UDI U818A Quadrocopter Test

UDI U818A Quadrocopter Test

Mit dem UDI U818A habe ich nun seit über einem Monat einen Quadrocopter aus China für Einsteiger im Test. Meine Erfahrungen zu dem Gadget möchte ich hier und heute mit euch teilen.

Mit dem UDI U818A bietet der chinesische Hersteller von Quadrocoptern "UDI RC" seit geraumer Zeit einen bezahlbaren Quadrocopter für Einsteiger an, welcher für 56 US Dollar so ziemlich alles bietet was man zum Üben benötigt. Mir wurde der Quadrocopter vor über einem Monat von Gearbest zur Verfügung gestellt. Das Review gibt es leider erst jetzt, weil das Wetter hier nicht so richtig mitspielen wollte und noch dazu der Akku der mir mitgeliefert wurde nicht in Ordnung war. Ich musste erst auf eine Ersatzlieferung warten um den Quadrocopter so richtig zu testen. Das Video Review wird sich leider noch weiter verzögern, da es hier am Standort noch immer keine windstillen Tage gibt.

Unboxing

Der UDI U818A wird in einer sehr großen Box geliefert. Gearbest hatte mir den Quadrocopter mit EMS geliefert. Die Verzollung erfolgte Problemlos über die GDSK. Dafür fallen allerdings Gebühren in Höhe von 27€ an. Es besteht aber die Möglichkeit manuell zu verzollen, wobei einem lediglich die Kosten für ein Einschreiben entstehen. Wie das funktioniert wird auf dieser Seite beschrieben. Die reinen Zollgebühren beliefen sich auf 19% Einfuhrumsatzsteuer. Zollgebühren fallen keine an, da sich der Warenwert unter dem Grenzwert bewegt.

Der Quadrocopter befindet sich vollständig montiert in der Verpackung und ist damit "ready to fly". Man muss lediglich den Akku einmal aufladen und 4 AA Batterien in die Fernsteuerung einlegen. Neben einem Ladegerät für den Akku und der Fernsteuerung befindet sich eine ausführliche, englischsprachige Anleitung im Lieferumfang. Auch einige Ersatzteile werden mitgeliefert, wozu vier Zahnräder für das Getriebe, Ersatzschrauben, vier Rotorblätter und ein passender Schraubendreher gehören. Auch eine Micro SD Karte mit 2GB wird mitgeliefert.

Verarbeitung

Wer den UDI U818A das erste mal in der Hand hält und was Quadrocopter betrifft ein Einsteiger ist, dem wird das Fluggerät vermutlich auf den ersten Blick recht billig verarbeitet vorkommen, was an dem sehr biegsamen Plastik liegt. In Wahrheit ist das aber kein Nachteil, sondern eher ein Vorteil. Durch die Biegsamkeit übersteht der Quadrocopter auch heftigere Unfälle ohne Probleme, welche sich als Einsteiger nicht vermeiden lassen. Ich selbst habe den UDI U818A schon mehrere male hart auf den Teer aufschlagen lassen (einmal aus ca. 20 Metern Höhe) und bin versehentlich mit dem Haus kollidiert. All das hat bisher kaum Gebrauchsspuren hinterlassen und keinerlei Beschädigungen. Damit ist bewiesen, dass der UDI U818A sehr robust ist und zahlreiche Fehler verzeiht. Auch das Getriebe ist trotz der Plastik-Zahnräder sehr robust und übersteht auch den Kontakt von Rotoren mit Gras, Ästen und anderen Dingen mehrere Male, ohne das man gleich ein neues Zahnrad benötigen würde. Ein weiterer Punkt welcher mich in der Ansicht bestätigt, dass der UDI U818A für Einsteiger eine sehr gute Wahl ist. Durch den Rotorschutz um die Rotoren herum kommt es ohnehin sehr selten zum Kontakt der Rotoren mit anderen Gegenständen.

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Man sollte aber trotzdem beachten nach und vor jedem Flug den korrekten Sitz von Zahnrädern und Rotoren zu prüfen. Bei schnellen Flugmanövern und heftigen Kollisionen lockern sich diese mit der Zeit, trotz der Schrauben zur Fixierung. Man muss diese dann einfach mit etwas druck wieder an ihren Platz drücken und dann kann der Spaß auch schon weiter gehen. Weiterhin sollte nach jeder Kollision der Sitz des Akkus geprüft werden. Dieser wird zwischen Elektronikgehäuse und Kamera in einen kleinen Schacht geschoben, sitzt dort aber recht locker. Bei Kollisionen kann es passieren, dass der Akku aus dem Fach rutscht und sich beim Weiterflug dann verabschiedet. Das hätte in der Tat besser gelöst werden können, wird aber nie zum Problem wenn man aufmerksam ist.

