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Amazfit GTS

amazfit-gts_1 Die Amazfit GTS im Test

​Huami ist längst eine große Nummer auf dem Markt für Wearables geworden. Mit der Amazfit GTS haben wir einen der neueren Zugänge im Line-Up über einen Monat lang für euch getestet. Die Smartwatch bietet denselben Funktionsumfang wie die bereits getestete Amazfit GTR, verpackt das ganze aber in einem kompakteren Format und bietet noch dazu ein verbessertes Display mit einer höheren Auflösung. Ob die Amazfit GTS im Alltag punkten kann, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Amazfit GTS
Verpackung & Lieferumfang

​Die Verpackung der Amazfit GTS unterscheidet sich nicht von jener der GTR. Auch hier bekommt ihr einen relativ kompakten, schwarzen Karton mit einer Abbildung der Uhr und den groben technischen Daten. Die Uhr befindet sich im Inneren gut geschützt in einem Block, welcher in separaten Abteilen die Bedienungsanleitung und das Lade-Dock beherbergt. Das Armband befindet sich ab Werk auf der Uhr. Das Display wird von einer bedruckten Folie geschützt, welche eine Vorschau auf das Standard Watchface bietet. Ein Unboxing Video gibt es auf unserem YouTube Kanal.

Lieferumfang und Verpackung der Amazfit GTS

Amazfit GTS
Design & Verarbeitung

​Materialien ​Rahmen: Metall (Aluminium)
Rückseite: Kunststoff
Front: Gorilla Glass 3
Armband: Silikon, Verschluss aus Metall
Gewicht​39g (mit Armband)
25g (ohne Armband)
Abmessungen​Uhr: 43,25 x 36,25 x 9,4mm
Armband: 120mm (lang), 87mm (kurz)

​Die Amazfit GTS kommt in rechteckiger statt runder Ausführung daher. Die Ecken sind abgerundet und der Rahmen der Uhr verläuft mit einer leichten Abschrägung zur Unterseite, welche wiederum aus Kunststoff gefertigt ist und die Ladepins sowie den Herzfrequenz-Sensor beherbergt. Zur Oberseite hin verfügt der Rahmen über eine schräge Fase, wo ein sehr päzise gearbeiteter Übergang zum Frontglas erfolgt. Dieses ist an den Rändern deutlich abgerundet, was insgesamt zu einem sehr weichen Übergang der Komponenten führt und sich an keiner Stelle kantig oder kratzig anfühlt. Der Rahmen besteht aus einer stabilen Aluminiumlegierung und verfügt über ein mattes Finish. Der Rahmen ist in den Farben Schwarz, Silber und Gold zu haben. Zusammen mit verschiedenen Armband-Farben sind 6 Kombinationen verfügbar.

Das Armband wird aus Silikon gefertigt und fühlt sich äußerst angenehm am. Verglichen mit der GTR bietet das Amazfit GTS Armband etwas mehr Grip. Das erlaubt ein weniger straffes Anlegen der Uhr, ohne dass diese ständig am Arm verrutscht, was insgesamt für ein angenehmeres Tragegefühl sorgt. Das Armband ist mit ausreichend löchern versehen und dürfte damit an so ziemlich jeden Arm passen. Wer das Armband ersetzen will, kann dies jederzeit tun. Die Befestigung erfolgt mit den typischen Federbolzen. So lässt sich das Band der GTS jederzeit mit wenigen Handgriffen wechseln. Die Breite des Armbands beträgt 19,5mm.

Am Arm trägt die Amazfit GTS deutlich weniger auf als die runde Schwester. Das liegt nicht nur am geringeren Gewicht, sondern auch am unauffälligeren und schlankeren Design. Da die aufgesetzte Lünette hier fehlt, ist das Gehäuse deutlich schlanker. Im Gegenzug fehlt allerdings ein schützendes Element um das Displayglas. Kollidiert man mit der Uhr am Arm mit Gegenständen, so wird es meistens das Glas treffen. Im Alltag hat das bei uns bisher zwar keine Beschädigungen hinterlassen, doch wer sich da Sorgen macht, sollte lieber gleich eine passende Schutzfolie mitbestellen.

