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Meizu MX4 Review: Wenn Erwartungen übertroffen werden

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Meizu MX4 Review: Wenn Erwartungen übertroffen werden

Das Meizu MX4 – Endlich hat es auch uns bei GizChina erreicht, und ich hatte während der vergangenen Woche die Ehre, das neueste Meizu Smartphone eingehend unter die Lupe zu nehmen. Was das Smartphone alles kann, und vor allem wie es sich um Alltag schlug, das erfahrt ihr hier.

Das Meizu MX4 Standard ist für Meizu gleich in dreierlei Hinsicht eine Premiere. Erstens ist es das wohl bisher günstigste Meizu Smartphone, zweitens war es das erste vorgestellte und erhältliche Smartphone mit dem neuen Mediatek MT6595 SoC, und drittens ist es überhaupt das erste Smartphone von Meizu mit einem Mediatek SoC. Das Unternehmen, und auch die Fans, hatten eine tiefgehende Abneigung gegenüber dem taiwanesischen Chip Designer. Aus diesem Grund kamen bis dato immer SoCs von Samsung in den MX Smartphones von Meizu zum Einsatz. Zugegeben, man kann es ihnen nicht verübeln. Wer high-end Smartphones herstellen wollte, für den war Mediatek nicht unbedingt die beste Wahl. Grund dafür: Schlechter Software Support, eingeschränkte Performance und limitierte Ausstattung.

Doch in jüngster Zeit hat sich Mediatek stark verändert und zeigt Besserung. Mit dem MT6595 wurde das eindrucksvoll demonstriert. Und letztlich hat sich nun auch Meizu zur Verwendung dieses SoC’s durchgerungen. Doch war das ein Fehler, oder ist das Meizu MX4 dennoch ein konkurrenzfähiges Smartphone? Lasst es uns gemeinsam herausfinden.

Meizu MX4 Review: Unboxing

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Das Meizu MX4 präsentiert sich in einer Verpackung, welche typisch für Meizu ist. Schon vom MX3 kennen wir den buchartig aufgebauten Karton, welcher nach dem Aufklappen ein paar Seiten mit „Intromaterial“ bereit hält. Erst nach einigem Umblättern kommt dann der eigentliche Inhalt zum Vorschein. Ganz klar befindet sich hier das Smartphone, sowie ein USB Kabel und ein Netzteil mit 2A Ausgangsstrom. Auf einen Kopfhörer muss man leider verzichten. Ein Blick auf die Rückseite des Kartons verrät die Daten des Smartphones, zusammen mit den unterstützten Netzen. Da ich hier die China Version liegen habe, gibt es leider kein LTE 800. Auf der Rückseite zeigt sich übrigens auch noch einmal die Detailverliebtheit von Meizu. „Lovingly made by Meizu in China“ steht hier ganz unscheinbar aufgedruckt. Nun denn, schauen wir mal wie viel Liebe hier wirklich im Spiel war!

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Kategoriewertung: 7 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Design

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Ich bin hier jetzt mal so frei und gebe ganz offen zu, dass ich mich in das Meizu MX4 verliebt habe. Und zwar nicht nur in das Design an sich, sondern auch in die Verarbeitung und die Haptik des Smartphones. Ich habe es einfach gerne schlicht. Klare Linien, leichte Rundungen, und keine überflüssigen, extravaganten „Schnörkel“ (wenngleich auch das ab und an einen gewissen Reiz hat), gepaart mit einem hochwertigen Gefühl in der Hand. Und genau das ist es, was das Meizu MX4 bietet.

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Die Front wirkt sehr aufgeräumt, mit dem kleinen Telefonhörer, der noch kleineren Front Kamera und dem einzelnen Kreis unter dem Display, welcher als Home Button und Status LED dient. Es gibt keine dicken Ränder um das Display, keine Icons neben dem Home Button. Die Farbe der Front ist beim grauen Modell ein tiefes Schwarz.

