Elephone P9000 Test: Das bisher beste Elephone

b2ap3_large_elephone-p9000 Elephone P9000 Review

Mit dem Elephone P9000 zeigt Elephone ein weiteres mal, dass man sein Billigheimer-Image endgültig ablegen will und stattdessen hochwertige und sehr gut ausgestattete Smartphones anbieten möchte. Nach einem ausführlichen, einwöchigen Test erfahrt ihr hier im Elephone P9000 Review nun wie gut das tatsächlich gelungen ist.

Lieferumfang

Die Verpackung ist es, welche den ersten Eindruck eines Gerätes ausmacht. Und genau hier hat sich Elephone etwas Besonderes einfallen lassen. Statt wie bisher das Smartphone in einer Pappschachtel zu liefern, setzt man diesmal auf eine elegante, weiße Box aus Kunststoff mit abgerundeten Ecken. Diese wird von einem Elephone Logo und dem P9000 Aufdruck in schwarzer Farbe geziert.

Im Inneren liegt oben auf das Smartphone selbst, eingebettet in einer Kunststoffschale. Unter dieser kommen dann eine Garantiekarte und eine hochwertig bedruckte Anleitung zum Vorschein. Darunter wiederum findet man dann ein USB Typ-C Kabel, welches eine ausreichende Länge hat. Als letztes findet man dann noch eine Silikonhülle zum Schutz der Rückseite in der Box.

Da es sich beim hier behandelten Gerät um ein Presse-Sample handelt, lag auch noch eine extra Schachtel bei, in welcher sich das gesamte Zubehör befindet das man normal extra kaufen muss. Hierzu gehört der Schnellladeadapter, ein Flipcover-Case mit Smart View Fenster, ein 2,5D Protektor aus gehärtetem Glas und ein weiteres USB Typ-C Kabel. Eigentlich sollte sich auch der Wireless Charger im Paket befinden, doch dieser hat bei mir gefehlt und ich musste mir einen QI Charger bei Amazon bestellen.

Etwas enttäuschend finde ich, dass Elephone den Schnellladeadapter und / oder den Wireless Charger nicht standardmäßig mitliefert. Bei dem doch recht hohen Preis der hier aufgerufen wird, hätte man das in meinen Augen erwarten können. So muss man nochmal je rund 15 Dollar extra ausgeben, legt man auf diese Funktionalitäten Wert.

Die Verpackung des Elephone P9000 kommt überraschend hochwertig daher. Enttäuschend ist jedoch, dass man sich den Wireless Charger und den Schnelllader extra bestellen muss.

Zwischenfazit: Lieferumfang

Design & Verarbeitung des Elephone P9000

Elephone setzt hier wieder auf ein sehr eigenständiges Design welches schlichte Eleganz verkörpert und ohne aufwändige Schnörkel daherkommt. Der Hersteller hat hier sehr auf eine hochwertige Verarbeitung Wert gelegt, was auch größtenteils gut gelungen ist. Überstehende Kanten, hohe und ungleichmäßige Spaltmaße oder knarzende Stellen sucht man hier vergebens. Einzig die etwas lockeren Buttons stören hier etwas.

Blickfang auf der Front ist ganz klar das Display mit seinen recht dünnen Rändern. Elephone verzichtet diesmal komplett auf schwarze Fake Bezels. Die Ränder links und rechts des Displays sind nur 2,3mm breit, was zwar mehr ist als die beworbenen 1,6mm, aber dennoch weniger als bei den meisten anderen Smartphones. Auch die Ränder über und unter dem Display sind sehr klein gehalten, was den Footprint des Smartphones erheblich reduziert. Mit Abmessungen von 148 x 74,5mm ist das Gerät nur wenig größer als die meisten 5" Smartphones.

Überraschend ist, dass Elephone diesmal unter dem Display nur einen Touch-Button platziert. Dies erinnert etwas an Meizu Smartphones und gleicht auch die Art der Bedienung an, dazu aber später noch mehr. In der Mitte des Buttons befindet sich übrigens die Status LED, welche nur in der Farbe Weiß aufleuchten kann. Leider ist diese aber etwas deplatziert. Eigentlich sollte die LED wohl einen vergleichsweiße großen, weißen Kreis bilden, da sie aber leicht nach unten versetzt ist, wird daraus nur ein Halbkreis.

