. Das P20 Pro ist mit 6GB LPDDR4X RAM und 128GB UFS 2.1 Speicher ausgestattet. Beide erreichen auch eine ordentliche Geschwindigkeit, wobei der UFS 2.1 Speicher jedoch beim Schreiben etwas enttäuscht. Mit nur 200MB/s wird hier ein vergleichsweise geringer Wert erreicht. Eine Möglichkeit zur Erweiterung des Speichers ist nicht vorhanden. Bei den Sensoren biete das Huawei P20 Pro eine Vollausstattung ohne Aussetzer. Der Fingerabdruck Sensor auf der Front arbeitet sehr schnell und hat im Alltag nahezu nie Aussetzer. Auch verschmutzte Finger stellen zumeist keine Herausforderung dar. Alternativ zum Fingerprint Scanner könnt ihr auch Face Unlock verwenden. Hier hat sich Huawei aber einen peinlichen Patzer geleistet, denn Face Unlock lässt sich trotz KI und NPU problemlos mit einem Foto des Besitzers überlisten. Das ist insbesondere deshalb lächerlich, da selbst ein deutlich kleinerer Hersteller wie OnePlus es geschafft hat, Face Unlock halbwegs sicher umzusetzen. Wer also auf Sicherheit wert legt, sollte von Face Unlock beim Huawei P20 Pro die Finger lassen. Man darf gespannt sein, ob Huawei die Zuverlässigkeit von Face Unlock mit den nächsten Updates verbessern kann.

Ein Highlight in der Ausstattung vom Huawei P20 Pro ist der USB Typ-C Anschluss. Dieser unterstützt nämlich den USB 3.1 Standard und damit den vollen Funktionsumfang des Typ-C Standards. Über den Anschluss ist nicht nur das Nutzen von Peripherie und die schnelle Übertragung von Daten möglich, sondern auch die Nutzung von USB Typ-C Hubs inklusive Videoausgang. Den Videoausgang nutzt Huawei sogar und bietet die Möglichkeit an, das Smartphone als PC Ersatz zu verwenden. Darauf werfen wir allerdings erst im nächsten Kapitel einen genaueren Blick. Ein weiterer erwähnenswerter Punkt ist das Vorhandensein einer RGB Status LED. Diese hat man im Notch unterbringen können. Zwar fällt die LED recht klein aus, ist aber auffällig genug um sie zu bemerken - auch bei Tag.

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Huawei P20 Pro
Software

​Variante: ​EMUI
​Android Version: ​Android 8.1.0
Sicherheitspatch im Test: März 2018
Project Treble: Ja
Google zertifiziert:​Ja
DRM Technologien:​ClearKey CDM 1.0, Widevine L1
Bloatware​:​Ja (zahlreiche Huawei Apps die teils auch mit Einblendungen nerven)
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

​Wie man es von einem aktuellen Flaggschiff Smartphone erwartet, kommt das Huawei P20 Pro mit aktuellem Android 8.1 Oreo daher. Der Sicherheitspatch war im Testzeitraum ebenfalls aktuell. Huawei nutzt auch hier die eigene Oberfläche EMUI. Ob man EMUI nun mag oder nicht ist wie so oft Geschmackssache. Einerseits bietet EMUI viele interessante Funktionen und lässt dem Nutzer auch einen gewissen Freiraum bezüglich der Usability (den Launcher kann man z.B. mit und ohne App Drawer konfigurieren), andererseits wirkt EMUI allerdings an vielen Stellen auch etwas unübersichtlich und überladen, woran man sich aber - der Wille dazu vorausgesetzt - gewöhnen kann.

Was man an EMUI definitiv kritisieren muss, ist die zahlreich vorhandene Bloatware. Hier tummeln sich viele Huawei-eigene Apps, welche die meisten im Alltag vermutlich nie nutzen werden. Das Vorhandensein alleine wäre auch gar nicht so schlimm. würden einen die Apps, welche man nie auch nur einmal geöffnet hat, einen nicht immer wieder mal mit Benachrichtigungen nerven und damit auf sich aufmerksam machen. Beim Einrichten nutzt Huawei eine recht fragwürdige Methode um einem noch mehr Bloatware unterzujubeln. Im letzten Schritt erscheint ein Assistent, der einem anbietet verschiedene "empfehlenswerte" Apps zu installieren. Das Dreiste daran: Mann kann hier nicht auf die Auswahl verzichten. Es muss mindestens eine App gewählt werden, um die Einrichtung abschließen zu können. Zumindest ist es das, was Huawei einem suggeriert. Geht man einen Schritt zurück und sieht nochmal genau hin, dann findet man einen relativ leicht zu übersehenden Button, mit dem man den Schritt überspringen kann.