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Weiter geht es mit dem Rahmen des Meizu MX4, welcher gemeinsam mit dem Chassis aus einem Stück Metall gefertigt ist. Dieser ist zur Rückseite hin abgerundet, wo er dann bündig mit dem Back Cover abschließt und in eine leichte Wölbung übergeht. Das ganze fühlt sich astrein an, wunderbar glatt und ohne fühlbare Unebenheiten. Einfach so, wie man das erwarten würde. Gestört wird der Rahmen nur minimal, da Meizu den SIM Slot an eine andere Stelle verfrachtet hat. Somit findet man hier nur die Lautstärkewippe auf der linken Seite, den Micro USB Anschluss nebst Mikrofon auf der unteren Seite, und den Ein- / Ausschalter sowie den 3,5mm Klinkenanschluss auf der oberen Seite.

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Das Backcover ist beim Meizu MX4 aus mattem Polycarbonat gefertigt. Das hat mir zu Beginn etwas Kopfschmerzen bereitet. Doch nach einer Woche muss ich sagen, dass man es eigentlich gar nicht merkt. Das Material fühlt sich fast an wie Metall, macht einen soliden Eindruck und liegt durch die leichte Wölbung einfach super in der Hand. Noch dazu nimmt das Material absolut keine Fingerabdrücke an, wodurch das MX4 von Hinten betrachtet immer schön sauber wirkt. Ein großer Pluspunkt: Das Cover lässt sich mit dem Fingernagel abziehen. Beim OnePlus One und dem Xiaomi Mi4 geht das ja nur mit einem Saugnapf so richtig gut.

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Unter dem Backcover ist dann übrigens auch der Micro SIM Slot versteckt. Ein Nachteil: Man kann den Akku nicht wechseln, und einen Micro SD Slot sucht man ebenfalls vergebens.

Kategoriewertung: 9 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Display

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Wer sich wundert, warum das Meizu MX4 so seltsam breit aussieht: Es handelt sich hier um ein Panel im 15:9 Format. Das bedeutet, dass das Verhältnis von Höhe zu Breite geringer ist, wie schon beim MX3. Die Größe siedelt sich bei 5,36“ an, was ein recht ungewöhnlicher Wert ist. Die Auflösung liegt bei 1920 x 1152 Pixel, also etwas mehr als Full HD. Das ungewöhnliche 15:9 Format hat einige Vorteile, welche ich persönlich sehr zu schätzen gelernt habe. Zunächst einmal ist trotz der Größe die einhändige Bedienung einfacher, da das Display nicht so hoch ist, sondern dafür breiter. Das ist ja bei großen Smartphones das Hauptproblem. Man kommt an den Seiten überall hin, aber eben nicht bis ganz Oben. Weiterhin hat man so viel mehr Platz in der Breite. Dies macht sich vor allem beim Surfen im Portrait Modus bemerkbar. Aber ein paar Nachteile gibt es dadurch natürlich auch, allen voran die schwarzen Balken beim Ansehen von Videos im Landscape Modus. Hier muss eben jeder selber abwägen, ob ihm das Format nun gefällt oder nicht.

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Zur Qualität muss ich sagen, dass diese Astrein ist. Das Display ist wirklich knackscharf und es sind absolut keine Pixel zu erkennen. Der Kontrast ist sehr gut, und auch die Farben können sich sehen lassen. Das MX4 bewegt sich hier im wärmeren Bereich, und bietet teils recht knallige Farben. Ich persönlich mag das recht gerne, wer aber lieber sehr natürlich wirkende Displays mag, der wird hier Schwierigkeiten haben. Die Helligkeit kann ebenfalls überzeugen. Sie lässt sich stufenlos regeln, auf Wunsch auch automatisch, und ist im Freien selbst bei Sonneneinstrahlung noch absolut ausreichend, was das Smartphone während der letzten warmen Tage noch einmal unter Beweis stellen konnte. Auch die Blickwinkel lassen keine Wünsche offen, wie die unten stehenden Bilder unter Beweis stellen konnten.

