Doogee Smart Cube P1 Projektor Test

Doogee Smart Cube P1 Projektor Test

Heute dürfen wir euch mal wieder mit einem Test aus einer Produkt-Kategorie beglücken, welche hier auf ChinaMobileMag bisher noch nicht behandelt wurde. Die Rede ist von Projektoren bzw. Beamern. In diesem Fall handelt es sich um einen Mini DLP Beamer, den Doogee P1. Dieser wurde auf dem diesjährigen Mobile World Congress vorgestellt und ist seit diesem Monat erhältlich. Zeit, sich einmal anzusehen, was der kleine Würfel so kann.

Unboxing

Der Doogee P1 kommt in einer Verpackung daher die im Einklang mit dem Design des Produktes selbst steht. Im Klartext: Quadratisch und mit einem bunten Mosaik versehen, welches mancher scherzhaft als geschmolzenen Rubik Cube bezeichnet. Im Inneren findet man lediglich den Projektor, ein 2A Netzteil und ein USB Kabel für die Stromversorgung. Eine Anleitung sucht man (leider) vergeblich.

Design & Verarbeitung

Der Doogee P1 Projektor ist im als Würfel mit 6,2cm Kantenlänge aufgebaut. Das Gewicht liegt bei 243g. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist aus verschiedenfarbigen Plastikfragmenten zusammengesetzt. Optisch wirkt das Design extravagant und verspielt. Nimmt man den Würfel in die Hand, kommt allerdings ein etwas billiger Eindruck zu Stande, da eines dieser Plastikfragmente etwas locker sitzt. Das liegt daran, dass man hier einen Weg ins Innere des Projektors findet. Das kann nützlich sein, wenn sich einmal Schmutz im Lüfter verfangen hat. Der Lüfter sitzt übrigens ganz oben im Gehäuse und bläst die Luft dort heraus. Angesaugt wird links und rechts im oberen Bereich.

Die Linse des Projektors befindet sich auf der Seite auf der sich das Doogee Logo und der "Smart Cube P1" Aufdruck befinden. Die Linse ist im Gehäuse versenkt und wird durch eine extra Sichtscheibe aus Kunststoff geschützt. Hier hätte Doogee in unseren Augen auf Glas setzen sollen, denn auf Dauer ist davon auszugehen, dass man das Material verkratzt.

Von hinten betrachtet findet man auf der rechten Seite des Projektors eine kleine Status LED und einen Micro USB Port, welcher sich unter einer Abdeckung befindet. Direkt neben dem USB Port befindet sich die Taste zum Ein- und Ausschalten des Projektors. Weiter vorne, etwa auf Höhe der Linse, befindet sich außerdem ein kleines Rad zum Verstellen des Fokus.

Auf der linken Seite befindet sich eine weitere, größere Abdeckung. Hierunter findet sich ein vollwertiger USB 2.0 Anschluss, an welchem man z.B. ein externes Speichermedium anschließen kann oder aber auch eine Tastatur und Maus. Ebenfalls darunter befindet sich ein Reset-Knopf, sollte euch der Beamer einmal abstürzen.

Spezifikationen

​Modell: ​Doogee Smart Cube P1
​Projektionseinheit: ​Texas Instruments Pico DLP Projektor
​Auflösung:​854 x 480
​Leuchtmittel:​Osram LED, 70 Lumen
Prozessor:​Amlogic T826 (4x ARM Cortex A5 @1.54GHz) + Mali 450MP GPU
RAM:​1GB
Speicher:​8GB
​Betriebssystem:​Android 4.4.2
​Akku:​4.500mAh (verifiziert)
​Audio:​Intern (Stereo) oder Bluetooth
Konnektivität:​- Bluetooth 4.0
- Dual-Band WLAN (2,4GHz + 5GHz)

Bildqualität

Bei der geringen Auflösung von 854 x 480 Pixel dürften die meisten keine hohe Erwartungshaltung gegenüber dem Doogee Smart Cube P1 haben. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich hier um einen DLP Projektor handelt und nicht um einen LCD Projektor. Dies hat wiederum zur Folge, dass man keine extrem sichtbare Rasterung im Bild hat, was die Qualität doch deutlich erhöht. Ganz klar darf man aber keine HD Qualität erwarten. Dennoch ist die Bildqualität hoch genug um Filme in ordentlicher Qualität anzusehen und auch Schrift gut lesen zu können.

Bei der Farbwiedergabe hat der Projektor bei manchen Farbtönen etwas mit der Intensität zu kämpfen. Farben wirken dann etwas blasser als beim Direktvergleich auf einem LCD Display. Dennoch ist die Farbwiedergabe akkurat, Fehlfarben entstehen nicht. Hat man sich also einmal an die hier und da etwas blassere Farbwiedergabe gewöhnt, fällt das nicht weiter ins Gewicht, solange man kein LCD Display zum Vergleich daneben stehen hat.