Kritik müssen wir zudem bezüglich der Stabilität und dem Reifegrad der Software ausüben. Für 899€ ist es legitim eine fehlerfreie Software zu erwarten. Leider ist das nicht gegeben. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel Google Maps, welches auf dem Huawei P20 Pro nicht korrekt funktioniert. Die App läuft extrem langsam und ist somit nicht nutzbar. Etwas besser wird es, wenn man in den Displayeinstellungen die Auflösung auf 720p herunter setzt. Doch auch dann ruckelt Google Maps noch stark. Das Problem ist bereits in zahlreichen Foren ein Thema, wurde von Huawei bisher jedoch nicht angegangen. Es gibt ein paar Workarounds, welche das Problem lösen sollen, jedoch nicht bei allen Nutzern funktionieren. Hinzu kommt, dass wir in den rund anderthalb Wochen Alltagsnutzung immer wieder Abstürze hinnehmen mussten. Diese Abstürze erstrecken sich von sich plötzlich beenden Apps bis hin zu kompletten Neustarts des Smartphones. Hier muss Huawei also noch dringend nachbessern.  Update vom 24. April 2018: Das letzte Software Update hat die Probleme behoben.

Ein wirklich nützliches Feature von EMUI auf dem Huawei P20 Pro ist die Möglichkeit das Smartphone als einen PC Ersatz zu nutzen. Hierzu muss man es lediglich per Typ-C Adapter an einen externen Bildschirm anschließen und schon startet der Desktop Modus, welcher optisch an Remix OS erinnert und die Nutzung von Apps in Fenstern mit echtem Multi-Tasking ermöglicht. Das schöne daran ist, dass man hierfür kein spezielles Dock kaufen muss, sondern das Feature wirklich mit jedem beliebigen Typ-C Hub oder Adapter nutzen kann. Prinzipiell funktioniert das auch wirklich gut. Die Geschwindigkeit des Systems überzeugt und man kann sogar mit einem gut gefüllten Chrome Browser noch recht flüssig arbeiten. Die Wiedergabe von hochauflösenden 4k Videos, inklusive 4k YouTube Videos in Chrome, funktioniert ebenfalls problemlos. Schade ist jedoch, dass auch das Desktop System noch nicht ganz ausgereift wirkt. Das überrascht vor allem deshalb, da diese Funktion nicht neu ist. Schon beim Huawei Mate 10 gab es diesen Desktop Modus. Dennoch gibt es weiterhin Apps, die sich einfach nicht nutzen lassen und vom System gar nicht erst eingeblendet werden. Dazu zählen auch Google Apps wie z.B. Maps, Gmail oder Google Fotos. Netflix wird ebenfalls nicht angezeigt. Zudem gibt es noch Raum für Verbesserungen beim nutzen von Video Inhalten. Bis auf den Huawei-eigenen Player ist nämlich keine App in der Lage eine echte Vollbild-Wiedergabe zu bieten. Wählt man z.B. in Chrome in einem YouTube Video den Vollbild Modus an, bleiben weiterhin die Fensterleiste und Taskleiste sichtbar. Auch hier würden wir uns noch Nachbesserungen seitens Huawei wünschen um das Nutzungserlebnis perfekter zu machen.

Huawei P20 Pro
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: Globale Frequenzabdeckung in 2G, 3G und 4G (inkl. Band 20)
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac mit MU-MIMO
Bluetooth:​​Bluetooth 4.2
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Dual Nano SIM
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Der Mobilfunkempfang ist eine ganz große Stärke des Huawei P20 Pro. Das Smartphone liefert mit Abstand die beste Empfangsleistung die wir bisher erlebt haben. Hier in Donauwörth ist das O2 3G Netz sehr schlecht ausgebaut. An vielen Orten ist man es gewohnt maximal Edge zu empfangen. Schon vom ersten Tag an hat uns das Huawei P20 Pro sehr überrascht. Beim Auspacken im Studio haben wir für gewöhnlich nur Edge Empfang. Alle bisher getesteten Smartphones hatten dort nur 3G Empfang, wenn man aus einem besser abgedeckten Raum kam und bereits eine Verbindung bestand. Die Signalstärke beträgt dort z.B. bei einem OnePlus 5T zwischen ein und zwei Balken. Beim Huawei P20 Pro dagegen hatten wir DIREKT nach dem Auspacken 3G Empfang im Studio. Und das nicht mit ein oder zwei Balken, sondern mit Drei! Und nein, das liegt definitiv nicht an einer geschönten Anzeige, denn ein Speedtest bestätigt eine stabile und relativ performante Verbindung. Und genau diese Erfahrung haben wir im Verlauf des Tests noch an sehr vielen anderen Stellen machen dürfen, an denen wir normal auf Edge zurückfallen. Das Huawei P20 Pro bietet also eine enorm gute Empfangsleistung und dürfte damit zum Besten gehören, was man diesbezüglich aktuell bekommen kann.

