Chuwi Hi12 Review

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b2ap3_large_P1040567 Chuwi Hi12 Testbericht

Das Chuwi Hi12 ist eines der größten China Tablets die derzeit erhältlich sind. Mit seinem 12" 2k Display und dem Intel Atom X5 Z8300 inklusive 4GB Arbeitsspeicher und 64GB eMMC Speicher sowie einem optionalen Tastatur Dock mit dem sich das Gerät in ein Notebook verwandeln lässt, verspricht das Tablet eine solide Performance für den Office Alltag und damit den produktiven Einsatz. Wie sich das Tablet im Alltag schlägt haben wir für euch eine Woche lang getestet.

Verpackung & Lieferumfang

Das Auspacken des Chuwi Hi12 verläuft gänzlich unspektakulär. Geliefert wird der Tablet PC in einer sehr schlichten, sparsam bedruckten braunen Box aus Pappe. Hierin finden wir das Tablet, geschützt in Folie, sowie einige chinesische Dokumente in einem Umschlag und eine separate Box die das Micro USB Kabel und das 2,5A USB Netzteil beherbergt.

Design & Verarbeitung

Optisch ist das Chuwi Hi12 keine Besonderheit und entspricht dem Standard der bei den meisten chinesischen Tablets in dieser Preisklasse zu finden ist. Die Rückseite besteht aus einem Cover aus Aluminium, welches zu den Kanten hin leicht gewölbt ist und damit auch die Seiten des Tablets abdeckt. Die Rückseite ist mit vier kleinen Torx Schrauben am eigentlichen Chassis befestigt, welches aus Kunststoff besteht.

Die Front besteht aus einfachem Silikatglas, welches je nach Farbvariante in Weiß oder Schwarz gehalten ist. Hier finden wir seitlich rechts das für Windows Tablets obligatorische, berührungsempfindliche Windows Logo. Oben zentriert befindet sich die Frontkamera. In der linken oberen Ecke befindet sich noch eine kleine LED die beim Laden blinkt und bei vollem Akku konstant leuchtet.

An den Seiten des Tablets finden wir links sämtliche Ports. Dazu gehören zwei vollwertige USB Anschlüsse, einer davon nach USB 3.0, der andere nach USB 2.0 Standard. Am USB 3.0 Anschluss könnt ihr problemlos externe Festplatten anschließen. Weiterhin gibt es einen Micro USB Port zum Laden und für OTG, einen Micro HDMI Anschluss, einen 3,5mm Audioausgang und einen SD Slot. Weiterhin findet man weiter unten jeweils auf der linken und rechten Seite eine Öffnung für die Lautsprecher (Stereo). Auf der unteren Seite in der Mitte befindet sich der Docking Connector für das Tastatur Dock. Ganz oben links befinden sich Tasten für die Lautstärkeregelung und zum Ein- und Ausschalten des Tablets.

Die Abmessungen des Tablets betragen übrigens 301 x 230 x 9,5mm, womit das Gerät alles andere als Portabel ist (verglichen mit den sonstigen Dimensionen eines Tablets). Das Gewicht ist mit glatten 800g auch nicht zu verachten. Hier sorgt aber vor allem der Akku für eine starke Gewichtszunahme.

Wie sieht es mit der Verarbeitung aus? Eine absolute Katastrophe. Das beginnt schon beim ersten Eindruck. Das Aluminiumcover ist leicht biegbar und nicht komplett eben. Es ist zumindest bei unserem Testgerät zur Mitte hin leicht gewölbt, wodurch das Tablet nicht eben aufliegt. Weiterhin ist bei den Anschlüssen schon bei leichtem Druck ein deutliches Knarzen zu vernehmen. Dies liegt an den Ausschnitten für die USB Ports, welche am Abschluss zwischen Metallcover und Chassis nicht über eine Strebe zur Stabilisierung verfügen.

Das ist aber noch lange nicht alles. Beim ersten Anschalten des Tablets bemerkten wir gleich, dass das Panel unter dem Touchscreen auf der rechten Seite weiter in das Gehäuse ragt als auf der linken Seite. Der ohnehin schon sehr große Spalt zwischen Panel und Glas war damit auf der rechten Seite extrem hoch, sodass das optisch echt gestört hat. Der Grund dafür offenbarte sich dann nach dem Öffnen des Tablets.

