Finow X5 Test

Finow X5 Test

Hier bei ChinaMobileMag haben wir ja nun schon einige Smartwatches aus China getestet. Nur wenige davon waren aber wirklich zu gebrauchen. Bei den meisten Gerätschaften handelt es sich allenfalls um Spielereien, welche nicht mit Smartwatches mithalten können, welche auf Android Wear basieren. Doch selbst Android Wear Smartwatches dürften für viele nur eine Spielerei sein, denn auch diese sind nur in Verbindung mit einem Smartphone wirklich nützlich.

In China fragt man sich offenbar, warum das eigentlich so ist. Immerhin kann eine entsprechend ausgerüstete Smartwatch in bestimmten Situationen durchaus ein Smartphone ersetzen. Warum also nicht eine Uhr bauen, welche ein komplettes Smartphone in einem Uhrengehäuse beherbergt? Genau dieses Konzept verfolgt die Finow X5, welche wir nun eine Woche lang im Alltag getestet haben. Soviel vorweg: Die Smartwatch hat uns äußerst positiv überrascht. Alle Details dazu gibt es jetzt hier im Review!

Finow X5 Unboxing

Die Finow X5 kostet im Import zum Zeitpunkt des Tests 129 Dollar, was umgerechnet knapp 115€ entspricht. Deutlich weniger also, als beim Großteil der Konkurrenz mit Android Wear. Was bekommt ihr also dafür? Nun, zunächst einmal ist da ein recht schlicht wirkender, würfelförmiger Karton. Der Karton ist weiß und mit einem blauen Wrapper umzogen. Dieser trägt oben das Finow Logo, seitlich einen QR Code der zur Herstellerseite führt und außerdem ein paar Icons, welche die Schlüsselfunktionen symbolisieren.

Zieht man den Wrapper ab, blickt man auf den weißen Karton, den man nach oben hin aufziehen kann. Auf dem Deckel findet sich eine silberne, glänzende Einprägung einer Skizze der Finow X5. Seitlich findet man dann, ebenfalls in silberner Farbe, noch ein paar Spezifikationen. Zieht man den Deckel ab, blickt man direkt auf die Uhr, welche mit Schutzfolien versehen in einem Halter steckt. Weiteres Zubehör ist die Ladestation, ein USB Kabel, ein Schraubenzieher, eine Schnellstartanleitung auf Mandarin und Ersatzschrauben für das Backcover der Uhr.

Design & Verarbeitung

Sieht man sich die Finow X5 nach dem Auspacken erstmals etwas genauer an, so wird man erstaunt sein, wie hochwertig die Smartwatch verarbeitet ist. Schon allein dafür lohnt sich unserer Meinung nach der Aufpreis von den 40 - 70 Dollar die man für andere China Smartwatches auf Basis der MTK Aster Plattform hinblättern muss, zu den 129 Dollar für die Finow X5.

Die Smartwatch besteht mit Ausnahme der Tasten komplett aus Edelstahl, und das schließt auch die Rückseite mit ein, wobei es sich um eine ca. 2mm dicke Edelstahlplatte handelt, die mit vier kleinen Kreuzschlitz Schrauben befestigt ist. Dieser Teil der Finow X5 ist grundsätzlich unlackiert und damit silber. bei der Front und dem Rahmen der Finow X5 könnt ihr zwischen den Farben Silber und Schwarz wählen. Wir haben uns für die schwarze Variente entschieden.

Das Armband der Finow X5 kommt in Krokodilleder-Optik daher, allerdings fällt die Strukturierung nicht ganz so ausgeprägt aus wie z.B. beim braunen Lederband der No.1 Sun S2. Weiterhin ist die Oberfläche des Leders matt und nicht glänzend. Wer kein Krokodilleder mag, wird sich damit höchstwahrscheinlich trotzdem anfreunden können. Austauschen kann man die Bänder übrigens nicht ohne weiteres. Zwar sind sie mit klassischen Federbolzen befestigt, allerdings wurden die Antennen im Armband untergebracht. Möglich ist eine Transplantation in der Antennen zwar, allerdings benötigt man dazu viel Geschick und entsprechendes Werkzeug. Wer das Abenteuer eingehen will, der findet hier mehr Informationen.

Weiter geht es mit einem Blick um die Finow X5. Auf der rechten Seite finden wir drei Tasten. Zwei davon sind also normale Tasten ausgeführt, bei der Mittleren handelt es sich um eine Krone. Man kann diese übrigens drehen, was ein nettes Detail ist. Leider wurde sie aber nicht mit einer Funktion versehen. Das ist eigentlich schade, denn man hätte so bequem scrollen können, ohne den Touchscreen zu verwenden. Unter der Krone verbirgt sich also auch nur eine Drucktaste. Konkret haben die Buttons folgende Funktionen: Der obere Button fungiert als klassische Zurück-Taste, der mittlere Button (Krone) dient als Power Taste und öffnet bei längerem Drücken in Betrieb ein Kontrollmenü, der untere Button dient als Menü Taste oder bei längerem Druck als SOS Taste. SOS bedeutet, dass bei längerem Drücken ein vorher definierter Kontakt angerufen wird. Die Tasten machen einen wertigen Eindruck und klappern nicht.

Was uns positiv aufgefallen ist, ist die effiziente Platznutzung. Man verschwendet hier nicht mit breiten Displayrändern den Platz, sondern das Display erstreckt sich tatsächlich fast bis zum Rahmen der Finow X5. Konkret ist der Bezel nur 1,8mm breit. Auch die restlichen Dimensionen bewegen sich noch in einem angenehmen Bereich, dafür, dass hier ein 1,4" Display verbaut ist. Der Durchmesser der Watch beträgt knapp 48mm, die Dicke liegt bei 13mm.

Die Unterseite der Smartwatch beherbergt den Herzfrequenzmesser, welcher hier ziemlich klein ausfällt und nicht aus dem Metall heraussteht. Außerdem gibt es hier eine Öffnung für den Medienlautsprecher. Diese befindet sich in einer Vertiefung, damit man den Lautsprecher beim Tragen der Finow X5 nicht verdeckt. Außerdem findet man zum Rand hin die Kontakte für die Ladeschale. Die Kontakte bestehen hier leider aus Kupfer statt Gold, was beim Schwitzen mit der Zeit zur Oxidation führt. Hier muss man also hin und wieder nachpolieren um den Kontakt nicht zu beeinträchtigen.