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Der Touchscreen des Smartphones funktioniert ebenfalls sehr gut. Zu Beginn gab es zwar ab und an Schwierigkeiten, doch mittlerweile gab es ein OTA Update, welches diese Problemchen behob. Nun reagiert der Touchscreen absolut flüssig und ist sehr empfindlich und genau. Die Gleitfähigkeit kann ich auch sehr gut bewerten, denn hier stellte sich fast nie ein „bremsiges“ Gefühl ein, wie es bei günstigeren Geräten oft der Fall ist. Die Anfälligkeit gegenüber Fingerabdrücken würde ich in den mittleren Bereich einordnen.

Kategoriewertung: 10 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Hardware & Performance

Auf dem Papier wirkt das Meizu MX4 durchaus beeindruckend. Der Mediatek MT6595 bietet 8 Rechenkerne mit big.LITTLE Architektur. Vier davon basieren auf der ARM Cortex A17 Architektur und takten mit bis zu 2,2GHz, die anderen vier basieren auf der ARM Cortex A7 Architektur und takten mit maximal 1,7GHz. Als GPU kommt eine PowerVR Rogue (G6200) zum Einsatz, welche hier in der Ausführung mit vier Clustern verbaut wird. Ein großer Vorteil im Vergleich zu bisherigen big.LITTLE SoCs ist hier definitiv, dass der MT6595 bei Bedarf auch alle Kerne gleichzeitig zum Einsatz bringen kann. Durch die Core Pilot Technologie von Mediatek, wird die Last immer optimal verteilt. Neben dem MT6595 SoC bietet das Meizu MX4 dann noch wahlweise 16, 32 oder 64GB Speicher und 2GB RAM.

Nun ist es aber so, dass technische Daten nicht alles sind. Wenn dem so wäre, dann hätte Ende letzten Jahres schon der MT6592 die Konkurrenz weggepustet. Wie schlägt sich dieses Setup nun also in der Realität? Nun, der Titel des Reviews lässt schon erahnen, dass meine Erwartungen hier übertroffen wurden. Ich ging zwar von einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zu vorherigen Mediatek Prozessoren aus, aber dass der Unterschied so deutlich sein wird, das hätte selbst ich als Mediatek Fan nicht für möglich gehalten. Kurzum: Wüsste man es nicht besser, würde man meinen ein Smartphone mit Snapdragon oder Exynos SoC vor sich zu haben. Das System, alle Apps und sogar Spiele laufen einfach flüssig, butterweich, perfekt! Es gibt so gut wie nie Hänger, und selbst anspruchsvollste Spiele wie Modern Combat 5 auf höchsten Einstellungen, rattert der Chip mit Bravour ab. Ich habe die ganze letzte Woche verzweifelt nach einem Spiel gesucht, welches den Chip an seine Grenzen bringt. Was soll ich sagen? Ich habe versagt. Damit dürfte klar sein, dass der SoC für Mediatek wirklich ein Neuanfang ist, und man nun damit beginnen kann, die Vorurteile beiseite zu legen. Das Ende der Fahnenstange dürfte hier noch nicht erreicht sein, denn sowohl Mediatek als auch Meizu können durch Optimierungen am System und an den Treibern noch einiges mehr aus dem Chip herausholen.

Abschließend gibt es nun noch das übliche Futter für die Benchmark Liebhaber unter euch.

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Kategoriewertung: 8 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Software

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Xiaomi, veröffentlicht Meizu mit jedem neuen Smartphone auch eine neue Version des hauseigenen Custom ROMs Flyme OS. Beim Meizu MX3 war es Flyme 3 und beim MX4 natürlich Flyme 4. Durch die kürzeren Release Zyklen fällt natürlich auch der Umfang der Änderungen etwas geringer aus als bei so manchen Konkurrenten. Kurzum: Es handelt sich um ein verdammt gutes Update für Flyme OS, was aber keine Änderung des Konzeptes oder radikale Umstellung des Designs bedeutet. Vielmehr wurden zahlreiche Verbesserungen, sowohl an Optik als auch an der Funktionalität vorgenommen, welche teilweise nicht sofort auffallen, unterm Strich aber ein sehr attraktives Gesamtpaket ergeben. Weiterhin gilt, dass Flyme OS vor allem diejenigen ansprechen wird, welche es gerne Einfach haben, und dazu gehören auch Einsteiger in die Smartphone Welt. Kaum ein Android ROM bietet eine so einfach zu bedienende und aufgeräumte Oberfläche wie Flyme OS. Das hat dem System zwar viele Gegner eingebracht, aber gleichzeitig auch viele Liebhaber.

