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Meizu unterzieht sich einer Schlankheitskur

meizu

Meizu ist in der Welt der Chinahandys ein ganz alter Hase und blickt auf eine längere Firmengeschichte zurück als Xiaomi. Schon zu Zeiten von Windows Mobile gab es Smartphones von Meizu. Doch genauso lange wie die Firmengeschichte ist auch die Geschichte der Krisen des Unternehmens. Meizu befand sich bereits mehrfach kurz vor der Pleite, konnte sich allerdings immer wieder fangen und zwischenzeitlich große Erfolge feiern. Aktuell befindet sich das Unternehmen jedoch wieder in einem Tief und dieses hält bereits eine ganze Weile an.

Bereits im Frühjahr wurde bekannt, dass Meizu eine Finanzspritze von Seite der Regierung erhalten hat. Der unter anderem von der Regierung in Zhuhai unterhaltene Fond Honghua stieg mit großem Anteil in Meizu ein. 50,92% des Unternehmens gehören seitdem laut chinesischen Berichten zu Honghua und in diesem Zuge wurde auch Huang Zhang auf dem CEO Posten ersetzt.

Nun scheint sich Meizu einer Schlankheitskur zu unterziehen, denn laut neuesten Berichten die sich auf Meizu Insider beziehen, gibt es derzeit einen erneuten Stellenabbau im Unternehmen. 30% der Mitarbeiter sollen in diesem Jahr entlassen worden sein. Die Mitarbeiterzahl soll sich nun bei nur noch etwas über 1000 befindet. Und auch bei den Offline Geschäften geht es bergab. In den besten Zeiten hat Meizu über 2700 Ladengeschäfte in China betrieben, deren Anzahl nun massiv reduziert wird. Laut den Berichten chinesischer Medien wurde die Anzahl von Meizu Stores in einer Provinz von über hundert auf nur noch fünf Stores reduziert.

Zudem verlassen auch hochrangige Mitarbeiter das Unternehmen. Li Nan zum Beispiel hat Meizu Anfang Juli verlassen, nachdem er bereits nach dem Start des Meizu 16 weniger Verantwortung im Unternehmen übernommen hatte. Auch Hong Hansheng, verantwortlich für die Entwicklung von FlymeOS, hat das Unternehmen verlassen und ist zu Oppo übergelaufen.

Meizu muss sich mehr Mühe geben.

​Der Grund für die aktuelle Krise von Meizu ist nicht schwer zu finden. Die Marke verschwindet leider mehr und mehr in der Bedeutungslosigkeit, während Marken wie Xiaomi stetig wachsen. Grund dafür sind einige Fehlentscheidungen, aber auch ein Chaos im Produktangebot. Die erfolgreichsten Zeiten hatte Meizu, als man ein konsistentes Smartphone Line-Up vorweisen konnte. Drei feste Geräte-Linien für das High-End, Mittelklasse und Einsteiger-Segment, welche zuverlässig einmal im Jahr aktualisiert und stetig weiterentwickelt wurden. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Stattdessen startet Meizu immer wieder neue Smartphone-Serien und stampft andere ohne wirklichen Grund ein. Bei den Kunden sorgt dies für Verwirrung und das Angebot von Meizu ist wenig konsistent und oft auch wenig stimmig.

Hinzu kommt der Umstand, dass Meizu zwar immer wieder tolle Smartphones baut, an diesen jedoch im Vergleich zur Konkurrent immer wieder etwas fehlt - insbesondere bei den High-End Geräten. Ein klassisches Beispiel sind notorische Defizite bei den Displays, wo es bei nahezu allen Modellen im Vergleich mit der Konkurrenz an Helligkeit mangelt. Flaggschiffe mit 450 Nits die man unter Sonnenlicht kaum bis gar nicht ablesen kann, sind einfach ein No Go. Hinzu kommt der halbherzige Umgang mit dem internationalen Geschäft, wo Meizu sein Momentum mit 100%iger Zuverlässigkeit verspielt.

Meizu versucht zwar internationale Kunden anzusprechen, kann hier aber keinen Durchbruch erreichen, weil man sich schlicht und einfach nicht richtig darum kümmern will. Global Versionen von Meizu Smartphones kommen wenn überhaupt oftmals mit mehrmonatiger Verspätung auf den Markt. Auf Seite der Software sieht es auch nicht unbedingt rosig aus. Die hauseigene Android-ROM FlymeOS wird in der China Version regelmäßig aktualisiert. Die internationale Version von FlymeOS dagegen bekommt auf sämtlichen Meizu Smartphones nur selten Updates. Es gab sogar schon Global Geräte von Meizu die kein einziges Update erhalten haben.