Im WLAN sieht es beim Huawei P20 Pro nicht viel anders aus. Die Empfangsleistung kann sich auch hier sehen lassen und ermöglicht im gesamten Haus hohe Datenraten mit einem Minimum von etwas unter 100Mbit/s im am weitesten vom Router entfernten Raum. Im Tethering Betrieb und damit bei Nutzung des Smartphones als WLAN Router ist die Reichweite auch sehr gut. Die meisten Smartphones schaffen es nicht, mehr als ein Stockwerk abzudecken. Das Huawei P20 Pro schafft nahezu zwei Stockwerke (bei besonders weit entfernen Räumen gibt es Probleme). Hinzu kommt die Unterstützung von MU-MIMO, was die Leistung verbessert, wenn mehr als nur ein Endgerät zum WLAN Hotspot verbunden ist. Das Huawei P20 Pro kann darüber hinaus auch als WLAN Repeater genutzt werden. Eine entsprechende Option ist in den Einstellungen vorhanden und vergrößert auf Wunsch ein bestehendes WLAN Netz. Bei all dieser Perfektion ist eines aber überraschend: Das Huawei P20 Pro kann nur Bluetooth 4.2 und nicht den neueren Bluetooth 5.0 Standard. Dafür gibt es aber NFC, was ja auch alles andere als ein Standard Merkmal ist.

Und wie sieht es beim GPS aus? Nun, ihr vermutet es wahrscheinlich schon. Auch hier enttäuscht das Huawei P20 Pro nie. Bewölkung, das Tragen in der Hosentasche oder die Platzierung mitten im Auto statt am Fenster - all das resultiert in nur geringen Beeinträchtigungen die in der Praxis keine Auswirkungen haben. Genaues Tracking und Navigieren war im Test unter allen Umständen möglich.

Huawei P20 Pro
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Stereo
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​USB Typ-C Adapter
Dedizierter Verstärker:​​USB Typ-C Adapter

​Was den Klang der internen Lautsprecher betrifft, liegt das Huawei P20 Pro an der Spitze aller bisher von uns getesteten Android Smartphones. Das Gerät nutzt einen Lautsprecher in der Unterseite vom Rahmen und erzeugt mithilfe des Telefonhörers einen Stereo Effekt. Wer mit dem Huawei P20 Pro mal einen Film ansieht oder basslastige Musik hört, wird überrascht sein, wie viel Bass das Handset liefern kann. Dabei kommt es auch bei hoher Lautstärke (und diese kann wirklich sehr hoch werden) nicht zum Kratzen bzw. Übersteuern. Man bekommt auch nicht das Gefühl, dass der Klang unausgewogen ist. Bässe übertönen fast nie die Mitten und Höhen oder umgekehrt. Insgesamt ein wirklich rundes Klangerlebnis, welches die Nutzung von Kopfhörern in einigen Situationen obsolet macht.

Lobenswert ist, dass Huawei dem P20 Pro nicht nur einen Typ-C auf 3,5mm Adapter beilegt, sondern auch gleich noch Typ-C Kopfhörer dazu packt. Hierbei handelt es sich jedoch um eine 1:1 Kopie der Apple Earpods. Ob das nun von Vor- oder Nachteil ist, ist Geschmackssache und eine Frage der Ohrform. Wir werden mit der Form der Huawei Höhrer genauso wenig warm wie mit der von den original Apple Earpods. Außer Frage steht allerdings, dass die Kopfhörer für ein Inklusivprodukt einen wirklich guten Klang liefern. Ordentlich viel Bass, eine gute Dynamik und eine ausreichend hohe Maximallautstärke zeichnen sie aus. An die Klarheit unserer Xiaomi Hybrids mit Doppel-Treiber kommen sie aber nicht heran. Auch die Schallabdichtung ist nicht gegeben, was aber in manchen Situationen natürlich von Vorteil sein kann (im Zug, beim Radfahren).

