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Chuwi SurBook Test

Chuwi SurBook

​Eine schwere Geburt: Im April 2017 wurde das Chuwi SurBook erstmals angekündigt. Dieses 2 in 1 Tablet war das erste Chuwi Produkt, das per Crowdfunding auf Indiegogo finanziert wurde. Über eine Million US Dollar konnte Chuwi damals einsammeln. Dennoch hat es doch ziemlich lange gedauert, bis das Chuwi SurBook in ausreichender Stückzahl produziert werden konnte, um in die reguläre Auslieferung zu gehen. Nun, gegen Ende des Jahres, ist es endlich soweit. Wir halten ein Chuwi SurBook aus der Massenproduktion in den Händen, auf das wir mehrere Monate warten mussten. Mit dabei: Das zugehörige Tastatur Cover als auch der Chuwi HiPen H3. Zwei Wochen wurde die Kombination von uns getestet und hier gibt es die Ergebnisse.

Das Chuwi SurBook wurde uns für den Test von Gearbest zur Verfügung gestellt. Der grüne Button bringt euch direkt zum Shop.

Chuwi SurBook 
Verpackung & Lieferumfang

​Typisch für Chuwi, kommt das SurBook in einer großen braunen Pappschachtel daher, welche relativ flach ausfällt und nach Oben hin geöffnet wird. Geschützt von Folie, präsentiert sich dann gleich das Tablet. In einem Umschlag befindet sich etwas Papierkram. Dabei auch eine Schnellstartanleitung in englischer Sprache. Eine längliche Box beinhaltet das Netzteil mitsamt deutschem Netzkabel. Dieses kann man dank Kaltgeräte-Stecker ganz einfach wechseln. Der Ausgang kommt im Typ-C Format daher. Mehr bekommt ihr für die 350€, für die es das Chuwi SurBook mit 128GB meistens in einer Art Dauerangebot bei den verschiedensten Shops gibt, nicht. Wer auch das weitere Zubehör haben will, muss für das Type Cover noch einmal rund 40€ und für den Stift 24€ auf den Tisch legen. Wer das Zubehör bei Gearbest direkt mitbestellt, bekommt noch einen Rabatt. Das entsprechende Bundle Angebot wird auf der Tablet Produktseite angezeigt. Wer den Chuwi HiPen H3 bereits besitzt (dieser ist auch mit anderen Chuwi Tablets kompatibel), kann sich den erneuten Kauf natürlich sparen.

Chuwi SurBook
Design & Verarbeitung

​Direkt beim Auspacken des Chuwi SurBook wird klar, dass sich das Tablet nicht nur vom Namen her an einem bekannten Microsoft Tablet orientiert. Auch das Design ist eindeutig an dieses Tablet angelehnt. Wir sprechen hier bewusst nicht von einer Kopie, denn die ist das Chuwi SurBook sicherlich nicht. Es gibt genügend Unterschiede, mit denen man das SurBook vom Surface unterscheiden kann. Wer dem Chuwi SurBook der optischen Ähnlichkeit wegen dennoch böse ist, der wird es spätestens nach dem ersten Hautkontakt nicht mehr sein. Das Chuwi SurBook fühlt sich einfach verdammt gut an. Solide, metallisch, hochwertig. Man muss es einfach mögen und vergisst da sogar ganz schnell das doch recht hohe Gewicht, welches dieser 12,3" große Metallklotz auf die Waage bringt: Satte 950g sind schon eine Ansage. Woher dieses Gewicht kommt wird aber ganz schnell klar. Beim Chuwi SurBook wurde einfach Wert auf Stabilität und eine solide Verarbeitung gelegt. Ein möglichst geringes Gewicht rutschte dabei in den Hintergrund. Dieser Umstand wird nicht nur beim Ansehen und Berühren des Chuwi SurBook deutlich, sondern auch bei näherer Begutachtung des auf bis zu 125° ausklappbaren Kickstands. Auch andere China Tablets die wir testen durften, hatten solch einen Standfuß an Bord. Bisher hatte jedoch ausnahmslos keines einen derart soliden Kickstand. Man setzt hier auf deutlich dickeres und damit stabileres Metall und auch der Mechanismus zum Ausklappen besteht aus vergleichsweise dicken Metallteilen. Insgesamt schreit das Chuwi SurBook Qualität, und das ist ein Kompliment, welches wir in der China Blase nicht allzu oft vergeben.