Sollte Meizu sich dieser Probleme nicht endlich mal bewusst werden, dürfte es mit der Marke weiter bergab gehen, bis sie schließlich vom Markt verschwindet. Meizu muss Anreize schaffen, um Kunden dazu zu bewegen, statt zu Xiaomi oder Huawei auch mal zu Meizu zu greifen. Ein starkes Line-Up mit konkurrenzfähigen Geräten und eine solide Software-Basis sind dafür unerlässlich. Und dazu gehört auch der internationale Markt, denn hier gibt es für Meizu noch größeres Wachstumspotential als es mittlerweile in China der Fall ist.


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Kommentare 4

Johannes am Dienstag, 30. Juli 2019 08:56
Hoffen auf baldige Besserung

Wir haben / hatten das Meizu 15 und 16
Preis-Leistung ist wirklich Top! Für das 16er gab es sogar mal ein Update des global ROM´s
Aber wie Ihr oben schon bemängelt verspielt Meizu sein potential auf dem weltweiten Markt
Die Übersetzung ist stellenweise sehr mangelhaft bzw gar nicht vorhanden und mit zunehmenden Alter buggt das 15 immer mehr rum,
so dass ein Umstieg auf ein anderes Phone immer wahrscheinlicher wird :/

Ich wünsche sehr das Meizu die Wende schafft und mit ihren Geräten weiterhin eine Konkurrenz zu Xiaomi & Co. bleibt

Wir haben / hatten das Meizu 15 und 16 Preis-Leistung ist wirklich Top! Für das 16er gab es sogar mal ein Update des global ROM´s :o Aber wie Ihr oben schon bemängelt verspielt Meizu sein potential auf dem weltweiten Markt :( Die Übersetzung ist stellenweise sehr mangelhaft bzw gar nicht vorhanden und mit zunehmenden Alter buggt das 15 immer mehr rum, so dass ein Umstieg auf ein anderes Phone immer wahrscheinlicher wird :/ Ich wünsche sehr das Meizu die Wende schafft und mit ihren Geräten weiterhin eine Konkurrenz zu Xiaomi & Co. bleibt
Christopher am Dienstag, 30. Juli 2019 12:39

Leider unwahrscheinlich und das sieht auch der ehemalige Meizu Global Manager so mit dem ich Kontakt habe. Wichtige Mitarbeiter haben Meizu verlassen und sind zu BBK Marken übergelaufen. Durch den Einstieg der Regierung in Meizu werden die frei gewordenen Führungs-Posten mit Parteimitgliedern besetzt. Dies bringt wiederum Bürokratie ins Unternehmen, was komplett im Gegensatz zur bisherigen Unternehmenspolitik steht. Meizu ist ein sinkendes Schiff und ohne ein Wunder wird das (leider) nicht aufzuhalten sein. Geld ist nicht alles, es braucht auch die richtigen Leute auf den Schlüsselpositionen und genau das ist derzeit nicht mehr gegeben.

Leider unwahrscheinlich und das sieht auch der ehemalige Meizu Global Manager so mit dem ich Kontakt habe. Wichtige Mitarbeiter haben Meizu verlassen und sind zu BBK Marken übergelaufen. Durch den Einstieg der Regierung in Meizu werden die frei gewordenen Führungs-Posten mit Parteimitgliedern besetzt. Dies bringt wiederum Bürokratie ins Unternehmen, was komplett im Gegensatz zur bisherigen Unternehmenspolitik steht. Meizu ist ein sinkendes Schiff und ohne ein Wunder wird das (leider) nicht aufzuhalten sein. Geld ist nicht alles, es braucht auch die richtigen Leute auf den Schlüsselpositionen und genau das ist derzeit nicht mehr gegeben.
Gäste - Steinlaus am Montag, 29. Juli 2019 13:57
Schade

Meizu ist qualitativ eigentlich eine der wenigen Alternativen zu Xiaomi, weswegen es sehr wünschenswert wäre, wenn sich die Firma wieder fängt. Gerade die Kamerasoftware gefällt mir mit ihrem traditionell sehr guten Dynamikumfang immer wieder.

Meizu ist qualitativ eigentlich eine der wenigen Alternativen zu Xiaomi, weswegen es sehr wünschenswert wäre, wenn sich die Firma wieder fängt. Gerade die Kamerasoftware gefällt mir mit ihrem traditionell sehr guten Dynamikumfang immer wieder.
Christopher am Montag, 29. Juli 2019 13:59

Dito. Bei den Kameras hat Meizu schon immer ein gutes Händchen bewiesen.

Dito. Bei den Kameras hat Meizu schon immer ein gutes Händchen bewiesen.
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