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Das Herzstück der meisten Smartphone Systeme ist der Lockscreen und der Launcher. Fangen wir also einmal damit an. Es gibt mehrere Möglichkeiten das Meizu MX4 einzuschalten. Einmal mit dem klassischen Button, aber auch mit Off Screen Gesten. So landet man nach einem Doppeltipp im Lock Screen, ein Wisch nach Links öffnet die Kamera, ein Wisch nach Rechts eine beliebige vorkonfigurierte App, ein Wisch von Oben nach Unten die Benachrichtigungs-Zentrale, ein Wisch von Unten nach Oben bringt einen direkt auf den Home Screen. Befindet man sich auf dem Lock Screen, so kann man hier auch nach Belieben die Benachrichtigungs-Zentrale öffnen, die Kamera aufrufen (nach Links ziehen), eine beliebige App für den Wisch nach Rechts festlegen oder das Smartphone ganz normal entsperren (den Lockscreen nach oben ziehen). Mit einem Doppeltipp auf den Lockscreen schaltet man das Smartphone wieder aus. Der Lockscreen selbst ist einfach und übersichtlich gehalten. Er besteht lediglich aus einem Bild auf dem die Uhrzeit angezeigt wird.

Entsperrt man das Smartphone, so landet man mit einer schicken aber dezenten Animation im Launcher. Hier hat sich Optisch nicht so viel verändert, und man erkennt sofort, dass man es hier mit Flyme OS zu tun hat. Das Konzept des Launchers ähnelt dem von MIUI. Es gibt keinen App Drawer, sondern alle Apps werden auf den Home Screens platziert. Die einzelnen Home Screens werden mit Buchstaben unterteilt, also A, B, C, D usw. Apps und Widgets kann man hier beliebig platzieren. Durch das Aufeinanderziehen von Apps kann man Ordner erstellen, um die Übersicht bei vielen installierten Apps zu behalten. Das Deinstallieren von Apps geht extrem einfach von statten, denn man muss diese nur aufnehmen und dann auf den am oberen Bildschirmrand erscheinenden Mülleimer ziehen – wie bei MIUI auch. Hält man den Finger für längere Zeit auf einer leeren Fläche eines Home Screens, so landet man in den Schnelleinstellungen. Hier hat man die Möglichkeit neue Widgets auszuwählen oder die Symbole eines Homescreens mit einem Klick auszurichten, entweder am oberen oder am unteren Rand. In den Systemeinstellungen kann man noch weitere Details anpassen, wie z.B. die Icons und die Hintergrundbilder. Auch ganze Themes gibt es hier zum Download.

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Da wir gerade von den Systemeinstellungen reden, kommen wir doch gleich dazu. Meiner Meinung nach bietet Flyme OS die von allen Android Custom ROMs beste Einstellungs-App. Diese präsentiert sich hier extrem übersichtlich und gut strukturiert. Es gibt links eine Leiste mit Icons, welche Kategorien symbolisieren. Durch einen Klick darauf öffnet sich dann die jeweilige Auflistung der Einstellungen. Wer nicht weiß, für was ein bestimmtes Symbol steht, der vollführt eine Wischgeste nach Rechts und die Namen der Kategorien werden eingeblendet. Es gibt hier jedoch auch Negatives zu berichten. Es fehlen einige wichtige Aspekte die man von Android normal gewohnt ist, allen voran die Anzeige der eigenen Rufnummer. Diese wird nirgendwo angezeigt und auch in der Telefon oder Kontakte App konnte ich bisher keine Möglichkeit finden an diese Nummer zu kommen. Hier muss Meizu noch nachbessern.

