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Cubot V1 Test

Cubot V1 Test

Fitnessarmbänder sind derzeit schwer im Trend. Xiaomi hat mit dem Mi Band vor gemacht, dass man auch für wenig Geld einen ausgewachsenen Tracker bauen und damit Fitbit, Jawbone und Co. Konkurrenz machen kann. Im Grunde kann das ja auch nicht so schwer sein. Einfach ein Display, ein paar Sensoren und einen kleinen Akku in ein hübsches Gehäuse packen und fertig – zumindest stellt man sich das so vielleicht vor. Ob man sich das mit dem Cubot V1 genau so gedacht oder sich doch etwas mehr Mühe gegeben hat, erfahrt ihr hier.

Verpackung & Lieferumfang

Das Cubot V1 kommt in einer relativ kleinen, weißen Box daher, auf der eine schematische Darstellung des Trackers in silberglänzender Farbe aufgedruckt ist. Spannend wird es aber erst, wenn man den Deckel ab nimmt. Im Gegensatz zum Xiaomi Mi Band 2 macht sich hier aber sehr schnell Ernüchterung breit. In der Box liegt der Tracker inklusive Armband zusammen mit einem Micro USB-Kabel und einer Kurzanleitung einfach lieblos herum. Hier hätte man sich ruhig etwas mehr Mühe geben dürfen. Beim Lieferumfang gibt es aber noch eine kleine Überraschung in Form des MicroUSB-Kabels, wozu wir später noch kommen.

Design & Verarbeitung

Grundsätzlich ist das Cubot V1 in verschiedenen Farben erhältlich. Neben der uns vorliegenden, schwarzen Version wird der Tracker auch noch mit grauem und türkis farbenem Armband angeboten. Das Armband besteht aus einem glatten, gummierten Kunststoff, der etwas widerstandsfähiger gegen Kratzer zu sein scheint wie der des Mi Band 2. Dafür steht das Display deutlich aus dem Armband heraus und auch das Armband an sich ist massiver und klobiger als das des Trackers von Xiaomi. Zusammen mit der gerippten und gelochten Struktur des Armbandes passt das Cubot V1 eher zu einem sportlichen Outfit als zum schicken Anzug oder dem Wochenend-Weggeh-Look. Hier macht das Mi Band 2 eine deutlich bessere Figur. 

Zudem ist das Display so designed, dass sich die Anzeige über die ganze Breite des Trackers erstreckt. Wenn man das Gerät jedoch ganz normal am Handgelenk trägt, schaut man immer senkrecht zum Display darauf, was ziemlich nervig ist. Ärgerlich ist zudem, dass das Cubot V1 nur IP65 zertifiziert ist, was bedeutet, dass es nur gegen leichtes Spritzwasser geschützt ist. Duschen oder gar Schwimmen mit dem Tracker ist nicht zu empfehlen. Die IP68-Zertifizierung des Mi Band 2 eröffnet hier andere Möglichkeiten

Display

​Größe: ​0,88 Zoll
Auflösung:​ ​128 x 32
Technologie​:​OLED
​Anzahl Berührungspunkte:​1
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Nein​

Hier hat sich Cubot nicht lumpen lassen – zumindest auf den ersten Blick. Mit einer Displaydiagonalen von 0,88 Zoll ist es mehr als doppelt so groß als das des Mi Band 2 und basiert ebenfalls auf der OLED-Technik. Auf so einem Display kann man natürlich deutlich mehr anzeigen und das nutzt Cubot auch. Neben der Uhrzeit findet sich auch der Akkustand und der Verbindungsstatus auf dem Startbildschirm. Mit einem versteckten, kapazitiven Button auf der rechten Seite des Displays kann man durch die einzelnen Menüs blättern, wobei es noch eine Anzeige des Datums, der zurückgelegten Schritte, der zurückgelegten Distanz und der verbrauchten Kalorien gibt. 