Das Entfernen der Abdeckung geht mit dem mitgelieferten Schraubenzieher blitzschnell von statten. Nach dem Entfernen der Metallplatte kann man hier bequem seine SIM Karte einsetzen. Für den Einsatz in der Uhr benötigt ihr eine Karte im Nano-Format. Auf Wunsch könnt ihr die Uhr mit dem Schraubenzieher auch komplett demontieren. Es gibt hier keine einzige gelötete Komponente, was die Watch sehr wartungsfreundlich macht. Somit lässt sich auch bei Bedarf der Akku mit etwas Geschick tauschen. Dazu muss man allerdings erst an eine passende Zelle kommen, denn die Finow X5 setzt auf eine halbrunde Zelle des Herstellers "Grepow".

Zum Tragegefühl können wir sagen, dass sich die Finow X5 sehr angenehm anfühlt. Besonders gut gefällt und, dass die Uhr nicht ständig hin und her rutscht, auch wenn man das Band nicht ganz so fest anzieht. Das Anziehen der Uhr gestaltet sich allerdings etwas komplizierter als bei anderen Uhren. Das liegt daran, dass die Armbänder recht störrisch sind, bedingt durch die integrierten Antennen. Das Gewicht der Uhr wirkt beim bloßen in die Hand nehmen zunächst etwas hoch, beim Tragen fällt es jedoch nach kurzer Zeit nicht mehr auf. Konkret liegt das Gewicht der Uhr bei 83g.

Display

​Größe: ​1,4"
Auflösung:​ ​400 x 400
Technologie​:​AMOLED
​Anzahl Berührungspunkte:​1
Gehärtetes Glas:​​Ja, Dragontrail
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

Das Display ist das unbestrittene Highlight der Finow X5. Hier kommt nämlich ein AMOLED Panel zum Einsatz, was nicht nur bedeutet, dass das Panel bei entsprechenden Watchfaces sehr sparsam ist, sondern auch, dass die Darstellung sehr kontrastreich und mit tollen Farben geschieht. Das Display macht dementsprechend auch extrem viel Spaß und lässt alle anderen China Watches mit TFT Display auf einen Schlag alt aussehen. Kontrastreiche Watchfaces springen fast schon aus dem Display und wirken teils richtig plastisch, was eben an dem tollen Kontrast und der hohen Leuchtkraft des AMOLED Panels liegt. Auch die Auflösung ist mit 400 x 400 deutlich höher als bei den meisten anderen China Smartwatches, was zu einer deutlich feineren Darstellung führt. Die Größe des Displays wurde genau richtig gewählt um eine optimale Bedienbarkeit bei hohem Tragekomfort zu erreichen. Natürlich ist das Panel auch wirklich rund. Tricksereien wie einen schwarzen Balken im unteren Bereich oder ein eckiges Display auf das lediglich eine runde Maske gesetzt wird (Gruß an No.1), sucht man hier vergebens.

Auf dem AMOLED Panel der Finow X5 befindet sich eine recht dicke Glasscheibe, bestehend aus gehärtetem Dragontrail Glas. Dieses Glas ist nicht nur Bruchfest, sondern auch widerstandsfähig gegenüber Kratzern. Im Alltag ist das Glas schon mehrmals mit teils sehr harten Gegenständen und auch Metall kollidiert, was bisher aber nicht zu sichtbaren Beschädigungen geführt hat. Wir haben die Uhr auch schon aus einem Meter Höhe auf Marmor-Boden stürzen lassen, was ebenfalls keinerlei Beschädigung zur Folge hatte. Die Uhr sieht noch immer aus wie frisch aus dem Karton. Weiterhin scheint die Oberfläche des Glases beschichtet zu sein, denn sie ist sehr gleitfähig und zeigt auch nach einem ganzen Tag Nutzung nur leichte Schmierer.

Das Touch Panel ist relativ rudimentär und unterstützt lediglich einen Berührungspunkt. Das wirkt sich aber nicht weiter negativ aus, denn für Pinch to Zoom Gesten reicht der Platz ohnehin nicht aus. Ersatzweiße muss man zum Zoomen eben doppeltippen. Das Touch Panel ist überraschend genau, was auch ein relativ bequemes Tippen auf dem On-Screen Keyboard der Finow X5 ermöglicht. Klar, hin und wieder vertippt man sich mal, im großen und ganzen und mit etwas Übung, geht das Schreiben aber durchaus flüssig von statten. Wassertropfen stören das Display übrigens nicht, was z.B. bei Regen nützlich ist. An dieser Stelle aber eine Warnung: Die Finow X5 ist nur vor Spritzwasser geschützt! Wer meint, die Uhr unter laufendes Wasser halten zu müssen oder gar in Wasser zu tauchen, der darf sich nicht wundern, wenn danach tote Hose angesagt ist.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6572 (2x ARM Cortex A7 @1GHz)
GPU:​ ​Mali 400MP
RAM:​​512MB
Speicher:​​4GB
Fingerabdruck Scanner:​​-
​Sensoren:​G-Sensor, Herzfrequenz, Schrittzähler, Ausrichtung
Besonderheiten:​​-
Abmessungen / Gewicht:​53 x 48 x 13mm / 83g

In der Finow X5 steckt Hardware, welche auf den ersten Blick nicht sonderlich berauschend aussieht. Wir finden hier lediglich 512MB RAM, 4GB Speicher und einen Dual Core Prozessor von Mediatek, den MT6572. Dieser verfügt über 2 ARM Cortex A7 32-Bit Kerne mit 1,2GHz Takt, in der Finow X5 allerdings auf 1GHz limitiert. Weiterhin ist eine Mali 400MP GPU an Bord.

Man darf aber nicht außer acht lassen, dass es sich hier um ein kleines Wearable handelt und nicht um ein großes Smartphone. Gerade durch die niedrige Auflösung von 400 x 400 Pixeln, benötigt man hier deutlich weniger Rechenleistung. Insofern ist die Ausstattung absolut ausreichend.