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Die Benachrichtigungs-Zentrale und die Schnelleinstellungen sind in Flyme 4 miteinander verschmolzen und in ein und demselben Menü zugänglich. Benachrichtigungen werden nach Apps gruppiert und können auch als Gruppe gelöscht werden. Oberhalb der Benachrichtigungsliste werden die wichtigsten Schnelleinstellungen angezeigt. Dazu gehören WLAN, Mobile Daten, Bluetooth, die Displayhelligkeit und eine Option zum Stummschalten. Will man mehr Einstellungen sehen, so tippt man auf einen kleinen Button darüber, und die Liste klappt dann auf. Das ist sehr schön und intuitiv gelöst und hält die Oberfläche schön übersichtlich.

Wer die Bedienung von Android mit den drei Touch Buttons unter dem Display gewohnt ist, der muss sich bei Meizu ein wenig umstellen. Hier gibt es nur einen Touch Button, nämlich den beleuchteten Kreis unter dem Display. Im Betrieb leuchtet dieser durchgehend und leuchtet kurz heller auf, wenn man ihn berührt. Im ausgeschalteten Zustand fungiert er als Benachrichtigungs LED. Im Betrieb bewirkt ein Antippen des Button das Zurückkehren zum Home Screen. Hält man den Button und streicht dann Richtung Display, so simuliert das die Funktion der Zurück-Taste. Wischt an mit dem Finger links oder rechts neben dem Homescreen auf das Display, so öffnet sich die Multitasking Übersicht. Hier werden die Icons aller laufenden Apps angezeigt. Durch Antippen eines Icons wechselt man zur jeweiligen App, zieht man sie dagegen nach Oben hin aus der Leiste weg, so wird die App geschlossen. Dieses Konzept funktioniert hervorragend und intuitiv. Bisher bin ich in keiner App auf Barrieren gestoßen.

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Zu den einzelnen System Apps sage ich jetzt einmal nichts Näheres, als das diese sehr schick aussehen, und durch die Einheitliche Einfärbung vom Kopf der App und der Statusleiste ziemlich ähnlich zu den Apps im neuen MIUI 6 aussehen. Die Stock Apps sind mit Ausnahme einer Sicherheits Apps und einem nützlichen RSS Reader größtenteils Einheitsbrei. Eine richtig nützliche Funktion die im Video Player und dem Taschenrechner verfügbar ist, ist eine Funktion zum Verkleinern der App. Einmal aktiviert, schwebt die App dann in verkleinerter Form über dem Rest der Oberfläche. So kann man z.B. während man einen Film ansieht im Internet surfen. Dies funktioniert sogar mit 4k Videos, und zeigt einmal mehr wie stark der MT6595 ist.

Auch der Sicherheits Aspekt spielt bei Flyme OS eine große Rolle. Man kann für jede App individuell Rechte vergeben, und es wird auch nachgefragt, wenn eine App bestimmte Rechte haben will. So erlebt man keine bösen Überraschungen. Installiert man APK Dateien, so werden auch diese auf Sicherheit überprüft. Enthält die APK Schadsoftware, so bekommt man gleich bei der Installation eine Warnung angezeigt.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass Flyme OS 4 ein richtig gutes und vor allem benutzerfreundliches System ist. Trotz eines großen Funktionsumfangs, bleibt alles klar verständlich. Auch die Geschwindigkeit ist sehr gut, was ja auch ein wichtiger Punkt ist. Es gibt aber noch ein paar Kinderkrankheiten. So ist das System ab und zu noch etwas instabil. Mit dem letzten OTA Update hat sich dies zwar gebessert, ganz ausgemerzt wurden die Probleme aber noch nicht. Auch die deutsche Übersetzung muss noch optimiert werden. Wem das nicht zusagt, der sollte mit dem Kauf noch ein wenig warten.

