China Handys, Tablets & Gadgets im Test

Blackview BV6000 Test

b2ap3_large_P1050096 Blackview BV6000 Review: Tolles Gesamtpaket mit einigen Kinderkrankheiten

Rugged Smartphones sind seit längerer Zeit ein typisches China Produkt. Es handelt sich dabei um Smartphones, welche gegenüber äußeren Einflüssen besonders widerstandsfähig sind. Starken Erschütterungen, Stürzen und sogar dem Eintauchen in Wasser halten sie mühelos stand.

Bisher hatten diese Geräte aber zu einem großen Teil eine eher unangenehme Eigenschaft: Sie waren verdammt teuer. Und noch dazu konnten sich keine besonders gute Ausstattung vorweisen. Beide Missstände möchte das Blackview BV6000 nun abschaffen. Ob dies gelingt, haben wir für euch in einem ausführlichen Test über zwei Wochen geprüft.

Verpackung & Lieferumfang

Wie viele andere Hersteller hat auch Blackview ein Standard-Verpackungsdesign. So kommt auch das Blackview BV6000 wieder in einer flachen, rechteckigen Box daher. Nach dem Öffnen des Deckels blicken wir auf eine Schale in der das Smartphone eingebettet liegt. Mit einer kleinen Schnur kann man das Gerät einfach entnehmen.

Hat man die Schale entfernt, blickt man auf das restliche Zubehör, welches relativ üppig ausfällt. Man findet hier ein Netzteil, ein billiges Headset (der übliche Fall für den Elektroschrott) und ein Micro USB Kabel sowie ein OTG Adapter. Hinzu kommt noch eine Schutzfolie und eine Tüte mit Ersatzkappen für die Anschlüsse und das entsprechende Werkzeug um diese zu tauschen. Viele der Zubehörteile sind mit einem Hologramm-Sticker versehen, um die Echtheit zu symbolisieren. Diese Sticker kennen wir bereits von früheren Blackview Geräten.

Auch eine Schnellanleitung darf nicht fehlen, welche in diesem Fall jedoch den ersten Eindruck trübt. Die Anleitung passt nämlich überhaupt nicht zum Smartphone. Besonders peinlich ist das deshalb, weil hier beschrieben wird, wie man das Gerät öffnet und den Akku sowie die SIM Karten wechselt. Dumm nur, dass man das Blackview BV6000 gar nicht öffnen kann. Und auch die SIM Karten werden hier mit Sicherheit nicht durch das einfache Abziehen des Backcovers gewechselt. Gerade für die technisch weniger versierten Nutzer dürfte diese Anleitung sehr verwirrend sein.

Design & Verarbeitung

Das Blackview BV6000 soll ein „Panzer-Smartphone" sein. Und genau diesen Eindruck vermittelt das Handset auch. Das Gerät trägt optisch stark auf und wirkt wie ein Klotz. Dieser Eindruck bestätigt sich auch wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Grundsolide fühlt sich das Blackview BV6000 an. Unterstrichen wird das auch durch das sehr hohe Gewicht von 251g.

Der Aufbau des Blackview BV6000 setzt sich aus einem sehr dicken Metallchassis zusammen, das äußerlich und vor allem an den Ecken von einer dicken Schicht Kunststoff und Gummi geschützt wird. Links und rechts schaut das Chassis aus dem Kunststoff / Gummi Schutzmantel hervor, was noch einmal für einen hochwertigen Eindruck sorgt.

An diesen Stellen sind auch sämtliche Hardware Tasten untergebracht. Wir haben hier rechts zwei Tasten zur Lautstärkeregelung sowie den Power Button und links eine SOS, Push to Talk und Kamera Taste. Sämtliche Buttons sind aus Metall gefertigt. Eine Ausnahme bildet lediglich der Push to Talk Button. Neben den Buttons wird das seitliche Metall noch von je drei Torx Schrauben geziert.

