Review des JJRC H8C Quadrocopter

Review des JJRC H8C Quadrocopter

Was lange währt, wird endlich wahr: Der Testbericht zum ersten Quadrocopter auf gizchina.de ist fertig. Leider hat sich dieser ziemlich verzögert, was an dem überraschen strengen Winter in diesem Jahr lang. Ziemlich pünktlich mit Eintreffen des Gadgets wurde das Wetter schlecht - bad luck! Nun ist es aber so weit und ihr erfahrt, ob man sich so ein Teil für den Frühling zulegen sollte.

Über eine sehr lange Zeit lag viel Schnee und danach waren die Wiesen nass und es hat oft geregnet. Da das Gehäuse nicht gerade Wasserdicht ist, sondern einige Öffnungen hin zur Elektronik aufweist, habe ich darauf verzichtet ein Risiko ein zu gehen und euch lieber warten lassen. Jetzt aber kommt langsam der Frühling und so kann ich den Test nun durchführen. Der JJRC H8C ist ein Quadrocopter, der relativ günstig ist, aber dennoch gut ausgestattet und verarbeitet ist. Besonders für Einstiger ist dieser Quad gut geeignet. Er ist robust, relativ einfach zu fliegen und mit einer 2 Megapixel-Kamera ausgestattet, die zwar keine professionellen Filmaufnahmen zulässt, aber dennoch ein paar tolle Bilder aus einer ungewöhnlichen Perspektive zulässt.

Wie sich das Gerät im Detail schlägt, erfahrt ihr im folgenden Review. Dazu muss ich sagen, dass dies mein erster Quadrocopter ist, den ich besitze und benutze und ich somit völliger Neuling auf diesem Gebiet bin. Es sind also die Erfahrungen und Meinungen eines Amateurs, die ihr hier lest. Aber da ich denke, das es den meisten von euch ähnlich ergeht, ist es interessant, was ein Anfänger zu dem Gerät meint, anstatt nur Expertenmeinungen zu hören. Zur Verfügung gestellt wurde das Gadget übrigens von Gearbest.

Lieferumfang

Der Quadrocopter wird in einer relativ großen Box geliefert, die als Aufdruck diverse Informationen und Bilder des Gerätes trägt. So wird unter anderem beworben, dass das Gerät nach oben, nach unten, nach links und nach rechts fliegen kann, was doch eine sehr wichtige Information ist. Neben einigen gerenderten Bildern, die den Quad in Aktion zeigen, gibt es auch Beispielbilder der Kamera, die man aber nicht wirklich für Realtitätsnah halten kann. Außerdem ist noch die Fernbedienung abgebildet und ein Icon, das darauf hinweist, dass hier eine HD Kamera verbaut sei. 

verpackung

Macht man die Schachtel auf, kann man ein großes Plastik-Inlay heraus ziehen, was nicht gerade hochwertig wirkt. Dennoch ist darin alles enthalten was man benötigt. Bei der Anlieferung ist der Quad noch nicht zusammen gebaut, man muss den Schutz für die Rotorblätter und die Füße noch mit dem mitgelieferten Schraubenzieher anbringen. Der Schraubenzieher ist aber mehr eine Krankheit als ein Werkzeug, weshalb man hier am besten auf eigenes Werkzeug ausweicht. Neben dem Quad selbst enthält das Paket noch den LiPo-Akku mit einer Kapazität von 500mAh und ein passendes Ladegerät, das sogar einen EU-Stecker besitzt. Als Ersatzteil ist erfreulicherweise auch noch ein kompletter Satz Rotorblätter beigelegt, falls eines der relativ empfindlichen Bauteile kaputt gehen sollte. Außerdem liegt natürlich die Fernbedienung bei und in dem MicroSD-Slot der Kamera ist sogar eine 2GB Karte eingelegt.

Damit bietet das Paket alles, was man für das Flugvergnügen benötigt und die mitgelieferte Betriebsanleitung hilft bei der richtigen Bedienung - auch wenn diese in schlecht übersetztem Englisch geschrieben ist.