Da die Ohrmuschel auch als Medienlautsprecher genutzt wird, ist hier ein relativ hochwertiger Lautsprecher verbaut, welcher dadurch auch beim Telefonieren eine gute Figur macht. Eine gute Fülle, hohe Maximallautstärke und klare Wiedergabe sind hier gewährleistet und sorgen gemeinsam mit der generell guten Sprachqualität für ein ordentliches Klangerlebnis beim Telefonieren. Nutzt man gerade HD Telefonie, VoWiFi oder VoLTE, klingt das Gesprochene beidseitige glasklar. Die Mikrofone sorgen auch beim Gegenüber für eine richtig gute Verständlichkeit. Umgebungsgeräusche werden sehr zuverlässig gefiltert.

Huawei P20 Pro
Kamera

​Hauptkamera: ​Hauptsensor: 40MP f/1.8 Weitwinkel
Zweitsensor: 20MP f/1.7 Monochrom für Tiefenerfassung
Drittsensor: 8MP f/2.4 mit 3-fach optischem Zoom
​Frontkamera: ​24MP f/2.0 mit festem Fokus
​Blitz:​Dual LED, zweifarbig
​Fokus:​PDAF + Dual Pixel + Laser
​Slow Motion:​Bis zu 960fps @720p (1 Sekunde)

In der Werbung verspricht Huawei, dass mit dem P20 Pro Fotografie nie wieder so sein wird wie zuvor. Und ja, in mancherlei Hinsicht stimmt das tatsächlich. Die drei Kameras und der 40MP Sensor mögen übertrieben erscheinen, doch nutzt man die Kamera im Alltag, wird man schnell merken, dass dieses Set-Up absolut gerechtfertigt ist. Selbst nach über einer Woche Alltagsnutzung sind wir nach wie vor immer wieder von der Kamera begeistert. Das liegt am Detailreichtum der Aufnahmen, an der Zuverlässigkeit der Kamera, an den KI Funktionen, welche fast immer zuverlässig die optimalen Farbeinstellungen findet und an zahlreichen weiteren Punkten, welche die Kamera zur wahrscheinlich besten Smartphone Kamera machen, die man derzeit im Smartphone Bereich bekommen kann. Die Ergebnisse vom Huawei P20 Pro kann man oftmals nicht von einer richtigen Kamera, sei es nun eine System Kamera oder eine Spiegelreflex Kamera unterscheiden. Sicherlich mag es Situationen geben, in denen auch ein Huawei P20 Pro eine echte Spiegelreflex Kamera nicht ersetzen kann, dennoch kommt es den Ergebnissen oft erschreckend nahe. Viele Worte braucht es nicht um zu beschreiben wie grandios die Kamera im Huawei P20 Pro funktioniert. Bilder sagen mehr als tausend Worte, lasst sie auf euch wirken.

​Die KI im Huawei P20 Pro erkennt in Echtzeit was ihr gerade fotografieren wollt, und findet so die perfekten Einstellungen. Bei Landschaftsaufnahmen sorgt sie für einen blauen Himmel, bei Essen für satte und appetitliche Farben. Tiere und Blumen werden ebenfalls erkannt. Das alles funktioniert erstaunlich gut und zuverlässig und wertet die Ergebnisse deutlich auf, ohne dass man einen Finger rühren muss. Wer trotzdem lieber ohne KI fotografiert, der kann diese abschalten oder in den manuellen Modus (Pro Modus) wechseln, um die komplette Kontrolle zu erhalten.

​Das Huawei P20 Pro ist der Meister des Zooms. Wir haben bisher kein Smartphone getestet, welches einen derart guten Zoom abliefern konnte. 3-fach optischer Zoom bildet einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem sonst üblichen 2-fach optischen Zoom. Die Qualität der Bilder ist exzellent, wenngleich man hin und wieder leichte farbliche Unterschiede bemerkt und die Leistung bei Nacht je nach Situation durch die kleinere Blende etwas nachlässt. Der optische Bildstabilisator der Zoom-Optik und die Auslösezeit sind derart gut, dass auch schwankender Untergrund oder wacklige Hände verdammt gut ausgeglichen werden und am Ende auch noch ein scharfes Bild herauskommt. Und wenn das Bild mal nicht ganz scharf ist, springt wieder die KI mit der Meldung "Bild wird geschärft, bitte Gerät ruhig halten" ein und sorgt dafür, dass das Ergebnis am Ende doch wieder brauchbar ist. Am beeindruckendsten ist die KI Leistung jedoch, wenn man den 5-fach Zoom nutzt. Hier wird der optische Zoom mit digitalem Zoom kombiniert. Durch die Berechnungen der KI ist damit ein mit nur geringen Verlusten behafteter Digitalzoom möglich. Und das ist tatsächlich keine falsche Werbeversprechung. Es ist in der Tat beeindruckend, wie gut mit dem 5-fach Zoom geschossene Bilder selbst auf einem großen Bildschirm noch aussehen.

