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Cubot X17 Review / Test: Premium-Feeling für die Mittelklasse

Cubot X17 Review / Test: Premium-Feeling für die Mittelklasse

Cubot steht ja schon länger für grundsolide Smartphones. Trotzdem schaffen sie es immer wieder aufs Neue für eine Überraschung zu sorgen. Die ultimative Überraschung kam nun aber in Form des Cubot X17. Das gerät klang ja schon auf dem Papier verdammt attraktiv als es vor ein paar Wochen vorgestellt wurde. Doch nun ist das Smartphone erhältlich und auch mich hat bekanntlich ein Testgerät erreicht. Schon im Artikel zu den ersten Eindrücken habe ich durchsickern lassen, dass ich von dem Smartphone begeistert bin. Und da hat sich bisher auch nichts geändert. Das Gerät ist grundsolide, jeden Cent wert und dabei sogar besser als so mancher Konkurrent. Das Warum und alles weitere Erwähnenswerte gibt es nun hier im Review. Frohes Lesen wünsche ich euch!

Lieferumfang

Derzeit werden alle Cubot Smartphones in derselben Verpackung ausgeliefert und das Cubot X17 bildet hier einmal mehr keine Ausnahme. Der Karton ist leicht bronzefarben und verfügt über ein strukturiertes Finish. Auf der Front befindet sich ein dezent gehaltenes Cubot Logo und auf der Unterseite ein Aufkleber mit der Produktbezeichnung und den Spezifikationen.

Das Innere ist wie wir das mittlerweile von Cubot Geräten gewöhnt sind sehr hochwertig gestaltet und erweckt einen besonderen Eindruck. Gleich oben auf liegt das Smartphone, gut geschützt in einer Folie eingeschweißt. Am Smartphone ist außerdem ein Schutz für die Rückseite angebracht welcher aus relativ festem Plastik besteht aber voll durchsichtig ist und nicht sonderlich stark auffällt.

Darunter befindet sich eine Trennklappe auf der eine schematische Zeichnung aufgedruckt ist, sowohl auf der Vorder- als auch der Rückseite. Hieraus geht hervor wo sich am Smartphone die Anschlüsse und Tasten befinden und es wird erklärt wie man die SIM und Micro SD Karten einlegt. Unter diese Abtrennung befindet sich dann die eigentliche Bedienungsanleitung welche ausführlich bebildert ist und in mehrsprachiger Ausführung daher kommt. Eine kleine Karte mit dem SIM Werkzeug befindet sich hier ebenfalls.

Als letztes kommen dann noch zwei separate Boxen zum Vorschein in denen sich das Ladekabel und ein Netzteil befindet, welches natürlich über einen deutschen Stecker verfügt. Etwas verwundert hat mich, dass das Netzteil lediglich 1A liefert. Das Cubot X17 unterstützt nämlich Fast Charging mit bis zu 2A. Somit empfiehlt es sich ein eigenes, stärkeres Netzteil zu verwenden um den Akku schneller voll zu bekommen.

Design & Verarbeitung

​Wer sich das Cubot X17 das erste Mal etwas genauer ansieht, der wird sofort ein ein gewisses Smartphone von Oppo erinnert werden. Die Rede ist natürlich vom R5. Ganz klar, man kann nicht abstreiten, dass sich Cubot von dem Smartphone hat inspirieren lassen. Und das ist auch überhaupt nicht abwertend gemeint. Wie beim Original von Oppo besteht die Rückseite in der Mitte aus Metall und trägt lediglich im oberen und unteren Bereich Abdeckung aus Plastik unter denen die Antennen für optimalen Empfang platziert werden. Der Rahmen ist ebenfalls aus Metall gefertigt und besteht zusammen mit dem Chassis aus einem Stück. Damit sieht das Smartphone nicht nur so aus wie das Oppo R5, es ist auch genauso stabil wie das Original.