Katgoriewertung: 8 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Multimedia

Schon das Meizu MX3 war ein echtes Supertalent was Multimedia angeht. Im MX3 kamen ein Wolfson Audio Prozessor und ein dedizierter Verstärker IC zum Einsatz. Das Mediatek im MT6595 von Haus aus auf eine Audiolösung von Wolfson setzt, fällt der dedizierte Audio Prozessor nun weg. Stattdessen wurde lediglich ein NXP Smart PA 2.0 Chip eingebaut, welcher eine Verbesserung der Audiosignale in Echtzeit vornimmt. Das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen. Der interne Lautsprecher erreicht damit eine beachtliche Lautstärke, aber auch die Audioqualität ist sehr hoch. Kristallklar und mit starken Bässen. Die maximale Lautstärke sollte man dennoch nicht verwenden, denn dann kommt es ab und an zu Übersteuerungen. Doch diese Stufe wird man ohnehin nicht benötigen, da auf diesem Niveau die Lautstärke fast schon unangenehm hoch ist. Was außerdem auffällt ist, dass bei niedriger Lautstärke oft ein leichtes Rauschen zu vernehmen ist. Grund dafür sind die leichten Störgeräusche durch die Audiokomprimierung, welche durch den Audio Prozessor unnötig verstärkt werden. Hier sollte Meizu aber per Software nachbessern können. Mit dem letzten OTA Update hat sich das ein wenig gebessert, ganz weg ist es aber noch immer nicht.

Wer gute Kopfhörer sein Eigen nennt, der wird auch damit voll auf seine Kosten kommen. Der Audio Output vom Meizu MX4 ist wirklich extrem kraftvoll, aber dennoch sehr ausgewogen und klar. Der Nachteil ist hier allerdings, dass billige Kopfhörer mit der hohen Signalstärke nicht klar kommen, und bei hoher Lautstärke schnell anfangen zu scheppern. Einigermaßen hochwertige Kopfhörer sind hier also ein Muss. Dafür erhält man dann aber auch ein Klangerlebnis, welches nur wenige Smartphones bieten können.

Kategoriewertung: 9 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Empfang

Mediatek hat nicht nur die Leistung des SoC’s massiv gesteigert, sondern auch die Qualität des integrierten Modems. Dies wird beim Meizu MX4 sofort klar, denn die Empfangsqualität ist hier astrein, ohne Kompromisse. 2G Empfang, 3GB Empfang und auch 4G Empfang waren während dem Test zu keinem Zeitpunkt ein Problem. Ich habe mit dem MX4 einen Tag in Oberschleißheim bei München verbracht und hatte während dessen durchgehend LTE Empfang mit 3 Signalbalken im E-Plus Netzt. Telefonanrufe verliefen ebenfalls äußerst zufriedenstellend mit einer sehr guten Sprachqualität an beiden Enden, selbst bei lauterer Umgebung. Auch in anderen Netzen machte das Meizu MX4 während des gesamten Tests eine gute Figur und es gab nie weniger als drei Signalbalken, was beachtlich ist. Auch an Orten, wo normale kein 3G Empfang möglich ist, gesellte sich das MX4 zu den wenigen Geräten die hier eine Verbindung zum schnellen Netz bewerkstelligen können. Hier scheint das Zusammenspiel zwischen Modem und Antenne zu stimmen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Unterstützung von AC WLAN. Unterstützt der Router diesen schnellen WLAN Standard, sind Übertragungsraten von bis zu 433Mbps möglich. Im Test funktionierte das einwandfrei und noch dazu überzeugte das MX4 hier mit einem sehr guten Empfang. In der Küche steigen die meisten Geräte bei mir aus, da die Entfernung zum Router einfach zu groß ist. Das MX4 dagegen ist noch immer im Rennen mit zwei Signalbalken. Das schaffen nicht viele Geräte und bescheinigen dem Meizu MX4 auch hier eine gute Antenne. Bei Bluetooth blieben auch keine Wünsche unerfüllt. Sowohl im normalen Bluetooth 4.0 Betrieb als auch im LE Betrieb kam es zu keinem Zeitpunkt zu Problemen mit der Verbindung.