Doch halt! All das bedeutet nicht, dass es keine Schwachstellen am Chuwi SurBook gibt. Und wie es die gibt! Konkret sind es zwei Dinge, die uns an dem Tablet so richtig nerven. Einmal wäre da die Kerbe zum Ausklappen des Standfußes zu nennen. Davon gibt es zwei Stück, welche sich auf der Unterseite des Tablets befinden. Das Problem ist, dass man das Tablet umständlich von Oben her halten muss, um den Fuß auszuklappen. Und das Ausklappen an sich gestaltet sich oft gar nicht so einfach. Die Kerben sind nicht ausgeprägt genug und die Magneten im Inneren des Chuwi SurBook, welche den Standfuß geschlossen halten, relativ stark. Somit artet das Öffnen des Standfußes fast immer zu einer Fummelei aus, die Ihresgleichen sucht. Besser wäre es gewesen, die Kerben links und recht anzubringen und diese vor allem ausgeprägter zu gestalten.

Kritikpunkt Nummer Zwei: Das Rahmendesign. Der Rahmen verläuft vom Display aus schräg abgewinkelt zur Rückseite hin. Optisch sieht das nett aus, bringt jedoch ein Problem mit sich. Während sich die USB Typ-C Ports am Chuwi SurBook noch problemlos nutzen lassen, ist dies beim USB Typ-C Port nicht der Fall. Durch den schräg abfallenden Rahmen passen die meisten USB Typ-C Stecker nicht in den Port, da sie nicht weit genug hinein kommen. Und ja, das gilt selbstverständlich auch für die meisten Hubs. Man benötigt also Typ-C Stecker mit Überlänge, und die sind schwer zu finden. Um unseren Typ-C Hub dennoch nutzen zu können, mussten wir einen Teil der Stecker-Ummantelung abschmirgeln. Designtechnisch hat man hier wirklich ganz großen Mist gebaut.

Chuwi SurBook
Display

​Größe: ​12,3 Zoll
Auflösung:​ ​2736 x 1824
Technologie​:​Samsung IGZO IPS LCD (nicht laminiert)
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

​Ein gutes Display ist im gehobenen Preissegment wichtig. Man will schließlich nicht nur komfortabel arbeiten können, sondern auch mal Bilder und Filme darauf ansehen. Im Chuwi SurBook kommt deshalb ein hochwertiges LCD Display auf IGZO-Basis zum Einsatz. Mit dem 3:2 Seitenverhältnis eignet sich das Display wunderbar zum Arbeiten und Surfen, sowohl im Quer- als auch im Hochformat. Farblich und vom Kontrast überzeugt das Display und sogar die Helligkeit ist gut. Laut Chuwi sind es bis zu 450 Nits, was wir nicht verifizieren können, rein vom Alltags-Eindruck aber auch nicht abstreiten können. Tatsächlich ist das Chuwi SurBook im Freien noch ziemlich gut nutzbar. Die Lesbarkeit hätte allerdings durchaus noch besser sein können, hätte man auf ein laminiertes Display gesetzt. Der Spalt zwischen Display und Frontglas führt eben dazu, dass Helligkeit verloren geht und durch Reflexionen die Lesbarkeit im Freien etwas erschwert wird. Die Displayhelligkeit kann optional automatisch geregelt werden. Hierfür wird ein Umgebungslichtsensor genutzt.

Digitizer

​Das Chuwi SurBook kommt mit einem 10-Punkt Touch Screen inklusive Stylus Unterstützung daher. Das Finish der Glasoberfläche ist leider nicht fettabweisend. Damit verschmutzt diese sehr schnell und der Nutzer muss mit suboptimalen Gleiteigenschaften leben, was präzises Wischen mit dem Finger erschwert. Für Präzisionsarbeiten empfiehlt es sich deshalb den Stylus zu nutzen, welcher bessere Gleiteigenschaften bietet und durch die Spitze sehr präzise Eingaben ermöglicht. Im Zusammenhang mit dem Stylus müssen wir auch gleich die Glasoberfläche loben, welche offenbar kratzfest ist. Wir haben den Stylus extra exzessiv genutzt und dafür auch die ab Werk aufgebrachte Schutzfolie entfernt und das Display niemals zuvor gesäubert. Dennoch können wir auf dem Frontglas des Chuwi SurBook bisher nicht einmal feine Kratzer finden.