Die schützende Gummischicht erstreckt sich weiterhin über die gesamte Rückseite des Blackview BV6000 und zieht sich auch auf der Front bis hin zum Displayglas. Dieses ist hier in 8-kantiger Form vertreten und weißt ansonsten keine Besonderheiten auf. Die Touch Buttons unter dem Display sind beleuchtet. Eine Status LED ist nicht vorhanden.

Auf der Rückseite fallen uns ein paar Besonderheiten auf, welche man so bei den wenigsten Smartphones findet. Hier sind nämlich zahlreiche Schrauben am Start, welche die Einzelteile des dicken Gehäuses zusammenhalten. Zwei Schrauben fallen hier aber besonders auf, und das sind jene Beiden unter dem Blackview Logo. Hierbei handelt es sich nämlich um Schlitz-Schrauben, womit sie sich von den restlichen Schrauben unterscheiden. Dies dient zur Unterscheidung, denn diese Schrauben kann und darf man als Nutzer ganz offiziell entfernen. Sie dienen nämlich als Befestigung für den Deckel des SIM Schachtes.

Hat man die Schrauben entfernt, so kann man den Teil auf dem sich das Blackview Logo befindet mit ordentlich Kraft hinausziehen. Darunter verbirgt sich dann ein Dual SIM Slot und ein dedizierter Micro SD Slot. Man kann also bis zu 3 Karten auf einmal verwenden. Der Deckel selbst stellt keine Schwachstelle dar, denn er ist mit etwa 5mm äußerst dick und damit sehr stabil.

Eine weitere Besonderheit ist, dass das Smartphone an der unteren Seite über eine Befestigung für eine Trageschlaufe verfügt. So kann man das Handset bei Bedarf an die Leine nehmen um es zu sichern. Sehr praktisch!

Doch Moment, wo befinden sich denn die Anschlüsse des Smartphones? Nun, wie schon im Unboxing Teil angedeutet, befinden diese sich unter Schutzkappen, um sie gegen das Eindringen von Flüssigkeit zu schützen. Diese Kappen befinden sich auf der oberen und unteren Seite des Smartphones. Unten befindet sich der Micro USB Port, oben der Kopfhörer Anschluss und ein Luftdrucksensor.

Diese Lösung hat aber auch ein paar Nachteile. Zum einen ist der Kappen-Verschleiß recht hoch, vor allem an der Stelle, an der die Kappe mit dem Gehäuse verbunden ist und beim Öffnen immer wieder stark gebogen wird. Ob und wie lange man diese Kappen nachkaufen kann, wird sich zeigen. Ob die Ersatzkappen für ein Jahr Betrieb ausreichen, wagen wir zu bezweifeln. Zum anderen gibt es dann noch das Problem mit den versenkten Anschlüssen. Dadurch, dass die Ports so tief im Gehäuse liegen, benötigt man jeweils Stecker in Überlänge. Das bedeutet, dass handelsübliche Micro USB Kabel nicht passen. Und schlimmer noch: Auch die meisten Kopfhörer passen nicht. Die mitgelieferten Kopfhörer sind leider schlecht und nicht zu gebrauchen.

Insofern hat Blackview hier im Grunde einen Designfehler begangen. Man wäre wohl besser damit gefahren, die Anschlüsse in regulärer Ausführung in das Gehäuse zu integrieren und dann einfach von innen her mit Harz zu versiegeln. So hätte man das Eindringen von Wasser auf einfachere Art verhindern können. Andererseits hätte man dann ein Problem mit Dreck gehabt. An dieser Stelle merkt man dann auch gleich mal, was für eine schwere Aufgabe es ist, solch ein Rugged Phone zu entwerfen.

Apropos Rugged, wie schlägt sich das Blackview BV6000 denn nun in Extremsituationen? Geht es nach Blackview, so soll das Smartphone ja selbst den Weltuntergang erleben. Nun, so verrückte Experimente wie das Überrollen mit dem Auto haben wir dann doch lieber mal sein lassen und das Blackview BV6000 alltagsnäheren Tests unterzogen. Da wäre zum Beispiel mal schnöder Regen zu nennen. Mit eben diesem waren wir ja in den letzten Wochen reich gesegnet, und so lag das Blackview BV6000 einfach mal eine ganze durchregnete Nacht lang im Garten in einem Blumenbeet. Am nächsten Tag glich das Handset einem Schlammklumpen, funktionierte aber einwandfrei. Auch das gründliche Abwaschen sorgte für keinerlei Probleme.