Selbst die Ideale des R5 hat man sich geliehen, denn das Cubot X17 ist dünn. Sehr dünn sogar. Nicht ganz so dünn wie das Original, aber immerhin 6,1mm - und das ist ein Wert den man bei den Chinesen nicht so häufig sieht. Hier wird auch nichts geschönt, ein Nachmessen bestätigt die 6,1mm, zumindest ohne die Kamera. Nimmt man diese noch hinzu, denn sie steht etwas aus dem Gehäuse heraus, so landen wir bei 7,1mm. Auch damit ist das Cubot X17 aber noch ein sehr schlankes Gerät. Die restlichen Abmessungen halten sich übrigens auch in Grenzen und machen das X17 sehr handlich. Wir haben es hier mit einer Höhe von 143mm sowie einer Breite von 69mm zu tun. Auf die Wage bringt das X17 163g. Für ein 5" Smartphone ist das schon einiges, aber so viel Metall hat eben sein Gewicht.

Optisch ist das Gerät übrigens nicht nur wegen des vielen Metalls und der geringen Dicke ein Hingucker, sondern auch wegen der weiteren Details. So setzt Cubot auf der Front auf 2,5D Glas, was sich nicht nur haptisch sondern auch optisch positiv bemerkbar macht. Außerdem ist die Verarbeitung sehr gut gelungen, auch bei ganz genauem Hinsehen. Größere Spaltmaße oder gar wackelnde Teile sucht man hier vergebens. Fragt man Außenstehende was sie schätzen, wieviel das Gerät kostet, so bekommt man hier meistens Antworten zu hören die jenseits der 300€ liegen.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Nun, eine Status LED ist vorhanden, und diese leuchtet entweder Rot oder Grün, und das ziemlich hell. Hier gibt es dann aber auch einen kleinen Kritikpunkt zu erwähnen, denn man sieht die LED - zumindest im Dunkeln - auch von hinten durch das Kunststoff leuchten. Da hat Cubot wohl ein kleines Detail übersehen. Wobei, so schlimm ist das eigentlich gar nicht. Immerhin sieht man so auch eingehende Benachrichtigungen wenn das Gerät mit dem Display nach unten liegt - zumindest im Dunkeln. Weiterhin dürfte für viele noch erwähnenswert sein, dass die Touch Buttons nicht beleuchtet sind. Cubot setzt hier mal wieder auf silberne Icons.

Den SIM Slot kann man leider nicht ohne Werkzeug öffnen. Auch muss man sich hier mal wieder zwischen Dual SIM Unterstützung und einer Micro SD Karte entscheiden. Hier hätte ich mir von Cubot etwas mehr Innovation gewünscht, so wie das beim Bluboo Xtouch der Fall ist. Immerhin hätte man den nötigen Platz problemlos schaffen können, denn das Cubot X17 setzt im Gegensatz zum Xtouch auf eine Micro SIM und eine Nano SIM Karte.

Display

​Durch sein 5" Panel ist das Cubot X17 für jeden ein Leckerbissen, welcher mit größeren Displays nicht ganz klar kommt. Trotz des kleinen Panels setzt Cubot aber auf ein sehr hochauflösendes Display. Satte 1920 x 1080 Pixel bekommt man hier geboten, was von der Pixeldichte und Optik her in etwa 2k Auflösung auf 5,5" entspricht. Die Auflösung ist insofern überraschend, da der Mediatek MT6735 ja offiziell nur maximal 720p unterstützt. Cubot scheint hier also via Kernel Hack die Sperre aufgehoben zu haben.

Auf der offiziellen Webseite bewirbt Cubot ein Panel das von JDI stammt, 90% des NTSC Farbraums abdecken soll und durch eine intelligente Steuerung des Kontrastes besonders gut im Freien ablesbar sein soll. Rein subjektiv betrachtet kann ich diese Angaben auch bestätigen. Das Display erzeugt sehr natürliche Farben, kann aber dank Miravision an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Der Kontrast ist in der Tat für ein LCD Display sehr gut und macht es gemeinsam mit einer starken Ausleuchtung sehr einfach die Inhalte auf dem Display auch im Freien zu erkennen. Auch das Ansehen von Bildern oder hochauflösenden Videos wird somit zu einem Vergnügen. Die Blickwinkel sind ebenfalls sehr stabil. Selbst bei der Betrachtung direkt von der Seite kann man hier keine wirkliche Veränderung der Farben feststellen, nur die Helligkeit nimmt dabei etwas ab.