Chuwi hat hier keinerlei Haken in das Chassis eingearbeitet, welche das Panel an seinem Platz halten. Stattdessen nutzt man dafür auf der linken Seite das Mainboard. Auf der rechten Seite jedoch befindet sich nichts, was das Panel an seinem Platz halten würde. Da hier auch der Akku am Display hängt, zieht es das Panel dementsprechend nach unten, was zur von uns beobachteten "schiefen Optik" führt. Unser Workaround: Das Einkleben mehrere Stücke Schaumstoff, welche dann mitsamt dem Panel nach aufsetzen des Covers nach unten gedrückt werden und somit das Panel an seinem Platz halten. Funktioniert super, aber mal ehrlich: Wer zum Teufel will denn schon an der Hardware basteln wenn man für ein Produkt Geld bezahlt hat? 

Nächster Mangel: Der Volume Rocker hat sich bereits nach zwei Tagen verabschiedet. Sobald man die Vol- Taste einmal betätigt, geht es mit der Lautstärke konstant vergab. Zumindest solange bis man Vol+ drückt. So ist kaum eine präzise Regelung zu erreichen, was das Hören von Musik oder Ansehen von Videos zur Nervenprüfung macht.

Was sich Chuwi hier erlaubt geht absolut gar nicht und wäre eigentlich schon Grund genug den Test an dieser Stelle abzubrechen und vom Kauf abzuraten. Aber wir wollen es genau wissen. Weiter geht's!

Display

Größe: ​12"
Auflösung: ​2.160 x 1440
Technologie:​LCD, IPS
Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:Nein, Silikatglas
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Nein

Das 12" Display bietet euch viel Platz zum Arbeiten, besonders wenn man die Skalierung in der Systemsteuerung noch etwas anpasst. So ist es problemlos möglich auf dem Gerät größere Excel Tabellen zu bearbeiten oder mit Photoshop zu arbeiten. Auch im Hochformat gibt das Display einiges her, vor allem wenn man im Internet surft. So kann man bequem große Teile einer Webseite auf einmal darstellen und lesen. Die hohe Auflösung sorgt für ein sehr scharfes Bild bei dem bei normalen Abstand keine Pixel zu erkennen sind. Der Touchscreen arbeitet einwandfrei und erkennt bis zu 10 Finger gleichzeitig. Eine Verzögerung der Eingaben ist kaum zu bemerken, was beim Tippen auf dem On-Screen Keyboard von Vorteil ist.

Leider gibt es auch reichlich Kritik zu verteilen. So ist das Display leider nicht sonderlich hell. Für bequemes Arbeiten muss man Tagsüber auch im Haus die 100% Einstellung verwenden. Im Freien ist ein Arbeiten kaum möglich. Auch die starken Spiegelungen durch den großen Spalt zwischen Glas und LCD Panel machen einem das Leben hier schwer. Hinzu kommt ein merkbarer Gelbstich des Panels, welcher Farben deutlich verfälscht. Auch die Kratzfestigkeit ist nicht gegeben und so kommt man um die Verwendung eines Schutzes nicht herum. Chuwi bietet hier glücklicherweise ein gehärtetes Schutzglas an.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Intel Atom X5 Z8300, 4 Kerne, x86_64, 1,44GHz (1,83GHz Turbo Boost)
GPU: ​Intel HD Graphics
RAM (Geschwindigkeit):
​4GB, DDR3L (-)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​64GB, eMMC4.5.1 (140 / 80MB/s)
​Fingerabdruck Scanner:​Nein
Sensoren:
​Lagesensor
Besonderheiten:
​2x USB (davon 1x USB 3.0), Micro SD Slot
​Abmessungen / Gewicht:
​301 x 230 x 9,5mm

​Das Chuwi Hi12 kommt mit dem Intel Atom X5 Z8300 Prozessor daher. Dieser taktet etwas niedriger als die Z8500 Variante und verfügt über eine etwas schwächere GPU. Ein wirklicher Nachteil ist das allerdings nicht, sofern man nicht spielt, was unter Windows auf diesen Geräten aber ohnehin nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Fakt ist: Der SoC benötigt deutlich weniger Strom als der Z8500 und erzeugt auch weniger Abwärme. Im Office Betrieb ist der Leistungsunterschied so gut wie nicht zu merken, wodurch sich der Kompromiss den man hier eingeht in Grenzen hält. An dieser Stelle müssen wir Chuwi übrigens auch mal loben.

