Werbung

Blackview A20 Kurztest

blackview-a20 Blackview A20 Test

Das Blackview A20 ist das aktuell günstigste 5,5 Zoll Dualkamera Handy mit Android GO. Diesen Test schieben wir nach, da wir von vielen unserer Leser darum gebeten wurden. Das Blackview A20 siedelt sich mit einem Verkaufspreis von ca. 50-60€ (im Angebot teils noch weniger) im Ultra-Low-Budget Bereich an. Wir haben das Blackview A20 wie gewohnt eine Woche lang getestet und verraten euch hier in unserem Kurztest, ob das Smartphone auch etwas taugt.

Geliefert wird das Blackview A20 in einer weißen Box, inklusive einem weißen Netzteil, einem Micro-USB Kabel, einer Folie auf dem Gerät, einem schwarzen TPU Case und einer Kurzanleitung. 

Das Gehäuse vom Blackview A20 besteht aus Polycarbonat und ist gut verarbeitet. So wie früher, kann man das Backcover abnehmen und erhält somit Zugang zu den Slots und dem Akku. Leider nutzt Blackview diesen Vorteil nicht für getrennte Dual SIM und Micro SD Slots. Man muss auch hier mit einem Hybrid Slot leben. Soll heißen: Entweder Dual SIM oder Micro SD Erweiterung. Das Blackview A20 ist angenehm leicht, liegt dank der geriffelten Rückseite gut in der Hand und ist relativ stabil. Wenn man versucht es zu biegen, knarzt es zwar ordentlich, aber großartig verbiegen lässt es sich nicht. Zudem verfügt das Smartphone über einen Micro USB Anschluss und einen 3.5mm Klinkenport.

Das 5,5 Zoll qHD IPS Display vom Blackview A20 hat lediglich eine Farbtiefe von 24-Bit und einen 2-Punkt-Touch Digitizer. Erwarten braucht man von dem Display natürlich nicht viel. Einzelne Pixel sind zwar nicht zu erkennen, aber das Display wirkt recht kontrastlos und die Ablesbarkeit im Freien ist bei Sonnenlicht fast unmöglich. Der Digitizer arbeitet zwar akkurat, sofern man jedoch schnell tippt, passiert es, dass einer der beiden Finger nicht erkannt wird. Dies liegt schlicht daran, dass der Digitizer Eingaben unter 1cm Abstand zum Nachbarfinger nicht erkennt. Schnellschreiber könnten daher schnell gefrustet sein.

Im Puncto Hardware wurde beim Blackview A20 natürlich auch massiv gespart. Die Einsteigerhardware taugt theoretisch heutzutage zu nicht viel mehr als dem Abrufen von Messenger-Inhalten oder gelegentliches Googeln. Verbaut wurde ein alter MT6580M mit einer 4x 1,3GHz CPU (32-Bit), 1GB Arbeitsspeicher und 8GB interner Speicher. Letzterer kann via MicroSD-Karte um 32GB erweitert werden.

Multitasking und Spielen ist nur absolut eingeschränkt möglich. Zwar lassen dank Android Go einige Apps im Hintergrund das System nicht kollabieren, doch leidet die flüssige Nutzung massiv unter dem wenig zur Verfügung stehenden RAM. Spiele können allenfalls auf geringen Detailstufen gespielt werden.

Die drei Verbauten Sensoren (Beschleunigung, Licht, Annäherung) funktionieren einwandfrei.

Werbung

Das vermeintliche Highlight beim Blackview A20 ist das verwendete Betriebssystem. Es handelt sich um das quasi „nackte", ressourcensparende Android Go auf Android 8 Basis. Und „Ressourcenschonung" ist das richtige Stichwort. Zugegeben, es werden ohne weitere geöffnete Apps lediglich 300MB der 1GB Kapazität des RAMs verwendet, doch wirklich flüssig läuft hier nichts. Mit Android Go schafft es Blackview zumindest, dass sich Apps wie Google Maps überhaupt benutzen lassen. Jedes andere Smartphone wäre mit der Hardwareausstattung und normalem Android mittlerweile völlig nutzlos. Verglichen mit einem Alcatel 997d aus dem Jahr 2012 und Android 4.2, schneidet das Blackview A20 nur unmerklich besser in der Performance-Bewertung ab.

Ungeachtet dessen bringt ein aktuelles Betriebssystem aber ein paar Vorteile mit. So ist der Sicherheitspatch aktuell (Stand: April 2018) und Apps aus dem Playstore lassen sich noch Jahre später installieren. Das System ist obendrein frei von Bloatware und Schadsoftware. Android Go bringt indes ein paar eigene ressourcensparende App-Variationen mit. So gibt es zum Beispiel anstelle von der normalen Youtube App eine Youtube Go App. Selbiges gilt für Google Go und Maps Go. Der Haken, man muss diese zuvor „aktivieren", indem man das eigene Google-Konto tatsächlich mit einer Telefonnummer verknüpft. Wir haben auf diesen Schritt verzichtet. 