Beim Speicher hätte man aber durchaus auch etwas mehr bieten können. 512MB RAM sind genug um zwei Apps auf einmal laufen zu lassen, doch bei der Dritten schließt sich dann im Hintergrund jene App, welche am meisten RAM verbraucht. Andererseits wird wohl auch kaum jemand auf einer Uhr echtes Multitasking betreiben.

Etwas mehr schmerzt da schon der 4GB kleine interne Speicher, welcher typisch für ältere Android Versionen noch partitioniert ist. Out of the Box hat man so nur knapp 2GB für seine Apps verfügbar, was doch recht wenig ist. Es gibt aber einen einfachen Workaround. Hierzu installiert man einfach die App "Settings Search" aus dem Play Store. Da man ab Werk nicht auf alle Android Einstellungen Zugriff hat, ermogelt man sich so den Zugriff auf die gewünschten Einstellungen. In diesem Fall ist das die Android-eigene App Verwaltung. Hier kann man nun Apps vom eigentlichen App Speicher auch auf die andere Datenpartition verschieben. Damit ist das Speicherproblem zunächst einmal gelöst und man kann eine ordentliche Anzahl an Apps installieren.

Bezüglich der Performance der Finow X5 kann man absolut nicht meckern. Das System läuft größtenteils sehr flüssig. Besonders wichtig ist das bei den Watchfaces, denn ein ruckelnder Sekundenzeiger wäre nicht sehr ansehnlich. Auch etwas anspruchsvollere Apps wie YouTube oder Flipboard laufen ohne Probleme und genehmigen sich allenfalls Mikro Ruckler und gelegentliche Denkpausen. Sogar einfache Spiele sind kein Problem. Zeitvertreiber wie Stack oder Gravity Switch laufen flüssig, sind gut spielbar und sehen optisch auf dem AMOLED Panel auch richtig gut aus.

Wer sich für konkrete Benchmark Ergebnisse interessiert: Im Antutu Benchmark erreicht die Finow X5 etwas mehr als 10.000 Punkte, im GeekBench 3 Test sind es 235 Punkte (Single Core) und 383 Punkte (Multi Core) und im Vellamo Benchmark werden überraschend hohe Punkte im Browser Test sowie Punkte im Metal Test und Punkte im Multi Core Test erreicht.

Software

​Variante: ​True Smart
​Android Version: ​Android 4.4.2
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Nein
Schadsoftware:​​Nein

Nun kommen wir zu einem ganz wichtigen Abschnitt der Finow X5. Ganz klar handelt es sich dabei um den Software Part. An dieser Stelle auch gleich eine Vorwarnung: Hier gibt es viel zu erzählen, weshalb der Abschnitt etwas länger wird als üblich.

Beginnen wir einmal mit den Basics. Auf der Finow X5 läuft ein Android in der Version 4.4.2, welches aber stark angepasst wurde. Die Oberfläche schimpft sich "True Smart" und versucht das klassische Android so gut wie möglich Smartwatch-tauglich zu machen, wobei man sich etwas an der Android Wear Oberfläche orientiert. Das gelingt zum Großteil auch überraschend gut. Das Android selbst kommt mit Ausnahme einiger nötiger Apps ohne Bloatware daher. Root Zugriff ist nicht vorhanden, kann jedoch nachgerüstet werden, denn TWRP gibt es bereits für die Finow X5. Ein OTA Updater ist zwar vorhanden, wird von Finow aber nicht genutzt. Stattdessen müssen Updates via SP Flash Tool eingespielt werden, was aber nicht schlimm ist, hat man sich einmal an den Umgang damit gewohnt. Schadsoftware konnten wir auf der Uhr nicht finden. Der Google Play Store ist bereits vorinstalliert.

Kommen wir nun zur grundlegenden Bedienung der Smartwatch. Drückt man den Power Button, schaltet sich die Smartwatch an und man blickt auf das Watchface. Dieses kann man ändern, indem man den Finger etwa eine Sekunde darauf hält. Nun erscheint der Switcher, in dem man zwischen allen installierten Watchfaces wählen kann. Out of the Box gibt es hier schon eine große Zahl an Watchfaces zur Auswahl. Zusätzlich kann man sich mit dem "+"-Icon noch direkt auf der Watch zusätzliche Watchfaces auswählen. Auch von der Community gibt es mittlerweile zahlreiche Watchfaces. Der Kollege von Smartwatch-Ticks hat hier ein umfangreiches Paket zusammengestellt, welches ihr euch hier laden könnt. Eine Demo aller Watchfaces findet ihr im unteren Video.

Wischt man auf dem Watchface von unten nach oben, findet man den Konnektivitäts-Manager sowie eine Anzeige des aktuellen Akkustands. Der Akkustand wird übrigens bei manchen Watchfaces auch direkt angezeigt. Im Manager könnt ihr WLAN und Bluetooth aktivieren und deaktivieren. Außerdem seht ihr den aktuellen Status der Verbindung zur Smartphone und des Mobilfunknetzes, sofern ihr eine SIM Karte in die Finow X5 eingelegt habt.

Wischt man auf dem Watchface von links nach rechts, landet man im Notification Center. Hier wird einem eine Übersicht der Apps angezeigt, von denen sich gerade Benachrichtigungen im Center befinden. Im unteren Bereich wird zudem die Anzahl der Benachrichtigungen angegeben. Tippt man auf die Anzahl, öffnet sich die Benachrichtigungsliste, in welcher man seine Benachrichtigungen einsehen kann. Diese kann man dann entweder mit einem Tippen auf das kleine Kreuz löschen, oder man öffnet die jeweilige App durch Antippen der Benachrichtigung.

Auch in die entgegengesetzte Richtung kann man wischen. Hier findet man als erstes ein Widget für den MP3 Player. Hat man Musik im Speicher der Uhr liegen, kann man hier die Steuerung der Wiedergabe übernehmen. Eine Seite weiter findet sich das Sport-Center. Hier findet man zwei Shortcuts zum Herzfrequenz-Messer und der Pedometer-App. Die dritte und letzte Seite beherbergt ein Wetter Widget, welche einem das aktuelle Wetter am Standort anzeigt. Leider wird das Wetter nicht automatisch aktualisiert. Um dies zu tun, muss man das Widget einmal antippen und anschließend auf den Refresh Button ganz oben tippen. Man kann sich hier übrigens auch eine Vorhersage für die nächsten Tage anzeigen lassen. Dafür tippt man einfach irgendwo auf die Wetter App.