Beim Displayglas bzw. dem Touchscreen wurde ebenfalls nicht gespart. Die Oberfläche ist sehr gleitfähig und scheint bisher auch ziemlich kratzfest zu sein. Cubot setzt hier übrigens auf "Panda Glass". Hierbei handelt es sich um eine chinesische Entwicklung als Konkurrenz bzw. Alternative zu Gorilla Glass, welches aber ähnliche Eigenschaften besitzt und dabei günstiger ist. Ab Werk befindet sich trotzdem eine Schutzfolie auf dem Smartphone, welche man auch gut verwenden kann. Und wenn ich das sage, dann stimmt das auch, denn für gewöhnlich kann ich solche Folien nicht leiden. Die Folie ist leicht mattiert, was Reflexionen reduziert und weißt dazu Fingerabdrücke zuverlässig ab.

Beim Digtizer handelt es sich selbstverständlich um eine kapazitive Lösung welche bis zu 5 Berührungspunkte auf einmal erkennen kann. Der Digitizer arbeitet ziemlich genau, leidet aber unter einem leichten Input Lag. Störend ist dieser allerdings nicht. Die Empfindlichkeit des Digitizers würde ich als durchschnittlich bezeichnen. Für gewöhnlich gibt es da keine Probleme, jedoch muss man ab und an zweimal tippen bis er reagiert. Auch das geschieht aber nicht in einem Umfang wo es stören würde.

Hardware & Performance

Modell: ​Cubot X17
Prozessor: ​Mediatek MT6735A 1,3GHz 4x Cortex A53
​Arbeitsspeicher:​3GB LPDDR3 RAM
​Speicher:​16GB
​Display:​5" 1920 x 1080 IPS In-Cell Display (JDI)
​Frequenzen:GSM: 850MHz, 900MHz, 1800MHz, 1900MHz;
3G WCDMA: 2100MHz, 900MHz;​
FDD-LTE: 2100MHz, 1800MHz, 2600MHz, 800MHz
​Dual-SIM:​Ja (Micro + Nano)
​Micro SD:Ja (32GB)​
​Abmessungen / Gewicht:​143 x 69 x 6,1mm (7,1mm mit Kamera) / 163g
​Besonderheiten:​Besteht zum Großteil aus Metall inkl. Chassis, extrem dünn

Die Hardware Ausstattung ist beim Cubot X17 ja ziemlich ungewöhnlich ausgefallen und unterscheidet sich deutlich vom Einheitsbrei den man heutzutage oft sieht. Obwohl es sich beim Mediatek MT6735A um einen Einsteiger Chipsatz handelt, kombiniert Cubot diesen mit hochwertigen Komponenten aus der Mittelklasse. Dazu gehört schneller Speicher vom Typ EMMC 4.5 und gleich 3GB LPDDR3 RAM. Die Geschwindigkeit beider Speicher liegt deutlich über dem Durchschnitt von anderen MT6735 Smartphones. So erreicht der RAM eine Geschwindigkeit von knapp 3GB/s und der Datenspeicher eine Lesegeschwindigkeit von 147MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 76MB/s.

Dem Kenner dürfte allerdings die hohe Auflösung Sorgen bereiten. Der MT6735 setzt ja auf eine Mali T720 GPU und ist normal auf 720p Auflösung beschränkt. Nun setzt Cubot also auf 1080p Auflösung. Hier habe ich mir Sorgen gemacht, welche Auswirkung das auf die Performance hat. Klar, der MT6753 verfügt auch über eine Mali T720 GPU und kommt problemlos mit 1080p Displays klar, jedoch verfügt dieser über vier GPU Cluster, während im MT6735 nur 2 Cluster zum Einsatz kommen. Glücklicherweise waren meine Bedenken aber zum großen Teil unberechtigt.