Anders als die meisten anderen Hersteller von China Tablets hat man sich hier Gedanken um die Kühlung gemacht. So sitzt auf dem Chipsatz ein großer Heat Spreader, welcher noch einmal über ein Wärmeleitpad verfügt, das in Kontakt zum Aluminium der Rückseite steht. So wird die Abwärme des Prozessors und des Speichers effizient abgeführt, was wiederum zu sehr humanen Temperaturen führt. Im Office Betrieb erreicht der Chip nie mehr als 50°C. Unter Vollast werden maximal 69°C erreicht. Zum Vergleich: Andere Tablets erreichen mit demselben Chip oftmals fast 80°C.

Die Geschwindigkeit des internen Speichers geht für ein Tablet dieser Preisklasse absolut in Ordnung. Mit Geschwindigkeiten von rund 140MB/s beim Lesen und 80MB/s beim Schreiben kann man hier zwar nicht mit Festplatten, geschweige denn SSDs mithalten, aber dennoch reicht das Tempo für flottes Arbeiten und Kopieren von Dateien aus. Die Speicher Chips stammen übrigens von Hynix.

Software

​Variante: ​Microsoft Windows
​Windows Version: ​Windows 10 Home 64-Bit
​Bloatware:​Nein
Root Zugriff:​-
OTA Updates:​-
Schadsoftware:​Nein

Auf dem Chuwi Hi12 kommt Windows 10 Home in der 64-Bit Variante zum Einsatz. Das System ist vollständig aktiviert und hat Zugriff auf die gesamten 64GB Speicher da die auf der Verpackung beworbene Dual-Boot Funktionalität leider derzeit nicht gegeben ist. Warum das so ist, erschließt sich uns nicht ganz. Etwas auf der Verpackung zu bewerben und dann nicht zu unterstützen ist schon etwas grenzwertig.

Lobenswert ist wiederum, dass Chuwi keinerlei Software vorinstalliert. Ihr bekommt also ein nacktes Windows in englischer Sprache und mit aktuellen Treibern (Stand März 2016). Die deutsche Systemsprache lässt sich bequem nachträglich in den Einstellungen installieren. Während der alltäglichen Nutzung kam es zu keinerlei Abstürzen.

Etwas seltsam wurde leider das UEFI Menü umgesetzt. Hier kommt das gewohnte Aptio Setup Utility von American Megatrends zum Einsatz, allerdings ohne Touch Unterstützung. Von den Teclast Geräten sind wir es gewohnt auch ohne Tastatur im Menü navigieren zu können. Das ist im Falle des Chuwi Hi12 nicht möglich.

Empfang & Konnektivität

Mobilfunk: Nein
​WLAN: ​Single Band (2,4GHz) WLAN 802.11b/g/n
Bluetooth:​Bluetooth 4.0
NFC:​Nein
​HotKnot:​Nein
Dual-SIM:​Nein
Positionsbestimmung:​Nein

Gemischte Gefühle hat uns das Chuwi Hi12 wieder in der Kategorie Konnektivität beschert. Zwar ist die Empfangsleistung recht gut, das Tablet hat auch in abgelegenen Ecken des Hauses wo viele Geräte scheitern noch Empfang und auch Bluetooth funktioniert einwandfrei, jedoch gibt es ein paar Punkte die wir nicht verstehen.

Zum einen wäre da das Single Band WLAN Modul. Warum auch heute noch auf solche veralteten Module gesetzt wir ist uns ein Rätsel. Dual Band Wi-Fi gehört bei Smartphones zum Standard und Xiaomi hat mit dem MiPad 2 gezeigt, dass auch in günstigen Tablets Dual Band WLAN kein Problem ist.

Darüber hinaus sind wir auch mit der Netzwerkgeschwindigkeit alles andere als einverstanden. Verwundert durch Puffer-Probleme beim Steamen von 4k Inhalten, haben wir uns für einen Speedtest entschieden. Das Resultat war ernüchternd. Trotz 200Mbit Internetleitung und einem potentiell unterstützten Durchsatz von mehr als 100Mbit pro Sekunde des WLAN Moduls, wurden im Speedtest nur maximal 20Mbit erreicht. Teilweise brach die Geschwindigkeit sogar auf 2 - 3 Mbit ein - daher auch die Probleme beim Streamen.

