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Chuwi Hi12: Unboxing & Erster Eindruck

Chuwi Hi12: Unboxing & Erster Eindruck

In letzter Zeit wird klar, wohin die Reise mit den China Tablets geht. Android Tablets sind out, Windows und Dual-Boot Tablets boomen. Weiterhin geht der Trend hier immer mehr in Richtung Detachables und Convertibles, sprich Geräte die sowohl als Tablet PC als auch als klassisches Notebook verwendet werden können. 

So ist es nun mal wieder an der Zeit sich eines der neueste Geräte aus diesem Bereich genauer anzusehen. Diesmal handelt es sich um das Chuwi Hi12, eines der größten Tablets die der chinesische Markt derzeit zu bieten hat. Ganze 12" misst der Bildschirm des Geräts, was es zumindest auf dem Papier insbesondere für den Produktiveinsatz geeignet macht.

Unboxing

Geliefert wird das Chuwi Hi12 in einem recht großen, braunen Karton. Dieser ist recht einfach gestaltet und verfügt neben dem Chuwi Logo nicht über viele Aufdrucke. Eine Abbildung des Tablets fehlt komplett. Im Inneren findet man das Tablet geschützt in Folie, einen Umschlag mit allerlei Dokumenten und chinesischer Sprache sowie eine kleine Schachtel mit dem 2,5A Netzteil und einem Micro USB Kabel zum Aufladen. 

Das Tastatur Cover mit dem man das Gerät in ein echtes Notebook verwandeln kann liegt leider nicht bei und muss extra gekauft werden. Selbiges gilt auch für den druckempfindlichen Stylus. Eigentlich sollte uns dieses Zubehör mitgeliefert werden, was leider nicht der Fall ist.

Erster Eindruck

Ganz ehrlich, würden wir unseren Sitz in Shenzhen haben, wir würden das Chuwi Hi12 umgehend wieder einpacken, zum Hersteller fahren und es den Verantwortlichen dort um die Ohren hauen. Was sich Chuwi hier für eine Fehlkonstruktion geleistet hat ist schon ein starkes Stück. Direkt beim Auspacken ist uns aufgefallen, dass die Rückseite aus Aluminium nicht ordentlich sitzt und an der oberen Seite leicht vom Rest des Tablets absteht. Durch Drücken rastete die Rückseite dann ein. 

Leider war das aber noch nicht alles. Direkt beim ersten Start fiel uns auf, dass das Display etwas komisch wirkt. Bei genauerer Betrachtung wurde dann auch klar warum. Der Spalt zwischen dem Panel und dem Glas war auf der rechten Seite deutlich größer als auf der linken Seite. Das Display saß also in die Tiefe schief. Das sieht nicht nur optisch unter aller Kanone aus, es sorgt auch für die typischen Druckspuren die man auf einem LCD Panel sieht wenn man auf dessen Oberfläche Druck ausübt. 

Unsere erste Amtshandlung war deshalb das Tablet zu öffnen um dem Problem auf den Grund zu gehen. Und dieser offenbarte sich dann recht schnell in Form eines echt peinlichen Konstruktionsfehlers. Das Panel ist nämlich nicht befestigt. Es gibt im Plastikrahmen keinerlei Haken in denen es einrasten würde. Man kann es also einfach so herausnehmen. 

Auf einer Seite wird das Display durch das angeschraubte Mainboard an seinem Platz gehalten. Auf der anderen Seite dagegen befindet sich nichts, was das Panel an seinem Platz halten würde. Da an dieser Stelle der Akku an das Display geklebt ist und durch sein Gewicht einen entsprechenden Zug ausübt, rutscht das Panel damit auf dieser Seite aus dem Rahmen, was dann zur von uns beobachteten Abschüssigkeit führt. 

Glücklicherweise lässt sich dieser Konstruktionsfehler relativ einfach beheben. Man nehme Doppelseitiges Klebeband und befestige damit am Panel einige Streifen entsprechend zugeschnittenen Schaumstoff. Über diesen übt dann die Alurückseite Druck auf das Display aus und hält es im zusammengebauten Zustand an seinem Platz. Warum Chuwi das nicht selbst macht? Man weiß es nicht. Eines steht aber fest: Das ist ein Armutszeugnis was die Qualitätskontrolle betrifft. So einen Fehler kann man ja fast nicht übersehen.