Das Displayglas ist beim P9000 nicht wie bei den meisten anderen Geräten in einen extra Plastikrahmen gefasst, sondern direkt in den Metallrahmen bzw. das Chassis des Smartphones. Somit erhält man hier einen sehr scharfen Übergang, was das solide Gefühl deutlich unterstreicht und vom Gefühl her an das LeTV X600 erinnert.

Wenden wir uns gleich einmal dem Metallrahmen zu. Was hier sofort auffällt ist die durchdachte Platzierung der Hardwaretasten. Hier finden wir auf der rechten Seite eine frei belegbare Funktionstaste unter dem SIM Tray und auf der linken Seite den Einschalter sowie den Volume Rocker. Die Tasten wurden jeweils so platziert, dass man sie betätigen kann ohne umgreifen zu müssen. Dadurch ruhen die Finger standardmäßig auf den Tasten. Natürlich wurde dabei auch ein Druckpunkt gewählt, welcher verhindert, dass man die Tasten dann aus Versehen drückt.

Neben den Tasten finden sich im Rahmen wie immer auch allerlei Öffnungen und Anschlüsse. Auf der unteren Seite finden wir hier zwei Lautsprecheröffnungen, wobei sich aber nur hinter Einer auch tatsächlich ein Lautsprecher verbirgt. Zwischen den beiden Öffnungen hat Elephone den USB Typ-C Anschluss platziert. Auf der oberen Seite findet sich dann der 3,5mm Kopfhöreranschluss.

Die mir vorliegende schwarze Version des Elephone P9000 kommt mit einer Rückseite im "Sandstone Black"-Look daher. Damit fühlt sie sich ähnlich an wie das bekannte Cover des OnePlus One oder OnePlus 2, wobei das Material hier etwas weicher ist und weniger kratzig. Dennoch sorgt das für einen guten Grip in den Händen. Leider reibt sich das Material aber recht schnell ab. Seine Eigenschaften verliert es dadurch zwar nicht komplett, allerdings ist es nach recht kurzer Zeit deutlich weniger rau und man erkennt auch einen Unterschied in der Optik. Das Cover selbst ist zum Übergang am Metallchassis hin leicht gewölbt. Entfernen könnt ihr das Cover übrigens nicht.

Für mich eine Überraschung war, dass sich neben dem in Metall gefassten Kameramodul auf der Rückseite nicht nur ein Dual LED Blitz mit verschiedenfarbigen LEDs befindet, sondern auch ein Laser Autofokus. Es war mir zuvor nicht bewusst, dass Elephone dieses Feature umsetzt. Anscheinend wurde das in letzter Sekunde beschlossen. Unter dem Kameramodul befindet sich dann noch der Fingerprint Scanner. Leider ist die Aussparung im Cover nicht perfekt rund, was aber nur bei ganz genauem Hinsehen auffällt. Ansonsten findet man im unteren Bereich noch das obligatorische, silberne Elephone Logo.

Zur Stabilität des Smartphones kann ich sagen, dass das Aluminium Chassis und der gesamte Aufbau sehr verwindungssteif ist. Es ist nur mit viel Kraft möglich das Smartphone leicht durchzubiegen, doch selbst das hat keine Folgen. Lediglich Kollisionen mit anderen Metallgegenständen mag der Metallrahmen nicht so gerne. Bei meinem Gerät finden sich bereits an zwei Stellen leichte Einkerbungen. Überrascht hat mich übrigens noch das Gewicht, denn dieses ist mit 148g sehr angenehm.

Elephone zeigt nach dem M2 abermals, dass man auch sehr hochwertige Geräte bauen kann. Zwar gibt es hier und da kleinere Kritikpunkte, jedoch nichts Tragisches. Insgesamt liegt das Gerät in Sachen Verarbeitung und Design auf Augenhöhe mit Geräten von Meizu, Xiaomi und LeTV. Was jedoch viele stören dürfte ist, dass die Benachrichtigungs LED nur in weißer Farbe leuchten kann.

Zwischenfazit: Design & Verarbeitung

Display

Ich hätte ja niemals gedacht, dass ich das bei einem Smartphone von Elephone einmal sagen würde, aber das Display ist hier wirklich das absolute Highlight des Geräts. Ich habe hier einige Smartphones mit sehr guten Displays liegen, darunter das Xiaomi Redmi Note 3 und das Meizu MX5. Doch das Panel im Elephone P9000 schlägt sie alle - obwohl es sich beim Meizu MX5 ja um ein OLED Display handelt.