Will man nun von Irgendwo wieder zurück zum Watchface, hat man drei Möglichkeiten. Einmal kann man vom oberen Display rand nach unten streichen. Diese Geste löst den Befehl zurück aus, was wiederum dazu führt, dass man eine Ebene zurück kehrt. Beispiel: Man ging den Weg vom Watchface zum App Drawer und von dort in die Kalender App. Wischt man nun einmal von oben nach unten, landet man wieder im App Drawer. Wischt man noch einmal, landet man wieder im Watch Face.

Die zweite Möglichkeit ist die Obere der drei Tasten an der Seite der Finow X5 zu drücken. Diese dient ebenfalls als Zurück Taste und löst denselben Befehl aus wie das Wischen von oben nach unten. Die dritte Möglichkeit ist das Drücken des mittleren Buttons, bzw. der Krone. Diese fungiert als klassischer Home Button. Drückt man sie kurz, landet man wieder auf dem Watchface, egal wo man gerade ist. Drückt man sie dagegen länger, erscheint ein Auswahlmenü. Hier kann man die Uhr Stummschalten, das automatische Anschalten bei Anheben des Arms aktivieren und deaktivieren, die Smartwatch herunterfahren, den Energiesparmodus aktivieren und die Displayhelligkeit in drei Stufen regeln.

Um auf die auf der Finow X5 installierten Apps zuzugreifen, tippt man einfach kurz auf das Watchface. Nun erscheint eine Liste durch die man Scrollen kann. Die gewünschte App öffnet man dann einfach durch das Antippen des entsprechenden Eintrags. Leider ist der App Drawer etwas unglücklich gelöst worden. Man kann Apps weder manuell noch nach Alphabet ordnen. Stattdessen werden sie immer in der Reihenfolge angeordnet, in der sie installiert wurden.

Im App Drawer hat man außerdem die Möglichkeit die Liste der geöffneten Apps einzusehen. Dieser App Switcher ist aber sehr unglücklich gelöst worden, denn man muss die komplette App Liste durchscrollen um ihn zu erreichen. Finow hätte das Aufrufen des App Switchers deutlich einfacher machen können. Entweder durch eine weitere Wischgeste, oder aber durch z.B. zweimaliges Drücken der Zurück- oder Menü-Taste.

Nachdem wir nun die Grundlagen der Bedienung durch haben, wenden wir uns mal den Systemeinstellungen zu. Diese wurden auf der Finow X5 limitiert, was einerseits eine einfachere Bedienung bedeutet, andererseits aber den Zugang zu für manche wichtige Android Einstellungen verwehrt. Wie schon im Part Hardware angesprochen, kann man diese Limitation aber durch die Installation einer entsprechenden App umgehen.

Die Einstellungen der Finow X5 erreicht ihr ebenfalls über den App Drawer. Die Einstellungen sind dann in mehrere Kategorien unterteilt:

  • ​Clock Settings
  • Sound
  • Display
  • Connect
  • Emergency Contact
  • Power Saving
  • Language & Input
  • Device Management
  • Reset Equipment
  • Uninstall Applications
  • About Device
In den Uhr Einstellungen könnt ihr noch einmal das Watch Face wechseln, den Wallpaper ändern (sofern ihr Bilder im Speicher habt) und die üblichen Android Zeit-Einstellungen vornehmen. 

Unter​ Sound könnt ihr die Lautstärke für Medien, Benachrichtigungen, den Wecker und den Klingelton festlegen, die Vibration aktivieren und deaktivieren, sowie die gewünschten Benachrichtigungstöne festlegen

Unter Display könnt ihr die Helligkeit des AMOLED Panels feiner regeln als über die 3-Stufen-Regelung die mit der Krone aufrufbar ist. Außerdem könnt ihr die Timeout Zeit des Displays ändern.
Tipp: Wer mag kann zusätzlich in den echten Android Settings die Bildschirmrotation aktivieren, was hin und wieder nützlich sein kann. Außerdem kann man in den Entwicklereinstellungen (aktivierbar durch mehrmaliges Antippen der Build Nummer in "About Device") festlegen, dass das Display beim laden der Uhr nie abgeschaltet wird.

Unter "Connect" habt ihr Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen bezüglich Bluetooth, Mobilfunk, WLAN und GPS. Ihr könnt hier außerdem einen VPN Zugriff einrichten und die Smartwatch als WLAN Router nutzen - ja, das funktioniert tatsächlich und kann hin und wieder sehr praktisch sein. 
Tipp: Setzt in den GPS Einstellungen den Modus auf "Battery Saving". Dies deaktiviert GPS und die Ortung erfolgt nur noch über Mobilfunk und WLAN. Warum? Ganz einfach: Das GPS ist nicht funktionsfähig wenn man die Uhr trägt und damit nutzlos. Außerdem zieht GPS viel zu viel Akku.

Unter Emergency Contact könnt ihr eine Rufnummer festlegen, welche im Notfall angerufen werden soll. Den Notfall teilt ihr der Finow X5 mit, indem ihr den dritten Button (Menü Taste) für ca. 1 Sekunde gedrückt haltet. Das Festlegen des klassischen Notrufes als Nummer wird ausdrücklich nicht empfohlen, denn es kann durchaus mal passieren, dass man diese Funktion versehentlich triggert, und dann wird es teuer, egal ob Versehen oder nicht.

