Cubot Manito Test

Cubot Manito Test

Das Cubot Manito ist ein Low-Budget Chinahandy mit Einsteigerhardware und üppigem Arbeitsspeicher. Ursprünglich war der MT6737 SoC dafür gedacht im Einstiegssegment mit wenig RAM auszukommen, doch gab es bei allen 1GB RAM-Modellen erhebliche Leistungseinbußen. Cubot hat diese Schwäche erkannt. In diesem Review erfahrt ihr, wie sich das Manito im Alltag schlägt und ob die Vergrößerung des Arbeitsspeichers tatsächlich die Leistung gegenüber den Konkurrenzprodukten anheben kann.

Cubot Manito - Verpackung & Lieferumfang

Auch diesmal kommt das Handset in der für Cubot typisch bronzefarbenen Verpackung daher. Hebt man die Oberseite ab, erscheint das in Gold gelieferte Cubot Manito inklusive durchsichtigem TPU Case und aufgezogener Folie. Zudem befinden sich dann eine Schnellstartanleitung, ein Garantiehinweis, ein weißer Ladeadapter (1A), sowie ein weißes Micro USB Kabel in der Box.

Cubot Manito - Design & Verarbeitung

Schon während des Unboxings fielen uns die breiten schwarzen Ränder (Bezel) vom Display negativ auf. Zu jeder Seite hin haben wir einen Abstand von gut 4mm zuzüglich 1.5mm bis zum Rahmenende. Theoretisch wäre damit das Designthema durch, denn sowas haben wir schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Weder bei Billigstgeräten, noch bei den teureren Chinahandys. Und vorab, das Cubot Manito ist nicht das günstigste Gerät im unteren Budgetsegment.

Glücklicherweise kann man das Manito auch umdrehen bzw. von hinten präsentieren. Denn dort wurde die Optik vom Cubot Dinosaur übernommen. Auch wenn es sich bei der Rückseite um ein Polycarbonatcover handelt, so möchten wir das nicht als gut oder schlecht hinstellen. Es hat bis auf die positive optische Komponente praktische Vorteile und auch ein paar Schwächen. Das Backcover aus Plastik knarzt im Fall vom Cubot Manito, bietet aber einen schnellen Zugriff auf den wechselbaren Akku und den dualen SIM Slots, sowie den separaten MicroSD Kartenslot.

Dreht man das Cubot Manito also stets auf die Rückseite, hat man ein hübsches Smartphone inklusive goldfarbenen Metallrahmen.

Die Verarbeitung lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Da wären z.B. die Unterbrechungen im Rahmen zu nennen, die nicht korrekt mit dem Rahmen abschließen und ihrerseits noch leichte Spaltmaße aufweisen.

Die Stabilität vom Rahmen wird dadurch aber nicht beeinträchtigt. Wir haben das Cubot aus ca. 1m Höhe auf den Steinboden fallen lassen und lediglich oben links eine kleine Kerbe am Rahmen erhalten. Das Display blieb unversehrt, ebenso der Rest vom Chassi.

Volume Rocker und Powerbutton befinden sich rechts am Manito und die Touch Buttons sind leider nicht beleuchtet. Erfreulich ist jedoch die verbaute Status LED rechts oben auf der Front.

Der Speaker befindet sich auf der Rückseite unter dem Backcover, die Anschlüsse für Kopfhörer und Micro USB auf der Oberseite.

Das Cubot Manito hat also so seine optischen Stärken und groben Schwächen. Die Bezels stammen noch aus Urzeiten, während das Design vom Rahmen und dem Backcover überzeugen können. Typisch Cubot! Immer so mittig fahren und dabei zu beiden Seiten hin ausbrechen. In diesem Fall von hinten „hui" und vorne „pfui".

Cubot Manito - Display

​Größe: ​5"
Auflösung:​ ​1280 x 720
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​10 (Achtung: Erkennung teilweise Fehler behaftet)
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Im Cubot Manito wurde ein 5 Zoll HD IPS Display mit angeblich kratzfester Oberfläche verbaut. Was die Resistenz von Kratzern angeht haben wir nicht allzu viel zu kritisieren. Bisher hat die Oberfläche vom Manito keine sichtbaren Kratzer.