Der Kontrast, die Farben, die Helligkeit - all das ist beim P9000 auf höchstem Niveau. Es gibt keinen Blau-, Gelb- oder Rotstich, die Farben sind herrlich knackig, die Ausleuchtung perfekt. Selbst die Schwarzwerte sind für ein LCD Panel sehr gut, was wiederum für einen tollen Kontrast sorgt. Insgesamt hat man fast das Gefühl, als ob die Inhalte aus dem Display herausspringen. Ihr merkt, das Display hat es mir wirklich angetan, und ja, es handelt sich hier wirklich um eines der besten Panels die ich bisher in Smartphones gesehen habe.

Gefertigt wird das Panel übrigens von LG, ist 5,5" groß und löst mit Full HD Auflösung auf, also 1920 x 1080 Pixel. Durch die schmalen Ränder um das Display ist auch das Verhältnis von Display zu Gehäuse sehr hoch, was den optischen Effekt noch einmal aufwertet.

Was mir ebenfalls gut gefällt ist die Implementation von Mediatek's MiraVision 2.0 Technologie. Neben den bisher bekannten dynamischen Anpassungen von Helligkeit und Kontrast gibt es nun auch eine Option zur automatischen Anpassung der Farben. Durch diese dynamischen Anpassungen erhält man stets ein optimales Bild bei sehr guter Ablesbarkeit selbst in direktem Sonnenlicht.

Auch beim Touch Panel hat sich Elephone diesmal keinerlei Patzer geleistet. Probleme wie ein Ruckeln beim Scrollen, verzögerte Erkennung von Eingaben oder Ghost Touches sucht man hier vergebens. Hier funktioniert alles so wie man es von einem Smartphone dieser Preisklasse erwartet. Einzig die Gleitfähigkeit des Glases könnte noch minimal höher sein, stören tut mich das persönlich aber nicht.

Die Oberfläche ist übrigens auch nicht anfällig für Kratzer. Mir ist das Gerät nun schon zweimal mit dem Display nach unten auf den Boden gefallen, einmal draußen auf sandigen Untergrund und einmal im Haus auf Steinboden. Beide Stürze hat das Display ohne jegliche Beschädigungen überlebt und auch Mikro-Kratzer sind nicht zu erkennen. Als Härtetest habe ich das Gerät auch schon mit einem Schlüsselbund bearbeitet. Auch diesen Test hat das P9000 mit Bravour bestanden.

Bravo, Elephone! Das Display ist eine absolute Augenweide und bewegt sich auf high-end Niveau. Wer auf sehr gute Displays steht wird das Handset lieben.

Zwischenfazit: Display

Hardware & Performance

Modell: ​Elephone P9000
Prozessor: ​Mediatek Helio P10 (MT6755)
8x ARM Cortex A53 @2.0GHz
Mali T860 MP2 GPU
​Arbeitsspeicher (Geschwindigkeit):​4GB LPDDR3 RAM (5.7GB/s)
​Speicher (R/W):​32GB (185 / 82MB/s)
​Display:​5,5" LG LTPS IPS OGS Display
(1920 x 1080)
​Frequenzen:​WCDMA: 1/2/5/8
FDD-LTE: 1/3/7/8/20
TDD-LTE: 38/40
​Dual-SIM:​Ja (2x Micro SIM oder 1x Micro SIM + Micro SD, Combo Slot)
​Micro SD:​Ja
​Abmessungen / Gewicht:​148 x 74,5 x 9,5mm (inkl. Kamera und Buttons) / 148g
​Sensoren (funktion):Beschleunigung (ja), Schwerkraft (ja), Gyroskop (ja), Licht (ja), Lineare Beschleunigung (ja), Magnetfeld (ja), Orientierung (ja), Abstand (ja), Rotationsvektor (ja)
​​Besonderheiten:
​QI Wireless Charging, NFC, USB Typ-C, Mediatek Pump Express Plus, Fingerprint Scanner, Laser Fokus, Dual LED Dual Tone Blitz

Das Elephone P9000 ist das erste erhältliche Smartphone welches auf Mediatek's neuen Helio P10 (MT6755) Mittelklasse Chipsatz setzt. Hier sollte man allerdings nicht den Fehler begehen und einen riesigen Performance-Sprung erwarten. Genau das ist nämlich nicht das Ziel das Mediatek mit dem Chip verfolgt. Vielmehr ging es darum, einen leistungsfähigen aber effizienten Chipsatz zu kreieren, und genau das ist in meinen Augen auch gut gelungen.