Die Amazfit GTS ist laut Hersteller bis zu 5 ATM (50 Meter) wasserdicht. Ausreizen sollte man das natürlich nicht und sich maximal aufs Schwimmen beschränken. Das macht die GTS dann aber problemlos mit. Ein Tauchgang über mehrere Stunden hinweg im Waschbecken hat der Uhr nichts anhaben können und auch alltäglicher Wasserkontakt wie Regen, Duschen, Baden oder das Abwaschen der Uhr hat keine Probleme bereitet. Erfreulich ist auch, dass die Ladepins der Amazfit GTS bisher keine Korrosion zeigen, was bei günstigen Smartwatches gerne mal ein Problem ist.

Amazfit GTS
Display

​Größe ​1,65"
Auflösung 442 x 348 / 341ppi ("Retina" Auflösung)
Technologie​​AMOLED (100% NTSC)
​Anzahl Berührungspunkte​1
Gehärtetes Glas​Gorilla Glass 3
Anti Fingerabdruck Beschichtung​Ja

​Das Display ist das Highlight der Amazfit GTS, denn hier wurden einige Verbesserungen vorgenommen. Was sofort ins Auge sticht, ist die angehobene Auflösung. Mit dieser erreicht man nun eine Pixeldichte, mit der das menschliche Auge je nach Abstand kaum bis gar keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen kann. Das führt zu einer schärferen und insgesamt besseren Darstellung. Hinzu kommt gegenüber der GTR der Vorteil des rechteckigen Displays. Wenn es um die zur Darstellung von Informationen nutzbare Fläche geht, sind runde Displays eher suboptimal. Und genau hier kann die Amazfit GTS punkten. Huami macht von dem rechteckigen Display auch regen Gebrauch und liefert im Standard Watchface deutlich mehr Informationen - z.B. einen Wetterbericht. Und auch in anderen Bereichen des Systems macht sich das Plus an Fläche positiv bemerkbar. So wird bei der Amazfit GTS zum Beispiel beim Tracken von Aktivitäten die Uhrzeit am oberen Displayrand angezeigt. Bei der runden GTR muss man dafür mangels Platz in ein separates Menü gehen.

​Die Farbdarstellung wurde bei der Amazfit GTS auch verbessert. Das Display deckt 100% des NTSC Farbraums ab und liefert damit eine etwas feinere Darstellung von Farbverläufen. Die Farben sind zudem noch etwas intensiver. Am besten lässt sich die Darstellung als "lebendig" beschreiben. Die Helligkeit ist nach wie vor ausreichend hoch, sodass man die GTS auch unter Sonnenlicht noch einwandfrei ablesen kann. Die Regelung der Helligkeit erfolgt auf Wunsch automatisch über einen Lichtsensor. Dieser ist völlig unsichtbar ins Gehäuse integriert worden.

Das Displayglas besteht aus Gorilla Glass 3 und hat bisher keinerlei Kratzer abbekommen. Im direkten Vergleich mit der GTR bietet die Amazfit GTS eine deutlich bessere Gleitfähigkeit und die beworbene Beschichtung gegen Fingerabdrücke funktioniert besser. Nach einem Tag sehen wir deutlich weniger Abdrücke auf dem Glas und können diese mit kurzem Wischen am Ärmel beseitigen. Der Touchscreen funktioniert gut und erlaubt eine reibungslose Bedienung. Nur mit Wasser kommt er nicht klar. Sobald sich einige Tropfen auf der GTS befinden, werden unkontrolliert Eingaben ausgelöst. Beim Schwimmen oder Duschen oder bei starkem Regen empfiehlt es sich also die Bildschirmsperre zu aktivieren.