Wie man anhand dieses Desasters schon erahnen kann, ist auch die restliche Verarbeitung des Tablets nicht sonderlich hochwertig und unterscheidet sich doch recht deutlich von dem, was wir von den bisher gerne getesteten Teclast Geräten gewohnt sind. Die Rückseite aus Aluminium ist nicht wirklich Stabil und kann leicht eingedrückt werden.

Auf der linken Seite an der sich die Anschlüsse des Tablets befinden, knarzt das Gerät zudem schon bei leichtem Druck. Grund hierfür sind die Aussparungen im Aluminium, welche einen Schwachpunkt bilden. Dadurch biegt sich das Metall an dieser Stelle bei Druck besonders leicht, was dann zu den Geräuschen führt.

Einen Klassiker der China Gerätschaften findet man übrigens auch hier: klappernde Buttons! Auf der oberen Seite findet man am Chuwi Hi12 einen Einschalter sowie eine Lautstärkewippe. Beide haben ziemlich viel Spiel und melden sich damit mehr oder weniger Lautstark wenn man das Tablet schüttelt.

Das Display eignet sich aufgrund seiner Größe von 12" und der hohen Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixel zwar gut zum bequemen Surfen im Netz und Office Arbeiten sowie Multi-Tasking, schwächelt jedoch was die Ablesbarkeit im Freien betrifft. Zum einen ist die maximale Helligkeit nicht sonderlich hoch, zum anderen sorgt der recht große Spalt zwischen Glas und LCD Panel für reichlich Spiegelungen. An dieser Stelle fragen wir uns wirklich, wann die Chinesen gedenken endlich einmal OGS Panels in ihre Tablets zu verbauen. Hinzu kommt dann noch ein merkbarer Gelbstich, welcher die Qualität des Panels deutlich unter jene in den Teclast Geräten drückt. Immerhin unterstützt der Digitizer bis zu 10 Berührungspunkte auf einmal.

Was die Performance betrifft gibt es dafür bisher keinen Grund zu meckern. Windows 10 Home läuft hier in der 64-Bit Variante flüssig und dank den 4GB RAM ist es auch kein Problem mehrere Apps gleichzeitig offen zu haben. Der Intel Atom X5 Z8300 schneidet in Benchmarks zwar schlechter ab als der Z8500, im Alltag merkt man das abseits von Spielen (wofür sich so ein Windows Tablet ohnehin nicht eignet) nicht. Im Gegenteil: durch das Fehlen der Hitzeprobleme unter denen der Z8500 gerne leidet, macht der Z8300 unter Last im Office Betrieb sogar eine bessere Figur.

Der 11.000mAh Akku (gemessene nutzbare Kapazität 10.152mAh) hat am ersten Tag ebenfalls eine gute Figur gemacht. Das Tablet hielt im Dauerbetrieb ab 14:00 bis ca. 20:30 durch, wobei es aber zur Messung der Kapazität auf 0% entladen wurde. In Anbetracht des großen Displays ist das kein schlechtes Ergebnis und durchaus vielversprechend. Das Aufladen dauert dagegen seine Zeit. Wie lange genau, müssen wir aber noch nachmessen.

So viel also zu den ersten Eindrücken. Wie ihr seht ist der erste Eindruck durchwachsen. Besonders die Notwendigkeit des Bastelns vor Inbetriebnahme des Tablets dürfte für die Meisten schon jetzt ein Ausschlusskriterium darstellen, zumal das Chuwi Hi12 mit 255 US Dollar nicht gerade günstig ist. Nun muss das Tablet mal ein paar Tage lang zeigen, ob die bisher aufgedeckten Mängel die Einzigen bleiben, oder ob es da noch mehr unschöne Details gibt. Alles dazu erfahrt ihr dann im Review. Bis dahin!


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