Im Grunde handelt es sich beim Helio P10 um einen MT6752 mit höherem Takt und minimal leistungsfähigere aber deutlich sparsamere GPU. Der Chip taktet also mit 2GHz und bei der GPU handelt es sich um eine Mali T860, welche im Vergleich zur Mali T760 um bis zu 45% weniger Energie benötigt.

Daraus resultierend bewegt sich der Chipsatz was die Geschwindigkeit betrifft irgendwo zwischen dem MT6752 und dem Helio X10, wobei sich die gefühlte Performance im Alltag eindeutig in Richtung Helio X10 bewegt. Grundsätzlich merkt man im Alltag zwischen dem Helio P10 und dem Helio X10 keinerlei Unterschiede, außer vielleicht beim Scrollen von großen Facebook oder Twitter Feeds. Einen größeren Unterschied bemerkt man beim Spielen, vor allem in aufwendigen 3D Spielen. Keine Frage, der Helio P10 kommt mit allen Games klar, für ein perfekt flüssiges Spieleerlebnis sollte man sich aber definitiv an die mittleren Grafikeinstellungen halten, wenngleich Spiele wie GT Racing 2 und Modern Combat 5 auch auf höchsten Einstellungen definitiv noch spielbar sind.

Dafür gewinnt der Helio P10 dann aber was den Energieverbrauch betrifft. Während sowohl beim MT6752 als auch beim Helio X10 der Ladestand des Akkus beim Zocken spürbar schneller nach Unten geht, sind die Auswirkungen beim Helio P10 deutlich weniger krass. Natürlich sinkt auch hier der Akkustand verglichen mit dem Normalbetrieb schneller ab, allerdings deutlich langsamer. Für Gelegenheitsspieler ist de Helio P10 damit also im Grunde gar kein so schlechter Chip.

Während des Testens haben mich viele gefragt wie es mit der Temperatur des Chips aussieht. Hier muss ich sagen, dass ich auch recht angetan bin. Im Alltag bewegt sich die Temperatur des Chips zwischen 32 und 43°C. Die maximale Temperatur beim Spielen lag bei 61°C. Das Gerät wird dabei aber nicht unangenehm warm. Insgesamt bewegen sich die Temperaturen in einem normalen Rahmen und der Maximalwert sogar unter dem des Helio X10 oder MT6752. So richtig heiß wird das Handset nur beim Aufladen via Pump Express Plus, aber dazu später noch mehr.

Was beim Elephone P9000 übrigens enorm viel Spaß macht ist Multitasking - den 4GB RAM sei Dank. Mein Rekord liegt hier bei 41(!) geöffneten Apps, von denen sich alle sofort und ohne erneutes Laden öffnen ließen. Hier muss man sich also wirklich keine Gedanken mehr um das RAM Management machen. Natürlich wird wohl kaum jemand aktiv solch eine Anzahl an Apps im Multitasking nutzen, aber ist einfach praktisch wenn man seine meistgenutzten Apps einfach im Hintergrund laufen lassen kann und diese dann sofort bereit sind wenn man sie braucht.

Etwas weniger gut umgesetzt wurde leider der Fingerprint Scanner auf der Rückseite. Hier hätte ich mir in Anbetracht der bisherigen hochwertigen Komponenten doch eine bessere Umsetzung gewünscht. Der Sensor bleibt definitiv hinter jenem im Xiaomi Redmi Note 3 aber auch dem Elephone P7000 zurück. Man muss häufig mehrmals den Finger platzieren bis sich das Smartphone entsperrt und auch die versprochenen 0,3 Sekunden Entsperrzeit werden nicht eingehalten. Vielmehr dauert es ca. 1 Sekunde bis man den Home Screen sieht. Ob das nun an der Software oder am Sensor selbst liegt wage ich nicht zu beurteilen. Apropos Software, auch hier sollte Elephone nachbessern. Die Konfiguration des Fingerprint Scanners ist nämlich ziemlich ungewöhnlich. Man kann seine Fingerabdrücke erst einscannen, nachdem man ein Passwort(!) festgelegt hat. Die Verwendung eines PIN Codes ist nicht mehr möglich.