Der Hardcore Wassertest fand in einer bis zum Rand gefüllten Badewanne statt. Hier durfte sich das Blackview BV6000 eine Stunde lang ein ausgiebiges Bad in 50°C warmem Wasser gönnen und nebenbei einen CPU Stress Test durchlaufen. Resultat: Wieder keinerlei Probleme. Die Ports blieben trocken und das Handset funktionierte wie zuvor.

Eine Reihe von Sturz und Erschütterungstests wurden ebenfalls durchgeführt. Wir haben das Handset aus 2m Höhe auf Teppichboden fallen lassen, wonach es keine sichtbaren Beschädigungen gab. Auch den Sturz auf Stein aus 0,5, 1 und 1,5m Höhe überstand das Gerät problemlos. Selbst den Sturz aus dem Balkon auf Rasen steckte das Handset problemlos weg. Ein weiterer Test war Smartphone Weitwurf im Freien auf Rasen, was übrigens recht witzig ist, wenn man dabei die Smartphone Kamera filmen lässt. Bis auf ein paar Schrammen am Metall, welche bei versehentlicher Kollision mit der Hauswand entstanden, gab es auch hier keinerlei Beschädigungen.

All diese Tests wurden übrigens zu Beginn durchgeführt, sodass wir heute sagen können, dass es offensichtlich auch keine Langzeitauswirkungen gab. Insofern kann man wohl sagen, dass das Blackview BV6000 einiges aushält und durch reine Alltagsbelastungen wohl nicht kaputtzukriegen ist. Wie es mit roher Gewalt aussieht, werden wir nach dem Review noch in weiteren Tests prüfen.

Display

​Größe: ​4,7"
Auflösung:​ ​1280 x 720
Technologie​:​LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Da das Display des Blackview BV6000 nur 4,7" klein ist, resultiert die Auflösung von 1280 x 720 Pixeln hier in einer hohen Pixeldichte, welche wiederum in einer sehr scharfen Darstellung resultiert. Pixel sind mit bloßem Auge selbst bei sehr geringen Abstand kaum zu erkennen.

Die Farbwiedergabe des Panels ist out of the box nicht perfekt, kann aber mit MiraVision angepasst werden, wonach man dann ein zufriedenstellendes Ergebnis erhält. Gut gefällt uns, dass das Bild direkt mit dem Displayrand abschließt. Es befindet sich also kein zusätzlicher, schwarzer Rahmen um das Panel. Das ist auch gut so, denn der schon vorhandene Rand, bedingt durch das dicke Gehäuse, ist schon breit genug.

Die Ablesbarkeit im Freien ist dank der sehr hohen Helligkeit des Panels gut, was bei einem Outdoor Handy aber auch Pflicht ist. Gerade wenn man an einem sonnigen Tag im Freien mit Karten hantiert, möchte man zu jeder Zeit alle Inhalte einwandfrei erkennen können, ohne sich ein schattiges Plätzchen suchen zu müssen.

Nicht so gut fällt leider die Blickwinkelstabilität aus. Neigt man das Blackview BV6000 zur Seite, erkennt man relativ schnell ein Kippen von dunklen Bereichen ins Gräuliche. Es scheint sich zwar um ein IPS Panel zu handeln, aber eben um kein besonders gutes. Hier wurden offensichtlich ein paar Dollar eingespart, was wir in Anbetracht des Preises aber als absolut legitim erachten.

Was uns leider überhaupt nicht gefällt ist der Touch Screen. Zunächst einmal ist da die Glasoberfläche zu nennen, welche überhaupt nicht gleitfähig ist. Geht mal zu einem Fenster und Streicht mit eurem Finger unter leichter Druckeinwirkung darüber. Genau so fühlt sich das Displayglas des Blackview BV6000 an. Hinzu kommt dann noch, dass das Glas ein echter Dreckmagnet ist und sich recht schwer säubern lässt.