Cubot ist ja seit jeher bekannt einen exzellenten Job zu machen wenn es um die Optimierung von Android geht, gerade auf schwächeren Chips. Und genau hier hat man anscheinend mal wieder ein bisschen "Magie" ins Spiel gebracht. Was Cubot aus dem MT6735 im X17 herausgeholt hat ist schlicht atemberaubend. Klar, die Ergebnisse in den Benchmarks lassen einem die Kinnlade nicht nach unten klappen. Im Antutu wurden hier beispielsweise 26.281 Punkte erreicht, im Geekbench 3 Test 619 / 1779 Punkte und in Vellamo 2624 Punkte im Browser Test, 1091 Punkte im Metal Test und 1436 Punkte im Multicore Test. Doch Benchmarks haben sich schon oft als eher ungenaue Instrumente erwiesen wenn es um die Bewertung der realen Performance geht.

Genau das ist auch hier mal wieder der Fall. Im Alltag läuft das Gerät nämlich genauso flüssig und performant wie ein Smartphone mit dem 8-Kern MT6753 Chipsatz. Teils ist es sogar schneller wie einige schlechter optimierte Kollegen mit dem MT6753 Chipsatz - dieser Seitenhieb geht an das Bluboo Xtouch. Ich wage zu behaupten, dass das Cubot X17 im Alltag sogar noch ein bisschen flotter unterwegs ist als beispielsweise das Oppo R5 mit seinem Snapdragon 615. Und dieser Vergleich ist durchaus legitim, denn immerhin hat sich Cubot an diesem Smartphone auch orientiert.

Natürlich gibt es trotzdem Stellen an denen man den schwächeren SoC merkt Das betrifft aber lediglich grafikintensive Anwendungen, sprich Spiele. Wer denkt er kann auf dem Cubot X17 Modern Combat 5 spielen, der täuscht sich natürlich gewaltig. Auch mit älteren, grafikintensiven Spielen wie N.O.V.A.3 wird der SoC auf 1080p nicht fertig. Aber ganz ehrlich, selbst der MT6753 hat damit so seine Probleme. Wer also ordentlich spielen will, der sollte ohnehin zu anderen Chips greifen. Trotzdem muss man auf das mobile Spielevergnügen auch beim Cubot X17 nicht verzichten. So läuft Dead Trigger 2 bis mittleren Grafikeinstellungen völlig problemlos. Genauso verhält es sich mit Asphalt 8, GT Racing 2 und Perfect Shift - um nur ein paar 3D Spiele zu nennen. Wer also Gelegenheitsspieler ist und dabei keinen Wert auf die neuesten Grafikkracher legt, der ist mit dem MT6735 hier hinreichend bedient.

Software

Das Cubot X17 wird mit Android 5.1 ausgeliefert, was ja unter den Chinaphones noch immer zum Standard gehört. In der Vergangenheit habe ich ja bei Cubot Geräten öfters als Kritikpunkt angeführt, dass man der Software nicht genug zusätzliche Features spendiert. So fehlte bei Cubot Smartphones beispielsweise lange Zeit die Unterstützung für Off Screen Gesten. Mit dem Cubot X17 hat sich der Hersteller nun aber erstmals getraut ein bisschen was am Stock Android zu verändern und einen eigenen Touch hineinzubringen. Und das ist auch wirklich verdammt gut gelungen.

Die erste Veränderung die Cubot am System vorgenommen hat wird sofort sichtbar, wenn man erstmals die Multitasking Ansicht öffnet. Hier werden in typischer Android Lollipop Manier die aktiven Apps als Kartenstapel dargestellt, zusätzlich gibt es aber am unteren Bildschirmrand noch eine Leiste. Auf dieser wurde zum einen ein Button zum Leeren des Arbeitsspeichers platziert, und um den Button herum kann man noch ein paar interessante Informationen einsehen. So sieht man hier den aktuellen Ladestand des Akkus, seine Spannung und sogar die aktuelle Zellentemperatur. Auch der aktuelle Füllstand des Arbeitsspeichers wird sowohl als Wert in Megabyte als auch als Kreisdiagramm um den "Wipe-Button" herum angezeigt.

