Pipo X7S Mini PC Review

Pipo X7S Mini PC Review

TV Boxen und Mini PCs, besonders jene auf Windows Basis, erfreuen sich in letzter Zeit großer Beliebtheit. Neben der Leistungsfähigkeit der Intel Atom Chips ist auch der Preis ein Grund dafür, welcher besonders durch die vergünstigten Windows Lizenzen stark gesunken ist.

Mit dem X7S hat Pipo nun einen Mini PC im Angebot, welcher Windows 8.1 und Android 4.4 in einem Gerät vereint. Im Grunde ist das Gerät fast identisch mit dem Vorgänger X7, jedoch gibt es diesmal auch eine gültige Windows Lizenz mit dazu. Beim Vorgänger war das leider noch nicht der Fall. Von Pipo wird der X7S Mini PC als TV Box vermarktet, was jedoch streng genommen falsch ist. Für die Verwendung als TV Box wäre eine Fernbedienung notwendig, welche hier leider fehlt. Auch eine Infrarot Schnittstelle ist nicht vorhanden. So ist der Pipo X7S also mehr ein Mini PC für den heimischen Schreibtisch als eine Entertainment Box fürs Wohnzimmer. Während der vergangenen Wochen durfte ich den Mini PC ausgiebig testen.

Unboxing

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Geliefert wurde mir der Pipo X7S Mini PC von Geekbuying zusammen mit meiner ECOO E04 Aurora Plus Bestellung. Verpackt wird er von Pipo in einer recht großen, weißen Schachtel, auf der sich neben einer Abbildung des Geräts noch die wichtigsten Informationen zu Hardware und System befinden. Im Inneren findet man dann neben dem Mini PC selbst noch ein Netzteil und eine Bedienungsanleitung. Ein HDMI Kabel sucht man vergebens.

Design

Der Pipo X7S Mini PC besteht komplett aus relativ dickem Aluminium. Mit Ausnahme der externen WLAN Antenne befindet sich kein Stück Plastik an dem Gerät. Damit macht der Mini PC einen soliden und hochwertigen Eindruck. Leider ist der Rest des Designs recht schlicht gehalten, sodass man dann doch nicht von "edel" sprechen kann. Es gibt auch ein paar unschönere Merkmale wie der Power Knopf an der Front, welcher recht locker an seinem Platz sitzt. Auch die Abdeckung auf der Unterseite, welche einem nach dem Entfernen von vier Schrauben Zugang zum Innenleben verschafft, ist nicht ganz einwandfrei verarbeitet und steht leicht über. Da man das Gerät aber für gewöhnlich nicht in der Hand hält und die Unterseite auch nicht sieht, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Der Pipo X7S ist in den Farben Silber, Gold und Schwarz erhältlich.

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Um das Gerät herum angeordnet befinden sich auf der Front der Ein- / Ausschalter, eine rote Status LED, zwei USB 2.0 Ports und ein 3,5mm Klinkenanschluss. Auf der Rückseite findet man einen 100Mbit Ethernet Port, zwei weitere USB 2.0 Anschlüsse, einen HDMI Anschluss, einen OTG Port, den Anschluss für das Netzteil und einen Micro SD Kartenleser sowie die große WLAN Antenne, welche man frei in jede Richtung bewegen kann. Rechts und Links sowie auf der Unterseite befinden sich Öffnungen zur Kühlung des Pipo X7S. Warum der 3,5mm Anschluss auf der Front angebracht wurde, erschließt sich mir leider nicht ganz. So muss man das Audiokabel umständlich um das Gerät herum verlegen, was nicht ganz optimal ist.

Hardware

Der Pipo X7S Mini PC basiert auf einem Intel Atom Z3736F Quad Core Chipsatz. Hierbei handelt es sich um einen 64-Bit x86 Chip der BayTrail Familie welcher mit einem Basistakt von 1,33GHz arbeitet und mit Turbo Boost auf Bis zu 2,16GHz getaktet werden kann. Kombiniert wird dieser Chip mit 2GB LPDDR3 RAM und 32GB EMMC Speicher. Eine Intel HD Graphics Series 7 GPU kümmert sich im Chip integriert um die Grafik.

Natürlich handelt es sich bei dieser CPU um einen Tablet Chipsatz, was aber nicht bedeutet, dass er für einen Mini PC nicht geeignet wäre. Natürlich sollte man nicht erwarten damit anspruchsvolle PC Spiele ausführen zu können, für den normalen Einsatz als Office PC, zum Surfen im Netz und zum Ansehen von Videos (sogar Ultra HD) reicht es aber allemal. Vor allem der Energieverbrauch dürfte dabei für so manchen ein wichtiger Punkt sein, und der liegt zwischen 2 und maximal 8 Watt, was wirklich nicht viel ist. Die folgenden Benchmark Ergebnisse sollten einen ungefähren Eindruck der Leistung vermitteln.

