Mit dem Ainol Novo7 Rainbow, haben wir von unserem Partner TMart ein low-cost Tablet zur Verfügung gestellt bekommen, welches wir eingehend unter die Lupe genommen haben.
Unboxing
Das Tablet wurde uns in einer quadratischen und bunt gestalteten Schachtel geliefert, welche mit zahlreichen aber teils falschen Informationen zum Tablet bedruckt ist. Im Inneren der Verpackung befand sich dann neben dem Tablet noch ein Micro USB Kabel, sowie eine Garantiekarte und eine Schnellstartanleitung. Ein Netzteil, welches an das Tablet angeschlossen werden könnte, lag nicht bei. Ob dieses generell nicht beiliegt oder ob der Shop hier geschlampt hat ist unklar. Das Tablet kann aber problemlos auch über USB aufgeladen werden. Was leider negativ aufgefallen ist: Uns wurde ein gebrauchtes Tablet zum Test geschickt, welches schon einen ordentlich zerkratzten Bildschirm hat. Schade!
Design
Das Design des Tablets entspricht dem der Cube Tablets. Die Front besteht aus Glas, dem Display und einer Front Kamera. Seitlich umfasst das Tablet ein silberner Rahmen aus Plastik. Die Rückseite besteht aus glänzend-weißem Polycarbonat. Hier ist neben dem Logo auch die Anschlussbezeichnung sowie Herstellerinformationen, Seriennummer und Nennspannung des Netzteils aufgedruckt. Die Lautsprecheröffnung befindet sich auf der unteren Seite der Rückseite. Auf eine Rearkamera wurde verzichtet. Das Tablet macht einen für den Preis hochwertigen Eindruck, und liegt dank des angenehmen Gewichts von 281g sehr gut in den Händen.
Sieht man sich die Vorderseite des Tablets mit der Kamera nach oben an, so befinden sich auf der linken Seite die Anschlüsse und auf der oberen Seite links die Bedienungs-Knöpfe. Diese sind auf den obigen Bildern noch einmal im Detail zu sehen. Insgesamt muss man sagen, dass das Tablet für den Preis nicht schlecht verarbeitet ist. Zwar besteht es zum Großteil aus Plastik, ist aber dennoch recht solide, die Spaltmaße stimmen und es knarzt nichts.
Zwischenfazit: Das Ainol Novo7 Rainbow ist mit sicherheit keine Schönheit, macht aber für die Preisklasse einen guten ersten Eindruck.
Hardware, Performance und Akku
Da wir uns in einer recht niedrigen Preisklasse bewegen, kann man hier sicherlich keine Wunder erwarten. Im Tablet ist ein Allwinner A13 Prozessor verbaut. Dieser Chip ist schon etwas älter und bietet deshalb mit 1GHz und nur einem Rechenkern nicht viel Leistung. Als GPU kommt eine Mali 400MP zum Einsatz, welche auch nur über einen Rechenkern verfügt. Das Tablet verfügt darüber hinaus über 512MB RAM, von denen aber nur 353MB verwendbar sind. Das ist bei diesem Tablet der wahrscheinlich größte Flaschenhals.
Ursprünglich wurde das Tablet mit Android 4.0 ausgeliefert, doch mittlerweile kommt es mit Android 4.2.2 an. Dies wäre im Grunde nicht schlecht, doch in Anbetracht der niedrigen Systemleistung ist diese Entscheidung doch etwas fragwürdig. Im Praxiseinsatz ist das Tablet out of the box nahezu unbenutzbar. Alles ruckelt und läuft zäh wie Kaugummi. Surfen im Internet ist so gut wie gar nicht möglich. Zum Ansehen von Bildern oder der privaten Beschallung reicht es dann aber doch noch. Im Antutu Benchmark erziehlt das Gerät in diesem Zustand nur rund 3800 Punkte.
