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Nomu S30 Test

Nomu S30 Test

Nomu ist ein Newcomer auf dem China Handy Markt und lässt es mit dem Nomu S30 krachen. Das Smartphone gehört zu den am besten ausgestatteten Outdoor Smartphones. Doch eine gute Ausstattung macht noch lange kein gutes Smartphone aus. Weitere Faktoren wie Software, Empfang und viele weitere kleine Details spielen eine ebenso große Rolle. Wir haben das Nomu S30 deshalb für etwas mehr als eine Woche für euch im Alltag getestet.

Nomu S30 - Verpackung & Lieferumfang

Beim Auspacken des Nomu S30 waren wir überrascht. Newcomer Nomu gibt sich hier sichtlich Mühe, ein Premium Gefühl zu erzeugen. Wir haben es hier mit einer braunen Box zu tun, welche ihrerseits recht schlicht gehalten ist. Die Box ist in Folie eingeschweißt, sodass man sicher sein kann, dass die Verpackung noch nicht geöffnet wurde. Zudem befindet sich noch ein Siegel an der Box. 

Nach dem Öffnen der Verpackung findet man als erstes das in einer Tüte befindliche Nomu S30 mit ab Werk aufgebrachter Schutzfolie. Darunter befindet sich ein kleiner Umschlag mit der Garantiekarte sowie einer ausführlichen aber englischsprachigen Anleitung. Daneben befindet sich noch ein Pump Express Plus Ladegerät mit deutschem Stecker und ein Micro USB Kabel in der Box.

Design & Verarbeitung

Wie viele andere Rugged Phones, setzt auch das Nomu S30 auf einen achteckigen Grundriss. Die daraus resultierende kantige Optik, soll wohl die Robustheit des Smartphones unterstreichen. Um das Smartphone zieht sich ein dicker Rahmen aus Metall, welcher an den Ecken noch einmal hartem Gummi geschützt wird. Beim Aufprall auf die Kanten soll so die Struktur und auch das Displayglas durch das Abfedern der entstehenden Kräfte geschont werden.

Rechts finden wir eine runde Power Taste und eine Lautstärkewippe. Die Buttons sind recht groß gehalten, was ebenfalls die Robustheit unterstreicht. Die Tasten wackeln nicht und haben einen angenehmen Druckpunkt. Das Gleiche gilt auch für die zusätzliche Funktions- / SOS-Taste auf der linken Seite des Nomu S30. Unten befindet sich ein Lautsprecher, sowie eine Schutzkappe, unter der sich der Micro USB Anschluss befindet. Oben findet man eine weitere Schutzkappe. Hier verbirgt sich der 3,5mm Kopfhörer Anschluss.

Die Rückseite des Nomu S30 ist mit einem interessanten Muster versehen, was ansatzweise an Kohlefaser erinnert. Im oberen Bereich befindet sich ein Deckel mit Nomu-Logo. Dieser lässt sich abziehen und gibt dann den Micro SD Slot sowie die beiden Micro SIM Slots frei. Eine Dichtung sorgt dafür, dass kein Wasser eindringen kann. Eine interessante und nutzerfreundlichere Lösung, als z.B. beim Blackview BV6000, wo man zunächst Schrauben lösen muss, um an die Karten zu gelangen. Andererseits dürfte die Kappe aber irgendwann undicht werden. Zudem besteht die Gefahr, dass sie bei einem heftigen Sturz abspringt und so Dreck und Wasser ins Innere gelangen kann. Über der Kappe befindet sich noch das Kameramodul und der LED Blitz. Außerdem findet man noch eine kleine Öffnung für das Umgebungsmikrofon.

Es gibt da an der Rückseite leider einen Punkt, der uns gar nicht gefällt. Diese ist ziemlich dünn. Drückt man auf sie, sieht man deutlich, wie sie sich nach Innen wölbt. Man kann sogar den Akku ertasten. Das bedeutet wiederum, dass die Rückseite ein Schwachpunkt ist. Auch hier hat das Nomu S30 also gegenüber dem Backview BV6000 das Nachsehen. Starker Druck auf die Rückseite ist nicht zu empfehlen und auch das Überfahren des Gerätes sollte man tunlichst bleiben lassen. Das Nomu S30 ist also deutlich weniger belastbar.

Das Displayglas entspricht wie der Grundriss des Nomu S30 einem Achteck. Unter dem Display befinden sich große und damit leicht zu bedienende Touch Buttons. Diese sind sowohl bei Tageslicht, als auch - dank Beleuchtung - im Dunkeln sichtbar. Besonders gut gefällt uns, dass die Beleuchtung keinerlei light-bleeding zeigt. Somit wirken die Icons auch bei Nacht gestochen scharf. Über dem Display befinden sich der Telefonhörer, Sensoren und die Frontkamera. Eine Status LED fehlt dem Nomu S30 leider.