Der Stylus selbst leistet gute Dienste und ist durchaus brauchbar. Man darf aber keine Wacom Performance erwarten. Anspruchsvolle Zeichnungen sind mit dem Chuwi HiPen H3 schlichtweg nicht möglich. Skizzen und Notizen sind dagegen kein Problem. Die Funktionstasten am Stylus funktionieren gut, lassen sich für unseren Geschmack jedoch etwas zu leicht drücken. Die Druckstufenunterscheidung (1024) funktioniert ebenfalls gut, könnte aber etwas empfindlicher sein. Für das Maximum muss man schon sehr fest drücken. Einstellungen dafür gibt es leider nicht. Betrieben wird der Chuwi HiPen H3 mit einer AAAA Batterie. Als störend empfanden wir, dass der Stift bei der Eingabe eine leichte Verzögerung erzeugt, welche bei der Bedienung mit dem Finger nicht auftritt. Außerdem ist der Stift nicht bis zum Rand nutzbar. Schwebt man über dem Display, wird der Zielpunkt zwar bis an den Rand angezeigt, das Zeichnen bis an den Rand funktioniert aber nicht. Die Linie endet ca. 2mm vor Displayende. Lobenswert ist dagegen, dass man während der Stylus-Nutzung problemlos die Hand auf dem Display ablegen kann, ohne dass der Touch Screen verrückt spielt. Dennoch ist die gleichzeitige Nutzung des Touch Screens möglich. So kann man z.B. mit der linken Hand ein virtuelles Lineal verschieben, während man mit der rechten Hand Zeichnet - oder eben umgekehrt.

Etwas nervig ist, dass das Chuwi SurBook keine zuverlässige Aufbewahrungs-Möglichkeit für den Stylus bietet. Es gibt zwar die Möglichkeit, den Stylus an der linken Seite des Tablets per Magnet anzuheften, doch der Magnet ist viel zu schwach. Schon leichtes Schütteln genügt und der Stylus fällt herunter. Uns ist das im Test mehrfach passiert und der Stylus dadurch auf den Boden geknallt. Überlebt hat er es immer. Dies spricht für die Qualität - der Stift besteht aus Aluminium. 

Chuwi SurBook
Type Cover

​Das Type Cover für das Chuwi SurBook macht zunächst einen guten Eindruck, hat aber mit ein paar Schwächen zu kämpfen. Beginnen wir zunächst mit dem Positiven. Die Verarbeitung ist für solch ein Type Cover überraschend gut und insbesondere die Tastatur müssen wir loben. Zwar ist diese am Anfang etwas eigenwillig im Schreibgefühl, was am geringen Hub sowie dem geringen Abstand der Tasten liegt, doch daran gewöhnt man sich ziemlich schnell. Nach einem Tag konnten wir auf dem Type Cover bereits sehr schnell tippen und haben dabei keine unschönen Aussetzer erlebt. Besonders hilfreich ist, dass die Tasten beleuchtet sind. Diese Beleuchtung schaltet man durch gleichzeitiges Drücken von "Fn" und "Del" zu. Die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig und angenehm hell. Auch Indikator LEDs für Power und Caps Lock sind vorhanden. Wer lieber eine angewinkelte Tastatur bevorzugt, der kann die Tastatur per Magnet an die Front des Tablets hängen. Die Magnete sind nicht sehr stark, halten das Cover beim Schreiben jedoch zuverlässig am Tablet.