Mittlerweile sind wir uns aber, der bisher angepriesenen gleichbleibend befriedigenden Qualität bei Cubot, nicht mehr so sicher. Vereinzelte Vorgänger, wie das Cubot x16 oder teilweise auch das Cubot S600, hatten mit diversen Displayproblemen zu kämpfen. Entweder waren diese Geräte von Clouding geplagt oder sogar von nach kurzer Zeit auftretenden Ghosttouches. Letztere machen ein Smartphone unbedienbar.

Nun ist diese Angelegenheit ein zweischneidiges Schwert. Wenige Ausbrecher müssen benannt werden, aber darunter darf kein aktuelles Review leiden. Man muss sich immer wieder von Vorurteilen frei machen können. Egal ob diese positiv oder negativ waren. Im Fall von Cubot erwarten wir Einsteiger- bis Mittelklassehardware mit solider Fertigung und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das jüngst getestete Cubot Max erfüllte dann wieder die Erwartungen, aber ist dies auch beim Manito der Fall!? Nun, sagen wir es so: Das 5 Zoll Display brilliert in dieser Preisklasse mit richtig satten Farben, guter Helligkeit und gutem Kontrast. Also kein Grund zur Kritik? Leider doch.

Der Digitizer vom Manito hat eine unschöne Eigenart an sich, die man im Alltag oft zu spüren bekommt. Zumindest dann, wenn man die Zoomfunktion verwendet oder in Spielen auf Multitouch angewiesen ist. Nimmt man 2 Finger und zieht diese auseinander bzw. zusammen und wiederholt diesen Vorgang 2-3 mal, so wird man feststellen müssen, dass die Finger gar nicht mehr erkannt werden. Erst nach einer „Denkpause" kann man dann wieder einen Finger auflegen bzw. den Zoom erneut versuchen. In Spielen wie Dead Trigger 2 oder Modern Combat 5 braucht man bekanntlich mindestens 2 Finger für die Steuerung. Mit rechts läuft man und mit links dreht man den Charakter bzw. feuert. Spiele wie diese erfordern oftmals eine simultane Bedienung von rechts und links, sprich Multitouch Eigenschaften. Aber auch hier das gleiche Phänomen. Man lässt den Finger auf Laufen und will rechts lenken. Zunächst klappt dies hervorragend. Aber wehe, man dreht sich während des Laufens 2-3 mal hin und her, dann entsteht der selbe Effekt wie beim Zoom. Nichts geht mehr. Der Charakter läuft von manchmal von alleine weiter und eine Lenkung ist unmöglich, bis man beide Finger vom Display gelöst hat und einen erneuten Versuch startet.

Tja, was ist da los bei Cubot? Innerhalb eines Jahres weisen 3 produzierte Geräte verschiedener Reihen ähnliche Fehler auf. Immer betrifft es das Display oder dessen unmittelbaren Komponenten. Das zweite Mal gibt es Probleme beim Digitizer. Cubot sollte hier dringend etwas ändern. Eventuell ist der Zulieferer der Displayeinheit unzuverlässig oder Cubot hat Probleme beim Fertigungsprozess oder der Software.

Der bisher gute Ruf darf wegen einer einzigen Schwäche (Display im Allgemeinen) nicht zerstört werden.

Cubot Manito - Hardware & Performance

​Prozessor: Mediatek MT6737 , 1,3GHz Quad-Core, 64-Bit
GPU:​ ​Mali-T720
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB LPDDR3 (Lesen: 73MB/s, Schreiben: 46MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​16GB (3631MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Nein
​Sensoren:​Licht, Annäherung, Beschleunigung
Besonderheiten:​-
Abmessungen / Gewicht:​​144 x 72.8 x 8,95 mm / 137g (ohne Batterie!)

Wie eingangs erwähnt arbeitet im Cubot Manito ein Mediatek MT6737 SoC mit einer 4x 1.3GHz Quadcore CPU und einer Mali-T720 GPU. Zur Seite stehen den Komponenten satte 3GB LPDDR3 RAM, sowie 16GB interner Speicher, der seinerseits um bis zu 256GB erweitert werden kann.

Bereits erwähnt wurde die echte Dual SIM Fähigkeit, das heißt, dass der Käufer nicht auf die Speichererweiterung verzichten muss, so er denn parallel eine zweite SIM Karte nutzen möchte.