Selbstverständlich haben wir das Nomu S30 als Outdoor Smartphone auch einigen Belastungstests unterzogen. Einen Sturz aus 30, 50 und 100cm auf Holzboden hat das Gerät problemlos überstanden. Auch einen Sturz aus 5 Metern Höhe auf Rasen kann das Smartphone wegstecken. Weiterhin haben wir versucht uns auf das Smartphone zu stellen. Auch hier gab es keinerlei Probleme (85kg Körpergewicht).

Die Dichtigkeit wurde ebenfalls geprüft. Zunächst unter dem Wasserhahnt, später im Waschbecken. Eine Stunde lang unter Wasser überstand das Smartphone problemlos. Als Härtetest haben wir dann noch eine komplette Badewanne volllaufen lassen und das Smartphone hierin für eine Stunde versenkt. Auch dieser Test wurde überstanden. Es drang aber definitiv an ein paar Stellen Wasser ein, denn es stiegen aus dem Rahmen ein paar Luftblasen auf und wir fanden später auch in den Anschlusskappen und der SIM-Tray-Abdeckung ein paar winzige Tropfen Wasser. Dementsprechend würden wir nicht empfehlen, die Angabe des Herstellers auf die Probe zu stellen. Nomu spricht von einer Dichtigkeit bei bis zu 5m Wassertiefe für eine Dauer von 2 Stunden.

Ein weiterer Härtestest wurde in den zurückliegenden extrem kalten Tagen durchgeführt. Wir haben das Handset einfach mal bei Nacht in nach Draußen in den Schnee gelegt, als es -16°C hatte. Dort verblieb das Gerät dann für 2 Stunden. Anschließend holten wir es wieder ins Warme und starteten es ohne Akklimatisierungs-Phase. Auch hier gab es keinerlei Probleme. Es bildete sich im Inneren weder Kondenswasser noch zeigte das LCD Display Auffälligkeiten.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ ​1920 x 1080
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja, Gorilla Glass 3
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das 5,5" große Full HD Display im Nomu S30 leistet gute Arbeit. Es bietet richtig intensive Farben, einen sehr guten Kontrast und absolut stabile Blickwinkel. Noch dazu ist es sehr hell, was gerade bei einem Outdoor Smartphone wichtig ist. Immerhin will man hier auch unter direktem Sonnenlicht noch erkennen können, was auf dem Bildschirm vor sich geht.

Beim Displayglas setzt man im Nomu S30 auf Gorilla Glass 3. Das Glas sollte also recht widerstandsfähig sein, was bisher auch der Fall war. Trotz einiger Kratztests und Kontakt mit Schmutz (Erde und Sand), sieht man auf dem Glas bisher keine Kratzer. Was jedoch fehlt, ist eine fettabweisende Beschichtung. Überhaupt ist das Glas irgendwie recht rau und nur eingeschränkt gleitfähig. Schmutz setzt sich damit in Rekordzeit auf dem Display ab, was eher suboptimal ist.

Überraschenderweise unterstützt der Touch Screen im Nomu S30 bis zu 10 Berührungspunkte, reagiert nahezu ohne Verzögerungen und das sehr präzise. Eine äußerst nützliche Funktion ist der Glove Mode, welcher hier auch wirklich gut funktioniert. Aktiviert man diesen Modus, reagiert das Touch Panel auch auf Eingaben wenn man Handschuhe trägt. Wir haben den Glove Mode mit Strickhandschuhen und dicken Lederhandschuhen getestet. Mit beiden Handschuhen konnten wir das Gerät problemlos bedienen. Überraschenderweise ist sogar Tippen noch möglich, wenngleich nur sehr langsam, da man sehr genau zielen muss. Mit nassen Händen lässt sich das Touch Panel auch noch bedienen. Befindet sich aber zu viel Wasser auf dem Display, versagt es den Dienst. Auch unter Wasser ist natürlich keine Bedienung möglich.