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Ansonsten gibt es an der Verarbeitung und dem Aufbau nichts auszusetzen. Die Elektronik befindet sich gut geschützt im Mittelteil des Quadrocopters. Lediglich die Beleuchtung ist nicht optimal geschützt. Die LEDs befinden sich ungeschützt auf der Unterseite des Quadrocopters. Vorne befinden sich an jedem Rotoren-Arm zwei weiße LEDs, hinten zwei rote LEDs. So kann man auch im Dunkeln die Flugrichtung bestimmen, was wegen des fehlenden Headless-Mode wichtig ist. Zusätzlich befinden sich auf der Front noch eine große weiße LED die als Scheinwerfer fungiert, sowie unter der Elektronik-Box eine Reihe von blauen LEDs.

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Die Kamera des Quadrocopters ist ein eigenständiges Modul und hängt quasi unten an der Drohne. Die Linse ist in einem leichten Winkel nach Unten ausgerichtet um beim Geradeausflug optimale Landschaftsaufnahmen zu ermöglichen. Verändert werden kann der Winkel aber nicht. In das Kamera Modul kann man eine Micro SD Karte stecken. 2GB sind hier ab Werk im Lieferumfang enthalten.

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Fernsteuerung

Die Fernsteuerung macht einen etwas billigen Eindruck, funktioniert aber dennoch ordnungsgemäß. Leider ist sie etwas klobig, womit ich selbst zwar dank großer Hände keine Probleme habe, wohl aber Personen die vom lieben Gott mit kleinen Händen ausgestattet wurden. Hier wäre die Möglichkeit einen Tragegurt anbringen zu können von Vorteil gewesen, was aber leider nicht realisiert wurde. Bei der Fernsteuerung handelt es sich um eine digitale 2,4GHz Funke. Im Gegensatz zu FM Fernsteuerungen hat man hier nicht mit unerwünschten Interferenzen zu kämpfen, was definitiv ein großer Vorteil ist vor allem wenn man in der Nähe einer Hochspannungsleitung fliegt. Hier hatte ich früher mit Modellautos und billigen RC Flugzeugen mit Problemen zu kämpfen, denn am Standort gibt es in ca. 700m Entfernung eine 380kV Leitung, welche hier für Störungen sorgen würde. Die 2,4GHz Funken gehören aber mittlerweile ohnehin zum Standard und somit ist hier auch nichts anderes zu erwarten.

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Die Fernsteuerung verfügt über zahlreiche Bedienelemente. Zwei Analogsticks dienen (links) zur Regelung der Drehzahl und damit der Höhe sowie der Drehung des Quadrocopters in jede Richtung, sowie (rechts) zur Neigung nach Vorne, Hinten, Links und Rechts. Kombiniert man Drehung und Neigung, so kann man mit dem Quadrocopter Kurven fliegen und auch gewagtere Flugmaneuver vollführen. Dies sollte man aber erst machen, wenn man den Quadrocopter unter Kontrolle hat und auch das Umdenken der Steuerung beherrscht, wenn der Quadrocopter auf einen zufliegt. Das ist gerade für Anfänger nicht einfach und benötigt mehrere Stunden Übung. Neben den Analog-Sticks befinden sich jeweils zwei Wipp-Taster, mit denen man die Trimmung einstellen kann. Leider speichert die Fernsteuerung die Trimmung nicht, und so muss man diese vor dem Flug immer neu Einstellen. Mit etwas Erfahrung ist das aber binnen weniger Sekunden erledigt. In der Mitte zwischen den Analog Sticks befindet sich ein Schalter zum Ein- und Ausschalten der Fernbedienung.

Darunter ist ein Display mit Beleuchtung angebracht. Dieses zeigt neben der Rotordrehzahl in Prozent auch den Verbindungsstatus zum Quadrocopter, den Ladestand der Batterien in der Fernsteuerung und den Kamerastatus an. Neben dem Display befinden sich auf jeder Seite zwei Taster. Mit den Tastern auf der linken Seite kann man die Videoaufnahme der Kamera starten und ein Foto aufnehmen, mit den beiden anderen Tastern kann man einen 360° Flip ausführen und den Flugmodus ändern. Mode1 ist hierbei für Anfänger gedacht, Mode2 für Fortgeschrittene. Standardmäßig startet der Quadrocopter im Mode1. Weiterhin gibt es dann noch zwei Schultertasten. Mit der rechten Schultertaste kann man den LED Scheinwerfer an- und ausschalten, die linke Schultertaste ist ebenfalls dafür gedacht einen 360° Flip auszuführen, allerdings nicht sofort, sondern erst bei Betätigung des rechten Steuerknüppels in die jeweilige Richtung in die der Flip ausgeführt werden soll.