Auch den Launcher hat Cubot verändert. Neben einem standard Android Theme kann man aus verschiedenen Themes wählen. Diese verändern dann die Art wie Icons dargestellt werden und bieten verschiedene Icon-Sets. Auch die Wallpaper verändern sich dann dementsprechend, können aber auch weiterhin manuell verändert werden. Der Launcher verfügt übrigens auch über einen App-Drawer, wer also Launcher im MIUI-Stil nicht mag, der ist hier gut bedient.

Weiter geht es dann mit einem Blick in die Einstellungen. Hier findet man als erstes Mediatek HotKnot, welches vom Digitizer voll unterstützt wird. Via HotKnot kann man mit anderen Smartphone die diese Technologie unterstützen bequem Daten austauschen. Hierzu werden einfach die Displays der Geräte aneinander gehalten, woraufhin die Geräte kapazitiv Daten austauschen um eine Ad-Hoc Wi-Fi Verbindung herzustellen über die dann die Daten fließen. Außerdem wird wie vorhin schon einmal erwähnt Mediatek Miravision implementiert. Somit hat man volle Kontrolle über die Darstellung auf dem Bildschirm. Die Einstellungen reichen hier von Presets über dynamischen Kontrast bis hin zu Farbton, Sättigung, Schärfe, Bildhelligkeit und Kontrast.

Auch verschiedene Gesten wurden von Cubot integriert, wobei man hier einen anderen Weg geht als die meisten anderen Hersteller. Statt die Einstellungen hierfür quer im System zu verteilen, findet man hier alle Gesten-Einstellungen bequem unter dem Menüpunkt "Gesture Control". Hier hat man die Wahl zwischen den Kategorien "Screen Off Gesture", "Screen On Gesture" und "Air Gesture". Unter dem ersten Punkt finden sich Funktionen wie Double-Tap to Wake und es können sogar eigene Gesten festgelegt werden und anschließend einer Funktion zugeordnet werden. Auch ein Schutz für die Hosentasche ist vorhanden. Wird also der Proximity Sensor ausgelöst, so werden die Off-Screen Gesten deaktiviert.

Zu den Screen On Gesten zählt eine Funktion um einen Screenshot zu erstellen indem man schlicht mit drei Fingern über den Bildschirm nach Oben oder Unten fährt. Außerdem kann man den Home Button zweimal kurz hintereinander antippen um das Smartphone in den Standby Modus zu befördern. Somit erspart man sich das Umgreifen um den Power Button zu betätigen. Die Air Gestures hätte man sich dann aber doch sparen können wie ich finde. Wie immer funktioniert der Sensor hier nur wenn man ihn mit den Fingern fast berührt und das auch nur in eine Richtung. So nützlich wie bei Samsung Geräten ist er damit nicht.

Doch auch abseits der deutlich sichtbaren Funktionen und Veränderungen hat Cubot gute Arbeit geleistet. So kommt das System komplett ohne Bloatware aus und auch Schadsoftware ist nicht vorhanden. Weiterhin wurden alle Stagefright Lücken geschlossen, sodass die einschlägigen Tests hier allesamt zum Ergebnis "Not Vulnerable" kommen. Unterm Strich gibt es somit nur eine Sache die mich stört: Apps können nicht auf eine SD Karte ausgelagert werden - zumindest nicht mit Bordmitteln. Hier muss man also den Umweg über Root Rechte und Drittanbieter-Tools wie Foldermount nehmen.

Konnektivität & Empfang

​Während sich andere China-Hersteller immer wieder Patzer leisten wenn es um die Empfangsleistung geht, liefert Cubot hier durchweg solide Ergebnisse ab. Das X17 bildet hier keine Ausnahme und kann somit durchweg überzeugen. LTE Empfang funktionierte im Test auch in Gebieten wo andere "Billigheimer" bereits versagen, dank Unterstützung von 800MHz sogar in ländlichen Gebieten. Auch in anderen Mobilfunknetzen gab es zu keinem Zeitpunkt Auffälligkeiten. 