Amazfit GTS
Hardware & Verbindung

​Prozessor Eigenentwicklung von Huami
BetriebssystemAmazfit OS
SensorenBioTracker PPG Herzfrequenz Sensor (Eigenentwicklung)
6-Achsen Beschleunigungs Sensor
3-Achsen Erdmagnetfeld Sensor
Luftdruck Sensor
Umgebungslicht Sensor
Stromversorgung​220mAh Li-Po Akku
Anbindung​Bluetooth 5.0 LE
Standortbestimmung​GPS & GLONASS

​Die Amazfit GTS ist eine komplette Eigenentwicklung von Huami, was auch für den verbauten Chipsatz gilt. Genaue Angaben zu den technischen Details macht der Hersteller nicht, sodass entsprechende Vergleiche leider wegfallen. Gefühlt scheint die Amazfit GTS aber über einen schnelleren Prozessor als die GTR zu verfügen. Trotz der höheren Displayauflösung scheint die Oberfläche z.B. beim Scrollen ein wenig flüssiger zu reagieren. Als Betriebssystem kommt wie gehabt die Eigenentwickling Amazfit OS zum Einsatz, welches sich auf der Amazfit GTS mit Ausnahme der Anpassung an den eckigen Bildschirm nicht von der GTR unterscheidet.

Die Uhr ist mit diversen Sensoren ausgestattet. Neben Sensoren für die Bewegungserkennung und das Umgebungslicht gibt es einen von Huami entwickelten Herzfrequenz Sensor, einen Kompass und einen Luftdruck Sensor. Mit Strom versorgt wird die Hardware von einem 220mAh Akku. Huami attestiert der Amazfit GTS eine typische Laufzeit von 14 Tagen. Das können wir bestätigen. Selbst mit viel GPS Nutzung und 24/7 Betrieb inklusive Schlaftracking ohne Stromsparmodus kamen wir problemlos auf 9 Tage Laufzeit. Schaltet man die Uhr über Nacht ab, werden locker 20 Tage Laufzeit und mehr erreicht - je nachdem wie oft man GPS nutzt. Aufgeladen wird die Uhr per USB mit einem magnetisch Dock. Bei Annäherung "schnappt" das Dock automatisch an die richtige Stelle. Der volle Ladevorgang dauert ca. zwei Stunden.

Akkulaufzeit mit Intensivnutzung ohne Herunterfahren oder Stromsparmodus

​Wie die GTR bietet auch die Amazfit GTS integriertes GPS und kann so Standalone ohne ein Smartphone zum genauen Erfassen von Aktivitäten genutzt werden. Zur Positionsbestimmung nutzt die Smartwatch GPS und GLONASS. Basierend auf unseren Tests zeigt sich das GPS der Amazfit GTS im Alltag als etwas zuverlässiger als bei der GTR. Die Fix-Zeiten fallen etwas geringer aus und die Genauigkeit wird weniger stark durch z.B. einer Jacke gestört. Im Schnitt hat die Amazfit GTS damit die bessere Genauigkeit. Ganz eliminiert werden die gelegentlichen leichten Abweichungen der gelaufenen oder gefahrenen Routen jedoch nicht. Diese treten vor allem in der Nähe von Gebäuden aber auch im Wald oder bei sehr stark bewölktem Himmel und zusätzlicher Abschirmung der Uhr auf. Bei dem geringen Preis der Amazfit GTS ist das aber kein wirklicher Kritikpunkt, da selbst eine Apple Watch nur geringfügig besser abschneidet. Bei der kompakten Bauweise einer Uhr sind den GPS Antennen einfach Grenzen gesetzt, solange sie nicht ins Armband ausgelagert werden.

Amazfit GTR
Mi Note 10
Mi Note 10
Amazfit GTR
Amazfit GTR
Mi Note 10

​Die Bluetooth LE Reichweite der Amazfit GTS entspricht dem was wir schon von der runden GTR kennen. Auch hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass wenn das Smartphone im mittleren Stockwerk auf dem Schreibtisch liegt, die Verbindung im unteren und obersten Stockwerk in fast allen Räumen bestehen bleibt. Das ist praktisch, denn so kann man sich relativ frei bewegen, ohne an das Handy gebunden zu sein und verpasst dabei keine Benachrichtigung. Andererseits muss man bedenken, dass man deshalb Smart Lock nicht nutzen sollte.

