Darum fehlt bei Qualcomm-basierten China Smartphones meistens das Band 20

Darum fehlt bei Qualcomm-basierten China Smartphones meistens das Band 20

Ein ewiges Problem mit den geliebten China Smartphones ist die Unterstützung einer wichtigen LTE Frequenz die bei uns in Deutschland Verwendung findet. Die Rede ist von 800MHz alias LTE Band 20. Da diese Frequenz eine besonders hohe Reichweite bietet und damit die Abdeckung großer Flächen ermöglicht, kommt diese Frequenz in Deutschland vor allem auf dem Land zum Einsatz.

Nun ist es allerdings so, dass zahlreiche Chinaphones genau diese Frequenz nicht unterstützen. Meistens handelt es sich dabei um Handsets mit Qualcomm SoC. Doch warum ist das so? Genau hierüber herrscht seit geraumer Zeit Rätselraten und keiner konnte sich das so recht erklären. Hersteller gingen bisher leider nicht auf das Thema ein.

Uns gegenüber hat sich nun aber ein Hersteller geöffnet, welcher allerdings namentlich nicht genannt werden will. Wo liegt also das Problem? Um es kurz zu machen: Qualcomm ist schuld! Um das zu verstehen muss man wissen, dass Qualcomm zahlreiche Patente in Verbindung mit Mobilfunktechnologien innehält. Dies betrifft sowohl GSM als auch 3G Netze und LTE. Und Qualcomm hält diese Patente natürlich nicht ohne Grund. Man will damit Geld verdienen, und das nicht zu knapp.

Konkret berechnet Qualcomm also jedem Hersteller der die Qualcomm Chips verwendet Gebühren für die Nutzung eben dieser Patente. Und hierbei handelt es sich nicht etwa um eine einzelne Gebühr, sondern um eine Gebühr die sich an der Zahl der genutzten Bänder / Frequenzen orientiert. Unterm Strich werden hier Gebühren zwischen 5 und 20% des Preises des jeweiligen Qualcomm Produktes fällig - also dem Preis des Chips (Modem oder Prozessor).

Im Endeffekt bedeutet das, dass chinesische Hersteller die Kosten reduzieren können, wenn sie Frequenzen nicht unterstützen, welche in China gar nicht benötigt werden. Hierzu gehören zum Beispiel verschiedene 3G Frequenzen die in den USA verwendet werden, aber auch unser geliebtes FDD-LTE Band 20. Mit dieser Kenntnis dürfte gleichzeitig auch das Verständnis für diesen Umstand steigen. Immerhin sind die Kosten die dadurch entstehen beträchtlich und können auf diesem preislich stark umkämpften Markt schnell dazu führen, dass ein Gerät als Verlierer dasteht. Chinesische Marken müssen sich nunmal auf den Heimatmarkt konzentrieren und nicht auf andere Märkte - so gerne wir das auch hätten. Eine Ausnahme besteht natürlich dann, wenn man die Geräte offiziell international anbieten möchte. Gleichzeitig steigt aber auch die Gewissheit darüber, dass sich an diesem Problem so schnell nichts ändern wird.

Übrigens: Wer ich fragt warum Xiaomi Smartphones mit Qualcomm SoC oft weit unter den Preisen der Konkurrenz liegen, für den haben wir auch eine Antwort. Xiaomi hat es nämlich geschafft mit Qualcomm Sonderkonditionen auszuhandeln. Das Unternehmen hat quasi eine Art "Gebührenflatrate" am Start und kommt so günstiger davon als andere Hersteller. Diese "Flatrate" gilt allerdings nur für das in China populäre 3-Mode LTE, also mit den uns bekannten 3 Frequenzen die von den China Handys immer unterstützt werden.

Zwar können wir diese Angaben des Herstellers nicht komplett nachprüfen, allerdings wäre es eine plausible Erklärung. Und mal ehrlich: Es besteht auch kein Motiv Märchen zu verbreiten. Insofern glauben wir diesen Angaben zumindest vorerst mal.

Eines bleibt jedoch offen: Warum unterstützen auch Mediatek Devices von Xiaomi, Meizu und Co. kein LTE Band 20? Soweit wir informiert sind treffen die Probleme mit der Lizenzierung hier nicht zu. Handelt es sich hier tatsächlich nur um Faulheit oder Geiz bei den entsprechenden Antennen? Das werden wir wohl nie erfahren...


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