Zwei Tage nach der Bestätigung des Aprilstarts wird Oppo beim Find X9 Ultra auch kameratechnisch konkreter. Produktverantwortlicher Zhuo Shijie hat auf Weibo das 10-fach Periskop Teleobjektiv offiziell bestätigt und dabei erstmals detailliert erklärt, wie das System intern aufgebaut ist.
Fünf Reflexionen statt vier
Der Kern der Ankündigung ist eine neue Periskop Architektur, die Oppo als branchenweit erste ihrer Art bezeichnet. Bisherige Periskop Teleobjektive in Smartphones arbeiten typischerweise mit vier Reflexionen in einer L-förmigen Anordnung. Das Oppo Find X9 Ultra setzt stattdessen auf fünf Reflexionen in einem W-förmigen Aufbau, was den Lichtpfad von üblicherweise rund 41mm auf 29mm verkürzt und dabei dennoch eine native 10-fache optische Vergrößerung bei 230mm Äquivalentbrennweite ermöglicht.
Um die mit jeder zusätzlichen Reflexion steigenden optischen Verluste zu kontrollieren, setzt Oppo auf mehrere eigens entwickelte Technologien. Das Prisma wird laut Zhuo auf Nanometerebene präzise geschnitten, wobei außerhalb des eigentlichen Lichtpfads eine spezielle ND Beschichtung aufgebracht wird. Dieser sogenannte Luft Blenden Ansatz soll Streulicht, das bei mehrfachen Reflexionen entsteht, deutlich reduzieren und eine klarere Abbildung liefern als herkömmliche Vier-Reflexions-Systeme. Hinzu kommt eine dreifache aktive optische Kalibrierung in der Fertigung, die sicherstellen soll, dass jedes Seriengerät eine gleichbleibende optische Qualität erreicht.
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Angepasster Sensor, erweiterter Zoombereich
Als Bildsensor kommt ein für dieses Modul optimierter 50MP Samsung ISOCELL JNL zum Einsatz, den Oppo intern als JNL 5000 Megapixel Fusion-Sensor bezeichnet. Mikrolinsenschicht und Farbfilter wurden speziell auf die 10-fache Brennweite abgestimmt, um Farbabweichungen zwischen den einzelnen Kameras zu reduzieren. Die Blende liegt bei f/3.5. In Kombination mit dem größeren Sensor nimmt das Objektiv nach Oppo Angaben etwa dreimal so viel Licht auf wie das 10-fach Teleobjektiv im Samsung Galaxy S23 Ultra, das seinerzeit mit einem 1/3.52 Zoll Sensor und f/4.9 arbeitete.
Per Pixel Binning soll das System zudem 20-fachen Zoom in optischer Qualität bei 460mm Äquivalentbrennweite liefern, der maximale digitale Zoombereich liegt bei 120-fach. Oppo bewirbt das Gerät in diesem Zusammenhang mit dem Begriff „Himmelsauge Teleobjektiv", in Anlehnung an die visuelle Reichweite des Systems.
Oppo hat auf Weibo außerdem ein Vergleichsbild veröffentlicht, welches das integrierte 10-fach Teleobjektiv einem nicht namentlich genannten Flaggschiff mit externem Telekonverter gegenüberstellt. Die gezeigten Ergebnisse liegen laut Oppo auf ähnlichem Niveau. Das ist mit Vorsicht zu genießen, da Vergleichsbilder aus Herstellerteasern naturgemäß nicht neutral sind. Klar ist aber: Wer auf einen externen Aufsatz verzichten möchte, bekommt mit dem Find X9 Ultra eine in dieser Form bisher nicht dagewesene Option direkt ab Werk. Separate Telekonverter wie jene für das Vivo X300 Pro (ab ca. 1.147€ bei TradingShenzhen mit Kamera-Kit*) arbeiten zwar mit deutlich größeren Sensoren und versprechen höhere Abbildungsqualität, setzen aber eben zusätzliches Zubehör voraus.
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Starttermin verdichtet sich
Während Oppo offiziell lediglich April als Startzeitraum bestätigt hat, nennt Leaker Yogesh Brar den 20. April als konkretes Datum für den Launch in China, mit einem gleichzeitigen Start in weiteren Märkten inklusive Europa. Der Verkaufsstart sollte demnach spätestens in der ersten Maiwoche folgen. In China hat Oppo bereits Vorbestellungen geöffnet. Jüngst gab es auch noch Gerüchte um einen früheren Global Launch Anfang April. Glaubwürdige Belege dafür lassen sich jedoch nicht finden.
Quelle(n): Pete Lau (X) | Oppo (Weibo) | Oppo (Weibo) | Oppo (Weibo)