Amazfit GTS
Funktionsumfang

​Werfen wir nun mal einen genaueren Blick auf den Funktionsumfang der Amazfit GTS und beginnen hier einmal mit dem Grundlegenden: der Uhr. Wie gehabt stehen euch hier verschiedene Watchfaces zur Verfügung. Zwischen diesen kann man bequem wechseln wenn man den Finger längere Zeit auf dem Ziffernblatt ruhen lässt. Ab Werk findet ihr zwei Watchfaces auf der Uhr. Weitere Watchfaces könnt ihr aus der Amazfit App nachladen. Hier kommen auch immer wieder mal neue Watchfaces hinzu.

Das Standard Watchface haben wir im Test allerdings beibehalten, da es zumindest für unser Empfinden perfekt ist und eine Vielzahl von Informationen darstellt. Neben der Uhrzeit sowie dem Datum zeigt das Watchface das aktuelle Wetter mit Temperatur an, sowie eine Vorhersage für die kommenden Tage. Hinzu kommen Indikatoren für die verbrannten Kalorien inklusive Diagramm für das Schrittziel, eine Anzeige für die aktuelle bzw. zuletzt gemessene Herzfrequenz und eine Anzeige für den Akkustand. Damit ist an der Stelle wohl alles abgedeckt was der durchschnittliche Nutzer benötigt.

Weitere Uhren-spezifische Funktionen der Amazfit GTS sind eine Stopuhr sowie die Möglichkeit einen Alarm zu setzen. Auch eine Weckfunktion ist vorhanden, wobei diese die Uhr lediglich vibrieren lässt und mangels Lautsprecher keinen Ton von sich gibt. Da die Vibration der GTS zwar deutlich spürbar aber nicht sehr kräftig ist, wacht man davon nicht unbedingt auf, sofern man einen tiefen Schlaf hat. Wie an einem Smartphone lassen sich hier mehrere Wecker einrichten, welche sich z.B. an verschiedene Wochentage oder Zeiträume richten.

Watchface Auswahl
Stoppuhr Analog
Stoppuhr Digital
Timer

​Benachrichtigungen vom Smartphone landen natürlich auch auf der Uhr und werden dort mitsamt einer Text Vorschau und dem Icon der App von der sie kommen angezeigt. Eine Interaktionsmöglichkeit z.B. für Messenger Apps gibt es leider nicht. Emojis werden ebenfalls nicht dargestellt. Etwas störend ist, dass die Benachrichtigung sehr schnell wieder ausgeblendet wird. Hat man nicht rechtzeitig auf die Uhr geschaut, muss man erst manuell über das Hauptmenü in das Benachrichtigungszentrum wechseln um die verpasste Benachrichtigung angezeigt zu bekommen. Als Workaround kann man sich das Benachrichtigungszentrum per Quick Shortcut auf den Power Button legen. So kann man es durch langes Drücken der Taste schneller aufrufen.

Gehen Anrufe auf dem Smartphone ein, so bekommt man darüber auf der Amazfit GTS eine Benachrichtigung. Neben dem Anrufer werden dann auch Buttons zum Stummschalten oder Ablehnen des Anrufs angezeigt. Ein Telefonieren über die Uhr ist allerdings nicht möglich. Wie gesagt fehlt hier ein Lautsprecher aber auch ein Mikrofon. Auch ein Annehmen des Anrufs über die Uhr ist nicht vorgesehen.

Das Vibrationsmuster der Amazfit GTS lässt sich über die Smartphone App individuell festlegen. Neben vorgefertigten Mustern könnt ihr auch eigene Muster erstellen. Diese können dann einem Benachrichtigungstyp aber auch einer bestimmten App zugeordnet werden. So kann man die Uhr z.B. bei Anrufen doppelt und bei Benachrichtigungen einmal vibrieren lassen.