Bezüglich der Sensorausstattung habe ich beim P9000 ausnahmsweise einmal nichts zu meckern. Hier sind alle wichtigen Sensoren mit an Bord und funktionieren. Dies schließt neben dem Kompass auch ein Gyroskop mit ein, welches z.B. für den Einsatz von VR Brillen wichtig ist.

Der Mediatek Helio P10 ist ein sparsamer Chip der im Alltag vor allem mit den 4GB RAM viel Spaß macht. Auch das Drumherum hat Elephone gut hinbekommen, mit Ausnahme des Fingerprint Scanners, welcher zwar funktioniert, allerdings nicht so gut wie man es in dieser Preisklasse erwarten würde.

Zwischenfazit: Hardware & Performance

Elephone P9000 Test: Die Software

Elephone gibt nicht nur Vollgas was die Verarbeitung und Hochwertigkeit der Komponenten betrifft, auch bei der Software hat man mal etwas mehr Liebe zum Detail walten lassen. Zum einen ist es sehr lobenswert, dass Elephone gleich zu Beginn auf Android 6.0 Marshmallow setzt. Und nein, es handelt sich hier definitiv nicht um den typischen Early Beta Release mit dem man damals zu Beginn der Lollipop Ära bei den Chinaphones noch leben musste.

Das System wirkt überraschend gut optimiert. Sehr gut optimiert sogar. Eventuell gibt es hier und da mal noch kleinere Ruckler, aber definitiv nichts Besorgniserregendes. Generell macht das System einen sauberen und schnellen Eindruck. Auf Bloatware hat man bis auf eine Service-, Pedometer- und Taschenlampen-App komplett verzichtet. An der Optik hat man ebenfalls keine großen Änderungen vorgenommen, womit das System definitiv als Stock Android durchgeht.

Überrascht hat mich die Einstellungsvielfalt beim Elephone P9000. Neben den Standard Android Einstellungen habt ihr volle Kontrolle über das Display mit MiraVision, ihr könnt die Status LED konfigurieren (blinken, pulsieren, aus), es stehen Einstellungen für den Fingerprint Scanner bereit (leider [noch?] ohne App-Lock), es gibt Off Screen Gesten (z.B. Double-Tap to Wake) und System Gesten (z.B. 3-Finger Screenshot), Einstellungen für den Shortcut Button, eine Flip to Mute Funktion, eine Option um das Display mit dem Volume Rocker aufzuwecken und ihr könnt den Laser Fokus aktivieren und deaktivieren.

Auch für die Art der Kontrolle des Systems stehen Optionen bereit. Standardmäßig verwendet man den Home Button um im System zu navigieren. Einmal Antippen bedeutet hier "Zurück", zweimal Antippen "Home" und langes drücken öffnet den App Switcher. Wer das nicht mag, der kann sich optional die klassischen On-Screen Tasten von Android anzeigen lassen.

Etwas dämlich umgesetzt ist der dedizierte Shortcut Button auf der linken Seite des Phablets. Diesen kann man schlicht nur zum Öffnen von Apps verwenden. Ein Auslösen der Kamera oder das Triggern von Funktionen wie z.B. dem Flugmodus oder der Taschenlampe ist damit nicht möglich. Aber wie sagt man so schön? Was nicht ist kann ja noch werden, und in diesem Sinne erhoffe ich mir von einem der nächsten OTA Updates Besserung.

Abschließend gilt zu sagen, dass das ROM schon in der derzeitigen, ersten Finalversion absolut alltagstauglich ist. Alles flutscht ausreichend geschmeidig vor sich hin, es gibt keine Probleme mit der Stabilität und auch über inkompatible Apps bin ich bisher nicht gestolpert.

Gut gemacht, Elephone! Das Stück Software das ihr da gebastelt habt läuft super. Jetzt noch die groben Kanten glatt feilen und ich bin von A - Z zufrieden!

Zwischenfazit: Software

Konnektivität & Empfang

Was den Empfang betrifft hat mich das Elephone P9000 bisher kein einziges mal im Stich gelassen. Der LTE Empfang funktioniert dank Unterstützung des Band 20 auch auf ländlichen Gebieten und zu meiner Überraschung konnte das Gerät auch an Orten Datenverbindungen aufbauen, an denen das mit vielen anderen Geräten nicht möglich ist.