Immerhin scheint es aber sehr widerstandsfähig zu sein, was bei dieser Geräteklasse natürlich extrem wichtig ist. Kratziger Schlamm, Schläge mit spitzen Metallgegenständen oder die Kollision mit einer Hauswand (beim Werfen des Smartphones) konnten das Glas bisher weder zum Springen bringen, noch ihm Kratzer verpassen.

Der Digitizer reagiert verdammt flott auf Eingaben, was beim schnellen Schreiben ein großer Vorteil ist. Überrascht hat uns das insofern, da man beim Verschieben von Icons oder Inhalten einen deutlichen Input Lag beobachten kann. Wo der Digitizer aber Probleme hat, ist beim Multitouch. Grundlegende Gesten wie Pinch to Zoom funktionieren zwar stets einwandfrei, beim Spielen kommt es aber immer wieder zu Problemen. Bei Ego Shootern fällt das besonders auf. Steuert man mit einem Finger die Figur und will dann feuern, passiert es ab und an, dass der Digitizer den „Steuerfinger" verliert, sobald man das Display an der Stelle berührt mit der man feuert. Man muss den Finger dann anheben und wieder aufsetzen um die Figur wieder bewegen zu können.

Hier könnte es sich allerdings um ein Software Problem handeln, denn dieser Fehler tritt nicht immer auf. Wir werden den Testbericht diesbezüglich aktualisieren, sollte sich hier nach dem ersten OTA Update etwas tun.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio P10 (MT6755) 8x 2GHz ARM Cortex A53
GPU:​ ​Mali T860 MP2
RAM (Geschwindigkeit):​​3GB (6495,85MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB (Messwerte nicht verfügbar)
Fingerabdruck Scanner:​​Nein
​Sensoren:Accelerometer, Proximity, Light, Gyroscope, Orientation, Magnetometer, Pressure, Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration​
Besonderheiten:​​NFC, Barometer, IP68 Zertifizierung
Abmessungen / Gewicht:​153 x 80,5 x 16mm / ​251g

Die Hardware Ausstattung des Blackview BV6000 kann sich absolut sehen lassen. Als Prozessor kommt hier ein Mediatek Helio P10 (MT6755) zum Einsatz. Dieser leistungsfähige Mittelklasse Prozessor verfügt über 8 ARM Cortex A53 Rechenkerne mit je 2GHz Takt und eine Mali T860 MP2 GPU. Kombiniert wird er mit 3GB RAM, welcher mit knapp 6,5GB/s Durchsatz sehr schnell ist, sowie ganzen 32GB internem Speicher. Lasst euch übrigens nicht von der extrem hohen Leserate des internen Speichers im A1SDBench Screenshot nicht verwirren – so schnell ist der Chip natürlich nicht. Die Speicher Benchmarks kommen leider nicht damit klar, wenn man den internen Speicher mit einer Micro SD Karte verschmilzt, was wir getan haben um 64GB Speicher zu erhalten.

Im Alltag ist das Blackview BV6000 – mit Einschränkungen zu denen wir später noch kommen – sehr flott unterwegs. Warum die Benchmark Ergebnisse vor allem im Antutu Benchmark vergleichsweise niedrig ausfallen, erschließt sich und nicht und zeigt mal wieder, wie wenig Aussagekraft Benchmarks haben. Tatsächlich übertrumpft das Blackview BV6000 jedes andere Helio P10 Smartphone da draußen, was hauptsächlich an der niedrigeren Displayauflösung liegt. Die GPU Last ist hier deutlich geringer, was dazu führt, dass auch anspruchsvolle Games wie Unkilled auf höchsten Grafikeinstellungen flüssig spielbar sind.

Die Abwärme ist im Falle des Blackview BV6000 so gut wie nie spürbar, was natürlich am dicken Gehäuse liegt. Anscheinend wird die Wärme aber im Inneren gut verteilt, denn selbst beim Spielen steigt die SoC Temperatur nur selten über 60°C. Das Blackview BV6000 behält also stets einen kühlen Kopf.