​Weitere Funktionen der Amazfit GTS umfassen eine separate Wetter App. Man ist also nicht auf die Darstellung vom Watchface angewiesen und kann diese Infos auch abrufen wenn man ein Watchface ohne Wetter Info nutzt. In der Wetter App erhält man Infos zum aktuellen Wetter am in der Amazfit App festgelegten Standort. Darüber hinaus zeigt die Amazfit GTS eine Vorschau der kommenden 6 Tage sowie Informationen zur Windstärke, UV Index, Luftfeuchtigkeit und dem Zeitpunkt von Sonnenaufgang und Untergang an.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit sich an Events Erinnern zu lassen. Diese müssen aber vom Smartphone aus in die Uhr geschrieben werden, da die GTS keine On-Screen Tastatur bietet. Hinzu kommt dann noch eine App für den E-Kompass und das Barometer. Letzteres zeigt neben dem Luftdruck (+-50hPa Genauigkeit vgl. Davis VantagePro2 Wetterstation) die aktuelle Höhe an, was allerdings nicht sehr genau ist. Beobachtet haben wir hier Abweichungen von bis zu 200 Meter in der Anzeige. Immerhin: Hat die Uhr ein GPS Signal, wird dieses zur Bestimmung der Höhe genutzt und der Wert wird genauer.

​Als nächstes wenden wir uns den Fitness Funktionen zu. Permanent werden von der Uhr die getätigten Schritte aufgezeichnet und das sogar erstaunlich genau. Tatsächlich funktioniert die Erkennung in einigen Fällen besser als mit einer Apple Watch, welche gerne mal bei anderen Bewegungen / Aktivitäten Schritte zählt, obwohl man gar nicht läuft. Die getanen Schritte werden auf der Uhr übersichtlich inklusive einer Historie der vergangenen Tage dargestellt und natürlich auch mit der Amazfit App synchronisiert. In den Einstellungen kann man ein Schrittziel festlegen, welches man nach Möglichkeit jeden Tag erreichen sollte.

Leider werden auf das Schrittziel keine anderen Aktivitäten wie z.B. Radfahren angerechnet. Das ist schade, denn nach einer längeren Radtour will wohl keiner auch noch sein Schrittziel auffüllen. Die Amazfit GTS ist da aber nicht alleine, denn auch bei der GTR hatten wir diesen Kritikpunkt schon genannt. Immerhin hat Huami hier wenigstens etwas nachgebessert und einen weiteren Bewegungs Indikator eingeführt. Dieser nennt sich PAI, was für "Personal Activity Index" steht. Für Bewegung und Training-Sessions bekommt man hier Punkte gut geschrieben, wobei hier auch der Grad der körperlichen Belastung anhand der Herzfrequenz berücksichtigt wird. Laut Amazfit sollte man sich hier auf bis zu 100 PAI Punkte hocharbeiten und dann versuchen diesen Wert zu halten. Gutgeschriebene Punkte verfallen nach 7 Tagen. PAI steht übrigens nicht nur für die Amazfit GTS, sondern auch die Amazfit GTR zur Verfügung.

Die Fotos vom Schrittzähler auf der Uhr zeigen leider ein leeres Diagramm da ein kürzliches Update den Zähler auf der Uhr zurückgesetzt hat.

​Die Herzfrequenz wird von der Amazfit GTS ebenfalls erfasst und das nach unseren Erfahrungen ziemlich genau. Die Apple Watch und die GTS sind sich meistens über die Herzfrequenz einig. Goodies wie die Erkennung von Herzrhythmusstörungen und die Möglichkeit ein EKG zu erstellen gibt es bei der Amazfit GTS natürlich nicht. Dennoch bekommt man einen guten Überblick über die eigene Herzfrequenz, denn diese wird sowohl auf der Uhr als auch der App als Diagramm dargestellt und man sieht die minimale und maximale Frequenz sowie eine Einteilung in verschiedene Stufen. In diesen Stufen wird dann die Zeit dargestellt, in welcher sich der Herzschlag in diesem Bereich befand. Die Amazfit GTS ermittelt auch den Ruhepuls, wofür allerdings die kontinuierliche Messung aktiviert sein muss. Dies könnt ihr übrigens ohne Sorge bezüglich dem Akkuverbrauch tun. Man merkt kaum einen Unterscheid zwischen kontinuierlicher Messung und der Messung in Abständen von einigen Minuten.

