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Kingzone N3: Das günstige LTE Smartphone im Test

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Kingzone N3: Das günstige LTE Smartphone im Test

Mit dem Kingzone N3 hat der Hersteller des beliebten Kingzone K1 nun ein neues Smartphone im Angebot, und diesmal sogar mit LTE. Ich durfte mir das Gerät genauer ansehen.

Im Gegensatz zu Herstellern wie Doogee oder Elephone, lässt es Kingzone langsam angehen, was die Veröffentlichung von neuen Geräten betrifft. Hier arbeitet man anscheinend nach dem Motto "Klasse statt Masse", und lässt sich beim Entwickeln neuer Kreationen ordentlich Zeit. Viele Monate nach dem Launch des Kingzone K1 und K1 Turbo ist nun auch das Kingzone N3 zu haben, nachdem es schon lange als Wolke am Gerüchtehimmel schwebte. Zu lange vielleicht? Diese Frage mag dem einen oder anderen mit Sicherheit durch den Kopf gehen, denn die Hardware des N3 klingt mittlerweile etwas veraltet, angesichts dessen, was da gerade aus dem 64-Bit Lager auf uns zu rollt.

Wie auch immer, ich durfte mir das Kingzone N3 nun eine ganze Weile genauer ansehen und auf Herz und Nieren testen. Die Resultate möchte ich euch hier nähe bringen, viel Spaß!

Unboxing

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Diesmal gab es zwei Lieferungen. Die erste Lieferung erreichte das GizChina Büro noch vor dem offiziellen Release, mit netten Zugaben wie eine Retail Tüte, eine Kingzone Werbebroschüre und eine Schutzhülle für das Gerät, doch der Inhalt war leider nicht ganz so nett. Es handelte sich um eine Pre-Mass-Production-Version, welche absolut nicht fertig war. Fast nichts funktionierte, und dies ist auch der Grund, warum ihr nach dem ersten Unboxing so lange warten musstet. Das erste Gerät wurde uns von eFox-Shop organisiert, welche jedoch nicht in der Lage waren, uns nach dem offiziellen Release des Gerätes ein Neues zu schicken. Glücklicherweise war es dann Kingzone, bzw. Kingzone Deutschland (mykingzone.de), welche uns bzw. mir hier den Hintern gerettet haben. Letzte Woche habe ich von den Jungs und Mädels ein Ersatzgerät bekommen wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchte, und eFox eins auf den Deckel hauen will.

So, weiter im Text! Wie sieht die Verpackung des Kingzone N3 denn aus? Nun, Kingzone bleibt sich treu uns setzt auf ein geradliniges Design quer durch die Produktlinie. Soll heißen: Das Design selbst unterscheidet sich kaum von dem der Kingzone K1 Verpackung, lediglich die Aufdrucke sind anders. Geöffnet wird der Karton weiterhin nach Rechts mittels einer kleinen Schlaufe. Danach grinst einen dann auch gleich das Smartphone an. Nimmt man das Gerät und die Schale beiseite, so erscheint darunter das restliche Zubehör, wozu neben den üblichen Zubehörteilen wie Schutzfolie, Anleitung, Garantiekarte, Micro USB Kabel uns Netzteil hier auch ein Kopfhörer und ein OTG Kabel gehören. Hier wurde also schon einmal nicht gespart.

Design

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Design kann Kingzone gut, das wurde schon mit dem K1 hinreichend bewiesen. Und auch mit dem N3 hat die zuständige Abteilung des Herstellers einmal mehr gute Arbeit geleistet. Zwar verzichtet man diesmal auf ein Gehäuse aus Metall (das soll sich in Zukunft noch ändern), was aber der Optik und Haptik keinen billigen Touch verleiht. Um das Gerät herum zieht sich ein in Grau-Metallic lackierter Rahmen, in welchem sich auf der Front jeweils Oben und Unten Öffnungen befinden, unter denen sich der Telefonhörer und das Sprachmikrofon verbergen. In diesen Rahmen ist dann auf der Front das Display eingefasst, welches mit Gorilla Glass 3 vor äußeren Einwirkungen geschützt wird. Oberhalb des Displays befinden sich noch eine Frontkamera, Sensoren für Annäherung und Helligkeit, sowie eine Status LED. Ganz rechts befindet sich noch der Vermerk "4G LTE", welcher auf die wohl wichtigste Funktion des Kingzone N3 hinweisen soll. Unter dem Bildschirm finden drei Touch Buttons platz, welche wie schon beim schwarzen Kingzone K1 gesehen haben, einmal mehr mit roter Beleuchtung und stilisiert durch kleine Punkte. Das bildet einen netten Kontrast zum sonst so dunklen Smartphone.

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Auf der linken Seite des Smartphones befindet sich eine Lautstärkewippe, auf der rechten Seite der Ein- / Ausschalter. Unterbrochen wird der metallische Look auf der oberen und Unteren Seite, welche abgeflachte Panele beinhalten, die einen Carbon-Look bieten. Hier befinden sich auf der Oberseite in das Panel eingelassen ein Micro USB Anschluss mit OTG Unterstützung, sowie ein 3,5mm Klinkenanschluss.