Der WLAN Empfang ist stark genug um selbst in den vom Router abgelegensten Räumen bei mir zu Hause noch einen stabilen Empfang zu gewährleisten der sogar noch für Audio Streaming reicht. Ca. 80% der von mir getesteten Geräte fallen bei diesem Test durch. Konkret bedeutet das, dass sich dort bis zu einem Stockwerk und 3 Wände zwischen dem Smartphone und dem Router befinden.

Das GPS funktioniert ebenfalls perfekt. Der MT6735A unterstützt nicht nur GPS und A-GPS sondern auch GLONASS. Damit erfasst das Gerät bis zu 21 Satelliten. Die Positionsbestimmung nimmt ca. 7 Sekunden in Anspruch wobei die Genauigkeit ziemlich schnell zwischen 1 und 2 Metern liegt, auch bei schlechtem Wetter. Die Signalstärke der einzelnen Satelliten liegt dabei auf Top-Niveau. Beim Navigieren oder Tracking gab es zu keinem Zeitpunkt Probleme oder Ungenauigkeiten. Lediglich das Fehlen eines Magnetkompass ist zuweilen etwas unpraktisch.

Sprachqualität & Klang

Beim Telefonieren gab es bezüglich der Klangqualität keine besonderen Vorkommnisse. Das Gesprochene kommt auf beiden Seiten verständlich an. Bedenkt man, dass das Cubot X17 nicht über ein extra Noise Cancelling Mikrofon verfügt, ist die Qualität sogar ziemlich erstaunlich, besonders in lauteren Umgebungen. Hier scheint man softwareseitig auch wieder einen sehr guten Job gemacht zu haben.

Nicht so gut klingt dafür der interne Medienlautsprecher. Bedingt durch die sehr dünne Bauweise klingt dieser sehr flach und die Höhen neigen oft dazu ein unangenehmes, klirrendes Geräusch in den Ohren zu erzeugen. So macht Musik hören nicht wirklich Spaß. Hier merkt man also, dass es Cubot in Sachen Audioqualität noch etwas an Know-How fehlt. Oppo hat es ja geschafft in seine dünnsten Geräte sehr gut klingende Lautsprecher zu verbauen.

Doch dieses Defizit weiß Cubot trotzdem vollständig zu kompensieren, und zwar durch einen astreinen Output auf dem Kopfhörer Ausgang. Die Audioqualität ist hier ohne zu übertreiben ein richtiger Genuss der sich keinesfalls hinter einem Meizu MX5 oder anderen höherpreisigen Geräten verstecken muss. Der Klang ist außerordentlich gut abgemischt und noch dazu kristallklar und kraftvoll. Das hat mich insofern überrascht, da Cubot ja nicht einmal Werbung für die gute Audioqualität macht. In meinen Augen (bzw. Ohren) hätten sie das aber gerne tun können.

Kamera

​Die mit Abstand beste Leistung aller bisherigen Cubot Smartphones liefert das X17 dann aber in einem Teilbereich ab von dem man es im Grunde gar nicht erwartet hat: der Kamera! Klar, so manches Cubot Smartphone hatte schon eine akzeptable Kamera zu bieten, aber bisher gab es noch keine Kamera die Bilder ablieferte welche auch von einem Flaggschiff Smartphone stammen könnten. Genau das gelingt allerdings dem Cubot X17.

In Sachen Ausrüstung haben wir es hier mit einer 16 Megapixel Kamera auf der Rückseite zu tun welche über einen Dual-LED Blitz mit high-power LEDs und eine f/2.2 Blende verfügt. Vermutlich wird die Auflösung aber interpoliert. Die reale Auflösung dürfte bei 13 Megapixel liegen und es handelt sich um einen Sensor im 4:3 Format. Stellt man auf 16:9 um, reduziert sich die Auflösung auf 9,5MP. Die Frontkamera schießt Bilder mit bis zu 8 Megapixeln bzw. 6 Megapixeln im 16:9 Format und ist mit einer Weitwinkel-Linse ausgestattet.