Überrascht waren wir davon, wie groß das Bild ist, welches der kleine Würfel in der Lage ist zu erzeugen. Doogee selbst wirbt hier mit 90", was ja schon wirklich viel ist. Bei dieser Angabe handelt es sich um die maximal mögliche Größe, bei der man noch eine angenehme Helligkeit erzielen kann. Natürlich ist das aber nur bei voller Dunkelheit möglich. Bei Tageslicht ist das Bild auf ca. 20" begrenzt. Erhöht man den Abstand weiter, so erkennt man kaum noch etwas bis gar nichts mehr.

Bei völliger Dunkelheit schafft der Doogee P1 mit seiner hellen Osram LED aber deutlich mehr als 90". Im Test hatten wir keine Probleme ein ganzes Gebäude (dreistöckiges Reihenhaus) mit dem Beamer anzustrahlen. Grob geschätzt dürfte das einer Bilddiagonale von etwa 200" entsprechen. Das Bild ist dann aber schon sehr dunkel und man hat gerade bei dunklen Bildern Schwierigkeiten noch etwas zu erkennen. Auch der Fokus macht bei dieser Größe nicht mehr so ganz mit.

Beim Fokus hätten wir uns übrigens eine bessere Lösung gewünscht - gerade bei dem doch recht hohen Preis (rund 160€). Das kleine Rad ist einfach viel zu fummelig und leichtgängig. So ist es extrem schwer den richtigen Punkt zu erwischen, an dem das Bild perfekt scharf ist. Ein größeres Rad oder gar eine digitale Steuerung wäre hier von Vorteil gewesen. Hinzu kommt noch, dass die Verarbeitung der Projektor-Einheit nicht ganz perfekt ist. Bei dunklen Bildern sieht man am rechten Rand seltsame Unregelmäßigkeiten und die Einheit ist bei unserem Gerät minimal schief verbaut, was ein leicht zur Seite geneigtes Bild ergibt. Das Bild ist zudem an den Rändern nie so scharf wie in der Mitte, was an einer billigen Optik liegt. Hier hätten wir für 160€ mehr erwartet.

Was so manchen ebenfalls stören könnte, ist das hochfrequente Lüftergeräusch. Von der Lautstärke her ist er in etwa mit einer Xbox 360 gleichzusetzen, klingt jedoch wegen der höheren Frequenz unangenehmer. Der Lüfter wird zwar vom Lautsprecher mühelos übertönt, stört jedoch bei leisen Passagen schon etwas. Ob hier wirklich so ein schnell drehender Lüfter nötig gewesen ist, halten wir für fraglich. Der entweichende Luftstrom ist immerhin nie wärmer als 33°C.

Performance & Software

Der Amlogic T826 Chipsatz im Doogee Smart Cube P1 wirkt zunächst einmal unspektakulär. Mit seinen 4 ARM Cortex A5 Kernen mit 1,54GHz Takt und der Mali 450MP GPU ist er weit davon entfernt ein high-end Chip zu sein. Auch der 1GB große Arbeitsspeicher wirkt nicht gerade berauschend. Man muss allerdings die geringe Auflösung bedenken, welche nicht viel Rechenleistung und Speicher erfordert. Insofern erreicht der Chipsatz dennoch eine ordentliche Arbeitsgeschwindigkeit. Das System (Android 4.4.2 KitKat) reagiert prompt auf Eingaben und Ruckler kommen so gut wie nie vor. Auch mit anspruchsvolleren Apps hat der Chip keine Probleme. Das Kodi Media Center (XBMC) läuft absolut flüssig, genauso wie Casual Games (z.B. Angry Birds 2). Auch mit Web Inhalten hat der Chip keinerlei Probleme. HTML5 Video in Full HD wird problemlos abgespielt.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Bedienung der Software. Zu Beginn hatten wir mächtig Schwierigkeiten den Projektor korrekt zum Laufen zu bringen. Das Problem war, dass keinerlei Anleitung beilag. Nach dem Start landeten wir direkt auf dem Android Home Screen ohne jegliche Anweisung, wie man nun die App zur Steuerung des Projektors bekommt. Zunächst halfen wir uns einfach durch Anschließen von Tastatur und Maus an den Projektor. Doch auf diese Weise stellte sich schon das Einrichten des WLANs als echte Herausforderung heraus. Das Problem: Das WLAN deaktiviert sich nach wenigen Sekunden wieder und der Projektor wechselt automatisch wieder in den HotSpot Modus, welcher standardmäßig aktiviert ist. Erst wenn man sich zu einem Router verbunden hat, bleibt der integrierte HotSpot inaktiv. Man muss hier extrem schnell mit der Eingabe des WLAN Schlüssels sein, um das zu bewerkstelligen.

Selbstverständlich ist das alles völlig unverständlich und hat bei uns zu einigen Wutanfällen geführt. Letztlich gab es aber eine Lösung des Rätsels. Das seltsame Verhalten ist schlichtweg darin begründet, dass man den Projektor NICHT manuell mit einem WLAN Netz verbinden soll. Vielmehr wird die Verbindung über die zugehörige App angestoßen. Doch wie kommt man daran? Nichts leichter als das: man drücke zweimal den Power Button des Projektors. Nun erscheint ein QR Code. Scannt man diesen ein, so landet man auf der Download Seite der App. Anschließend installiert man sich diese und scannt mit dieser App erneut den QR Code ein. Daraufhin verbindet sich euer Smartphone mit dem WLAN Netz des Projektors und ihr könnt ihn nun mit der Fernbedienung steuern. Über die Fernbedienung könnt ihr den Projektor nun auch mit dem WLAN Router verbinden um ihm Internetzugriff zu ermöglichen.

