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Cubot Band V2 Test

Cubot Band V2 Test

​Cubot setzt zum zweiten Versuch an, eine Alternative zum Mi Band von Xiaomi zu bauen. Als Schwachstelle hat man wohl die relativ bescheidene Ausstattung des Trackers ausgemacht, woran auch tatsächlich gearbeitet wurde. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, wurde dem Smartband ein Herzfrequenzsensor spendiert. Ob Cubot dieses Mal ein besseres Gesamtpaket abliefert und wie sich das Cubot Band V2 im Vergleich zum Mi Band schlägt, haben wir für euch untersucht.

Cubot Band V2 - Verpackung & Lieferumfang

Das Unboxing eines Fitnesstrackers war noch nie ein Erlebnis - so auch beim Cubot Band V2. Die Box ist relativ klein, quadratisch und besitzt ein aufgeräumtes, aber doch etwas billiges Äußeres. Im Inneren findet sich zusätzlich zu dem eigentlichen Gadget noch ein MicroUSB Kabel und eine Schnellanleitung. Diese ist sogar unter anderem in deutscher Sprache verfasst worden. Das Auspacken und die Inbetriebnahme laufen unspektakulär ab, dank der deutschen Anleitung findet man sich aber schnell zurecht.

Design & Verarbeitung

In diesem Punkt hat sich das Cubot Band V2 deutlich gewandelt. Das grundlegende Design ist zwar ähnlich zu der ersten Version des Fitnesstrackers, es wirkt aber moderner und edler. Das Armband und der Tracker bilden eine Einheit, man kann diese also nicht gesondert austauschen, was etwas schade ist. Dafür wirkt die Oberfläche runder und sportlicher als die des Mi Band 2. Das Display ist ziemlich breit und der Tracker trägt ziemlich dick auf. Im Schlaf ist das Gadget deutlich zu spüren, was für manche etwas störend sein könnte. Das Cubot Band V2 gibt es in drei verschiedenen Farben, wobei unser Exemplar ein blaues beziehungsweise eher türkisenes Armband besitzt.

Die matte, gummierte Oberfläche des Armbandes fühlt sich wertig an und ist auf der Innenseite etwas strukturiert. Wir fragen uns ehrlich gesagt, warum diese Struktur gerade auf der Innenseite zu finden ist, denn so bekommt diese nie die gebührende Aufmerksamkeit. Leider ist die Oberfläche zudem ziemlich empfindlich. Bereits nach zwei Tagen hatten wir den ersten Fleck auf dem Kunststoff. Wir können uns zwar nicht erklären, woher dieser stammt, aber es scheint als wären wir irgendwo mit dem Band hängen geblieben. Dies lässt sich jedoch nicht immer vermeiden und deshalb empfehlen wir euch ganz klar, die schwarze Variante des Bandes zu wählen, da hier Flecke oder Abriebe nicht so auffallen.

Der Verschluss ist sehr fest und man braucht einiges an Kraft, um ihn zu schließen. Das ist einerseits gut, da sich das Band so nicht versehentlich öffnen kann, wenn man Sport macht oder an der Kleidung oder ähnlichem hängen bleibt. Andererseits nervt es aber fast schon, weil man so sehr fest drücken muss, damit das Armband einrastet.

Display

​Größe: ​0,88 Zoll
Auflösung:​ ​128x32 Pixel
Technologie​:​OLED
​Anzahl Berührungspunkte:​1
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Ja​

Wie bereits beim Vorgänger ist auch hier das Display quer zum Arm ausgerichtet. Wenn man das Cubot Band V2 wie eine Uhr trägt und das Display ablesen möchte, schaut man deshalb immer im rechten Winkel darauf. Da man nicht viel Text lesen muss, geht das zwar recht einfach, es ist aber dennoch ziemlich nervend. Versuchsweise hatten wir das Display auch einmal innen – also auf der Seite der Handinnenfläche – getragen, wodurch das Ablesen zwar erleichtert wurde. Aufgrund der angesprochenen Dicke des Trackers war diese Trageposition aber alles andere als angenehm.

Auf dem Display werden neben der Uhrzeit auch das Datum und der Ladezustand des Akkus angezeigt. Dies sind nützliche Informationen und aufgrund der Breite des Displays wirkt die Anzeige auch nicht überladen. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber dem Mi Band 2. Die Auflösung des OLED-Displays beträgt 128x32 Pixel.

Zwar setzt Cubot hier wie Xiaomi beim Mi Band 2 auf ein OLED-Display, leider ist aber auch bei Version 2 des Cubot Bands die Helligkeit unterirdisch schlecht. Im Freien tut man sich wirklich schwer, die Uhrzeit abzulesen. Das Display spiegelt stark und die Leuchtkraft reicht nicht aus, um dies zu kompensieren. Die Nutzung wird dadurch sehr erschwert.