​Bokeh Aufnahmen sind ein weiterer Punkt in dem das Huawei P20 Pro absolut glänzen kann. Sehr praktisch ist, dass das Smartphone automatisch einen Bokeh Effekt erzeugt. Die Software macht einen sehr guten Job darin zu entscheiden, wann der Bokeh Effekt angebracht ist und wann er nicht passt. Hinzu kommt, dass der Bokeh Effekt immer die richtige Intensität hat. Dadurch wirkt er nie unnatürlich oder deplatziert, was die Illusion, man würde ein Bild von einer "richtigen" Kamera betrachten, verstärkt. Wer gerne einen etwas intensiveren Bokeh Effekt haben möchte, der kann den Blenden-Modus nutzen. Hier kann man den gewünschten Blendenwert frei wählen und somit die Intensität des Bokeh Effektes selbst bestimmen. Beeindruckend ist immer wieder, wie genau und zuverlässig der Bokeh Modus Effekt beim P20 Pro funktioniert. Man bewegt sich hier auf demselben hohen Niveau, welches wir schon im OnePlus 5T Test gelobt haben, und setzt dem noch eine Schippe drauf. Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Smartphones, ist das Huawei P20 Pro nämlich in der Lage, auch bei einem Abstand von mehreren Metern zum fokussierten Objekt noch einen anständigen Bokeh Effekt zu erzeugen. Bei den meisten Geräten liegt der Maximalabstand bei einem Meter. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten.

Wenn es ums Fotografieren bei wenig Licht oder Nacht geht, hat das Huawei P20 Pro ebenfalls so einiges zu bieten. Schon im normalen Foto Modus schlägt sich das P20 Pro bei Nacht sehr gut. Bei völliger Dunkelheit in der Innenstadt bei Sraßenlicht geschossene Bilder sehen wirklich gut aus. Gestochen scharf, voller Details und unglaublich hell, wenn man bedenkt, dass die Auslösezeit nicht länger ausfällt als bei Tag. Die Aufnehmen sehen teilweise so aus, wie man es bei anderen Smartphones mit Stativ und langer Belichtungszeit kennt. Im Klartext bedeutet das, dass man meistens auf Langzeitbelichtung verzichten kann.

Will man noch etwas mehr herausholen, jedoch kein Stativ mit sich herumschleppen, dann hilft der Nachtmodus. Huawei nutzt hier alle Sensoren plus den 40MP Sensor um mittels KI-Bildstabilisierung Aufnahmen mit einer Belichtungszeit von bis zu 5 Sekunden ohne Stativ zu ermöglichen. Wir haben das Feature während des Testzeitraums einige Male genutzt und waren jedes Mal aufs Neue verblüfft, wie gut das funktioniert. Bei jedem anderen Smartphone würde das Resultat aussehen wie eine Lichtzeichnung. Das P20 Pro dagegen liefert überraschend scharfe und detaillierte Aufnahmen. Ganz so scharf wie mit einem Stativ werden die Bilder zwar nicht, doch brauchbar sind sie.

Natürlich sind auch Aufnahmen mit klassischer Langzeitbelichtung möglich. Und auch hier schlägt sich das P20 Pro wieder sehr gut. Im Pro Modus sind Belichtungszeiten von bis zu 30 Sekunden möglich. Sind jedoch halbwegs ausreichend künstliche Lichtquellen vorhanden, kommt man nie über die 5 Sekunden hinaus. Die 30 Sekunden eignen sich übrigens wunderbar um Aufnahmen von Sternen zu machen. Das Resultat ist selbst bei völliger Dunkelheit verblüffend. Mondlicht reicht aus, um die Landschaft deutlich sichtbar auf das Foto zu zaubern.

Die Lichtstärke der Kamera hilft übrigens auch bei Aufnahmen mit Blitz. Der Doppel-LED-Blitz selbst ist schon sehr hell, womit die Kamera mit Blitz sehr gut ausgeleuchtete Aufnahmen erzeugt. Auch größere Räume sind möglich, ohne dass es zu einem signifikanten Verlust von Details oder Rauschen kommt. Der Laser Fokus hilft bei Dunkelheit den Fokus korrekt einzustellen.