Und nun kommen wir zu den Schwächen. Den Beginn macht das Material. Das Cover besteht aus einer art Filz, was sich zwar nett anfühlt, durch die schwarze Färbung jedoch ein echter Schmutzmagnet ist. Jeden Krümel, jedes Haar zieht das Type Cover an, und das sieht man recht schnell. Säuberungsversuche sind aussichtslos. Selbst wenn man den Dreck ansatzweise abbekommt, kurze Zeit später ist er wieder da. Die zweite Schwäche ist leider Gottes das Touchpad, welches einen immer wieder glücklich darüber macht, dass auch ein Touch Screen vorhanden ist. Das Touchpad ist einfach eine Katastrophe. Ständig werden beim Bewegen des Zeigers Klicks erkannt. Will man dann tatsächlich klicken, wird plötzlich der Klick nicht zuverlässig erkannt. Zudem triggert man ständig die nervigen und nicht deaktivierbaren Edge-Gesten. Vor allem das versehentliche Minimieren der aktuell aktiven Anwendung durch Wischen von oben ist ein echter Klassiker geworden. Da es sich um ein Clickpad handelt, befinden sich unter der Touchfläche noch Maustasten. Diese sind jedoch sehr schwergängig, sodass wir diese in der Praxis nie genutzt haben.

Chuwi SurBook
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Intel Celeron N3450
4x X86 (64-Bit) @1,1 - 2,2GHz
GPU:​ ​Intel HD Graphics 500
RAM (Geschwindigkeit):​​6GB LPDDR3 1600MHz
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​128GB eMMC (159 / 98MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja (25 / 25MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​​Nein
​Sensoren:​Accelerometer, Gravity Sensor, Ambient Light Sensor
Besonderheiten:​​2x USB 3.0 Typ-A + 1x USB Typ-C mit Video Out
Abmessungen / Gewicht:​29,8 x 20,4 x 0,94cm
​950g

​Mit dem Intel Celeron N3450 steckt im Chuwi SurBook ein alter Bekannter. Es handelt sich um einen Quad-Core Prozessor auf x86 Basis mit 64-Bit Unterstützung. Der Basistakt der 4 Kerne beträgt 1,1GHz, im Turbo Boost können jedoch auch 2,2GHz erreicht werden. Für die Grafik ist eine Intel HD Graphics 500 GPU integriert. Ein Leistungswunder ist der Prozessor nicht, die Basics bekommt er aber gebacken. Surfen, Arbeiten mit Office Programmen und Notizen mit dem Stift in OneNote zu erstellen, stellt kein Problem dar. Für Spiele eignet sich das Chuwi SurBook allerdings nicht, und da schließen wir auch anspruchsloses 3D Gaming mit den einfachen Games aus dem Windows Store ein. Durch die hohe Displayauflösung ist z.B. Asphalt Xtreme auch auf reduzierten Grafikeinstellungen nicht flüssig spielbar. An dieser Stelle hätten wir uns dann doch einen Core M gewünscht. Auch bei den Windows Animationen bemerkt man die hohe GPU Last immer wieder mal. Beim wechseln zwischen Programmen per App Switcher, ruckelt die Animation oft etwas.

Zumindest die Alltagsperformance und Smoothness in Apps und beim Wechseln zwischen diesen, kann der Nutzer jedoch mit ein paar Tricks verbessern. Hierzu deaktiviert man die Power Limits des Prozessors und deaktiviert das Thermal Throttling. Dies ist beim Chuwi SurBook leider nicht nativ über das UEFI möglich, da dieses gesperrt wurde und alle Optionen versteckt sind. Man muss also den Umweg über Drittanbieter Tools nehmen. Nachteile bringt das (abseits des Mehraufwands) aber nicht mit sich. Wie genau ihr die Power Limits vom Chuwi SurBook los werdet, beschreiben wir euch in diesem Tutorial. Mit diesen Änderungen könnt ihr das Ergebnis im Antutu Benchmark von rund 114.000 Punkten auf 120.000 Punkte anheben.

Selbstverständlich steigt mit diesem Tweak auch die Abwärme, doch damit kommt das Chuwi SurBook problemlos zurecht. Tatsächlich sind die Werte noch eine Ecke besser als z.B. beim Chuwi LapBook Air, welches wir ebenfalls mit deaktivierten Power Limits getestet haben. Beim Chuwi SurBook stieg die Temperatur des Prozessors nie auf 80°C an, was auch dann gilt, wenn man gerade den Akku auflädt. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und beweist, dass die Abwärme sehr effizient abgeleitet wird. Das spürt man aber auch, wenn man unter Volllast die rechte Tablet-Rückseite berührt. Diese erwärmt sich dann sehr deutlich, wenngleich nicht unangenehm. Die Auswirkungen auf den Akkuverbrauch halten sich in Grenzen. Ihr könnt mit einem Laufzeitverlust von ca. 20 bis 30 Minuten rechnen.