Design / Verarbeitungsqualität

Der JJRC H8C sieht optisch ähnlich aus wie der Syma X5C. Das Gerät ist als Kreuz aufgebaut, an dessen Enden jeweils ein Rotor angebracht ist. Die Elektronik zur Steuerung und Regelung mit dem Gyroskop und der Ansteuerung für die Motoren ist unter einer relativ großen Kuppel im Zentrum der Anordnung angebracht. Um die Rotoren kann man noch Schutzschranken für die Rotoblätter anbringen, die bei einem Sturz verhindert, dass diese auf den Boden aufschlagen, was relativ fatale Folgen haben kann. Unterhalb des Gehäuses sind zwei Füße angebracht, auf denen das Gerät am Boden stehen und landen kann. Direkt am Boden des Gehäuses am Batteriedeckel ist die Kamera befestigt. Diese ist mit einem Stecker mit dem Quad verbunden, sodass sie auch abgenommen werden kann. Die Linse der Kamera ist schwenkbar, sodass sie entweder mehr nach Vorne oder mehr nach Unten schaut. Der gesamte Quadrocopter besteht aus schwarzem Kunststoff, wobei auf der Oberseite einige silberne Akzente gesetzt werden und in der Mitte des Gehäuses auch ein neon-grünes Schild mit der Aufschrift "JJRC" trägt. Zudem sind an den Armen zu den Rotoren einige Öffnungen vorhanden, die für einen sportlichen und dynamischen Look sorgen. Alles in allem sieht der H8C aus, wie man sich einen Quadcopter vorstellt. Das Design ist weder aufregend noch langweilig und hauptsächlich funktional. Toll ist noch das LED-Band um das gesamte Gehäuse herum, das in verschiedenen Farben leuchtet. Diese Farben dienen zur Orientierung der Ausrichtung des Quads im Flug. Die Vorderseite des Quads leuchtet weiß, während die Rückseite rot leuchtet. Die beiden Seiten haben eine blaue Farbe, sodass man stets weiß, in welche Richtung man den Joystick drücken muss, um in die gewünschte Richtung zu fliegen.

oberseite

unterseite

Die Verarbeitung ist relativ gut. Natürlich ist an dem JJRC H8C das Meiste aus Kunststoff und die farblichen Akzente sind nicht gerade sauber aufgebracht, aber die Funktion des Fluggerätes schränken diese Sachen meist nicht ein. Ich sage meist, da zum Beispiel das Zahnrad zwischen dem Antriebsmotor der Rotoren und der eigentlichen Welle, auf denen sie sitzen auch aus Kunststoff ist und diese Konstruktion nicht gerade die stabilste ist. Das führt dazu, dass die Welle nicht zu hundert Prozent im rechten Winkel zu dem Antribszahrad sitzt, was wiederum dazu führt, dass die Reibung der Welle im Lager sehr hoch ist. Deshalb haben die einzelnen Rotoren auch eine unterschiedliche Reibung und so muss man die Feinjustierung wirklich ernst nehmen. 

motoroben-1

Insgesamt sieht der JJRC H8C ganz gut und hochwertig aus, fühlt sich aber ziemlich nach Plastikspielzeug an. Das ist jedoch nicht schlimm, denn im Endeffekt ist es ja nichts anderes. Für den Preis von rund 50 Euro darf und muss man nichts anderes erwarten und ich finde, die Verarbeitung geht voll in Ordnung.

Fernbedienung

Die Fernbedienung hat etwa die Form eines Game-Controllers einer Playstation. Dabei ist links und rechts je ein Analog-Joystick angebracht und zwischen diesen liegen noch zwei Digital Pads. Auf der Oberseite der Fernbedienung ist noch ein Display angebracht, auf dem die momentane Stellung der Steuerknüppel angezeigt wird so wie die Stärke des Signals und die Einstellung der Feintrimmung in X- und Y-Richtung. In der Mitte des Controllers befindet sich ein großer, roter Knopf zum An- und Ausschalten der Fernbedienung. Außerdem besitzt sie noch je eine Schultertaste auf der rechten und linken Oberseite. 

fernbedienung

Der linke Joystick ist zur Steuerung der Flughöhe beziehungsweise der Drehzahl der Motoren und außerdem kann man eine Rotation um die eigene Achse auslösen. Der rechte Joystick sorgt dann für die generelle Steuerung der Flugrichtung. Das linke Digital-Kreuz steuert die Kamera. Man kann also entweder eine Videoaufnahme starten beziehungsweise stoppen oder ein Bild aufnehmen. Außerdem kann man dort noch das LED-Band an- und ausschalten. Das rechte Achsenkreuz dient zur Feineinstellung des Gyroskops. Wenn der Quad im stehenden Schweben in eine bestimmte Richtung abdriftet, kann man mit dieser Funktion entgegenwirken. Das funktioniert grob auch ganz gut, perfekt bekomme ich es aber nicht abgestimmt. Auf der Rückseite der Fernbedienung befindet sich noch eine Klappe für die Stromversorgung, die in Form von 4 Mignon-Zellen gewährleistet wird. Diese Batterien halten sehr lange und die Fernbedienung scheint in bezug auf den Stromverbrauch recht genügsam zu sein. 