​Wer eine detailliertere Erfassung von sportlichen Aktivitäten haben will, der muss manuell ein Training mit der gewünschten Sportart starten. Hier ist dann in vielen Fällen auch die Erfassung per GPS möglich, sodass man zum Beispiel eine gelaufene oder geradelte Strecke auf einer Karte einsehen kann. Neben der Strecke wird je nach Sportart auch der Verlauf von Herzfrequenz, Geschwindigkeit und das Höhenprofil aufgezeichnet. Die Einteilung der Herzfrequenz nach Kategorien ist ebenfalls gegeben. Aufgezeichnete Aktivitäten werden auf der Uhr gespeichert und können direkt dort detailliert eingesehen werden. Alternativ kann man sie natürlich auch in der App ansehen, was vermutlich für die meisten Nutzer etwas komfortabler sein wird - vor allem wenn man die Diagramme genauer betrachten will. Folgende Sportarten kann die Amazfit GTS erfassen:

  • Joggen
  • Laufen
  • Radfahren
  • Laufband
  • Ergometer
  • Outdoor Schwimmen
  • Indoor Schwimmen
  • Crosstrainer
  • Bergwandern
  • Traillauf
  • Skifahren
  • Freestyle

​Die Nutzung des Schlaftrackers ist leider nicht direkt auf der Amazfit GTS möglich. Die Schlafanalyse wird ausschließlich in der Amazfit App dargestellt. Auf der Uhr gibt es keinerlei Anzeige für die Statistik. Der Schlaftracker selbst scheint soweit man das selbst beurteilen kann recht genau zu arbeiten. Schwierigkeiten hat er aber beim Erkennen von Wachphasen. Diese werden nicht immer erkannt.

Amazfit App

​Die Verbindung zwischen Amazfit GTS und dem Smartphone wird über die Amazfit App hergestellt, welche der zentrale Hub für alle Wearables von Huami ist. Die App bietet eine übersichtliche Darstellung der wichtigsten Daten direkt auf der Hauptseite. Genauere Details zu den einzelnen Daten bekommt man durch simples Antippen zu sehen. So kann man neben den aufgezeichneten Aktivitäten inklusive GPS Karte natürlich auch Diagramme für Herzfrequenz und getane Schritte einsehen, wobei diese nach Tag geordnet werden.

Sämtliche Daten der Amazfit GTS werden mit der Cloud synchronisiert und sind somit gesichert, auch wenn man mal das Smartphone wechseln sollte. Anmelden könnt ihr euch in der Amazfit entweder mit einem Amazfit Account oder auch mit Facebook, Google, WeChat, Line und eurem Xiaomi Account. Die meisten Einstellungen der Uhr wie z.B. das Verhalten bei Benachrichtigungen und der Messfrequenz für die Pulsmessung werden direkt über die Amazfit App eingestellt und können an der GTS nicht angepasst werden. Praktisch ist hierbei, dass all diese Einstellungen ebenfalls in der Cloud gesichert werden. Bei einem neuen Huami Wearable werden also automatisch eure alten Einstellungen auf das neue Gerät überragen, was sogar zwischen verschiedenen Modellen funktioniert. Unsere Einstellungen von der Amazfit GTR waren zum Beispiel sofort auch für die Amazfit GTS gültig. Besonders praktisch ist dies im Hinblick auf die Push Benachrichtigungen, wo man eine Liste von Apps definieren kann, welche Benachrichtigungen an die Uhr senden können, sodass man nicht permanent mit Meldungen zugeballert wird.