In den Power Saving Einstellungen könnt ihr nochmal extra den Energiesparmodus aktivieren und die Funktion zum automatischen Aktivieren des Displays bei Anheben des Arms aktivieren und deaktivieren. Außerdem könnt ihr festlegen, dass die Daten-Verbindung und das WLAN automatisch deaktiviert wird, sobald sich die Uhr im Standby befindet, also das Display deaktiviert ist. Diese Option solltet ihr unbedingt aktivieren, ansonsten kommt ihr mit einer Akkuladung nicht über den Tag.
Tipp: Ist die Verbindung bei deaktiviertem Display gekappt, werdet ihr nicht mehr über Online Events benachrichtigt (z.B. E-Mails). Außerdem gibt es einen Bug, der bei aktiviertem WLAN manchmal dazu führt, dass die Mobilfunk Datenverbindung dauerhaft deaktiviert bleibt und ihr sie manuell wieder aktivieren müsst. Um dies zu verhindern, empfiehlt sich die Installation von Tasker. Hier legt ihr zwei Events fest. Einmal Screen-On und einmal Screen-Off. Bei Screen-On soll Tasker dann die Mobilfunk Datenverbindung sofort aktivieren. Bei Screen-Off soll Tasker 30 Minuten warten, anschließend die Mobilfunk und WLAN Verbindung aktivieren, dann wieder 1 - 2 Minuten warten, die Mobilfunk und WLAN Verbindung wieder deaktivieren und dann den Loop von Vorne beginnen. So ist gewährleistet, dass ihr trotz Energieeinsparung noch regelmäßig über eingehende E-Mails, Nachrichten oder was auch immer benachrichtigt werdet.

Unter dem Eintrag "Uninstall Applications", verbirgt sich eine weitere Liste all eurer installierten Apps. Tippt ihr eine App an, landet ihr direkt in der Deinstallationsroutine. Wer auf die klassischen App Einstellungen von Android zugreifen möchte, der muss auch hier wieder den Umweg über die App Settings Search nehmen.

Ein Blick auf die System Apps

Auf der Finow X5 finden sich einige vorinstallierte Apps, welche für die Nutzung auf einer Smartwatch optimiert sind und sich damit perfekt in die Oberfläche des Systems einfügen. Sehen wir uns diese einmal der Reihe nach an.

Phone

Bei dieser App handelt es sich um die Telefon App, mit welcher Ihr Anrufe über die in die Finow X5 eingelegte SIM Karte tätigen könnt. Startet ihr die App, so blickt ihr auf eine Wahltastatur in komfortabler Größe. Der Hintergrund der App ist schwarz gehalten, um Strom zu sparen. Wischt ihr in der App nach links, gelangt ihr in die Anrufhistorie. Hier seht ihr alle ausgegangenen und eingegangenen Anrufe. Hier wird entweder die Nummer angezeigt, oder der Name des Kontaktes, sofern er im Adressbuch vorhanden ist. Tippt ihr einen Eintrag an, so könnt ihr ihn entweder löschen oder als Vorlage für einen neuen Kontakt im Adressbuch verwenden. Einen Rückruf stoßt ihr durch Drücken des grünen Telefonsymbols an.

Messages

Hierunter verbirgt sich die SMS / MMS App. Diese wurde ebenfalls wunderbar an die Nutzung auf einer Smartwatch angepasst. Direkt nach dem Start findet man hier seine Nachrichten, kann diese Antippen und lesen und bequem darauf antworten - direkt auf der Smartwatch. Das geht entweder über die integrierte Tastatur, oder mit Hilfe von Textbausteinen, welche man in den Einstellungen sogar selbst individuell anpassen und anlegen kann.

Contacts

Hier könnt ihr eure Kontakte einsehen und verwalten. Die Darstellung erfolgt als alphabetisch sortierte Liste. Diese könnt ihr entweder normal durchscrollen oder ihr verwendet die Buchstabenleiste an der Seite um schnell zum entsprechenden Buchstaben zu springen. Kontakte können außerdem mit einem verbundenen Smartphone synchronisiert werden. Neue Kontakte werden in der von Android gewohnten Weise angelegt, inkl. eigener Felder die man anlegen kann.

Health

Unter dem Eintrag "Health" verbergen sich gleich zwei Apps. Einmal der Pulsmesser, welcher eure Herzfrequenz erfasst und in einer Liste die nach Datum sortiert ist speichert. Die zweite App ist das Pedometer, welches euch die getanen Schritte und die verbrannten Kalorien anzeigt. Die Schritte werden außerdem in einem Diagramm graphisch dargestellt, sodass man alle Ergebnisse der aktuellen Woche vergleichen kann. In der App könnt ihr eure Körpergröße, euer Gewicht und euer Geschlecht einstellen, um die Messung so genau wie möglich zu machen. Außerdem besteht die Möglichkeit, unabhängig vom ständig aktiven Schrittzähler, eine weitere Messung zu starten. Geht ihr beispielsweise joggen, startet ihr eine extra Messung, welche ihr danach wieder beendet. So könnt ihr die bei dieser Trainingseinheit getanen Schritte extra erfassen. Eine Synchronisierung mit dem Smartphone und Google Fit ist leider nicht möglich.

Music

Unter Music verbirgt sich ein rudimentärer MP3 Player. Dieser durchsucht den Speicher nach Musikdateien und erstellt daraus eine Playliste. Tracks können dann auch entfernt werden, wenn man sie in der Wiedergabeliste nicht haben möchte. Leider fehlt die Möglichkeit Musik aus einem bestimmten Ordner abzuspielen. Auch verschiedene Wiedergabe-Modis wie z.B. Shuffle sind nicht vorhanden.

Alarms

Unter Alarms könnt ihr euch verschiedene Alarme bzw. Wecker stellen. Ihr könnt hier wie auch bei normalen Android Smartphones die Zeit, den Tag bzw. die Tage, den gewünschten Ton und die Vibration festlegen.

Sound Recorder

Diese App ist ein einfaches Werkzeug für Sprachnotizen. Durch einen Druck auf das Mikrofon-Icon startet ihr die Aufnahme. Die gespeicherten Aufnahmen werden als Liste dargestellt und können direkt angehört werden. Auch der Transfer auf den PC oder via Bluetooth auf sein Smartphone ist möglich. Das direkte Benennen von Aufnahmen ist leider nicht möglich.

Barometer

Das Barometer zeigt euch den aktuellen Luftdruck und auch die daraus abgeleitete Höhe in der ihr euch befindet an. Leider verfügt die Finow X5 nicht über einen Luftdrucksensor. Der hPa Wert wird also aus dem Internet basierend auf dem aktuellen Standort geladen. Ist man gerade offline, funktioniert die "Messung" nicht.