In Sachen Empfang leistet sich das Blackview A20 keine Ausfälle. Zwar verzichtet man gänzlich auf LTE, aber in diesem Preissegment ist das sicherlich verschmerzbar. Beim WLAN sehen wir ebenfalls keine Probleme. Kritisch wird es erst beim GPS. Das Blackview A20 ist nicht als Navigationshilfe zu gebrauchen. Im Schnitt werden 6-8 Satelliten eingebunden und das Tracking ist äußerst ungenau. Noch dazu bewegt man sich immer ein paar Meter, obwohl man ruhig auf dem Fleck steht. Mit dem Bluetooth hatten wir keine echten Probleme. Zwar ist die Sende- und Empfangsreichweite recht gering, aber innerhalb einer 5 Meter Zone ist die Übertragung stabil und fehlerfrei. 

Der auf der Rückseite befindliche Monolautsprecher macht erstaunlich viel Lärm. Die Qualität ist dabei selbst auf voller Lautstärke noch befriedigend. Der Klang via Kopfhörer ist gut. Die Sprachqualität ist trotz fehlendem Noise Cancelling gut.

​Die duale Hauptkamera mit ihrem 5MP Hauptsensor und 0,3MP VGA Co-Sensor macht mit ganz ruhiger Hand und etwas Fingerspitzengefühl für die Preisklasse akzeptable Aufnahmen. Mit einem älteren Redmi 4A, welches man hin und wieder für 60-70€ bekommt, können allerdings deutlich bessere Aufnahmen gemacht werden. Der Bookeh-Effekt ist völlig unbrauchbar und Aufnahmen in absoluter Dunkelheit sind selbst mit dem LED Blitz nicht zu retten.

​ Die 2MP Frontkamera jedoch macht wirklich gute Aufnahmen. Wichtig, Handy ruhig halten.

​ Videoaufnahmen mit der Hauptkamera sind kaum zu gebrauchen.

Der Akku vom Blackview A20 wurde mit 3000mAh beworben und wir können diesen Wert bestätigen. Die Screen-On Zeit liegt bei knappen 10 Stunden, was einer guten Ausdauer gleichkommt. Natürlich liegt dies auch an der schwachen Hardware und dem gering auflösendem Display. Der Akku ist zudem wechselbar und eine vollständige Ladung dauert in etwa 3,5 Stunden.

Blackview A20
Fazit

Das Fazit fällt gemäß dem Test recht ernüchternd aus. Der Kunde bezahlt nicht viel, bekommt aber auch nicht viel geboten. Mit 1GB Arbeitsspeicher und einem veralteten SoC ist einfach nichts anzufangen was den Kauf rechtfertigen würde. Auch Android Go kann diesen Sachverhalt nur schwerlich entkräften. Das zweite Highlight, die duale Hauptkamera, kann ebenfalls nur bedingt positiv bewertet werden, da der Bookeh-Effekt und auch Aufnahmen ab Low-Light schlicht unbrauchbar sind. Für 50-60€ richtet sich das Smartphone eher an Kinder oder ältere Menschen, die lediglich etwas Youtube schauen wollen oder schlicht und einfach erreichbar sein wollen. 

Pro Contra
​+ Preis ​- Nur 1GB RAM & 8GB int. Speicher, 32-Bit Prozessor
+​​ Akku wechselbar-​​ Display (qHD)
+​​ Android Go (auf Android 8 Basis)-​​ lange Ladezeit
+​​ Hauptkamera bei normalen Aufnahmen (Tageslicht)-​​ GPS unbrauchbar
+​​ Frontkamera-​​ Hauptkamera (Lowlight, Nacht, Video), Fake Dual Kamera
+​​ Audio-​​ kein 4G (LTE)
​+ Akkulaufzeit
​+ Verarbeitung

Werbung

 

Kommentare 1

Gäste - Enzio am Dienstag, 19. Juni 2018 15:02
Net übel

Für den Preis wirklich nicht schlecht. Die Kamera macht für den Fuffi, für den man das Ding schon bekommt, sogar ganz hübsche und farbenfrohe Bilder. Man mag jetzt einwenden, dass man für 20€ mehr etwas weit Besseres bekommt, aber für manche Menschen sind 20€ schon ein halber Monatslohn. Aber auch bei uns hätte ich für so ein Smartphone durchaus Verwendung. Wäre ideal für ältere Menschen oder auch Kinder, denen man erstmal nichts Teures anvertrauen möchte.

Für den Preis wirklich nicht schlecht. Die Kamera macht für den Fuffi, für den man das Ding schon bekommt, sogar ganz hübsche und farbenfrohe Bilder. Man mag jetzt einwenden, dass man für 20€ mehr etwas weit Besseres bekommt, aber für manche Menschen sind 20€ schon ein halber Monatslohn. Aber auch bei uns hätte ich für so ein Smartphone durchaus Verwendung. Wäre ideal für ältere Menschen oder auch Kinder, denen man erstmal nichts Teures anvertrauen möchte.
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Mittwoch, 18. Juli 2018

Sicherheitscode (Captcha)

Werbung