Eine nach wie vor gültige Schwäche der Amazfit App ist allerdings der Mangel an Integration mit Plattformen anderer Anbieter. Huami bietet nach wie vor nur eine WeChat und Strava Integration an. Dienste wie z.B. Runtastic oder Google Fit fehlen. Darüber hinaus bietet die Amazfit Plattform bis heute keine Möglichkeit die Aktivitäten online per Browser Link zu teilen um z.B. das Kartenmaterial am PC abrufen zu können. Lediglich Screenshots von aufgezeichneten Aktivitäten lassen sich teilen. Es wäre schön wenn Huami an diesen Stellen zeitnah nachbessert, denn diese Punkte haben uns schon im letzten Sommer beim Test der Amazfit GTR gestört.

Amazfit GTS Test:
Fazit

​Je nach Angebotslage und Versandstandort bekommt man die Amazfit GTS derzeit für 90 bis 130€ und damit etwas günstiger als die GTR. Grundsätzlich bekommt man dafür eine wirklich solide Smartwatch, welche sich für alle eignet, welche mit einem rudimentären Gerät ohne die Möglichkeit zusätzliche Apps zu installieren zufrieden sind. Im Test hat uns die Amazfit GTS sogar etwas besser gefallen als die Amazfit GTR. Zwar sieht sie nicht so edel aus, lässt sich aber angenehmer tragen und ist dünner. Hinzu kommt das hochauflösende Display, welches nicht nur optisch einen guten Eindruck hinterlässt, sondern aufgrund der rechteckigen Form auch mehr Platz für Inhalte bietet und so Watchfaces mit deutlich mehr Informationen zulässt.

Was den Funktionsumfang angeht nehmen sich die Uhren nichts und auch beim Empfang gibt es keine großen Unterschiede (beim GPS ist die Amazfit GTS minimal besser). Klar, die Akkulaufzeit ist bei der GTS etwas kürzer, aber für die kompakte Bauweise auch hier beeindruckend lang und man kommt mit GPS Nutzung locker über eine Woche mit einer Ladung aus, selbst wenn man die Uhr permanent trägt und nie herunterfährt. Am Ende gibt es für die Amazfit GTS aus Preis-Leistungs-Sicht eine absolute Kaufempfehlung. Wenn ihr euch zwischen der GTS und der GTR entscheiden wollt, solltet ihr eure Wahl basierend auf euren Design-Vorlieben fällen.

Pro

  • ​Zurückhaltendes aber schönes Design mit sehr guter Verarbeitung
  • Trägt nicht zu sehr auf auf, dünn, unauffällig und angenehm zu tragen
  • Stabiles Silikon Armband, einfach zu wechseln
  • Tolles hochauflösendes AMOLED Display mit automatischer Regelung der Helligkeit
  • Das rechteckige Display bietet mehr Platz für die Darstellung von Informationen
  • Einfach zu bedienen, zuverlässiger Touch Screen (bis auf Wasserkontakt)
  • Displayglas recht kratzfest und mit Beschichtung gegen Abdrücke
  • Flüssige Benutzeroberfläche
  • Ausreichender Funktionsumfang für alle die keine Apps brauchen
  • Gut umgesetzte Fitness Funktionen mit guter Übersicht auch ohne Smartphone
  • Weitestgehend auch ohne Smartphone nutzbar
  • Zuverlässiges GPS, recht genau und kurze Fix Zeiten
  • Keinerlei Wärmeentwicklung selbst bei langer GPS Nutzung
  • Geringer Stromverbrauch auch mit aktivem GPS, hält locker eine Woche bei sehr intensiver Nutzung und deutlich länger wenn man Strom spart (Abschalten über Nacht)
  • Regelmäßige Firmware Updates mit Bug Fixes und teils auch neuen Funktionen (z.B. zuletzt der PAI)
  • Global Version mit Mehrsprachen Unterstützung (basierend auf der Sprache des verbundenen Smartphones), offiziell in Deutschland erhältlich
  • Magnetisches Ladedock, einfach zu nutzen

Contra

  • ​Touch Screen mit Wassertropfen nicht mehr nutzbar
  • Integration mit Drittanbietern ausbaufähig
  • Schlaf Statistik nur in der App einsehbar

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Kommentare 7

Gäste - Hans am Montag, 03. Februar 2020 11:59

Hallo,

Erstmal Danke für den ausführlichen Testbericht.