Browser

Hier handelt es sich um einen rudimentären Web Browser. Leider gibt es hier keine Möglichkeit mehrere Tabs zu öffnen oder Favoriten anzulegen. Hier empfiehlt sich die Installation eines anderen Browsers. Dazu aber später mehr.

File Manager

Hier könnt ihr die Datenpartition der Finow X5 verwalten, ohne die Uhr an einen PC anschließen zu müssen. Nach dem Start wird euch der verwendete und freie Speicher angezeigt. Nach einem Tipp auf das Diagramm erscheint dann die Ordnerstruktur, welche man von jedem Android Gerät kennt. Hier könnt ihr Ordner anlegen, Dateien kopieren, ausschneiden und löschen - ganz wie auf einem normalen Smartphone. Und ja, das ganze funktioniert trotz des kleinen Displays überraschend komfortabel.

Voice Search

Voice Search ist ein Shortcut für den Google Now Assistenten. Tippt ihr dieses Icon an, könnt ihr z.B. fragen, wie das Wetter am nächsten Tag wird, und Google Now gibt euch die Antwort. Was leider nicht funktioniert ist die systemweite Aktivierung des "OK Google" Hotwords. Aber das ist vielleicht ganz gut so, denn das ständige Zuhören seitens Google würde mit Sicherheit ordentlich am Akku nuckeln.

Das gefällt uns nicht

So ein paar Bugs bzw. Unschöne Dinge die besser gelöst hätten werden können, haben wir ja schon erwähnt. Teils sogar mir passendem Lösungsansatz. Es gibt da aber noch ein paar weitere Dinge die nicht so recht funktionieren wollen bzw. unschön auffallen. Um diese soll es nun in diesem Abschnitt gehen.

Der Phone Companion Modus

Wie jede Smartwatch, kann auch die Finow X5 mit einem Smartphone verbunden werden. Das geschieht via Bluetooth. Die Möglichkeiten sind hier aber stark begrenzt. Im Grunde kann die Smartwatch nämlich nur zwei Dinge im Phone Companion Modus:

1. Benachrichtigungen und eingehende Anrufe anzeigen,
2. Alarm schlagen wenn die Verbindung abbricht.

Folgendes kann die Finow X5 nicht:

- Anrufe auf dem Smartphone entgegennehmen und als Bluetooth Headset fungieren
- Auf eingehende Nachrichten auf dem Smartphone antworten
- Die Fitnessdaten mit dem Smartphone synchronisieren

Die Finow X5 ist also mehr als eigenständiges Gerät zu verstehen, und nicht als klassische Smartwatch zur Erweiterung des Smartphones. Dessen muss man sich vor dem Kauf unbedingt bewusst sein, denn wenn man solch ein Gerät sucht, ist die Finow X5 nichts für einen.

Hinzu kommt dann noch, dass selbst die Verbindung mit der App, welche die Benachrichtigungen vom Smartphone auf die Finow X5 pusht, nicht zuverlässig funktioniert. Wir haben die Verbindung mit zahlreichen Geräten getestet, welche sowohl auf Flyme OS, Stock Android, MIUI als auch Color OS basierten. Bei allen Geräten kam es immer wieder zu plötzlichen Abbrüchen in der Verbindung. Eine erneute Verbindung war dann so lange nicht mehr möglich, bis sowohl die Finow X5 als auch das Smartphone neu gestartet wurden und die Pairing Einträge aus den Bluetooth Einstellungen gelöscht wurden. Eine Lösung für das Problem konnten wir bisher nich nicht finden. Ganz ehrlich: Wirklich gestört hat uns das aber zu keinem Zeitpunkt, denn die Synchronisierung ist ohnehin mehr eine Spielerei.

Kein Bluetooth Internet Sharing

Wer sein Smartphone mit sich zusätzlich zur Finow X5 herumträgt, der hätte grundsätzlich die Möglichkeit Strom zu sparen, indem man die Internetverbindung des Smartphones via Bluetooth mit der Uhr teilt. Immerhin benötigt Bluetooth weniger Energie als die ständige Synchronisierung über WLAN oder gar Mobilfunk. Leider funktioniert das aber nicht. Die entsprechenden Optionen für den Internetzugriff stehen zur Verfügung, die entsprechende Verbindung will aber nicht hinhauen. Schade!

Schlechte Übersetzung

Wer sich wundert, warum sämtliche Screenshots und auch die Referenz zu den Einträgen im Review auf Englisch sind, der bekommt nun die Antwort. Es ist ganz einfach so, dass die Übersetzung - zumindest ins Deutsche - ein Graus ist. Die Wortwahl ist oft grundlegend falsch und erinnert teils an die chinesischen iPhone Clones aus dem Jahre 2008. "Gesundes Registriergerät" lässt grüßen. Na, wer von den alten Hasen erinnert sich?

Wie auch immer, auf jeden Fall ist die Nutzung der englischen Übersetzung angeraten, denn diese ist weitestgehend einwandfrei. Google Now funktioniert übrigens trotzdem auf Deutsch wenn man die entsprechenden Einstellungen ändert.

Keine App Display Settings

Ein weiteres Kuriosum betrifft die Darstellung von Apps auf dem Display der Smartwatch. Aus irgend einem Grund werden sämtliche Google Apps vom System quadratisch dargestellt. Das resultiert zwar in einer schlechteren Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes aus dem Bildschirm, ist jedoch praktisch wenn man Menüpunkte aufrufen will, welche normalerweise bei runder Darstellung außerhalb des sichtbaren Bereichs liegen würden. Alle anderen Android Apps werden dagegen im runden Format dargestellt.

Nun ist es leider so, dass genau das zu Problemen führen kann. Es gibt zahlreiche Apps, welche sich trotz dieser Einschränkung problemlos bedienen lassen und auf der Smartwatch richtig gut aussehen, es gibt aber auch Apps, welche sich nicht oder nur eingeschränkt nutzen lassen, da man an wichtige Buttons nicht heran kommt. Und genau hier wäre es toll gewesen, wenn man bei der Finow X5 für jede App festlegen könnte, wie sie dargestellt werden soll. So könnte man für Apps die sich bequem im runden Modus nutzen lassen, eben diesen ansprechenden Modus nutzen, und für alle anderen Apps den rechteckigen Modus verwenden.