Das letzte Thema welches es anzusprechen gilt, ist der GPS Empfang. Wer hier immer noch die alten Vorurteile gegenüber Mediatek SoCs mit sich herumträgt, der kann diese nun getrost in die nächste Tonne befördern. Mit dem MT6595 unterstützt Mediatek nun neben GPS und A-GPS auch GLONASS, QZSS und BDS. Damit liegt die Performance bei der Positionsbestimmung gleichauf mit den Chips von Qualcomm, Samsung und Huawei. Der erste Fix kommt binnen 3 Sekunden zu Stande, und nach maximal 20 Sekunden hat man dann bei gutem Wetter einen Fix Count von 19 Satelliten und eine Genauigkeit von unter einem Meter vor sich. Das ist ein Ergebnis, welches man ohne schlechtes Gewissen „Bombe“ nennen kann. Selbst im Haus ist der Empfang noch ohne Probleme möglich. Ein Härtetest am Abend bei schlechtem Wetter, heruntergelassenen Rollos und 1 Meter Entfernung zum Fenster brachte eine Genauigkeit von 5 Metern und einen Fix für 8 Satelliten ans Tageslicht – schlicht beeindruckend. Der finale Test war dann eine Autofahrt mit Navigation über knappe 110km. Auch hier gab es zu keinem Zeitpunkt Probleme und der Pfeil verließ nicht ein einziges Mal die Strecke. Damit dürfte jedem klar sein, dass sowohl Mediatek als auch Meizu hier eine astreine Arbeit geleistet haben.

Kategoriewertung: 9 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Kamera

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Im Meizu MX4 kommt ein Sony IMX220 Exmor RS Sensor mit 20,7 Megapixel zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um einen wirklich guten Kamera Sensor, und das merkt man auch sofort. Bilder die bei guten Lichtverhältnissen aufgenommen wurden, bieten eine beachtliche Tiefenschärfe, die alles schlägt, was ich bisher im Smartphone Bereich gesehen habe. Da erkennt man selbst sehr feine Details noch einwandfrei.

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Im Direktvergleich mit dem Vivo Xshot fällt auf, dass das Meizu MX4 in Sachen Detailtreue und im Umgang mit schwierigen Lichtverhältnissen durchgehend die Nase vorne hat. Bei der Farbwiedergabe ist allerdings das Vivo Xshot die erste Wahl. Was mich sehr beeindruckt hat, ist die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Das Rauschen beschränkt sich hier wirklich auf ein Minimum. Auch der Blitz ist ausreichend hell um einen ganzen Raum auszuleuchten. Leider nimmt er trotz zweifarbiger LEDs viel Farbe aus den Bildern. Da war das Vivo XShot deutlich besser unterwegs.

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Voll punkten kann die Kamera auch bei Ultra HD Aufnahmen. Die Qualität ist hier wirklich atemberaubend. Man sieht jedes kleine Detail, und dank 30fps gibt es auch keine Ruckler. Leider ist die Audioqualität deutlich eingeschränkt, da nur ein Kanal aufgezeichnet wird, und das obwohl zwei Mikrofone verbaut werden. Aktiviert man den Slow Motion Modus, so reduziert sich die Auflösung auf 720p mit einer Geschwindigkeit von 120fps. Anders als bei vielen Konkurrenz Geräten, gibt es bei den Slow Motion Videos des MX4 aber keine Ruckler. Die Videos sehen wirklich klasse aus und man kann mit der Funktion wirklich gute Ergebnisse erreichen.

Es gibt aber auch Grund zu meckern. Das Meizu MX4 setzt für Videoaufnahmen auf den recht neuen HEVC1 Codec, welcher besonders platzsparend arbeitet, und das bei einem Minimum an Qualitätsverlust. Leider wird dieser Codec zu diesem Zeitpunkt von so gut wie keiner Software unterstützt. So kann man die Rohdateien nur auf dem Smartphone ansehen und auch nicht schneiden oder auf YouTube hochladen. Hierfür ist der Umweg über den aktuellen Release Candidate von Handbrake nötig, welcher den Codec unterstützt und in ein anderes Format umwandeln kann.