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Die Rückseite ist zu den Seiten hin leicht gewölbt, was zusammen mit dem besonderen Material, welches sich matt und gummiartig anfühlt, für ein angenehmes Gefühl in der Hand sorgt, und gleichzeitig für sicheren Halt sorgt. Geziert wird die Rückseite von einer 13 Megapixel Kamera, einem LED Blitz und einem Fingerabdruck Sensor. Unterhalb macht sich noch ein Kingzone Logo breit, nebst einer Öffnung für den Lautsprecher.

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Die Abdeckung kann recht einfach entfernt werden. In der Abdeckung findet man dann eine eingeklebte NFC Antenne. An Steckplätzen verstecken sich darunter ein normaler SIM Slot, ein Micro SIM Slot und ein Micro SD Slot. Der Akku des Geräts ist wechselbar.

Die Verarbeitungsqualität macht einen sehr guten Eindruck. Nichts wackelt oder knarzt, und die Materialien machen einen guten Eindruck, trotz Plastik. Ein angemessenes Gewicht verstärkt den hochwertigen Eindruck.

Display

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Das Kingzone N3 bietet ein 5" IPS OGS Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, also das Maximum was der MT6582 SoC unterstützt. Zum Schutz vor Kratzern besteht der Digitizer aus Gorilla Glass 3, was in dieser Preisklasse nicht unbedingt die Regel ist. Woher das Display stammt, wird von Kingzone leider nicht verraten. Nichts desto trotz kann man die Qualität als sehr gut bezeichnen, wobei allerdings die Pixel etwas gröber erscheinen. Diese Beobachtung habe ich schon öfter gemacht, dass man trotz gleicher Pixeldichte je nach Displayhersteller die Pixel mehr oder weniger stark erkennen kann. Dies ist allerdings nicht als Kritik zu verstehen, denn die Pixel sind auch hier nur bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen. Was die Farbe angeht, bewegt sich das Panel eher auf einem wärmeren Niveau. Die Darstellung wirkt trotzdem natürlich, wäre allerdings neutrale oder kältere Panels bevorzugt, der wird mit dem Kingzone N3 vermutlich nicht ganz zufrieden sein. Was ich persönlich mir gewünscht hätte, wäre eine etwas hellere Ausleuchtung des Displays. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es teils schwer noch alles ausreichend zu erkennen.

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Was die Blickwinkel betrifft gibt es hier nichts auszusetzen, wie es ja bei fast jedem IPS OGS Panel der Fall ist. Hier kann man wirklich alles perfekt erkennen, und das selbst aus extremem Winkeln.

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Ein letzter Kritikpunkt ist dann noch der Digitizer. Dieser ist zwar sehr empfindlich und genau, bremst den Finger jedoch stark. Von "Gleiten" kann hier keine Rede sein. Da hätte Kingzone definitiv noch zu einer Beschichtung greifen sollen. Wobei das wohl auch wieder Geschmackssache ist.

Hardware, Software & Performance

Das Kingzone N3 kommt mit einem Mediatek MT6582 Quad Core Prozessor daher, welcher mit 1,3GHz taktet. Wer sich nun fragt, wo dann die LTE Unterstützung des Smartphones herkommt, dem sei gesagt, dass Kingzone hier auf einen extra Modem-Chip setzt, den Mediatek seit einer Weile für die älteren SoCs anbietet. Lobenswert zu erwähnen ist, dass das Kingzone N3 auch LTE 800 unterstützt, eine echte Rarität also. Neben dem SoC mit LTE Modem bietet das Kingzone N3 noch 1GB RAM, 8GB internen Speicher, NFC und einen Fingerabdruck Sensor. Das klingt nach einem guten Gesamtpaket, ist jedoch angesichts des vergleichsweise hohen Preises (135€ direkt aus China) nicht ganz so attraktiv. Wenigstens 2GB RAM hätten es dann doch sein dürfen, was deutlich zeitgemäßer wäre und die Ausstattung deutlich attraktiver wirken lassen würde.

Zur Software gilt leider zu sagen, dass Kingzone hier noch ordentlich nachbessern muss. Zwar sieht die ROM mit dem Kingzone Launcher recht schick aus, und bietet mit der Möglichkeit den Fingerabdruck-Sensor auch zur Navigation durch Menüs und Webseiten zu verwenden eine sehr interessante und nützliche Funktion, allerdings ist das ganze System noch sehr buggy. Zunächst einmal fällt dies an der absolut miesen Performance auf. Das System bleibt hin und wieder hängen, Webseiten scrollen deutlich "ruckeliger" als bei vergleichbaren Geräten, und auch in Spielen kommt es zu deutlichen Framerate Einbrüchen, die bei anderen Geräten mit diesem SoC nicht auftreten. Bestätigt wird dieser Eindruck auch durch einen sehr niedrigen Antutu Score von nur wenig mehr als 17.000 Punkten. Normal erreicht der MT6582 im Antutu 5.3 Benchmark bis zu 19.000 Punkte. Der absolute Oberhammer ist aber, dass 3D Spiele oft abstürzen, was vermutlich an einem instabilen Grafiktreiber liegt. Dead Trigger 2 zum Beispiel resultiert in einem schwarzen Bildschirm, wonach das Smartphone sich nur durch das Entfernen des Akkus zurücksetzen lässt.