Beim Barometer hätte ich noch eine Frage.
Kann es sein das sie den relativen und absoluten Luftdruck verwechselt haben?
Weil +-50hpa kann ja kaum sein.

Hallo, Erstmal Danke für den ausführlichen Testbericht. Beim Barometer hätte ich noch eine Frage. Kann es sein das sie den relativen und absoluten Luftdruck verwechselt haben? Weil +-50hpa kann ja kaum sein.
Christopher am Montag, 03. Februar 2020 12:04

Liegt eher am Sensor, mal stimmt der Wert einigermaßen, mal nicht. Gleiches gilt auch für die per Luftdruck bestimmte Höhe. Ob das nun ein generelles Problem ist oder an meiner Uhr liegt kann ich nicht sagen.

Liegt eher am Sensor, mal stimmt der Wert einigermaßen, mal nicht. Gleiches gilt auch für die per Luftdruck bestimmte Höhe. Ob das nun ein generelles Problem ist oder an meiner Uhr liegt kann ich nicht sagen.
Gäste - Andreas Holzapfel am Mittwoch, 29. Januar 2020 15:20
GPS Empfang und Genauigkeit

Hallo Christopher, erst mal - herzlichen Dank für den Test. Ich habe in einigen Foren und Bewertungen gelesen, dass der GPS-Empfang unterirdisch ist (Fix dauert bis zu 5 Minuten, setzt immer wieder aus - egal bei welchem Wetter und bei welchem Terrain) Es soll wohl ein Update seitens des Herstellers geben. Ist da schon was geschehen? Ich habe dazu noch nichts im Netz gefunden. Herzlichen Dank im Voraus.

Hallo Christopher, erst mal - herzlichen Dank für den Test. Ich habe in einigen Foren und Bewertungen gelesen, dass der GPS-Empfang unterirdisch ist (Fix dauert bis zu 5 Minuten, setzt immer wieder aus - egal bei welchem Wetter und bei welchem Terrain) Es soll wohl ein Update seitens des Herstellers geben. Ist da schon was geschehen? Ich habe dazu noch nichts im Netz gefunden. Herzlichen Dank im Voraus.
Christopher am Mittwoch, 29. Januar 2020 19:09

Ich habe mit dem GPS kein einziges Mal Probleme gehabt. Ob es hier wie bei der GTR unter den Geräten Schwankungen beim GPS Empfang gibt kann ich schlecht beurteilen.

Ich habe mit dem GPS kein einziges Mal Probleme gehabt. Ob es hier wie bei der GTR unter den Geräten Schwankungen beim GPS Empfang gibt kann ich schlecht beurteilen.
Gäste - Christian am Sonntag, 26. Januar 2020 21:09

Hi, danke für die Info
mfg Christian

Hi, danke für die Info mfg Christian
Gäste - Christian am Sonntag, 26. Januar 2020 10:43
Bluetooth deaktivieren

Hi,
kann man bei der Gts Bluetooth dektivieren?
Danke, mfg Chris

Hi, kann man bei der Gts Bluetooth dektivieren? Danke, mfg Chris
Christopher am Sonntag, 26. Januar 2020 11:17

Ja aber nur im Energiesparmodus. Dabei werden dann auch die meisten Funktionen der Uhr deaktiviert. Ist bei Bluetooth LE aber nicht wirklich relevant. Das Bluetooth verbraucht kaum noch Strom wenn man die Verbindung zum Smartphone trennt.

Ja aber nur im Energiesparmodus. Dabei werden dann auch die meisten Funktionen der Uhr deaktiviert. Ist bei Bluetooth LE aber nicht wirklich relevant. Das Bluetooth verbraucht kaum noch Strom wenn man die Verbindung zum Smartphone trennt.
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Freitag, 21. Februar 2020

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