Tja, darauf muss man erstmal kommen, was? Aber wie denn, eine Anleitung liegt ja nicht bei. An dieser Stelle muss man also wirklich den Kopf schütteln, was Doogee sich dabei gedacht hat.

Abseits dieser Startschwierigkeiten gibt es glücklicherweise nicht viel zu bemängeln. Das System läuft rund und ist mit allen Apps kompatibel, welche man für den Mediengenuss so braucht. Der zu Beginn nicht funktionierende Google Play Store läuft mittlerweile tadellos, nachdem der Projektor ein OTA Update erhalten hat. Die Verbindung zu Bluetooth Lautsprechern und Headsets funktionierte in unserem Test reibungslos. Die Eingabe von externen Geräten kann mittels DLNA, MiraCast, Wireless Display und Apple Airplay geschehen. Sämtliche dieser Technologien werden problemlos unterstützt. Vor allem MiraCast und Apple Airplay funktioniert mit dem P1 erstaunlich gut und flüssig. Ein HDMI Eingang ist nicht vorhanden.

Audio

Ein ganz großer Kritikpunkt den wir am Doogee P1 haben ist das Thema Audio. Hier geht es aber gar nicht um die Qualität, sondern schlicht um die fehlenden Möglichkeiten. Alles was der Doogee P1 euch bietet sind zwei interne Stereolautsprecher und Bluetooth. Ein 3,5mm Audioausgang oder gar ein SPDIF Port fehlt völlig. Warum das so ist, verstehen wir nicht. Weniger dramatisch wäre dieser Umstand, wenn auf dem Projektor wenigstens Android Lollipop laufen würde, denn hier ist die Audioausgabe mittels USB möglich. Leider ist das aber nicht der Fall. Wer also ein externes Soundsystem anschließen will, der benötigt einen entsprechenden Bluetooth Receiver.

Wer aber kein perfektes Audioerlebnis benötigt, der wird auch mit den internen Lautsprechern des Doogee Smart Cube P1 glücklich sein. Die beiden Lautsprecher erreichen eine sehr hohe Lautstärke und übersteuern auch bei maximaler Stufe nicht. Dabei bieten sie sogar noch ein akzeptable Basswiedergabe. Vergleichbar ist der Klang mit einem durchschnittlichen Bluetooth Lautsprecher der 15 - 30€ Kategorie.

Akkulaufzeit

Der 4.500mAh Akku im Doogee P1 klingt zunächst einmal nach einer ganzen Menge, denn immerhin ist der Prozessor im Beamer nicht sehr schnell und damit sparsam. Man darf jedoch den Energieverbrauch der extrem hellen LED im Beamer nicht unterschätzen. Diese sorgt dafür, dass der Akku je nachdem was gerade läuft in 2,5 bis 3 Stunden leer ist. Das reicht spielend für einen Film oder ein paar Folgen der Lieblingsserie, jedoch nicht für mehr. Bei der Kapazität schummelt Doogee übrigens nicht. Unsere Messung hat die angegebene Kapazität bestätigt.

Das Aufladen des Doogee P1 dauert ca. 2,5 Stunden im abgeschalteten Zustand. Läuft der Projektor, verlängert sich die Ladezeit auf ca. 6 Stunden. Der Ladestand wird mit einer LED neben dem Micro USB Port angezeigt. Leuchtet diese rot, lädt der Akku, leuchtet sie grün, ist der Akku voll.

Fazit

Der Doogee Smart Cube P1 Mini Projektor ist ein sehr interessantes Gadget, mit dem man viel Spaß haben kann. Gerade jetzt im kommenden Sommer eignet sich der kleine Würfel hervorragend um abends bequem mal einen Film oder eine Serie im Freien auf der großen "Leinwand" zu genießen. Doch auch für Präsentationen eignet sich der Würfel gut. Besonders praktisch ist hierbei, dass man z.B. PowerPoint direkt auf dem Projektor laufen lassen kann und sich somit ein extra Gerät spart.

Dennoch müssen wir aber sagen, dass der Doogee P1 für unseren Geschmack zu teuer ist. Ganz klar kosten Mini Projektoren hierzulande um die 300€ und bieten dann nicht einmal einen integrierten Mini PC, allerdings dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir es hier mit einem China Kracher zu tun haben der einige Mängel am Start hat. Insofern hätten wir es begrüßt, wenn Doogee hier einen deutlich niedrigeren Preis angesetzt hätte. 100€ wären beispielsweise perfekt gewesen.

Nichts desto trotz ist der Doogee P1 eine gute und derzeit auch die günstigste Wahl, wenn man genau so ein Gerät sucht und mit den paar Macken leben kann. Die Leistung eines größeren Beamers darf man aber keinesfalls erwarten.


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