Wer mehrere UDI U818A zusammen mit Freunden fliegen möchte, der muss sich übrigens keine Sorgen machen. Die Fernsteuerung wählt automatisch eine Frequenz bzw. einen Kanal der noch nicht belegt ist. Somit kommt man sich nicht in die Quere. Zum Verbinden der Fernsteuerung mit dem Quadrocopter steckt man zunächst den Akku am Quadrocopter an, schaltet dann die Fernsteuerung ein, bewegt den "Gashebel" einmal ganz nach Vorne und dann wieder zurück. Ist die Verbindung dann aufgebaut, so ertönt ein dreistufiges Signal als Bestätigung.

Flugverhalten

Für erste Flugversuche mit dem UDI U818A sollte man sich am besten eine große Grasfläche mit kurzen Halmen aussuchen, auf der sich keine Hindernisse befinden. Weiterhin sollte absolute Windstille herrschen, denn schon leichter Wind macht die Kontrolle des Quadrocopters deutlich schwerer, wenngleich er Windgeschwindigkeiten von bis zu 4km/h locker abkann. Man sollte für die ersten Übungsflüge auch unbedingt im Mode1 für Anfänger bleiben. In diesem Modus reagiert der Quadrocopter sehr träge und verhindert das Erreichen hoher Geschwindigkeiten. Somit ist es relativ einfach ihn zu kontrollieren. Zunächst sollte man sich in niedrigen Höhen bewegen und vorsichtig versuchen in verschiedene Richtungen und wieder zurück zu fliegen. Auch das Schweben über einem Punkt sollte geübt werden, was mit dem UDI U818A gar nicht so einfach ist, da er nicht von selbst an einem Punkt stehen bleibt. Beherrscht man diese Maneuver, so sollte man sich einen Punkt auf dem Boden aussuchen und gezielt dort landen. Am besten mehrere Male. Beherrscht man auch das, kann man sich einmal an der Drehung des Quadrocopters um sich selbst üben. Hierbei ist es besonders wichtig, dass man das Umdenken bei der Steuerung beherrscht. Dreht man die Front des Quadrocopters zu sich selbst, dann ist die Steuerung spiegelverkehrt. Das klingt einfach, ist es aber nicht, gerade ab einer gewissen Geschwindigkeit. Ja, es gibt Quadrocopter mit Headless Mode, bei denen die Steuerung immer gleich bleibt. Für Einsteiger ist in meinen Augen dennoch ein Modell ohne Headless Mode besser geeignet, denn man kommt einfach nicht um das Erlernen dieser Steuerung herum, wenn man sich später einmal einen teureren "Profi-Quadrocopter" zulegen möchte.

Wer die Steuerung im Mode1 perfekt beherrscht, der kann sich dann mal mit dem Mode2 anfreunden, was ich persönlich mich erst nach ca. 2 Flugstunden getraut habe. Hier werden sämtliche Hilfen deaktiviert. Der Quadrocopter reagiert dann sofort auf alle Steuerbefehle und erreicht auch deutlich höhere Geschwindigkeiten. Bei maximaler Neigung und Vollgas sind hier grob geschätzt 30km/h möglich. Das mag für einige nicht nach sonderlich viel klingen - ist es aber. Wer die Steuerung bei dieser Geschwindigkeit nicht vollständig beherrscht, der wird die Kontrolle verlieren. Dafür macht das Fliegen in diesem Modus so richtig viel Spaß. Enge Kurven, weite Kurven, das (begrenzte) Fliegen von Figuren - alles kein Problem. Die maximale Höhe die man erreichen kann liegt bei ca. 40 bis 50 Metern. Darüber kann es zu Aussetzern der Fernbedienung kommen und es wird schwer den Quadrocopter zu erkennen.

