Mediatek hat heute den Dimensity 8500 offiziell vorgestellt. Der neue Mittelklasse-Prozessor richtet sich primär an Gaming-Smartphones und bringt gegenüber dem Vorgänger Dimensity 8400 einige Verbesserungen bei Leistung und Energieeffizienz mit. Erste Geräte mit dem Chip sind bereits angekündigt oder wurden schon vorgestellt, darunter das kürzlich in China präsentierte Honor Power 2.
Architektur und Leistung
Der Dimensity 8500 setzt wie sein Vorgänger auf eine All Big Core Architektur mit acht ARM Cortex A725 Kernen. Diese teilen sich in drei Cluster auf: ein Hauptkern taktet mit bis zu 3,4GHz, drei weitere Kerne erreichen 3,2GHz und vier "Effizienz"-Kerne laufen mit 2,2GHz. Im Vergleich zum Dimensity 8400 erhöht sich damit die maximale Taktrate des Hauptkerns, während die Clusteraufteilung identisch bleibt. Die Cache-Hierarchie umfasst 1MB L2 Cache für den schnellsten Kern, 512KB für die mittleren und 256KB für die Effizienz-Kerne, ergänzt durch 6MB L3 Cache und 5MB System Level Cache.
Als Speicheranbindung kommt LPDDR5X zum Einsatz, wobei Mediatek die maximale Datenrate auf 9600Mbps erhöht hat. Dies entspricht einer Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorgänger, der mit maximal 8533Mbps angebunden war. Für den internen Speicher unterstützt der Prozessor weiterhin UFS 4.0 mit Multi Circular Queue (MCQ).
Bei der Grafikeinheit hat Mediatek nachgebessert. Statt der Mali-G720 MC7 im Dimensity 8400 kommt nun eine Mali-G720 MC8 zum Einsatz, verfügt also über eine zusätzliche Ausführungseinheit. In Kombination mit der HyperEngine Technologie soll dies für flüssigeres Gaming sorgen. Mediatek verspricht dabei, dass HyperEngine-optimierte Spiele mit 120FPS oder mit aktivierten HDR-Einstellungen bei gleichzeitig stabiler Performance laufen können. Laut Hersteller liegt die Spitzenleistung der Bildverarbeitung 24 Prozent über der des Vorgängers, während der Stromverbrauch um 42 Prozent sinkt. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf die gesamte Plattform und nicht ausschließlich auf die GPU.
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Künstliche Intelligenz und Kamera-Anbindung
Der NPU 880 bleibt als AI-Beschleuniger erhalten und unterstützt aktuelle Anforderungen für generative KI-Anwendungen. Der Chip kann mit Diffusion Transformern arbeiten und bietet Unterstützung für Mixed-Precision INT4-Quantisierung. Mediatek's NeuroPilot Toolkit ermöglicht Entwicklern den Zugriff auf Optimierungen für Large Language Models (LLMs) und Large Vision Models (LVMs), inklusive Speculative Decoding zur Beschleunigung der Inferenz.
Die Imagiq 1080 ISP unterstützt Sensoren mit bis zu 320MP Auflösung oder drei 32MP Sensoren gleichzeitig bei 30FPS. Als technische Neuerung nennt Mediatek die Unterstützung für QPD-Bayer Sensoren, die durch ihre Bauweise mehr Licht einfangen und schneller fokussieren sollen. Die ISP bietet 100 Prozent PDAF-Abdeckung für durchgängigen Phasenerkennungs-Autofokus und ermöglicht 4K HDR Videoaufnahmen mit 60FPS über den gesamten Zoombereich.
Im Bereich der Mobilfunkanbindung bewirbt Mediatek den Chip als 5G-Advanced-fähig. Das integrierte Modem unterstützt bis zu drei Carrier Components (3CC-CA) und erreicht theoretische Download-Geschwindigkeiten von bis zu 5,17Gbps. Die dritte Generation der Smart Network Suite soll mit einem verbesserten Subway Mode 2.0 für schnelleres Wiederverbinden nach Funklöchern sorgen. Dual SIM Dual Active (DSDA 2.0) erlaubt die gleichzeitige Nutzung zweier SIM-Karten mit 5G und 4G. Für WLAN steht Wi-Fi 6E mit 2x2 MIMO zur Verfügung, Bluetooth 5.4 ist ebenfalls integriert. Die GNSS-Unterstützung umfasst alle gängigen Satellitennavigationssysteme inklusive GPS L1CA, L5 und L1C sowie BeiDou, Glonass, Galileo, QZSS und NavIC.
Der Dimensity 8500 kann Displays mit WQHD+ Auflösung bei bis zu 144Hz ansteuern oder zwei Bildschirme gleichzeitig über Dual DSI betreiben. Bei der Videowiedergabe werden alle relevanten Codecs unterstützt, darunter H.264, H.265, VP-9 und AV1, jeweils mit 4K bei 60FPS.
Quelle(n): Mediatek