Ein perfektes Touch Panel also? Leider nein. Das Gerät teilt sich nämlich denselben Touch Bug wie das Blackview BV6000. Beim Spielen von Shooter Games verliert das TP manchmal einen Finger und erkennt ihn erst wieder, wenn man ihn erneut aufsetzt. So passiert es dann eben, dass man plötzlich nicht mehr zielen oder laufen kann, was mitten im Gefecht schon arg stört. Klar, dieser Fehler stört eher die Spieler, aber er ist vorhanden und muss erwähnt werden. Hoffen wir auf einen baldigen Fix seitens Nomu.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio P10 (MT6755T), 8x Cortex A53 @2.0GHz
GPU:​ ​Mali T860 MP2
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB LPDDR3 (6159,93MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB (210,90 / 203,87MB/s)
Fingerabdruck Scanner:​Nein​
​Sensoren:Accelerometer, Proximity, Light, Gyroscope, Orientation, Magnetometer, Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration​
Besonderheiten:​Wasserdicht, stoßfest, dedizierter Micro SD Slot, Funktionstaste​
Abmessungen / Gewicht:​​163,1 x 83,0 x 13,4mm / 277g

Das Nomu S30 liefert eine spürbar bessere Performance ab als die meisten anderen Helio P10 basierten Chinahandys. Dies liegt schlicht daran, dass Nomu hier auf den MT6755T setzt. Diese Version des Helio P10 verfügt über einen CPU Takt von 2GHz und eine höher getaktete GPU. Das Resultat ist ein flüssigeres Nutzungserlebnis und eine verbesserte Gaming Performance. An der Abwärme macht sich das nicht bemerkbar. Das Nomu S30 wird maximal lauwarm. Für Hardcore Gamer eignet sich das Chinaphone aber trotzdem nicht. Aktuelle, anspruchsvolle Spiele sind auf höchsten Grafikeinstellungen nicht flüssig spielbar. Asphalt Xtreme läuft auf XHDPI und automatischen Details flüssig. Für Unkilled muss man auf die mittleren Grafikeinstellung zurückgreifen, aber auch dann sind immer wieder ein paar Ruckler zu erkennen. Die Alltagsperformance lässt allerdings kaum Wünsche offen.

Am Speicher wurde im Falle des Nomu S30 nicht gespart. der 4GB große Arbeitsspeicher schafft um die 6GB/s Durchsatz und verbessert dadurch zusätzlich die System Performance. Auch der 64GB große Datenspeicher ist sehr schnell unterwegs. Überrascht hat uns hier, dass die Schreibrate mit über 200MB/s fast auf demselben Niveau wie die Leserate liegt. Schnelle App-Ladezeiten und fixes Kopieren von größeren Dateien ist somit gewährleistet.

Wem die 64GB Speicher nicht ausreichen, der kann auch noch eine Micro SD Karte nutzen. Im Test haben wir eine 128GB Karte eingelegt, welche problemlos erkannt wurde. Im System gibt es auch die Option eine Micro SD Karte als internen Speicher zu nutzen. Die 64GB bereits vorhandener Speicher verschmelzen dann mit der Micro SD Karte. Somit hat man noch mehr Platz für seine Apps, bremst den Speicher aber auch aus, da Micro SD Karten langsamer sind.

Einen Fingerprint Scanner hat man sich beim Nomu S30 gespart. Dafür gibt es aber viele andere Sensoren. Ein Gyroskop und Kompass ist vorhanden. Beide Sensoren funktionieren einwandfrei. Kompass Apps sind damit problemlos nutzbar und Kartenmaterial richtet sich automatisch anhand der Blickrichtung aus. Auch Spielereien wie VR Apps und YouTube 360° Videos können genutzt werden.

Software

​Variante: ​Vanilla Android
​Android Version: ​Android 6.0 Marshmallow
Bloatware​:Nein​​ (außer Google Apps)
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem Nomu S30 läuft ein sauberes Vanilla Android, welches mit allen Google Apps daher kommt. Es befinden sich also neben dem Play Store noch Play Music, Google Chrome, Gboard (Google Tastatur), Fotos und ein paar weitere Apps auf dem Gerät. Deinstalliert werden können diese nicht. Das Deaktivieren ist aber möglich.

Das auf dem Nomu S30 laufende Android 6.0 Marshmallow kommt aktuell mit dem Security Patch vom Juli 2016 daher und ist somit veraltet. Nomu sollte hier möglichst bald ein Update veröffentlichen und den aktuellsten Security Patch nachliefern. Ein OTA Updater ist übrigens verfügbar. Während der Testphase wurde dieser aber nicht genutzt. Unbekannt ist, ob Nomu ein Android N Upgrade plant. Eine von uns diesbezüglich gestellte Anfrage wurde mit einem schlichten "wissen wir nicht" beantwortet. Auch hier hat also das Blackview BV6000 vorerst die Nase vorn.