Mikrofon & Audio

​Lautsprecher: ​Stereo
Noise Cancelling Mikrofon: ​-
​Dedizierter Audio DAC:​Nein
Dedizierter Verstärker:​Nein

Auch hier weiß das Chuwi Hi12 zu enttäuschen. Grundsätzlich klingen die internen Lautsprecher zwar gar nicht so übel, erreichen eine hohe Lautstärke und haben eine Spur Basswiedergabe zu bieten, jedoch ist das Drumherum absolut grauenvoll. Chuwi hat nämlich beim Design der Hauptplatine offensichtlich Mist gebaut.

Sowohl der Kopfhörerausgang als auch die beiden Lautsprecher werden nämlich stark gestört. Man hört hier konstant ein Rauschen, Pfeifen oder Summen (je nachdem was man gerade macht). Bei den Lautsprechern fällt das nur in leiser Umgebung auf, via Kopfhörer stört das aber enorm. Zum Musik hören oder Filme schauen ist das Chuwi Hi12 damit kaum zu gebrauchen.

Beim Mikrofon dürft ihr euch auch keine Wunder erwarten. Das Mikrofon nimmt Audio relativ leise und mit dumpfer Qualität auf. Leider hat dadurch auch Cortana oft Probleme einen zu verstehen.

Kamera

​Hauptkamera: ​OmniVision, 5MP
Frontkamera: ​OmniVision, 2MP
Blitz:​Nein
Fokus:​Normal
Slow Motion:​Nein

Die beiden Kameras liefern eine für China-Tablets typische Qualität ab. Für Skype oder kurze Schnappschüsse sowie das Ablichten von Dokumenten tun die Knipsen es allemal - vor allem die rückwärtige Kamera. Das Aufnehmen von Videos funktioniert leider mit beiden Kameras in der Windows Kamera-App nicht. Hier kommt es zu einer Fehlermeldung mit Windows-typischem, kryptischen Fehlercode.

Akku

Kapazität (Angabe): ​11.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ​10.246mAh
​Wechselbar:​Nein
​Fast Charging:​Nein

Das Chuwi Hi12 soll laut Hersteller über einen 11.000mAh Akku verfügen, was bei dem großen Display auch zwingend notwendig ist um dennoch eine gute Laufzeit zu erreichen. Hier hat Chuwi auch nicht gelunkert, denn beim Nachmessen kamen wir auf 10.246mAh die wir in den Akku packen konnten.

Im Alltag lässt sich damit eine ziemlich gute Laufzeit erreichen. Im Office Betrieb bestehend aus dem Lesen und Schreiben von E-Mails und Blog Artikeln, dem Bearbeiten von Dokumenten mit Excel und Word, dem Musikhören mit Spotify sowie dem Ansehen von YouTube Videos am Abend kommt man bei einer Helligkeit von 100% auf 5 bis 6 Stunden Dauerbetriebszeit. Reduziert man die Helligkeit auf 50% können 7 bis 8 Stunden erreicht werden.

Leider dauert das Aufladen mangels Schnellladefunktion eine halbe Ewigkeit. Das Laden von 20% auf 100% dauert satte 9 Stunden und ist damit nur über Nacht machbar. Verwendet man das Tablet während dem Ladevorgang, so verlängert sich die Ladezeit noch einmal deutlich.

Fazit

Müssen wir hier noch großartig Worte verlieren? Vermutlich könnt ihr euch schon denken wie unser Fazit ausfällt. Richtig: keine Kaufempfehlung! Und diesmal gibt es auch kein Drumherum von wegen "Person X mit Bedürfnis Y könnte daran eventuell doch Gefallen finden". Das Chuwi Hi12 ist gut gemeint aber einfach nur grottenschlecht umgesetzt. Für das Geld oder etwas mehr bekommt man deutlich bessere Tablets und Convertibles. Und bei diesen muss man dann auch nicht irgendwelche Designfehler ausbügeln die Chuwi beim Hi12 verbrochen hat.

Pro Contra
​Gute Kühlung ​Schlechtes Display
​Schneller Speicher​Lange Ladezeit
​Gute Akkulaufzeit​Designfehler
​Lizenziertes Windows​Schlechte Verarbeitung
​Zu hoher Preis ($225 ohne Keyboard)
​Miserable Audioqualität (Störungen)
​Langsames WLAN
​Kein Dual-Boot
 
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