Das Display beruht zwar wie das des Mi Band 2 auf der OLED-Technik, aber das Problem ist die Helligkeit. In geschlossenen Räumen kann man das Display ohne Probleme ablesen, aber sobald man an der frischen Luft ist, ändert sich das. Schon wenn die Sonne auch nur durch die Wolken hindurch scheint kann man das Display quasi nicht mehr ablesen. Es geht wirklich so weit, dass man nicht sagen kann, ob das Display überhaupt aktiv ist, da es so extrem spiegelt und die Anzeige zugleich so dunkel ist. Damit ist das V1 im Freien quasi nicht nutzbar. Des weiteren erkennt es das Band nicht, wenn man den Arm hebt, um die Uhrzeit abzulesen. Man muss wirklich immer den kapazitiven Button auf dem Display drücken. Das ist sehr nervig und somit ist das V1 als Uhr fast nutzlos. Xiaomi hat das beim Mi Band 2 deutlich besser gelöst.

Hardware & Performance

​Sensoren:​Bewegungssensor
Band-Länge / Gewicht:​​230mm / 19g

Cubot beschränkt sich in der Ausstattung wirklich nur auf das Nötigste. Neben dem OLED-Display und dem 80mAh Akku befindet sich in dem kleinen Gehäuse noch der Mikrocontroller, ein Bluetooth 4.0 Kommunikationsmodul und ein Bewegungssensor, der auch die Schritte zählt. Einen Herzfrequenz- oder Höhenmesser sucht man vergeblich. Andererseits muss man auch sagen, dass diese rudimentären Plusmesser, die beispielsweise im Mi Band 2 verbaut sind, kaum belastbare Ergebnisse liefern und man darauf gut verzichten kann. Die Konzentration auf das nötigste kann eben auch eine Tugend sein.

Software

Wenn lediglich der Tracker weiß, wie viele Schritte man zurück gelegt hat, zieht man nicht gerade viel Nutzen daraus. Deshalb ist die zugehörige App essentiell für das Band. Cubot liefert hierzu eine App, die den Namen CUBOT Band trägt und im Play Store zum Download bereit steht. Diese ist sogar auf deutsch übersetzt, wobei man das vielleicht doch lieber hätte sein lassen sollen. Die Übersetzung ist wirklich sehr schlecht und erinnert irgendwie an die Sprüche aus der Facebookgruppe „Nachdenkliche Sprüche mit Bildern". Bei der Auswertung der Schlafaktivität steht beispielsweise „Mach Dir mal einen Fußbad und bedingungsweise Fußmassage, kann die Zusammenwirkung zwischen Herz und Nieren verbessern. Weil diese Zusammenwirkung auch eine Kombination zwischen Wasser und Feuer, und zwar Yin und Yang, bedeutet, wirkt die für das Schlafen hilfreich." Was ist das für 1 life – fragen wir uns da zwangsläufig. Aber auch die Bezeichnung „Stromvolumen" für den Akkustand ist abenteuerlich. Das ganze zieht sich durch die gesamte App und es gibt kaum ein Satz, der korrekt formuliert ist. Auch eine Synchronisation mit Google Fit ist nicht möglich. Dadurch macht die Bedienung wenig Spaß und man ärgert sich ständig über die mangelnde Qualität der App. Außerdem ist es nicht möglich, die Benachrichtigungen verschiedener Apps als Vibrationsalarm an das Band zu senden. Lediglich bei Anrufen und SMS wird man benachrichtigt. Auch hier hat also das Mi Band 2 die Nase vorn.

Der Schrittzähler funktioniert hingegen einigermaßen zuverlässig und ist etwas übereifrig. Tendenziell werden etwas zu viele Schritte gezählt, aber die Qualität der Erkennung liegt in etwa auf dem Niveau des Mi Band. Bei der Schlafüberwachung vermissen wir ein Weck-Feature, sodass man wirklich nur überprüfen kann, ob man tief oder weniger tief geschlafen hat. Einen Mehrwert bietet das Cubot V1 hier nicht.