Die 6GB LPDDR3 RAM im Chuwi SurBook setzen sich aus vier Speicherbausteinen zusammen und sind mit Dual Channel angebunden. Der RAM Takt liegt bei 1600MHz. Mit den 6GB RAM wird eine ausreichende Multitasking Performance erreicht. Die komplette Microsoft Office Suite und nebenher noch einen Chrome Browser mit 7 Tabs sowie Spotify laufen zu lassen, ist kein Problem. Dem Nutzer stehen außerdem 128GB Speicher zur Verfügung. Leider setzt Chuwi hier nicht auf eine SSD, sondern "nur" auf eMMC Speicher. Dieser erreicht 159MB beim Lesen und 98MB/s beim Schreiben. Keine exzellenten Werte, aber ausreichend und natürlich immer noch schneller als eine klassische Festplatte. Das Chuwi SurBook gibt es auch mit 64GB Speicher. Da jedoch viele Shops die 128GB Version fast durchgehend vergünstigt anbieten, ist diese meistens günstiger als die 64GB Version. Ein Micro SD Kartenleser ist auch am Start. Der Einschub ist unter dem Kickstand versteckt. Hier muss man jedoch mit USB 2.0 Datenraten leben, sodass in Sachen Geschwindigkeit das Maximum moderner Micro SD Karten nicht ausgereizt wird.

Viel Lob gibt es von uns für die zwei vollwertigen USB 3.0 Anschlüsse im Chuwi SurBook. Im Gegensatz zu vielen anderen China Tablets und auch Laptops, unterstützen tatsächlich beide USB Anschlüsse die volle USB 3.0 Datenrate, was wir mit einer externen SSD geprüft haben. Hinzu kommt, dass auch beide USB Anschlüsse genügend Strom liefern, um externe Festplatten ohne extra Netzteil anzutreiben. Und das ist eine noch viel größere Seltenheit.

Kritisieren müssen wir aber ganz klar den USB Typ-C Port. Schon beim Abschnitt zum Design haben wir angesprochen, dass dieser Stecker in Überlänge benötigt. Und das ist ein Problem, denn will man zum Beispiel einen externen Bildschirm anschließen, ist man auf den USB Typ-C Anschluss angewiesen. Das Chuwi SurBook bietet keinen HDMI Anschluss. Die Bildausgabe erfolgt mit einem Typ-C Hub oder Typ-C auf HDMI Adapter. Das Problem ist dabei, dass die meisten USB Hubs sich an den Standard halten, und damit keinen Stecker mit Überlänge bieten. Bastler können zwar etwas von der Stecker Ummantelung abtragen, woraufhin der Typ-C Hub / Adapter passt, doch die meisten Nutzer werden dazu wohl kaum bereit sein. Für diese ist der Typ-C Anschluss somit nutzlos.

Chuwi SurBook
Software

​Variante: ​Home 64-Bit
​Windows Version: ​Windows 10
Bloatware​:​Nein
Schadsoftware:​Nein

​Das Chuwi SurBook wird mit der englischen Version von Windows 10 Home 64-Bit ausgeliefert. Das System kommt ohne Bloatware und Schadsoftware daher. Windows Updates funktionieren ohne Probleme. Wer gerne ein deutsches Windows haben möchte, kann entweder die deutsche Sprache nachinstallieren oder eine saubere Neuinstallation per USB Stick durchführen. Die Aktivierung von Windows erfolgt automatisch, da der Produktschlüssel im UEFI hinterlegt ist. Das UEFI selbst ist wie schon zuvor erwähnt gesperrt. Tiefergehende Einstellungen können also nicht vorgenommen werden. Linux kann man über Umwege zum laufen kriegen, was wir aber als nicht praktikabel empfinden. Der Touch Screen funktioniert nur nach einem manuellen Patch und Neukompilieren der Goodix Treiber und der Stylus funktioniert nicht richtig.