Etwas enttäuschend ist die Frontkamera. Auf dem Papier macht diese mit 24MP zwar einen guten Eindruck, geht aber bei der guten Leistung der Hauptkamera etwas unter. Ohne Frage liefert die Frontkamera ordentliche Aufnahmen, benötigt aber perfekte Lichtverhältnisse. Zu wenig Licht führt schnell zu matschig wirkenden Bildern und bei Gegenlicht leider der Detailreichtum ebenfalls. Zusätzlich entsteht dann auch gerne ein milchiger Schleier. Die Frontkamera ist übrigens auch in der Lage Bokeh Aufnahmen zu machen. Da jedoch eine zweite Kamera für die Tiefenerfassung fehlt, funktioniert das nicht ganz zuverlässig und braucht manchmal mehrere Anläufe. Am besten gelingen Bokeh-Selfies bei perfekter Ausleuchtung.

Videos könnt ihr mit der Hauptkamera in bis zu UHD Auflösung aufzeichnen (30fps). 60fps sind erst ab Full HD möglich. Full HD bietet zudem eine bessere Bildstabilisierung. Bei UHD Aufnahmen ist die Bildstabilisierung erst dann richtig spürbar, wenn man den Zoom verwendet. Die Qualität der Videos ist sehr gut. Fast noch beeindruckender ist aber die Audioqualität. Das Smartphone zaubert wirklich die gesamte Klangkulisse ins Video und man hört Details, welche man in Natura noch gar nicht wahrgenommen hat. Dabei kommt es aber nie dazu, dass Hintergrundgeräusche die Geräusche im Vordergrund (z.B. Sprache) übertönen. Wer auf den Ton viel wert legt, wird mit dem Huawei P20 Pro seine Freude haben. 

Der Bildstabilisator arbeitet beim Filmen ebenfalls sehr zuverlässig. Selbst bei 5-fachem Zoom werden relativ starke Bewegungen noch gut ausgeglichen und es sind sogar sanfte Schwenks möglich, ohne dass der Stabilisator anfängt zu zucken. Ein weiteres tolles Feature ist der KI-basierte vorausschauende Fokus. Das Smartphone analysiert das Bild und die Bewegungen und versucht daraus abzuleiten, wie der Fokus im nächsten Moment gesetzt werden muss. Dies führt dazu, dass der Fokus enorm schnell reagiert, fast immer auf Anhieb perfekt sitzt und noch dazu mit herausfordernden Situationen sehr gut klar kommt. Beispiel: Filmt einen dünnen Ast der sich im Wind hin und her bewegt mit einem beliebigen Smartphone als Nahaufnahme. Bei den meisten Geräten versagt der Fokus komplett oder verliert das Objekt immer wieder. Beim Huawei P20 Pro wird der Ast dagegen - bis auf gelegentliche kleine Aussetzer - fast immer perfekt in Szene gesetzt sein.

Die Frontkamera kann Videos mit bis zu 1080p Auflösung aufnehmen. Die Option dafür ist jedoch sehr gut versteckt. Man muss zuerst den Beauty Modus deaktivieren, welcher standardmäßig aktiv ist. Mit diesem sind nur 720p Aufnahmen verfügbar. Erst wenn man den Modus deaktiviert, erscheint plötzlich die Full HD Option in den Einstellungen. Die Qualität der Videos ist gut, unterliegt jedoch denselben Einschränkungen wie Selfies.

Freunden von Slow Motion Aufnahmen wird es freuen, dass das Huawei P20 Pro mit bis zu 960fps aufnehmen kann - und das in HD Auflösung. Der Haken an der Sache ist, dass man damit nur maximal eine Sekunde aufnehmen kann und die Qualität nicht die Beste ist. Das gezielte Timen von Aufnahmen wird durch die kurze Dauer und der Latenz bevor die Aufnahme tatsächlich startet erschwert. Nichts desto trotz lassen sich damit eindrucksvolle Ergebnisse erzielen, die eine Dauer von etwa 10 Sekunden haben.

Huawei P20 Pro
Akku

​Kapazität (Angabe): ​4.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ​4.126mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja (Huawei SuperCharge)​