Bei den Sensoren hat das Blackview BV6000 eine Vollausstattung zu bieten. Neben einem Abstands- und Lichtsensor finden wir hier einen Beschleunigungssensor (inkl. Linearer Beschleunigung), einen Kompass, ein Gyroskop, einen Rotationsvektor Sensor, einen Lagesensor und einen Luftdrucksensor. Ein Schrittzähler fehlt leider.

Die Sensoren sind allesamt Funktionsfähig, jedoch gibt es bei zwei Sensoren Probleme. Einmal wäre da das Gyroskop zu nennen, welches aktuell nicht korrekt funktioniert. Dies kann man in VR Apps oder 360° Videos beobachten. Neigt man das Smartphone nach Oben oder Unten, so bewegt man sich im Video nach Links oder Rechts und umgekehrt. Blackview muss also mit dem nächsten Update das Gyroskop invertieren um es funktionsfähig zu machen.

Auch beim Luftdrucksensor gibt es Probleme. Der angezeigte hPa Wert stimmt nämlich nicht. Verglichen mit einer Profi Wetterstation (Davis Vantage Pro 2) zeigt das Blackview BV6000 einen Wert von 975hPa an, während die Wetterstation auf einen Wert von 1016hPa kommt. Der Höhenmesser in der Kompass-App funktioniert aber trotzdem, sofern man eine Höhenkalibrierung durchführt, wenngleich er natürlich eine gewisse Ungenauigkeit aufweist.

Software

​Variante: ​Modifiziertes Stock Android
​Android Version: Android 6.0​
Bloatware​:Nein​
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem Blackview BV6000 läuft wie auf so ziemlich alle Helio P10 Smartphones Android 6.0. Dieses wurde von Blackview allerdings stark angepasst. Der Launcher wurde durch eine Eigenentwicklung ohne App Drawer mit eigenem Icon Set und Themes ersetzt. Leider ist hier mal wieder einer der chinesischen Lieblings-Bugs am Start: App Icons werden hin und wieder doppelt auf dem Home Screen platziert.

Auch die Einstellungen wurden verändert und mit neuen Icons versehen die sich durch ihre schwarze Farbgebung gut in das Gesamtdesign des Smartphones einfügen. In den Einstellungen findet man auch einige Gerätespezifische Settings.

Dazu gehört ein Menü für den SOS Button, in dem man den Notfallkontakt festlegen kann, sowie die Nachricht die gesendet werden soll. Drückt man den SOS Button für längere Zeit, startet ein Countdown von 5 Sekunden mit Warnsignal. Sobald der Countdown abgelaufen ist, wird eine SMS mit der Nachricht sowie den aktuellen GPS Koordinaten an den definierten Kontakt geschickt. Leider funktioniert das nur bei entsperrtem Gerät. Andererseits wird so aber auch das versehentliche Triggern in der Hosentasche verhindert.

Der Push to Talk Button ist ab Werk leider ohne Funktion. Um ihn zu nutzen muss man noch eine entsprechende App installieren. Diese nennt sich Zello und ist im Google Play Store verfügbar. Alternativ befindet sich am Karton auch noch ein QR Code der zum Download führt.

Weitere Funktionen die man einstellen kann sind System Gesten (3-Finger Screenshot), Off-Screen Gesten (Double Tap to Wake und Starten von Apps durch das Zeichnen von Buchstaben), Flip to Mute, Volume Key Wake-Up und ein Background Task Cleaner. Letzterer beendet alle Hintergrundprozesse nach wahlweise 10, 30 oder 60 Minuten. Apps können hier auch auf eine Whitelist gesetzt werden, was dann das automatische Beenden verhindert.

Leider ist das System zum derzeitigen Stand noch sehr fehlerbehaftet. So erscheint beim ersten Start ein Fenster, welches mit Piktogrammen beschreibt, wie man die SIM Karten einsetzt. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass man immer auf den korrekten Sitz der Anschlusskappen achten soll. Leider erscheint dieses Fenster immer und immer wieder nach jedem Neustart, was auf Dauer einfach nervt.