Positiv zu bewerten ist jedoch der Touch-Sensor, der über das gesamte Display gelegt ist. Es genügt eine beliebige Stelle des Displays zu berühren, um die Anzeige aufzuwecken oder durch die Menüs zu blättern. Neben dem einfachen Berühren kann man aber auch über das Display streichen, um zu blättern. Dabei erkennt das System sogar die Richtung, in die man streicht und geht entsprechend ein Menü auf oder ab.

Hardware & Performance

​Prozessor: NRF51822
GPU:​ ​-
RAM (Geschwindigkeit):​​16/32 kByte
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​128/256 kByte
Fingerabdruck Scanner:​​-
​Sensoren:​Herzfrequenz, Schritte, Bewegung
Größe / Gewicht:235 x 20 x 12.7 mm / 20g

Verbaut ist ein NRF51822-Chipsatz von Nordic Semiconductors, der einen Cortex M0 CPU-Kern besitzt und speziell für Bluetooth Low Energy-Anwendungen konzipiert wurde. Dieser bewirkt einen geringen Stromverbrauch, aber garantiert trotzdem eine schnelle Reaktionszeit des Menüs. Die wirklich große Neuerung des Cubot Band V2 gegenüber der ersten Version ist der Herzfrequenzsensor an der Unterseite des Trackers. Dieser besitzt extra helle, grüne LEDs, die in einer bestimmten Frequenz blinken. Am Handgelenk kann der Tracker so die Herzfrequenz bestimmen.

Dieser Sensor ist wie auch beim Mi Band 2 aber lediglich als Schätzeisen zu sehen und liefert keine belastbaren oder genauen Ergebnisse. Vor allem wenn man in Bewegung ist, schwanken die Ergebnisse stark oder die Messung kann gar nicht erst ausgeführt werden. Allgemein scheint der Sensor in diesem Gerät etwas anfällig zu sein. Wenn er nicht direkt am Handgelenk aufliegt, bekommt man kein Ergebnis. Gleiches gilt, wenn man zu viele oder dichte Haare am Arm hat. Auch dann verweigert der Sensor seinen Dienst. Ein Vorteil des Cubot Band V2 gegenüber dem Xiaomi Mi Band 2 ist jedoch, dass die Messung hier in regelmäßigen Abständen auch ohne aktives Zutun des Nutzers ausgeführt wird und man so einen Verlauf der Frequenz über der Zeit erhält.

Als weiteren Sensor hat das Cubot Band V2 auch einen Schrittzähler an Bord, der aber auch keine belastbaren Ergebnisse abliefert. Nach einer Jogging-Runde, die laut GPS 8km lang ist, hat das Band V2 nur 4,2km bescheinigt. Das hängt natürlich auch mit der Schrittlänge zusammen, aber insgesamt werden oftmals Schritte erkannt, wenn man sich nur auf dem Sofa bewegt oder keine Schritte erkannt, obwohl man bereits einige Meter zurückgelegt hatte.

Software

Die Software des Cubot Band V2 ermöglicht neben dem Anzeigen der Herzfrequenz und der zurückgelegten Schritte auch das Überwachen eines Aktivitäts-Tagesziels und der verbrauchten Kalorien. Zudem können Benachrichtigungen des Smartphones über Bluetooth LE synchronisiert werden. Leider gilt dies aber nur für Telefonanrufe, SMS und WeChat Benachrichtigungen. Es können nicht wie beim Mi Band 2 beliebige Apps ausgewählt werden, deren Benachrichtigungen dann synchronisiert werden. Das ist ziemlich schade, da diese Funktion im Alltag durchaus nützlich ist.

Die App auf dem Smartphone ermöglicht aber neben dem Tracking der Fitness-Aktivitäten auch noch eine Überwachung der Schlafphasen und einen Wecker, der abhängig von der aktuellen Schlafphase die Alarmzeit anpasst. Zudem kann in der App eine konstante Herzfrequenzmessung aktiviert werden, um beispielsweise den Ruhepuls über eine längere Zeit zu überwachen. Dies ist beim Mi Band 2 nur durch eine inoffizielle App möglich.

Neben der Verwaltung des Fitness-Trackers kann in der CUBOT V2 genannten App auch ein Standortverlauf beziehungsweise ein Positions-Tracking aktiviert werden. Dieser loggt ähnlich wie die Runtastic App die Geschwindigkeit und den zurückgelegten Weg bei einer Aktivität. Dies muss aber aktiv und vor allem händisch aktiviert werden. Damit implementiert Cubot das beworbene „GPS"-Feature, das rein gar nichts mit dem Band zu tun hat, sondern nur eine gängige Funktion auf dem Smartphone integriert. Zur Positionsbestimmung werden lediglich die Sensoren des Smartphones genutzt. Das ist etwas enttäuschend, denn eine GPS-Funktionalität im Band selbst wäre natürlich ein ganz klares Alleinstellungsmerkmal. Andererseits muss man auch sagen, dass dies aktuell für 20 Euro schlicht nicht möglich ist.