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Hi-Fi Performance

Ein Alleinstellungsmerkmal des Kingzone N3 ist, dass hier ein Yamaha Audio Chipsatz verbaut wird, welcher im Vergleich zu anderen MT6582 Geräten für eine deutlich bessere Audioqualität sorgen soll. Dies ist auch definitiv der Fall, allerdings nur über den Kopfhörer Anschluss. Während dieser ein kraftvolles, kristallklares und ausgewogenes Klangbild abliefert, enttäuscht der interne Lautsprecher leider. Hier ist "China-Tröte" angesagt. Ordentlich laut, aber mit wenig Tiefe, und dafür viel Verzerrung bei maximaler Lautstärke.

Empfang

Beim Empfang von Mobilfunknetzen und WLAN bewegt sich das Kingzone N3 irgendwo zwischen High-End und Durchschnitt. Soll heißen: Die Empfangsleistung ist gut und es kommt eigentlich nie zu Problemen, doch die Signalstärke liegt meist leicht unter dem, was z.B. Geräte mit aktuellen Mediatek Chipsätzen abliefern. Grund zu meckern ist das aber mit Sicherheit nicht. NFC wurde ebenfalls einem Test unterzogen, welcher mit Bravour bestanden wurde.

Die GPS Performance kann sich dafür, dass wir es mit einem Mediatek SoC der älteren Generation zu tun haben, ebenfalls sehen lassen. Der erste Fix kam binnen 10 Sekunden zustande, wobei ein Fix für 9 Satelliten und eine Genauigkeit von 3 Metern erreicht wurde. Die Signalstärke ist dabei ausreichend hoch, um auch in Gebäuden noch eine Lokalisierung möglich zu machen. Meckern kann man hier also nur über den weiterhin existenten Bug in einigen Tracking Apps, welcher zu seltsamen Werten und springenden Wegpunkten führt. Was abschließend noch lobenswert zu erwähnen ist: Bei der Navigation steht einem hier noch ein funktionierender Kompass-Sensor zur Verfügung.

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Kamera

Die Kamera im Kingzone N3 wird mit 13 Megapixeln auf der Rückseite und 8 Megapixeln auf der Front angegeben. Wer auf einen qualitativ hochwertigen Shooter hofft, der irrt leider. Im Test erwies sich die Kamera als Katastrophe. Die Bilder wirken verwaschen, langweilig und verrauscht. Farben werden sehr blass wiedergegeben, und auch mit seitlichem Lichteinfall hat die Kamera so ihre Schwierigkeiten. Der LED Blitz ist ebenfalls mehr ein Notfall-Licht. Allerdings muss man auch sagen, dass bei der Qualität der Kamera ein Stück weit auch die Software mit verantwortlich ist, was nicht zuletzt das OnePlus One gezeigt hat, welches trotz eines identischen Sensors deutlich schlechter abschnitt als z.B. das Oppo Find 7. In Anbetracht der verbugten Software, könnte hier also künftig durchaus noch nachgebessert werden. Kingzone wurde darüber bereits informiert und arbeitet an einer Lösung.

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Akku

Der Kingzone N3 Akku wird vom Hersteller mit 2.800mAh deklariert. Das klingt nach sehr viel, doch bei genauerer Betrachtung der Zelle kommen Zweifel auf. Die Abmessungen sind geringer als beim Akku des Kingzone K1, welcher sich irgendwo im Bereich von 2.400mAh bewegte. Wie auch immer: Das Wichtigste ist die reale Laufzeit - und hier versagt das Kingzone N3 nicht! Mich als Power User hält das Smartphone volle zwei Tage aus, was eine beachtliche Leistung ist, und auf dem Niveau von High-End Geräten wie dem Oppo Find 7 liegt. Der Ladevorgang dauert aber mitunter recht lange. Teilweise musste ich hier bis zu 3 Stunden warten.

Fazit

Das Kingzone N3 ist definitiv ein schickes Smartphone, welches viel Potential hat. Leider wird eben dieses Potential derzeit nicht voll genutzt, da die Software noch eine absolute Baustelle ist. Auch am Preis sollte Kingzone noch ein klein wenig schrauben. Aus diesem Grund gibt es vorerst einmal keine Kaufempfehlung von mir. Wartet einfach mal ab, was sich hier künftig noch tut. Sobald Kingzone die Software ausgebessert hat, wird das Kingzone N3 mit Sicherheit ein interessantes Smartphone sein, trotz der etwas älteren Hardware.

Ihr bekommt das Smartphone derzeit aus China ab 135€ und aus Deutschland direkt vom offiziellen Kingzone Distributor mit zwei Jahren Gewährleistung für 187€.

 

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