Außerdem kam es immer wieder mal vor, dass das Smartphone sich beim Starten aufgehängt hat. Nach dem Start sah man lediglich die obere Leiste mit der Uhrzeit, der Laucher startete aber nicht. Auch sonst reagierte das Smartphone auf keinerlei Eingaben. In so einem Fall hilft dann nur das Abwürgen durch 30-sekündiges Drücken des Power Buttons.

Doch auch im Betrieb kam es ab und an zu Abstürzen, wenngleich diese nicht an der Tagesordnung waren. Diese Abstürze reichten von Hängern über mehrere Sekunden bis hin zu einem kompletten Crash mit automatischem Neustart.

Ein weiterer Bug betrifft das Installieren von Apps aus dem PlayStore. Neu installierte Apps kann man nämlich so lange nicht öffnen, bis das Blackview BV6000 einmal komplett neu gestartet wurde. Versucht man sie direkt nach der Installation zu öffnen, bekommt man nur die Meldung, dass die jeweilige App unerwartet beendet wurde oder nicht mehr reagiert.

Am Blackview BV6000 gibt es also noch einige offene Baustellen. Ein OTA Update gab es bisher nicht. Wir wissen aber von älteren Blackview Geräten, dass Blackview durchaus Updates bereitstellt. Insofern gehen wir mal davon aus, dass die Entwickler bereits an der Verbesserung arbeiten und in den nächsten Wochen ein Update veröffentlicht wird.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: GSM 850/900/1800MHz
3G: WCDMA 900/1900/2100MHz
4G: FDD-LTE 800/1800/2100/2600MHz
WLAN:​ ​WLAN 802.11b/g/n Dual Band
Bluetooth:​​Bluetooth 4.0
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​Ja​​, Micro SIM
Positionsbestimmung:​GPS, AGPS, GLONASS, BDS​

Was die Konnektivität betrifft, leistet sich das Blackview BV6000 keinen einzigen Patzer. Das haben wir hier aber auch von vorne herein erwartet, denn auch die Empfangsleistung ist ein äußerst wichtiger Punkt bei Outdoor Smartphones. Nach Möglichkeit möchte man hier auch abseits der Zivilisation noch Empfang haben, und das ist beim Blackview BV6000 voll gegeben. Die Empfangsleistung kann durchweg mit high-end Flaggschiffen von Xiaomi und Co. mithalten. Das gilt nicht nur für Mobilfunknetze, sondern auch für WLAN und Bluetooth. Unterstützung für das LTE Band 20 ist vorbildlicher weiße vorhanden.

Das beworbene NFC Modul funktionierte im Test einwandfrei. Die Antenne scheint recht groß zu sein, denn zum Scannen von Tags ist kein genaues Ausrichten notwendig. Man muss das Smartphone nur kurz mit der Rückseite an den Tag halten und schon wird er ausgelesen.

Ebenfalls erfreut hat uns die GPS Performance des Blackview BV6000. Das Handset erreicht eine sehr hohe Signalstärke für einzelne Satelliten, sodass ein wirklich stabiler GPS Fix zustande kommt, den auch hohe Gebäude oder Bäume nicht stören können. Zudem ist auch ein Fix mit 18 und mehr Satelliten keine Seltenheit. Die Genauigkeit liegt in der Regel bei einem Meter. Beim Navigieren und Tracking konnten wir zu keinem Zeitpunkt Einschränkungen feststellen. Plötzliche Richtungswechsel beim Navigieren wurden blitzschnell erkannt. Damit kann man das GPS des Blackview BV6000 als äußerst zuverlässig beschreiben.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

Beim Thema Audio hat das Blackview BV6000 so seine Schwächen, was aber bedingt durch den Aufbau zu erwarten war. Das beginnt schon bei den Lautsprechern. Diese müssen wasserfest sein, weshalb die Membrane aus einem anderen Material bestehen, welches kein optimales Schwingungsverhalten aufweist.