Flugverhalten

Ist es einfach einen Quadrocoper zu fliegen? Wenn man noch nie zuvor etwas mit Modellflug zu tun hatte auf keinen Fall. Kann man trotzdem Spaß haben? Und Wie! als ich das Teil zum ersten Mal abheben ließ habe ich mich gar nicht getraut, richtig hoch zu fliegen, aber dennoch macht es wirklich Spaß. Mittlerweile schaffe ich es meistens, dass sich der Quad dorthin bewegt, wo ich ihn haben will. So richtig toll hab ich das aber noch nicht drauf. Dennoch ist es echt ein gutes Gefühl, wenn das Teil, das da fliegt von einem selbst bewegt wird. Anfangs finde ich es vor allem schwer, die Flughöhe richtig zu steuern. Das Gerät auf einem konstanten Level zu halten ist nicht wirklich einfach.

Aufgrund der nicht hunderprozentig sitzenden Lager der Rotoren, ist die Reibung an den einzelnen Rotoren auch unterschiedlich stark. Dadurch muss man viel mit der Trimmung arbeiten, was aber nie zu einem perfekten Ergebnis führt. Ich habe es nie geschafft, dass der Quad auf einer Stelle stehen bleibt. Er ist immer in eine Richtung abgedriftet, was das Fliegen nicht einfacher gemacht hat. Dennoch liegt der Quad relativ ruhig in der Luft und es kommt nie zu irgendwelchen Instabilitäten. Die maximale Höhe habe ich nicht ausprobiert, aber es kommt auf jeden Fall ordentlich hoch. Auf der Verpackung ist eine Reichweite von 300 Metern angegeben, was ich aber nicht unbedingt ausprobieren möchte. Wenn der Akku leer ist, verliert der Quad an Leistung und man muss immer mehr Gas geben, um die Höhe zu halten. Eigentlich ist das ja aber eine Funktion, die bewirken soll, dass man den Quad auf den Boden zurück holt. Wenn man das Handling aber noch nicht so raus hat, kann es dazu führen, dass der Quad irgendwann einfach ausgeht und dann zu Boden fällt. Hier hätte man vielleicht noch stärker eingrifen können, um schwere Unfälle zu vermeiden. Wenn man aber auf einer Wiese fliegt, verzeiht das Gerät viele Fehler und auch etwas härtere Aufschläge auf den Boden.

Das Gerät bietet auch einen Headless Mode, was bedeutet, dass die Steuerung abhängig von der relativen Position des Quads gegenüber dem Piloten erfolgt. Wenn man diesen nicht benutzt, muss man nicht ständig überlegen, in welche richtung der Quad zeigt und wie mann dann lenken muss, sondern kann einfach sagen er soll nach links von mir aus gesehen und dann macht er das. Das ganze funktioniert ganz gut, allerdings habe ich keinen Vergleich zu anderen Geräten. Eine weitere nette Funktion ist die 360°-Rolle. Dabei kann der Quad durch eine bestimmte Tastenkombination dazu gebracht werden, dass er einen Salto schlägt. Dabei dreht er sich einmal um die horizontale Achse. Dies kann nach links oder nach rechts ausgeführt werden. Ich habe immer etwas Angst, dass dieses Manöver nicht gelingt, aber wenn man sich in einiger Höhe befindet, funktioniert der Vorgang eigentlich immer.

Insgesamt ist es nicht einfach einen Quadrocopter zu fliegen, aber der JJRC H8C ist ein gutes Einsteigergerät, das viele Fehler verzeiht und dennoch einiges leistet. Er liegt stabil in der Luft und der Headlessmode vereinfacht die Steuerung relativ stark.

Kameraqualität

Man darf hier natürlich keine Ergebnisse wie von professionellen Kamera-Drohnen oder einer GoPro erwarten. Die Kamera besitzt eine Auflösung von 2 Megapixeln und ist eher als Spielzeug als für wirkliches Filmmaterial zu gebrauchen. Dafür ist die Aufnahme ohne Unterbrechungen und Störungen und für bestimmte Momente liegt der Quad auch recht ruhig in der Luft, was zu durchaus interessanten Szenen führt.