In den Einstellungen des Systems findet man einige Optionen, welche man sonst nicht in Android findet. Da wäre einmal der zuvor schon erwähnte Glove Mode, Einstellungen für die SOS Taste, Off Screen Gesten, Drei-Finger-Screenshot, Flip to Mute, Volume Key Wake-Up, Einstellungen für den Shortcut Button (sollte man die SOS Taste nicht also solche nutzen wollen) und ein automatischer Task Killer.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: 850/900/1800/1900
3G: 850/900/1900/2000
4G: B1/B3/B7/B8/B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac Dual Band
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (2x Micro SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Gerade bei Outdoor Smartphones ist der Empfang sehr wichtig. Zumindest im WLAN und Mobilfunk macht das Nomu S30 hier auch eine gute Figur. Der Mobilfunkempfang bewegt sich auf einem sehr guten Niveau und überzeugt auch im Zug. Band 20 LTE wird unterstützt. Die WLAN Signalstärke ist Exzellent. Selbst ein Stockwerk unter dem Router wird uns noch an einigen Stellen die volle Signalstärke bescheinigt. Die Bandbreite bricht nur geringfügig ein.

Weniger gut schneidet das Nomu S30 leider beim GPS ab. Dieses funktioniert zwar, wie den unteren Screenshots zu entnehmen ist aber nicht perfekt. Es ist schwer mehr als 13 Satelliten zu empfangen und die Genauigkeit ist nur selten besser als 5m. Beim Navigieren kann es vor allem in der Stadt passieren, dass man mal für kurze Zeit auf der falschen Straße angezeigt wird, was aber nur selten vor kommt. Mehr stört die Ungenauigkeit beim Tracking via Google Fit. Hier sieht man ab und an deutliche Abweichungen vom Weg und Schlangenlinien, wo keine gelaufen worden sind. Ob diese Probleme einer schlechten GPS Antenne geschuldet sind oder auf die Software zurückzuführen sind, muss die Zukunft zeigen.

Das Nomu S30 kann übrigens auch NFC. Dieses funktionierte im Test einwandfrei. Wir konnten mit Android Beam Daten übertragen und eine Bankkarte mit Wireless Payment auslesen. Die NFC Antenne befindet sich in der Mitte des Smartphones.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Der Lautsprecher im Nomu S30 klingt entgegen der Werbung alles andere als bombastisch. Wir haben es hier mit der typischen, flach klingenden China-Tröte zu tun. War das Gerät im Wasser, funktioniert der Lautsprecher für ein paar Stunden nicht mehr richtig und liefert nur noch einen sehr leisen Klang. Per Kopfhörer liefert das Handset dafür einen sehr guten Klang. Wir konnten keine Störgeräusche feststellen und die maximale Lautstärke liegt auf einem guten Niveau.

Beim Telefonieren hat uns das Nomu S30 beim ersten Telefonat regelrecht erschreckt. Der Telefönhörer ist auf höchster Stufe so laut, dass es regelrecht in den Ohren schmerzt. Dabei klingt er aber immer noch gut. Die Sprachqualität ist äußerst klar und auch laute Umgebungsgeräusche werden ausgefiltert. Ein Noise Cancelling Mikrofon ist hierfür vorhanden.

Kamera

​Hauptkamera: ​13MP Sony IMX214 / OmniVision OV13850, f/1.8
​Frontkamera: ​5MP OmniVision OV5648, f/2.4
​Blitz:​Einzel-LED
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

Das Nomu S30 soll laut Hersteller mit einer Sony IMX214 basierten 13MP Kamera ausgestattet sein. Was der Hersteller allerdings verschweigt ist, dass dies nicht der Fall sein muss. Sieht man die Treiber Datei an, findet man hier auch Unterstützung für den OmniVision OV13850 Sensor. Vermutlich verbaut Nomu je nachdem, an welche Sensoren man gerade herankommt, entweder den Sony Sensor oder eben den OmniVision Sensor. Doch keine Sorge: Auch der OmniVision OV13850 ist ein guter Sensor. Man findet diesen zum Beispiel im guten alten Lenovo K3 Note.

Einen Nachteil hat die Nutzung zweier Sensoren aber trotzdem: Die Software kann nicht optimal auf die Sensoren abgestimmt werden, es sei denn, man entwickelt verschiedene ROMs für Geräte mit OV und Sony Sensor. Da dies aber einen hohen Aufwand bedeuten würde, macht Nomu das natürlich nicht. Und das merkt man beim Nomu S30 insbesondere bei schlechtem Licht. Bei guter Ausleuchtung erzeugt die Kamera sehr schöne Aufnahmen mit hohem Detailreichtum. Bei Lichtmangel macht sich dann aber schnell ein mäßiges, mit abfallendem Licht immer stärker werdendes Rauschen im Bild breit.

