Von ChinaMobileMag auf Freitag, 18. September 2026
Kategorie: News

Glorlin GT105 8745HS Unboxing & erster Eindruck

Glorlin ist ein chinesischer Hersteller von Mini PCs, der vergleichsweise unbekannt ist und in Deutschland hauptsächlich über Amazon in Erscheinung tritt*. Mit dem Glorlin GT105 haben wir ein Modell des Herstellers im mittleren Preissegment zum Testen erhalten. Auf dem deutschen Markt ist der Rechner aktuell offiziell über Amazon erhältlich. Das Modell gibt es dort in zwei Varianten: Einmal mit dem AMD Ryzen 7 8745HS oder dem AMD Ryzen 7 8845HS. Beide Versionen kommen mit 16GB Arbeitsspeicher und wahlweise 500GB oder 1TB SSD Speicher daher.

Für den Test hat uns Glorlin das Modell mit dem AMD Ryzen 7 8745HS bereitgestellt. Der Mini PC wurde direkt von Amazon versandt und ist letzte Woche bei uns eingetroffen. In den letzten Tagen haben wir mit den ersten Testläufen begonnen, sodass wir euch an dieser Stelle ein paar erste Eindrücke vor dem vollständigen Testbericht liefern können.

Direkt ins Auge fallen einige Ausstattungsmerkmale, die bei vergleichbaren Mini PCs in dieser Preisklasse nicht immer selbstverständlich sind. Die ab Werk verbaute SSD nutzt zum Beispiel PCIe 4.0, während sich in vielen Konkurrenzgeräten ab Werk noch langsamere PCIe 3.0 SSDs befinden. Ebenfalls an Bord sind zwei Ethernet Anschlüsse mit jeweils 2,5Gbit sowie zwei USB-C Ports. Laut Datenblatt unterstützen sogar beide von ihnen USB 4 beziehungsweise Thunderbolt.

Preislich positioniert sich der Glorlin GT105 im Mittelfeld. Die 8745HS Variante mit 16GB RAM und 500GB SSD kostet 599,99€*, das 1TB Modell liegt bei 669,99€*. Mit dem AMD Ryzen 7 8845HS zahlt man 639,99€* beziehungsweise 759,99€ für 1TB*. Derzeit zieht Amazon zusätzlich 17% Rabatt ab, der automatisch beim Checkout (Bezahlvorgang) berücksichtigt wird. Leider gibt es keine Angabe dazu, wie lange die Rabattaktion gültig ist.

In diesem Beitrag werfen wir einen ersten Blick auf den Glorlin GT105, packen ihn aus und teilen ein paar erste Eindrücke mit euch. Der ausführliche Testbericht folgt in den nächsten Tagen.

Glorlin GT105 Ausstattung

Herzstück des Glorlin GT105 ist der AMD Ryzen 7 8745HS. Der Achtkerner mit 16 Threads stammt aus dem Sommer 2024, basiert auf der Zen 4 Architektur und wird im 4nm Verfahren bei TSMC gefertigt. AMD taktet den Chip mit 3,8GHz Basis und bis zu 4,9GHz im Turbo und spezifiziert ihn mit einer TDP von 35 Watt. Für die Grafik zuständig ist die integrierte AMD Radeon 780M mit 12 Compute Units und einem Takt von bis zu 2,6GHz. Sie unterstützt AV1 Encoding und Decoding, was den Mini PC neben Office und Multimedia auch für Streaming und Videoaufgaben interessant macht.

Der 8745HS ist übrigens trotz der niedrigeren Nummer neuer als der Ryzen 7 8845HS, den AMD bereits Ende 2023 vorgestellt hatte. Im Vergleich zum älteren Chip bietet er die AVX-512 Instruktion, dafür verzichtet AMD auf die 16 TOPS NPU. Die Maximaltaktfrequenz sinkt leicht von 5,1GHz auf 4,9GHz, die TDP von 45 auf 35 Watt.

Beim Arbeitsspeicher liefert der GT105 16GB DDR5 mit 4800MHz. Leider verbaut der Hersteller aber nur einen einzelnen Riegel, es stehen allerdings zwei Steckplätze zur Verfügung. Ein zweiter 16GB Riegel lässt sich einfach nachrüsten und bringt auf einen Schlag 32GB inklusive Dual Channel. Laut Datenblatt ist der Arbeitsspeicher bis zu 256GB erweiterbar. Das Aufrüsten mit zwei RAM Modulen ist vor allem aus Sicht der Grafikleistung sehr zu empfehlen, da die GPU von der gesteigerten Speicherbandbreite stark profitiert.