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Enttäuschend ist leider, dass Pipo wie schon beim X7 keine ordentliche Lösung zur Kühlung des Chips verbaut. Es kommt lediglich eine Folie zum Einsatz, welche die Abwärme etwas verteilen soll. Abgeführt wird diese aber nicht wirklich ausreichend. Das Resultat davon ist, dass der Prozessor bei voller Auslastung nach einer Weile herunter taktet (ab 80°C Kerntemperatur) um die maximale Temperatur nicht zu überschreiten. Dies bedeutet im Endeffekt, dass man die maximale Performance des Chips nur für kurze Zeit voll ausnutzen kann, und das merkt man dann auch beim ausführen komplexerer Programme oder Webseiten. Hier hätte Pipo auf einen entsprechenden Kühlkörper setzen sollen, um dem entgegen zu wirken. Glücklicherweise werden Bastler hier keine Schwierigkeiten haben nachträglich einen Kühlkörper zu verbauen, denn die Komponenten sind leicht zugänglich und genügend Platz ist auch vorhanden. Entsprechende Kühlkörper mit selbstklebender Wärmeleitpaste bekommt man für wenige Euro im Internet. Hier empfiehlt es sich sowohl den Prozessor als auch den RAM mit Kühlkörpern zu versehen.

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Software

Wie bereits erwähnt, kommt auf dem Pipo X7S Windows 8.1 (mit Bing, inkl. 1 Jahr Office 365 Personal) und Android 4.4.4 KitKat im Dual Boot zum Einsatz. Leider ist dieses Setup eher suboptimal was den Speicher betrifft. Unter Windows stehen noch etwa 10GB Speicher zur Verfügung und unter Android sind es 4GB. Hinzu kommt dann noch, dass die installierte Android ROM keine Google Play Services mitbringt und diese bisher auch nicht nachinstalliert werden können. OTA Updates gibt es ebenfalls nicht. Für die Installation von Apps muss man hier also auf App Stores von Drittanbietern zurückgreifen. Ich persönlich kam aber zu dem Entschluss, dass mir Android auf dem Mini PC nichts bringt und habe das System deshalb gelöscht und anschließend die Windows System Partition entsprechend vergrößert (per Easeus Partition Manager schnell und einfach möglich). Danach stehen 24GB für Windows zur Verfügung, der Rest des Speichers wird von der Recovery Partition belegt.

Audio

Wer schon Wintel Geräte in der der Hand hatte, der weiß, dass die Intel Chips einen sehr guten Sound Chip integriert haben und das merkt man auch beim Pipo X7S. Die Qualität der Audioausgabe über den 3,5mm Anschluss ist astrein und komplett ohne Störgeräusche. Was ich persönlich vermisse ist ein SPDIF Ausgang. Da mein Hi-Fi System aber auch einen USB Audioausgang besitzt war auch das kein größeres Problem.

Empfang

Der Pipo X7S Mini PC unterstützt WLAN 802.11b/g/n und Bluetooth 4.0. Beides funktioniert absolut hervorragend und mit einer sehr großen Reichweite. Vor allem der WLAN Empfang konnte mich beeindrucken. Durch die große externe Antenne erreicht man hier selbst an Orten wo ein Smartphone nur noch einen Balken anzeigt eine sehr hohe Signalstärke von bis zu 60%. Man merkt den extrem guten Empfang auch wenn man nach Netzen sucht, denn hier empfängt man auch zahlreiche Netze aus der Nachbarschaft, welche mir teilweise noch nie begegnet sind. Selbst ein öffentlicher Kabel Deutschland WLAN Hotspot der sich 700 Meter von meinem Standort entfernt befindet, wird vom Pipo X7S noch mit zwei Signalbalken empfangen. Hier hat Pipo ganze Arbeit geleistet und somit dürfte jeder der an chronisch schlechtem WLAN empfang leidet trotzdem keinerlei Schwierigkeiten haben auf das heimische Netz zuzugreifen.

Fazit

Wer nach einer TV Box für das Wohnzimmer sucht, der ist beim Pipo X7S fehl am Platz und sollte eher zu Konkurrenten wie der Minix Neo Z64 greifen. Wer jedoch nach einem kleinen und stromsparenden Office PC sucht, der sollte den Pipo X7S definitiv in die engere Auswahl stellen. Klein, handlich, stromsparend, geräuschlos und ausreichend schnell – das sind die Stärken des X7S. Vor allem die vier USB Anschlüsse (bzw. Fünf mit dem OTG Port) erweisen sich hier als ein großer Vorteil. Ich persönlich setze die Box als Home Server und Flash Box für Smartphones ein, und hier schlägt sich das Gerät absolut zufriedenstellend. Der einzig richtig große Nachteil ist eben die mangelnde Kühlung, welche aber nur bei anspruchsvollen Aufgaben zum Problem wird. Wer also gerne viele Programme auf einmal ausführt oder viel mit Multimedia hantiert, der sollte sich zunächst um das Anbringen eines Kühlkörpers kümmern. Dennoch, für nur 120 US Dollar bleibt der Pipo X7S ein Schnäppchen und ist günstiger als z.B. die Windows Version der Minix Neo Z64 TV Box.

Ein Dankeschön geht abschließend an Geekbuying (Affiliate Link), welche mir das Gerät zur Verfügung gestellt haben.

 

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