Berücksichtigt man diesen Umstand, so klingt der Medienlautsprecher des Blackview BV6000 im Grunde sogar recht gut. Sagen wir mal so: Für Navigationsansagen reicht die Qualität dicke aus. Auch die Lautstärke ist ziemlich hoch. Wirklicher Musikgenuss kann damit aber nicht aufkommen. Immerhin übersteuert der Lautsprecher bei hoher Lautstärke nicht – zumindest wenn man den Volume Boost abstellt.

Die Telefoniequalität fällt durchwachsen aus. Man versteht sich zwar recht gut und auch die Lautstärke stimmt, jedoch klingt der Ton beidseitig etwas dumpf. Das mag dem wassergeschützten Ohrhörer und Mikrofon geschuldet sein.

Zur Klangqualität über den Kopfhörerausgang können wir leider keine Aussage machen, da dieser für uns nicht nutzbar ist. Keiner unserer Kopfhörer passt in den Anschluss, da zu kurz.

Kamera

​Hauptkamera: ​13MP, f/2.2
​Frontkamera: ​5MP
​Blitz:​Single LED
​Fokus:​Normal
​Slow Motion:​Nein

Von der Kamera im Blackview BV6000 sind wir unterm Strich recht angetan. Zwar reicht sie nicht an Geräte wie z.B. das Meizu M3 Note heran, liefert aber trotzdem sehr brauchbare Ergebnisse ab. Zudem sucht man hier vergebens nach Linsenfehlern, was mit dem jüngsten Reinfall beim Ulefone Future eine Wohltat ist.

Die Hauptkamera löst nativ mit 13MP auf, die Frontkamera mit 5MP. Alles was man darüber wählen kann ist interpoliert. Die Auslösezeit beider Kameras ist leider relativ lang. Vom Betätigen des Auslösers bis zum fertigen Bild vergeht etwa eine Sekunde. Dies dürfte aber der Software geschuldet sein und nicht den Sensoren, was man gut erkennen kann, wenn man ein sich bewegendes Objekt ablichtet. Das fertige Bild zeigt nämlich trotz der Verzögerung den Stand zum Zeitpunkt in dem man den Knopf betätigt hat.

Die physische Auslösetaste am Rand des Smartphones kann man leider vergessen. Diese lässt sich viel zu schwer drücken, was wiederum dazu führt, dass man das Smartphone beim Auslösen verreißt.

Die Bilder selbst zeigen reichlich Details und sind auch auf die Entfernung scharf. Bewegende Inhalte wie z.B. Wasser bei einem Brunnen oder vorbeifahrende Autos werden scharf abgelichtet. Bei low-light Situationen sehen die Bilder etwas matschig aus, sind aber nicht unbrauchbar. Die Lichtausbeute geht für eine Kamera mit f/2.2 Blende absolut in Ordnung.

Besser könnte jedoch die Farbwiedergabe der Kamera sein. Die Bilder sehen generell sehr warm aus bzw. zeigen einen deutlichen Rotstich. Hier kann man eventuell mit alternativen Kamera Apps etwas nachbessern, Blackview sollte da aber definitiv noch per OTA Update feinjustieren. Was außerdem auffällt ist, dass grelle Farben – z.B. bei roten Rosen – etwas überzeichnet wirken. Die feinen Farbnuancen werden dann nicht einwandfrei dargestellt, sodass man nur noch Farbkleckse und keine einzelnen Blütenblätter mehr erkennen kann. Auch der eingefangene Bildausschnitt könnte etwas größer sein. Manchmal hat man Mühe, das zu fotografierende Objekt oder Gebäude komplett auf das Bild zu bringen.

Bilder mit Blitz gelingen der Kamera bei weiterer Entfernung zu den abzulichtenden Objekten ganz gut, zeigen jedoch auch eine gewisse Unschärfe. Das hat uns verwundert, denn die LED auf der Rückseite ist extrem hell, da sie auch als Taschenlampe dienen soll. Eventuell muss man hier noch am Timing feilen. Bei Nahaufnahmen mit Blitz überbelichten die Bilder leider.