Power Management nicht konfigurierbar

Die Finow X5 bietet euch die Möglichkeit, die Netzwerkverbindungen im Standby Modus zu kappen, um die Akkulaufzeit zu erhöhen. Leider war es das dann auch. Es gibt keine Möglichkeit festzulegen, in welchen Abständen die Verbindung wieder aktiviert werden soll, um Benachrichtigungen zu empfangen. Dies muss man also manuell über Drittanbietersoftware lösen. Wir würden uns wünschen, dass es hier mit einem der nächsten Updates etwas mehr Konfigurationsmöglichkeiten gibt.

App Tipps

Um die Finow X5 im Alltag optimal nutzen zu können, sollten ein paar Apps aus dem PlayStore nicht fehlen. So könnt ihr fehlende Funktionen nachrüsten oder bestehende Features aufpolieren.

Opera Mini

Der interne Browser der Finow X5 ist zwar nutzbar, aber nicht wirklich vielseitig. Viel mehr Spaß macht da schon der Opera Mini Browser. Opera Mini ist auf der Finow X5 nicht nur vollständig bedienbar, nein, er ist auch extrem effizient was die Prozessor- und Speichernutzung angeht. Selbst wenn ihr mehrere Tabs offen habt, könnt ihr noch immer flüssig scrollen. Auch das Öffnen größerer Seiten ist problemlos möglich. Favoriten könnt ihr hier auch anlegen. Hinzu kommt dann noch, dass Opera Mini euch über einen VPN  Datenvolumen einsparen kann, indem Inhalte komprimiert werden.

Google Kalender

Der standardmäßig auf der Uhr installierte Kalender kann leider nur das aktuelle Datum anzeigen - mehr nicht. Wer seine Google Termine auf der Watch haben möchte und diese auch von hier managen will, der muss also den Google Kalender nachinstallieren. Klingt einfach, ist es aber gar nicht, denn der App Drawer verknüpft das Icon des Google Kalenders wieder mit dem vorinstallierten Kalender. Der Google Kalender kann also nicht geöffnet werden.

Der Workaround: Wechselt einfach über "Settings Search" in die Android App Verwaltung. Hier wechselt ihr zu "alle Apps" und sucht die Kalender App von Finow. Diese tippt ihr dann an und deaktiviert sie. Nachdem sie deaktiviert ist, installiert ihr aus dem Play Store den Google Kalender und startet die Smartwatch einmal neu. Nun funktioniert der Google Kalender problemlos.

K-9 Mail

Wer nach einem E-Mail Client sucht, der auf der Finow X5 problemlos zu bedienen ist, der wird etwas Geduld mitbringen müssen. So ging es auch uns. Doch das Suchen und Testen hat sich ausgezahlt: K-9 Mail lautet hier das Stichwort. Diese E-Mail Client läuft auf der Finow X5 wirklich außerordentlich gut. Alle wichtigen Funktionen sind erreichbar und er läuft noch dazu sehr flüssig auf der Watch. Das Lesen und sogar das Schreiben von kurzen E-Mails oder Antworten ist hier absolut problemlos möglich.

Besonders nützlich: In den Einstellungen von K-9 Mail könnt ihr zu einem Dark Theme wechseln. Dies führt wiederum dazu, dass ihr beim Lesen von E-Mails durch den schwarzen Hintergrund weniger Strom verbraucht. Außerdem erleichtert er das Lesen unter Sonnenlicht.

Tasker

Tasker sollte fast jedem ein Begriff sein. Hierbei handelt es sich um ein leistungsstarkes Tool, in dem man Vorgänge automatisieren kann. So kann man z.B. sobald ein vorgegebenes Szenario eintritt eine bestimmte Android Einstellung eigenständig ändern lassen. Und genau das kann auf der Finow X5 extrem nützlich sein. So kann man z.B. das Power Management aufbohren und stromsparendes Background Syncing umsetzen, indem die Netzwerkverbindung im Standby in regelmäßigen Abständen aktiviert und deaktiviert wird.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: 850/900/1800MHz
3G: 
850/900/2100MHz
WLAN:​ Wi-Fi 802.11b/g (2,4GHz)
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​-
HotKnot:​​-
Dual-SIM:​​Nein
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS

Die Empfangsleistung der Finow X5 in WLAN und Mobilfunknetzen hat uns sehr positiv überrascht. Durch die im Armband integrierten Antennen, liegt das Wearable hier nicht hinter einem regulären Smartphone zurück. Der WLAN Empfang ist sogar deutlich besser als bei den meisten anderen Geräten.

Etwas eingeschränkt ist jedoch die Reichweite von Bluetooth, da sich die entsprechende Antenne im Gehäuse der Smartwatch befindet. Dies merkt man vor allem im Sendebetrieb, z.B. wenn man die Finow X5 zu einem Bluetooth Lautsprecher verbindet. Hier reicht schon eine Wand dazwischen um das Signal zu unterbrechen.

Probleme gibt es ebenfalls beim GPS Empfang. Nimm man die Uhr ab und führt einen GPS Test durch, so bekommt man einen Fix für 8 - 9 Satelliten bei 6m Genauigkeit. Doch sobald man die Uhr trägt, bricht das Signal zusammen. Hier scheint es also einen Designfehler zu geben. Entweder stimmt die Antennengeometrie dann nicht mehr, oder die Körpereigene Spannung sorgt für Interferenzen. Wie auch immer, GPS ist mit der Finow X5 nicht nutzbar, und ganz ehrlich: das macht gar nichts! Nutzt man das GPS nämlich, ist der Akku binnen 30 Minuten leer. Damit wäre es selbst mit funktionierender Antenne nicht sinnvoll nutzbar.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Der interne Lautsprecher der Finow X5 ist überraschend laut und klingt für ein Wearable auch gar nicht mal so schlecht. Zwar übersteuert er bei maximaler Lautstärke hin und wieder etwas, unterm Strich ist er aber durchaus brauchbar. Auch beim Telefonieren liefert er einen guten Klang ab, kann jedoch zu weilen z.B. von Verkehrslärm übertönt werden. Wer mit der Finow X5 ernsthaft telefonieren will, sollte sich deshalb ein Bluetooth In-Ear Headset zulegen.

