Finow Q3 Test

Finow Q3 Test

Die Finow Q3 ist einer der Neuzugänge im Smartwatch Line-Up von Finow und kann am besten als eine günstigere Version der Finow X5 beschrieben werden. Die Hardware der beiden Android Smartwatches ist identisch. Lediglich beim Design gibt es Unterschiede. Wir haben die Finow Q3 für zwei Wochen im Alltag getestet.

Finow Q3: Verpackung & Lieferumfang

Da es sich bei unserer Finow Q3 um ein Engineering Sample handelt und die Smartwatch aktuell noch nicht erhältlich ist, können wir zur finalen Verpackung keine Angaben machen. Unser Sample kam in einer sehr einfachen, weißen Box daher, welche über kein Branding verfügt. Lediglich die Randspezifikationen und die Umrisse einer Uhr sind aufgedruckt. Im Inneren findet man die Smartwatch, eine Kurzanleitung, ein Ladedock, ein Micro USB Kabel, einen Schraubenzieher zum Öffnen der Uhr und Ersatzschrauben.

Design & Verarbeitung

Bei der Finow Q3 handelt es sich um eine runde Smartwatch, welche wie eine klassische Uhr gestaltet ist. Auf der rechten Seite befindet sich sogar eine Krone, welche aber keine Funktion im klassischen Sinne hat. Hier befindet sich lediglich ein Druckknopf zum Einschalten der Uhr.

Das Gehäuse besteht aus Metall und ist glänzend-silber gehalten. Eine schwarze Variante gibt es aber auch. Die Rückseite besteht im Gegensatz zur X5 aus Kunststoff statt Metall. Leider wirkt die Finow Q3 damit nicht ganz so hochwertig wie die X5. Ein Vorteil ist dafür, dass die Uhr deutlich leichter ist. Dafür ist sie aber etwas dicker.

Das Armband besteht wie gewohnt aus Leder und kommt auch hier wieder in Krokodilleder-Optik daher. Getauscht werden kann das Armband auch hier nicht, da sich die Antennen darin befinden. Aus diesem Grund hätten wir ein mattes Band ohne Struktur bevorzugt, da die Kroko-Optik nicht unbedingt jedermanns Geschmack trifft.

Die Lautsprecheröffnung, die Kontakte für das Lade-Dock und der Pulsmesser befinden sich wie gehabt unten an der Watch. Die Plastikabdeckung kann man nach dem Entfernen von vier Schrauben abnehmen und blickt dann direkt auf das Mainboard der Finow Q3. Hier ist der Nano SIM Steckplatz zu finden. Ein Micro SD Slot fehlt nach wie vor.

Die Finow Q3 ist nicht wasserdicht und auch nicht spritzwassergeschützt! Etwas Regen hat sie im Test aber dennoch überstanden.

Display

​Größe: ​1,4"
Auflösung:​ ​400 x 400
Technologie​:​AMOLED
​Anzahl Berührungspunkte:​1
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das Display der Finow Q3 ist absolut identisch mit dem der X5. Wir haben es hier also mit einem 1,4" AMOLED Display zu tun, welches mit 400 x 400 Pixeln auflöst. Das Display bietet eine sehr schöne Darstellung, knallige Farben und dank der perfekten Schwarzes einen super Kontrast. Gerade kontrastreiche Watchfaces wirken damit bei Dunkelheit so richtig plastisch. Das Panel ist zudem unter Sonnenlicht gut ablesbar.

Das Displayglas ist sehr dick, stabil und kratzfest. Um was für ein Glas es sich genau handelt, ist uns leider nicht bekannt. Bisher hat es zwei Stürze und die üblichen Zusammenstöße mit anderen Gegenständen im Alltag ohne Schaden überstanden. Der Touch Screen unterstützt kein Multitouch, ist ansonsten aber ziemlich gut. Man kann überraschend gut auf der kleinen On-Screen Tastatur schreiben. Mit Wassertropfen auf dem Glas hat das Touch Panel aber Probleme.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​MT6572 Dual Core Cortex A7 1GHz
GPU:​ ​Mali 400 MP1
RAM:​​512MB
Speicher:​​4GB
Fingerabdruck Scanner:​​Nein
​Sensoren:​Accelerometer, Step Counter
Besonderheiten:​​-
Abmessungen / Gewicht:​​50 x 51 x 13mm / 67g