Von der Qualität her ist das was die Rückkamera im Cubot X17 abliefert vom Feinsten, zumindest in der Preisklasse in der wir uns hier bewegen. Man kann das Smartphone hier in derselben Liga einordnen wie beispielsweise ein Meizu M2 Note oder ein LeTV Le 1 (X600). Bei Tageslicht sind die Bilder gestochen scharf und zeigen selbst weit entfernte Details mit nur geringen Verwaschungseffekten oder Fraktalen. Dabei ist es unerheblich ob die Lichtverhältnisse durch Regen suboptimal sind oder die Sonne vom Himmel scheint. Die Bilder sehen stets knackscharf und farblich sehr schön aus.

Bewegen wir uns dann vom Tageslicht in den Bereich Dämmerung, Sonnenuntergang und Dunkelheit, wird es schon deutlich schwieriger ordentliche Aufnahmen hinzubekommen. Das liegt aber schlicht daran, dass man die Kamera dabei möglichst ruhig halten muss. Es ist also nicht unmöglich schöne Nacht- und HDR Aufnahmen hinzubekommen, man braucht lediglich eine ruhige Hand oder eben eine Unterlage zum Abstützen. Ist das gegeben, überrascht die Kamera auch hier mit ziemlich guten Ergebnissen.

Selbst bei Videoaufnahmen - diese werden mit maximal 1080p angefertigt - kann die Kamera überzeugen und auch hier wieder sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Die Videos sind detailliert und die Tonqualität sehr gut. Kritik gibt es lediglich an einem leichten Ruckeln das sich bei Bewegungen zeigt, besonders im Dunkeln.

​Die Frontkamera ist ebenfalls sehr brauchbar und Selfietauglich, jedoch sollte man auf eine gute Ausleuchtung achten, da es sonst schnell zu einem recht grobkörnigen Bild kommen kann. Auf einen Autofokus muss man ebenfalls verzichten.

Alle hier gezeigten Bilder und weitere Samples könnt ihr euch hier in voller Größe ansehen: https://goo.gl/photos/k3RCXcwNXDCz4711A

Akkulaufzeit

​Die Akkulaufzeit ist es, bei der man mit dem Cubot X17 leider ein paar Abstriche machen muss. Durch die dünne Bauweise hat hier natürlich kein 3.000mAh Akku platz. Stattdessen gibt es hier nur 2.500mAh geboten. Persönlich komme ich meistens über den Tag, muss aber am Abend mal kurz an die Steckdose oder Powerbank wenn ich das Handy noch weiter verwenden möchte. Die Screen-On Zeit die von Geekbench 3 erreicht wird liegt bei 5 Stunden und 44 Minuten bei automatischer Helligkeitsregelung des Displays. Das ist sicherlich kein Top-Ergebnis, aber auch nicht gerade schlecht.

Unterm Strich ist die Akkulaufzeit also brauchbar aber nicht überragend gut. Dies wird allerdings durch Fast Charging kompensiert. An ein Netzteil oder eine Power Bank mit 2A Ausgang angeschlossen, ist das Cubot X17 binnen 70 Minuten von 20% auf 100% geladen. Das ist genauso schnell wie bei der Konkurrenz von Oppo. Somit ist man quasi in Null Komma Nichts wieder ready to go.

Fazit

Cubot hat mal wieder voll überzeugen können und liefert mit dem X17 ein grundsolides Smartphone ab, welches sich eindeutig am Oppo R5 orientiert, dabei aber günstiger und in vielerlei Hinsicht auch besser als das Original ist. Besonders überraschend waren die gute Performance trotz des auf dem Papier schwachen Chipsatzes und die exzellente Kamera des Smartphones, welche sich durchaus auf einem Niveau bewegt das sich mit dem von so manchen Flaggschiff messen kann. Unterm Strich kann ich das Cubot X17 damit jedem Fan von 5" Smartphones wärmstens ans Herz legen, sofern man nicht gerade auf der Suche nach einem Akku Monster ist. Das Handset ist jeden Cent wert, und wer es einmal ausprobiert hat, der wird mir da sicherlich zustimmen.

Das Cubot X17 bekommt ihr derzeit bei Tinydeal für 141,42€ mit Versand aus China

Testgerät zur Verfügung gestellt von:


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Dienstag, 12. November 2019

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