Als Festspeicher kommt eine 500GB M.2 2280 NVMe SSD zum Einsatz. Auffällig ist, dass diese PCIe 4.0 nutzt, während in vielen vergleichbaren Mini PCs ab Werk langsamere PCIe 3.0 SSDs ab Werk verbaut werden. Wer mehr Kapazität braucht, greift zur 1TB Variante oder rüstet selber auf. Was günstiger kommt, solltet ihr vorab vergleichen, da die Preise für SSDs aufgrund der anhaltenden Speicherkrise relativ stark schwanken.

Die Konnektivität fällt beim Glorlin GT105 umfangreich aus. Drahtlos sind ein Wi-Fi 6 Modul und Bluetooth 5.3 an Bord, kabelgebunden geht es über zwei Ethernet Anschlüsse mit jeweils 2,5Gbit/s ins Netz. Die USB Ausstattung umfasst zwei USB 3.2 Gen 2 Typ-A und zwei USB 2.0 Typ-A Anschlüsse sowie zwei USB-C Ports. Laut Datenblatt unterstützen beide USB-C Ports USB 4 inklusive 8k60Hz Videoausgabe.

Für die Videoausgabe stehen weiterhin HDMI 2.1, DisplayPort 1.4 und die beiden USB-C Ports zur Verfügung. Damit lassen sich laut Hersteller bis zu vier Displays gleichzeitig betreiben. Ein 3,5mm Kopfhöreranschluss rundet die Anschlüsse ab. Windows 11 Pro ist vorinstalliert und mit einer gültigen Lizenz ausgestattet.

{eblogads}

Glorlin GT105 8745HS Unboxing & Lieferumfang

Der Glorlin GT105 wird in einer schlichten weißen Box geliefert die keinerlei Aufdrucke hat. Lediglich auf dem Umkarton befindet sich das Glorlin Logo und ein Vermerk zum enthaltenen Modell sowie der Konfiguration. Die Verpackung ist rechteckig und kompakt gehalten. Der Mini PC ist im Karton mit Schaumstoff gut gegen Stöße geschützt.

Im Inneren liegt der komplette Lieferumfang auf einen Schlag bereit. Neben dem GT105 selbst findet sich das Netzteil mit deutschem Schukostecker, sodass sich der Mini PC ohne Zusatzkäufe direkt in Betrieb nehmen lässt. Hinzu kommt ein HDMI Kabel sowie die VESA Adapterplatte mitsamt Schrauben, über die sich der GT105 an der Rückseite eines Monitors befestigen lässt. Abgerundet wird der Lieferumfang von der Bedienungsanleitung, die allerdings recht knapp ausfällt. Das mitgelieferte Netzteil hat eine Leistung von 120 Watt und ist damit völlig ausreichend dimensioniert.

Einen genauen Blick auf die Verpackung und den Lieferumfang bekommt ihr im Unboxing Video zum Glorlin GT105 im ChinaMobileMag YouTube Kanal.

Erste Eindrücke vom Glorlin GT105

​Vom Design her setzt der Glorlin GT105 auf Schlichtheit. Das matte, dunkelgraue Kunststoffgehäuse kommt ohne sichtbare Schnörkel aus und wirkt dadurch eher unauffällig. Das Finish hinterlässt dennoch einen soliden Eindruck. Das Gehäuse fühlt sich gut an und vermittelt keinen Billigcharakter. Kratzer oder grobe Spaltmaße zeigen sich beim Testgerät keine, insgesamt wirkt der Mini PC gut verarbeitet.

Die kompakte Bauweise gehört zu den Stärken des GT105. Er ist in etwa so groß wie eine ausgestreckte Hand. Zudem findet der Rechner problemlos Platz unter einem Monitor, da er nicht übertrieben hoch gebaut ist. Damit eignet er sich auch für Setups, bei denen jeder Zentimeter auf dem Schreibtisch zählt.

Das Port Layout ist vorbildlich. Glorlin setzt auf einen USB-C Port an der Front und einen weiteren an der Rückseite. Beides hat seine Berechtigung. Der Frontport eignet sich für den gelegentlichen Anschluss von SSDs und ähnlichem, der rückseitige Port ist die bessere Wahl für dauerhaft angebundene Monitore und Docks, da hier das Kabelmanagement deutlich aufgeräumter bleibt. Die Power Taste ist gut erreichbar, die blaue LED ist gut sichtbar, ohne im Alltag zu stören.

{eblogads}

Beim ersten Start zeigt sich, dass die Kombination aus Ryzen 7 8745HS und Radeon 780M im Office Betrieb ihre Sache gut macht. Windows fühlt sich reaktionsschnell an und die Oberfläche läuft durchgehend flüssig. Auch beim Surfen oder beim Abspielen von 4k Videos auf YouTube gab es keine Auffälligkeiten.