An dieser Stelle können wir uns kurz fassen, denn in der Finow Q3 steckt exakt dieselbe Hardware wie in der Finow X5. Das Mainboard ist sogar identisch. Es handelt sich also um dieselbe Smartwatch mit leicht verändertem Design und weniger Tasten. Im Inneren steckt ein Dual Core Prozessor mit 1GHz von Mediatek (MT6572) nebst 512MB RAM und 4GB Datenspeicher. Der Speicher ist leider völlig unzureichend. Installiert man Facebook, Google Maps, den FB Messenger, den Opera Browser und einen E-Mail Client, dann war es das auch schon. Daneben haben keine weiteren Apps mehr Platz. Die Performance ist in vielen Apps zudem recht schlecht. Nur die Watch-eigenen Apps und das System laufen durchweg flüssig.

Software

​Variante: ​Custom ROM
​Android Version: ​Android 4.4.2
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein (mit Kingroot möglich)
OTA Updates:​​Nein
Schadsoftware:​​Nein

Auf der Finow Q3 läuft ein stark angepasstes Android 4.4.2. Es handelt sich um exakt dieselbe Firmware wie auf der Finow X5 inklusive aller Bugs und exklusive der Funktionen der zwei Buttons welche bei der Finow Q3 fehlen. Für weitere Details zur Firmware lest euch einfach den Abschnitt im Finow X5 Testbericht durch. Dort haben wir das System ausführlich vorgestellt.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 2G: 850/900/1800/1900MHz
3G: 850/2100MHz
WLAN:​ ​Single Band WLAN 802.11b/g/n
Bluetooth:​Bluetooth 4.0​
NFC:​​Nein
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Nein​
Positionsbestimmung:​GPS, A-GPS​

Beim Mobilfunkempfang haben wir sowohl die Telefonie Performance im GSM Betrieb getestet, als auch Datenverbindungen. Beim Telefonieren schlägt sich die Finow Q3 gut. Die Verbindung ist stabil wie bei einem normalen Smartphone. Lediglich in Zügen bricht ein Telefonat gerne mal ab. Die 3G Verbindung ist etwas schwächer als bei Smartphones. Hier gab es auch wieder in Zügen Probleme, wo fast nie eine Datenverbindung möglich war. Unter normalen Bedingungen liefen aber auch Datenverbindungen gut. Getestet wurde mit einer Simyo Karte.

Der WLAN Empfang ist überraschend gut und hinkt einem Smartphone kaum hinterher. Wir haben mit der Finow X5 im gesamten Gebäude WLAN Empfang. Wer unsere Testberichte regelmäßig verfolgt, der weiß, dass selbst Smartphones das nicht immer schaffen. Gemessen haben wir im WLAN einen Durchsatz von 38,76Mbps im Up- sowie 11,83Mbps im Downstream.

Der GPS Empfang der Finow Q3 ist unzureichend, was aber bei allen China Smartwatches ein Problem ist. Am Handgelenk ist es unmöglich einen Fix zu erreichen. Erst wenn man die Uhr vom Arm entfernt kommt ein Fix zustande. Da das im Alltag aber nicht praktikabel ist, ist das GPS unterm Strich unbenutzbar. Wir empfehlen es zu deaktivieren um Energie zu sparen. Uns stört das schlechte GPS übrigens nicht, denn es gibt ohnehin keine relevanten Use Cases. Navigieren auf der Smartwatch? Vergesst es, der Prozessor ist dafür zu lahm und der Energieverbrauch zu hoch. GPS Tracking mit Google Fit und Co? Ebenfalls nicht machbar, da das Display und der RAM zu klein sind und Google Fit damit nicht klar kommt.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Der Lautsprecher in der Finow Q3 ist schlechter als jener in der Finow X5. Er übersteuert recht schnell und klingt flacher. Aber ganz ehrlich, in einer Smartwatch ist das nicht wirklich relevant. Wer darüber tatsächlich Musik hört, verwendet einen Bluetooth Speaker oder ein Headset. Und zum Telefonieren tut es der Lautsprecher dicke.