Chuwi SurBook
Empfang & Konnektivität

​Bluetooth: ​Bluetooth 4.0
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Intel Dual Band AC-WLAN

​Ausgestattet mit einer Intel Dual Band WLAN "Karte", schneidet das Chuwi SurBook im heimischen Netzwerk recht gut ab. Wir konnten mit dem Tablet problemlos eine 200Mbit Internetanbindung ausreizen. Ein Stockwerk unter dem Router bricht die Bandbreite spürbar ein, bewegt sich aber mit 44Mbit/s immer noch auf einem akzeptablen Niveau. Verbindungsabbrüche kamen im gesamten Haus nicht vor. Bluetooth funktioniert ebenfalls problemlos, hat aber nicht die beste Reichweite. Über einen Raum kommt die Verbindung nicht hinaus.

Chuwi SurBook
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Stereo
Soundchip:​ ​Intel HD Audio
Mikrofon:​​Mono

​Das Chuwi SurBook bietet Stereo Lautsprecher, welche sich im unteren Bereich im Rahmen der linken und rechten Seite befinden. Hält man das Tablet in der Hand, ist diese Position nicht ganz optimal, da sie dann verdeckt werden. In diesem Sinne wäre die Platzierung weiter oben oder gar auf der Front eine bessere Lösung gewesen. Was den Klang betrifft, wissen die Lautsprecher durchaus zu überzeugen. Ihr Potential entfalten sie aber erst, wenn man etwas nach hilft. Wir haben dazu das Tool "Equalizer APO" installiert und die Vorverstärkung auf 2,2dB gesetzt. Dies hebt die Lautstärke deutlich an, ohne die Lautsprecher zu überfordern. Ein netter Nebeneffekt sind für ein China Tablet ziemlich kräftige Bässe. Das Musik hören bei der Arbeit oder Netflix Streaming im Bett macht so richtig Spaß.

Wer dennoch Kopfhörer bevorzugt, bekommt natürlich auch einen 3,5mm Anschluss. Und auch hier haben wir nichts auszusetzen. Wir haben den Klang des Chuwi SurBook wie üblich mit den Xiaomi Hybrid Kopfhörern getestet und damit ein gutes Klangbild erhalten. Interferenzen bleiben aus, auch wenn die Prozessorlast hoch ist. Die maximale Lautstärke am Kopfhörerausgang ist sehr hoch.

Weniger überzeugen kann wie so oft das Mikrofon. Dieses klingt sehr dumpf, was wohl daran liegt, dass es gut versteckt ist. Wir konnten bisher keine Öffnung dafür finden. Hinzu kommt ein störendes, recht starkes Hintergrundrauschen. Für Nutzungsszenarien wie z.B. Skype sollte man deshalb ein externes Mikrofon bzw. ein Headset benutzen.

Chuwi SurBook
Kamera

​Hauptkamera: ​5MP
Video: 1080p
​Frontkamera: ​2MP
Video: 720p
​Blitz:​Nein
​Fokus:​CDAF (Hauptkamera)
Fester Fokus (Frontkamera)
​Slow Motion:​Nein

​Von den Kameras im Chuwi SurBook darf man keine Wunder erwarten. Auch wenn die Hauptkamera eine höhere Auflösung hat als die Frontkamera, ist die Qualität nur geringfügig besser. Beiden mangelt es an Schärfe und Detailreichtum. Somit eignen sich beide Kameras nur für anspruchslose Schnappschüsse und Videochats. Die Hauptkamera unterstützt eine Videoauflösung von bis zu 1080p. Mit der Frontkamera sind nur 720p möglich.

Chuwi SurBook
Akku

​Kapazität (Angabe): ​5.000mAh (7,4V = 37Wh)
​Kapazität (Gemessen): ​Keine Messung möglich
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (USB Power Delivery)

​Das Chuwi SurBook ist mit einem 5.000mAh Akku ausgestattet, was ordentlich ist. Wer sich nun fragt, was daran ordentlich sein soll, dem erklären wir an dieser Stelle einmal mehr, dass mAh eigentlich keine Aussagekraft haben, da der Wert abhängig von der Spannung ist. Die Zellspannung beträgt beim Chuwi SurBook 7,4V, was deutlich höher ist als das Niveau das wir von Smartphones kennen. Rechnet man den mAh Wert auf die Spannung eines Smartphones um, so kommt man auf rund 10.000mAh. Aussagekräftiger ist die Angabe der Kapazität in Wattstunden. Der Akku im Chuwi SurBook hat 37Wh. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher 3.000mAh Akku eines Smartphones hat rund 11 Wh.