Im Benchmark Vergleich ordnet sich der Glorlin GT105 passend zum verbauten Prozessor ein. Als Referenz dient die Chuwi AuBox mit demselben Ryzen 7 8745HS, die wir vor einer Weile getestet haben und die es mittlerweile leider nicht mehr zu kaufen gibt. Beide Geräte liefen mit der Werkskonfiguration, also jeweils einem einzelnen RAM Riegel. Das Ergebnis: Die Performance liegt innerhalb der Toleranz auf Augenhöhe. Im Geekbench 6 Test liegt der Glorlin GT105 mit 2.458 Punkten im Single Core und 9.683 Punkten im Multi Core nur rund 1,5 bis 2 Prozent hinter der AuBox. Das ist innerhalb der üblichen Schwankungen zwischen Benchmarkläufen. Auch im Compute Test mit 23.823 Punkten gibt es keinen relevanten Unterschied. Einzig im PCMark liegt der GT105 mit 7.406 Punkten rund 15 Prozent vor der AuBox. In den GPU Benchmarks bleibt der Abstand ebenfalls klein, in 3DMark Steel Nomad Light trennen die beiden Geräte nur 2,4 Prozent, also ebenfalls innerhalb der Fehlertoleranz.

Chuwi AuBox: AMD Ryzen 7 8745HS
Glorlin GT105 8745HS: AMD Ryzen 7 8745HS
Geekbench Single Core (V6)
2.495
+1,5%
Glorlin GT105 8745HS
2.458
-1,5%
Geekbench Multi Core (V6)
9.884
+2,1%
Glorlin GT105 8745HS
9.683
-2,0%
Geekbench Compute (V6)
24.173
+1,5%
Glorlin GT105 8745HS
23.823
-1,4%
PCMark (10)
Glorlin GT105 8745HS
7.406
+15,0%
6.441
-13,0%
Basemark GPU Medium
12.172
+2,3%
Glorlin GT105 8745HS
11.895
-2,3%
Basemark GPU High
Glorlin GT105 8745HS
1.343
+1,8%
1.319
-1,8%
3DMark Solar Bay
Glorlin GT105 8745HS
7.382
+3,2%
7.156
-3,1%
3DMark Steel Nomad Light
1.631
+2,4%
Glorlin GT105 8745HS
1.592
-2,4%

Der GT105 liefert also genau das, was man von dem Chip erwarten darf: eine solide Mittelklasse Leistung, die für Office Arbeit, Multimedia und anspruchsvolleres Multitasking mehr als ausreichend ist. Die PCIe 4.0 SSD hat ihre beworbene Anbindung im Benchmark bestätigt. Über 6GB/s beim sequenziellen Lesen sind für diese Preisklasse ein guter Wert.

{eblogads}

Auch die Kühlung macht im ersten Eindruck eine gute Figur. In den ersten Benchmarks war kein Thermal Throttling zu beobachten, das Gehäuse wird unter Last warm, aber nicht heiß. Das Kühlsystem im Glorlin GT105 dürfte somit ausreichend dimensioniert sein. Erwähnenswert ist auch die Geräuschkulisse. Der Lüfter ist relativ leise, zwar schon hörbar, aber nicht störend. Bei sehr hoher Drehzahl dominiert ein eher neutrales Rauschen bis leichtes Pfeifen, ein störendes Brummen oder Vibrieren, das sich auf den Untergrund überträgt, war nicht zu hören. Die Lüftersteuerung fällt ruhig aus, ändert nicht permanent die Drehzahl und dreht auch nicht zu schnell auf.

Wer selbst Hand anlegen möchte, bekommt beim GT105 einen vergleichsweise angenehmen Zugang ins Innere. Die vier Schrauben an der Unterseite sind ohne Entfernen der Gummifüße zugänglich. Danach hat man Zugang zum Kühlsystem. Für die M.2 Steckplätze muss man anschließend das Mainboard lösen. Hierzu sind vier Schrauben zu entfernen und das Board lässt sich anschließend entnehmen. Ein Punkt, auf den man achten sollte: Im Gehäuse sitzt ein zweiter Lüfter für RAM und SSD, der über ein Kabel mit dem Mainboard verbunden ist. Beim Entnehmen des Boards sollte man dieses Kabel im Blick behalten, um es nicht versehentlich abzureißen. Die WLAN Antennen wiederum sind als Module direkt auf dem Mainboard befestigt und müssen nicht gelöst werden. Ein Upgrade auf zwei RAM Riegel und damit Dual Channel ist also ohne größeren Aufwand möglich.

Softwareseitig kommt der Glorlin GT105 mit Windows 11 Pro daher. Die gültige Lizenz wird bei der ersten Einrichtung sofort aktiviert. Mehrere Sprachen sind vorinstalliert, darunter Deutsch, und die Einrichtung ist auch ohne Microsoft Account möglich. Abseits der mit Windows ausgelieferten Programme ist keine Drittanbieter Bloatware zu finden. Alles weitere klären wir dann im Rahmen des ausführlichen Testberichts, der voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche erscheinen wird.

Kommentare hinterlassen