​Mit 4.000mAh hat das Huawei P20 Pro für seine geringe Dicke einen recht großen Akku an Bord. Zu viel solltet ihr davon jedoch nicht erwarten. Das Huawei P20 Pro bringt einen zwar problemlos durch den Tag, zwei Tage zu erreichen ist jedoch schwer. Dazu muss man die Nutzung schon stark einschränken. Meistens war der Akku bei uns am Ende des Tages (spät Abends) auf 20% entladen, wenn das Gerät den ganzen Tag über im Outdoor Einsatz war, wo dann auch die Kamera und das GPS entsprechend genutzt wurde. Um auf zwei Tage zu kommen, mussten wir die Nutzung auf den Büro Einsatz reduzieren - also nur WLAN, keine Kamera, kein GPS, kein Surfen über Mobilfunk. Im Schnitt verbrauchte das Gerät bei uns bei aktivem Bildschirm 14,7% pro Stunde, im Standby 0,6% pro Stunde und im Mischbetrieb 6,7% pro Stunde. Die ca. erreichbare Screen-On Zeit beträgt laut Statistik mit einer vollen Akkuladung 6:48 Stunden. Aufgeladen wird der Akku im P20 Pro mit der Huawei-eigenen SuperCharge Technik. Wirklich vom Hocker haut uns die Ladezeit jedoch nicht. Zwar lässt sich der Akku flott auf 60% pushen, doch für eine volle Ladung vergehen trotzdem knapp zwei Stunden. Ohne Frage kein schlechter Wert, aber es geht heutzutage definitiv schneller.

Huawei P20 Pro
Fazit

​Das Huawei P20 Pro ist ein interessantes Flaggschiff Smartphone, welches neue Maßstäbe in der Smartphone Fotografie setzt. Die Kamera hat es tatsächlich geschafft mehr als nur einmal für einen offenen Mund zu sorgen und macht einfach enorm viel Spaß. Wer viel Wert auf die Kamera in einem Smartphone legt, kommt aktuell kaum um das P20 Pro herum. Doch wie sieht es aus, wenn man nach einem Allrounder sucht, bei dem einfach alles stimmt, bei dem aber auch eine "gute" Kamera völlig ausreichend ist? Genau das ist der Punkt an dem wir kritisch werden. Wir sind nämlich der Ansicht, dass das Huawei P20 Pro sein Geld (900€ !) nicht mehr wert ist, sobald man nicht unbedingt die perfekte Smartphone Kamera haben will. Wer sich an diesem Punkt mit weniger zufrieden gibt, kann das Preis-Leistungs-Verhältnis mit anderen Geräten deutlich besser gestalten. Versteht das nicht falsch. Das P20 Pro ist ein tolles Smartphone, aber es ist eben auch verdammt teuer und damit nicht für jedermann geeignet, da es den Preis abseits der tollen Kamera nicht durchweg rechtfertigt. Es verhält sich da ein bisschen so wie mit den iPhones. Liebt man das Produkt, bestimmte Funktionen / Merkmale und das Ökosystem, zahlt man auch das Geld. Gibt man sich auch mit anderem zufrieden, bleibt das Portemonait höchstwahrscheinlich zu.

Pro Contra
​+ Schönes Display ​- Verarbeitungsgenauigkeit wird dem Preis-Niveau nicht an allen Stellen gerecht (Übergang Glas / Metall)
+​​ Schickes Design mit kratzfestem Glas-​​ Display zu dunkel für direktes Sonnenlicht
+​​ Gutes Display mit nicht störendem Notch-​​ Prozessor für die Preisklasse zu schwachbrüstig, gefühlt langsamer als ein Snapdragon 835
+​​ Gute Alltagsperformance-​​ Face Unlock lässt sich mit Fotos überlisten
+​​ Schneller und großer Speicher-​​ (Noch) Instabiles System, Kompatibilitätsprobleme (Google Maps)
+​​ Sehr guter Fingerabdruck Sensor-​​ Enttäuschende Frontkamera (nicht schlecht!)
+​​ Echter USB Typ-C 3.1 Anschluss- Kein Bluetooth 5.0
​+ Betriebssystem mit Desktop Modus zur Nutzung als PC Ersatz
​+ Aktuelles Android 8.1
​+ Grandiose Empfangsleistung in allen Kategorien und NFC Unterstützung
​+ Sehr gute interne Lautsprecher (Stereo)
​+ Ordentliche Kopfhörer im Lieferumfang
​+ Sehr gute Sprachqualität
​+ Überragende Kameraleistung
​+ Ausreichende Akkulaufzeit
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Kommentare 7

Oliver am Montag, 23. April 2018 07:56
Interessanter Test

Ja, macht weiter so. Ist doch auch mal interessant zu lesen, was für Stärken und Schwächen ein sogenanntes Flaggschiff hat. Ob man dafür bereit ist 900 Euro zu berappen, ist jedem selber überlassen. Mir persönlich wäre zu teuer. Hab ihr vor, das Nokia 7 Plus zu testen? Mich würde beim 7 Plus auch die Kamera interessieren.