Videos werden vom Blackview BV6000 in maximal Full HD Auflösung aufgezeichnet. Überzeugen können die Clips bei Nah- und Makroaufnahmen, welche wirklich gut aussehen. Bei Landschaftsaufnahmen sehen die Clips leider etwas matschig aus. Immerhin ruckeln die Aufnahmen aber nicht. Die Tonqualität ist leider schlecht. Man hört ein seltsames Rauschen und die Aufnahmen sind viel zu leise. Hier kann aber eventuell per Update nachgebessert werden, denn am Mikrofon liegt das Problem nicht.

Die Frontkamera erzeugt bei Tageslicht akzeptable Bilder die für anspruchslose Selfies ausreichen. Ein Fokus ist nicht vorhanden. Bei Dämmerlicht entsteht ein starkes Bildrauschen.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​4.500mAh
​Kapazität (Gemessen): 3.950mAh​
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja

Der Akku im Blackview BV6000 wird mit 4.500mAh beworben. Beim Nachmessen kamen wir auf einen Wert von 3.950mAh. Rechnet man die Ungenauigkeit des Messverfahrens mit ein, dann kommt man auf etwa 4.200mAh. Damit ist der Akku etwas kleiner als von Blackview beworben. Da er aber immer noch sehr groß ist und die Abweichung mit 300mAh nicht allzu groß ist, lassen wir das einfach mal durchgehen, wenngleich echte 4.500mAh natürlich eine feine Sache gewesen wären.

Die Akkulaufzeit ist unabhängig davon aber als sehr gut zu bewerten. Im Alltag hielt eine Akkuladung je nach Use-Case zwischen 2 und 3 Tage durch. Abgeschlossen wurde eine Akkuladung meist irgendwo zwischen 5 und 7 Stunden realer Screen-On Zeit bei 20% Restladung. Im Geekbench 3 Akku Test wurden sogar 10 Stunden erreicht, und das bei etwa 40% Displayhelligkeit. Der Effizienz-Score lag bei 6.087 Punkten.

Zum Aufladen benötigt das Smartphone mit dem originalen 2A Netzteil rund 1,5 Stunden von 20% auf 75%. Das Abschließen des gesamten Ladevorgangs dauert insgesamt 2 Stunden und 20 Minuten. Damit ist das Blackview BV6000 trotz des großen Akkus ziemlich schnell wieder einsatzbereit. Mediatek Pump Express Plus wäre aber trotzdem noch eine nette Zugabe gewesen und hätte die Ladezeit noch weiter verkürzt.

Fazit

Das Blackview BV6000 dürfte – auch wenn es aktuell noch einige Schwächen vor allem im Software Bereich hat – das aktuell beste Rugged Smartphone sein. Dies hat unser Test eindeutig bewiesen. Das Gerät ist robust, schnell und gut ausgestattet. Und das alles zu einem Preis von umgerechnet nur etwa 180€. Dennoch wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine uneingeschränkte Kaufempfehlung abgeben. Bevor das geschieht, muss Blackview erst noch einige Kinderkrankheiten beseitigen. Wir werden das Review entsprechend aktualisieren, sobald dies geschehen ist.

Pro Contra
​+ Sehr stabil und wasserdicht ​- Keine Status LED
+​​ Gute Performance-​​ Ports benötigen spezielle Stecker (Überlänge)
+​​ NFC-​​ Sensor Probleme (Gyroskop & Luftdruck)
+​​ Viel Speicher und RAM-​​ Akku etwas kleiner als beworben
+​​ Zwei SIM Karten und Micro SD gleichzeitig nutzbar-​​ Die meisten Kopfhörer sind nicht nutzbar
+​​ Sehr guter Empfang-​​ Instabiles Betriebssystem
+​​ Zuverlässiges GPS-​ Bugs
​+ Funktionsvielfalt​- Displayglas ist nicht gleitfähig
​+ Lange Akkulaufzeit​- Touch Panel nicht zum Spielen geeignet
​+ Gute Kamera​- Tonprobleme bei Videoaufnahme
​+ Helle LED, als Taschenlampe nutzbar
​+ Volle LTE Unterstützung in Deutschland

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