Ist man relativ hoch in der Luft ist das Bild auch gar nicht so schlecht, auch wenn die Farben nicht gerade kräftig sind und alles blass und verwaschen wirkt. Wenn man keine hektischen Flugmanöver ausführt, ist das Bild aber scharf und in Ordnung. Bewegt man sich schnell über eine Szenerie hinweg - zum Beispiel wenn man recht nahe am Boden fliegt - verwischt das Bild aber ziemlich. Einzelne Gräser sind nicht mehr zu erkennen und alles verwischt zu einem einheitlichen Brei. Hier muss man also genau wählen, wie man die Kamera einsetzt. Im Lieferumfang befindet sich ja eine 2GB MicroSD-Karte und so kann man prinzipiell auch einfach den gesamten Flug aufzeichnen und im Nachhinein aussortieren oder ausschneiden, was man für gut befindet.

Die Bilder, die man mit der Kamera macht, hängen auch stark von dem Moment des Auslösens der Kamera ab. Bewegt man sich momentan relativ flott, ist nicht unbedingt sinnvoll ein Bild zu machen, da sonst nur ein verwackeltes Etwas zustande kommt. Die Belichtungszeit scheint relativ lange zu sein und so bekommt man nur ansehnliche Bilder, wenn man gerade in der Luft steht. Diese haben dann aber dasselbe Problem mit der Bildqualität wie die Videos. Die Farben sind alles andere als kräftig und die Schärfe ist auch nicht gerade perfekt. Wie schon erwähnt, handelt es sich aber ja auch nur um ein 50 Euro Einsteigergerät und nicht um eine professionelle Kamera-Drohne.

PICT0002PICT0003

Akkulaufzeit

Der Akku hat laut Aufschrift eine Kapazität von 500mAh. Damit erzielt man eine Flugzeit von etwa vier bis fünf Minuten. Das hängt auch davon ab, wie oft man auf den Boden zurückkehrt und ob man Filmaufnahmen macht oder nicht. In jedem Fall ist das Vergnügen nur von kurzer Dauer, was sehr schade ist. Andere Quadrocopter dieser Preisklasse besitzen einen 700mAh großen Akku, was für ein spürbar längeres Vergnügen sorgen dürfte. Die LiPo-Zelle wird mit dem mitgelieferten Ladegerät geladen, wobei man den Akku aus dem Quad heraus nehmen muss um ihn mit dem Lader zu verbinden. Dieser hat eine LED-Anzeige, die beim Laden rot leuchtet und wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist, grün wird. Er scheint auch eine relativ gute Ladeelektronik zu besitzen, um Überladung und andere Probleme von LiPo-Akkus zu vermeiden. Für ein längeres Vergnügen sollte man aber über die Anschaffung weiterer Akkus nachdenken.

ladegerätkamera

Fazit

Für rund 60 Euro bekommt man hier ein wirklich tolles Spielzeug, das viel Spaß bringt. Wer einmal in die Welt der RC-Spielzeuge und besonders der Quadrocopter einsteigen will, bekommt hier ein tolles Paket zu einem guten Preis. Die Kamera ist zwar nicht für professionelle Aufnahmen geeignet, aber das ist auch nicht der Anspruch. Um die eigene Umgebung einmal aus der Vogelperspektive zu betrachten ist sie aber ausreichend. Sowohl der Quad selbst als auch die Fernbedienung sind gut verarbeitet und funktionieren wie sie es sollen. Bei einer Flugzeit von maximal fünf Minuten ist es aber ratsam, über zusätzliche Akkus nachzudenken, denn wegen fünf Minuten irgendwo aus der Stadt raus zu fahren, um zu fliegen lohnt sich manchmal gar nicht und wenn man gerade warm geworden ist mit dem Gerät, ist der Akku schon leer. Vermutlich ist bei dem geringen Preis aber keine größere Zelle machbar.

Nochmals vielen Dank an Gearbest für das Testgerät und wenn ihr euch für den Frühling auch so ein Teil holen wollt, könnt ihr es hier für aktuell rund 62 Euro bestellen. Mir hat der Test auf jeden Fall viel Spaß gemacht und ich versuche, meine Flugskills noch etwas zu verbessern.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch
cect-shop
ChinaMobileMag ist Banner-frei.
Du willst uns auch unterstützen? Eine kleinen Spende oder ein Kauf auf Amazon, Gearbest, Tradingshenzhen oder Aliexpress unterstützt den weiteren Betrieb.
❤️ Vielen Dank ❤️


 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Sonntag, 15. September 2019

Sicherheitscode (Captcha)