Ja, macht weiter so. Ist doch auch mal interessant zu lesen, was für Stärken und Schwächen ein sogenanntes Flaggschiff hat. Ob man dafür bereit ist 900 Euro zu berappen, ist jedem selber überlassen. Mir persönlich wäre zu teuer. Hab ihr vor, das Nokia 7 Plus zu testen? Mich würde beim 7 Plus auch die Kamera interessieren.
Christopher am Montag, 23. April 2018 10:21

Kann ich dir jetzt noch nicht sagen. Ist eine Frage des Budgets. Interessant wäre ein Test definitiv.

Kann ich dir jetzt noch nicht sagen. Ist eine Frage des Budgets. Interessant wäre ein Test definitiv.
Gäste - Enzio am Donnerstag, 19. April 2018 16:56
Idee

Interessant wären auch Tests der ASUS Zenfone-Reihe, denn gerade das Zenfone 4 soll ein extremer Preisbrecher sein mit seiner sehr guten Dualcam mit EIS+OIS für gerade mal 270€ Preis in Deutschland. Sind ja irgendwie auch Chinahandys. Ok, ASUS kommt eigentlich aus Taiwan, aber die nennen sich ja bis heute Republik China.

Interessant wären auch Tests der ASUS Zenfone-Reihe, denn gerade das Zenfone 4 soll ein extremer Preisbrecher sein mit seiner sehr guten Dualcam mit EIS+OIS für gerade mal 270€ Preis in Deutschland. Sind ja irgendwie auch Chinahandys. Ok, ASUS kommt eigentlich aus Taiwan, aber die nennen sich ja bis heute Republik China. :)
Dirk am Mittwoch, 18. April 2018 12:47
Toller Test!

Ich finde es wirklich gut, das Ihr auch mal Geräte abseits der üblichen China-Kracher testet (z.B. iPhone, Samsung, usw.). Da kann man dann gut erkennen, wo die Unterschiede zwischen den etablierten Marken und den 'jungen' Wilden liegen.
Ich bin ehrlicherweise ziemlich überrascht, dass Huawei sich beim Spitzenmodell solche Softwarepannen leistet. Ist man ja sonst nur von den günstigen China-Krachern gewöhnt. Wird interessant sein, ob und wie schnell Huawei die Macken ausbügelt.
Abgesehen von der Kamera bin ich ausstattungsmäßig vom P20 Pro etwas enttäuscht (z.B. kein drahtloses Laden).

Ich finde es wirklich gut, das Ihr auch mal Geräte abseits der üblichen China-Kracher testet (z.B. iPhone, Samsung, usw.). Da kann man dann gut erkennen, wo die Unterschiede zwischen den etablierten Marken und den 'jungen' Wilden liegen. ;) Ich bin ehrlicherweise ziemlich überrascht, dass Huawei sich beim Spitzenmodell solche Softwarepannen leistet. Ist man ja sonst nur von den günstigen China-Krachern gewöhnt. Wird interessant sein, ob und wie schnell Huawei die Macken ausbügelt. Abgesehen von der Kamera bin ich ausstattungsmäßig vom P20 Pro etwas enttäuscht (z.B. kein drahtloses Laden).
Christopher am Mittwoch, 18. April 2018 16:50

Wenn das gut ankommt werden wir das in Zukunft öfter machen.

Wenn das gut ankommt werden wir das in Zukunft öfter machen. ;)
Gäste - Enzio am Mittwoch, 18. April 2018 11:54
Nachdenklich

Die Frage ist, ob man wirklich 900€ für ein Smartphone ausgegeben möchte, das eigentlich nur mit der Kamera extrem heraussticht. Für den Preis und weniger bekommt man sehr gute echte Digitalkameras, die besser sind. Da kann ich mich dem Fazit wirklich anschließen, denn das Gesamtpaket ist nicht zu 100% stimmig für den Batzen Geld. Ansonsten wirklich ein hervorragender Test, wie immer bei euch. :-)

Die Frage ist, ob man wirklich 900€ für ein Smartphone ausgegeben möchte, das eigentlich nur mit der Kamera extrem heraussticht. Für den Preis und weniger bekommt man sehr gute echte Digitalkameras, die besser sind. Da kann ich mich dem Fazit wirklich anschließen, denn das Gesamtpaket ist nicht zu 100% stimmig für den Batzen Geld. Ansonsten wirklich ein hervorragender Test, wie immer bei euch. :-)
Christopher am Mittwoch, 18. April 2018 12:09

Danke dir

Danke dir :)
s_nophoto Huawei P20 Pro Test
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Gäste
Donnerstag, 24. Mai 2018

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