Die Akkulaufzeit vom Chuwi SurBook ist damit ziemlich gut. Ohne Anpassungen wird eine Laufzeit von 7 bis 8 Stunden im Mischbetrieb (Office, Surfen, Multimedia) erreicht. Gespielt haben wir nicht, da das Tablet dafür einfach zu schwach ist. Wer unsere Anleitung zum erhöhen der Power Limits befolgt, erhöht den Energieverbrauch etwas. In diesem Fall sind 5 bis 7 Stunden Laufzeit möglich, abhängig von Last und Displayhelligkeit.

Aufgeladen wird das Chuwi SurBook mit dem Typ-C Anschluss. Hier müsst ihr aber berücksichtigen, dass das Aufladen nicht mit jedem X-beliebigen Smartphone Netzteil funktioniert. Das Netzteil muss USB Power Delivery unterstützen, ansonsten lädt das Tablet nicht. Der Ladevorgang von 20 auf 100% geht binnen etwas mehr als 2 Stunden von statten.

Chuwi SurBook
Fazit

​Das Chuwi SurBook ist unterm Strich ein solides Gerät. Ganz billig ist es zwar nicht, dafür bekommt man allerdings auch einiges geboten. Insbesondere die Verarbeitung des Surface Klons hat es uns angetan. Hinzu kommen die zahlreichen Goodies wie der aktive Stylus, die USB 3.0 Anschlüsse, das helle Display mit automatischer Helligkeitsregelung und Feinheiten wie die wirklich gut klingenden Lautsprecher, die beleuchtete Tastatur, sowie die ordentliche Kühlung, welche die Prozessor Temperatur in einem recht niedrigen Bereich hält.

Umso enttäuschender ist es jedoch, dass man beim Chuwi SurBook dennoch so ein paar Dinge nicht richtig umgesetzt hat, und damit viel Potential verspielt. Das größte Problem ist der USB Typ-C Port, welcher als herausstechendes Feature leider durch die Überlänge nicht richtig nutzbar ist. Hinzu kommen die Schwächen bei der Kamera, dem Mikrofon und natürlich dem Touchpad im Type Cover.

Hätte sich Chuwi diese Patzer nicht geleistet, könnte das Chuwi SurBook für viele ein "Rundum Glücklich Paket" sein. Doch so wird es wohl bei einigen aus der näheren Auswahl fallen. Schade.

Pro Contra
​+ Tolle Verarbeitung, schickes Design ​- Sehr schwer
+​​ Hochwertiges und helles LCD Panel mit automatischer Helligkeits-Regelung-​​ Display nicht laminiert
+​​ Guter Touch Screen-​​ Keine Beschichtung gegen Fingerabdrücke
+​​ Guter Digitizer, aktiver Stylus lässt sich gut nutzen-​​ Typ-C Anschluss hat Überlänge, mit dem meisten Zubehör nicht kompatibel
+​​ Kratzfestes Frontglas-​​ Magnet für Stylus zu schwach
+​​ Relativ gute Performance-​​ Touchpad im Type Cover taugt nichts
+​​ Ausreichend Speicher und RAM-​ Schlechtes Mikrofon
​+ Gute Kühlung mit reichlich Reserven​- UEFI bietet keine erweiterten Einstellungen
​+ 2x Vollwertige USB 3.0 Anschlüsse mit ​- Limitierte Bluetooth Reichweite
​+ Brauchbares Type-Cover mit beleuchteter Tastatur​- Type Cover ist ein Schmutzmagnet
​+ Guter WLAN Empfang (Dual Band AC-WLAN)
+ Sehr gute Lautsprecher
​+ Guter Klang am Kopfhörer Port
​+ Lizenziertes Windows 10
​+ Gute Akkulaufzeit
​+ Relativ kurze Ladezeit

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Donnerstag, 13. Dezember 2018

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