Der größte Kritikpunkt an der App ist weiterhin die Übersetzung. Das Deutsch ist unterirdisch und erinnert an den Google Übersetzer. Das Ganze nervt bei der Bedienung schon sehr und ist eigentlich ein No-Go. Hier muss auf jeden Fall mehr Mühe investiert werden. Immerhin wurden die abenteuerlichen Formulierungen aus der App für das Cubot Band v1 entfernt. Dabei wurde einfach darauf verzichtet, all zu viel Text zu platzieren und man beschränkt sich auf wenige Sätze. Die Formatierung ist aber dennoch schlecht und wenn das englische Wort „Record" nicht mit Aufnahme, sondern Rekord übersetzt wird, sagt das schon genug.

Empfang & Konnektivität

Die Bluetooth-Verbindung der Low-Energy-Spezifikation hat eine überraschend gute Reichweite und funktioniert zuverlässig. Die Übertragung dauert gefühlt aber ziemlich lange. Wenn man die Smartphone-App öffnet wird zu allererst stets eine Synchronisation mit dem Band durchgeführt und selbst nach nur einem Tag muss man einige Sekunden warten, bis die Daten übertragen werden. Beim Mi Band 2 klappt das merklich schneller.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​80mAh
​Kapazität (Gemessen): ​71mAh
​Wechselbar:nein​
Fast Charging:​nein​

Der Akku hat laut Herstellerangabe 80mAh, die bei mehreren Messungen von unserer Seite so auch verifiziert werden konnten. Der Ladestrom ist mit weniger als 0,1 Ampere jedoch ziemlich gering. Eine komplette Ladung dauert deshalb auch mehr als eine Stunde. Erfreulicher Weise kann man beim Cubot Band v2 wie bereits bei der ersten Version das Micro USB-Kabel direkt in den Tracker einstecken. Hierzu besitzt er an der Unterseite eine Klappe aus Gummi, unter der sich der zugehörige Anschluss versteckt. Man benötigt also keinen zusätzlichen Adapter zum Laden, sondern kann dies quasi überall erledigen.

Die Akkulaufzeit ist mit circa 5 Tagen ebenfalls angemessen. Der Akku ist zwar ziemlich groß, aber die regelmäßige Herzfrequenzmessung und das große Display machen sich hier schon bemerkbar. Ärgerlich ist, dass die Anzeige für den Akkustand nur 3 Zustände kennt: voll, halb voll und leer. Der Übergang von voll zu halb voll passiert ziemlich schnell. Dann bleibt die Anzeige aber eine gefühlte Ewigkeit auf diesem Level. Wenn die Anzeige einen leeren Akku ankündigt, kommt man jedoch nicht mal mehr über den Tag innerhalb weniger Stunden schaltet sich das Band ab. Hier sollte der Algorithmus für die Erkennung des Akkuzustandes noch verbessert werden. So ist die Anzeige auf dem Display quasi nutzlos und man kann sich nur auf die Anzeige in der App verlassen.

Cubot Band V2 - Fazit

Das Cubot Band V2 ist auf den ersten Blick ein toller Fitnesstracker. Er sieht sportlich aus und die blaue Farbe macht einen frischen Eindruck. Zudem hält der Akku lange durch und die Hardware und die Bluetooth-Verbindung sind sehr gut. Ebenfalls positiv ist, dass die Ladebuchse direkt ins Gerät integriert ist. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man aber einige Fehler, die so nicht tolerierbar sind. Das Display ist sehr dunkel und man kann es im Freien nicht ablesen, wodurch das Gerät quasi nicht benutzbar ist. Zudem ist der Herzfrequenzsensor eher ein Schätzeisen und die Software auf dem Smartphone ist sehr schlecht übersetzt. Dadurch ist die User-Experience stark eingeschränkt. So ist das Cubot Band V2 leider wie schon die erste Version nicht zu empfehlen.

Pro Contra
​+ sportliches, frisches Design ​- Display sehr dunkel
+​​ gute Performance- Display quer zum Handgelenk angeordnet​
+​​ großes Display- Herzfrequenzsensor nicht genau​
+ großer Akku​- App schlecht übersetzt​
+​​ große Bluetooth-Reichweite- Keine Benachrichtigungen von Apps​
+ Ladebuchse direkt im Gerät​- Akkuanzeige ungenau​
-​​ Material des Armbandes anfällig für Kratzer und Flecken

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Dienstag, 18. Dezember 2018

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