Am Flugverhalten merkt man aber dennoch, dass man es hier nicht mit einem Profi Gerät zu tun hat. Wie schon erwähnt ist es nicht möglich ohne konstantes Ausgleichen über einem bestimmten Punkt zu schweben. Weiterhin kann man auch keine konstante Höhe halten ohne mit der Drehzahl der Rotoren zu spielen. Was mir auch aufgefallen ist: Das Gyroskop bzw. der Microcontroller hat ab und zu Schwierigkeiten extreme Flugmaneuver auszugleichen. Fliegt man zu schnell und bremst abrupt durch Gegensteuern ab, so knallt einem das Fluggerät in 3 von 5 Fällen auf den Boden. Außerdem ist es gar nicht so einfach aus großer Höhe schnell abzusinken. Sinkt man zu schnell ab, so verliert das Gyroskop die Kontrolle und der Quadrocopter gerät ins Trudeln. Hier muss man sich langsam an die Grenzen herantasten und diese dann auch einhalten. Da der UDI U818A aber wie schon erwähnt extrem robust ist, wird der ein oder andere Crash nicht gleich zum Problem.

Kamera

Zum Preis von 56 US Dollar sollte man natürlich nicht zu hohe Erwartungen an die Kamera richten. Videoaufnahmen gelingen überraschend gut mit 480p Auflösung, ausreichender Schärfe und zufriedenstellender Farbwiedergabe, sind aber natürlich recht verwackelt da es keine Stabilisierung gibt. Trotzdem ist es mit einiger Übung möglich gezielt Objekte aufzunehmen, auch wenn sich diese bewegen. Da gehört aber definitiv zu Übungen für Fortgeschrittene. Videoaufnahmen bei Dämmerung sehen ebenfalls noch überraschend gut aus und zeigen nur wenig Bildrauschen. Standbilder werden leider nichts, da diese aus irgend einem Grund Streifen zeigen und damit unbrauchbar sind. Diese Funktion hätte sich UDI RC komplett sparen können.

Akku

Mit dem UDI U818A bekommt man einen Lithium Polymer Akku mit 500mAh. Das reicht für 7 bis 13 Minuten Flug, je nachdem wie man fliegt und ob die Beleuchtung aktiviert oder deaktiviert ist. Wer länger fliegen möchte, der sollte sich für ein paar Dollar mehrere Akkus bestellen. Gearbest war so freundlich mir als Ersatz für den defekten Akku der mitgeliefert wurde (hat sich aufgeblasen) drei neue Ersatzzellen mitzuliefern. Diese funktionieren bisher ordnungsgemäß, offensichtlich handelte es sich bei meiner defekten Zelle also um einen Einzelfall. Etwas bedenklich finde ich, dass um die Li-Po Zellen kein Schutzmantel angebracht wurde. Lediglich die Kontakte werden durch eine Plastikkappe geschützt. Wer sich auskennt, der weiß, dass Li-Po Zellen recht empfindlich sind und bei Druckstellen oder Beschädigungen schnell außer Kontrolle geraten. Auch wenn es sich hier um vergleichsweise kleine Akkus handelt, so ist damit nicht zu spaßen. Ich empfehle deshalb die Akkus vor und nach jedem Flug ausgiebig zu kontrollieren und schon bei kleinsten Beschädigungen nicht mehr zu verwenden und vor allem nicht mehr im Haus zu lagern. Lagert solche Zellen im Freien, weit weg von brennbaren Materialien. Am besten eignet sich dazu ein Li-Po Sack oder eine Blechdose. Auch intakte Zellen sollten nur unter Aufsicht aufgeladen werden. Und nein, das gilt nicht nur für die Akkus von China Modellen, sondern für Li-Po Akkus im Allgemeinen, egal woher sie kommen. Sicherheit geht vor!

Fazit

Der UDI U818A war mein erster Quadrocopter und final kann ich sagen, dass ich mir diesen auch selbst jederzeit als Einsteiger-Modell zulegen würde. Er ist grundsolide gebaut, kann wirklich einiges ab und eignet sich dazu hervorragend um das Fliegen mit einem Quadrocopter zu lernen. Hinzu kommt dann noch die brauchbare Video-Kamera und die vergleichsweise lange Flugzeit (über dem Durchschnitt), welche für enorm viel Spaß sorgt, sobald man das Fliegen einmal von A bis Z beherrscht. Für die Zukunft möchte ich UDI lediglich ans Herz legen das Gyroskop noch etwas zu verbessern und eine handlichere Fernbedienung beizulegen. Auch den Sitz des Akkus im Quadrocopter und den Schutz der Zelle sollte man noch verbessern. Von mir gibt es hier aber trotzdem eine volle Kaufempfehlung für jeden Einsteiger.

Zur Verfügung gestellt wurde der UDI U818A Quadrocopter von Gearbest (Affiliate Link), wo er derzeit für knappe 56 US Dollar zu haben ist.

 

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