Die Lese- und Schreibwerte vom internen Speicher (siehe Tabelle) sind fast identisch mit den Raten vom Xiaomi Redmi Note 4. Allerdings ist die RAM Geschwindigkeit in diesem Direktvergleich um die Hälfte Langsamer.

Im Alltag spürt man jedoch deutlich eine Leistungssteigerung gegenüber 1GB oder 2GB RAM Modellen der Konkurrenz. Der MT6737 soll zwar angeblich schon mit 512MB RAM flüssig laufen können, aber an „Multitasking" ist dabei nicht zu denken. Und genau das wird mit dem „mehr" an RAM im Cubot Manito erfüllt. Mehrere gleichzeitig im Hintergrund geöffnete Apps können dem Chinahandy nicht die Leistung nehmen. Anders als bei der 2GB Variante vom Xiaomi Redmi Note 4 bleiben auch mehrere Apps geöffnet und schließen sich erst dann, wenn der Nutzer es will.

Ansonsten haben wir im Manito eine geringe Sensorausstattung (Licht, Annäherung, Beschleunigung), so dass der Nutzer auf ein Gyroskop oder Kompass verzichten muss.

Cubot Manito - Software

​Variante: ​Android
​Android Version: ​6.0
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

Das Betriebssystem vom Cubot Manito ist Android 6.0 ohne erkennbare Schadsoftware oder Bloatware. Überraschenderweise gab es nicht einmal eine Galerie. Gibt's nicht? Also wir haben nirgends eine gefunden und mussten uns die App „Galerie Pro" nachinstallieren. Diese funktioniert jedoch tadellos, so dass wir bis auf eine leichte Verwunderung darüber hinwegsehen können.

Abgesehen von CPU bedingten Mikrorucklern haben wir keine Bugs oder grobe Aussetzer im System feststellen können. Alle Testapps öffneten sich fehlerfrei.

Cubot bot in der Vergangenheit regelmäßige Systemupdates an. Allerdings bekam das Cubot Max letztmalig vor 2 Monaten ein Update und auch beim Cubot Manito ist der letzte Systemstand vom 14.09.2016 mit Sicherheitspatch-Ebene vom Juni 2016. Es bleibt zu hoffen, dass bei all den Chinahandys die Cubot in letzter Zeit auf den Weg bringt, der Updatesupport erhalten bleibt und nicht wie bei vielen Konkurrenten stiefmütterlich behandelt wird.

Als letzten Punkt in Sachen Software möchten wir die „Smart Wake-Funktionen" erwähnen, denn diese bietet Cubot im Manito an.

Cubot Manito - Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 2G: 850/900/1800/1900 MHz
3G: 850/900/2100 MHz
4G: B1/B3/B7/B20
WLAN:​ 802.11b/g/n
Bluetooth:​​4.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Ja
Dual-SIM:​​Ja
Positionsbestimmung:​​GPS, AGPS, BEIDOU, GLONASS

Wo bitte bleiben die großen Schnitzer? Vielleicht beim Empfang?

Nein. In der wohl wichtigsten Kategorie weiß das Cubot Manito zu überzeugen.

Mobilfunkempfang, WiFi, sowie GPS funktionieren einwandfrei. Im Alltag navigierte uns das Manito immer korrekt zum Ziel und blieb auch beim Mobilfunkempfang stabil.

Die WiFi Qualität nimmt erst nach einigen Metern Entfernung zum Router ab und selbst eine Stahlbetonwand und 5m Luftlinie (Standardtest) lässt das Signal nicht deutlich schwächer werden.

Bluetooth Verbindungen sind recht stabil (mobiler Speaker) und Datenübertragungen vollzieht das Manito ohne Unterbrechungen. Via Hotknot konnten Dateien zwischen 2 Geräten etwas schneller versendet werden.

Auf NFC muss der Nutzer aber wie so oft verzichten.

Cubot Manito - Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein 
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Zugegebenermaßen darf man von einem billigen Chinahandy nicht allzu viel in Sachen Klangqualität erwarten. Umso erfreulicher, wenn der ausgegebene Sound dann nicht grauenvoll, sondern annehmbar ausgegeben wird.