Das WLAN Modul des MT6755 funkt mit 2,4 und 5GHz und beherrscht die Standards 802.11a/b/g/n. Auch hier gab es zu keinem Zeitpunkt Probleme und die Signalstärke bewegt sich selbst bei größerer Entfernung zum Router auf exakt demselben Niveau wie bei meinem MacBook Pro, was für ein doch deutlich kleineres Gerät schon beachtlich ist.

Beim GPS Test funktionierte die grundlegende Navigation und auch das Tracking problemlos. Ein Fix ist schnell vorhanden und es gibt auch keine Probleme neben GPS auch GLONASS Satelliten zu empfangen. Leider gibt es aber einen Bug der dazu führt, dass die Geschwindigkeit hin und wieder falsch erfasst wird. Ich habe einige Tracking Apps getestet und bei allen wurde hin und wieder behauptet, dass ich 30km/h schnell laufen würde. Hier muss also noch nachgebessert werden.

Ansonsten bietet das Elephone P9000 noch Unterstützung für Bluetooth 4.0 und NFC. Beides funktioniert problemlos. Die NFC Antenne befindet sich in der unteren Hälfte des Smartphones und ist groß genug um das Zielen einfach zu machen.

In Sachen Empfang leistet sich Elephone keine großen Patzer. Beim GPS sollte aber nochmal etwas nachgebessert werden, denn gerade für Leute die Fitness Tracking Apps verwenden, dürfte das Problem bei der Geschwindigkeitsmessung sehr ärgerlich sein.

Zwischenfazit: Konnektivität & Empfang

Sprachqualität & Klang

Im Mediatek Helio P10 kommt nun dieselbe Audio Lösung zum Einsatz, welche auch schon im Helio X10 zum Einsatz kommt. Wer schon einmal ein Helio X10 Smartphone besessen hat, der weiß damit was ihn erwartet. Via Kopfhörer erhält man hier wirklich einen außerordentlich klaren Klang, der noch dazu extrem laut aufgedreht werden kann.

Leider taugt der interne Medienlautsprecher nichts. Ich frage mich langsam echt, warum Elephone es nie auf die Reihe bekommt brauchbare Lautsprecher zu verbauen. Gerade in der Preisklasse ind er wir uns hier bewegen, hätte ich mir das echt gewünscht. Aber nein, die Tröte klingt mal wieder flach und klirrt bei hoher Lautstärke unangenehm.

Dafür macht das Gerät beim Telefonieren eine ziemlich gute Figur. Man kann sich gegenseitig stets klar und deutlich verstehen, obwohl ich bisher kein Noise Cancelling Mikrofon finden konnte. 

Der interne Lautsprecher enttäuscht aber. Hier muss Elephone endlich mal dazu lernen.

Zwischenfazit: Sprachqualität & Klang

Kamera

Die Hauptkamera des Elephone P9000 basiert auf einem 13 Megapixel Sony IMX258 Sensor mit f/2.0 Blende. Das klingt ja schonmal vielversprechend und ja, das Kameramodul ist es auch. Die Linsen scheinen keine Fehler aufzuweisen (z.B. unscharfe Kanten) und auch sonst schneidet das Paket in Sachen Farbwiedergabe, Lichtstärke und Auslösezeit sehr gut ab.

Nur leider hat die Sache einen Haken: Der Software Part ist derzeit noch so gut wie gar nicht optimiert. Daraus resultieren relativ lange Fokuszeiten selbst mit aktiviertem Laser Fokus und eine sehr hohe Ausschussrate. Man könnte fast soweit gehen und sagen, dass die Kamera derzeit noch nicht wirklich zu gebrauchen sein.

Bei Videos sieht es im übrigen nicht viel anders aus. Diese sehen absolut grauenvoll aus, komplett verschwommen und mit nahezu nicht vorhandener Tonspur. Hier handelt es sich aber definitiv um Probleme auf Seite der Software. Damals beim Elephone P7000 hat Elephone im Laufe der Zeit auch stark nachgebessert, und ich gehe mal davon aus, dass das auch hier wieder so sein wird. Immerhin wird das Elephone P9000 auch noch gar nicht final ausgeliefert. Lediglich einige Vorbesteller haben Geräte erhalten. Die Belieferung von Jedermann wird erst Anfang April starten.

Abschließend noch kurz einen Blick auf die Frontkamera. Hier erwartet euch ein OmniVision OV8858 Sensor mit 8 Megapixeln. Hier geht die Qualität ganz in Ordnung, Wunder sollte man aber auch hier nicht erwarten. Für anspruchslose Selfies taugt sie aber.