Doch es gibt Abhilfe! Der Allwinner A13 kann, ohne das Gerät zu rooten, mit dem Antutu CPU Master von 1GHz auf 1,2GHz übertaktet werden. Wenn man dann ohne Rücksicht auf den Akkuverbrauch die Taktung von variabel auf fixe 1,2GHz einstellt, bemerkt man doch einen sehr deutlichen Geschwindigkeitsschub. Nun taugt das Tablet plötzlich zu mehr. Ältere Spiele sind kein Problem mehr, selbst anspruchsvollere Spiele wie Megapolis lassen sich einigermaßen zufriedenstellend spielen. YouTube Videos laufen meist flüssig, und mit dem richtigen Browser (Opera Mini) funktioniert auch das Surfen mehr oder weniger flüssig. Der Antutu Benchmark erreicht nach dem Übertakten 5243 Punkte. Leider stößt man dennoch aufgrund des niedrigen RAM's schnell an die Grenzen der Hardware.
Die höhere Leistung geht aber merkbar auf den Akku des Geräts. Während vor dem Übertakten Betriebszeiten von 5 bis 6 Stunden möglich waren, sind es nach dem Übertakten nur noch 2 bis 3 Stunden. Da wir vom Hersteller keine Angaben zum Akku finden konnten, haben wir das Gerät einfach einmal zerlegt. Unten haben wir ein paar Bilder davon. Beim Akku handelt es sich um eine 2200mAh Lithium Polymer Zelle (LiPo).
Zwischenfazit: Technisch kein Kracher, mit ein paar Modifizierungen aber wenigstens brauchbar.
Displayqualität
Das Display, welches im Ainol Novo7 Rainbow verbaut wird, ist gelinde gesagt eine Frechheit. Sicherlich, man kann in einem Gerät zu diesem Preis kein gutes Display erwarten, aber hier handelt es sich wohl um das schlechteste Display, welches wir jemals gesehen haben. Das Display hat keinerlei Blickwinkelstabilität. Bereits bei leicht schräger Betrachtung beginnen die Farben zu invertieren. Außerdem sind die Pixel so dermaßen groß, dass man sie selbst bei 30cm Entfernung noch klar erkennen kann. Noch dazu kommt, dass die Auflösung vom System die unterstützte Auflösung des Displays übersteigt. Dies resultiert in grobem Text und verwaschenen Details. Als wäre das alles noch nicht genug, mangelt es dem Display auch eindeutig an Farbstärke und Kontrast. Die Ausleuchtung des Panels ist zwar schön hell und auch im Freien sind Inhalte noch erkennbar, allerdings ist die Lichtverteilung nicht optimal, was im Dunkeln an den Rändern zu Light-Spots führt.
Zwischenfazit: Grauenvoll! Mehr muss man dazu nicht sagen. Aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran.
Kamera
Das Ainol Novo7 Rainbow verfügt nur über eine Front Kamera mit VGA Auflösung. Auf Testbilder verzichten wir hier, da die Kamera wirklich keine guten Bilder macht. Für kurze Skype Sessions ist sie aber ausreichend.
Fazit
Für 53€ bekommt man hier ein gut verarbeitetes Tablet mit einfacher Optik. Leider mangelt es der Hardware an Dampf und das Display ist eine Katastrophe. Man kann sich aber daran gewöhnen. Wer nur ein ganz billiges Tablet benötigt, um gelegentlich mal etwas Musik zu hören, etwas im Internet nachzuschauen oder mal ein YouTube Video sehen möchte, dabei aber nicht Wert auf Bildqualität legt, der sollte mit dem Tablet nach Übertaktung und Installation von Opera Mini durchaus zufrieden sein. Der interne Lautsprecher und der WLAN Empfang des Tablets sind übrigens recht gut! Wer eBooks lesen möchte und auch mal anspruchsvollere Spiele genießen will, oder das Tablet gar für den produktiven Einsatz benötigt, sollte die Finger davon lassen.
Das Ainol Novo7 Rainbow ist bei unserem Sponsor TMart für rund 53€ erhältlich.