Positiv überrascht waren wir auch vom internen Mikrofon. Dieses ist hochwertiger als so manches Mikrofon in chinesischen Billig Smartphones. Gesprochenes kommt beim Telefonieren stets klar und deutlich an, aber auch bei der Aufnahme von Sprachnotizen wird eine sehr gute Qualität erreicht. Selbst bei größerer Entfernung (50cm), ist das Gesprochene noch verständlich.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​450mAh
​Kapazität (Gemessen): ​444mAh
​Wechselbar:Theoretisch ja
Fast Charging:​​Nein

Der Akku in der Finow X5 bietet eine Kapazität von 450mAh. Das mag nun nach wenig klingen, und ja, das ist es auch. Aber auch nur, wenn man die Finow X5 wie ein normales Smartphone verwendet (= ständig aktive Datenverbindung). Mit den im Laufe des Reviews angesprochenen Workarounds kann man dann aber doch eine ganz ordentliche Laufzeit erreichen.

In unserem Test lag die Akkulaufzeit der Finow X5 immer zwischen 1 und 2 Tagen. Hierbei wurde regelmäßig die Uhrzeit und die Fitnessdaten überprüft. Weiterhin synchronisierte die Finow X5 3 Mail Accounts, einen Skype Account, einen Facebook Account sowie die Apps Flipboard und Google Calendar. Mails wurden hin und wieder auf der Uhr gelesen und auch die ein oder andere Webseite wurde angesurft.

Folgende Maßnahmen ermöglichten die trotzdem gute Akkulaufzeit:
- Kappen der Netzwerkverbindungen beim Abschalten des Displays
- Aktivierung der Datenverbindung im Standby alle 15 Minuten für 30 Sekunden zum synchronisieren
- Automatisches Verbinden zum WLAN Netzwerk im Büro
- Displayhelligkeit Indoor auf niedrigste Stufe, Outdoor auf maximale Stufe
- Dauerhafte Deaktivierung von GPS (Lokalisierung nur über Mobilfunk und WLAN)

Das diese Maßnahmen die Usability in keinster Weise einschränken und im Alltag auch keinen großen Aufwand erfordern, würden wir die Akkulaufzeit damit für ein so vielseitiges Wearable als sehr gut einstufen.

Die Ladezeit der Finow X5 ist abhängig vom Zustand. Angeschaltet dauert der Vorgang mehrere Stunden. Im Standby vergehen etwa 2 Stunden. Ist die Smartwatch komplett ausgeschaltet, benötigt der Ladevorgang von 20% auf 100% etwa 1,5 Stunden. Ein großes Lob müssen wir Finow in Bezug auf das Ladedock aussprechen. Die Uhr raste Uhr rastet hier dank eines starken Magneten zuverlässig ein, und verrutsch dank einer Nase auch nicht ungewollt. So kann der Akku zuverlässig geladen werden.

Besser hätten jedoch die Ladekontakte an der Uhr gelöst werden können. Wie schon eingangs erwähnt, kommt es hier durch das Schwitzen zur Oxidation. Dieses Problem haben übrigens auch deutlich teurere Smartwatches der Android Wear Fraktion. Dennoch hätte Finow das ganz einfach durch die Nutzung echter Goldkontakte verhindern können.

Fazit

Die Finow X5 Android Smartwatch ist ein extrem vielseitiges Wearable, das vor allem für Geeks und Leute, die gerne an Geräten basteln um das Maximum aus ihnen herauszuholen, ein gefundenes Fressen darstellt. In unserem Test hat sich die Smartwatch aber auch als überaus nützliches Werkzeug herausgestellt, um das Smartphone auch mal zu Hause lassen zu können. Man ist erreichbar, man bekommt seine E-Mails, man bleibt informiert. Man kann sogar darauf reagieren, aber eben nicht so ausführlich wie man es an einem Smartphone könnte. Und ob ihr es glaubt oder nicht: das entspannt!

Hinzu kommt dann noch, dass die Uhr ein zuverlässiger Fitness Tracker ist. Klar, synchronisieren und teilen kann man die Daten nicht, aber für die private Erfassung reicht das was die Uhr kann allemal. Außerdem sieht die Finow X5 dank ihres OLED Displays und den vielseitigen Watchfaces absolut genial aus. Vor allem im Dunkeln ist sie mit kontrastreichen Watchfaces eine wirkliche Augenweise.

Ist die Finow X5 also ihren Preis von ca. 115€ wert? Nun, das hängt ganz davon ab, ob ihr zur Zielgruppe der Watch gehört. Wer nach einem Wearable sucht, das zuverlässig und ohne Bastelei mit dem Smartphone zusammenarbeitet und Fitnessdaten in Google Fit oder andere Fitness Tracker überträgt, der ist hier falsch. Wer dagegen nach einem Tausendsassa fürs Handgelenk sucht, welcher das Potential hat zumindest zeitweise das Smartphone zu ersetzen oder wer zur Spezies der Technik-Spielkinder gehört und einfach nur basteln will, für den ist die Finow X5 ein gefundenes Fressen.

Pro Contra
​+ Tolles AMOLED Display ​- Software hier und da verbesserungswürdig
+​​ Guter Touch Screen-​​ Schlechte deutsche Übersetzung
+​​ Gute Umsetzung der Software-​​ Out of the Box kein richtiges Power Management
+​​ Ausreichende Akkulaufzeit (richtige Nutzung / Einstellungen vorausgesetzt)-​​ GPS nicht funktionsfähig und benötigt zu viel Strom
+​​ Große Anzahl an Watchfaces-​​ Ladekontakte neigen zur Korrosion
+​​ Extrem vielseitig-​​ Pairing mit einem Smartphone funktioniert (noch) nicht richtig
+​​ Gute Empfangsleistung-​ Keine OTA Updates, Updates müssen manuell installiert werden
​+ Guter Klang (für eine Smartwatch)
​+ Tolles Design, gute Verarbeitung, Tragekomfort
​+ Ohne großen Aufwand komplett zerlegbar

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