Die Kamera zieht das Gesamtpaket leider ganz schön nach unten. Da es sich hier aber um Software Probleme handelt und das P9000 noch nicht ganz auf dem Markt ist, sei das dem Hersteller mal temporär verziehen.

Zwischenfazit: Kamera

Akkulaufzeit

Die Akku Kapazität wird vom Hersteller mit 3.000mAh angegeben und das stimmt laut Messgerät auch. In Verbindung mit dem relativ sparsamen Mediatek Helio P10 SoC lässt sich mit der gegebenen Kapazität auch eine gute Akkulaufzeit erreichen. Im Schnitt hat mir eine Akkuladung 1,5 Tage gereicht wobei eine Screen-On Zeit von etwas über 4 Stunden erreicht wurde. Im Geekbench 3 Test hielt das Handset bei ca. 40% Helligkeit 6 Stunden und 39 Minuten durch. Über den Tag sollte damit also wirklich jeder kommen.

So richtig spannend wird es beim Aufladen, vor allem, wenn ihr euch für das Schnellladegerät entschieden habt. Elephone setzt hier auf Mediatek Pump Express Plus, und ja, Express ist hier tatsächlich der richtige Name. Den Akku von 0% auf 100% aufzuladen dauert nämlich nur 1 Stunde und 15 Minuten. Noch schneller geht es von den typischen 20% auf 100%: 47 Minuten!

Einziger Nachteil: Das Gerät wird beim schnellen Aufladen extrem heiß. Vor allem das Metallchassis auf Höhe der Spannungswandler (rechts oben). Hier erreicht das Gerät gerne einmal Temperaturen jenseits der 70°C, und das ist nicht mehr sonderlich angenehm. Während des Aufladens sollte man also auf die Verwendung des Geräts verzichten.

Doch nicht nur via Kabel könnt ihr das Elephone P9000 aufladen. Das Smartphone unterstützt auch die QI Wireless Charging Technologie. Damit könnt ihr das Gerät mit jeder QI-kompatiblen Ladestation aufladen ohne ein Kabel anschließen zu müssen. Das Gerät wird dazu einfach mit der Rückseite mittig auf der Station platziert und ab geht die Post. In ca. 2 Stunden ist der Akku dann wieder voll (20% --> 100%).

Ausreichend lange Ausdauer und raketenhaftes Aufladen. Dadurch ergibt sich ein hohes Maß Flexibilität, welches man nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte.

Zwischenfazit: Akkulaufzeit

Fazit

In meinen Augen ist das Elephone P9000 das bisher beste Gerät das Elephone auf den Markt gebracht hat. Ihr bekommt hier eine sehr gute Verarbeitung, ein top Display, gute Performance und eine sehr gute Ausstattung mit NFC, QI Wireless Charging sowie Pump Express Plus, welche den Preis von 269,99 US Dollar definitiv wert ist. Weitere Pluspunkte sammelt das Gerät mit seinen für ein 5,5" Phablet doch sehr geringen Abmessungen. Das Xiaomi Redmi 3 ist beispielsweiße nur minimal kleiner, trotz des deutlich kleineren 5" Displays. Der einzig wirklich signifikante Kritikpunkt ist die miese Kamera Performance, aber hier stehen die Chancen sehr gut, dass Elephone diesen Missstand noch behebt. Insgesamt kann ich aber definitiv eine Kaufempfehlung geben.

Das Elephone P9000 bekommt ihr derzeit bei Gearbest für 269,99 US Dollar. Der nächste Batch wird voraussichtlich am 5. April ausgeliefert. Alternativ gibt es auch noch das schlechter ausgestattete P9000 Lite. Hier verzichtet ihr auf einen Fingerprint Scanner, NFC und Wireless Charging, zahlt dafür aber auch weniger Geld: 219,99 US Dollar.

Pro Contra
​- Gute Verarbeitung
- Sehr schönes Display
- Gute Empfangsleistung
- Fast Charging
- Wireless Charging
- NFC Unterstützung
- Ausreichende Akkulaufzeit
- Gyroskop und Kompass vorhanden
- Geringe Abmessungen
​​- (Noch) unbrauchbare Kamera
- Schlechter interner Lautsprecher
- Unzuverlässiger Fingerprint Scanner
- Keine RGB Status LED
- Schlecht umgesetzter Funktions-Button
- Leicht wackelnde Tasten
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