Kategoriewertung: 8,5 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Akku

Im MX4 setzt Meizu auf Akkus von Samsung und Sony. Der Akku hat hier eine Kapazität von 3.100mAh, was wirklich einiges ist und den Vergleich mit anderen Flaggschiffen nicht scheuen muss. Das Aufladen des Akkus dauert zwischen 2 bis 2,5 Stunden, was in Ordnung geht. Wer sich um den Akkuverbrauch des MT6595 Sorgen macht, dem sei gesagt, dass hier einiges an Optimierung vorgenommen wurde. Man kann in den Einstellungen aus drei verschiedenen Modis wählen: Strom sparen, Ausgeglichen und Performance Modus. Je nachdem welchen Modus man gewählt hat, wird der Prozessor herunter getaktet, oder gar die Verwendung der CPU Kerne auf die vier A7 Kerne limitiert. Man sollte sich immer angewöhnen den aktuell am besten passenden Modus auszuwählen, um das Maximum aus dem Akku herauszuholen.

Während des Tests habe ich mir angewöhnt, auf „Strom sparen“ zu wechseln, wenn ich unterwegs bin und keine anspruchsvollen Tätigkeiten ausübe (reiner Bereitschaftsmodus, Fotos schießen, Nachrichten schreiben oder mal eine Seite ansurfen). Geht es um anspruchsvollere Multimedia Aufgaben und Multitasking, dann wechsle ich in den ausgeglichenen Modus. Will ich ein anspruchsvolles Spiel spielen, dann wechsle ich in den Performance Modus. Mit diesem Wechsel zwischen den Modis und einer optimalen Einstellung der Displayhelligkeit komme ich dann mit einer Akkuladung über zwei Tage hinweg. Und nochmal als Erinnerung: Ich bin Power-User! Auf dem Smartphone synchronisieren zwei Email Accounts im 5-Minutentakt, Facebook, Twitter und zwei Chat Apps. Die Akkulaufzeit muss sich also nicht verstecken, und hält absolut mit den anderen Flaggschiffen mit.

Kategoriewertung: 9 / 10 Punkten

Meizu MX4 Review: Fazit

Meizu hat mit dem MX4 ein wirklich tolles Stück Hardware geschaffen, welches so gut wie keine Mängel hat, wenn man die derzeit noch existierenden Software Schwächen einmal außen vor lässt. Speziell beeindruckt hat mich die Performance des Smartphones, welche man einem Mediatek Smartphone aus alter Gewohnheit gar nicht zutraut. Das ist schon beachtlich, vor allem wenn man sich einmal die Relation aus Leistung und Qualität im Verhältnis zu dem chinesischen Einstiegspreis von nur 230€ ansieht. Wir müssen leider noch etwas mehr Geld dafür bezahlen, doch auch diesen Preis ist das Smartphone locker wert.

Wer sich hin und her gerissen fühlt, ob er nun das Meizu MX4 oder das Meizu MX4 Pro nehmen soll, dem rate ich ganz klar zum MX4 Standard. Das MX4 Pro wird zwar noch eine ganze Ecke leistungsfähiger sein, aber auch eine ganze Ecke teurer. In Anbetracht dessen, dass man selbst das MX4 Standard mit heutigen Spielen noch nicht aus der Ruhe bringt, ist es somit sinnlos den Aufpreis zu zahlen – es sei denn man will explizit für lange Zeit aussorgen und braucht einen Fingerabdruck Sensor sowie ein etwas größeres Display und 1GB mehr RAM.

Endwertung: 77,5 / 90 Punkten

Bestellt habe ich das Meizu MX4 übrigens bei Antelife in der 32GB Version für 491 US Dollar. Die 16GB Version kostet dort 449 US Dollar.

 

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