Immerhin: Linsenfehler gibt es nicht. Am Kameramodul wurde also nicht gespart. Eventuell bessert Nomu ja mit künftigen Updates noch weiter nach? Wir hoffen es, denn Potential hat die Kamera. Der Single LED Blitz ist übrigens keine wirkliche Hilfe in größeren Räumlichkeiten. Nahaufnahmen leuchtet er aber zuverlässig aus und als Notfall-Taschenlampe tut er es auch. Die Auslösezeit der Kamera ist recht kurz. Das Fokussieren dauert ca. eine Sekunde.

Videos nimmt die Hauptkamera mit Full HD Auflösung auf. EIS wird unterstützt und funktioniert sehr gut. Der Qualitätsverlust bei aktiviertem EIS ist minimal. Generell sehen die Videos ganz ok aus. Was jedoch stört ist ein leichtes Stottern im Bild. Weiterhin dürfte die Tonspur etwas lauter sein. Der Autofokus arbeitet beim Filmen recht lahm, sodass es sich empfiehlt manuell zu fokussieren.

Die 5MP Frontkamera (interpoliert auf 8MP) ist gut genug für anspruchslose Selfies bei guten Lichtverhältnissen. Bei Dämmerlicht versagt sie aber schnell.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​5.000mAh
​Kapazität (Gemessen): ​4.891mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja, Pump Express Plus (PE+)​

Mit seinem 5.000mAh Akku ist das Nomu S30 ein Ausdauerkandidat. In der Tat hält der Akku ordentlich lange durch. Wir haben das Gerät meistens mit voller Displayhelligkeit genutzt. Dennoch können sich die Statistiken sehen lassen. Im Alltag lag der durchschnittliche Verbrauch bei 11,2% pro Stunde. Im Standby kam das Gerät auf 0,8% pro Stunde. Knapp 9 Stunden Screen-On Zeit werden erreicht. Mit gedimmtem Display kann man auch mühelos die 12 Stunden erreichen.

Etwas enttäuscht hat uns aber die Ladezeit. Obwohl das Nomu S30 Pump Express Plus unterstützt, dauert das Aufladen mit um die 3 Stunden recht lange. Auffällig ist, dass entgegen dem normalen Ladeverlauf bei Pump Express Plus die ersten 50% - 70% Prozent nicht schneller voll sind als der Rest. Stattdessen steigt die Ladung relativ langsam aber konstant an. Das ist suboptimal, denn ein schnelles Nachladen, das binnen wenigen Minuten für mehrere Stunden Betriebszeit sorgt, ist so nicht möglich. Auch hier sollte Nomu noch per Update nachbessern.

Nomu S30 - Fazit

Das Nomu S30 ist ein interessantes Outdoor Smartphone und durchaus ein Konkurrent zum Blackview BV6000. Das Gerät bietet eine sehr gute Ausstattung und ein eleganteres Äußeres. Auch Display und Kamera sowie Akkulaufzeit, Usability und Speicherausstattung sind besser als beim Blackview BV6000. Hinten anstellen muss sich das Nomu S30 aber beim Kostenpunkt, der Robustheit und dem Empfang. Was uns ebenfalls etwas sorgen bereitet, ist der Software Support. Dennoch ist das Nomu S30 ohne Frage ein interessantes und durchaus gutes Outdoor Smartphone - aber eben mit ein paar Abstrichen. Zu kaufen gibt es das Nomu S30 übrigens nicht nur aus China, sondern mit Aufpreis auch direkt bei Amazon mit Versand aus Deutschland.

Pro Contra
​+ Tolles Display ​- Nicht so robust wie manch anderes Rugged Phone
+​​ Gutes Touch Panel (bis auf Multi-Touch Bug)-​​ Veralteter Security Patch, bisher kein OTA Update, kein Android N angekündigt
+​​ Gute Performance-​​ Minderwertiger Medienlautsprecher
+​​ Lange Akkulaufzeit-​​ Mäßiger GPS Empfang
+​​ Sehr guter WLAN und Mobilfunk Empfang-​​ Fast Charging funktioniert nicht korrekt
+​​ Alle wichtigen Sensoren an Bord und funktionieren-​​ Kamera muss noch optimiert werden (low-light Performance, Ruckeln in Videos)
+​​ Wasserdicht und (eingeschränkt) sehr robust-​ Displayglas nicht sehr gleitfähig, anfällig für Schmutz
​+ Kamera mit Potential
​+ Sehr gute Sprachqualität (Noise Cancelling)
​+ Einfach zugängliche SIM / SD Slots
​+ Sehr kratzfestes Displayglas

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