Apropos telefonieren: Der Klang ist hier überraschend gut. Wichtig ist auch, dass sich der Gesprächspartner nicht selbst hört. Das ganze funktioniert selbst während dem Fahrrad fahren noch ziemlich gut - trotz Fahrtwind.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​450mAh
​Kapazität (Gemessen): ​389mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Nein

Der Akku in der Finow Q3 ist wie bei den vorigen Finow Smartwatches 450mAh groß. Zumindest ist das die Angabe des Herstellers. Gemessen haben wir 389mAh. Die reale Kapazität bewegt sich also zumindest in der Nähe der Herstellerangabe. Die Laufzeit ist abhängig von der Nutzung. Nutzt man die Smartwatch durchgehend, ist der Akku nach 2 Stunden leer.

Bei Standalone Nutzung mit SIM Karte und ohne Bluetooth Verbindung kommt man ziemlich genau über den Tag. Das ist aber nur der Fall, wenn man die Option "Disconnect on Standby" aktiviert. Hier werden alle Datenverbindungen im Standby getrennt und WLAN deaktiviert.

Nutzt man die Finow Q3 als Companion mit einer Bluetooth Verbindung zum Smartphone UND einer eingelegten SIM Karte, kommt man nicht mehr über den Tag. Angenommen man startet um 7 Uhr morgens, ist der Akku dann um ca. 15 Uhr leer.

Nutzt man die Finow Q3 dagegen ohne SIM Karte und nur mit Bluetooth, kommt man wieder über den Tag. Die Laufzeit im aktiven Betrieb ist also nicht wirklich berauschend. Nutzt man die Finow Q3 übrigens als reine Uhr, also ohne jegliche Netzwerkverbindung, reicht eine Akkuladung ca. 4 - 7 Tage. Wireless ist also eindeutig das Feature mit dem höchsten Energieverbrauch.

Das Aufladen der Smartwatch geht ziemlich schnell von statten. Von 20% auf 100% genehmigt sich die Finow Q3 etwas mehr als eine Stunde. Man sollte die Uhr aber ausschalten, sonst dauert es länger. Positiv: Die Ladekontakte leiden nicht mehr an Korrosion wie bei der X5. Verhindert wird dies durch eine vertiefte Anbringung der Kontakte. Somit berühren sie die Haut nicht mehr.

Fazit

Die Finow Q3 ist eine China Android Smartwatch wie jede Andere. Die üblichen Bugs und Einschränkungen sind auch hier wieder mit am Start, womit sich die Finow Q3 eher für Bastler und Nerds eignet. Der Vorteil der Finow Q3 gegenüber anderen China Smartwatches ist ganz klar das AMOLED Display, welches sparsamer und gleichzeitig besser ablesbar ist. Das war es dann aber unterm Strich auch schon. Zudem dürfte die Q3 eine interessante Alternative für alle sein, die sich für die Finow X5 interessieren, aber keine 120 Dollar ausgeben möchten. Die Finow Q3 gibt es für um die 80 Dollar, was deutlich weniger ist. Dafür muss man aber auch mit einem weniger edlen Design leben.

Pro Contra
​+ Tolles AMOLED Display ​- Software Bugs, stellenweise stark verbesserungswürdig
+​​ Guter Touch Screen-​​ Schlechte Übersetzung (Deutsch)
+​​ Gute Anpassung des Systems an den runden Bildschirm-​​ Power Management könnte besser sein
+​​ Große Anzahl an Watchfaces-​​ GPS Empfang schlecht, zu hoher Stromverbrauch
+​​ Vielseitig nutzbar (erfordert aber oft Basteln und Einfallsreichtum)-​​ Pairing mit dem Smartphone unzuverlässig (unbenutzbar)
+​​ Recht guter Empfang-​​ Keine OTA Updates, manuelles Flashen notwendig


ChinaMobileMag ist Banner-frei. Mit einer kleinen Spende oder einem Kauf auf Amazon, Gearbest, Tradingshenzhen oder Aliexpress unterstützt ihr den weiteren Betrieb.

❤️ Vielen Dank ❤️


 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Mittwoch, 17. Juli 2019

Sicherheitscode (Captcha)