Empfang & Konnektivität

Bluetooth:​
​4.0 LE

Die Verbindung zwischen dem Smartphone und dem Fitnessarmband wird mittels Bluetooth 4.0 aufgebaut. In diesem Modus werden dann die Schritt- und Schlafdaten übertragen und dazu muss auch die Cubot Band App geöffnet sein. Die Synchronisation der Benachrichtigungen erfolgt über den Bluetooth 4 LE Standard, sodass hier nur wenig Energie benötigt wird.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​80mAh
​Wechselbar:
​Nein
Fast Charging:​​
​Nein

Der Akku des Cubot V1 ist 80mAh groß. Das ist eine ordentliche Hausnummer, bietet Xiaomi im Mi Band 2 doch „nur" 70mAh. Laut Hersteller reicht der Stromspeicher dennoch nur für rund eine Woche. Aus unserer Sicht stimmt das jedoch nicht. Bei intensiver Nutzung könnte das vielleicht stimmen, aber im Alltag dürfte die Laufzeit bei etwas über zwei Wochen liegen. Aufgrund des größeren Displays dürfte der Stromverbrauch jedoch höher sein als der des Mi Band 2.

Ein wirklich großer Vorteil des Cubot V1 ist der MicroUSB-Anschluss für das Ladegerät. Man kann es mit jedem Ladekabel laden, das man so oder so zuhause herum liegen hat und muss nicht aufpassen, dass man eine spezielle Ladeschale dabei hat und nicht verliert. Der Anschluss befindet sich an der Unterseite des Trackers unter einer Klappe, die das Eindringen von Wasser verhindern soll.

Fazit

Wir haben das Gefühl, dass Cubot sich wirklich gedacht hat, dass es nicht so schwer sein kann, solch einen Fitnesstracker herzustellen. Es reicht aber eben nicht, einfach nur die Komponenten in ein Gehäuse zu packen. Das Gehäuse benötigt ein edles Design, die Komponenten müssen sinnvoll angeordnet und dimensioniert sein und vor allem die Software auf dem Smartphone darf nicht vernachlässigt werden. All das hat Xiaomi begriffen – Cubot wohl leider nicht.

Das Display des V1 ist zwar schön groß, aber durch die Ausrichtung schwer abzulesen. Außerdem kann man im Freien aufgrund der extremen Reflexionen nicht einmal erkennen ob das Display angeschaltet ist. Insgesamt wirkt das Armband zudem klobig und sehr sportlich, sodass es nicht zu jedem Anlass getragen werden kann. Leider erkennt das V1 es auch nicht, wenn man den Arm zum Ablesen der Uhrzeit hebt und man muss das Display immer manuell aktivieren, was sehr nervend ist. Die Software hat Cubot ebenfalls stiefmütterlich behandelt. Die Übersetzung ist unterirdisch schlecht und die Funktionen sehr begrenzt.

Natürlich kostet das Cubot V1 mit nur 10 Euro deutlich weniger als das Mi Band 2, aber es ist kaum nutzbar. Wenn man im Freien nicht weiß, ob das Display an oder aus ist und man bei der Bedienung der Software nur lachen kann, sind selbst 10 Euro zu viel. Einzig positiv ist der MicroUSB-Anschluss zum Laden, den man sich aber mit einer schlechten IP-Klasse erkauft. Aus unserer Sicht taugt das Cubot V1 also allenfalls als günstiger Schrittzähler für den Sport. Als Fitnesstracker für den Alltag ist es eher nicht geeignet.

Pro Contra
​+ Hochwertige Verarbeitung ​-​ Display spiegelt sehr stark
+ Angenehmes Tragegefühl​- Wirkt globig und wenig elegant​
+ Großes Display​- Nur IP65 zertifiziert​
+ Großer 80mAh Akku​- Display ist zu dunkel​
+ Einfaches Laden per MicroUSB​- App fürs Smartphone extrem schlecht übersetzt​

- Erkennt es nicht, wenn Arm angehoben wird, um Uhrzeit abzulesen​

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