Der Speaker auf der Rückseite erzeugt eine hohe Lautstärke bei der die Höhen zwar leicht übersteuern und gewohnheitsgemäß die Tiefen fehlen, aber letztlich klingt er doch akzeptabel. Das Klangbild ist via Kopfhörer aber deutlich besser. Es empfiehlt sich beim Abspielen von Musik das Cubot Manito nicht direkt auf die Rückseite zu legen.

Das Cubot Manito verfügt leider nicht über ein Noise Cancelling Mikrofon, machte aber im Alltag bei Gesprächen keine Probleme.

Cubot Manito - Kamera

​Hauptkamera: ​13MP Samsung Sensor, F/2.4 Blende
​Frontkamera: ​5MP
​Blitz:​Ja
​Fokus:​AF
​Slow Motion:​Nein

Im Cubot Manito wird eine 13MP Rückkamera mit Samsungsensor, sowie eine 5MP Frontkamera verbaut.

Die Rückkamera nimmt Videos in 720p und 30fps auf. Die Kamera besitzt eine f/2.4 Blende und daher erhebliche Probleme in Lowlight Situationen verglichen mit einer f/1.8 oder f/2.0 Blende. Nichts desto trotz können auch beim Manito befriedigende Aufnahmen gelingen. Wie so oft gelingen Nahaufnahmen etwas besser als Aufnahmen in die Ferne. Im letztgenannten Fall schafft es der Sensor oftmals nicht eine annehmbare Schärfe zu erzeugen, so dass vordere Gegenstände gleichsam mit dem Hintergrund verwaschen. Beim Manito hat man immer das Gefühl als sei die Linse verschmiert. Hätten wir nicht ab und zu mal scharfe Nahaufnahmen erzeugen können, hätten wir an einen Werksfehler gedacht. Aber so scheint der Sensor bei Fernaufnahmen einfach nur nicht korrekt zu fokussieren. Manueller Fokus hilft im Übrigen auch nicht.

Gleiches Bild dann bei Videoaufnahmen. Da passt die Aufnahmequalität zum geringen Preis des Chinaphones. Die Frontkamera erzeugt ein ausreichendes Bild für schnelle Selfies oder kurze Videotelefonie.

Cubot Manito - Akku

​Kapazität (Angabe): ​2350mAh
​Kapazität (Gemessen): 2400mAh
​Wechselbar:​Ja
Fast Charging:​​Nein

2350mAh Kapazität klingen auf dem Papier nicht wirklich ausdauernd. Umso erfreulicher, dass das Cubot Manito trotz des vergleichsweise kleinen Akkus knappe 7 Stunden Durchlauf im PCMark aushalten konnte (Restkapazität 20%). Im Alltag hält der Akku bei moderater Benutzung einen Tag lang durch.

Die tatsächlich gemessene Kapazität lag bei 2575mAh. Zieht man davon die Verlustleistung ab, die zusätzlich aufgebracht werden muss um den Akku zu füllen, erhält man einen Annäherungswert von ca. 2400mAh. Also etwas mehr als von Cubot angegeben.

Cubot Manito - Fazit

Das Cubot Manito bekommt man aktuell für ca. 100-120€. In Flashsales durchaus günstiger. Für diesen Preis kann man hier nicht viel falsch machen. Der Arbeitsspeicher ist mit 3GB üppig dimensioniert und der SoC reicht für Alltags-Anwendungen (WhatsApp, Youtube, Facebook, Google) aus.

Als durchaus positiv erachten wir die Empfangsqualität, wohingegen die Erwartungen an die Kameras enttäuscht wurden. Der Rest befindet sich für Cubot typisch im Bewertungsmittelfeld. Nichts ist sonderlich schlecht oder übermäßig gut.

Pro Contra
​+ Android 6.0 ohne Schadsoftware oder Bloatware ​- Digitizer vom Display 
+​​ Sättigung vom Display-​​ langsamer SoC (Preis-Leistung stimmt hier nicht so ganz)
+​​ Akkumanagement- langsamer Arbeitsspeicher
+​​ 3GB Arbeitsspeicher
+​​ erweiterbarer Speicher um bis zu 256GB via MicroSD Karte
+​​ GPS / Mobilfunk (inklusive Band 20 LTE) / WiFi
+​​ wechselbarer Akku
​+ echtes Dual SIM

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